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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

192 Beiträge, Schlüsselwörter: Nürnberg, Prostituierte, 1992, Vokuhila, Nagorni, Renault 5, Nagorny, Joana, Gabriela

Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

18.04.2016 um 15:17
Corydalis schrieb:Hmm. In Rio de Janeiro oder der Bronx wäre eine Pistole vermutlich das Mittel der Wahl. Aber wenn aus einem übel beleumundeten Haus in Deutschland Schüsse zu hören sind, ist dieses Haus, meiner Schätzung nach, binnen fünf bis zehn Minuten von der Polizei umstellt.
Da ist auch was dran.

Mir ist noch ein Theorie eingefallen:

Der Täter stammt wirklich aus dem Zuhälter-Milieu, ist allerdings relativ neu und ein "kleines Licht". Er will sich einem bestimmten Boss andienen. Er weiß, dass dieser Boss mit diesem "Bordell" ein Problem hat. Um seinen Mut und seine Entschlossenheit unter Beweis zu stellen, verübt er einen Anschlag auf die Prostituierte GN, möglicherweise ohne direkten Auftrag und ohne die Lage genau abzuchecken. Hier würde sogar sein Appell "Rufen Sie die Polizei" Sinn ergeben: Damit stellt er sicher, dass der Anschlag wirklich in die Medien kommt und sein Boss davon unweigerlich erfährt. Denn wenn GN überlebt hätte (was er nicht wissen konnte), dann hätte vielleicht niemand die Polizei alarmiert, sie selbst jedenfalls nicht, Klaus Ullmann auch nicht, keiner hätte je davon erfahren, die "Mutprobe" wäre sinnlos gewesen.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

18.04.2016 um 17:24
@Menedemos
Menedemos schrieb:Der Täter stammt wirklich aus dem Zuhälter-Milieu, ist allerdings relativ neu und ein "kleines Licht". Er will sich einem bestimmten Boss andienen.
Die Theorie war hier ja auch schon angedacht worden, um die "Semiprofessionalität" des Täters zu erklären. Ich halte das auch grundsätzlich für einen guten Ansatz.
Menedemos schrieb: Um seinen Mut und seine Entschlossenheit unter Beweis zu stellen, verübt er einen Anschlag auf die Prostituierte GN, möglicherweise ohne direkten Auftrag und ohne die Lage genau abzuchecken.
So etwas in der Art gab es ja 1984-86 auch auf der Reeperbahn in Hamburg. Damals diente sich Werner "Mucki" Pinzner der sog. "GMBH" (einer Zuhälterclique dort) als Killer an. Er verschaffte sich auch erst durch kleine aber brutale Raubüberfälle einen "Ruf" auf dem Kiez, bevor er an die großen Aufträge der Bosse (vor allem von einem Zuhälter namens "Wiener-Peter") kommen konnte. Also unrealistisch ist das natürlich nicht.

Ich frage mich dann nur, warum er ein Wurfmesser verwendete. Wenn er das Opfer nur verletzen wollte, warum stach er so oft zu und auch noch in den Hals ? Warum schaffte er es nicht, den Zeugen zu töten. Auch Absicht ? Also irgendetwas stört mich da noch in der Logik der Abfolge und der Handlungsweise. Die Idee ist aber gut. Ich mache mir dazu auch noch ein paar Gedanken.
Menedemos schrieb:Nach wie vor kann ich mir auch nicht erklären, dass der Täter von Klaus Ullmann ÜBERRASCHT sein konnte. Hörte der denn den Fernseher nicht??
Liiz89 schrieb:Vielleicht dachte der Täter der Fernseher wäre noch von Gabriela an. Ich rechne als Freier (ob es einer war weiß man ja nicht aber ich denke allgemein war das vlt nicht bekannt) ja nicht damit das der "Mann" im Nebenraum sitzt.
Egal was sich der Täter dachte, als er mutmaßlich den Fernseher hörte, er hätte sich in jedem Fall vergewissern müssen, wenn er denn ein Profi gewesen wäre. Der Zeuge sagte, er hätte nichts von Türglocke und Begrüßung mitbekommen. Ich schließe daraus, der Fernseher war einigermaßen laut gestellt.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

19.04.2016 um 18:04
Slaterator schrieb:Ich frage mich dann nur, warum er ein Wurfmesser verwendete. Wenn er das Opfer nur verletzen wollte, warum stach er so oft zu und auch noch in den Hals ? Warum schaffte er es nicht, den Zeugen zu töten.
Ich finde die Verwendung eines Wurfmessers irgendwie amateurhaft. Sicher, man kann damit jemanden töten, sehen wir ja an diesem Fall. Aber es gibt bessere Tötungswerkzeuge. @Corydalis hat zwar recht damit, dass ein Pistolenschuss zu auffällig gewesen wäre, aber Wurfmesser werden trotzdem nicht so häufig von Mördern benutzt. Meistens nur im Krimi, wie eine Google-Suche ergeben hat, bei Edgar Wallace (!) zum Beispiel.
Auf jeden Fall musste es dem Täter vorher schon klar sein, dass es zu einem furchtbaren, blutigen Gemetzel kommen würde, wenn er sie töten wollte.

Dass er damit Klaus Ullmann nicht töten konnte, der ja im Gegensatz zu Gabriela Nagorny nicht arglos (und vielleicht auch nicht ganz wehrlos) war, wundert mich dagegen nicht.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

19.04.2016 um 18:41
@Menedemos
Menedemos schrieb:Ich finde die Verwendung eines Wurfmessers irgendwie amateurhaft. Sicher, man kann damit jemanden töten, sehen wir ja an diesem Fall. Aber es gibt bessere Tötungswerkzeuge. @Corydalis hat zwar recht damit, dass ein Pistolenschuss zu auffällig gewesen wäre, aber Wurfmesser werden trotzdem nicht so häufig von Mördern benutzt.
Ich persönlich spekuliere deshalb, dass der Mord nicht geplant war. Er hatte das Messer möglicherweise dabei, um sich im Notfall damit verteidigen oder zumindest damit drohen zu können. Doch wenn ein Täter plant, sein Opfer zu verletzen oder sogar zu töten, hätte es geeignetere Werkzeuge -auch Messer- gegeben. Ein Kampf- oder Survivalmesser zum Beispiel. Bei einem Wurfmesser ist zudem auch das Verletzungsrisiko für den Täter selbst nicht ganz unerheblich, da es keinen Griffabschluss zur Klinge hat...


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

19.04.2016 um 21:32
Was mir noch einfallen ist:

Wir haben uns ja darüber gewundert, dass erst nach über 10 Jahren eine Zeugin aufgetaucht, nach deren Beschreibung ein Phantombild angefertigt werden konnte.
Könnte es nicht so sein, dass es längst ein Phantombild gab (schließich haben den Mörder zahlreiche Personen gesehen, Ullmann, aber auch Leute auf der Straße), dass die Polizei aber befürchtet hat, dass bei Veröffentlichung des Phantombilds ein furchtbarer Bandenkrieg im Zuhältermilieu ausbricht? Weil sie ahnten, dass er sich in diesem Milieu bewegt und dass er dort bekannter ist als er der Polizei bekannt ist? Dass es die ominöse Zeugin vielleicht gar nicht gibt?

Und zweitens dürfte der Täter doch aus Nürnberg stammen. Wenn er ein Freier war, dann war es ein Einheimischer. Denn Reisende kennen dieses illegale, versteckte Bordell in der Südstadt sicher nicht, die gehen einfach "hinter die Mauer", das allgemein bekannte Viertel.
Und wenn er aus dem Zuhältermilieu kommt, dann sollte er auch aus Nürnberg stammen. Er war ja offenbar deutschsprachig und es waren ja die einheimischen Luden, denen Damen wie GN das Geschäft verdarben. Und draußen am Land leben solche Leute auch nicht.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

19.04.2016 um 22:14
@Menedemos
Stimmt. Das Wurfmesser hat mich auch gewundert. Ich habe noch nie gehört, dass sowas mal verwendet wurde. Mir fällt nur Edgar Wallace ein. In der Knight Rider Folge "Zauberspiele" wird das erste Opfer mit einem Wurfmesser getötet, wenn ich das richtig im Kopf habe. Aber sonst?

Aber allgemein bedeutet doch die Verwendung eines Messers immer eine Menge Blut. Aber es ist halt leise, gegenüber einer Schusswaffe. Erdrosseln dauert ja auch relativ lange, genauso wie ersticken z.B. mit einem Kissen.

Ich würde mal sagen: Das zentrale Problem ist, aus Sicht des Täters, dass es das Opfer noch bis vor das Haus geschafft hat.

Ich hab mich bei der ganzen Sache auch gefragt, wer überhaupt ein Wurfmesser hat. Das hat ja nun nicht jeder zu Hause. Ich wüsste gar nicht, für was ich das brauchen sollte. Da macht ja das KM2000 deutlich mehr Sinn als ein Wurfmesser.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

19.04.2016 um 22:50
@raptor83
@Menedemos
Bei James Bond kommen gelegentlich Wurfmesser vor. Sein Agentenkollege (009, glaube ich) wird am Anfang von "Octopussy" mit einem Wurfmesser getötet.

Besonders profimäßig kommt mir das Wurfmesser in unserem Fall auch nicht vor. Zwar ist das sicherlich kein Messer, das man zum Apfelschälen in der Tasche hat. Aber trotzdem wirkt es eher wie eine Waffe, die der Täter sowieso bei sich hatte, eben weil es - wie schon angesprochen - für so eine Tat relativ unpraktisch ist. Zum Rumfuchteln und Eindruck machen eignet es sich aber schon, denke ich. Und auf die Frage, ob die Tat geplant war oder nicht, lässt die Wurfmesserverwendung trotzdem keinen sicheren Rückschluss zu.

Es scheint (heute zumindest) nicht schwierig zu sein, ein Wurfmesser zu beschaffen:
http://www.kotte-zeller.de/Wurfmesser-Speere.htm?websale8=kotte-zeller-shop&ci=009868

Ich frage mich, wie verbreitet/leicht beschaffbar Wurfmesser 1992 waren, und ob das Wurfmesser - falls damals selten - auf einen Bezug des Täters zum Zirkus hindeuten könnte.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

20.04.2016 um 14:25
@Corydalis
Eindruck macht es mit Sicherheit, keine Frage. Die Frage ist, wer sowas denn hat bzw. bei sich hat.

Da könnte man auch den Gedanken kommen, dass er es "nur" zur Einschüchterung dabei hatte und der Rest quasi ein Unfall (ja, ich habe auch in so einem Zusammenhang ein Problem mit dem Wort "Unfall") war.

Dann frage ich mich aber, was er vor hatte. Bezüglich des Motivs sind wir ja leider auch keinen wirklichen Schritt weiter.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

21.04.2016 um 15:39
raptor83 schrieb:Bezüglich des Motivs sind wir ja leider auch keinen wirklichen Schritt weiter.
Also ich zumindest halte die Theorie, die ich anfangs favorisierte, dass ein Freier sich an GN rächen wollte, weil sie ihn mit AIDS angesteckt hat, nicht mehr für sehr plausibel. Ich gehe trotz gewisser unprofessioneller Momente auch von einer Auseinandersetzung im Milieu aus.
Denn man muss bedenken: GN ist laut XY im Jahr 1989 "vor den Kriegswirren aus Jugoslawien geflohen" (btw: 1989 gab es in Jugoslawien noch keinen Krieg, XY redet hier die Dinge schön). Mitte 1992 geschah der Mord. Nun gab es im ehemaligen Ostblock (zu dem auch Jugoslawien im weiteren Sinne gehörte) aufgrund der bekannten Abschottung nahezu kein AIDS.
GN könnte sich also erst ab 1989, etwa beim drogenabhängigen KU, infiziert haben. Die Inkubationszeit beträgt bei AIDS aber im Durchschnitt 9 Jahre, manchmal zwar auch deutlich weniger, aber es ist extrem unwahrscheinlich, dass bei GN die Krankheit schon ausgebrochen und sichtbar war. Und erst recht wäre sie beim Täter nicht erkennbar gewesen, selbst wenn sie ihn angesteckt gehabt hätte. Also, GN war (zumindest nach außen hin) pumperlgesund, der Täter ebenso. Ein Rachemotiv wegen AIDS rückt damit ins sehr Unwahrscheinliche.

Daher denke ich, dass die Tat schon im weiteren Sinne mit dem Zuhältermilieu zusammenhängt, wie ja auch die Polizei vermutet.
Ich nehme an, dass schon vom ersten Tag an ein Phantombild des Täters existierte, dass die Polizei dies aber nicht publizierte, um einen Krieg im Milieu zu vermeiden. Auf der anderen Seite wäre diese Veröffentlichung aber nötig gewesen, um den Mörder zu schnappen, da er - wie wir heute wissen - auf andere Weise nicht dingfest gemacht werden konnte.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

21.04.2016 um 23:38
@Menedemos
Das mit der jahrelangen Inkubationszeit hatte ich gar nicht mehr so auf dem Schirm, aber dass die Aids-Rachetheorie eine zeitliche Komponente hat, die sie dann doch unwahrscheinlich macht, habe ich schon auf Seite 2 behauptet (ha!).
Die Kausalkette "Prostitutionsausübung im erkrankten Zustand" - "Ansteckung eines Freiers" - "Infektionsnachweis beim Freier" - "Racheakt" nimmt jedenfalls einige Zeit in Anspruch. Ich weiß nicht recht, ob das hinhaut.
Trotzdem würde ich die Freier-Variante nicht völlig ausschließen, halt mit anderen Motiv, siehe etwa Mona-Lisa-Fall. Leider ist im www nichts dazu zu finden, ob und warum eine Identität des Mona-Lisa-Täters und des Nagorny-Täters von den Ermittlern ausgeschlossen wird, trotz etlicher auffälliger Gemeinsamkeiten. Dass die Alterschätzungen der Zeugen auseinanderliegen ist für mich kein echtes Ausschlusskriterium, weil solche Schätzungen oft mal fehlgehen.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

21.04.2016 um 23:41
Hier noch der Link aus dem Eröffnungsposting, ein AZ-Artikel, der den Nagorny-Fall und den Mona-Lisa-Fall behandelt (ein weiteres Callgirl, das attackiert wurde, aber überlebt hat).
http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.lokales-mordattacken-auf-callgirls-die-taeter-leben-noch-unter-uns.aa5b2a89-d...
Acht Prostituierte wurden seit 1961 in Nürnberg umgebracht. Die hübsche Gabriela wurde in ihrem Appartement erstochen. „Mona Lisa“ überlebte den Angriff des „Vokuhila-Monsters“

NÜRNBERG Die Mordkommission 3 – kurz MK 3 – im Nürnberger Polizeipräsidium hat sich die alten Akten vorgenommen. Die so genannten „Cold Cases“, die „kalten Fälle“ – ungeklärte Morde. 44 gibt es davon seit 1949 in Mittelfranken. Die Mörder und Totschläger von Säuglingen, Männern und Frauen, alten und jungen Menschen sind noch nicht gefasst. Mit der Bildung der MK3 sollen diese Verbrechen nun gelöst werden. Ein Themenkomplex, den sich die Kriminaler vorknöpfen, sind die acht ungeklärten Morde an Prostituierten seit 1961 – plus der Versuch, die Liebesdienerin „Mona Lisa“ umzubringen. Deren Fall und der Mord an Gabriela Nagorny bearbeiten die MK 3-Experten derzeit.

Gabriela Nagorny wurde nur 23 Jahre alt. Die hübsche, zierliche Frau mit fein geschnittenem Gesicht wurde am 11. Juli 1992 erstochen.

Eine Existenz im Nürnberger Rotlichtmilieu trauten ihr damals selbst enge Freunde nicht zu. Ihre Eltern fielen aus allen Wolken, als sie vom Doppelleben der ehemaligen Internatsschülerin hörten. Die aus dem heutigen Serbien stammende Frau verdiente in einem Zwei-Zimmer-Appartement in der Forsthofstraße ihr Geld. Anfang der 1990er Jahre wurde der Sex-Markt in Deutschland von der Billig-Konkurrenz aus Osteuropa überrollt. Zuhälter kämpften um ihre Plätze und gegen Ostblock-Kollegen, die Sex zu Dumping-Preisen anboten.

Das Motiv, warum Gabriele sterben musste, liegt noch im Dunkeln. Die Ermittler vermutete allerdings, dass sie im Zuhälter-Krieg um die besten Preise vielleicht einen Fehler begangen haben könnte, der sie das Leben kostete.

Am 11. Juli 1992 verließ ein Mann um kurz nach 18 Uhr Nagornys Appartement. Der blutverschmierte Unbekannte wurde von Zeugen gesehen, die später ein Phantomfoto anfertigen lassen konnten. Nach der Attacke schleppte sich Gabriela Nagorny noch mit letzter Kraft über einen Hintereingang des Hauses bis zu einem Gehweg. Dort brach sie, von mehreren Messerstichen getroffen, tot zusammen. Bei ihren Ermittlungen stieß die Polizei auf DNA vom Täter. Eine sehr wichtige Spur, die bislang keinen Erfolg brachte.

Mona Lisa ist der Titel des bekanntesten Frauenportraits der Welt: Leonardo da Vinci malte die Schöne, über ihr rätselhaftes Lächeln haben sich Experten den Kopf zerbrochen. Der Versuch, die Nürnberger Prostituierte „Mona Lisa“ zu töten, gibt der Kripo bis heute Rätsel auf.

Vor 15 Jahren, am 18. Mai 1995, arbeitete die allein erziehende Mutter nachts als Callgirl. Die damals 34-Jährige inserierte als „Mona Lisa“ und hatte in der Nacht zuvor einen Mann empfangen, der zwar Sex für 150 Mark wollte – aber dann beim Akt versagte.

Mona Lisa behielt das Geld, der Mann zog ab. In der nächsten Nacht klingelte er wieder bei ihr. Einen zweiten Versuch scheint er nicht gewollt zu haben – er war wohl auf Rache aus. Denn er hatte einen 35 Zentimeter langen, mit Griff und Hartgummi ummantelten Hebel und ein Elektrokabel dabei. Damit drosselte er Mona Lisa von hinten. In Todesangst wehrte sich die 34-Jährige. Sie riss ihm ein Büschel Haare samt Kopfhaut aus und zerkratzte ihm das Gesicht. Der Täter flüchtete.

Ein DNA-Profil war schnell gewonnen. Und weil Mona Lisa den Täter schon kannte, konnte sie ihn gut beschreiben – das Phantombild zeigt das „Vokuhila-Monster“ mit der charakteristischen 80er-Jahre-Frisur Vorne-kurz-hinten-lang.

Einen Treffer in der DNA-Datenbank des Landeskriminalamtes hinterließen beide Fälle bislang nicht. Besonders der Fall Mona Lisa aber scheint die Nürnberger schwer zu beschäftigen: Als im März 2010 „Aktenzeichen XY – ungelöst“ darüber berichtete, wollten 400 Menschen der Polizei mit Hinweisen helfen – die heiße Spur war nicht darunter. Doch seit „XY“ wissen die Fahnder, dass die Tatwaffe Teil eines Foto-Statives ist – eine Spur, der das MK 3 nun endlich auch nachgehen kann. sw


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

21.04.2016 um 23:43
... und der Link zum Fahndungs-Phantombild aus dem Mona Lisa-Fall:
http://www.presseportal.de/blaulicht/pm/6013/1434133

Für mich sehen die beiden Gestalten auf den Phantombildern sehr ähnlich aus.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

21.04.2016 um 23:50
Corydalis schrieb:Für mich sehen die beiden Gestalten auf den Phantombildern sehr ähnlich aus.
Ja, Wahnsinn, da könntest du echt recht haben. Den Mona-Lisa-Fall hatte ich hier noch gar nicht auf dem Radarschirm...


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

22.04.2016 um 00:01
Aber nicht einmal in dem AZ-Artikel, der beide Fälle behandelt, wird etwas dazu gesagt, ob (oder warum nicht) es sich um denselben Täter handeln könnte.

Die Vorgehensweise ist allerdings ganz unterschiedlich; einmal Wurfmesser, einmal eine Art selbstgebastelte Garotte.

Aber eine von K.U. berichtete Auffälligkeit könnte sich auch mit einem unzufriedenen Freier in Einklang bringen lassen, nämlich der Umstand, dass G.N. kein Geld abgeliefert hat: Ein Freier, der nochmal zur Prostituierten geht, um sich wegen irgendwelcher Vorkommnisse aus einem vorangegangenen Besuch zu rächen oder zu beschweren, würde sicherlich kein Geld auf den Tisch blättern.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

22.04.2016 um 00:13
@Menedemos
Eben. Das mit den Kriegswirren in Jugoslawien ist mir auch aufgefallen.

Sie ist, wie du bereits geschrieben hast, 1989 aus Jugoslawien "geflohen". Der Krieg bagann allerdings erst 2 Jahre später mit dem 10-Tage-Krieg in Slowenien. Hat sie den vorausgeahnt? Es werden also andere Gründe gewesen sein, wohl wirtschaftlicher Natur.

Eine Abrechnung im Millieu scheint mir deshalb auch deutlich wahrscheinlicher. Da stört mich aber immens die Vorgehensweise.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

22.04.2016 um 21:41
Corydalis schrieb:Aber nicht einmal in dem AZ-Artikel, der beide Fälle behandelt, wird etwas dazu gesagt, ob (oder warum nicht) es sich um denselben Täter handeln könnte.
Weil von beiden Tätern DNA vorhanden ist, die nicht übereinstimmt. "Mona Lisa" riss ihrem Peiniger ja ein ganzes Haarbüschel aus, im Fall von GN "stieß die Polizei auf DNA vom Täter. Eine sehr wichtige Spur, die bislang keinen Erfolg brachte".
Trotzdem will ich mich von dem Gedanken, dass beide Täter identisch waren, noch nicht ganz verabschieden. Wie konnte man bei GN Täter-DNA gewinnen? Blutete er auch? Oder hat er ein Kleidungsstück in der Wohnung gelassen, weil er von Ullmann aufgeschreckt worden war? Oder hat man nur ein paar Hautschuppen oder Haare gefunden, von denen man nur VERMUTET, sie könnten vom Täter stammen? Leider wissen wir das nicht.
Corydalis schrieb:Die Vorgehensweise ist allerdings ganz unterschiedlich; einmal Wurfmesser, einmal eine Art selbstgebastelte Garotte.
Darin sehe ich keinen echten Widerspruch. Der Täter könnte sich ja gedacht haben: "Das letzte Mal mit dem Wurfmesser wär's beinah schiefgegangen, heut' probier ich mal was anderes aus..."


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22.04.2016 um 22:17
Menedemos schrieb:Weil von beiden Tätern DNA vorhanden ist, die nicht übereinstimmt.
Danke, das habe ich überlesen.

Aber wenn die Polizei verbreitet, dass sie im Nagorny-Fall Täter-DNA haben, wird das schon so sein. Und die VoKuHiLa-Frisur war damals häufig. Also Sackgasse, fürchte ich.


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22.04.2016 um 23:10
Corydalis schrieb:Aber wenn die Polizei verbreitet, dass sie im Nagorny-Fall Täter-DNA haben, wird das schon so sein.
Wär ich mir jetzt gar nicht so sicher. Immerhin kann das auch eine nützliche Möglichkeit sein, einen Straftäter von weiteren Straftaten abzuhalten.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

23.04.2016 um 11:46
Menedemos schrieb:Die Inkubationszeit beträgt bei AIDS aber im Durchschnitt 9 Jahre
Nur um etwas richtigzustellen: Nicht die Inkubationszeit beträgt bei AIDS im Durchschnitt 9 Jahre, sondern die Latenzzeit (Verbesserung dank des dankenswerten Hinweises von @EDGARallanPOE).

Spielt aber für die Bewertung unseres Falls keine Rolle.


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Mord an der Prostituierten Gabriela Nagorny in Nürnberg 1992

23.04.2016 um 11:53
mal eine ganz andere Frage zum persönlichen / ethnischen Hintergrund der Frau Nagorny.
Ist bekannt welcher Volksgruppe sie aus Jugoslawien angehört hatte? Über 90% haben doch einen Nachnamen der mit "vic" endet, manche irgendwas mit "ja". Oder hatte sie geheiratet? Für mich klingt der Name eher polnisch / russisch (ohne femininum ova) / bzw. ostpreussisch.

Gemäß der Karte kommt der Name doch sogar in Serbien (5% absolut) vor, aber sogar weniger als in Deutschland (15 %). Dann wäre Serbin am wahrscheinlichsten.

https://lastnames.myheritage.de/last-name/Nagorny


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