Zaunkönigin schrieb:Danke schön
Der Artikel gibt das was du behauptet aber hast nicht her und ist auch keine Statistik zu der von dir aufgeworfenen Behauptung.
Ich schaue gerne nochmal, wenn ich wieder an meinem üblichen Notebook bin, ev. hab ich noch was öffentlich zugängliches an Literatur...
Zaunkönigin schrieb:Aus meiner Sicht, ist aus der Behauptung des Umfelds einer Person, diese würde sich niemals im Leben umbringen nicht abzuleiten, dass diese sich tatsächlich nicht Suizidiert hat.
Es ist aber genauso wenig abzuleiten, dass eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, dass sie sich doch suizidiert hat.
Im Prinzip sehe ich das genauso. Wenn man überhaupt nichts wüsste an Details, dann stehen sich aber erstmal folgende Zahlen gegenüber:
- 10000 Suizide im Jahr
- ca. 200-250 Mordfälle in Deutschland im Jahr.
D.h. wenn man jemanden erhängt im Wald findet, dann ist erstmal die Wahrscheinlichkeit eines Suizids ca. 40-50 mal höher als dass diese Person ermordet worden ist. Auch wenn z.B. kein Abschiedsbrief daneben liegt, denn die Mehrzahl der Suizidenten hinterlässt keinen Abschiedsbrief. Trotzdem ist die Polizei erstmal verpflichtet, zu ermitteln - ist nun mal ein unnatürlicher Tod.
Daran ändert sich auch nichts, wenn man stattdessen mit Kabelbinder um den Hals irgendwo angeschwemmt wird. Natürlich muss man Richtung Tötungsdelikt ermitteln, es bleibt ja gar nichts anderes übrig.
Volvic schrieb:P. ist zuzutrauen, dass er diese Möglichkeit aber gehabt hätte.
Die Möglichkeit hat jeder von uns. Ich verstehe die Logik nicht, dass P. mit angeblicher Kiezvergangenheit (was überhaupt hatte er da für eine Funktion? Wissen wir doch nicht) unbedingt zu einer Schusswaffe greifen müsste. Die überwiegende Zahl der Fälle von Suiziden geht auf psychische Erkrankungen zurück - vor diesem Hintergrund entscheiden sich die Menschen für die Mittel, um aus dem Leben zu treten.
Und wer sagt uns denn eigentlich, dass P. nicht eine Schusswaffe hatte? Wurde doch nirgends verneint. Man könnte ja auch argumentieren, dass jemand mit Kiezvergangenheit und anscheinend ja irgendeinem Bedrohungsszenario sich doch eine Waffe beschafft hätte. Es gibt einen Riesenbestand an illegalen Schusswaffen in Deutschland, warum soll dann so jemand keine besitzen?
Volvic schrieb:
megavolt schrieb:Wir wissen praktisch nichts vom Opfer ausser aus ein, zwei Zeitungsartikeln und der XY-Sendung. Ich persönlich kann da gar nichts ausschließen und sehe auch nichts bewiesen.
In welchem hier diskutierten Fall ist das anders? Wenn nur Insiderwissen zur Diskussionsteilnahme legitimiert, kann man die Rubrik „Kriminalfälle“ auf Allmy schließen.
Es geht mir hier gar nicht darum, etwas zu schließen. Es gibt hier Leute, die einen Suizid rundheraus ablehnen, und ich versuche zu argumentieren, dass das m.E. eben doch in Frage kommt. Ich weiß nicht, ob es ein Mord oder Suizid war, theoretisch halte ich beides für möglich. Meine Vermutung ist allerdings Suizid. Wegen mir kann jeder glauben was er mag.Aber ich mags halt hier nicht, wenn andere Möglichkeiten als Mord mit z.T., meiner Meinung nach, sehr konstruierten Begründungen kategorisch "ausgeschlossen" werden. Ich sehe in dem Fall nichts ausgeschlossen.
Volvic schrieb:Wenn die Polizei eher nicht von einem Suizid ausgeht und mehrere Personen, die P. kannten, einen Suizid und obendrein diese Art von Suizid für sehr unwahrscheinlich halten, dann kann man nicht als Allmy-User argumentieren, dass sich Suizid- und Verbrechenstheorie gleichberechtigt gegenüberstehen.
Doch, das kann man. Aus genau dem Grund, den Du auch aufgeführt hast: weil das ein Diskussionsforum ist und weil es keinen Sinn macht, wenn nur die aktuelle Meinung der Ermittler gelten darf. Und es ist sogar so, dass die Wahrscheinlichkeit Suizid: Mord erstmal eher 50:1 ist, rein statistisch gesehen, siehe oben. Der Polizei bleibt aktuell aber gar nichts anderes übrig, als in diese Richtung zu ermitteln. Ohne Kiezvergangenheit und eine unauffälligere Methode (wie Strick im Heizungskeller) und der Fall wäre vermutlich längst geschlossen.
Volvic schrieb:ein Suizid mit Kabelbindern könnte genauso gut zu P. passen, ist ein Holzweg.
Ich für meinen Teil weiß nicht was zu P. passen würde, weil ich ihn nicht gekannt habe und auch nicht genug Informationen über ihn habe. Es gibt aber Suizide mit Kabelbindern und das braucht man nicht wegzudisktuieren. Es gibt Suizide bei Leuten, denen man es nicht zutraute im Umfeld. Und es gibt psychische Erkrankungen, die auch dem Umfeld verborgen bleiben und die nie diagnostiziert worden sind und die eine solche Tat begründen können. Ich weiß es nicht, es fehlen die Informationen.
Ich sehe halt keine Motivation für einen Mörder, einen so merkwürdigen Mord zu inszenieren. Wenn man ein Exempel hätte statuieren wollen, hätte man sichergehen müssen, dass er "sichtbar" bleibt. Es war völlig unkalkulierbar, ob er angeschwemmt wird oder auf Nimmerwiedersehen verschwindet. Man hätte ihn in seinem Auto oder seinem Laden nach Toresschluss erschossen und fertig. Wenn man ihn hätte verschwinden lassen wollen, dann wäre er auch verschwunden.
Sherlock_H schrieb:An die Fraktion derjenigen, die einen Selbstmord für wahrscheinlich halten:
Was sollte denn das Motiv für einen Selbstmord von Procopius sein?
Tja, das kriegt man in den meisten Fällen eben nicht raus. Das schließt aber den Suizid nicht aus. Nicht jeder Suizid ist rational nachvollziehbar. Man kann umgekehrt aber auch einen Mord nicht alleine deswegen ausschließen, weil einem gerade kein Motiv einfällt.