@Volvic Im Prinzip ist das alles theoretisch. Aber sinngemäß haben sie gesagt: der hätte sich nie selbst umgebracht, und wenn, dann erschossen oder gegen Brückenpfeiler. Das ist ja ganz interessant, weil die kompromisslose Einschätzung "nie" ja schon durch "wenn, dann" konterkariert wird, d.h. die Möglichkeit wird ja doch in Betracht gezogen, nur zeigt sich halt Abwehr. Völlig normal für Leute, die überrascht werden und aktuell keinen Kenntnisstand haben. Wenn man 100% der Meinung wäre "nie", dann bräuchte man auch keine Suizidmethoden zu überlegen, denn "nie" ist "nie" und nicht "vielleicht doch".
Und interessanterweise werden ja zwei destruktive Todesarten in Betracht gezogen. Nicht etwa "Schlaftabletten" oder "Gift". Das ist doch bemerkenswert. Da ist Kabelbinder und über Bord springen mit Gewicht doch gar nicht so weit entfernt, jedenfalls viel näher als ins Bett legen und Überdosis Schlafmittel nehmen. Da schätzen sie ihn wohl richtig ein. Aber welche Laie kommt schon auf die Idee Kabelbinder? Das ist ja nicht wirklich das Standardrepertoire (aber vergleiche eben die rechtsmedizinischen Studien dazu).
Meine Rationale dabei: wenn man ev. ja schon mit der ersten Einschätzung danebenliegt, dann auch möglicherweise mit der zweiten.
Ich glaube es gibt keine Studien, inwieweit Angehörige die Suizidmethode erwartet hätten. Aber prinzipiell glaube ich nicht, dass diese Aussagen auf die Goldwaage gelegt werden sollten. Wie gesagt, psychologisches Phänomen der Abwehr.
Vermutlich hört man die nächsten 20 Jahre nix von dem Fall - dann: "wohl doch ein Suizid". Vergleichbar dem Stoll-Mystery, wo Erkrankung und Unfall ja auch die unpopuläre Annahme war.
Aber sicher ist natürlich nix ;-).