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Der Fall Oury Jalloh

Der Fall Oury Jalloh

09.06.2018 um 15:37
Es darf bezweifelt werden, ob sich die Regierungskoalition in Sachsen-Anhalt mit der Einsetzung des ehemaligen bayerischen Generalstaatsanwalts Manfred Nötzel als Sonderermittler im Fall Oury Jalloh einen Gefallen getan hat. Immerhin war dieser in seiner Amtszeit in fragwürdige Lauschaktionen, u.a. gegen einen Journalisten, verwickelt. Auch wurde ihm, damals noch nicht Generalstaatsanwalt, aber Staatsanwalt mit Leitungsfunktion, vorgeworfen, durch Einwirken auf einen untergebenen Staatsanwalt versucht zu haben, Betrugsverfahren gegen 10.000 verdächtige Ärzte einstellen zu lassen.

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/justizskandal-in-bayern-ein-generalstaatsanwalt-mit-merkwuerdigem-rechts...


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Der Fall Oury Jalloh

30.11.2018 um 12:22
Die Generalstaatsanwaltschaft (GStA) des Landes Sachsen-Anhalt in Naumburg hat nun (Stand 30.11.2018) entschieden, dass der Fall Oury Jalloh nicht wieder aufgerollt wird.

https://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2018-11/fall-oury-jalloh-ermittlungsverfahren-generalstaatsanwaltschaft-n...

Ein 200seitiger Prüfbericht der GStA wurde dazu veröffentlicht:

https://live0.zeit.de/infografik/2018/MEDIEN_Pruefbericht.pdf

Wie fundiert die Schlussfolgerungen sind, bedarf einer genaueren Analyse der dort niedergelegten Gründe. Ich bin allerdings skeptisch, ob sie mich überzeugen können.


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07.01.2019 um 15:05
Heute wird mal wieder demonstriert:

https://mobil.mz-web.de/dessau-rosslau/oury-jalloh-demo-im-live-ticker-einige-hundert-menschen-vor-dem-hauptbahnhof-3183...

Verglichen mit dem Vorjahr eine ziemlich kleine Teilnehmergruppe, schon fast erbärmlich...


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20.02.2019 um 10:55
Das ist in der Tat einer der größten Justizskandale der letzten Jahre:

https://www.daserste.de/information/politik-weltgeschehen/monitor/videosextern/der-fall-oury-jalloh-ermittlungen-sollen-...

(ARD, Monitor v. 17.01.19)


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Der Fall Oury Jalloh

06.03.2019 um 22:40
Der Antrag auf Einsetzung eines Untersuchungsausschuss scheiterte im Landtag:

https://www.l-iz.de/politik/region/2019/03/Kein-Untersuchungsausschuss-im-Fall-Oury-Jalloh-262240

Man kann sich nur wundern...


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Der Fall Oury Jalloh

10.06.2019 um 17:46
Sehr gerne bringe ich Belege fuer den Mord.
Jalloh wurde gefilzt. War also nicht im Besitz eines Feuerzeuge.
Es wäre ihm mit fixierten Händen auch nicht möglich gewesen dieses aus der Tasche zu ziehen, zu betätigen und so lange zu zuendeln bis eine schwerbrennbare Unterlage brennt.
Auf eben jener Unterlage wurde Brandbeschleuniger gefunden.
Die Autopsie ergab schwere Schaedelverletzungen.
Und das diese Wache als rassistisch bekannt ist und auf ihr schon zwei Menschen umkamen hat gaaar nichts mit dem Fall zu tun.


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Der Fall Oury Jalloh

10.06.2019 um 19:46
Williamschrist schrieb:Sehr gerne bringe ich Belege fuer den Mord.
das sind keine Belege! Weder für eine Tötung, und schon gar nicht für einen Mord, bei letzterem müssen schliesslich noch die niederen Beweggründe bewiesen werden. Wenn aber nicht einmal bekannt ist, ob es überhaupt einen Täter gibt und wer das war, wie will man dann die Beweggründe des Täters kennen und einschätzen, ob es ein Mord war?
Williamschrist schrieb:Jalloh wurde gefilzt. War also nicht im Besitz eines Feuerzeuge.
sowas kann auch mal übersehen werden. Jeder kann Fehler machen.
Das Feuerzeug wurde im übrigen unter der Leiche gefunden. Es kann daher unmöglich erst nach dem Brand dorthin gelegt worden sein. (aber theoretisch könnte es ein Täter nach Anzünden unter ein bewusstloses Opfer geschoben haben, bevor die Flammen hochschlugen)
Williamschrist schrieb:Es wäre ihm mit fixierten Händen auch nicht möglich gewesen dieses aus der Tasche zu ziehen,
wurde durch Nachstellen belegt, dass dies möglich war
Williamschrist schrieb:zu betätigen und so lange zu zuendeln bis eine schwerbrennbare Unterlage brennt.
die Unterlage war nicht "schwerbrennbar". Der Bezug war schwer entflammbar, aber wenn der Bezug ein Loch hatte, dann war die Füllung sehr schnell in Brand gesetzt! Es ist gut möglich, dass der Bezug bereits ein Loch hatte, bevor Oury Jalloh dorthin verbracht wurde oder dass er selbst den Bezug aufgerissen hat.
Williamschrist schrieb:Auf eben jener Unterlage wurde Brandbeschleuniger gefunden.
dafür hätte ich gerne eine Quelle
Williamschrist schrieb:Die Autopsie ergab schwere Schaedelverletzungen.
das ist so irreführend formuliert. Festgestellt wurden bei der zweiten Obduktion ein Bruch des Nasenbeins und verletzte Trommelfelle. Ob dies jedoch Verletzungen vor Eintritt des Todes waren oder aber Beschädigungen an der durch die Brandeinwirkung fragilen Leiche, das konnte nicht festgestellt werden. Für letzteres spricht, dass diese Dinge bei der ersten Obduktion nicht festgestellt wurden.
Festgestellt wurden aber darüberhinausgehend Knochenbrüche, die möglicherweise schon vor Todeseintritt vorlagen.

Vielleicht verwechselst Du da etwas: Schädelverletzungen wurden bei dem Obdachlosen Mario Bichtemann, der 2002 auf der gleichen Wache starb, festgestellt. Und innere Verletzungen bei Hans-Jürgen Rose, der 1997 kurz nach Verlassen der Wache starb.
Williamschrist schrieb:Und das diese Wache als rassistisch bekannt ist
bösartige Gerüchte gibt es über jede Wache. Ja, es ist einiges dort nicht koscher gelaufen, aber nur aufgrund von Gerüchten einen Mord als bewiesen anzusehen, ist arg schräg.
Williamschrist schrieb:schon zwei Menschen umkamen
beides übrigens Deutsche. Rassismus kann also schon mal dort nicht der Grund gewesen sein.

In Summe gilt: keiner weiss, was dort passiert ist. Beweise für oder gegen irgendeine Theorie gibt es nicht. Alles, was als angeblicher Beweis für einen Mord aufgeführt wird, hält einer näheren Überprüfung nicht stand. Umgekehrt gibt es aber auch keine Beweise dafür, dass es kein Tötungsdelikt war. Auch die Belege für die offizielle Theorie sind nicht felsenfest.

Wenn überhaupt, wird dieser Fall wahrscheinlich höchstens über eine Aufklärung der beiden aufgeführten anderen Fälle je aufgeklärt werden können.

Meine Spekulation:

- zwischen den drei Opfern gibt es eine Gemeinsamkeit. Alle drei waren stark alkoholisiert. Hans Jürgen Rose wurde wegen Fahrens unter Alkoholeinfluss festgenommen, Mario Bichtemann wurde zur Ausnüchterung in die Zelle gesteckt, Oury Jalloh hatte 2,98 Promille intus.

- Hans Jürgen Rose starb an inneren Verletzungen, vermutlich durch stumpfe Gewalt bewirkt, Mario Bichtemann starb infolge eines Schädelbasisbruchs, bei Oury Jalloh lagen Knochenbrüche vor, die vor dem Brand entstanden sein könnten.

Ich würde darausfolgend es für möglich halten, dass es da einen Beamten gab/gibt, der durch was auch immer getriggert (aber vermutlich etwas, was mit Alkohol zu tun hat) sich in einen Wut- und Tobsuchtsanfall hineingesteigert hat und durch nichts und niemanden bremsbar auf das Objekt seiner Wut eingeschlagen hat, bis sich dieses nicht mehr rührte.

Zum Zeitpunkt des Todes von Oury Jalloh liefen die Ermittlungen zum Fall Bichtemann noch, dieser Jemand wird sich also, nachdem er wieder aus diesem "fit of rage" rauskam und anfing, wieder klarer zu denken, und vielleicht glaubte, Oury Jalloh sei bereits tot, überlegt haben, dass ein weiterer Fall mit sehr vergleichbarem Bild und zudem ihm als gleichem Personal zu diesem Zeitpunkt in der Wache, die Ermittlungen direkt auf ihn ziehen würde. Also dachte er, durch ein Feuer eine fehlleitende Spur legen zu können, weg von einem Tod durch stumpfe Gewalt und eben hin zum Feuertod und damit eine auffällige Parallele zwischen den beiden Fällen beseitigen zu können.

Wenn man mal davon ausgeht, dass diese Theorie richtig sei, dann
... wissen wir nicht, was der Trigger war, der den Tobsuchtsanfall auslöste, aber Rassismus ist da eher unwahrscheinlich, Hass auf Alkoholiker weitaus wahrscheinlicher.
... liegt nicht unbedingt ein "Mord" vor. Die Körperverletzung im Moment des Tobsuchtsanfalls erfüllt nicht unbedingt die Qualifikation eines Mordes. Und die Verbrennung kann unter der Annahme geschehen sein, Oury Jalloh sei bereits tot, es werde "nur" eine Leiche verbrannt, daher auch nicht mit Tötungsabsicht geschehen. Dafür würde auch sprechen, dass bei Oury Jalloh weder erhöhte Stresshormonwerte nachgewiesen wurden und er kaum Russ in die Lunge bekommen hat, wahrscheinlich war er bei Feuerausbruch bewusstlos und hat nur flach geatmet, von dem Täter möglicherweise für tot gehalten...


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Der Fall Oury Jalloh

10.06.2019 um 20:06
Du hast es doch selbst sehr gut rekonstruiert.
Gut, ich habe keine Beweise im Sinne des deutschen Strafrechts. Aber es sind halt Indizien die das schwer stützen und mein Bauchgefuehl täuscht mich da selten.
Von der Nachstellung mit dem Feuerzeug Weiss Ich nun wieder nichts. Zum Brandbeschleuniger musst du Google und dir eben alles dazu durchlesen, dann kannst du auch lesen dass man nach seinem Tod noch rassistische Witze gemacht hat.
Drei Todesfaelle (fuer mich bleibt eine Affekthandlung auch Mord). Kennst du das von dem Hufgetrappel und Zebras?
Ich hab lange in einer Großstadt gelebt. Ich Weiss wie Ausländer Polizisten provozieren können. Aber tragisch an diesem Fall ist, daß Jalloh eigentlich gar nicht hätte in der Zelle landen müssten. Vor Gericht haben die Frauen später ausgesagt dass sie die Situation falsch eingeschätzt haben.
Noch was zur Tat. Ein Polizist hat hartnäckig den Feueralarm ignoriert. Zaehlt wieder nicht als Beweis weil eine Polizistin die ausgesagt hat bedroht wurde. Alles vor Gericht nicht verwertbar, aber wir, die Menschen in Halle und Umgebung sind nicht blöde.


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Der Fall Oury Jalloh

11.06.2019 um 04:48
Williamschrist schrieb:Du hast es doch selbst sehr gut rekonstruiert.
Danke für die Blumen. De aber unberechtigt sind, denn ich habe nichts "rekonstruiert", sondern nur spekuliert.

Deshalb rede ich ja auch von "Spekulation" und nicht von "Belegen" oder "Beweisen"!
Williamschrist schrieb:Zum Brandbeschleuniger musst du Google und dir eben alles dazu durchlesen
ich finde keine seriöse Quelle, die von dem Nachweis eines Brandbeschleunigers auf der Unterlage spricht.

Vielleicht verwechselst Du da etwas? Was es tatsächlich gibt in Hinblick auf einen möglichen Brandbeschleuniger, ist die Aussage von Feuerwehrleuten, dass sie auf dem Zellenboden eine unbekannte Flüssigkeit gesehen haben. Da Feuerwehrleute sicher Löschwasser erkennen können, war das dann sicher eine andere Flüssigkeit.

Für mich allerdings ergibt sich für die Herkunft dieser Flüssigkeit gerade in Kombination mit der obigen Spekulation eine sehr viel naheliegendere Erklärung:
Oury Jalloh war mit 2,93 Promille schwer betrunken, stand ausserdem unter dem Einfluss weiterer Rauschmittel. Es wäre absolut nicht überraschend, wenn er in diesem Zustand die Kontrolle über seine Körperfunktionen verloren hätte. Mit anderen Worten, ich halte es für gut möglich, dass er unter sich gemacht hat!
Und wenn ich das mit obiger Spekulation verbinde, dass es einen Täter gab, der angesichts von Alkoholikern ausrastete und zuschlug, so könnte genau dies der Trigger gewesen sein, der dieses Verhalten auslöste: ein Polizist überprüft Oury Jalloh in der Zelle, bemerkt, dass dieser sich eingepinkelt hat und von Ekel und Hass auf Besoffene übermannt schlägt er blindlings zu! Das wäre denkbar und würde auch eine plausible Erklärung für die unbekannte Flüssigkeit ergeben.
Williamschrist schrieb:fuer mich bleibt eine Affekthandlung auch Mord
das darfst Du so für Dich sehen, wenn Du aber öffentlich den Vorwurf des Mordes erhebst, solltest Du Dich bitte an die juristische Definition halten!
Und dort wird schon seit römischen Zeiten genau an dieser Stelle unterschieden zwischen Tötung mit Vorbedacht = Mord und Tötung im Affekt!
Williamschrist schrieb:Aber tragisch an diesem Fall ist, daß Jalloh eigentlich gar nicht hätte in der Zelle landen müssten. Vor Gericht haben die Frauen später ausgesagt dass sie die Situation falsch eingeschätzt haben.
die Frauen werden sicher nicht gewünscht haben, dass er stirbt. Aber ohne Grund haben sie die Polizei nun auch nicht gerufen.
Oury Jalloh stand unter dem Einfluss von Alkohol und anderen Rauschmitteln. Er hatte die Kontrolle über sein eigenes Handeln partiell verloren. Ihn zur Ausnüchterung in eine Zelle zu stecken, war weder unbegründet noch unrechtmäßig.
Williamschrist schrieb:Noch was zur Tat. Ein Polizist hat hartnäckig den Feueralarm ignoriert.
ja, dafür ist er auch verurteilt worden und unter Betrachtung des Rahmens, der für eine solche Tat gilt, relativ schwer bestraft worden.

Aber angesichts der neuen Erkenntnisse aus dem Gutachten, welches ja überhaupt Anlass für neue Ermittlungen gibt, muss man dieses Urteil inzwischen als Fehlurteil einschätzen!

Wenn Oury Jalloh gemäß dem Gutachten (Betrachtung Lungeninhalt) bereits weniger als eine Minute nach Brandausbruch starb, dann ist der DGL S. praktisch der einzige, der seine Unschuld am Tod des Oury Jalloh beweisen kann!
Er kommt dann nicht als Brandstifter in Frage, denn er kann dann nicht den Brand gelegt haben, denn er kann ja nicht gleichzeitig unten in der Zelle den Brand gelegt haben und oben den auflaufenden Brandmelder ausgeschaltet haben.
Und dass er den Brandmelder weggedrückt hat, hätte auf den Ausgang keinen Einfluss gehabt, denn selbst bei maximal schneller und ideal richtiger Reaktion hätte dann Oury Jalloh nicht mehr gerettet werden können, da er zu diesem Zeitpunkt dann wahrscheinlich schon tot war oder zumindest in den nächsten Sekunden starb.

Natürlich war das Wegdrücken des Brandmelders ein schweres Fehlverhalten, welches auch zu recht bestraft wurde. Aber weder für eine vorsätzliche noch eine fahrlässige Tötung des Oury Jalloh kommt der DGL in Frage, an dem Tod von Oury Jalloh ist dieser nach logischer Überlegung folgend aus den Erkenntnissen des Gutachtens definitiv unschuldig!


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Der Fall Oury Jalloh

11.06.2019 um 07:45
Das "Recht" kann es sehen wie es will. Eine Tötung bleibt immer Mord. Oder ist eine Hinrichtung kein Mord, nur weil sie staatlich abgesegnet ist? Die Frage ist dann nur in wie weit dieser gerechtfertigt wäre. Ebenso wie beim Tyrannenmord.

Die Frauen fehlten sich belästigt. In Wirklichkeit hat er nur nach einem Telefon gefragt um sich ein Taxi zu bestellen.
Die Polizei hat vielleicht richtig gehandelt. Ich meinte aber vom Schicksal her war es tragisch, denn es gab ja keinen wirklichen Grund.


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Der Fall Oury Jalloh

11.06.2019 um 08:10
Das Monster, das die schwere Vergewaltigung auf der Bonner Siegaue zu verantworten hat, praktizierte ebenfalls Brandstiftung. Brachte auch nur den gewiss nicht intendierten "Erfolg", da er sich selbst schwer verletzte.

https://www.welt.de/vermischtes/article173554487/Siegaue-Vergewaltiger-bei-Feuer-in-der-JVA-schwer-verletzt.html

Scheint also nicht sooo selten zu sein, dass Delinquenten dieser Provenienz in Zellen zündeln.

Die Verletzungen wird er sich beim Toben und Wüten selbst zugezogen haben. Oder die Beamten mussten etwas robuster zugreifen, um den Tobenden unter Kontrolle zu bringen. Er muss ja wie von Sinnen agiert haben (Alkohol/Drogen/defizitäre Normenakzeptanz).

Als Polizei hat man immer die Niete gezogen, wenn man es mit solchen Leuten zu tun bekommt.


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Der Fall Oury Jalloh

11.06.2019 um 15:20
Williamschrist schrieb:Eine Tötung bleibt immer Mord.
sehr schräge Rechtsauffassung!

Das darfst Du natürlich für Dich so definieren, aber in einer Diskussion sollte die Definition von Begriffen doch unter allen Beteiligten einheitlich sein, sonst redet man nutzlos und blöd aneinander vorbei.
Und Mord ist schon seit dem Altertum, zB. im jüdischen und im griechischen Recht definiert. So zB. in der Bibel 2. Mose 21, 12-14, dort wird bereits explizit zwischen Vorsatz und Fahrlässigkeit unterschieden.
12 Wer einen Menschen so schlägt, dass er stirbt, hat den Tod verdient. 13 Wenn er ihm aber nicht aufgelauert hat, sondern Gott es durch seine Hand geschehen ließ, werde ich dir einen Ort festsetzen, an den er fliehen kann. 14 Hat einer vorsätzlich gehandelt und seinen Mitbürger aus dem Hinterhalt umgebracht, sollst du ihn von meinem Altar wegholen, damit er stirbt.
Auf Vorsatz also Todesstrafe, auf Fahrlässigkeit hingegen Verbannung und Schutz vor Blutrache.
EclipseFirst schrieb:Scheint also nicht sooo selten zu sein, dass Delinquenten dieser Provenienz in Zellen zündeln.
ich glaube nicht, dass das soviel mit der Herkunft zu tun hat. Jemand ist irgendwo eingesperrt und will da raus. Im von Drogen benebelten Gehirn entwickelt sich da ganz schnell der Gedanke "wenn es hier brennt, müssen die mich ja rausholen, also sorge ich dafür, dass es brennt"...
Williamschrist schrieb:Die Frauen fehlten sich belästigt. In Wirklichkeit hat er nur nach einem Telefon gefragt um sich ein Taxi zu bestellen.
Die Polizei hat vielleicht richtig gehandelt.
Was er in "Wirklichkeit" wollte, weiss niemand! Dass er sich ein Taxi bestellen wollte, ist nur eine Theorie. Und keine sehr überzeugende, er war mitten in der Innenstadt, wo er auch lebte, wozu brauchte er da ein Taxi, wohin hätte er damit fahren sollen?

Er war offenbar in einem durch Alkohol und Drogen so beeinflussten Zustand, dass er sein Anliegen nicht klar vortragen konnte. Und er hat offenbar auch nicht abgelassen, sodass die Frauen die Polizei gerufen haben.

Die Polizei hat nicht "vielleicht", sondern ganz definitiv richtig gehandelt, jemanden in diesem Zustand zur Ausnüchterung mitzunehmen!
EclipseFirst schrieb:Die Verletzungen wird er sich beim Toben und Wüten selbst zugezogen haben.
ja, er hat auf der Wache um sich geschlagen, auch mit dem Kopf gegen die Wand geschlagen. Und ja, aufgrund des Levels an Rauschmitteln mag er dabei keine Schmerzen verspürt haben und sich daher auch selbst verletzt haben.
Aber die Verletzungen, um die es laut dem zweiten Gutachten geht, die kann er sich nicht selbst zugezogen haben. Allerdings ist es eben auch völlig unklar, ob dies überhaupt vor dem Tode entstandene Verletzungen oder doch vielmehr Beschädigungen an der Leiche sind, die eben an einer fragilen Brandleiche entstehen können, zB. beim Löschen, beim Transport etc. Für Verletzungen, die zu Lebzeiten entstanden sind, gibt es im Falle von Oury Jalloh (im Gegensatz zu den beiden Fällen Hans-Jürgen Rose und Mario Bichtemann) keinerlei Beweis.


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Der Fall Oury Jalloh

11.06.2019 um 20:11
otternase schrieb:im Gegensatz zu den beiden Fällen Hans-Jürgen Rose und Mario Bichtemann
Auf diese beiden tragischen Fälle trifft der omnipotente Rassismusvorwurf ohnehin nicht zu. ;)
otternase schrieb:Im von Drogen benebelten Gehirn entwickelt sich da ganz schnell der Gedanke "wenn es hier brennt, müssen die mich ja rausholen, also sorge ich dafür, dass es brennt"...
Exakt so ist es. Er hat, von Unterbrechungen abgesehen, die ganze Zeit immer wieder herumgebrüllt, die Beamten beleidigt und verbal drangsaliert und seine Fixierung nicht toleriert. Als das nicht fruchtete, hat er ein weiteres Register gezogen. Genau wie der Siegauen-Unhold.

Der "Fall" Jallo wurde mit einem unverhältnismäßigen Riesenaufwand einwandfrei und plausibel aufgeklärt. Für Verschwörungstheorien ist da kein Platz, es sei denn, man bekennt sich zur ACAB-Fraktion.


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Der Fall Oury Jalloh

11.06.2019 um 21:39
EclipseFirst schrieb:Der "Fall" Jallo wurde mit einem unverhältnismäßigen Riesenaufwand einwandfrei und plausibel aufgeklärt.
Ist klar.
Heute mittag war noch der Fall Jangjie Li im TV, gleiche Wache, was ein "Zufall".
EclipseFirst schrieb:Für Verschwörungstheorien ist da kein Platz, es sei denn, man bekennt sich zur ACAB-Fraktion.
Wenn man natürlich der Fraktion angehört, bei der Ausländer immer die Bösen sind, dann kann man zu dieser Einschätzung kommen.
Ich gehöre dann lieber zur acht-Cola-acht-Bier-Fraktion.


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Der Fall Oury Jalloh

16.06.2019 um 19:00
otternase schrieb am 10.06.2019:In Summe gilt: keiner weiss, was dort passiert ist.
Gebe zu Bedenken: Bei kaum einem Fall von "unnatürlichem Tod" weiß man es so genau. ;)



Ein schwer Betrunkener, der zusätzlich noch unter dem Einfluss anderer persönlichkeitsverändernder Substanzen steht, verhält sich zunächst selbstbeschädigend (beim Randalieren) und kommt obendrein auf eine komplett unvernünftige Idee, die erwartungsgemäß gewaltig schief geht.

Wäre der Betreffende ein durchschnittlicher lokaler Suffkopp gewesen, hätte der absurde Vorfall nie das Potenzial gehabt, zu einem reinen Politikum aufgebauscht zu werden.


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Der Fall Oury Jalloh

18.06.2019 um 04:36
kodama schrieb am 11.06.2019:Heute mittag war noch der Fall Jangjie Li im TV, gleiche Wache, was ein "Zufall".
der Satz kann so nicht stehen bleiben. Bei dem Fall Yangjie Li gab es definitiv kein Fehlverhalten "der Polizei", sondern nur ein mögliches, aber nicht bewiesenes Fehlverhalten zweier einzelner Polizisten, die in einem Verwandtschaftsverhältnis zu dem Mörder stehen. Polizisten übrigens, die zum Zeitpunkt des Todes von Oury Jalloh noch nicht an dieser Wache tätig waren.

Dass wir davon wissen, verdanken wir unter anderem den Zeugenaussagen mehrerer Polizisten dieser Wache. Es ist daher absolut verkehrt, dort ein allgemeines Fehlverhalten auf dieser Wache konstruieren zu wollen, ganz im Gegenteil!

Einen Zusammenhang zwischen diesen beiden Fällen gibt es nur in dem Sinne, dass in beiden Fällen der schon schmerzhaft inkompetente Oberstaatsanwalt Bittmann Schaden angerichtet hat.


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