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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

115 Beiträge, Schlüsselwörter: 2016, Tötungsdelikt, Restaurant, Asia, Backnang, Rems-murr-kreis

Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

16.11.2016 um 18:19
@fejama
Gerade eben habe ich auch in den SWR-Nachrichten gehört, dass zwei Verdächtige festgenommen worden sind. Darauf habe ich angesichts der Umstände kaum noch gehofft, es schien international organisierte Kriminalität im Spiel zu sein. Aber dieser Verdacht hat sich zerschlagen, die beiden Tatverdächtigen kommen aus der Region, einer von ihnen saß bereits wegen Diebstahls in Haft. Seine DNA fand sich in einer rumänischen Datenbank. Die Suche hat allerdings ein Weilchen gedauert, weil die DNA-Spuren erst aufbereitet werden mussten.

Mehr Infos zur Pressekonferenz bei den Stuttgarter Nachrichten: Die Kripo hält den „Asia-Mord“ für aufgeklärt


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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

03.08.2017 um 20:35
Inzwischen läuft übrigens ein Prozess dazu. Die Angeklagten schweigen (Info aus SWR-Videotext).


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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

12.08.2017 um 12:41
Die Berichterstattung lässt mich doch fassungslos zurück: So viel Gewalt - und ohne den DNA-Treffer in der rumänischen Datenbank wären die beiden mutmaßlichen Täter nicht überführt worden.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.landgericht-in-stuttgart-asia-mord-opfer-wurden-fast-alle-rippen-gebrochen....


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10.09.2017 um 09:13
Weiterhin leugnen die Angeklagten, die Chefin ermordet zu haben. Zugegeben wird lediglich, sie gefesselt und beraubt zu haben.

Im nachfolgenden Artikel wird lediglich der Versuch unternommen, die DNA-Spuren auf dem Klebeband zu erklären. Der eine der Angeklagten arbeitete für das Restaurant.

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.mordprozess-um-backnanger-asien-perle-angeklagter-niemand-hat-die-chefin-er...


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12.09.2017 um 01:30
Gerichtsmediziner verliest Verletzungen.
Ehefrau und Ex-Freundin der Angeklagten verweigern Aussage.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.mordfall-asien-perle-gerichtsmediziner-das-opfer-hat-sich-gewehrt.30c21a5f-9ed1...
Etwa eine Dreiviertelstunde hat am Montagmorgen der Gerichtsmediziner vor dem Landgericht Stuttgart benötigt, um die vielen Verletzungen aufzuzählen, ... „So etwas sehen wir nur selten“, meinte er. Eine der inneren Verletzungen etwa kenne er „sonst eher von Hochgeschwindigkeitsunfällen“ – mit solcher Wucht müssen der oder die Täter zugeschlagen und -getreten haben. ... Insgesamt habe der Angriff wahrscheinlich weniger als zehn Minuten gedauert.

Alle Rippen waren dem Opfer – teilweise mehrfach – gebrochen worden, was Lungenverletzungen nach sich zog. ... Sie wurde gewürgt – vermutlich, während sich ein Täter mit Schwung auf ihre Brust setzte. Der durch die inneren Verletzungen hervorgerufene Sauerstoffmangel habe zum Tod geführt. ... „Ob es das Ziel der Täter war, Schmerzen zuzufügen oder das Opfer endgültig zum Schweigen zu bringen, lässt sich nicht sagen.“ Als er mit seiner blutigen Schilderung so gut wie fertig war, meldete sich einer der Verteidiger zu Wort: Dumitru A., einer der beiden Angeklagten, brauche „wegen einer Nierenerkrankung“ eine Pause.

... Aussage von Larisa A., der Frau des Angeklagten Dumitru A., ... Sie hatte – wie kurzzeitig auch ihr Mann – im Restaurant Asien-Perle gearbeitet. Vor Gericht erschien die 38-Jährige am ganzen Leib zitternd. ... Sie nutzte das Zeugnisverweigerungsrecht, das ihr als Ehefrau eines Angeklagten zusteht. Auch die Angaben, die sie in den Vernehmungen durch die Polizei gemacht hatte, dürfen nicht verwertet werden. Vor dem Gerichtssaal sank sie vollends in sich zusammen und ließ einen Ersthelfer rufen.
...

Wesentlich kontrollierter trat ihre Schwester auf. ... Auch Giorgina G. verweigerte die Aussage – dieses Recht steht ihr zu, da sie mit einem der Angeklagten verschwägert ist.


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13.09.2017 um 19:03
was bleibt den Frauen in ihrer Situation auch anderes übrig als zu schweigen und sich nicht in die Schusslinie (ihrer Männer/Verwandten) zu bringen?


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21.09.2017 um 12:00
https://www.zvw.de/inhalt.backnang-stuttgart-asien-perle-sohn-sagt-aus.88ff21de-ba45-4ab5-b088-b9c4f5fa0695.html
Bachnang/Stuttgart. Ein sehr lieber Mensch sei sie gewesen, aber auch sehr direkt und charakterstark, „eine Powerfrau“ eben. Am gestrigen Verhandlungstag um den Mord an der Chefin des Backnanger Restaurants Asien-Perle, Aie Wu, erhielt das Gericht erstmals eine Beschreibung des Mordopfers von jemandem, der sie sehr gut, vielleicht sogar am besten gekannt hat – ihr ältester Sohn Jian Wang.
Der Prozess scheint heute weiterzugehen.


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22.09.2017 um 15:59
Ist die Täterschaft immer noch so eindeutig zuzuordnen, oder gibt es doch noch eine Wendung?
Das Bild von der Getöteten bekommt erhebliche Risse.

http://www.stuttgarter-zeitung.de/inhalt.mordprozess-asien-perle-schwarzgeld-und-scheinehe.41424657-58e3-46af-ae47-88e1d...
...
Rund fünf Stunden hatte der 31-jährige Sohn der ermordeten Backnanger Restaurantchefin vor dem Landgericht Stuttgart bereits Rede und Antwort gestanden. ... Dann, nach einer emotionalen Frage seines Anwalts, flossen schließlich die Tränen. Dennoch fasste er sich wieder und beantwortete auch die letzten Fragen noch.

Derer gab es viele: „Auch wenn manche Dinge unangenehm sein werden, müssen Sie wahrheitsgemäße Angaben machen“, hatte der Vorsitzende Richter ihn noch erinnert. Immer wieder kamen in der öffentlichen Verhandlung Dinge ans Licht, über die kaum jemand gerne sprechen dürfte.

Der 31-jährige Sohn, dem das spätere Mordopfer offiziell die Leitung der Asien-Perle übertragen hatte, musste auch über mutmaßliches Schwarzgeld Auskunft geben. Immerhin war seine Mutter im Jahr 2010 zweimal am Frankfurter Flughafen erwischt worden – einmal mit 140.000, einmal mit knapp 30.000 Euro im Gepäck.

Die Frage, wie in der Asien-Perle mit Geld umgegangen wurde, ist für den Prozess relevant, da das Mordopfer offenbar Einiges an Bargeld in einem Zimmer im Restaurant versteckt hatte: Die Täter hatten dort fast 40.000 Euro liegen gelassen. Warum, ist ungeklärt. Die beiden Angeklagten hatten gegenüber dem psychiatrischen Gutachter behauptet, bei einem Raub fremde Stimmen gehört zu haben und geflohen zu sein – das Opfer habe zu diesen Zeitpunkt noch gelebt.

Ein weiteres Geheimnis, das im Prozess an diesem Verhandlungstag ans Licht kam: Der Sohn räumte ein, dass die Mutter und einer ihrer fünf Brüder eine Scheinehe geführt hätten, um diesem einen Aufenthalt in Deutschland zu ermöglichen.
...
Bevor eine DNA-Spur die Ermittler auf die beiden rumänischen Angeklagten brachte, galt ein Mitarbeiter und Vertrauter der Chefin als tatverdächtig: Der 48-Jährige hatte der Polizei gesagt, am Tatabend nach Hause gefahren zu sein – dabei hatte er im Restaurant geschlafen. Er behauptete, der Sohn der Chefin habe alle angewiesen, nichts von den Schlafplätzen in der Asien-Perle zu erzählen. Der wegen seiner Staatsbürgerschaft als „Spanier“ bezeichnete chinesischstämmige Koch konnte sich an kaum etwas erinnern – dabei gehört er zu den Letzten, die das Opfer lebend gesehen haben. Die Erinnerungslücken kosteten den Vorsitzenden Richter sichtlich Nerven. Der „Spanier“ muss daher am Montag erneut aussagen.


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22.09.2017 um 22:12
Danke für den Bericht.
Ist ja doch recht verworren,das Ganze


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10.10.2017 um 14:45
Heute verlinke ich nun zwei Prozesstage. Weitere Prozesstage sind bis in den Dezember hinein terminiert.
Die beiden Angeklagten scheinen keine unbeschriebenen Blätter zu sein.
Es hat sich keinerlei Tatverdacht gegen die Angestellten der Asia-Perle ergeben.

Mich fasziniert die Darlegung der polizeilichen Ermittlungsarbeiten, vor allem weil seinerzeit kaum etwas davon an die Öffentlichkeit drang.


https://www.zvw.de/inhalt.backnang-stuttgart-prozess-asienperle-mord-angeklagte-sind-vorbestraft.4d742737-a444-4633-9ffa...
Die Liste der Vorstrafen von Dumitru A. zeigt ein klares Muster: Siebenmal wurde der 42-jährige Rumäne bereits wegen Diebstahls verschiedener Schwere verurteilt. ...

In seiner Heimat hingegen wurde A. insgesamt fünfmal verurteilt, drei davon wurden als Raub eingestuft und in einem Fall wurde er zudem gar wegen schwerer versuchter Tötung verurteilt. Die drei schwerwiegendsten Urteile wurden am gestrigen Verhandlungstag ... verlesen.

Demnach brach Dumitru A. in den späten 90er-Jahren teilweise allein oder mit Komplizen in Wohnungen wohlhabender Leute aus seiner Heimatregion ein, bedrohte sie zum Teil mit Messern und verletzte manche von ihnen, beziehungsweise drohte ihnen Gewalt an. Besonders schwer wiegt der Raub an einem Paar, bei dem die 70-jährige Frau und der 76-jährige Mann durch Schnitte und Stiche mit einem scharfen Gegenstand schwer verletzt wurden. Laut Schreiben des zuständigen rumänischen Gerichts war dabei das Leben des Mannes ernsthaft in Gefahr gebracht worden. ... Über Sicherungsverwahrung wird in den kommenden Wochen entschieden.

Laut Richter Spieth liegt gegen den zweiten Angeklagten, Constantin C., nur eine Verurteilung aus Rumänien vor. Dabei soll es sich um einen Fall der Vergewaltigung und Körperverletzung mit Todesfolge sowie Hausfriedensbruch und eine Straftat gegen die Freiheit und Würde einer Person – dem Vernehmen nach seiner Patentante – handeln. Das Urteil selbst wurde jedoch gestern nicht eingebracht, da der Verteidiger von C., Boris Müller, dem widersprochen hat. ... Wichtig ist das Urteil gegen Constantin C. deshalb, weil eine mögliche Sicherungsverwahrung im Raum steht. ...

Einen weiteren Schwerpunkt des Verhandlungstages machte die Auswertung der Kameras in der Umgebung der Asien-Perle in der Nacht, in der Aie Wu getötet wurde, aus.
...
Vielversprechender war da die Überwachungsanlage der benachbarten Autowerkstat. ... Mit Bestimmtheit konnte der Experte allerdings sagen: „Zur Tatzeit waren alle Personen dort, wo sie angaben, gewesen zu sein.“

Auf zwei Sequenzen glaubten die Ermittler auch Aie Wu zu erkennen, die gegen 22 Uhr mit einem Angestellten zum Einkauf aufbrach und gegen 23 Uhr wieder zurückkam. Zum angenommenen Tatzeitpunkt, kurz nach Mitternacht, ist im Untergeschoss noch Geschäftigkeit zu erkennen. ... Einmal schien es, als habe eine Kellnerin Verdacht geschöpft, denn sie streckte den Kopf aus ihrem Zimmer. Sie ging jedoch wieder hinein, ohne weiter nachzuforschen. In ihrer Vernehmung hatte die Frau zugegeben, seltsame dumpfe Schläge gehört zu haben. ...
https://www.zvw.de/inhalt.backnang-stuttgart-asien-perle-kurz-vor-dem-tod-sprachnachrichten-verschickt.fc560cef-b4ab-48a...
...
„Sie wollte auch die Einkäufe für das Restaurant am liebsten selbst machen.“ So wird auch ein Stück weit verständlich, warum Aie Wu so große Geldbeträge in ihrem Privatzimmer in der Asien-Perle aufbewahrte. In der Tatnacht waren dort etwa 20.000 Euro gestohlen worden, weitere Tausende Euros hatten sich noch im Zimmer befunden.
...
In der Nacht, in der die 53-jährige Aie Wu getötet wurde, sei er noch nach 1 Uhr an der Asien-Perle vorbeigefahren, erzählt der Sohn. Ihm sei nichts Merkwürdiges aufgefallen, im Gastraum habe kein Licht mehr gebrannt. Dass auch jene Bediensteten, die im Untergeschoss des Restaurants übernachtet hatten, von der Tat nichts mitbekommen haben, verwundert den 24-Jährigen nicht. ...
Merkwürdiges hatte hingegen die Schwiegermutter seines Bruders Jian Wang zu berichten. In der Tatnacht habe sie noch über das Programm WeChat mit Aie Wu gesprochen. Beide Frauen hätten sich von 23.51 Uhr an gegenseitig Sprachnachrichten zugesandt. Anfangs sei es dabei um Möbel gegangen, die Aie Wu aus China bestellen wollte.
...
Die 47-Jährige bezeichnete Wu als „nahe Verwandte“, mit der sie sich oft unterhalten habe. In jener Nacht sei Aie Wu jedoch kurz angebunden gewesen. Auch habe sie für gewöhnlich noch eine gute Nacht gewünscht – dafür gebe es bei WeChat ein besonderes Symbol, das Wu immer nutzte.

An jenem Abend fehlte auch das. Um 0.02 Uhr kam die letzte Sprachnachricht von Aie Wu auf dem Handy der 47-Jährigen an. Ihre Antwort, ... hat die 53-Jährige schon nicht mehr abgehört. ...
...
... Über Streitigkeiten, in die Aie Wu verwickelt war, wusste die Gegenschwägerin nichts zu berichten, ...
...
Dumpfe Geräusche, die zwei Kellnerinnen in der Tatnacht gehört haben wollen, konnte er [Anmerkung: der Koch] nicht bestätigen – er habe zu besagter Zeit Kopfhörer aufgehabt. Worüber er jedoch keine Zweifel hatte: Es habe in der Asien-Perle kein weißes Klebeband gegeben. Mit solchem war Aie Wu gefesselt worden. Im Umkehrschluss bedeutet dies, dass die Angeklagten das Klebeband mitgebracht haben mussten.

Da der Prozess sehr umfangreich ist, wurden weitere Verhandlungstermine bis in den Dezember hinein festgelegt. Wann ein Urteil zu erwarten ist, steht noch nicht fest.


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16.10.2017 um 16:38
Es gibt nicht viel Neues

http://www.stuttgarter-nachrichten.de/inhalt.mordfall-asien-perle-backnang-der-kreis-schliesst-sich-immer-weiter.f8a5cb7...
Der nächste Prozesstag ist für den 18. Oktober angesetzt

relevanter wird aber voraussichtlich der Termin am 8. Dezember: An diesem Tag soll sich der psychiatrische Gutachter zur Schuldfähigkeit äußern.


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01.02.2018 um 11:10
Es gibt ein Urteil.

"Zwei Jahre nach dem lange rätselhaften Raubmord im Restaurant "Asien-Perle" in Backnang sind am Donnerstag zwei Männer zu lebenslanger Haft verurteilt worden. "

Viel mehr gibt der Artikel leider nicht her.

https://www.tag24.de/nachrichten/stuttgart-backnang-raubmord-mord-asia-restaurant-asien-perle-lebenslange-haft-urteil-43...


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01.02.2018 um 21:47
@FraumitHut
Danke für den Hinweis auf das Urteil.
Mittlerweile gibt es ausführliche Informationen
So reagieren Beteiligte auf das Urteil
Von Phillip Weingand 01. Februar 2018 - 15:22 Uhr

Mit den lebenslangen Haftstrafen im Mordprozess Asia-Perle sind auch die Angehörigen des Opfers einverstanden.

Das Landgericht sieht keine besondere Schwere der Schuld. Warum die Familie des Opfers das Urteil dennoch akzeptiert und wie die Verteidiger das Urteil sehen, lesen Sie hier.

Backnang/Stuttgart - „Sie haben unermessliche Schuld auf sich geladen“, meinte der Vorsitzende Richter zu den beiden Angeklagten Constantin C. und Dumitru A. – und doch hatte das Landgericht Stuttgart am Donnerstag genau diese Aufgabe. „An Ihrer Täterschaft besteht nicht der geringste Zweifel“, sagte Spieth. So musste die Erste Schwurgerichtskammer vor allem klären, ob der gewaltsame Tod der Backnanger Restaurantbesitzerin Aie W. Anfang März 2016 „über einen normalen Mord hinausgeht, so schwer es fällt, das auszusprechen“, sagte Spieth.

Der Staatsanwalt hatte eine besondere Schwere der Schuld gesehen, eine Anwältin der Nebenklage zudem eine Sicherungsverwahrung gefordert. Beidem folgte das Gericht nicht: „Es handelt sich um einen klassischen Raubmord, der mit lebenslanger Haft zu ahnden ist“, so Spieth. Die beiden Rumänen hätten sich aus Geldmangel spontan zu einem Einbruch entschlossen und nicht von vornherein geplant, die Backnanger Restaurantbesitzerin Aie W. zu töten. „Aber Sie wussten, dass sie im Restaurant sein würde, und dass es nur unter Einsatz von Gewalt möglich sein würde, in ihr Zimmer zu gelangen“, sagte Spieth.

Das Gericht kam zu der Überzeugung, dass die beiden zu ihrem Einbruch ... ein bis heute nicht identifiziertes Werkzeug mitgebracht hatten, um Türen aufzubrechen ... Mit diesem, so Spieth, hätten sie gleich zu Beginn der Bluttat zweimal auf den Kopf des Opfers eingeprügelt. „Hätten Sie Frau W. von vornherein töten wollen, hätten Sie dieses Werkzeug weiter benutzt.“

Den Tod ... hätten beide aber billigend in Kauf genommen, als sie weiter mit Fäusten und Füßen auf die am Boden Liegende einschlugen und -traten, bevor sie sie fesselten. Spieth sprach daher von einer „bedingten Tötungsabsicht“. Da das Gericht mit Heimtücke, Habgier und der Ermöglichung einer anderen Straftat, nämlich des Raubes, Mordmerkmale erfüllt sah, erging das Urteil wegen Mordes.
...
Die Pflichtverteidiger hatten lediglich auf Raub mit Todesfolge plädiert. „Das halten wir auch jetzt noch für richtig“, sagte Boris Müller, der Anwalt von Constantin C. Sein Kollege Hanno Haupt, der Dumitru A. vertreten hat, will gegen das Urteil auf jeden Fall Revision einlegen. Seiner Meinung nach hat das Gericht nicht alle drei Mordmerkmale im Urteil ausreichend begründet. Die Staatsanwaltschaft prüft noch, ob sie in Revision gehen will. In diesem Fall – aber nur dann – könnte das Urteil für die Angeklagten noch härter ausfallen.
Es besteht also die Möglichkeit, dass es im Falle einer Revision doch noch zu einer Sicherungsverwahrung kommen könnte.


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Tote in Backnang - Gewaltverbrechen in Asia-Restaurant?

12.02.2018 um 15:05
Es kommt wohl noch einmal Bewegung in den Fall.

"Sowohl die Staatsanwaltschaft als auch die Verteidiger der beiden jeweils zu lebenslanger Haft verurteilten mutmaßlichen Täter haben Revision gegen das Urteil vom 1. Februar eingelegt, wie das Landgericht Stuttgart am Montag mitteilte.

Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft begründete den Gang zum Bundesgerichtshof damit, dass im Urteil gegen die beiden einschlägig vorbestraften Männer nicht eine besondere Schwere der Schuld festgestellt wurde. Ohne diese ist eine Entlassung aus dem Gefängnis bei guter Führung nach 15 Jahren möglich. Ein Verteidiger hatte direkt nach dem Urteil angekündigt, Revision einzulegen. Er hatte auf eine Verurteilung wegen Raubes mit Todesfolge plädiert."


Quelle: https://www.tag24.de/nachrichten/stuttgart-backnang-mord-restaurant-asien-perle-urteil-staatsanwaltschaft-verteidiger-ur...


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12.02.2018 um 15:23
@FraumitHut

Die Verteidigung will also weg vom Mord.
Die Staatsanwaltschaft will hin zur Schwere der Schuld.

Dann schaun wir mal, wie es ausgeht.
Es bleibt also spannend.

Revision bedeutet ja erst mal nicht, dass der ganze Prozess neu aufgerollt wird.


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