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Der Fall Michaela Eisch (1985)

536 Beiträge, Schlüsselwörter: München, Sexualmord, 1985, Michaela Eisch

Der Fall Michaela Eisch (1985)

21.09.2013 um 19:50
1985 wurde die kleine Michaela Eisch (8 Jahre) ermordert aufgefunden.

Sie wollte ihre Mutter von deren Arbeitsstelle abholen und durfte deshalb zum ersten Mal alleine mit der U-Bahn fahren. Ihre Mutter hat sie nie wieder gesehen. Vier Wochen später fanden Arbeiter die Leiche des kleinen Mädchens, welches missbraucht und mit ihrem eigenen Höschen erdrosselt wurde. Der Täter wurde bis heute nicht gefasst.

Die Mutter starb sieben Jahre nach dem Tod ihrer Tochter an Asthma, auch die Großeltern des Mädchens sind mittlerweile verstorben. Das Grab von Mutter und Tochter wurde geebnet.

2011, 26 Jahre nach dem Mord konnten DNA-Spezialisten eine täterrelevante DNA isolieren und haben 1750 Münchner, die zu Zeugenaussagen des Täters passen zum DNA-Test gebeten.
Der Kreis der möglichen Täter hat sich verkleinert, 2013 stehen nur noch etwas weniger als 250 zu überprüfende Personen aus, die nicht zum Massengentest erschienen sind.

Gerade vor dem Hintergrund des jüngst aufgeklärten Sexualmordes an Christina aus Osnabrück, flammt bei mir die Hoffnung auf, auch den Fall der kleinen Michaela noch zu lösen.

Auf Wunsch der Kripo wird der Fall am Mittwoch, 25. September 2013, bei Aktenzeichen xy erneut aufgegriffen.

An alle User, die sich für diesen Fall interessieren (von denen es hoffentlich zahlreiche gibt): Es gab bereits einen Thread zu diesem Fall, der leider binnen kürzester Zeit wieder geschlossen wurde. Dankenswerterweise hat die Verwaltung erlaubt, einen neuen Thread zu dem Thema zu erstellen. Ich bin mir sicher, dass wir es schaffen, uns dem Fall angemessen auszutauschen!

So, ich werde nun noch einige Zeitungsartikel zur Information einstellen und auch einige Details aus dem alten Thread aufgreifen.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

21.09.2013 um 19:52
Mord an Michaela Eisch (8) wird nach 26 Jahren neu aufgerollt

München - Vor 26 Jahren wurde die damals achtjährige Michaela Eisch missbraucht und erdrosselt. Jetzt verfolgt die Polizei eine neue Spur – und bittet zum größten DNA-Massentest, den es in München jemals gab.

„Wir wollen alle Register ziehen, um diesen Fall zu lösen.“ Markus Kraus, Chef der Münchner Mordkomission, schaut entschlossen der versammelten Presse entgegen. Er kann am Donnerstag einen Fortschritt in einem Fall verkünden, der die Ermittler seit 26 Jahren beschäftigt: Eine neue Spur zum Mörder der kleinen Michaela Eisch, die im Mai 1985 nahe der Braunauer Eisenbahnbrücke missbraucht und erdrosselt worden war.

Bereits in den Jahren 2005 und 2006 untersuchte die Rechtsmedizin alle 85 am Tatort gesammelten Asservate nochmals – mit Erfolg, wie Kraus gestern sagte. „Der Rechtsmedizin ist es gelungen, eine tatrelevante Spur zu sichern.“ Seither arbeiten die Fahnder wieder mit Hochdruck an dem Fall. Sämtliche Personen, die im Laufe der Ermittlungen in Erscheinung getreten sind, wurden nochmals überprüft – 170 Menschen aus Michaelas nahem Umfeld. „Diese Personen konnten wir als Täter ausschließen.“

Der nächste Schritt ist gleichzeitig der letzte, den die Mordermittler gehen können: Eine DNA-Reihenuntersuchung – ein Massentest, bei dem Speichelproben der Männer genommen werden, die damals in Michaelas Umgebung lebten, der Maikäfersiedlung in Berg am Laim. Es ist eine in München bisher nie dagewesene Aktion.

1750 Münchner werden in den nächsten Tagen eine Einladung zu dem Test bekommen, der vom 8. bis 10. Juli in einer Turnhalle der Polizei an der Bad-Schachener-Straße stattfindet. Doch wie wurden die Betroffenen ausgewählt?

Um das zu verstehen, muss man den Fall näher betrachten: Michaela Eisch verschwindet am 17. Mai 1985 auf dem Weg zu ihrer Mutter. Das Mädchen darf an diesem Tag zum ersten Mal allein mit der U-Bahn fahren, um die Mutter von der Arbeit in der Innenstadt abzuholen. Dort kommt Michaela nie an. Zuletzt wird sie gegen 17 Uhr von zwei Frauen in der Nähe des Tatorts gesehen. Die Zeuginnen sagen unabhängig voneinander aus, Michaela sei in Begleitung eines Mannes gewesen. Der Umgang miteinander habe vertraut gewirkt. Vier Wochen später wird die Kinderleiche gefunden.

Staatsanwältin Nicole Selzam erklärt, welche Bedeutung die Aussagen haben: „Michaela hatte sich auf das Treffen mit ihrer Mutter gefreut. Die beiden wollten Schallplatten kaufen, die das Mädchen liebte. Wir glauben nicht, dass sie sich von einem wildfremden Mann davon hätte abbringen lassen.“ Die Ermittler gehen deshalb davon aus, dass Michala ihren Mörder kannte – möglicherweise aus der Nachbarschaft. Die Zeuginnen schätzten das Alter des Täters auf 30 bis 40 Jahre.

Diese Angabe legen die Ermittler nun dem Massentest zugrunde: Eingeladen werden alle Männer, die zum Tatzeitpunkt 25 bis 45 Jahre alt waren, also die Jahrgänge 1940 bis 1960, und in der Maikäfersiedlung lebten. Ursprünglich waren das 3000 Männer. 260 sind mittlerweile gestorben. 1750 sind noch in München gemeldet – sie bekommen nun eine Einladung. Wer weggezogen ist, wird in seiner Stadt ebenfalls zum Test gebeten. Die Teilnahme ist letzlich freiwillig. „Niemand macht sich verdächtig, nur, weil er nicht kommt“, sagte Selzam. „Wir sind aber auf die Bevölkerung angewiesen. Wenn der Täter noch lebt, besteht die Gefahr, dass noch so eine Tat geschieht.“

http://www.merkur-online.de/lokales/muenchen/stadt-muenchen/mord-anmichaela-eisch-8wird-nach-jahren-aufgerollt-mm-124077...


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

21.09.2013 um 19:53
27 Jahre nach dem Mord an Michaela Eisch (8) „Gebt die Suche nie auf!“

Nina Job, 17.05.2012


Ein Mahnmal erinnert an der Wittelsbacherstraße an die ermordete Michaela.

Am 17. Mai 1985 wird Michaela Eisch missbraucht und getötet – derzeit überprüft die Polizei 250 Männer, die einen Massengentest ausließen

München - Das Mädchen hat seinen Kopf in die linke Hand gestützt, lächelt in die Kamera. Das Foto von Michaela Eisch ist an einem Holzkreuz befestigt. Es steht nicht auf einem Friedhof, sondern an der Wittelsbacherstraße, unterhalb der Braunauer Eisenbahnbrücke. Vor 27 Jahren wurde die damals achtjährige Schülerin aus der Maikäfersiedlung unweit dieser Stelle brutal missbraucht und mit ihrem eigenen Schlüpfer erdrosselt. 29 Tage später fand ein Arbeiter die Leiche. An Christi Himmelfahrt jährt sich das furchtbare Verbrechen. Bei der Suche nach dem Täter hat die Polizei in den vergangenen Monaten mehr als 2000 Männer, die zur Tatzeit in der Maikäfersiedlung lebten, um eine Speichelprobe gebeten. Die Zahl derer, die nun noch als mögliche Täter in Betracht kommen, ist inzwischen auf 250 geschrumpft.

Viele Münchner beschäftigt die Tat bis heute. Privatleute haben das Mahnmal, das von der Stadt geduldet wird, errichtet und pflegen es liebevoll. Nachdem Michaelas Grab inzwischen nicht mehr existiert, ist es für frühere Schulkameraden und Weggefährten ein wichtiger Ort des Gedenkens geworden. Im Internet gibt es außerdem ein „Trauerbuch Michaela Eisch“ (trauerbuchmichaelaeisch.npage.de). Ein Münchner, selbst Vater, betreibt die Seite. Er will damit die Erinnerung an Michaela wach halten.

Carmen, eine damals 13 Jahre alte Schulfreundin, ging mit Michaela am 17. Mai 1985 zum U-Bahnhof Michaelibad. Von dort wollte „Micha“ zum Hauptbahnhof fahren, um ihre Mutter im Alpenhotel abholen. Die 28-Jährige arbeitete dort als Bedienung. Für Michaela war es das erste Mal, dass sie alleine mit der U-Bahn fahren durfte.

Die Freundin erinnert sich: „Wenn ich voraussehen hätte können, dass Michaela nicht wieder kommt, hätte ich sie begleitet zu ihrer Mutter, aber ich musste in die andere Richtung. Sie hat mir noch zugewunken. Das war das letzte Mal, dass ich sie gesehen habe. Es war schrecklich! Als ich wieder zu Hause war, hat man die Kleine schon gesucht.“ Inzwischen ist Carmen 40 Jahre alt und hat selbst eine achtjährige Tochter. Die Angst sitzt tief. „Ich begleite meine Tochter überall hin. Es ist sehr schwer für mich, sie selbstständig werden zu lassen.“

Michaela und Helga Eisch verpassten sich im Hotel. Die allein erziehende Mutter sah ihr Kind nie wieder. Am selben Tag begegnete Michaela ihrem Mörder. Zwei Frauen sahen sie in der Nähe des späteren Fundortes mit einem etwa 30 Jahre alten Mann. Die beiden wirkten vertraut.

Der Fall ist der einzige ungeklärte Kindermord in München. Die Akten wurden nie geschlossen. 2011 ordnete ein Münchner Richter auf Antrag der Staatsanwaltschaft ein Massenscreening an: die erste DNA-Reihenuntersuchung in der Geschichte Münchens. Dank neuester Methoden hatten Kriminaltechniker an den alten Beweismitteln DNA-Spuren des Täters finden können. Mit diesem genetischen Täterprofil galt es nun die DNA aller Männer, die 1985 in der Siedlung lebten und vom Alter in Frage kamen, abzugleichen. Die Polizei forderte 1750 Münchner auf, im Juli in einer Sporthalle in der Bad Schachener Straße freiwillig eine Speichelprobe abzugeben. 1173 Männer kamen. Michaelas Mörder war nicht dabei.

Alle, die nicht gekommen waren, mussten erneut angeschrieben werden. Weitere 1000 Männer, die nicht mehr in München leben, wurden und werden von anderen Polizeidienststellen überprüft. Viel Arbeit. Doch mit jedem, der ausgeschlossen werden kann, zieht sich die Schlinge um den Täter zu – hoffen die Ermittler. Erster Kriminalhauptkommissar Reinhold Bergmann zur AZ: „Jetzt sind noch 250 offen.“

In dem Kondolenzbuch im Internet schreibt eine Tanja: „Gebt die Suche niemals auf!“ Und eine Conny hinterlässt den Eintrag: „Es ist das Schlimmste, was Eltern passieren kann. Ich bete für Euch, dass der Mörder auch nach so vielen Jahren noch gefunden wird.“ Michaelas Mutter wird nie erfahren, wer ihre Tochter getötet hat. Sie starb nur sieben Jahre nach ihrer Tochter an einem Asthma-Anfall.

http://www.abendzeitung-muenchen.de/inhalt.27-jahre-nach-dem-mord-an-michaela-eisch-8-gebt-die-suche-nie-auf.003d2c33-cf...


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

21.09.2013 um 19:55
Mord an Michaela Eisch: Polizist Dieter H. erinnert sich

München - Vor 26 Jahren wurde Michaela Eisch (8) ermordet. Polizist Dieter H. fand sie und erinnert sich in der tz.

© Kurzendörfer

Ende eines emotionalen Einsatzes: Polizist Dieter H. (damals 21) hält den Bestattern den Zaun auf, die die Leiche von Michaela Eisch wegtragen.

Vor 26 Jahren um diese Zeit suchte ganz München nach Michaela Eisch aus der Maikäfersiedlung. Das fröhliche Mädchen war am 17. Mai 1985 spurlos verschwunden, als sie ihre Mutter von ihrer Arbeitsstelle am Hauptbahnhof abholen wollte. Vier Wochen nach ihrem Verschwinden wurde die Achtjährige tot gefunden. Vom Mörder gibt es nur eine DNA-Spur. Im Juli startet die Mordkommission einen letzten Versuch, den Täter zu fassen. Rund 2700 Männer sollen eine Speichelprobe abgeben. Für viele Münchner ist der Mord an Michaela unvergessen, ein Trauerbuch im Internet erhält ihr Andenken. Für einen Gedenkgottesdienst zum Jahrestag schrieb Dieter H., einer der Polizisten, die Michaela tot gefunden hatten, seine erschütternden Erinnerungen von diesem Einsatz auf:
Sonntag, der 14. Juni 1985

"Ein paar Tage vor meinem 22. Geburtstag. Ich war gerade mit der Ausbildung fertig und seit März Wach- und Streifen­beamter auf der Baldewache, dem damaligen Polizeirevier 22 in der Kapuzinerstraße 52. Es war ein sonniger Nachmittag. Bei angenehmen, fast sommerlichen Temperaturen fuhren mein Kollege Klaus und ich Pflichtstreife im In­spektionsbereich. Klaus war bereits zwei Jahre auf dem Revier und galt schon als relativ erfahren, deswegen war er auch der Streifenführer. Da die Einsatzbelastung an dem Tag nicht hoch war, fragte mich Klaus über ein paar ­markante Örtlichkeiten im Revierbereich aus. Wer weiß zum Beispiel schon, wo sich die frühere Häfner-Alteneck-Straße befunden hat …
© privatMichaela kuschelt sich an ihre Mama Helga. Diese starb sieben Jahre nach dem Mord.

Ich glaube, es war so um 15 Uhr, als uns der Sprecher der Einsatzzentrale ruft: „Isar an Sendling 22/11, fahren S’ mal zum E-Werk an der Braunauer Eisenbahnbrücke. Dort werden S’ von den Beschäftigten erwartet. Die zeigen ihnen ein totes Reh im Gebüsch.“ Wir waren mit unserem uniformierten 5er-BMW nicht weit von unserem Einsatzort entfernt, und nach kurzer Zeit bogen wir in den Teil der Wittelsbacher Straße ein, der zur Braun­auer Eisenbahnbrücke führt. „Da hinten drin im Gebüsch, da liegt was. Ich glaube, es ist ein totes Reh. Ich bin gar nicht näher rangegangen, weil der Geruch so stark war“, teilte uns ein Arbeiter mit. Und er zeigte dabei auf den ­Bereich hinter der Fahrzeughalle unterhalb des Bahndammes.
Die spektakulärsten Verbrechen Münchens

Der Klaus und ich kraxelten dann an der ansteigenden Mauer zur Eisenbahnbrücke hoch und überstiegen den Zaun. Klaus ging voraus zum Bahndamm hoch. Von dort gelangten wir runter zur angegebenen Stelle. Man musste sich wegen der stark wuchernden Sträucher teilweise bücken, und es war sehr unwegsam. Plötzlich blieb Klaus stehen, und wir sahen etwas am Boden liegen. Ich war noch etwa zwei Meter hinter ihm und konnte Gott sei Dank nicht alles erkennen. Klaus sagte zu mir wörtlich: „Komm nicht näher. Das ist kein Reh. Ich glaube, das ist das kleine Mädchen, das die ganze Zeit schon gesucht wird. Die hat auch so Ballerina-ähnliche Schuhe an, und die restliche Beschreibung passt auch.“

Erst später erkannte ich die Erfahrung meines Streifenführers Klaus. Er wusste, dass es für die Spurensicherung leichter ist, wenn möglichst wenig am Tatort verändert wird. Und bei einem Tötungsdelikt kann auch die kleinste Spur einen Hinweis auf den Täter geben. Darum gingen wir auch auf dem gleichen Weg wieder zurück zum Streifenwagen.

Klaus setzte sich bei geöffneter Türe auf den Beifahrersitz, nahm den Funkhörer und verständigte die Einsatzzentrale. „Isar von Sendling 22/11. Ich glaube, wir haben da im Gebüsch die Michaela Eisch gefunden, die, die schon die ganze Zeit vermisst wird. Schicken Sie uns bitte den Leichenschauer und den Kriminaldauerdienst.“

Ich weiß nicht mehr, wer dann alles zum Tatort beordert wurde (…). An den Kriminaldauerdienst und an den Kollegen von der Spurensicherung kann ich mich noch erinnern. (…) Irgendwann war der Kollege von der Spurensicherung mit seiner Arbeit fertig und kam wieder zum Bahndamm hoch gestiegen. Die im wahrsten Sinn des Wortes „sterblichen Überreste“ von Michaela durften nun von der Bestattung geborgen werden. Doch nach schon einer Minute waren die beiden Herrn von der Bestattung schon wieder am Bahndamm oben und holten Atemschutzmasken. Ich bin überzeugt, dass man als Bestatter schon hart gesotten sein sollte und dass die beiden keine „Weicheier“ waren. Doch Michaela lag dort schon seit vier Wochen, und die Temperaturen 1985 waren sommerlich. (…)

Liebe Trauernde. Jeder von Ihnen hat einen Grund, heute hier zu sein. Jeder von Ihnen malt sich in seiner Fantasie das damalige Geschehen aus. Ich kann heute leider nicht anwesend sein. (…) Und seien Sie versichert, beim Schreiben dieser Zeilen wurden meine Augen nicht nur ein Mal feucht. Manche Einsätze vergisst man eben nie, und man ist selbst nach so vielen Jahren emotional gefangen. Als dreifacher Vater, davon zweier Mädchen, kamen mir immer wieder Gedanken und Vergleiche zu Michaela hoch. Hoffentlich geschieht meinen eigenen Kindern sowas nicht.

Ich bin überzeugt, dass der Mörder von Michaela eines Tages bekannt wird. (…) Ich weiß nicht, wie lange es noch dauert und ob der Mörder heute überhaupt noch lebt, aber ich gehe davon aus. Und dann wird ihm der Prozess gemacht.(…)"

http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/mord-michaela-eisch-polizist-dieterh-erinnert-sich-tz-1261719.html


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

21.09.2013 um 19:57
Michaelas feiger Mörder ist immer noch frei

30.06.08|München

Das Leben muss ja weitergehen. Man kann es sich nicht vorstellen, aber es geht weiter.“ Das sind die Worte einer Frau, der das Schlimmste geschah, was einer Mutter geschehen kann.
Betroffene Gesichter bei Polizisten und Bestattern. Michaelas Leiche wird auf einer Trage aus dem Bahngelände zum Wagen getragen. Die Schülerin war von ihrem Mörder vergewaltigt und wie Müll weggeworfen worden

Betroffene Gesichter bei Polizisten und Bestattern. Michaelas Leiche wird auf einer Trage aus dem Bahngelände zum Wagen getragen. Die Schülerin war von ihrem Mörder vergewaltigt und wie Müll weggeworfen worden

Die Münchner Kellnerin Helga Eisch war 28 Jahre alt, als ihre kleine Tochter Michaela verschwand. Einen Monat lang lebte die Frau wie in Trance, bevor am 14. Juni 1985 schließlich das Schlimmste Gewissheit wurde. Michaela – ihr liebes, kleines „Mickymäuschen“ – war tot. Ermordet von einem Sexualverbrecher, der dieses arme Kind missbrauchte und wegwarf wie Dreck.

Immer wieder hat die Münchner Mordkommission in den Jahren danach versucht, mit großangelegten Öffentlichkeitsfahndungen neue Hinweise zu bekommen. Rund 1600 Männer – Anwohner, Kleingärtner, Stadtstreicher, Jogger – wurden vernommen. Tatsächlich fügten sich im Laufe der Jahre immer wieder neue Puzzleteile ein. Doch ein komplettes Bild ergab sich nie. Und auch die technischen Möglichkeiten führten bis heute zu keiner Festnahme. Und so kommt der Kindermörder jetzt schon seit 23 Jahren davon ...

Rückblende: Die geschiedene Kellnerin Helga Eisch arbeitete 1985 im Frühstücksservice des „Alpenhotel“ in der Kolpingstraße nahe des Hauptbahnhofs. Jeden Morgen um 5 Uhr verließ sie die Wohnung in der Bad-Schachener-Straße (Ramersdorf), wo sie allein mit ihrer Tochter lebte. Vorher machte sie dem Kind stets das Frühstück: Marmeladen-Brot mit Milch. Weil Michaela so ein liebes und zutrauliches Kind war, schärfte ihr die Mutter wieder und wieder ein: „Du darfst nie mit Fremden gehen!“ Da kicherte Michaela immer und ­sagte: „Weiß ich doch, Mami!“

Neben den Frühstücks-Teller legte die Mutter morgens stets die rote Lederbörse mit dem Wohnungsschlüssel und etwas Geld.

So war es auch am Morgen des 17. Mai 1985. Michaela stand um 8 Uhr auf. Um 12 Uhr wollte sie ihre Mutter im Hotel abholen. Zum ersten Mal durfte sie an diesem Tag allein mit der U-Bahn vom Innsbrucker Ring zum Hauptbahnhof fahren. Den Vormittag verbrachte die Kleine auf dem Spielplatz und bei der Oma. Um 10.20 Uhr telefoniert sie mit ihrer Mami: „Ich komme bald“, sagte sie zum Abschied. Es war ein Abschied für immer.

Ihre Freundin begleitete sie bis zur U-Bahnstation Innsbrucker Ring. Die Kripo erfuhr später, dass sie tatsächlich im Alpenhotel war. Doch Mutter und Tochter müssen sich knapp verpasst haben.

Bis zum späten Nachmittag wurde Michaela im Viertel um die Josephsburg von einem Lehrer und anderen Kindern mehrfach gesehen. Einer Nachbarin fiel auf, dass sich das kleine Mädchen besonders hübsch angezogen hatte: weißer Faltenrock, ein neues weißes T-Shirt mit Kuschelbär-Aufdruck, schwarze Ballerina-Schuhe und blaue Strickjacke.

Gegen Abend wird ein Mädchen im weißen Faltenrock in Begleitung eines Mannes an einem Kiosk an der Wittelsbacherbrücke gesehen. Noch später sah ein Zeuge, wie dieses Kind mit einem Mann (ca. 30 Jahre alt, 1,85 Meter groß, schlank mit dunkelblondem, dichten Haar) über den Zaun ins dicht bewachsene Gelände unterhalb an der Braunauer Eisenbahnbrücke (Glockenbachviertel) steigt....

29 Tage später – am Mittag des 14. Juni – findet ein Arbeiter des E-Werks die stark verweste Leiche von Michaela in genau diesem, von Unkraut überwucherten Gelände. Die Achtjährige wurde offenbar noch am Abend ihres Verschwindens vergewaltigt und mit ihrem eigenen Baumwollhöschen erdrosselt. „Sie müssen jetzt stark sein, Frau ­Eisch....“, sagte der Kriminalbeamte.

Helga Eisch war und blieb stark. Sie arbeitete, sie kaufte ein, sie traf Freunde. Jeden Tag staubte sie Michaelas Plüschtier-Sammlung ab und saugte den Teppich des Kinderzimmers. Sie brachte sogar ein Lächeln zustande, wenn sie den anderen Kindern am Spielplatz zuwinkte. Nur Trost und innere Ruhe – das fand sie nie mehr. Sieben Jahre nach dem Tod ihres Mickymäuschens starb Helga Eisch im Herbst 1992 an einem Asthma-Anfall. Sie wurde nur 35 Jahre alt.

Wo ist das rote Schlüssel-Etui?

Bevor die Mutter früh morgens das Haus verließ, legte sie stets ein rotes Lederetui mit fünf Mark und dem Haustürschlüssel auf Michaelas Frühstückstisch. Das kleine Mädchen hatte ihn auch am Tag seines Verschwindens bei sich. Doch dieses rote Leder-Etui samt dem Zeiss-Ikon-Schlüssel (Registrierungs-Nummer 352665) ist am Tatort nicht mehr gefunden worden. Die beiden Gegenstände könnten sich also noch heute im Besitz des Mörders befinden.

Hinweise nimmt die Münchner Mordkommission unter Tel. 089/2910-0 entgegen.

Das geschah am 17. Mai 1985

Wenn es nicht gerade der Hochzeitstag war – wer könnte heute noch sagen, wo er in den Tagen um den 17. Mai 1985 war? Einige Anhaltspunkte: An jenem Freitag, an dem Michaela Eisch verschwand, war es in München sonnig und warm. Die Münchner diskutierten nach einem Kircheneinsturz und Beschädigung der Wieskirche über ein Verbot für Tiefflüge. Roy Black wurde an jenem Tag zu 10 000 Mark Strafe wegen einer Alkoholfahrt (2,58 Promille) verdonnert.

In Bonn war am 13. Mai Mildred Scheel gestorben. Die Fernseh-Nation dachte über ein würdiges Ende für Dallas-Darling Bobby Ewing nach. In der ARD lief an diesem Abend die Arzt-Schnulze Dr. Holl und im ZDF klärte Derrick einen „Unheimlichen Abgang“. Im Formel-1-Training in Monaco triumphierten Ayrton Senna und Riccardo Patrese. Dieter Hoeneß verlängerte seinen Vertrag beim FC Bayern.

Quelle: tz

http://www.tz-online.de/aktuelles/muenchen/michaelas-feiger-moerder-ist-immer-noch-frei-62503.html


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

21.09.2013 um 19:59
Ein neuer Bericht über den Fall in "Ungeklärte Morde" - der ältere Bericht der gleichen Reihe war etwas informativer, ist aber leider nicht mehr verfügbar.

http://www.myvideo.de/watch/8382192/Michaela_Eisch_8_Ungeklaerte_Morde_neuer_Bericht


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

21.09.2013 um 20:19
Nun zu ein paar Details aus dem nun geschlossenen Thread - auch um eventuellen Spekulationen vorzubeugen:

Es wurde erwähnt, dass der Vater von Michaela Eisch, von dem die Mutter als Alleinerziehende getrennt lebte, dem Phantombild - welches aufgrund der Zeugenaussagen erstellt wurde, die Michaela am Tag ihres Verschwindens mit einem etwa 30 Jahre alten Mann gesehen haben wollen erstellt wurde - sehr ähnlich sieht. Dem ist auch tatsächlich so. Dazu hier ein Bild:

/i/td073d6_b7c1f2_eisch.jpg

Der betreffende User meinte außerdem, dass der Vater von der Polizei als verdächtig angesehen wurde, sein Alibi jedoch wasserdicht war.
Nun, da es eine täterrrelevante DNA gibt, sollte uns Hobby-Kriminalisten klar sein, dass der Vater - vor allem wenn er damals tatsächlich verdächtig war - wahrscheinlich als einer der ersten überprüft worden war und somit weitere Spekulationen über eine mögliche Täterschaft absolut nicht zielführend wären.

Trotzdem ergibt sich daraus meiner Ansicht nach eine wichtige Information: Wenn der Täter Michaelas Vater so ähnlich gesehen hat, könnte das erklären, warum Michaela und er vertraut gewirkt haben - selbst wenn es ein für sie absolut fremder war. Kinder reagieren viel stärler auf vertraute Gesichtszüge als Erwachsene. Sollte sich die Kleine in der U-Bahn verlaufen haben, ist es nicht unwahrscheinlich, dass sie sich hilfesuchend an jemanden gewandt hat bzw. sich von jemandem hat helfen lassen, der auf sie vertraut wirkte.


Derselbe User hat im letzten Thread auch etwas enigmatisch von einem Gegenstand gesprochen, der in der Leiche gefunden wurde, welcher wohl auf ein ganz bestimmtes Täterprofil schließen lässt und einen geplanten Sexualmord unwahrscheinlich erscheinen lässt. Dies wurde leider von dem User nicht belegt, so dass nichtg klar war, ob sich dahinter wirklich tatrelevante Informationen verbergen. Ich habe im Internet recherchiert und folgenden Zeitungsartikel zum Thema Profiling gefunden, auf den sich der User wohl auch berufen hat:
http://www.focus.de/auto/ratgeber/zubehoer/profiler-der-nette-killer-von-nebenan_aid_189199.html

Dort wird Udo Nagel, 2001 Leiter des Münchener Morddezernats, zitiert; hier der ganze Absatz:

Das Know-how der Amis könnte allerdings einen Kindermörder zur Strecke bringen, nach dem die Polizei seit mehr als 15 Jahren fahndet. Am 14. Juni 1985 fand ein Spaziergänger an einem Münchner Bahndamm die geschändete Leiche der achtjährigen Michaela Eisch. Eine Sonderkommission der Polizei suchte den Täter über Jahre hinweg vergebens.

Eine Analyse nach dem FBI-Prinzip erbrachte vor zwei Jahren dann eine interessante Neubetrachtung des Falles. So war 85 in der Scheide des missbrauchten Mädchens ein phallusähnlicher Gegenstand entdeckt worden. Die Ermittlungen brachte dies jedoch damals nicht weiter. Heute wissen die „Profiler“ den Akt des Mörders psychologisch zu deuten. Udo Nagel: „So etwas kommt in der Regel nur bei nicht geplanten Sexualmorden vor und lässt auf eine ganz bestimmte Täterpersönlichkeit schließen.“ Inzwischen kamen die Kriminaler „zu einer neuen Einschätzung“, die den Täterkreis nun extrem einengt. Nagel: „Wir haben durchaus die Hoffnung, den Fall noch abschließen zu können.“


Nun meine Frage an alle User, die sich schon intensiver mit dem Thema Profiling befasst haben:

- warum kann man von dem Gegenstand darauf schließen, dass es ein nicht geplanter Sexualmord war? Das Mitführen eines solchen Gegenstandes lässt doch den Schluss nahe, dass sexuelle Aktivität durchaus geplant war. Oder liegt die Betonung auf MORD? War der Mord nicht geplant?

- hat jemand eine Ahnung, welche "bestimmte Täterpersönlichkeit" hier gemeint sein könnte?


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

22.09.2013 um 08:13
@Schneewi77chen

Ich habe mich etwas mit Profiling schon beschäftigt, kann aber hier auch nur mutmaßen. Zunächst mal ist ja nicht bekannt, ob der Täter den Gegenstand mit sich führte oder ob es sich hierbei um etwas handelt, was er am Tatort fand (z.B. einen Ast oder länglich geformten Stein).

Mir fällt dazu ein anderer Fall ein, der in den USA sich zutrug. In dem Fall war das Motiv des Täters, dies zu tun, dass er selbst unter Impotenz litt, er hatte also den Trieb, aber er konnte selbst nicht und musste daher zu Hilfsmitteln greifen, um sein Opfer vergewaltigen zu können. Man darf dabei nicht vergessen, dass es bei einer Vergewaltigung dem Täter eben vor allem um das Ausleben von Gewalt(phantasien) geht, um Macht und/oder einfach Freude daran, einen anderen Menschen (Mädchen/Frauen) in demütigender Weise zu quälen - und nicht um die Auslebung des sexuellen Triebs in DEM Moment. Den lebt er dann eher danach wieder und wieder in der Erinnerung aus.

Es könnte also sein, dass der Täter sexuelle Probleme hatte und dies auch sich in Beziehungen zu Frauen wiederspiegelte. Dass die Polizei sagt, man könne vom Gegenstand darauf schließen, dass der Sexualmord nicht geplant war, könnte darauf hindeuten, dass dieser Gegenstand eben tatsächlich zufällig am Tatort vom Täter gefunden und benutzt wurde, er also aus der Situation heraus während der Tat improvisierte.

Was ich nicht verstehe, wie Mutter und Tochter sich am Hotel verpassen konnten, denn die Kleine war ja wohl definitiv am Hotel angekommen. Warum sucht man den Täter im Wohnumfeld, müsste man ihn nicht eher im Umfeld des Hotels suchen? Auch kann ich mir nicht vorstellen, wenn es ein Nachbar war, dass die Mutter eine ihr bekannte Person nicht auf den Fahndungsbildern wiedererkannt hätte. Evtl. war es doch ein Fremder.

Die "Ähnlichkeit" des Vaters zu den Bildern würde ich nicht überbewerten, denn damals trugen die meisten Männer die Haare so, das wäre genau so als würde man heute z.B. einen Mann mit kurzen Haaren zeichnen, da wären auf dem Bild die Haare heute auch eher nebensächlich und man würde sich auf die Gesichtszüge konzentrieren, weil die Haare im Auge des zeitgenössischen Betrachters keinerlei Signalwirkung hätten.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

22.09.2013 um 18:24
@diegraefin
Danke für deine Antwort! Deine Idee und deine Ausführungen zum Täterprofil sind wirklich sehr interessant! Auf die Impotent wäre ich jetzt selbst gar nicht gekommen, ist aber doch sehr schlüssig!

Nur mit dem Gegenstand bin ich mir noch nicht sicher ... Wenn es ein Ast oder dergleichen gewesen wäre - hätte man dann die Umschreibung "phallusartiger Gegenstand" gebraucht? Wäre die Info dann nicht auch präziser auf den Tatort ausgerichnet also bspw. wenn sich vermutlich am Tatort befindlicher Gegenstand" wurde gefunden? Für mich macht halt das Adjektiv "phallusartig" keinen Sinn, wenn es sich um einen wahllos ausgewählten Gegenstand vom Tatort handelt ... schon allein die Lokalisation des Gegenstandes reicht doch für Rückschlüsse auf seine evtl. "Stellvertreterfunktion" aus. Vielleicht ist das aber auch nur Interpretationssache.

In jedem Fall aber vielen Dank für deinen Input!


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

22.09.2013 um 19:51
@Schneewi77chen

Vielleicht wurde es absichtlich so formuliert, damit das weiter Täterwissen ist und man so evtl. auch falsche Selbstbezichtigungen entlarven kann? "Phallusartig" kann ja alles sein, was länglich geformt ist in so einem Fall, also auch ein Ast.

Ich denke, es war nichts aus seinem Besitz/selbst Mitgebrachtes, weil ich mir vorstellen könnte, dass die Polizei dann sehr wohl es öffentlich gemacht hätte, WAS das war, um nach Zeugen zu suchen, die sich erinnern, bei wem sie einen solchen Gegenstand evtl. schon mal gesehen haben, oder?


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

22.09.2013 um 23:06
@diegraefin
Hm, ja, das mit dem Täterwissen ist mir auch schon in den Sinn gekommen ... wäre natürlich möglich, genau wie alles andere auch. Man weiß letztlich ja nur ganz wenig.

Du hast in deinem vorigen Beitrag noch erwähnt, wie es denn dazu kommen könnte, dass sich Mutter und Tochter am Hotel verpassten. Ich hab mir dazu folgendes gedacht:

Die Mutter wusste ja, mit welcher Bahn die Kleine gefahren ist und damit auch, wann sie am HBF und am Hotel ankommen sollte. Den Weg, den Michaela nehmeWausste, hatte sie ihr sicherlich auch erklärt. Vielleicht konnte die Mutter an diesem Tag ihre Arbeit schon etwas früher beenden und wollte ihrer Tochter entgegen gehen?
Die Frage ist dann allerdings, wer der Kripo im Nachhinein bestätigen konnte, dass Michaela das Hotel sehr wohl noch erreicht hat. Und warum dieser jemand die Kleine wieder gehen ließ (evtl. Deine Mama ist gerade zum Bahnhof gegangen, beeil dich, dann erwischt du sie noch!). Zumindest war da der Täter wohl noch nicht in ihrer Nähe, sonst wäre das ja in die Aussage mit eingeflossen.

Allerdings verstehe ich auch nicht, warum nur Männer die damals in der Maikäfersiedlung lebten, überprüft wurden ... Es könnte, wie du bereits erwähntest, ebenso jemand aus dem Hotel gewesen sein, oder ein Lehrer, oder tatsächlich ein völlig Fremder aus dem Großraum München, dem die Kleine schon in der U-Bahn aufgefallen war und der nur die passende Gelegenheit abgewartet hat (z.B. nachdem sie ihre Mutter auch auf dem Weg zum Bahnhof nicht mehr einholen konnte und dann vollkommen alleine war).

Was mich aber auch noch wundert, ist der Weg, den Michaela an diesem Tag zurückgelegt hat:

- von Berg am Laim zum Hotel am HBF
- nachmittags Sichtungen in Josephsburg (mit oder ohne Täter?) am Spielplatz
- Sichtung am Kiosk Braunauer Brücke mit Täter
- Michaela betritt zusammen mit dem Täter das Gelände an der Braunauer Brücke Richtung Innenstadt


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

23.09.2013 um 08:36
@Schneewi77chen

Ja, das hat ich mich auch gewundert, dass Michaela nicht direkt vom Hotel aus wieder nach Hause ist. Aber man muss dabei auch bedenken, dass damals alles noch freier war, die Kinder waren nicht so überbehütet wie heute, im Schulalter waren die Kinder damals sehr viel selbständiger als heute, durften herumstromern nach Mittagessen und Hausaufgaben, man vereinbarte eine Uhrzeit, zu der die Kids wieder Zuhause sein sollen, und wenn sie zu klein waren, die Uhr zu lesen, war es eben "wenn die Straßenlaternen angehen" o.ä., und ansonsten war es völlig normal damals, dass Kinder allein auf den Spielplatz gehen usw., man traf dann normalerweise andere Kinder an seinen üblichen Spielorten, und spielte zusammen bis alle rein mussten.

Das war damals normal selbst bei Kindern, wo die Mutter nicht arbeiten musste. Bei einer alleinerziehenden Berufstätigen wie in diesem Fall musste das Kind noch viel eher und mehr Selbständigkeit und Zuverlässigkeit lernen, und wenn man sich den normalen Tagesablauf von Michaela so anschaut, sieht man ja, dass sie ihrer Mutter keine Grund gab, an ihrer Zuverlässigkeit und Gewissenhaftigkeit zu zweifeln. Und so ließ diese sie dann wahrscheinlich auch ziehen, wenn sie ihre Aufgaben erledigt hatte.

Ich habe gerade nicht mehr auf dem Schirm, ob was geplant war mit der Mutter nach der Arbeit. Wenn ja, wäre es natürlich trotzdem ungewöhnlich, dass Michaela vom Hotel aus nicht schnurstracks heimgefahren ist wieder. Hatte sie vielleicht kein Geld für die Rückfahrt?


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

23.09.2013 um 09:00
Comtesse schrieb:Ich habe gerade nicht mehr auf dem Schirm, ob was geplant war mit der Mutter nach der Arbeit. Wenn ja, wäre es natürlich trotzdem ungewöhnlich, dass Michaela vom Hotel aus nicht schnurstracks heimgefahren ist wieder. Hatte sie vielleicht kein Geld für die Rückfahrt?
Laut Merkur-Artikel wollten Mutter und Tochter Schallplatten kaufen gehen, hatten also wohl doch was vor.

Allerdings versteh ich dann noch weniger, warum sie sich verpasst haben. Hat die Mutter vlt. gemeint, ihre Tochter hat sich doch nicht auf den Weg gemacht und ist deswegen nach Hause? Damals gab es ja keine Handys, wo man kurz und einfach nachfragen konnte. Allerdings hätte die Mutter dann im Festnetz anrufen können und die Tochter fragen, ob sie doch daheim geblieben ist.

Genauso die Tochter: Warum ist sie nicht direkt nach Hause, wenn sie sich verpasst hatten, aber noch was unternehmen wollten? Das Mädchen soll ja nachmittags über noch gesehen worden sein. Ich frag mich, ob der Kleinen nicht bald nach der Ankunft im Hotel (bzw. kurz nach Wiederverlassen des Hotels) was passiert ist und die Zeugen, die das Mädchen gesehen haben wollen, es vlt. mit einem anderen verwechselt haben. Das wäre fatal, weil dann die ganzen Täterbeschreibungen nichtig wären.

Als letztes versteh ich das Verhalten der Hotelmitarbeiter nicht ganz. Die Frau wird doch wahrscheinlich zumindest einer Kollegin erzählt haben, dass ihre Tochter sie heute zum ersten Mal abholen wird. Ebenso muss auch jemand mitbekommen haben, dass diese Verabredung nicht geklappt hat.
Wenn dann ein achtjähriges Grundschulkind im Hotel ankommt, muss doch irgendjemand mitdenken und sagen: "Setz dich mal hier her und warte, ich ruf die Mama in 20 Min an, da müsste sie wieder zu Hause sein, die entscheidet dann, wie du nach Hause kommst."

@diegraefin hat schon recht, dass es in den 80ern freier war, als es womöglich heute ist. Aber auch früher hätte niemand, der von Kindern halbwegs Ahnung hat, eine Achtjährige ungeplant und unverabredet, womöglich noch mit zu wenig Geld, durch eine Großstadt gurken lassen (die Hinfahrt war ja geplant und verabredet, das ist was anderes).


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

23.09.2013 um 09:09
@hallo-ho

Ja, man weiß leider nicht, wie es genau zu diesem Verpassen am Hotel kam, vielleicht war es ja wirklich so, wie jemand hier schon vermutete, dass sie sich nur um 1-2 Minuten verfehlt haben und derjenige, der Michaela dann am Hotel sah, sie schnell hinter der Mama herschickte. Wenn das Kind dann nicht wieder auftaucht, würde man ja sicher denken, sie haben sich noch gefunden.

Leider kennen wir die Situation nicht, wissen nicht, wie lang die Mutter gewartet hat, bevor sie sich auf den Heimweg machte, ob sie unterwegs noch nach dem Kind schaute etc. pp.! Die Vernunft sagt einem da, bleib an dem Ort, wo du dich verabredet hast und warte da, aber ich habe selbst schon mal mein Kind verpasst an einem Treffpunkt, und konnte dann auch nicht ruhig da stehen und abwarten, sondern bin ihm entgegengegangen, wo wir uns dann wieder verpassten, weil es einen anderen Weg gegangen war usw., also, sowas kann passieren sogar auf kleinen Strecken, und als Eltern will man dann nicht stehenbleiben und abwarten, sondern die Stellen absuchen, wo das Kind sein könnte. Und dabei kann man sich dann halt leicht verpassen.

Weiß man, wann die Vermisstenanzeige von der Mutter aufgegeben wurde? Sorry, falls es in einem der Berichte steht.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

23.09.2013 um 09:24
@diegraefin

Ja, hast recht, so ein Szenario könnt ich nachvollziehen, wenn sie sich tatsächlich nur um ein paar Minuten verpasst haben, dass man die Kleine hinterhergeschickt hat.


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Vernazza2013
ehemaliges Mitglied

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Der Fall Michaela Eisch (1985)

23.09.2013 um 10:37
@Schneewi77chen
- warum kann man von dem Gegenstand darauf schließen, dass es ein nicht geplanter Sexualmord war? Das Mitführen eines solchen Gegenstandes lässt doch den Schluss nahe, dass sexuelle Aktivität durchaus geplant war. Oder liegt die Betonung auf MORD? War der Mord nicht geplant?

Bei der verwendeten FBI-Terminologie, wird von von dem „planenden“ (organized) beziehungsweise dem „nicht planenden“ (disorganized)Täter gesprochen.
Diese Begriffe haben sich – zumindest in Deutschland - bisher nicht durchsetzen können, da Straftäter
in der Regel sowohl geplante als auch ungeplante Beweggründe bei ihren Taten erkennen lassen.
Die Mehrheit der Taten liegt ergo irgendwo zwischen diesen Bereichen.

Sicherlich sind bei derartigen Vorgaben immer eine gewisse Vorsicht geboten.
Der Täter könnte sich etwa bewusst anders verhalten und Spuren gezielt
verfälschen, um die Ermittlung seiner Identität zu erschweren.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

23.09.2013 um 10:54
Gab es zu diesem Fall schon mal einen XY-Filmbeitrag? Ich habe den Fall nämlich so bildlich vor Augen.

Ich bin immer erfreut, wenn solche Fälle auch nach so langer Zeit nicht in Vergessenheit geraten und sich neue Ermittlungsergebnisse auf tun. Gerade bei Kindern. Ich hoffe, daß der Täter noch gefasst werden kann und sich seiner Tat stellen muß.


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Vernazza2013
ehemaliges Mitglied

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Der Fall Michaela Eisch (1985)

23.09.2013 um 11:23
@cariboo
Gab es zu diesem Fall schon mal einen XY-Filmbeitrag? Ich habe den Fall nämlich so bildlich vor Augen.



http://rtl2now.rtl2.de/ungeklaerte-morde-dem-taeter-auf-der-spur/eine-vermisste-achjaehrige-eine-ermordete-prostituierte...


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

23.09.2013 um 12:23
@cariboo
Es gab zu dem Fall mal einen sehr guten Bericht in "Ungeklärte Morde" - da ist leider nur noch die neuere Version verfügbar, den Link hab ich oben mal gepostet. Am Mittwoch wird der Fall bei xy nochmal aufgegriffen.

@Vernazza2013
Danke Dir! Die Attribute "organized" und "disorganized" machen für mich im Zusammenhang mit der Täterpersönlichkeit viel mehr Sinn und jetzt kann ich mir dazu auch was vorstellen.

@hallo-ho
Man kann relativ sicher sein, dass die Sichtungen am Nachmittag tatsächlich Michaela betroffen haben, da sie unter anderem von einem ihrer Lehrer gesehen wurde. Die übereinstimmenden Zeugenaussagen zum Täter tun dann ihr übriges.

@diegraefin
Die Mutter hat Michaela noch am gleichen Abend als vermisst gemeldet.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

23.09.2013 um 12:31
@Schneewi77chen

Ich hab mir den von @Vernazza2013 verlinkten Film angesehen. Nach den Infos und Aussagen gehe ich auch davon aus, dass die Zeugen das richtige Mädchen gesehen haben.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

23.09.2013 um 12:41
@hallo-ho

Die Kleidung die sie trug war ja auch recht auffällig, daran konnte sie doch recht zweifelsfrei auch von Zeugen identifiziert werden, die sie nicht kannten. Dazu die Nähe zum späteren Tat-/Fundort, das kann ja kein Zufall gewesen sein.

@Schneewi77chen

Das kommt mir unter den gegebenen Umständen ziemlich spät vor, wobei man nicht weiß, wie lang sie selbst nach dem Kind gesucht hat vorher.


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LaraSentuerk
ehemaliges Mitglied

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Der Fall Michaela Eisch (1985)

23.09.2013 um 12:48
@Vernazza2013
Ja, gab es meiner Meinung nach.
Es könnte aber auch, dieser Beitrag auf RTL II gewesen sein, den ich meine.
Am Mittwoch ist es auf jeden Fall auch bei Aktenzeichen xy.


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LaraSentuerk
ehemaliges Mitglied

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Der Fall Michaela Eisch (1985)

23.09.2013 um 12:52
@Vernazza2013
Ne, ich glaube, dass ich den Film nur bei " Ungeklärte Morde " gesehen habe.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

23.09.2013 um 12:54
@diegraefin
Ja, wie gesagt, kommt mir jetzt auch plausibel vor. Mich hat vorher einfach nur sehr gewundert, dass das Mädchen nicht direkt nach Hause ist, weil es ja eigentlich mit der Mutter etwas vorhatte (eben den Stadtbummel und die versprochenen Schallplatten). Daher erschien es mir seltsam, dass sie nicht nach Hause ist.

Wenn sie sich allerdings verlaufen hat (Vermutung im Film, die ja durchaus zutreffen kann), ist es wieder ein plausibles Szenario, dass sie einen Erwachsenen um Hilfe gebeten hat oder aber ein aufmerksamer Täter ihre hilfsbedürftige Lage erkannt hat und ihr von sich aus Hilfe angeboten hat.

Wir kennen ja das Mädchen nicht, wissen nicht, was für ein Wesen es hatte. Es wird einerseits als sehr liebenswürdig bzw. arglos beschrieben, anderseits soll es ganz genau gewusst haben, dass es mit Fremden nicht mitgehen darf.

Wenn der Fremde ihr aus ihrer Sicht geholfen hat und nett zu ihr war, hat sie vlt. schnell Vertrauen gefasst, weswegen die beiden auch auf Zeugen diesen Eindruck gemacht haben. Vlt. war er ja auch in irgendeiner Form unterhaltsam, so dass die Kleine die Zeit vergessen hat und auch, dass sie mit ihrer Mutter was vorhatte.

Das ist aber wie gesagt schwer einzuschätzen, ob das typisch für sie gewesen wäre. Andere Kinder hätten vlt. irgendwann gesagt, dass sie jetzt endlich nach Hause wollen und zur Not den Weg auch alleine suchen. So ein Kind hätte dann nicht den Eindruck erzeugt, dass die beiden einen vertrauten Umgang haben, sondern dem Täter Stress gemacht.
Aber es würde erklären, dass der Täter nicht zwangsläufig ein näherer oder weitläufigerer Bekannter dieses Mädchens sein muss und die beiden trotzdem einen Eindruck wie Vater/Tochter hinterlassen haben.


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Der Fall Michaela Eisch (1985)

23.09.2013 um 13:27
@Vernazza2013

Danke für den Link. Habe mir das Video eben angeschaut. Vieles ist natürlich logischerweise ähnlich, aber ich meine, daß ich mal etwas anderes gesehen habe.

Hoffentlich bringt XY neue Hinweise.


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