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Warum hat man ein übermäßiges Interesse an Kriminalfällen?

118 Beiträge, Schlüsselwörter: Umfrage, Kriminalfälle

Warum hat man ein übermäßiges Interesse an Kriminalfällen?

24.08.2018 um 23:03
Bei älteren Fällen: historisches Interesse.
Bei neueren Fällen: die Hoffnung, ggf. irgendwie weiterhelfen zu können, wenn ich bsp. Ortskenntnis habe.

Aber DER Grund, wieso ich mich hier ursprünglich angemeldet habe (und weswegen ich heute öfters Themen in die Beobachtungsliste nehme, selbst, wenn ich dort nicht selber mitschreibe): Ich möchte wissen, wie eine Sache aufgeklärt wird.

Bei vielen Fällen, von denen ich in den Nachrichten lese, bei denen der Täter noch unklar ist oder die vermisste Person noch nicht gefunden, würde ich einfach gern wissen, wie es "ausgeht". Dann sehe ich meist hier nach, ob es einen Thread dazu gibt, und setze ihn unter Beobachtung. Damit ich Neuigkeiten erfahre, selbst, wenn das Thema in den Medien nicht mehr präsent ist. Bevor ich Allmystery kannte, kam das nämlich öfters vor: Ich fragte mich, was eigentlich aus einem bestimmten Thema geworden ist, aber in den Medien kam dazu nichts mehr. Hier bekomme ich über die beobachteten Threads sofort eine Nachricht, wenn was Neues gepostet wurde, verpasse somit also z.B. auch keine neuen Nachrichtenmeldungen zu dem Fall.

Ich glaube, meine Motivation könnte man banal als Neugierde bezeichnen.

Ich gehöre aber auch nicht unbedingt zu den Leuten, die an einem Theme, wo sich nichts tut, immer und immer wieder mitschreiben. Bei der Familie Schulze ist es bsp so: Seitdem von der Polizei nichts Neues mehr kam, sehe ich nur noch alle paar Monate mal richtig rein, stelle fest, dass noch immer alle auf der Stelle treten, und mache den Browsertab dann wieder zu. Wilde Spekulationen, die sich immer wieder im Kreis drehen, bringen einfach nichts.

Krimis (also, fiktive Geschichten) interessieren mich übrigens weder als Film/Serie, noch als Buch sonderlich. Blutrünstige Werke lese oder gucke ich auch nicht, bringt mir einfach nichts. Ich bin todlangweilig ;)


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Warum hat man ein übermäßiges Interesse an Kriminalfällen?

24.08.2018 um 23:18
frauzimt schrieb:Natürlich. Über die Qualität habe ich nichts gesagt.
Es fällt nur auf, dass im Fernsehen sehr viel mehr Krimis laufen, als früher. Das Krimigenre ist in jeder Hinsicht gewachsen. Auch auf dem Buchmarkt.
Ich gebe dir absolut Recht. Ich muss aber ein "leider" hinzufügen. Wie oft sehe ich Leute an den Polizeischalter kommen und Anzeigen machen nur um 10 Minuten später zutiefst enttäuscht zu sein, dass man den ganzen Fall nicht spektakulär CSI-like mit Explosionen und Helikoptern in 5 Minuten gelöst hat. Schlussendlich ist man in Erklärungsnot...fantastisch.
Dann jammert man wieder und geht vor die Medien mit: Für was werden unsere Steuergelder nur verschwendet? Die machen ja nix.
Krimiserien prägen schon eindrücklich.
Oder sehr kluge Nachbarn welche schon selber Spuren nehmen und selber "Nachforschungen" tätigen und dann verwundert sind, dass man nichts machen konnte.

Sag ich ja, der menschliche Drang nach Neugier...was sich eigentlich wieder super nahtlos an die Eingangsfrage anknüpfen lässt. Neugier und Sensationsgeilheit...


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Warum hat man ein übermäßiges Interesse an Kriminalfällen?

25.08.2018 um 00:19
Ich schreib mal, ohne die vorigen Antworten gelesen zu haben.

Mich beschäftigt sowas schon lange, auch bevor ich Kinder bekam ( jetzt kann ich schlecht Nachrichten über Kinder beiseite schieben und mein Leben ohne Sorgen leben ).

Gefällt mir selbst nicht und mein Mann sagt auch oft, ich soll hier nicht soviel lesen, aber ich möchte wissen, was da passiert ist.

Ich schreib nicht so oft, aber die, wo du wahrscheinlich meinst, sind Leute, die sich eh in Themen gern festbeißen oder schlicht gelangweilt sind ... hätte auch jedes andere Forum treffen können ( hat es vielleicht auch). Die


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25.08.2018 um 00:36
user6517 schrieb:Ja sicher, grusel ist auch ein Punkt wenn ich da an Jugend/Kindheit denke wo ich Tatort u. AZ Xy verfolgte (mit vorgehaltener Hand).
Aber heute ist das eine andere Art sich damit zu beschäftigen weil ich will das eigentlich nicht, es tut mir nicht gut u. trotz kann ich es nicht lassen. :)
Ausserdem meine ich bemerkt zu haben dass die Dosis mit der Zeit gesteigert werden muss um sich zu gruseln. Man stumpft ab. Das macht mir Angst.
Dann würde ich eine Therapie vorschlagen.


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Praline
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Warum hat man ein übermäßiges Interesse an Kriminalfällen?

25.08.2018 um 07:42
Guten morgen, @Corydalis
Corydalis schrieb:dies auch deshalb, weil immer wieder Neueinsteiger mitschreiben, die die vorherigen 1000 Seiten anscheinend oft nur zu einem Bruchteil gelesen haben.
Mit Neueinsteigern habe ich keine Probleme. Es geht mir schon um bestimmte "Thread-Dinos", die gebetsmühlenartig die selben Inhalte produzieren, ohne ein Fitzelchen Erkenntnisgewinn.
Selbstredend, dass ich damit keine neuen Fakten meine, sondern andere Gedankengänge, Überlegungen zum Fall. Nix, nada.
Fast im Wortlaut stets die gleichen Sätze. Und das seit nunmehr über 1000 Seiten.
Wenn man diese Füllmonologe oder auch -dialoge mal herausnehmen würde, blieben vom Thread vermutlich nur 300 Seiten ;-)

Ob sich betreffende User hier beteiligen werden ... we'll see.

Unabhängig davon finde ich, dass es sich hier interessant entwickelt hat, weil man die eigene Motivation reflektiert,
und die der Anderen kennenlernt.


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Warum hat man ein übermäßiges Interesse an Kriminalfällen?

25.08.2018 um 07:56
Praline schrieb:Mit Neueinsteigern habe ich keine Probleme. Es geht mir schon um bestimmte "Thread-Dinos", die gebetsmühlenartig die selben Inhalte produzieren, ohne ein Fitzelchen Erkenntnisgewinn.
Finde auch dass Neulinge eine neue Würze in eine Soße bringen können, in denen Altlinge schon seit Monaten oder Jahren schmoren. Cold Cases Units haben ja auch den Zweck, dass nach einigen Jahren eine ganz andere Gruppe von Ermittlern nochmal auf dieselben Erkenntnisse und Theorien schauen um nochmal alles zu überprüfen und evtl. Fehler zu entdecken.


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25.08.2018 um 08:04
user6517 schrieb:Warum beschäftigt man sich extrem mit solchen destruktiven Themen ? Und unter extrem fallen für mich User die wirklich 24/7 in einem Krimi-Faden hängen
Das würde mich auch interessieren. Es gibt ja hier auch User, die 24/7 in diesem Forum hängen und nahezu zu jedem Krimi-Faden (und etlichen anderen Fäden) hier ihren Senf dazu geben. Kann es sein, dass diese User kein Real-Life führen? Hochbedenkliche Sache...


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25.08.2018 um 08:07
Vielleicht haben manche User weniger Interesse an Verbrechen, als an den Methoden der Ermittlungsbehörden?
Vielleicht auch aus "beruflichem" Interesse?
Nur so ne Idee.


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Warum hat man ein übermäßiges Interesse an Kriminalfällen?

25.08.2018 um 08:35
@Praline
@Falstaff
Ihr habt völlig recht damit, dass Neueinsteiger oft neue Blickwinkel in Uraltthreads bringen können. Andererseits bringen Neueinsteiger halt oft auch nochmal das Uraltstichwort zum bereits 197 mal durchgekauten Thema, gern mit der Einleitung "wurde hier eigentlich schon mal angesprochen, dass ..." :-)

Und das erstaunliche Phänomen ist dabei (finde ich), dass gerade die "Dinos" auf diese Uraltstichworte sofort anspringen, während neue Gedanken, die durchaus aufgreifenswert wären, gerne ignoriert werden.

Ich vermute dahinter eine Art Mischung aus Konditionierung, Revierverhalten, Kontrollbedürfnis und Gruppendynamik. Davon abgesehen ist es ja nicht verkehrt, darauf hinzuweisen, dass das betreffende Thema bereits x-mal erörtert wurde und dazu die und die Infos im Wiki zu finden sind.
kodama schrieb:Vielleicht auch aus "beruflichem" Interesse?
Ich habe im weiteren Sinn beruflich mit dem Bereich zu tun, aber das spielt für mich überhaupt keine Rolle als Beweggrund. Das sind zwei völlig verschiedene Schuhe. Ich finde hier zwar manchmal interessante Links zu weiterführenden Quellen, wo es dann u.U. auch um Ermittlungsmethoden oder juristische Aufarbeitung oder gerichtsmedizinische Themen geht, aber die eigentlichen Diskussionen in den Threads haben für mich in den allermeisten Fällen kein berufliches Interesse, weil ganz andere Intentionen und Blickwinkel gegeben sind.


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user6517
Diskussionsleiter
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Warum hat man ein übermäßiges Interesse an Kriminalfällen?

25.08.2018 um 08:42
Sonnenschein81 schrieb:Kann es sein, dass diese User kein Real-Life führen? Hochbedenkliche Sache...
Das hab ich mich auch gefragt und deshalb über das thema reflektiert damit es bei mir nicht unterschwellig ausartet. Vllt. sind diese User aus welchem Grund auch immer ans Haus gefesselt ?
Praline schrieb:"Thread-Dinos",
Praline schrieb:Fast im Wortlaut stets die gleichen Sätze. Und das seit nunmehr über 1000 Seiten.
Wenn man diese Füllmonologe oder auch -dialoge mal herausnehmen würde, blieben vom Thread vermutlich nur 300 Seiten ;-)
😂😂
Oh ich weiss was du meinst. Die Gebetsmühlenschreiber... Für mich absolut unverständlich wie man ohne Not trance u. monologartig alt bekanntes widerkäuen kann. Es mutet fast schon wie Hypnose an, gell ? :) Das würde mir selbst schon arg auf den Sack gehen u. bestimmt würde ich das den Lesern nicht antun wollen. Die Motivation der Autoren und der Zweck dieses Verhaltens ist mir schleierhaft.
Praline schrieb:Ob sich betreffende User hier beteiligen werden ... we'll see.
Btw die User die mir ins Auge fallen sind bis jetzt noch nicht hier aufgeschlagen :).
E.A.Poe schrieb:Dann würde ich eine Therapie vorschlagen.
:)
Na ja, es gäbe sicher Themen bei mir wo eine therapie nicht schlecht. Bezüglich des Themas hier wär es aber überzogen ;) ich glaube da reicht schon ernsthaftes Reflektieren u. Verhaltensänderung. Es ist ja letztendlich auch nir eine Angewohnheit die immer wieder wiederholt wird und sich dadurch verfestigt. Wichtig ist für mich aber meinen Beweggrund des Interesses an Kriminalforen zu ergründen. Also sonst schau ich nur manchmal Krimis (am liebsten Thriller-Dramen) aber alles andere fixt mich nicht an (Zb kriminalromane u.a.).

@Corydalis: interessante gedanken zb Konditionierung usw...


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25.08.2018 um 08:52
Sonnenschein81 schrieb:Kann es sein, dass diese User kein Real-Life führen? Hochbedenkliche Sache...
Ich kann nur für mich sprechen: Ich habe ein Real Life, aber das ist ausgesprochen langweilig.
Wenn ich mir allerdings manche der Kriminalfälle so anschaue, muss ich sagen: Zum Glück! Lieber gelangweilt als tot.


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Touch
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25.08.2018 um 09:01
Sonnenschein81 schrieb:Kann es sein, dass diese User kein Real-Life führen? Hochbedenkliche Sache...
Einen Menschen ohne Real - Life, da sind wir uns sicher einig, kann es nicht geben. Schlussfolgernd wird in genau diesem Umstand der Grund liegen.

In diesem Zusammenhang kann man auf die Frage
Warum hat man ein übermäßiges Interesse an Kriminalfällen?
antworten:

Es holt das aus einem raus, welches eben nicht im Real - Life umsetzbar ist. Sprich, man darf sein eigen Böses entdecken und an den anderen teilhaben. Man teilt sich einen Raum der für Außenstehende oft nicht verständlich scheint.
So wie bei diesem Fragesteller.

Ohne dieses Böse in dir hätten wir keine Kriminalromane, keine Horrorfilme und auch keine Ballerspiele.


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Warum hat man ein übermäßiges Interesse an Kriminalfällen?

25.08.2018 um 09:33
Touch schrieb:Einen Menschen ohne Real - Life, da sind wir uns sicher einig, kann es nicht geben.
Stimmt, aber bei manchen Hardcore-Usern frage ich mich schon, wie sie es rein zeitlich neben dem RL hinkriegen, sich hier gefühlt 23/7 zu beteiligen. Ich würde mich oft gern mehr beteiligen, aber wegen dem lästigen RL schaffe ich es einfach nicht.


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Warum hat man ein übermäßiges Interesse an Kriminalfällen?

25.08.2018 um 09:34
Da ich Kriminalromane schreibe, falle ich zweifellos in die Gruppe derjenigen mit einem "übermäßigen" Interesse an Kriminalfällen. Das gilt jedoch nicht für alle Kriminalfälle. Bei der weitaus überwiegenden Mehrheit der Fälle sind Tatablauf und Tatmotiv sonnenklar, es fehlt höchstens noch die Identität des Täters. Dagegen stellen die meisten der in diesem Forum behandelten Fälle eine selektive Auswahl von Fällen dar, bei denen wenig bis gar nichts klar ist. Solche Fälle reizen mich als intellektuelle Herausforderungen: Wie kann man die vorhandenen Stücke des Puzzles so anordnen, dass Rückschlüsse auf die noch fehlenden möglich werden?
Die menschlichen Aspekte dahinter, das Leiden von Opfern und Angehörigen sowie das mutmaßliche Seelenleben der Täter, interessieren mich ehrlich gesagt kaum, für mich sind diese Fälle ebenso abstrakt wie Schachprobleme.


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Warum hat man ein übermäßiges Interesse an Kriminalfällen?

25.08.2018 um 09:42
VanDusen schrieb:Die menschlichen Aspekte dahinter, das Leiden von Opfern und Angehörigen sowie das mutmaßliche Seelenleben der Täter, interessieren mich ehrlich gesagt kaum, für mich sind diese Fälle ebenso abstrakt wie Schachprobleme.
Das Leiden von Opfern und Angehörigen klammere ich auch aus, um mich selbst zu schützen.

Dass du als Autor das Seelenleben von Tätern ausklammerst, wundert mich allerdings - denn das Motiv für eine Tat ist fest im Seelenleben der Täter verankert. Ein häufig gehörtes Argument gegen die Annahme bestimmter Motive lautet "Niemand bringt einen Menschen wegen X um" (ersetze X durch "Eifersucht", "20 Euro", "Scham", etc). Dieses Argument ist leider nicht ganz richtig und müsste lauten "So gut wie niemand ... " etc. Für einige Wenige genügen solche vermeintlichen Lappalien aber doch um einen Menschen umzubringen, weil sie psychisch auf eine ganz besondere Weise gestrickt sind.

Ohne Seelenleben kein Motiv. Und kein Motiv ist erklärbar ohne Einblicke in das Seelenleben der Täter. Wenn du das in deinen Romanen ignorieren würdest, würden sie sehr flach ausfallen...


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25.08.2018 um 09:47
@user6517

Ich würde ja vorschlagen, einfach weiterziehen, du sagst doch das es "sinnfrei" sei, um mal deine Worte netter wiederzugeben. Wozu dann hier beteiligen? Wurde mich ja fragen was nun "sinnfreier" wäre. Aber glaub das kannst selbst ganz gut erkennen, oder? Im Reflektieren scheinst ja gut zu sein. 😅

Die Menschen haben eben die unterschiedlichsten Interessen. Auch das kann man gut an deinen Texten hier sehen. Im übrigen istves normal das sich einiges wiederholt im Gespräch, schriftlich nich viel mehr. Muss ich dafür echt die Gründe aufzählen? Das es s8ch dan. Auf uber 1000 Seiten ausgedehnt spricht eher positiv.. mein "August Held"

Ich lese hier gern mit, schon um andere Sichtweisen und Denkweisen zu erleben. Auch der Fakten selbst wegen. Um mitreden zu können fehlt es aber oft an eigenständiger Recherche und Interesse an den Fällen selber.


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25.08.2018 um 09:49
Falstaff schrieb: Also: Ohne Seelenleben kein Motiv.
Das ist sicherlich richtig. Allein aus Gründen des psychischen Selbstschutzes versuche ich aber möglichst zu vermeiden, den Profiler zu spielen und das mutmaßliche Kopfkino der Täter nachzuvollziehen. Das bleibt der Schreiberei vorbehalten, wo ich dieses Kopfkino selbst erschaffe und deshalb nicht auf Mutmaßungen angewiesen bin.


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Warum hat man ein übermäßiges Interesse an Kriminalfällen?

25.08.2018 um 09:49
Mich reizt es ungelöste Fälle mit den richtigen Fragen vielleicht in eine neue Richtung zu lenken.
Sensationsgeilheit spielt da, bei mir, keine so große Rolle denn auch nicht jedes Verbrechen erweckt mein Interesse. In vielen Fällen lese ich interessiert mit, verspüre aber kein Bedürfnis mich an der Diskussion zu beteiligen.
Aber ungeklärte Dinge hinterlassen bei mir immer das Gefühl, dass das Puzzle noch nicht fertig ist. Vielleicht ist das eine Art Zwang, bei dem es aber weniger darum geht das unbedingt ich es löse; sondern mehr, dass es überhaupt gelöst wird.


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Warum hat man ein übermäßiges Interesse an Kriminalfällen?

25.08.2018 um 09:55
VanDusen schrieb:Das ist sicherlich richtig. Allein aus Gründen des psychischen Selbstschutzes versuche ich aber möglichst zu vermeiden, den Profiler zu spielen und das mutmaßliche Kopfkino der Täter nachzuvollziehen. Das bleibt der Schreiberei vorbehalten, wo ich dieses Kopfkino selbst erschaffe und deshalb nicht auf Mutmaßungen angewiesen bin.
Es sind natürlich nur Spekulationen, das stimmt. Allerdings ist das für mich einer der interessantesten Aspekte. Bei vielen Fällen die hier besprochen werden, verkörpern die Täter nicht das reine Böse. Häufig hat man es hingegen mit Tätern zu tun die vor der Tat treusorgende Familienväter waren, einen großen Freundeskreis hatten und als durchaus sympatisch beschrieben werden. Der einzelgängerische Psychopath ist eher die Ausnahme. Und bei diesen Menschen ist es nun außerordentlich interessant nachzuvollziehen was sie dazu getrieben haben könnte nicht nur das Leben ihrer Opfer, sondern auch ihr eigenes und das der Angehörigen zu zerstören.

In dieser Hinsicht finde ich beispielsweise diesen Marcel der Jaden und einen anderen Jungen umgebracht hat vollkommen uninteressant. Das war ein schwer gestörter Psychopath, der zuvor schon entsprechend auffällig wurde und zurecht keinen Freundeskreis hatte.

Interessanter finde ich hingegen Janosch Irgendwas, der eine Betreuerin einer Jugendhilfeeinrichtung umgebracht hat, mit der er früher einmal als Zivi zusammengearbeitet hatte - wegen eine Lappalie.


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25.08.2018 um 09:58
Aloceria schrieb:Bei älteren Fällen: historisches Interesse.
Bei neueren Fällen: die Hoffnung, ggf. irgendwie weiterhelfen zu können, wenn ich bsp. Ortskenntnis habe.

Aber DER Grund, wieso ich mich hier ursprünglich angemeldet habe (und weswegen ich heute öfters Themen in die Beobachtungsliste nehme, selbst, wenn ich dort nicht selber mitschreibe): Ich möchte wissen, wie eine Sache aufgeklärt wird.

Bei vielen Fällen, von denen ich in den Nachrichten lese, bei denen der Täter noch unklar ist oder die vermisste Person noch nicht gefunden, würde ich einfach gern wissen, wie es "ausgeht". Dann sehe ich meist hier nach, ob es einen Thread dazu gibt, und setze ihn unter Beobachtung. Damit ich Neuigkeiten erfahre, selbst, wenn das Thema in den Medien nicht mehr präsent ist. Bevor ich Allmystery kannte, kam das nämlich öfters vor: Ich fragte mich, was eigentlich aus einem bestimmten Thema geworden ist, aber in den Medien kam dazu nichts mehr. Hier bekomme ich über die beobachteten Threads sofort eine Nachricht, wenn was Neues gepostet wurde, verpasse somit also z.B. auch keine neuen Nachrichtenmeldungen zu dem Fall.

Ich gehöre aber auch nicht unbedingt zu den Leuten, die an einem Theme, wo sich nichts tut, immer und immer wieder mitschreiben. Bei der Familie Schulze ist es bsp so: Seitdem von der Polizei nichts Neues mehr kam, sehe ich nur noch alle paar Monate mal richtig rein, stelle fest, dass noch immer alle auf der Stelle treten, und mache den Browsertab dann wieder zu. Wilde Spekulationen, die sich immer wieder im Kreis drehen, bringen einfach nichts.

Krimis (also, fiktive Geschichten) interessieren mich übrigens weder als Film/Serie, noch als Buch sonderlich. Blutrünstige Werke lese oder gucke ich auch nicht, bringt mir einfach nichts.
Aus dem Beitrag von @Aloceria habe ich im obigen Zitat nur wenig weggelassen, weil ich es nicht als zutreffend für mich ansehe. Alles Zitierte dagegen gilt auch für mich, wobei ich drei Kernsätze durch Fettdruck hervorgehoben habe. Ich möchte aber noch genauer ergänzen:

Fiktive Fälle lassen mich deswegen völlig kalt, weil ich die Herausforderung der eigenen Kombinationsgabe unter Verwendung gewisser fachlicher Kenntnisse einerseits und Lebenserfahrung andererseits suche. Diese Herausforderung stellt sich aber nicht ein, wenn es nur darum geht, beim Lesen oder Anschauen eines Krimis den Gehirnwindungen eines Schreiberlings auf die Spur zu kommen. Manchen ist das egal, und sie nennen das "Spannung". Für mich ist das aber nur verschwendete geistige Energie und Zeit. In meinen Teeny-Jahren habe ich mich zwar für solche fiktiven Kriminalfälle in Büchern und Filmen begeistern können (und glaube auch, daß das für die Entwicklung eigener Phantasiekräfte zunächst etwas Positives ist), habe mich aber später immer mehr gefragt, wieso mir diese eigentlich immer langweiliger werden.

Für mich war die Antwort, daß nur das Reale letztlich lohnend ist. Das Einbringen eines möglicherweise bisher unterschätzten oder übersehenen Aspekts hat Sinn, wenn dieser der Klärung eines realen Tatverlaufs dienen kann. Dafür setze ich auch gern meine geistigen Kräfte ein. Natürlich bedeutet das nicht, daß diese automatisch den richtigen Weg erkennen, so daß selbstverständlich ernsthafte Gedanken anderer mit davon abweichendem Resultat volles Interesse auch für mich behalten. Die Struktur von allmystery bringt es allerdings mit sich, daß gute Gedanken (egal von wem) durch Posten von "Irgendwas" zerredet, ignoriert, zugeschüttet werden. Ich gehöre dann auch zu denen, die sich lieber aus der Diskussion verabschieden als schon klar Ausgeführtes ständig dagegenzuhalten. Je unbarmherziger in einem Thread Gebetsmühlen um sich greifen, desto weniger wird man mich dort aktiv sehen. Auch verabschiede ich mich in der Regel, wenn ich feststelle, daß der Mainstream eines Threads einer Richtung anhängt, die ich (z.B. wegen ständigen Ignorierens gewisser unstrittiger Fakten durch die Diskutanten) für verfehlt halten muß.

Ganz und gar zuwider ist mir die Motivation, die Realität eines Verbrechens psychisch als "Kick" zu empfinden, in dem Sinne, daß man sich am Ausmalen eines Kapitalverbrechens weidet und einen gerade dieses besonders lustvoll anzieht ("Grusel"). Das ist Lustgewinn am realen Leid anderer, für mich ein geradezu ekelhafter Gedanke. Wenn ich sage, daß für mich die Realität der Fälle entscheidend ist, so wäre kein Mißverständnis größer als eine Verwechslung mit dieser Art von Motivation.


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