Rätselhafter Mord an Norbert Stolz, 23. Juni 1989
31.12.2025 um 14:59also, wenn ich uvd gewesen wäre und verdächtige geräusche aus dem keller gehört hätte, wäre ich auch nachsehen gegangen….
Die Frage ist sehr gut. Was hätte man bei einer verdachtsbedingten Kontrolle gemacht? Stiefel angezogen? Vorher am Tor bei der Wache anrufen, da man ja alleine im Gebäude Dienst tut? "Geräusche aus dem Keller, ich schaue nach. Bei fehlender Rückmeldung von mir bitte in zehn Minuten am Block sein." Könnte ich aus dem Stehgreif nicht beantworten.Der_Schwabe schrieb:Aber hättest Du Dir dann nicht zumindest Deine Stiefel angezogen?
Wir werden das wohl kaum rauskriegen und für die EB wird es sicher sehr schwierig, diese Indizien nach der Zeit ( wieder? ) zu ermitteln.Sherlock_H schrieb am 23.12.2025:Du führst ein gewichtiges Argument dagegen an, dass der Mord geplant war. Ich stimme dir teilweise zu, aber wir müssten wissen, wer - innerhalb und außerhalb der Kaserne - von dem kurzfristigen Tausch des Wochenend-Dienstes wusste.
Hierzu noch ein Nachtrag, weil ich in der Zwischenzeit nochmal über die alten Telefone nachgedacht habe. Das Geräusch kann auch im Telefonhörer entstanden sein, ohne dass die Freundin das gehört hat. Der Lautsprecher und das Mikrofon sind im Hörer ca. 20 cm voneinander entfernt. Ein Knacken, das von "Schütze Weber" als Knall wahrgenommen wurde.Dew schrieb am 22.12.2025:Ich hab´ mir nochmal alles zum Knall durchgelesen und drüber nachgedacht. Wenn nur der "Schütze Weber" diese Wahrnehmung gemacht hat, dann hat sie vielleicht auch nur in seinem Ohr stattgefunden.
Ich denke da an einen Rest Wasser im Ohr vom letzten Duschen oder Waschen, ein Druckausgleichsgeräusch oder ein Kiefergelenkknacken.
Na, ja. Du hast Dir löblicherweise Gedanke über den Knall gemacht, den "Weber" glaubt gehört zu haben. Ich bin bei den Theorien allerdings fortgeschritten skeptisch. Hier müsste der HNO von "Weber" befragt werden. Kann er ein Telefonknacken im rechten Ohr als mit dem linken Ohr vermeintlich wahrgenommen Knall deuten? Ebenso die von Dir genannten anderen möglichen Knackgeräusche. Ich kann diese Situation nicht einordnen. Unzulässig offenstehende Fenster wären von der Wache an den jeweiligen UvD/GvD/Schließerposten des Blocks mit der Aufforderung um Abstellung gemeldet worden. Auch mit Eintragung im Wachbuch. In einer Kaserne, in der ein offenbar bereits mehrere Tage lang defekter Sicherungszaun nichts auslöst, kann es natürlich ganz anders sein.Dew schrieb:Hierzu noch ein Nachtrag, weil ich in der Zwischenzeit nochmal über die alten Telefone nachgedacht habe. Das Geräusch kann auch im Telefonhörer entstanden sein, ohne dass die Freundin das gehört hat. Der Lautsprecher und das Mikrofon sind im Hörer ca. 20 cm voneinander entfernt. Ein Knacken, das von "Schütze Weber" als Knall wahrgenommen wurde.
Das fasst die Schwierigkeiten bei der Sichtung und Einordnung der bekanntgemachten Fakten recht treffend zusammen. Mir drängen sich wider Willen immer wieder Bilder der Römerlager aus "Asterix auf Korsika" oder "Obelix GmbH & Co KG" auf, wenn ich das eine oder andere Detail lese. Das soll nicht heißen, dass in "meiner" Kaserne immer alles Tip-Top rund lief aber so ein bisschen mehr "Zug" war da schon drin.Gast_01 schrieb:In einer Kaserne, in der ein offenbar bereits mehrere Tage lang defekter Sicherungszaun nichts auslöst, kann es natürlich ganz anders sein.
@in1968 hat das schon recht gut beschrieben. Der Sinn dahinter war die möglichst schnell herzustellende Einsatzbereitschaft im Alarmfall, während man nicht gleichzeitig jedem einen Schlüssel geben konnte, sodass es egal gewesen wäre ob z.B. der Kompaniechef oder der Kompaniefeldwebel auf dem Weg zur Kaserne im Verkehr steckenblieben.Volvic schrieb:Mir fehlt hier der Hintergrund um zu verstehen, welchen Sinn das alles hatte und wie das strukturiert war, und zu welchem Zweck. Irgendwelche 08/15-Gebäude müssten doch wohl nicht so überwacht werden, oder? War das der übliche Standard in Kasernen und warum?
Gerne.Volvic schrieb:Vielen Dank für die Erklärungen!
Haben ja auch die wenigsten Leute daheim. ;-)Volvic schrieb:Vor allem den Aspekt der Waffenkammer hatte ich bisher nicht so richtig auf dem Schirm.
Auch vergleichsweise harmlosere Vorfälle wie z. B. ein Rohrbruch o. Ä. haben geringere Auswirkungen, je eher sie bemerkt werden. Nicht nur auf die Waffenkammer.Volvic schrieb:Und zudem, dass jemand vor Ort ist und Zugang zum Gebäude hätte gewährleisten können wenn im Rahmen des Kalten Krieges der Russe angegriffen hätte.
Salopp gesagt, ja. In der Woche war man meist zu zweit (UvD und GvD), damit immer einer im Räumchen saß und der andere Rundgänge machen konnte etc. Am Wochenende war (bei uns) nur einer da und der hatte einen recht langweiligen Job. Rundgänge durch den Block (im Endeffekt gucken, ob die Fenster im Waschraum geschlossen sind etc - der GvD war unbewaffnet) und evtl den ein oder anderen Kameraden ins Gebäude lassen, der von ner Party kam und doch lieber in der Kaserne schlief). Die meiste Zeit war Fernseh gucken und Chips essen etc angesagt. Und regelmäßig kam der Offizier vom Wachdienst vorbei und fragte, ob alles in Ordnung ist.Volvic schrieb:Dann war die Aufgabe von Norbert Stolz, ich formuliere es mal mit meinen Worten, eine Art „Rezeptionist“ für eventuell in der Kaserne übernachtende Wehrpflichtige/Soldaten