@Sherlock_H ;
Sherlock_H schrieb:Hier wurde schon verschiedentlich das Argument gebracht, außerhalb der Kaserne hätte jemand N.S. leichter ermorden können, hätte den Mord also nicht in der Kaserne begangen. Das möchte ich hinterfragen:
Soweit ich die Diskussion bislang mitgemacht und verstanden habe, bezieht sich dieser Aspekt eher darauf, dass jemand von "außen", also aus N.S.´s Zivilleben, ihn in der Kaserne aufgesucht haben soll. Ob nur für eine Aussprache, eine Abreibung oder einen geplanten Mord sei mal dahingestellt.
Das wird von "Gedienten" ( wie mir ) angezweifelt, da dieser angenommene Personenkreis einen solchen Zugriff auf N.S. mit höchster Wahrscheinlichkeit nicht auch noch dadurch erschwert hätte, ihn in der "unbekannten Welt Kaserne" suchen, finden und stellen zu wollen.
Für einen BW-Angehörigen
aus diesem Standort gilt Dein Einwand absolut.
Sherlock_H schrieb:1. Es ist ein militärischer Sicherheitsbereich, es droht im Extremfall der Schusswaffengebrauch, aber für einen BW-Angehörigen war die Gefahr doch gering: Bei einer Kontrolle hätte er sich ausweisen können und wäre nicht weiter aufgefallen.
Sherlock_H schrieb:Grfährlich wären für einen Täter nur 2 Zeitintervalle gewesen:
a) Ein ganz kurzes, wenn er durch das Loch im Zaun steigt. Wäre er dabei erwischt worden, hätte er sicher die Tat nicht ausgeführt. Es wäre dann für ihn wahrscheinlich nur ein Vergehen gewesen.
b) Der Rückweg nach der Tat: Wenn er da kontrolliert und seine Identität festgestellt worden wäre, wäre er schnell tatverdächtig geworden.
Da bin ich absolut bei Dir. Vor der Tat hätte sich auch für eine Anwesenheit außerhalb der normalen Dienstzeiten immer eine Ausrede finden lassen, wobei das am Wochenende schon eine originelle hätte sein dürfen.
Danach hätte auch eine sehr originelle Ausrede kaum genützt.
Sherlock_H schrieb:2. In der Kaserne kann er ziemlich ungestört die Tat begehen. Wenn der Täter die UvD-Gewohnheiten kennt und kein anderer in dem Block anwesend ist, hat er genug Zeit, die Tat durchzuführen und die Spuren zu verwischen.
Absolut, der Täter wusste aber offenbar nichts von "Schütze Weber". Oder rechnete noch weniger damit, dem über den Weg zu laufen, als dem G.v.D.
Sherlock_H schrieb:3. Die unter Punkt 2 geschilderten geradezu idealen Bedingungen für den Täter hat er meiner Meinung nach wahrscheinlich nirgends sonst ausserhalb der Kaserne, jedenfalls nicht so gut planbar.
Auch hier stimme ich prinzipiell zu bis zum Wort "planbar".
Wie sollte jemand geplant haben können, N.S. in böser Absicht in der Kaserne aufzusuchen, wenn dieser doch genau an diesem Tag
kurzfristig den Nachtdienst übernommen hatte?
Wer hätte davon gewusst?
Bei jedem schon länger auf dem Dienstplan eingetragenen Dienst hätte sich das rumsprechen können, aber so? Immer an die damaligen Kommunikationswege denken.
Und deswegen klemmt die Theorie vom geplanten Angriff auf N.S. in dieser Nacht.
Sherlock_H schrieb:Ich bleibe dabei, dass ein Angriff auf N.S. in irgendeiner Form (nicht unbedingt ein Mord) geplant war.
Nochmal:
Der Personenkreis, der überhaupt wusste, dass N.S. in dieser Nacht dort wäre, wo er schließlich getötet wurde, dürfte sehr begrenzt gewesen sein, selbst innerhalb der Kompanie.
Ich gehe daher weiterhin davon aus, dass der Täter etwas anderes im Kompaniegebäude vor hatte oder tat und N.S. als pflichtbewusster Soldat ( wie geschildert ) ihm dabei in die Quere kam und keinen Ausweg sah, als "dienstlich" werden zu müssen.
Das Messer dürfte der Täter mitgebracht haben, sei es aus Gewohnheit oder in Vorbereitung auf seine Aktivität. Es gibt jedenfalls meines Wissens keinen Hinweis darauf, dass es sich um N.S.´s Messer gehandelt haben könnte.
Wobei die Ermittler sich in Bezug auf das Messer ohnehin sehr bedeckt halten, was aber aus ihrer Sicht verständlich ist. Das Tatwerkzeug und alles, was damit zusammenhängt, fällt natürlich unter "Täterwissen" aus allererster Hand.
Sherlock_H schrieb:Unklar bleibt für mich, dass von dem Loch im Zaun anscheinend eine Reihe von Leuten wusste, dass es aber trotzdem nicht geschlossen wurde.
Da sprichst Du einen echt wunden Punkt an.
Sherlock_H schrieb:Blieb das Wissen im Kreis derer, die diese Abkürzung benutzten, und kam dies keinem Vorgesetzten zu Ohren?
Aus meinen Wachen kenne ich es nur so, dass
mindestens eine Zaunstreife innerhalb von 24 Stunden gemacht wurde. Jede Auffälligkeit und erst recht jeder Schaden am Zaun war dringend meldepflichtig. Ein solches Loch im Zaun führte doch jegliches Wachbrimborium am Tor ad absurdum.
Sherlock_H schrieb:Zumindest ein Vorgesetzter hätte meiner Meinung nach dieses Loch im Zaun verschließen lassen.
Sofort und auf der Stelle, erst provisorisch und dann Meldung an die StoV,
dringend. Dann Täterermittlung, im Weiteren besondere Überwachung des Zaunabschnittes und jeder, der auch nur in die Nähe gekommen wäre, hätte echten Ärger gehabt. Bei uns hätte das so viele Runden um die Kaserne zur Folge gehabt, dass den Betreffenden zeitlebens nur beim Hören des Wortes "Abkürzung" die Füße wehgetan hätten.
Sherlock_H schrieb:Blieb das Wissen im Kreis derer, die diese Abkürzung benutzten, und kam dies keinem Vorgesetzten zu Ohren?
Unvorstellbare Schlamperei. Hätte man den Täter ermittelt, Klage wegen Sachbeschädigung, Schadenersatz, das volle Programm. In solchen Fällen zeigte man sich äußerst humorlos.
@sören42 :
sören42 schrieb:Einen Knall hatte nur Schütze Weber gehört. Niemand sonst. Die Freundin am Telefon nicht (und auch NSt nicht, wenn man dem Filmbeitrag in XY in dieser Hinsicht für authentisch hält; ungeachtet dessen ist der aber tot und kann dazu nichts mehr sagen).
Die Wahrnehmung steht damit auf ziemlich tönernen Füßen.
Ich hab´ mir nochmal alles zum Knall durchgelesen und drüber nachgedacht. Wenn nur der "Schütze Weber" diese Wahrnehmung gemacht hat, dann hat sie vielleicht auch nur in seinem Ohr stattgefunden.
Ich denke da an einen Rest Wasser im Ohr vom letzten Duschen oder Waschen, ein Druckausgleichsgeräusch oder ein Kiefergelenkknacken.
MfG
Dew