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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

193 Beiträge, Schlüsselwörter: Nürnberg, Prostituierte, 1992, Joana, Gabriela, Vokuhila, Nagorni, Renault 5, Nagorny
DaScully
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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

16.04.2016 um 19:19
https://www.owep.de/artikel/148/fleischbeschau
Irgendwann kommen sie müde und abgekämpft in ihrem Zielbordell an. Sie wissen nicht, was sie hier erwartet. Eine Puffmutter in der Regel, die ebenfalls in der Prostitution Karriere gemacht hat, die als junges Mädchen ebenfalls verkauft und in die Prostitution gezwungen wurde, dann vielleicht mit 22 Jahren vom Zuhälter zur „Vertrauensperson“ erkoren wurde. Sie ist also „etwas Besseres“ geworden, schon Elite.

Sie ist die brutale Zwischeninstanz zwischen dem Zuhälter und den Zwangsprostituierten. Einerseits Ansprechpartnerin und vermeintliche Freundin für die Frauen, andererseits bedingungslos loyal zu ihrem Zuhälter. Sie verrät ihre Untergebenen gnadenlos, sollten verzweifelte Fluchtpläne zu ihr dringen.

Denn sie ist die eigentliche Managerin des Geschäfts, sie kassiert das Geld ein, leitet es weiter nach oben; sie setzt die Anordnungen ihres Chefs nach unten durch. Meist spricht sie mehrere Sprachen, weil ihre Frauen ja aus mehreren Ländern kommen, genauso wie die Freier. Im Laufe der Jahre hat sie in ihrer Praxis Rumänisch, Serbisch, etwas Türkisch gelernt, je nachdem, in welchem Zielland sie arbeitet. Sie war erst die Freundin der neu dazugekommenen Frauen, die erste Ansprechpartnerin, sie solidarisierte sich, gab Tipps, wird aber dann schnell zur Projektionsfläche des Hasses. Die meisten Zwangsprostituierten sind bis zuletzt der Meinung, der Zuhälter sei ja eigentlich ein guter Mensch, er habe Verständnis, nur die Puffmutter ist der Drachen. Dass das zum System gehört, durchschauen sie nicht.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

16.04.2016 um 19:31
Slaterator schrieb:Evtl. wurde der Täter bei Tatausführung durch Geräusche des Zeugen unterbrochen, dass Opfer nutzte die Gelegenheit für seine Flucht, beide (Opfer & Täter) begegneten dann dem Zeugen im Korridor.
Genau so kommt für mich die Darstellung im Filmfall rüber. Wobei die Ermittler ja auch nicht in den Kopf des Täters reinschauen konnten und nur gemutmaßt haben dürften, ob er von der Anwesenheit des Zeugen wusste oder eben nicht wusste.

Aber kann man aus dem Nicht-Absuchen der Wohnung wirklich einen Rückschluss auf Unprofessionalität ziehen?

Wenn der Täter von vornherein mit Mordplänen zu G.N. in die Wohnung kam, scheint es bei "professioneller" Vorgehensweise nahezuliegen, erst mal zu checken, ob G.N. allein in der Wohnung ist, denn anderenfalls kann es (wie ja auch geschehen) unliebsame Überraschungen geben in Form des plötzlich auftauchenden Lebensgefährten. Aber wäre ein Abchecken der Wohnung auf die Anwesenheit Dritter wirklich eine gute Idee gewesen? Inzwischen sehe ich hier ein (aus Tätersicht) erhebliches Problem, nämlich dass der Täter sich gegenüber G.N. schlagartig verdächtig macht und als potentiell böswillig outet, wenn er anfängt, die Wohnung nach weiteren Personen zu durchsuchen. Und der Lebensgefährte im Nebenzimmer hätte dann auch gleich mitbekommen, dass da jemand ist, der sich nicht wie ein normaler Freier verhält - dann hat der Täter schon zwei gegen sich, die wachsam geworden sind. Und GN mehr oder weniger raffiniert auszufragen, ob noch jemand da ist, ist auch keine brauchbare Alternative: er kann ja nicht damit rechnen, dass er von ihr darauf eine wahrheitsgemäße Antwort bekommt.

Also möglicherweise war dem Täter - obwohl Profi oder Profi-Eleve - das Risiko, dass G.N. vielleicht gar nicht allein in der Wohnung ist, sehr wohl bewusst. Er nahm es aber in Kauf, weil er sie nicht vorwarnen oder misstrauisch machen wollte.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

16.04.2016 um 19:36
DaScully schrieb:Die Ostblock-Kollegen waren ihre Landsleute. Sie war die Billig-Konkurrenz, die zu Dumpingpreisen angeboten wurde.
Das sehe ich auch so. Es schließt aber - wenn man annimmt, dass Täter und Motiv aus dem "Milieu" kamen - m.E. trotzdem nicht aus, dass der Täter ein Landsmann von ihr war, denn auch innerhalb der Billig-Konkurrenz wird es rivalisierende Gruppen gegeben haben. Oder Racheakte gegen Frauen, die gegen Regeln verstoßen hatten.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

17.04.2016 um 08:00
@Menedemos
Menedemos schrieb:Worüber ich mir z.B. immer noch nicht ganz sicher bin, ist, ob der Täter wusste, dass sich noch eine andere Person in der Wohnung aufhält.
Corydalis schrieb:(...) Inzwischen sehe ich hier ein (aus Tätersicht) erhebliches Problem, nämlich dass der Täter sich gegenüber G.N. schlagartig verdächtig macht und als potentiell böswillig outet, wenn er anfängt, die Wohnung nach weiteren Personen zu durchsuchen. (...)
Ich sehe das derzeit folgendermaßen:

Möglichkeit 1: Der Täter war kein Profi, die Tat ergab sich ggf. aus der Situation heraus. In dem Fall spricht natürlich einiges gegen ein Durchsuchen der Wohnung. Erst als er die Tat ausführte, könnte er -wie dargestellt und nahliegend- von dem Zeugen aus dem Nebenzimmer überrascht worden sein. Es folgte eine Abweichung von der Vorgehensweise, wie sie sonst mutmaßlich verlaufen wäre. Er (der Täter) begann zu improvisieren. Im Ergebnis für ihn wahrscheinlich zunächst unbefriedigend, weil er sein Ziel nicht erreichte. Erst im Nachhinein dürfte er durch das Ableben des Opfers und sein "Davonkommen" zumindest einigermaßen zufriedengestellt worden sein.

Möglichkeit 2: Der Täter war (Möchtegern-) Profi. In dem Fall hätte er sicherlich abgecheckt, in welchem Umfeld er zuschlägt. Welche Nachbarn gibt es ? Wieviele Personen halten sich in der Tatwohnung für gewöhnlich auf ? Welche Fluchtwege gibt es ? Ist von der Zielperson eine Gegenwehr zu erwarten ? Solche Dinge. Nun muß man sich in einer kleinen Wohnung eine "Durchsuchung" nicht so kompliziert vorstellen. Der Täter könnte unter einem Vorwand (sucht die Toilette zum Beispiel) die "falsche" Tür öffnen oder nach einem Glas Wasser fragen und dann unbemerkt nachschauen. Es geht ja wahrscheinlich nur um 1-2 Räume in die er hätte schauen müssen, um sicher zu gehen. Das ist mMn machbar ohne sich dem Opfer gegenüber als "böswillig" zu outen. Er verzichtete darauf. Dies könnte bedeuten, dass er entweder A) kein Profi war oder b) sicher angenommen hat, dass sich immer/auschließlich das Opfer in der Wohnung aufhält. Diese (falsche) Annahme wird mutmaßlich eher nicht aus einer Observation der Wohnung durch den Täter entstanden sein. Sie wird -frei spekuliert- eher aus früheren Besuchen des Täters bei dem Opfer herrühren oder aus einer Falschinformation entstanden sein, die sich der Täter von einer dritten Person im Vorfeld eingeholt hatte.

Fazit aus meiner persönlichen Logik heraus: Der Täter war entweder kein Profi d.h. er kam ggf. ohne Tötungsabsicht oder aber war einfach unerfahren. Oder er war ein "Profi", der einer Falschinformation oder einem falschen persönlichen Eindruck aufgesessen ist, und dessen Tat schlussendlich durch den plötzlich anwesenden Zeugen aus dem Ruder lief.

@DaScully
DaScully schrieb:Interessanterweise bringen Deutsche eher Deutsche um, Afroamerikaner eher Afroamerikaner, Chinesen eher Chinesen .... Bis auf Ausnahmen´, überwiegend trifft es die eigenen Leute. Warum das so ist? Gute Frage, vielleicht hat es damit zu tun, dass es überwiegend Beziehungstaten sind
Das mag sein, ist aber kein belastbarer Beleg dafür, dass der Täter ebenfalls aus Osteuropa stammte. Ich denke schon, dass eine festgestellte mutmaßliche Herkunft des Täters, auch ein wichtiger Hinweis nicht nur für die Moko, sondern auch für die Öffentlichkeit gewesen wäre. Insofern gehe ich davon aus, dass wenn beispielsweise eine mutmaßlich osteuropäische Herkunft bekannt gewesen wäre, diese auch im XY-Beitrag Berücksichtigung gefunden hätte.
DaScully schrieb:Der größte Teil der Frauen, die sich prostituieren müssen, kommt aus Südosteuropa. Die Täter kommen überwiegend aus Südosteuropa, sie haben in den neunziger Jahren die Rotlichtszene übernommen (...)
Das stimmt. Aber wir sollten mangels ausreichenden Hinweisen auch immer berücksichtigen, dass wir es hier nicht zwangsläufig mit einem Täter aus dem Millieu zu tun haben, der auch beruflich in der Szene zuhause ist. Ein Kunde (Freier) z.B. kann aus einer völlig anderen Ecke der Gesellschaft kommen. Es gab Fälle, wo Prostituirtenmörder erst nach und nach zum Mörder wurden. Zunächst unauffällig, steigerten sie ihre Gewaltphantasien, bis schlussendlich ein Opfer zu beklagen war. Und diese Mörder waren keine Zuhälter oder in deren Dunstkreis.
DaScully schrieb:In der Vergangenheit ist es so gewesen, dass infizierten Freier Frauen angesteckt haben, die sich nicht geschützt haben. Aber es gab auch Frauen, die Männer angesteckt haben.
Absolut richtig. Wenn man dann noch mutmaßt, die Krankheit wäre möglicherweise erst nach längerer Zeit (Monaten/Jahren) überhaupt entdeckt worden, wird dieses Motiv für die Tat mMn schon unwahrscheinlicher.


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17.04.2016 um 08:58
Slaterator schrieb:Es geht ja wahrscheinlich nur um 1-2 Räume in die er hätte schauen müssen, um sicher zu gehen.
Damit hast du natürlich recht, und auch damit, dass es Möglichkeiten gibt, das "durchsuchen" relativ unauffällig zu gestalten. Das ändert aber nichts daran, dass er auf diese Weise ggf. den Lebensgefährten aufgestöbert und wachsam gemacht hätte. M.a.W.: vielleicht nahm er dessen mögliche Anwesenheit eben doch bewusst in Kauf, weil es aus Tätersicht für die Tatbegehung das geringere Risiko darstellte (geringer im Vergleich zu einem dem Täter Aug in Auge gegenüberstehenden Lebensgefährten, der misstrauisch geworden ist).


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

17.04.2016 um 09:12
@Corydalis
Corydalis schrieb:(...) Das ändert aber nichts daran, dass er auf diese Weise ggf. den Lebensgefährten aufgestöbert und wachsam gemacht hätte. (...)
Davon ist auszugehen. Doch das ist ja auch der Sinn des Ganzen. Mal spekulativ angenommen, der Täter war ein Profi. Dann hätte er entweder bei der Feststellung eines anwesenden potenziellen Zeugen das Vorhaben abbrechen oder den Zeugen ebenfalls neutralisieren müssen. Davon auszugehen die Tat durch den Zeugen (zunächst) unbemerkt ausführen zu können, wäre -aus Tätersicht- wenig realistisch und sehr risikobehaftet gewesen. Es hat ja auch nicht geklappt. Eine Konfrontation mit dem Zeugen brauchte er auch nicht unbedingt fürchten. Sofern er nicht mit gezogenem Messer auf ihn zugeht, ahnt dieser ja für gewöhnlich nicht sofort eine Tötungsabsicht und wäre von einem plötzlichen Angriff enspr. überrascht gewesen.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

17.04.2016 um 09:50
@Slaterator
@Corydalis
Alles gut, aber es fehlt ein entscheidendes Detail aus XY: Klaus Ullmann (Zeugenaussage) hat, als der Täter die Wohnung betrat, weder die Türglocke gehört, noch dass jemand die Wohnungstür schließt.

Und trotzdem wusste Gabriela Nagorny, dass jemand für SIE da ist. Ist herausgegangen, ohne etwas zu sagen. Für mich sieht das nach einer Verabredung aus, die telefonisch für eine bestimmte Zeit erfolgt sein kann. Oder der Täter hatte einen Schlüssel, was wiederum dafür sprechen kann, dass ihm das Wohneigentum gehört.

Ich glaube, ich muss dass mit dem Landsmann erklären. Ich denke, der Mann ist ein Einwanderer oder das Kind von Einwanderern der ersten oder zweiten Generation. Und er spricht deutsch (vielleicht sogar ohne Akzent), wie seine Nachkommen und trotzdem empfindet er sich als Osteuropäer.
Corydalis schrieb:Also möglicherweise war dem Täter - obwohl Profi oder Profi-Eleve - das Risiko, dass G.N. vielleicht gar nicht allein in der Wohnung ist, sehr wohl bewusst.
Profi im Sinne der organisierten Kriminalität, Anfänger in Sachen Mord. Das Geschocktsein kann auch davon herrühren, dass ihm bewusst wurde, dass er das Blut des ADIS-kranken Freundes der Gabriela an den Händen hatte. Dazu müsste er ihn alledrding gekannt haben.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

17.04.2016 um 09:59
Auftragskiller: Kriegt einen Auftrag. Er erschießt ein 1-2 Personen und diskutiert nicht mit ihnen. Verschwindet.

Sexualmörder: Hat eine bestimmte Phantasie und hinterlässt einen Tatort, der auf seine abnormen Bedürfnisse schließen lässt. Der Tod des Opfers ist Teil der Inszenierung.

Zuhälter: Hat etwas zu klären, die Prostituierte lässt sich auf nichts ein. Der Zuhälter nimmt ihren Tod billigend in Kauf.

...


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17.04.2016 um 10:09
Angenommen, Gabriela hat Arbeit gesucht, dann hat sie sicher erst mal in ihrer Community gesucht und ein Anstellung in einem, z.B. jugoslawischen, Restaurant wäre fein gewesen. Fällt die Sprachbarriere weg. Es muss denen doch nicht entgangen sein, dass eine Landsmännin dringend Arbeit benötigt. (Da muss es Zeugen geben, aber OMERTA.) Der Weg aus einigen Gastro-Betrieben in die Prostitution, ist manchmal nicht weit.

Sie hat sich in ihrer Heimat auf eine Annonce gemeldet, die Arbeit und Wohnung versprochen hat? Dann musste sie nicht herumfragen, denn dann hatte sie ja beides von dem Täter, bzw. dem Business dahinter. Dann können Wohnung und Arbeitsplatz dem Täter gehören.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

17.04.2016 um 10:30
@DaScully
DaScully schrieb:Alles gut, aber es fehlt ein entscheidendes Detail aus XY: Klaus Ullmann (Zeugenaussage) hat, als der Täter die Wohnung betrat, weder die Türglocke gehört, noch dass jemand die Wohnungstür schließt.
Das stimmt. Ein Detail, was ich garnicht mehr auf dem "Schirm" hatte. Das er weder Schelle noch Tür hörte, spricht entweder dafür, dass die Tür nur angelehnt war oder dafür, dass der Täter einen Schlüssel hatte. Ich mutmaße, dass die Tür nicht verschlossen sondern evtl. angelehnt war. Wäre der Täter mit einem Schlüssel rein gekommen, hätte die Moko den Kreis der Verdächtigen erheblich einschränken können. Das geschah jedoch augenscheinlich nicht. Und eine telefonische Verabredung dürfte es auch gegeben haben. Sonst hätte sie ja niemanden "erwartet". Das sehe ich auch so.
DaScully schrieb:Ich glaube, ich muss dass mit dem Landsmann erklären. Ich denke, der Mann ist ein Einwanderer oder das Kind von Einwanderern der ersten oder zweiten Generation. Und er spricht deutsch (vielleicht sogar ohne Akzent), wie seine Nachkommen und trotzdem empfindet er sich als Osteuropäer.
Ich dachte Du wolltest das erklären ?! Wie kommst Du denn jetzt darauf, dass er Osteuropäer war ? Nur weil Du an eine Beziehungstat denkst ? Es muß ja -wie gesagt- nichts zwangsläufig eine Person aus dem Milieu gewesen sein.
DaScully schrieb:Profi im Sinne der organisierten Kriminalität, Anfänger in Sachen Mord. Das Geschocktsein kann auch davon herrühren, dass ihm bewusst wurde, dass er das Blut des ADIS-kranken Freundes der Gabriela an den Händen hatte. Dazu müsste er ihn alledrding gekannt haben.
Kann sein, muß aber nicht. Auf einen Hintergrund in der organisierten Kriminalität gibt es keinen belastbaren Hinweis. Es ist nur naheliegend, weil der Mord im Milieu geschah und die Gefahr einer Gewalttat sehr hoch ist.
DaScully schrieb:Auftragskiller: Kriegt einen Auftrag. Er erschießt ein 1-2 Personen und diskutiert nicht mit ihnen. Verschwindet.
Tatausführung und Art hängt vom Auftrag ab. Auch Auftragsmorde können schief gehen. Stichwort: Möchtegernprofi
DaScully schrieb:Sexualmörder: Hat eine bestimmte Phantasie und hinterlässt einen Tatort, der auf seine abnormen Bedürfnisse schließen lässt. Der Tod des Opfers ist Teil der Inszenierung.
Nicht unbedingt. Vergiss bitte nicht, dass der Täter bei der Tatausführung mutmaßlich durch den Zeugen gestört wurde. Er hatte somit wohl keine Zeit, die Tat und/oder Inszinierung zuende zu bringen.
DaScully schrieb:Zuhälter: Hat etwas zu klären, die Prostituierte lässt sich auf nichts ein. Der Zuhälter nimmt ihren Tod billigend in Kauf.
Das ist eine von vielen möglichen Varianten. Mangels ausreichend Hinweisen kann man da über ein mögliches genaueres Motiv nur spekulieren. Es könnte auch Bestrafung, eine eine ungewollte Eskalation, sonstwas gewesen sein.

Was, wenn es ein Kunde war, der mit dem letzten Besuch nicht zufrieden war, Geld zurück wollte ? Es gibt viele Möglichkeiten. Manche davon wahrscheinlicher als Andere. Deshalb ist es wichtig, für alles offen zu bleiben und sich nicht auf ein einziges Szenario zu versteifen. Das macht automatisch blind für andere ähnlich wahrscheinliche Szenarios.
DaScully schrieb:Angenommen, Gabriela hat Arbeit gesucht, dann hat sie sicher erst mal in ihrer Community gesucht und ein Anstellung in einem, z.B. jugoslawischen, Restaurant wäre fein gewesen.
Auch hier nur eine Möglichkeit von vielen. Wer sagt, dass sie schon konkret an einem Alternativplan für die Zeit nach ihrem Ausstieg arbeitete ? Sie hatte vlt. einfach nur genug und wollte ersteinmal raus. Aber auch dafür haben wir keine Hinweise, was sie danach vor hatte...


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DaScully
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17.04.2016 um 10:39
@Slaterator
Ich sag mal so, ich habe ein Bild vor Augen. Ich weiß, dass auch Andere diesen Mann in Verdacht haben, Gabriela Nagorny getötet zu haben. Ich denke, die Polizei macht ihre Arbeit. Und ich lass das mal hier. ;-)


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17.04.2016 um 10:48
@DaScully
DaScully schrieb:Ich weiß, dass auch Andere diesen Mann in Verdacht haben, Gabriela Nagorny getötet zu haben.
Du hast also einen konkreten Verdacht. Gut, aber das hilft mir an dieser Stelle nicht weiter, da ich das mangels entspr. Informationen weder nachvollziehen noch überprüfen kann. Da aber konkrete Verdächtigungen im Thread bekannter- und richtigerweise nicht erlaubt sind, haben wir jetzt ein kleines charmantes Problem. Ich nehme es einfach mal kommentarlos zur Kenntnis.


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17.04.2016 um 12:05
@Slaterator
Wenn ich ehrlich bin, so finde ich die ganze Websuche nach Tätern mittlerweile etwas zweifelhaft.

Angenommen, es lesen nicht nur unbescholtene Bürger mit, so können Täter ganz gut auf "das hier" gut reagieren, sich beispielsweise Alibis beschaffen und ihr Business verschleiern.

A la, "Mädels ich weiß, wo ihr wohnt" oder "ich bin sicher du kannst dich nicht erinnern, dass G.N. bei mit gearbeitet hat", usw. usf. der Zeugenbeeinflussung sind leider keine Grenzen gesetzt.

Ich denke manchmal, wir machen mehr kaputt, als irgendwie hilfreich zu sein. Deshalb erst mal für mich Timeout, bis ich eine Sinnhaftigkeit in meinem Handeln erkennen kann. Meine Grenzen kenne ich, ich mag nicht darüber gehen.


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17.04.2016 um 12:19
@DaScully
DaScully schrieb:Wenn ich ehrlich bin, so finde ich die ganze Websuche nach Tätern mittlerweile etwas zweifelhaft.
Meiner Meinung nach ist es völlig falsch, sich mit dem Vorsatz/Gedankengang hier anzumelden, man würde via Web und Foren den Täter suchen und finden können. Das ist Quatsch und auch nicht der Sinn und Zweck. Es geht hier um ein gemeinsames Interesse an der Kriminalistik, den Gedankenaustausch zwischen Gleichgesinnten zu Fällen, die einen beschäftigen. Nicht ,ehr und nicht weniger. Das sollte den Usern klar sein. Wer meint, nur aus der Theorie und "Schwarmintelligenz" heraus den Täter ermitteln und womöglich noch eine ausgelobte Belohnung kassieren zu können, hat Allmy nicht verstanden und ist hier eher an der falschen Adresse. Das ist soweit ich weiß auch noch nie vorgekommen.
DaScully schrieb:Angenommen, es lesen nicht nur unbescholtene Bürger mit, so können Täter ganz gut auf "das hier" gut reagieren, sich beispielsweise Alibis beschaffen und ihr Business verschleiern.
Ein gern genommenes Totschlagargument, wenn jemand einen Thread abwürgen will bzw. gegen einen Austausch zu Kriminalfällen ist. Ich kann darüber -ehrlich gesagt- nur milde lächeln. Wenn sich ein Täter hier seine Anregungen holen muß, um seine Untaten zu verschleiern, ist er schon so gut wie verhaftet. Ich würde Allmy weder so wichtig nehmen, noch vermuten, dass wir hier Argumente zur Verteidigung potenzieller Straftäter sammeln, noch das diese hier sogar "getarnt" mitschreiben. Das ist Verfolgungswahn und unrealistisch.
DaScully schrieb:Ich denke manchmal, wir machen mehr kaputt, als irgendwie hilfreich zu sein. Deshalb erst mal für mich Timeout, bis ich eine Sinnhaftigkeit in meinem Handeln erkennen kann. Meine Grenzen kenne ich, ich mag nicht darüber gehen.

Es ist weder unsere Aufgabe etwas aufzuklären, noch es "kaputt" zu machen. Wer hier beim Schreiben Angst bekommt, kann sich getrost wieder beruhigen. Die Beiträge die hier geschrieben werden, haben keinen Einfluss auf das Geschehen in der Realität. Keine Sorge.


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17.04.2016 um 19:10
Slaterator schrieb:Das er weder Schelle noch Tür hörte, spricht entweder dafür, dass die Tür nur angelehnt war oder dafür, dass der Täter einen Schlüssel hatte.
Das würde ich nicht so sehen. Laut XY hat KU ja ausdrücklich gesagt, dass er durch das Fernsehprogramm ABGELENKT war und deshalb zunächst nichts vom Besuch mitbekommen hat. Das heißt doch, dass er es durchaus für möglich hielt, dass es geläutet oder geklopft haben könnte. Erstaunlich ist trotzdem, dass er weder die Türglocke noch das "Hallo Süßer!" im Korridor vernommen hat. Wie laut lief denn der Fernseher - oder war er "high"?

Ich kann mir nach wie vor nicht vorstellen, dass der Täter bei einem GEPLANTEN UND PROFESSIONELLEN Mord die Anwesenheit einer dritten Person in der Wohnung
- weder mitbekommen
- noch vorweg gewusst
- noch überprüft hat.
@Slaterator hat ja durchaus Möglichkeiten genannt, die Situation in der Wohnung diskret abzuchecken.

Nach wie vor kann ich mir auch nicht erklären, dass der Täter von Klaus Ullmann ÜBERRASCHT sein konnte. Hörte der denn den Fernseher nicht??

Wieso verließ er das Schlafzimmer, ohne sein "Werk" vollendet zu haben? Die beiden Männer trafen ja erst im Korridor aufeinander. Gut, das könnte man vielleicht noch so erklären, dass KU rief "Was ist denn da drüben los?" oder so ähnlich.

Je mehr ich über den Fall nachdenke, umso mysteriöser und rätselhafter erscheint er mir. (Gut, da sind wir dann ja bei "allmystery" genau richtig... :D ) Es gibt einfach so viele Ungereimtheiten, etwa auch der Appell des Mörders, die Polizei zu rufen...



Etwas anderes halte ich mittlerweile aber für sehr gut möglich: Den Fußweg des Täters über die Grenzstraße kann ich mir nur so erklären, dass er dem Opfer NACHSETZTE. Denn er wollte nicht wirklich in diese Richtung, ab Wilhelm-Späth-Straße schlug er fast die entgegengesetzte ein. Und er wusste, dass GN in diese Richtung geflohen ist, das sah er durch die offene Schlafzimmertür. Er musste zumindest damit rechnen, in DIESER Richtung mit seinem blutverschmierten Opfer noch einmal zusammenzutreffen. Das machte ihm nicht nur nichts aus, sondern es war wohl sogar sein Ziel. Ein Täter, der einfach nur flüchten will, rennt in die entgegengesetzte Richtung, denn wo das Opfer ist, dort wird ja als Erstes ein Pulk von Passanten zusammenlaufen.

Ob der Täter GN wirklich noch einmal begegnete, ist schwer zu sagen, da unklar ist, wo in der Augustenstraße sie zusammenbrach.


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17.04.2016 um 21:54
Vielleicht dachte der Täter der Fernseher wäre noch von Gabriela an. Ich rechne als Freier (ob es einer war weiß man ja nicht aber ich denke allgemein war das vlt nicht bekannt) ja nicht damit das der "Mann" im Nebenraum sitzt. Könnte sein das er also garnicht davon ausging das noch jemand da ist.


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17.04.2016 um 22:00
@Liiz89
Ja, das hab ich mir auch schon überlegt. Durchaus möglich. Das würde zumindest EIN Rätsel erklären. Würde dann aber auch auf einen unprofessionellen, in Interna nicht eingeweihten Täter hindeuten.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

17.04.2016 um 22:53
@Menedemos
Ein in Interna eingeweihter Täter hätte mutmaßlich auch gewusst, dass K.U. kein topfitter, nahkampferfahrener Bodyguard mit Knarre ist, sondern ein aidskranker Drogensüchtiger in entsprechend reduziertem Zustand. Auf diese Erkenntnis wäre vermutlich auch ein Profi gestoßen, der die Wohnung der G.N. in Bezug auf dort eventuell anwesende Dritte im Vorfeld genau abcheckt.

Außerdem ist für mich noch immer nicht die Frage befriedigend beantwortet, welche Konsequenzen denn ein professionell agierender Täter mit Mordplan aufgrund des Wissens von der Anwesenheit des Lebensgefährten professionellerweise ziehen sollte (egal ob er sich dieses Wissen im Vorfeld oder erst nach Betreten der Wohnung verschafft):
Von der Tat Abstand nehmen? Erst mal den Lebensgefährten aus der Wohnung locken? Den Lebensgefährten als erstes "eliminieren"? (was in der Realität vermutlich bei weitem nicht so einfach ist wie im Kinofilm)
Vielleicht hatte der Täter, auch wenn er Profi war, einfach keine andere Wahl, als die Anwesenheit des Lebensgefährten in Kauf zu nehmen, wenn er G.N. in ihrer Wohnung töten wollte?

Und falls der Täter eigentlich nur auf G.N. einreden und sie einschüchtern wollte (und das ganze ungeplant entgleist ist), wäre die Anwesenheit des Lebensgefährten in der Wohnung aus Tätersicht eigentlich ohnehin kein wesentliches Problem gewesen, denke ich. Wenn es vor so einem Hintergrund zu einer Konfrontation mit K.U. gekommen wäre, hätte der Täter K.U. gleich mitbedrohen, oder Drohungen ausstoßend den Rückzug antreten können.


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17.04.2016 um 23:38
a)
Corydalis schrieb:Vielleicht hatte der Täter, auch wenn er Profi war, einfach keine andere Wahl, als die Anwesenheit des Lebensgefährten in Kauf zu nehmen, wenn er G.N. in ihrer Wohnung töten wollte?
Aber hätte er sich dann nicht wenigstens besser bewaffnet (Pistole)?
So wäre sein Vorhaben durch das Eingreifen des K.U. ja beinahe gescheitert - mit verheerenden Folgen: diverse Zeugen, eigene Gefährdung (ob KU bewaffnet war und wenn ja wie, konnte er vorher gar nicht wissen), überlebende GN

Deshalb kann ich mir weiterhin nicht recht vorstellen, dass ein einigermaßen professioneller Täter nur mit einem Messer bewaffnet einen Mordversuch unternimmt, wenn er weiß, dass sich im Nebenraum ein "Aufpasser" befindet.

b)

Andererseits glaube ich, dass GN nie einen Hehl daraus machte, dass sich noch jemand anderes in der Wohnung aufhält. Das diente ja zu ihrem eigenen Schutz und sie brachte das Geld anscheinend immer demonstrativ in den Nebenraum, so dass es die Freier auch mitbekamen. Also Männer, die GN öfter besuchten, wussten, dass im anderen Zimmer jemand ist.

(a) und (b) scheinen nicht recht zusammenzupassen, gell...? Nun ja, wie gesagt, der Fall gibt echte Rätsel auf. Ich werde morgen weiter darüber nachdenken... Gute Nacht! :)


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18.04.2016 um 00:00
Menedemos schrieb:Aber hätte er sich dann nicht wenigstens besser bewaffnet (Pistole)?
Hmm. In Rio de Janeiro oder der Bronx wäre eine Pistole vermutlich das Mittel der Wahl. Aber wenn aus einem übel beleumundeten Haus in Deutschland Schüsse zu hören sind, ist dieses Haus, meiner Schätzung nach, binnen fünf bis zehn Minuten von der Polizei umstellt.

Alles in allem kommt mir die Vorgehensweise, je länger ich darüber nachdenke, immer professioneller und abgebrühter vor. Inklusive dem kuriosen langsamen Weggehen mit der Aufforderung "verständigen Sie die Polizei!". Besser kann man kaum von sich als Täter ablenken.

Gute Nacht!


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