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Mord in Kehrsatz - ungelöstes Tötungsdelikt in der Schweiz

Mord in Kehrsatz - ungelöstes Tötungsdelikt in der Schweiz

27.01.2019 um 12:09
Ich stelle einen ungelösten Mordfall aus der Schweiz vor.

Haus Zwahlen
Wohnhaus Familie Z.


Das Tötungsdelikt an dem Opfer C.Z. geschah im Jahr 1985 in dem schweizer Ort Kehrsatz (in Nähe von Bern).
C.Z. war seit dem 27.7.85 vermisst. Am 1.08.85 fand ihre Mutter, Fr. E., die Tochter C.Z. im Haus Z. - in der Tiefkühltruhe - tot auf.
Der Ehemann sah sie zuletzt am 27.07.85 vormittags. Die Mutter des Opfers sah C.Z. zuletzt am 26.07.85 gegen 21.45 Uhr auf dem Balkon.


Das seit zwei Jahren verheiratete Paar Z. wohnte in Kehrsatz, in direkter Nachbarschaft zu den (Adoptiv)Eltern der Ehefrau C.Z.. Das Haus gehörte den Eltern E..
Beide Parteien hatten gegenseitig Zugang zu den Häusern. Im Jahr 1985 gab es zunehmend Diskrepanzen zwischen den Eheleuten Z. und den Eheleuten E.. (Streitpunkt war anscheinend die Einmischung der Eltern/ Schwiegereltern in das Leben der Eheleute Z.).

Auch hatte der Ehemann B.Z. mehrere Affären. Die außereheliche Beziehung, zum Zeitpunkt der Tötung der Ehefrau C.Z. war wohl ernster. B.Z. suchte eine Rechtsberatung auf, um sich im Falle einer Scheidung beraten zulassen. Nach seiner Aussage, entschied er sich für eine Eheberatung und die Arbeit an seiner Ehe, seine Frau auch.

Zwischen dem 27.07.85 und dem 01.08.85 suchten alle Familienangehörige nach C.Z.. Der Ehemann B.Z. holte aber auch zu der Zeit seine Affäre (C.S.) von dem Flughafen ab und verbrachte Zeit mit ihr. Dies eröffnete er auch der Polizei und wenig später den Schwiegereltern.

Nach Aufforderung der Schwiegermutter hatte B.Z. ihr eine Telefonnummer (von der Affäre) gegeben, falls etwas zum Vermisstenfall seiner Frau passiert. Am 01.08.85 waren B.Z. und Affäre (C.S.) im Wohnhaus Z.. B.Z. ging zum Wohnhaus der Eheleute E..Um ca. 18.55 Uhr verließ er die Eheleute, um mit C.S. zu ihren Eltern zu fahren.

Die Eheleute E. gingen kurz darauf in des Wohnhaus der Eheleute Z.. Frau E. fand - in der Tiefkühltruhe - in der Waschküche - ihre tote Tochter. Um 19.12 Uhr ging der Notruf bei der Polizei ein.
Die Anklage warf B.Z. vor, seine Frau in der Nacht auf den 27. Juli in ihrem Bett mit einem Hammer oder einem ähnlichen Gegenstand (die Tatwaffe wurde nie gefunden)*1 erschlagen, der Leiche einen Kehrichtsack übergestülpt und sie gefesselt in der Tiefkühltruhe des Hauses deponiert zu haben. Danach habe er die Blutspuren beseitigt. Das deckte sich auch mit den Aussagen der Eltern der Getöteten, wonach B.Z. am 27. Juli bei der Reinigung des Kellers gesehen wurde*2, sowie mit den Blutspuren auf der Matratze des gemeinsamen Ehebettes *3 und an der Waschmaschine. Als Tatmotiv sah die Anklage, dass B.Z. mit seiner Geliebten zusammenziehen, aber aus finanziellen Gründen keine Scheidung auf sich zukommen lassen wollte. Auch war er Begünstigter in einer Lebensversicherung seiner Frau *4.
Wikipedia


*1 lt. Trix Ebeling https://www.nzz.ch/articleCOM4S-1.112670
Sie findet den Wagen (Anmerk. vom Ehemann B.Z.), kauft ihn als Beweis heimlich an. Und siehe da! Ein Radmutter- Schlüssel ist durch ein nicht zum Set passendes Werkzeug ersetzt worden. Ebeling ist überzeugt, dass sie den Fall gelöst hat. Sie, die schon mehrere Krimis geschrieben hat, schreibt ein Buch darüber. Der Prozess wird dennoch nicht wieder aufgerollt.
Nach dem Revisionsprozess kaufte die Zürcher Anwältin Trix Ebeling B.Z.s 84er VW Golf. Dabei bemerkte sie, dass der Radmutternschlüssel ersetzt worden war und nicht der dazugehörigen Originalausstattung entsprach. Eine gerichtsmedizinische Untersuchung ergab, dass ein modelltypischer Radmutternschlüssel als Tatwaffe äusserst wahrscheinlich war
Wikipedia

*2 lt. Hanspeter Born, "Mord in Kehrsatz" Weltwoche-ABC-Verlag 1989
Der Ehemann B.Z. wischte den Fußboden in der Waschküche (Keller) und kehrte um das Haus herum. Weiter räumte er das Atelier (Keller) seiner Ehefrau C.Z. (Schneiderin)auf. Die Beobachtung wurde nur von Frau E. gemacht, die die Begebenheiten um und in dem Haus des Ehepaares Z. des Öfteren beobachtete.


*3 lt. Hanspeter Born, "Mord in Kehrsatz" Weltwoche-ABC-Verlag 1989
Auf der Matzratze des Ehebettes befand sich ein ca. 10 cm großer Blutfleck, auf der Seite von dem Opfer C.Z. in Kopfhöhe.


*4 lt. Hanspeter Born, "Mord in Kehrsatz" Weltwoche-ABC-Verlag 1989
Die Lebensversicherung wurde von B.Z. abgeschlossen für seinen Renteneintritt. Die wechselseitige Begünstigung im Todesfall der Eheleute konnte kostenfrei eingeschlossen werden. Die Versicherung wurde im Dez. 84 abgeschlossen.

Nach Aussage von B.Z. hatte seine Ehefrau C.Z. am Abend des 26.07.85 sich ein Toast "Hawaii" zubereitet.
Für heftige Diskussionen sorgten zwei Gutachten des Gerichtlich-medizinischen Instituts Bern. In einem ersten war im Magen der Frau nichts gefunden worden. Als ein zweites mit der Frage in Auftrag gegeben wurde, ob Spuren von einem Toast Hawaii nachgewiesen werden könnten, fand man tatsächlich Rückstände von Birnen, Proteinen und Getreide. Das Gutachten wurde später von vielen Seiten kritisiert.
Wikipedia



Anmerk.: lt. Hanspeter Born, "Mord in Kehrsatz" Weltwoche-ABC-Verlag 1989
Das Opfer C.Z. hatte keine Abwehrverletzungen. Sie wurde in der Kühltruhe gefesselt aufgefunden. Die Fesselung geschah anscheinend erst nach dem Todeseintritt. Das Opfer wurde ca. 3 h nach dem Tod in die Tierfkühltruhe verbracht. Es wurden 2 Schläge mit rechtwinkligem Muster an Schläfe bzw. mittig der Stirn gefunden. Am Hinterkopf befand sich einer dritte Wunde. Bei dieser konnte nicht geklärt werden, ob es sich um einen Schlag oder eine Sturzfolge handelt. (Todesursache: Ersticken mit einem weichen Gegenstand in Zusammenhang mit Gewalt gegen den Kopf)

Prozesse: nachfolgend Wikipedia
1. Prozess
Am 4. Dezember 1987 wurde der 29-jährige B.Z. des Mordes an seiner Frau für schuldig befunden und zu einer lebenslänglichen Zuchthausstrafe verurteilt. Er wurde in die Strafanstalt Thorberg überführt.
Vier Geschworene reichten nach dem Prozess eine Beschwerde über den Prozessverlauf am Berner Kassationshof ein, die aber am 22. Juni 1988 abgelehnt wurde.
Nachdem eine staatsrechtliche Beschwerde gegen das Geschworenenurteil am 19. Juli 1989 vom Bundesgericht noch abgelehnt worden war, hiess der Berner Kassationshof am 15. April 1991 aufgrund der von den Anwälten des Verurteilten dargelegten Mängel am gerichtsmedizinischen Gutachten dessen Revisionsgesuch gut und hob das Urteil auf. B.Z. kam nach 2086 Tagen Haft am 17. April 1991 frei. Kritiker sahen die Freilassung vor allem durch den immensen Druck der Öffentlichkeit zustande gekommen.
2. Prozess
Diesmal wurden 76 Zeugen gehört, fünf Gutachten herangezogen und unter anderem auch die Vorwürfe, die Hanspeter Born in seinem Buch erhoben hatte, aufgegriffen. Zudem sah sich das Gericht mit einer Reihe von grossteils anonymen Drohungen, Zuschriften und Hinweisen konfrontiert, in welchen des Öfteren eine Schuld der Eltern der Ermordeten suggeriert wurde, die aber bei genauerer Betrachtung jeder Substanz entbehrten. In den Zeugenaussagen und Gutachten kam sowohl Be- als auch Entlastendes für den Angeklagten zu Tage, manches verblieb – nicht zuletzt auch ob der verstrichenen Zeit – unklar und nebulös. Ähnlich zweideutig verhielt es sich mit vielen Indizien. So war beispielsweise umstritten, wie der beim Angeklagten sichergestellte Mofaausweis des Opfers oder im Haus der Toten gefundene Reste der zur Fesselung verwendeten Schnüre zu bewerten seien, welche zwar auf den ersten Blick den Angeklagten zu belasten schienen, aber auch die Frage aufwarfen, warum er – wenn er der Täter war – diese belastenden Utensilien nicht ebenso wie die Tatwaffe, die Kleidung des Opfers oder den Inhalt der Tiefkühltruhe hatte verschwinden lassen.
Obwohl alles in allem keine wirklich neuen Erkenntnisse gewonnen werden konnten, wurde B.Z. am 29. Mai 1993 von den Geschworenen nach 42-stündiger Urteilsberatung freigesprochen.
Zu dem Journalisten und Autor Hanspeter Born:
Vor allem der Weltwoche-Journalist Hanspeter Born, der sich des Falles angenommen hatte, äusserte nach dem Prozess mehrmals öffentlich die Meinung, das Gutachten sei willentlich gefälscht worden, um den Todeszeitpunkt von C.Z. mit Bestimmtheit auf die Nacht des 26. Juli (in der praktisch nur B.Z. als Täter in Frage kam) festlegen zu können.
[…]Hanspeter Born 1988/89 in der Weltwoche unter dem Titel «Ein klarer Fall» eine 16-teilige Artikelserie über den Mordfall in Kehrsatz veröffentlichte, in der er die Schuld des Verurteilten erheblich bezweifelte, auf vermeintliche oder tatsächliche Ermittlungsfehler der Polizei hinwies und schwere Vorwürfe an die Berner Justiz erhob. Es folgte ein Buch mit dem Titel Mord in Kehrsatz und ein Jahr später Unfall in Kehrsatz, in dem er den Eltern des Opfers vorwarf, selbst ihre Tochter getötet, falsche Spuren gelegt und die Auffindung der Leiche in der Tiefkühltruhe «inszeniert» zu haben. Die Verbreitung dieses zweiten Buches wurde nach einer Klage der Eltern der Getöteten verboten, und Born sollte später zugestehen, dabei journalistische Grundsätze ausser Acht gelassen zu haben. Seine Kritik an der Polizei erhielt er jedoch aufrecht.
Wikipedia: Mord_in_Kehrsatz

Weitere Links zum Fall:

http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13500155.html
http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-13682599.html - von G. Friedrichsen
https://www.srf.ch/sendungen/zeitblende/30-jahre-nach-dem-mord-in-kehrsatz - Audiodatei (schwarzer Balken) vom SRF 4


direkt: Dateianhang: SRF-4-News-Zeitblende_03-07-2015-1131.2.mp3 (21689 KB) für die Lesefaulen =)


Der Fall ist schon des Öfteren im Forum erwähnt worden. Ich denke er ist einigen bekannt und bitte daher um Berichtigung, wenn ich etwas falsch wiedergegeben habe.


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27.01.2019 um 21:05
Sehr schöne und ausführliche Threaderöffnung, @jada

Damit ist vielleicht auch schon alles gesagt. Zerrüttete Ehe, Blutspuren in Ehebett und Waschmaschine. Gefunden wurde das Opfer in der heimischen Kühltruhe, obwohl es mit dem Mofa verschwunden sein soll. Und den Mofaführerschein hatte der Ehemann bei seiner Verhaftung bei sich.

Die Indizien sind so eindeutig, da wäre mir der Mageninhalt (und damit der exakte Todeszeitpunkt) zweitrangig, um den sich die Gutachter streiten. Denn für den Mord hatte der tatverdächtige Ehemann eine ganze Nacht Zeit, da kann ein Toast Hawaii auch schon einmal verdaut werden.

Erschreckend finde ich aber teilweise die Beweiswürdigung, wie sie auf Wikipedia wiedergegeben wird:
So war beispielsweise umstritten, wie der beim Angeklagten sichergestellte Mofaausweis des Opfers oder im Haus der Toten gefundene Reste der zur Fesselung verwendeten Schnüre zu bewerten seien, welche zwar auf den ersten Blick den Angeklagten zu belasten schienen, aber auch die Frage aufwarfen, warum er – wenn er der Täter war – diese belastenden Utensilien nicht ebenso wie die Tatwaffe, die Kleidung des Opfers oder den Inhalt der Tiefkühltruhe hatte verschwinden lassen.
Die Argumentation "so dumm kann egentlich gar keiner sein, also ist er unschuldig" kenne ich sonst nur von Diskussionen auf Allmystery, wenn Unterstützerkreise den Mörder ihres Vertrauens aus dem Gefängnis hauen wollen.


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Mord in Kehrsatz - ungelöstes Tötungsdelikt in der Schweiz

27.01.2019 um 21:25
Mr.Stielz schrieb:Die Argumentation "so dumm kann egentlich gar keiner sein, also ist er unschuldig" kenne ich sonst nur von Diskussionen auf Allmystery, wenn Unterstützerkreise den Mörder ihres Vertrauens aus dem Gefängnis hauen wollen.
BZ, also der Ehemann der Ermordeten, wurde in einem 2. Prozess ja freigesprochen. Also so dumm war ev. die Argumentation auch wieder nicht. :-)

Übrigens für alle: Den vollen Namen des Ehemannes sollte man nicht mehr sagen, könnte sonst zu einer Unterlassungsklage führen.


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27.01.2019 um 21:48
BZ - Ehemann, Sanitärzeichner, Witwer, Tatverdächtiger der in 2. Instanz freigesprochen wurde
CZ - Ehefrau, Schneiderin, Opfer
Eheleute E. - Eltern von CZ
CS - Affäre/ Geliebte vom Ehemann BZ
Mr.Stielz schrieb:Die Indizien sind so eindeutig
Das denke ich nicht. Es gibt einige Dinge, die zum Grübeln anregen...

Zum Einstieg wollte ich einen neutralen Überblick abbilden.


Mir fiel als erstes auf:


Am 01.08. (Auffinden der Leiche):

- BZ fuhr mit CS ins Wohnhaus, BZ ging zu seinen Schiegereltern.

- ca. 18.55 Uhr fuhr BZ (Ehemann) und CS vom Haus weg (Zeitangabe müsste ziemlich genau sein, da BZ sich um 18.45 Uhr bei den Schwiegereltern verabschiedete)

- Schwiegereltern warten 10 - 15 Min. nach Abfahrt von BZ um eine Hausdurchsuchung zu starten - folglich Beginn Hausdurchsuchung 18.05 Uhr bis 18.10 Uhr (S. 60 - 61)

- Bereits um 19.12 Uhr ging der Anruf bei der Polizei über die tot aufgefundene Tochter - in der Tiefkühltruhe ein. (S. 62)

Hanspeter Born, "Mord in Kehrsatz" Weltwoche-ABC-Verlag 1989
Mark_Smith schrieb:Übrigens für alle: Den vollen Namen des Ehemannes sollte man nicht mehr sagen, könnte sonst zu einer Unterlassungsklage führen.
Danke...Ist auch richtig so, da er juristisch unschuldig ist.


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Mord in Kehrsatz - ungelöstes Tötungsdelikt in der Schweiz

27.01.2019 um 22:42
Ich suche etwas das den B.Z. entlasten könnte, finde aber nur belastendes. Mit welcher Begründung wurde er denn freigesprochen?


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Mord in Kehrsatz - ungelöstes Tötungsdelikt in der Schweiz

28.01.2019 um 11:08
Ich lebte auch einige Zeit in Kehrsatz.. sehr merkwürdiger Fall.. der nach 30 Jahren immernoch in den Köpfen der Leute ist.. die Prozesse waren jahrelang schweizweit sehr präsent in den Medien, es wurden Bücher geschrieben, TV-diskussionssendungen dem Thema gewidmet usw..

Meine Meinung:
Der Ehemann B.Z. war es, es ging nur darum, ob man ihm den Mord zweifelfrei nachweisen konnte oder eben (in 2.instanz) nicht...

Auch wenn theoretisch andere als Täter in Frage kämen:
Fast alle Indizien sprechen gegen B.Z. Da aber eine „nur“ 99% prozentige Wahrscheinlickeit besteht, galt in 2. Instanz „im Zweifel für den Angeklagten“.. und der Mord bleibt nun ungesühnt...

Eigentlich schon erstaunlich, man hatte eigentlich alles, um den Fall zu lösen:man fand die Leiche zeitnah, hatte Indizien, Motive und der in Frage kommende Täterkreis war überschaubar... und trotzallem konnte der Fall nicht zweifelsfrei geklärt werden.


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28.01.2019 um 11:53
mike_N schrieb:Auch wenn theoretisch andere als Täter in Frage kämen:
Fast alle Indizien sprechen gegen B.Z. Da aber eine „nur“ 99% prozentige Wahrscheinlickeit besteht, galt in 2. Instanz „im Zweifel für den Angeklagten“.. und der Mord bleibt nun ungesühnt...
M.E. kommen nicht viele Täter in Frage. Entweder der Ehemann oder die Eltern des Opfers.
Welcher Fremdtäter sollte sich sonst die Mühe machen, die Leiche noch in die Tiefkühltruhe zu entsorgen und Spuren zu beseitigen? Das ist völlig sinnlos und hirnverbrannt. Ein Fremdtäter würde schauen, dass er so schnell wie möglich den Tatort verlässt.
Und m.E. hat man gegen die Eltern überhaupt nie ermittelt im Sinne von: "Was nicht sein darf, kann nicht sein."
Deshalb: Ich tendiere zwar auch eher darauf, dass der Ehemann der Täter war, würde aber die Eltern des Opfers nicht vollständig ausschliessen.


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Mord in Kehrsatz - ungelöstes Tötungsdelikt in der Schweiz

28.01.2019 um 12:09
@Mark_Smith
Welches Motiv hätte die Eltern dazu treiben können, ihre eigene Tochter zu erschlagen, ersticken, fesseln, einzufrieren? Wann hätten sie das tun sollen. Sie hätten doch dann jederzeit damit rechnen müssen, bei den Aufräumarbeiten vom Schwiegersohn überrascht zu werden.
Selbst wenn sie ihre Tochter im Bett erschlagen hätten und den Mord deren Ehemann anlasten wollten, hätten sie die Tiefkühltruhe aussen vor lassen können.


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Mord in Kehrsatz - ungelöstes Tötungsdelikt in der Schweiz

28.01.2019 um 12:20
Hathora schrieb:Welches Motiv hätte die Eltern dazu treiben können, ihre eigene Tochter zu erschlagen, ersticken, fesseln, einzufrieren? Wann hätten sie das tun sollen. Sie hätten doch dann jederzeit damit rechnen müssen, bei den Aufräumarbeiten vom Schwiegersohn überrascht zu werden.
Selbst wenn sie ihre Tochter im Bett erschlagen hätten und den Mord deren Ehemann anlasten wollten, hätten sie die Tiefkühltruhe aussen vor lassen können.
Von Hanspeter Born gibt es ja nicht nur das Buch "Mord in Kehrsatz", sondern auch "Unfall in Kehrsatz". Dieses Buch wurde dann zwar verboten, aber es wurden immerhin noch ca. 12.000 Exemplare davon verkauft. Darin skizziert Born eine alternative Täterhypothese und geht davon aus, dass es eben eher so etwas Richtung Unfall bzw. Totschlag war. Also kein vorsätzlicher Mord, aber eben eine Affekthandlung durch den jähzornigen Vater, wo es zu Meinungsverschiedenheiten mit der Tochter kam.
Natürlich hätten sie nun die Leiche in ihrem Haus (Haus der Eltern), das ja nur wenige Meter neben dem Haus der Tochter stand, einfach in dieses Haus transportieren müssen und fertig und nicht noch in die Kühltruhe versorgen müssen. Aber: Der Ehemann war ja zu dieser Zeit abwesend und hätte sicherlich ein Alibi vorweisen können, dass er nicht der Täter ist. Dann ist es doch besser, die Leiche in die Tiefkühltruhe verschwinden zu lassen, damit kann man den Todeszeitpunkt viel schlechter feststellen und somit ist nicht mehr richtig klar, wann die Tochter getötet wurde und somit der Verdacht eben viel eher auf den Ehemann des Opfers fällt.


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Mord in Kehrsatz - ungelöstes Tötungsdelikt in der Schweiz

28.01.2019 um 12:24
@Mark_Smith
Für mich hört sich das ziemlich unwahrscheinlich an, dass die Tochter nachts im Bett liegen blieb während ihre Eltern ins Haus kommen und mit ihr dann im Schlafzimmer streiten. So stark streiten, dass der Vater ausrastet? . Offensichtlich ist sie ja in ihrem Bett erschlagen worden.
Freilich wäre ein Transport der Leiche in ihr Haus hanebüchen gewesen.
Was ist mit dem Mofa? War das weg? Der Ehemann sagte doch, sie wäre mit dem Mofa davongefahren und er hatte ihren FS in der Tasche.


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28.01.2019 um 12:28
Hathora schrieb:Für mich hört sich das ziemlich unwahrscheinlich an, dass die Tochter nachts im Bett liegen blieb während ihre Eltern ins Haus kommen und mit ihr dann im Schlafzimmer streiten. So stark streiten, dass der Vater ausrastet? . Offensichtlich ist sie ja in ihrem Bett erschlagen worden.
Freilich wäre ein Transport der Leiche in ihr Haus hanebüchen gewesen.
Tatort Bett dürfte keine gesicherte Erkenntnis sein. Man fand zwar Blutflecken, diese können aber auch von Nasenbluten oder Menstruationsbeschwerden sein.


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28.01.2019 um 12:29
@Mark_Smith
Zweiteres scheidet aus, da diese Blutflecken in Kopfhöhe waren.


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28.01.2019 um 12:30
Hathora schrieb:Zweiteres scheidet aus, da diese Blutflecken in Kopfhöhe waren.
Matratzen werden auch ab und an gekehrt. Und wie alt das Blut war, weiss man nicht.


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28.01.2019 um 12:33
@Mark_Smith
Dann hätte der Ursprung des Blutes auf Fusshöhe sein müssen. Nein.
Und übrigens können die Gerichtmediziner und Labore der Spurenuntersuchung sehr gut Menstruationsblut von anderem Blut unterscheiden.
Wenn dieses Blut eine Rolle spielte bei der Tatortbestimmung, dann ist das Fakt. Wir können schon glauben, dass die Ermittler gründlich und richtig gearbeitet haben.


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28.01.2019 um 12:36
Hathora schrieb:Dann hätte der Ursprung des Blutes auf Fusshöhe sein müssen. Nein.
Und übrigens können die Gerichtmediziner und Labore der Spurenuntersuchung sehr gut Menstruationsblut von anderem Blut unterscheiden.
Ich habe jetzt leider das Buch nicht zur Hand. Aber so viel ich weiss, war Tatort Bett kein gesicherter Fakt. Und von Unterscheidung zwischen Nasenbluten und Mestruationsblut war dort, so viel ich mich erinnern kann, auch nie die Rede. :-)
Aber wie gesagt, man muss eigentlich die beiden Bücher zur Hand haben und wieder mal lesen.


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28.01.2019 um 12:41
@Mark_Smith
Ich kenne die beiden Bücher nicht und ich würde sie auch nicht lesen wollen. Ich vertraue keinem Schriftsteller, der nur sein Werk verkaufen will, bezüglich der Fakten meine ich. Er hat seine schriftstellerische Freiheit, etwas wegzulassen oder zu verdrehen, damit eine spannende Geschichte draus wird, die sich natürlich besser verkaufen lässt, als eine nackte Aufzählung der Tatsachen.
Wenn die Anklge dem Mann vorgeworfen hat, seine Frau mit einem Hammer oder ähnlichem in ihrem Bett erschlagen zu haben, dann steht der Tatort fest.


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28.01.2019 um 12:45
Hathora schrieb:Ich kenne die beiden Bücher nicht und ich würde sie auch nicht lesen wollen. Ich vertraue keinem Schriftsteller, der nur sein Werk verkaufen will, bezüglich der Fakten meine ich. Er hat seine schriftstellerische Freiheit, etwas wegzulassen oder zu verdrehen, damit eine spannende Geschichte draus wird, die sich natürlich besser verkaufen lässt, als eine nackte Aufzählung der Tatsachen.
Wenn die Anklge dem Mann vorgeworfen hat, seine Frau mit einem Hammer oder ähnlichem in ihrem Bett erschlagen zu haben, dann steht der Tatort fest.
Herr Born hatte die vollständigen Akten und er war oder ist, so viel ich weiss, Dr. phil, er kann also genau so logisch denken wie jeder andere Richter und Rechtsanwalt auch.
Und wenn die Staatsanwaltschaft etwas sagt, dann ist das eben nicht de facto Fakt und auch nicht de iure Fakt, sondern einfach mal eine Behauptung bzw. Hypothese.


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28.01.2019 um 13:02
@Mark_Smith
Deine Hypothese, dass die Eltern als Täter in Frage kämen und dem Ehemann die Tat untergeschoben hätten, hat leider einige Pferdefüße:
  • warum gibt der Ehemann an, die Frau sei mit dem Mofa zum Einkaufen gefahren, wenn sie von den Eltern daheim im Streit erschlagen worden wäre?
  • warum trägt er ihren Führerschein bei sich?
  • warum erzählt er eine Geschichte, die nicht wahr zu sein scheint, unter der Annahme, dass die Privatermittlungen der Trix Eveling richtig sind? Zitat von Wikipedia:
Im Café Feller, wo sie sich angeblich mit ihrem Mann treffen wollte, sei sie aber nie angekommen. Allerdings war laut Zeugen auch ihr Mann nie dort gesehen worden. Die Zürcher Anwältin Trix Ebeling behauptete überdies in einem Jahre später erschienenen Buch, dass die Blaue Zone, in der B.Z. parkiert haben wollte, damals gar nicht existierte und er zu dem Zeitpunkt, als er angeblich die Parkscheibe gestellt habe, sich nachweislich an einer Tankstelle in Kehrsatz befand.


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28.01.2019 um 13:13
Mr.Stielz schrieb:Deine Hypothese, dass die Eltern als Täter in Frage kämen und dem Ehemann die Tat untergeschoben hätten, hat leider einige Pferdefüße:
warum gibt der Ehemann an, die Frau sei mit dem Mofa zum Einkaufen gefahren, wenn sie von den Eltern daheim im Streit erschlagen worden wäre?
warum trägt er ihren Führerschein bei sich?
warum erzählt er eine Geschichte, die nicht wahr zu sein scheint, unter der Annahme, dass die Privatermittlungen der Trix Eveling richtig sind? Zitat von Wikipedia:
1. Nach Born ist sie mit dem Mofa weggefahren, jedoch direkt zu ihren Eltern ins Haus neben an. Könnte sein. Also, ist nicht unmöglich. Und dann kam es eben im Haus der Eltern zum Tötungsdelikt.

2. Das mit dem Führerschein ist sicherlich eine komische Geschichte, aber müsste auch hier wieder im Buch nachlesen, was Born dazu meint. :-)

3. Das Buch von Trix Heberlein kam Jahre später heraus. Ich selbst habe es nicht gelesen und weiss auch nicht, ob Born darauf reagiert hat und kann somit auch nix dazu sagen.


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28.01.2019 um 13:17
@Mark_Smith
Ich streite ja nicht ab, dass der Autor des Buches logisch denken kann, Gott bewahre! Aber wie schon gesagt, obwohl er Akteneinsicht gehabt haben soll, kann er einiges im Buch gar nicht erwähnt haben, um die "Story" rund zu machen. Denn von der Version, dass die Eltern die Mörder gewesen sein sollen, kann in den Akten, die er angeblich eingesehen haben soll, nirgends die Rede gewesen sein, sonst hätte der Staatsanwalt nicht den Ehemann sondern die Eltern vor Gericht gebracht. Daher verorte ich, von dem was ich bisher nur über dich von dem Buch weiss, vieles in den Bereich der Fantasie.
Und wenn der Staatsanwalt etwas sagt, dann ist das keinesfalls irgendeine Behauptung, sondern er muss seine Anklage schon untermauern mit Indizien und Beweisen.


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