abberline schrieb:Da könnte der Keller höchstens als heimliches Lager gedient haben, wenn gleichzeitig die Bücher gefälscht wären, sonst fällt das doch auf.
Und genau dieser Gedanke kam mir auch gerade beim Nachdenken über den Fall.
Zunächst einmal muss man bei einer Nachschubeinheit unterscheiden zwischen dem Material, das für andere Einheiten bewegt wird und dem, was zu der Einheit selbst gehört. Ich spreche nicht von Waffen und Munition, sondern Dingen, die z.B. in meiner damaligen Einheit im Keller gelagert wurden - Motorenöl, Werkzeug, Kabel, Funkgeräte, solche Dinge.
Wer das System der Bundeswehr betrachtet, weiß, dass es scheinbar eine gewisse Notwendigkeit zum Anlegen von "Schwarzbeständen" gibt, d.h. ein Plus an vorhandenem Material, um bei routinemäßigen Überprüfungen nicht negativ aufzufallen, denn Schwund ist immer und überall, wo Material verwaltet wird.
Anders, als wir uns das hier vorstellen, könnte auch ein
Zuviel an Material auf einmal zum Problem geworden sein- weil vielleicht wirklich jemand auf einmal genau den Bestand überprüfen wollte. Und dabei lässt sich ein deutlicher Überbestand fast genauso schwer erklären wie ein Fehlbestand.
Wie gesagt, vielleicht wollte mal wirklich jemand gründlich kontrollieren.
Anders ausgedrückt, könnte jemand versucht haben, während der Dienstzeit von N. St. einen Überbestand zu beseitigen, und wurde dabei von ihm erwischt. Wenn dieser zu diesem Zeitpunkt bereits abgebaut bzw. weggebracht worden war, fiel das vielleicht niemandem auf, der nicht ohnehin etwas von dem Schwarzbestand wusste.
Denn der Bestand stimmte dann ja annähernd, als das Opfer aufgefunden wurde. Jedenfalls schien nichts zu fehlen.