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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

896 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Kindesmissbrauch, Münster, Kleingartenanlage ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

06.07.2021 um 19:59
Zitat von WurstsatenWurstsaten schrieb:Sicherheitsverwahrung heißt in der Regel, eingesperrt bleiben, bis der Delinquent so altersschwach ist, dass er niemanden was antun kann.
@Wurstsaten
Eigentlich nicht.
Sicherungsverwahrung bedeutet, dass der Verurteilte seine Haftstrafe voll absitzt und danach in die Sicherungsverwahrung überstellt wird. Das ist kein Gefängnis, denn seine Strafe hat er abgesessen. Das sind eher Apartments, also weit angenehmer, als eine Zelle. Es geht dann ja auch nicht mehr darum, den Menschen zu bestrafen. Es geht darum, einen Menschen, der als gefährlich eingestuft wird, von der Gesellschaft fernzuhalten.

Von da an wird in 2-Jahresabständen überprüft, ob die Sicherungsverwahrung gelockert werden kann - oder ob sie ganz aufgehoben wird.
Lockern heisst, dass Ausgänge möglich gemacht wird, Treffen mit der Familie etc.


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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

06.07.2021 um 20:18
Ebenso wie die normale Freiheitsstrafe wird die Sicherungsverwahrung meist in allgemeinen Justizvollzugsanstalten vollzogen. Da der Aufenthalt jedoch gerade nicht an ihre Schuld anknüpft, sondern der Sicherungsverwahrte sich dort einzig zum Schutze der Allgemeinheit (bzw. der potentiellen Opfer, s. o.) vor ihm befindet, ist dies insoweit ein „Sonderopfer“ für die Allgemeinheit.
Quelle: Wikipedia


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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

06.07.2021 um 20:33
Zitat von MightyspiderMightyspider schrieb:benso wie die normale Freiheitsstrafe wird die Sicherungsverwahrung meist in allgemeinen Justizvollzugsanstalten vollzogen. Da der Aufenthalt jedoch gerade nicht an ihre Schuld anknüpft, sondern der Sicherungsverwahrte sich dort einzig zum Schutze der Allgemeinheit (bzw. der potentiellen Opfer, s. o.) vor ihm befindet, ist dies insoweit ein „Sonderopfer“ für die Allgemeinheit.
Quelle: Wikipedia
@Mightyspider
Da es sich aber nicht um eine Bestrafung handelt, wird die Unterbringung nicht in den Gefangenenzellen sein.
Die sind ja sehr klein.

Ich habe hier noch etwas Interessantes gefunden (14.04.2011):
Warum muss die Sicherungsverwahrung reformiert werden? Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat diese deutsche Praxis der nachträglichen Sicherungsverwahrung im Dezember 2009 als Verstoß gegen die Europäische Menschenrechtskonvention beanstandet. Die Straßburger Richter entschieden, dass gegen bestimmte Straftäter zu Unrecht Sicherungsverwahrung verhängt worden war.

Bis 1998 konnte die Maßnahme nur auf zehn Jahre befristet angeordnet werden, seither kann sie lebenslang bestehen bleiben.

Nach 1998 wurden zahlreiche zuvor angeordnete Verwahrungen über die Zehn-Jahres-Frist hinaus verlängert - was nach Ansicht der Straßburger Richter gegen das Rückwirkungsverbot verstieß. Demnach darf niemand wegen eines Gesetzes verurteilt werden, das zum Zeitpunkt der Tat noch nicht bestand.

Was hat sich seit der Reform geändert? Die Sicherungsverwahrung wurde zum Jahresbeginn reformiert und auf Sexual- und Gewalttäter beschränkt. Die Sicherungsverwahrung wird es nur noch geben, wenn sie schon im Urteil angeordnet oder zumindest "vorbehalten" war. Die nachträgliche Sicherungsverwahrung, die der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte in seinem Urteil vom 17. Dezember 2009 als eine "verkappte Strafverlängerung" bezeichnet und als Verstoß gegen die Menschenrechte gerügt hatte, ist abgeschafft.
Bislang Inhaftierte, die sich auf dieses Straßburger Urteil berufen können und eigentlich freizulassen sind, sollen in geeigneten Einrichtungen untergebracht werden können (Therapieunterbringungsgesetz). Voraussetzung: Sie sind "psychisch gestört" und die Unterbringung erfolgt zum Schutz der Allgemeinheit. Ist die Freilassung nicht zu verhindern, kann die Führungsaufsicht das Tragen elektronischer Fußfesseln anordnen.
Quelle: https://www.tagesschau.de/inland/sicherungsverwahrung140.html


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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

10.07.2021 um 13:00
Was ich mich auch noch gefragt habe: Was ist eigentlich mit dem leiblichen Vater des Kindes? Da hat man nie was drüber gehört oder gelesen...


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09.08.2021 um 12:45
Am 05.08.21 begann der Prozess gegen die Mutter des Jungen. Ihr wird ihr nicht nur Beihilfe durch Unterlassen vorgeworfen, sondern sie soll auch ihr Kind zu sexuellen Handlungen an ihrem Freund animiert haben und selbst mitgewirkt haben . Der Missbrauch war ihr seit 2018 bekannt. Da war der Junge gerade mal 8 Jahre alt. Morgen sollen einige Täter als Zeugen aussagen. Sie selbst verweigert die Aussage. Was bedeuten könnte, dass der Junge vor Gericht aussagen müßte. Es ist einfach nur widerlich was diese Frau ihrem Kind angetan hat.
https://www1.wdr.de/nachrichten/westfalen-lippe/prozess-missbrauchskomplex-mutter-102.html
"Die Frau soll spätestens seit Oktober 2018 davon gewusst haben, dass ihr Lebensgefährte den Sohn schwer missbraucht hat", sagt Richterin Cornelia Hansen. Trotzdem soll sie es unterlassen haben, dem Jungen zu helfen. Sabrina K. soll sogar weitere Taten zugelassen haben.
Von den Taten der anderen Männer soll sie nach jetzigem Stand nichts gewusst haben. Aber "sie soll mitgewirkt und selber aktiv Taten begangen haben", sagt Richterin Cornelia Hansen. "Sie soll auch ihren Sohn ermutigt haben, Taten zu begehen."
Quelle:


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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

09.08.2021 um 13:47
Zitat von jeandArcjeandArc schrieb:Sie selbst verweigert die Aussage. Was bedeuten könnte, dass der Junge vor Gericht aussagen müßte. Es ist einfach nur widerlich was diese Frau ihrem Kind angetan hat.
Allerdings hätte der Junge die Möglichkeit, die Aussage zu verweigern, vielleicht baut sie ja darauf.
Es lässt einen fassungslos zurück, wenn man darüber nachdenkt.


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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

09.08.2021 um 14:26
https://anwaltauskunft.de/magazin/gesellschaft/strafrecht-polizei/zeugnisverweigerungsrecht-was-ist-das-und-wer-kann-es-nutzen
Rechts­anwalt Lammer sagt: „Auch Kinder haben, wenn sie Angehörige sind, ein Zeugnis­ver­wei­ge­rungs­recht.“ Bei ihnen müssten die Eltern bezie­hungs­weise die Erzie­hungs­be­rech­tigten entscheiden, ob die Kinder aussagen oder nicht. Es kann aller­dings vorkommen, dass die Eltern befangen sind, etwa wenn es um Missbrauch in der Familie geht. „Dann bekommen die Kinder einen Verfah­rens­bei­stand, der nur für diesen Fall mit den und für die Kinder entscheidet“, sagt der Straf­ver­tei­diger.
@emz

Ob das so Richtig ist - keine Ahnung. Man kann nur hoffen, dass er eine gute psychologische Begleitung in den letzten Monaten hatte. Durch die Aussageverweigerung der Mutter stürzt sie dieses Kind in einen unerträglichen Gewissenskonflikt. Und das kommt vor Gericht mal gar nicht gut an.


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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

09.08.2021 um 18:31
Hallo,

kurz zum Thema der „Sicherungsverwahrung“. Die jeweilige Unterbringung kommt auf die Vollzugseinrichtung an. Mir ist in Deutschland so spontan keine JVA bekannt, die Apartments anbietet. So wie ich (aus beruflichen Gründen) die Abteilungen kenne ist es eher ein wenig (!!!) ein Mix aus Psychiatrie und Knast. Die Abteilung lebt WG ähnlich in einem abgetrennten Bereich. Jeder hat ein Einzelzimmer, das aber genauso klein ist, wie im Strafvollzug. Dafür darf es individueller gestaltet bzw. personalisiert werden. In der Abteilung gibt es in der Regel auch Gemeinschaftsräume (Aufenthaltsraum, Küchenbereich, Essbereich) der von allen genutzt wird. Die Schließzeiten sind anders, aber durchaus vorhanden. Und auch die allgemeinen Regeln des Strafvollzugs gelten. Keine Pflanzen in Blumenerde, kein freies Internet etc.
Dafür haben sie manchmal ein Aquarium oder sowas.

Es gibt Besuchszellen, in denen man auch ungestört verweilen kann (mit Familie oder Partnern), es kommt aber auf die JVA an, soweit ich mich erinnere stehen die allen Insassen zur Verfügung, nicht nur der Abteilung. Denen vielleicht häufiger, dass weiß ich nicht.

Ausflüge, sowohl Einzeln als auch in Gruppen, jeweils mit Begleitung des Personals, gibt es tatsächlich auch ab und an.


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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

09.08.2021 um 18:41
Jetzt bin ich ein wenig in eurem Thread hängen geblieben. Also hallo erst mal.
Zitat von fischersfritzifischersfritzi schrieb am 06.07.2021:Kaum vorstellbar, dass ein Kind das jahrelanger schwerer sexualisierter Gewalt ausgesetzt ist, so gar keine Auffälligkeiten zeigt. Insbesondere, wenn man gezielt hinschaut.
Doch, das ist durchaus möglich. Jede und jeder Betroffene reagiert unterschiedlich und es gibt durchaus Kinder, die in Folge solcher Erlebnisse nicht rebellieren und durch ihr Verhalten auffallen sondern sozusagen aufgeben. Sie wenden sich nicht an Erwachsene (was logisch ist, wenn ihnen nicht mal die eigenen engsten Bezugspersonen helfen, sondern eher Bedrohung sind), sie agieren angepasst und versuchen möglichst wenig aufzufallen. Zudem gibt es Täterstrategien die gezielt darauf zielen, dass die Opfer die Klappe halten.
Solche Kinder fallen leider oft durch das Raster „der Behörden“, denn wo keine Auffälligkeiten, da schaut auch keiner hin.
Zitat von oneeightsevenoneeightseven schrieb am 06.07.2021:Für mich fraglich, wurde der Beschuldigte, die Mutter und der Junge engmaschig von den zuständigen Behörden betreut und hätte dieses Ausmass verhindert werden können?
Meiner Meinung nach, leider, nicht.
Wenn das funktionieren würde, wäre es großartig.
Zitat von Mohnblume123Mohnblume123 schrieb am 06.07.2021:n einem Artikel hab ich auch gelesen, dass die Jungen wohl nach der Verhaftung der Täter untersucht wurden und man keine Verletzungen feststellen konnte...
Dazu kann ich etwas sagen, aber ich weiß ehrlich gesagt nicht, ob das hier so öffentlich lesbar angebracht ist. Vielleicht ist das per PM besser? Du kannst mich gerne anschreiben wenn dich diese Frage interessiert.


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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

09.08.2021 um 18:49
Zitat von NuxeNuxe schrieb:nicht rebellieren und durch ihr Verhalten auffallen sondern sozusagen aufgeben
Auch das kann auffallen. Wenn man genau hinschaut.

Es ist kaum möglich, so schwere Traumata ohne irgendeine Reaktion zu verarbeiten.

Es gibt einfach Reaktionen, die eher wahrgenommen werden als andere.
Auch bei überangepasstem Verhalten empfiehlt es sich einmal genauer hinzuschauen.
Zitat von NuxeNuxe schrieb:Solche Kinder fallen leider oft durch das Raster „der Behörden“, denn wo keine Auffälligkeiten, da schaut auch keiner hin.
Das ist das eigentliche Problem, dass nicht so genau hingeschaut wird, wenn das Kind mutmaßlich funktioniert.
Aber, das sei auch gesagt, es gibt auch viele sehr engagierte Erzieher:innen, Lehrer:innen etc die dben doch mal genauer hinschsuen. Das Problem rückt auch zunehmender ins Bewußtsein, auch bei den verschiedenen Fachkräften.


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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

09.08.2021 um 19:00
@fischersfritzi

Hallo,

ich stimme dir zu, so einen Tathergang steckt ein Kind nicht ohne Auffälligkeiten weg.
Allerdings fehlt mir die Phantasie, wer genau in welchem Setting eng und nahe genug (emotional und auf Vertrauensbasis) an ein solches Kind herankommt um diese Auffälligkeiten zu erkennen.

Gehen wir’s mal durch.

Schule und ggf. Hort: möglich. Wenn das Kind sich öffnet. Doch LehrerInnen mit dem Gedankengang: „oh, so ein höfliches, stilles und kooperatives Kind, da schauen wir mal ganz genau hin“ gibt es wohl wenige derzeit.

Angehörige / Verwandte / Freunde: für ein Kind unter 12 in einem solchen missbrauchssetting unwahrscheinlich

Eltern von Freunden: möglich.

Fällt dir noch etwas ein? Je junger das Kind, desto geringer der Spielraum der Interaktion. Oft sind ja sowas wie Großeltern hilfreich, ich weiß nicht, wie es in dem Fall diesbezüglich aussieht.

Damit das klar ist, ja, es wäre absolut wünschenswert wenn so etwas jemanden früher auffallen würde. Doch leider fehlt in (meiner) Realität dazu noch einiges.


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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

09.08.2021 um 19:09
@Nuxe
Wenn die sexuelle Gewalt in einem so frühen Alter angefangen hat, dass keine Außenstehenden das Kind überhaupt vor den Übergriffen kannten, ist es natürlich besonders schwierig. Dann können natürlich Veränderungen nicht auffallen.

Und generell ist es natürlich im Nachhinein leicht, zu sagen, da hätte mehr und genauer geschaut werden müssen.

Ich habe jetzt nicht mehr slle Details zu diesem konkreten Fall im Kopf. Auch nichg zu der Rolle der Mutter des Opfers, fiel ihr nichts auf oder schaute die gezielt weg?

Ich erinnere aber, dass der Täter schon einschlägig vorbestraft war, als er zu der Familie zog.
Es stellt sich die Frage, wie möchte oder kann man mit solchen Situationen künftig umgehen.
Kann, darf oder muss man eine Familie in so einem Fall engmaschig begleiten?


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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

09.08.2021 um 19:20
Hallo nochmal Fischersfritzli,
Zitat von fischersfritzifischersfritzi schrieb:Auch nichg zu der Rolle der Mutter des Opfers, fiel ihr nichts auf oder schaute die gezielt weg?
Das gesamte Familiensystem und insbesondere die Rolle der Mutter bei sexuellem Missbrauch, ist in solchen Fällen unglaublich interessant. Das liest sich jetzt begeisterter als ich es ausdrücken will. Sagen wir mal so (und bitte nicht in den falschen Hals bekommen). Ist man eine gut aufgestellte, selbstbewusste, selbstständige Frau mit deutlichen eigenen Ressourcen, lässt man so einen Mann in der Regel nicht an sich ran.
Und sollte es mal passieren, dass man vor lauter Hormonen nicht klar sehen kann, sitzt der gute Mann in der Regel beim ersten Verdacht, dass das eigene Kind angefasst wird, wieder vor der Tür und ist die längste Zelt Partner gewesen. Die allermeisten Menschen haben es tief in sich drin, für die Sicherheit ihrer Kinder zu sorgen und würden den Teufel tun, wegen einer neuen Beziehung da irgendwelche Kompromisse einzugehen.
Somit bleiben Frauen, die leider gewisse Defizite haben. Sehr, sehr häufig eigene missbrauchserfahrungen, die fast immer beinhalten, dass man den eigenen Empfindungen und Gefühlen nicht glaubt (Parallele zum Opfer). Gibt aber auch diverse andere Gründe, warum sie die Täter decken, ausharren oder / und teilweise aktiv Taten ermöglichen, statt ihr Kind zu schützen.
Zitat von fischersfritzifischersfritzi schrieb:Ich erinnere aber, dass der Täter schon einschlägig vorbestraft war, als er zu der Familie zog.
Es stellt sich die Frage, wie möchte oder kann man mit solchen Situationen künftig umgehen.
Kann, darf oder muss man eine Familie in so einem Fall engmaschig begleiten?
Leider nein. Die KM war volljährig und scheinbar Sorgeberechtigt. Sie, und sie alleine (wenn alleine sorgeberechtigt, wovon ich jetzt einfach mal ausgehe), ist damit verpflichtet, das auf sie angewiesene Kind zu schützen.
Ich sehe im realen Leben keinerlei Möglichkeit, mündigen Erwachsenen vorzuschreiben, mit wem sie eine Liebesbeziehung oder Wohngemeinschaft eingehen.

Noch kurz ergänzt: häufig suchen sich Täter ganz gezielt diese Familiensysteme aus, das ist mittlerweile eine gut dokumentierte Täterstrategie.


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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

09.08.2021 um 19:29
@Nuxe
Du hast mich missverstanden.
Es ging mir konkret um diese Mutter und ihre Rolle bei den Taten. Nicht um die Rolle von Müttern im Allgemeinen.
Zitat von NuxeNuxe schrieb:häufig suchen sich Täter ganz gezielt diese Familiensysteme aus, das ist mittlerweile eine gut dokumentierte Täterstrategie.
Ich weiss das.
Und genau deshalb ist es notwendig, einschlägig vorbestrafte Täter im Blick zu behalten.
Die "Wiederholungsgefahr" ist bei diesen Taten recht hoch.


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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

09.08.2021 um 19:40
Zitat von fischersfritzifischersfritzi schrieb:Du hast mich missverstanden.
Es ging mir konkret um diese Mutter und ihre Rolle bei den Taten. Nicht um die Rolle von Müttern im Allgemeinen.
Was genau diese Mutter zu ihrem Verhalten gebracht hat, weiß ich natürlich nicht. Daher habe ich generalisiert geantwortet.
Zitat von fischersfritzifischersfritzi schrieb:Ich weiss das.
Und genau deshalb ist es notwendig, einschlägig vorbestrafte Täter im Blick zu behalten.
Die "Wiederholungsgefahr" ist bei diesen Taten recht hoch.
Ja, ist sie, da Pädosexualität auch kein Segen ist.

Es gibt andere Länder, die damit anders umgehen und zum Beispiel elektrische Fussfesseln verwenden um gewisse Bereiche nicht zugänglich zu machen (Spielplätze, Kindergärten, sowas halt). Das ist in Deutschland, soweit ich weiß, nicht üblich.
Ob es hilft, kann ich nicht sagen, dazu kenne ich die Statistiken nicht.

Andere Länden setzen auf soziale Kontrolle, funktioniert mal mehr, mal weniger, keine mir bekannte Datenlage.

Hier gibt es in der Regel die Bewährungshilfe, die darauf angewiesen ist, dass eine gewisse Mitarbeit und Compliance leider voraussetzt. Ebenso funktionieren Präventionsprojekte wie „kein Täter werden“. Die Erfolgsquoten sind sehr gut, doch selbstverständlich nur bei denen, die Behandlungswillig sind.

Ich persönlich habe die Haltung, dass der einzige wirksame Schutz für Kinder vor dieser Art von Übergriffen die Erwachsenen um das Kind herum sind. In der Regel die, die mit ihm in einem Haushalt leben.
Versagen die in ihrer Aufgabe, ihr Kind vor Schaden zu schützen, kann das in der Regel, bei aller liebe, keine Behörde und auch kein medizinisch/ therapeutischer Bereich gerade biegen.


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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

09.08.2021 um 19:46
Zitat von NuxeNuxe schrieb:Was genau diese Mutter zu ihrem Verhalten gebracht hat, weiß ich natürlich nicht
Ich schrieb ja gerade, dass ich mich nicht mehr genau daran erinnere, welche Rolle sie eingenommen hat.
Zitat von NuxeNuxe schrieb:Ich persönlich habe die Haltung, dass der einzige wirksame Schutz für Kinder vor dieser Art von Übergriffen die Erwachsenen um das Kind herum sind. In der Regel die, die mit ihm in einem Haushalt leben.
Die, die mit dem Kind in einem Hsushalt leben, sind aber eben auch am häufigsten die Täter.


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Schwere Fälle von Kindesmissbrauch in Münster

09.08.2021 um 20:24
Zitat von fischersfritzifischersfritzi schrieb:Die, die mit dem Kind in einem Hsushalt leben, sind aber eben auch am häufigsten die Täter.
Ja. Doch je jünger (und damit sozial isolierter) die betroffenen Kinder, desto präsenter in der Regel die Kindesmutter. Die ist sozusagen das einzige, was zwischen Täter und Kind steht, sobald dieser im gleichen Haushalt lebt.

Und somit drehen wir uns wieder im Kreis. Denn, wenn die KM versagt, hat der Täter mehr Chancen Erfolg, je jünger die Kinder sind.


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09.08.2021 um 21:08
Zitat von fischersfritzifischersfritzi schrieb:Das ist das eigentliche Problem, dass nicht so genau hingeschaut wird, wenn das Kind mutmaßlich funktioniert.
Aber, das sei auch gesagt, es gibt auch viele sehr engagierte Erzieher:innen, Lehrer:innen etc die dben doch mal genauer hinschsuen. Das Problem rückt auch zunehmender ins Bewußtsein, auch bei den verschiedenen Fachkräften
Es gibt genügend Lehrer und Erzieher und sonstige Pädagogen die nicht Mal bei auffälligen Kindern genau hinschauen. Vielleicht sind sie überfordert oder es interessiert sie nicht... Ich hab es oft erlebt, dass nur dann gemeldet wird wenn die Lehrer persönlich beleidigt wurden, körperlich angegriffen wurden oder den Unterricht aufgrund von den auffälligen Kindern nicht mehr durchführen konnten. Da wird nicht auf angepasste Kinder geachtet. Sie sind einfach froh, dass sie von denen Ruhe haben. So war zumindest meine Erfahrung. Und wenn du eine Klasse von ca 30-32 Kindern hast.. dann hast du schon genug zu tun.
Ich denke immer, dass die ganz schlimmen Fälle sehr selten bei uns (Jugendamt) landen. Die die bei uns landen..denen geht's verhältnismäßig gut. Das sind meistens die, die sich trauen den Mund aufzumachen. Die für sich einstehen. Die jemanden haben (Tante, Onkel, Oma , Nachbar etc) der hilft. Die armen Kinder in diesem Fall hatten höchstwahrscheinlich das Vertrauen verloren.. verständlich! An wen sollen sie sich wenden wenn so viele Erwachsene ihnen zeigen, dass es okay ist sie schrecklich zu behandeln? Und was ist, wenn sie sich trauen was zu sagen und nix passiert? Die große Angst vor dem was dann danach passiert.


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09.08.2021 um 21:09
Zitat von NuxeNuxe schrieb:zum Beispiel elektrische Fussfesseln
... hätten in dem Fall nicht viel bewirkt: beim Aufenthalt im Garten. Es sei denn, wenn sich zwei "Fussgefesselte" treffen, klingelt der Alarm.
So offen, wie in dieser Familie der Missbrauch ausgelebt wurde, glaube ich nicht, dass ansonsten ein harmonisches Klima herrschte! Ich denke, die Mutter wird auch im Alltag mehr Pflichten als Rechte gehabt haben und wird froh gewesen sein, wenn nicht SIE das Opfer war bzw wenn sie sogar von der Opfer- in die Täterrolle schlüpfen konnte, wenn auch nur in den Grenzen oder bei den Handlungen, die der Mann zuliess.


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06.10.2021 um 16:17
Die Mutter ist zu einer Haftstrafe von 7 Jahren und 9 Monaten verurteilt worden.

https://www.zeit.de/news/2021-10/06/urteil-gegen-mutter-im-missbrauchskomplex-muenster


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