Mea schrieb:Nein, der Mord geschah laut FF ca. 100 m vom Bahnhof entfernt. In der Nähe der Bahnhofs wohnt(e) dann die Frau, die das ganze Geschehen im Auto beobachtet hat.
Seltsam, dass sie nicht sofort die Polizei gerufen hat als sie beobachtete, dass da etwas Schlimmes passiert…
Mea schrieb:Für mich alles Hinweise, dass der Täter das Ganze nicht geplant hat, sondern spontan und ggf. nach dem Mord in Panik verfallen ist. Denn er ist mit der Leiche im Wagen ja noch min. 2 km durch die Gegend gefahren bis zum Ablageort.
Aber so richtig einsam scheint der Ablageort auch nicht zu sein. Es war auch eine Uhrzeit, zu der man noch mit Passanten/Beobachtern rechnen musste.
Diese möglichst schnelle Entledigung des Leichnams halte ich auch für eine panikgetriebene Handlung.
Reina schrieb:Hier können die Ermittler doch die Persönlichkeit des Chefarztes, seine finanzielle Lage usw. genauer analysieren.
Chefärzte sind nicht immer, aber doch sehr oft, absolute Herrscher in ihrem Reich und Assistenzärzte ihre Leibeigenen, die dem Chef auf Wohl und Wehe ausgeliefert sind. Chefärzte machen oder zerstören Karrieren. Das bezieht sich nicht nur auf die eigene Klinik, sondern oft sind die Herren vernetzt, man kennt sich, und wer es sich verscherzt kriegt oft auch anderswo keinen Fuß mehr auf die Erde. Nur maximale Ergebenheit und Erfüllung aller Wünsche des Chefs, Arbeiten bis zum Umfallen, bringen vielen Assistenzärzten das Wohlwollen ihrer Chefärzte.
Ein Assistenzarzt-Matador, der seinem Chefarzt-Stier einen tödlichen Stich zufügen könnte, müsste dem Chef extrem ungelegen kommen und zusätzlich auch als ungeheuerlicher Affront erscheinen: wie kann ein kleiner Assistent es wagen, den Chef herauszufordern anstatt artig zu kuschen, wie es üblich ist? Ein Meuterer, der andere aufwiegelt? Ein Unding…
Diese Gemengelage erklärt vielleicht auch das Schweigen von Zeugen, die mehr wussten, sich damals aber nicht getraut haben eine Aussage zu machen. Diese Leute wurden von dem Kripo-Vertreter ja auch nochmal ganz gezielt persönlich angesprochen.
Mea schrieb:Ja, trotzdem habe ich mich gefragt, ob der Täter wohl zurück zur Klinik gefahren ist.
Dann müsste jemand zeitweilig seinen Arbeitsplatz verlassen haben - ohne dass jemand anderes die Abwesenheit bemerkte. Das erscheint mir in einem Krankenhaus sehr unwahrscheinlich.
Welche Schwester, welcher Arzt, hat denn Zeitfenster in der Größenordnung „Dreiviertelstunde“, in denen er einfach weg sein kann ohne dass das ausfällt? Dafür dürfte der Workload auch damals schon zu hoch gewesen sein.
Ich denke deswegen eher an einen Täter, der nicht mehr im Dienst war und auch nicht zur Klinik zurückgefahren ist.