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Mordfall Bernhard Benz (2000)

158 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Mord, Cold Case ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Mordfall Bernhard Benz (2000)

gestern um 23:05
Zitat von sören42sören42 schrieb:Nun, wenn die Frau nach dem Alibi gefragt wird, dann muss es sich ja wohl um den Tattag handeln. Anders ergibt es keinen Sinn. Und der 21.01.2000 (Tattag) ist ein Freitag.

Letztlich hat er nur das Geschäftsessen verschieben lassen, die anderen Termine blieben!
Ja, aber so ganz kann ich dir noch nicht folgen.

Tattag und Tag, an dem er seine Termine verschoben hat, sind ja unterschiedliche. Der Zusammenhang zwischen Termine verschieben lassen und Tat ist mir nicht recht klar.

Zudem muss man sagen: es ist XY. Es ist keine Dokumentation der Ereignisse. Also ob der Chefarzt jetzt Termine absagen oder nicht. Ob wegen Sohn abholen oder in die Oper oder was auch immer würde ich nicht so ernst nehmen.

Klar ist nur: der Chefarzt war/ ist im Visier der Ermittler und es sieht so aus, als sei "nur" seine Frau sein Alibi. Daraus schließe ich aber auch: der Chefarzt war zum Dienstende des Opfers nicht mehr im Krankenhaus. Denn da hätte man ja ihn ja gesehen und sein Alibi wäre zusammengebrochen. Wenn (!) er der Täter ist, muss er zur Klinik zurückgekehrt sein und das Opfer unbemerkt von allen anderen aufgesammelt haben.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

gestern um 23:07
Na gut, das stimmt, dass bestimmte Mordmethoden auf einen Arzt schließen lassen. Ich erwarte auch kein perfektes Verbrechen, aber das war ja eigentlich ein denkbar unperfektes Verbrechen, weshalb ich von ungeplant ausgehe. Mein Gedanke mit dem Arzt ging dahin, wenn man etwas plant, eventuell eine Tatwaffe einpackt, weiß man, wie man sie effektiv einsetzen kann. Erwürgen ist doch sehr "roh".
Das wichtigste Argument ist aber in meinen Augen der Parkplatz. Es deutet darauf hin, dass das Opfer wirlklich zum Bahnhof gefahren werden sollte. Der Weg sollte dann vermutlich zum Gespräch genutzt werden. Denkbar ist, dass die Ankunft des Zugs noch ein paar Minuten entfernt war und das Gespräch weitergeführt wurde. Wäre spontan während der Fahrt eine Eskalation passiert oder geplant gewesen, hätte ein anderer Ort Stopport sein können. Ich denke, der ursprüngliche Plan wurde ausgeführt (zum Bahnhof fahren), danach eskalierte es. Platzt mir während der Fahrt der Kragen, fahre ich doch nicht erst bis zum Ziel, was auch noch belebt und einsehbar ist, sondern halte an der nächsten Gelegenheit.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

gestern um 23:15
Zitat von LottikarottiLottikarotti schrieb:Der andere Kollege hat vielleicht gewusst,dass er lieber schnell zur Familie wollte und ihn einen Gefallen getan.
Es kann nicht einfach ein Kollege entscheiden, dass jemand gehen kann, so läuft es nicht. Und es war allemal auffällig, dass nur wenige Personen davon wussten, dass er vorzeitig nach Hause gehen konnte. Die Polizistin im Filmbeitrag erwähnt es extra. Es ging womöglich darum, BB abzupassen und zu überrumpeln, um verbal das Gespräch zu führen, und BB sollte Dienstschluss haben, als andere Kollegen kein Dienstschluss haben, damit er am Notausgang abgepasst und ihm eine Mitfahrgelegenheit offeriert werden kann.

Dass ein Gespräch zu mutmaßlich dienstlichen Angelegenheiten außerhalb der Klinik stattfindet, ist auffällig. Sollte BB ermordet werden? Oder ging es zunächst "nur" darum, ihm einen Denkzettel zu verpassen?
Zitat von vorsichtfallevorsichtfalle schrieb:Ja, aber so ganz kann ich dir noch nicht folgen.
Wenn nur ein anderer Freitag gezeigt wurde, als BB den Gesprächsversuch unternimmt, so erfahren wir dennoch Folgendes:
Das Essen von Dr K mit der Klinikleitung wird verschoben, andere Termine bleiben - anders als erst von der Sekretärin befürchtet.
Der Sohn soll vom Training abgeholt werden.
Daraus lässt sich schließen: "Dr Konstantin" kehrt zurück in die Klinik, ist "nur mal kurz weg".
Dienstschluss von BB und Dr. K fallen zusammen!

Und wenn man sich mal den Weg ansieht, den die Polizei in der Nachbesprechung in die Karte zeichnet, passt das genau.
Allerdings wird der Weg nicht ganz bis zur Klinik zurück eingezeichnet.

Die Ablage zeigt noch etwas: Zeitdruck. Sonst hätte man doch erst mal 100 km fahren können. Ging aber nicht, wäre aufgefallen.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

um 02:14
Zitat von sören42sören42 schrieb:Warum sollte die Aussprache dann außerhalb der Klinik stattfinden?
Da hätte es doch innerhalb der Klinik bessere Möglichkeiten gegeben (Dienstzimmer, Besprechungsräume, usw.).
Nehmen wir mal an, es sollte um Ungereimtheiten und unsaubere Machenschaften gehen. Dann wäre schon denkbar, dass man ein solches Gespräch nicht im offiziellen Rahmen im Dienstzimmer führt, sondern in konspirativer Weise bei einer Autofahrt außerhalb
Zitat von LottikarottiLottikarotti schrieb:Das Zusammentreffen war einfach Zufall, natürlich haben vom OP Plan nur wenige Leute gewusst,das ist überall so oder kennst du die OP Pläne der Kliniken incl. Änderungen? Wenn es geplant gewesen wäre wäre es viel einfacher möglich gewesen, da hätte man nicht 3x um die Ecke denken müssen. Der andere Kollege hat vielleicht gewusst,dass er lieber schnell zur Familie wollte und ihn einen Gefallen getan. Für ihn waren es eh schon wieder Überstunden, er fragt nicht weiter nach.
Die Realität an deutschen Kliniken ist, dass von Assistenzärzten maximale Arbeitsbereitschaft bis zum Umfallen erwartet wird. Ich gehe davon aus, dass es an dieser Klinik nicht anders ist als überall.

Das bedeutet, Überstunden werden ganz selbstverständlich erwartet und jeder ackert bis ultimo. Dass jemand frühzeitig abgelöst wird ist absolut ungewöhnlich und auffallend. Sowas kommt systemseitig bzw. auf Anweisung von Vorgesetzten normalerweise nicht vor.

Obendrein ist äußerst unwahrscheinlich, dass ein Kollege aus freien Stücken anbietet, die OP für einen anderen weiterzuführen. Alle sind an der oberen Leistungsgrenze und keiner will, keiner kann noch zusätzlich für andere arbeiten.

Insofern ist diese Ablösung schon sehr bemerkenswert, auffällig und erklärungsbedürftig.
Zitat von vorsichtfallevorsichtfalle schrieb:Klar ist nur: der Chefarzt war/ ist im Visier der Ermittler und es sieht so aus, als sei "nur" seine Frau sein Alibi.
Nicht mal das. Wenn die Frau zwischendrin nicht zuhause war kann sie kein lückenloses Alibi geben.
Gefühlt ist ein Alibi durch eine Ehefrau auch weniger wert als wenn es von Dritten kommt, denn der muss man eine grundsätzliche Loyalität zu ihrem Mann unterstellen. Dieses umso mehr als ein Chefarzt ihr sicherlich einen überdurchschnittlichen Lebensstandard ermöglicht und den wird sie nicht gefährden wollen.
Zitat von sdksdk schrieb:Ich erwarte auch kein perfektes Verbrechen, aber das war ja eigentlich ein denkbar unperfektes Verbrechen, weshalb ich von ungeplant ausgehe.
Mich wundert, dass es überhaupt funktioniert hat. Dr. Benz war ein sportlicher junger Mann. Da würde ich erwarten, dass er sich bei einem Angriff kraftvoll wehren kann. Scheinbar hat das aber nicht in ausreichendem Maße funktioniert.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

um 07:12
Zitat von sören42sören42 schrieb:Nun, wenn die Frau nach dem Alibi gefragt wird, dann muss es sich ja wohl um den Tattag handeln. Anders ergibt es keinen Sinn. Und der 21.01.2000 (Tattag) ist ein Freitag.

Letztlich hat er nur das Geschäftsessen verschieben lassen, die anderen Termine blieben!
Der Tag an den konstantin seine Termine verschob und der tattag sind verschiedene Freitage

Am tattag hat seine Frau den Sohn zum Training gebracht und da war Konstantin ab 1730 Uhr Zuhause.
Zitat von sören42sören42 schrieb:Wenn nur ein anderer Freitag gezeigt wurde, als BB den Gesprächsversuch unternimmt, so erfahren wir dennoch Folgendes:
Das Essen von Dr K mit der Klinikleitung wird verschoben, andere Termine bleiben - anders als erst von der Sekretärin befürchtet.
Der Sohn soll vom Training abgeholt werden.
Daraus lässt sich schließen: "Dr Konstantin" kehrt zurück in die Klinik, ist "nur mal kurz weg".
Dienstschluss von BB und Dr. K fallen zusammen!
Nein es sind immernoch unterschiedliche Tage. BB sucht das Gespräch wird abgewiesen, weil Konstantin sein Kind zum Training fährt. Kommt dann wieder, vllt holt das Kind seine Frau. Dann vergehen das Essen mit Frau und Schwester. Die Post vom Marburger Bund und das Gespräch mit Konstantin tagsüber an einem anderen Tag. Am tattag soll Konstantin ab 17.30 Uhr Zuhause gewesen sein


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

um 07:43
Ich stimme zu, dass dies bestimmt keine geplante Tat gewesen ist. Sondern ein Mord, der äußerst glücklich ohne Zeugen blieb.

Der Tatort war womöglich auf dem Parkplatz vor dem Bahnhof kurz bevor der Zug kommt, allein dort ist die Chance sehr groß, dass noch Zeugen vorbei gehetzt kommen, die ebenfalls zum Zug wollen. Der Ablageort ist genauso sporadisch, denn ein Auto dass auf einer größeren Straße einfach am Straßenrand steht, fällt auf. Hier hätte ja schon gereicht, zu erkennen, ob es ein rotes, schwarzes oder grünes Auto war.

Der Täter scheint auch einen gewissen Zeitdruck gehabt zu haben. Zum Beispiel, weil er zu Hause erwartet wurde oder nur eine kurze Pause in der Klinik hatte. Denn sonst würde man das Opfer doch vmtl iwo anders ablegen. Der Schwarzwald ist ja nur 15 min entfernt. Dort wird eine Leiche so schnell nicht gefunden.

Es muss damals den meisten Mitarbeiter:innen klar gewesen sein, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass der Täter ein Kollege ist. Muss eine komische Stimmung sein vor Ort. Und erstaunlich, dass da nicht früher jmd etwas ausgesagt oder angesprochen hat.

Ich würde denken, dass eine Unterhaltung aus irgendeinem Grund eskaliert ist. Bisher kam kaum zur Sprache, dass ein Schlag bei dem das Opfer bewusstlos wurde nicht einfach so passiert, ich denke dafür muss schon eine gewisse "Athletik" vorhanden sein.

Man darf gespannt sein, ob sich hier schnell etwas entwickelt.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

um 08:14
Zitat von Krimi_KalleKrimi_Kalle schrieb:Bisher kam kaum zur Sprache, dass ein Schlag bei dem das Opfer bewusstlos wurde nicht einfach so passiert, ich denke dafür muss schon eine gewisse "Athletik" vorhanden sein.
Man muss auch schon ungefähr wissen wo man hinschlägt.
Schlägt man ins Gesicht, bricht evtl. die Nase und das Opfer hat eine höhere Chance sich besser zu wehren.
Aber im Bereich Hals/Kehlkopf kann dem Opfer dann die Luft entsprechend weg bleiben, wie in diesem Fall.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

um 08:40
Zitat von Obse89Obse89 schrieb:Man muss auch schon ungefähr wissen wo man hinschlägt.
Schlägt man ins Gesicht, bricht evtl. die Nase und das Opfer hat eine höhere Chance sich besser zu wehren.
Aber im Bereich Hals/Kehlkopf kann dem Opfer dann die Luft entsprechend weg bleiben, wie in diesem Fall.
natürlich,und wer kennt sich in solchen Techniken der schnellen Ruhigstellung aus?


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

um 09:03
Es war alles Zufall, und ja, wenn die reguläre Arbeitszeit überschritten ist kann ein Kollege ablösen und der Mitarbeiter kann nach Hause gehen ohne jemanden fragen zu müssen, weil die Arbeit ja erledigt wird. Um diese Uhrzeit ist die Chefetage ohnehin nur noch selten im Haus. Das ist ganz normaler Alltag, es ist eben nur jetzt aufgefallen, weil die Tat an dem Tag war. Ich würde jetzt nichts hinein konstruieren. Sowas planen zu wollen wäre viel zu aufwendig und bin zu vielen Eventualitäten abhängig ( Patient wird gar nicht operiert, Kollege löst nicht ab, jemand beobachtet was). Man nennt es wohl Streugeschehen. Ganz dummer Zufall und am Ende steigt er uns falsche Auto.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

um 09:23
@Garfield66
@Obse89
Wobei der Schlag ja nicht mit dem Vorsatz geschehen sein muss, das Opfer anschließend zu erwürgen. Damit will ich nicht den Täter verteidigen, aber es kann auch eben nur ein Zufallstreffer gewesen sein, statt gezielter Schlag.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

um 10:15
Zitat von Krimi_KalleKrimi_Kalle schrieb:Der Täter scheint auch einen gewissen Zeitdruck gehabt zu haben. Zum Beispiel, weil er zu Hause erwartet wurde oder nur eine kurze Pause in der Klinik hatte.
Glaube ich eher nicht. Ich vermute weniger Zeitdruck, sondern eher Panik wegen des Geschehens der letzten Minuten und/oder das Bedürfnis, sich des Toten schnellstmöglich entledigen zu wollen.

Ultralange Arbeitstage und Überstunden sind für Klinikärzte normal, später nach Hause zu kommen ist normal. Es wäre nur dann problematisch wenn es eine Rückkopplung zwischen Klinik und „Zuhause“ gäbe und auffallen könnte, dass eine unerklärliche Lücke zwischen Feierabend und Ankunft zuhause klafft. Aber auch das könnte man mit Ausreden erklären wenn’s nicht allzu eklatant abweicht.
Zitat von Krimi_KalleKrimi_Kalle schrieb:Denn sonst würde man das Opfer doch vmtl iwo anders ablegen.
Ja, das wäre aus zahlreichen Gründen „sinnvoller“ gewesen aus Sicht des Täters. Auch daraus schließe ich auf eine Panikhandlung, weil es in mehrfacher Hinsicht ungünstig war, das Opfer dort abzulegen.
Zitat von Krimi_KalleKrimi_Kalle schrieb:Es muss damals den meisten Mitarbeiter:innen klar gewesen sein, dass es sehr wahrscheinlich ist, dass der Täter ein Kollege ist.
Ich glaube sogar, dass denen nicht nur klar war, dass es „ein“ Kollege gewesen sein muss, sondern die werden sogar einen konkreten Tatverdächtigen im Sinn gehabt haben. Weil die Kollegen, die im OP standen, scheiden definitiv als Täter aus. Wer zur Tatzeit permanent unter Zeugen in der Notaufnahme oder auf Station war, scheidet aus. Wer nachweislich im Skiurlaub war, scheidet aus.

Dafür ist aber vermutlich bekannt gewesen, mit wem Dr. Benz Konflikte hatte. Und denjenigen, wenn er kein sicheres Alibi hat, wird man verdächtigen.
Zitat von Obse89Obse89 schrieb:Man muss auch schon ungefähr wissen wo man hinschlägt.
Und selbst dann… im Auto, also mit eingeschränkter Bewegungsfreiheit, gegen einen sportlichen jungen Mann… auch hier war es eine große Tragik - für Opfer und Täter - dass dieser Schlag so wirkungsvoll war.

In Verbindung mit dem anschließenden Erwürgen spricht es allerdings auch für eine massive Gewalt- und Zerstörungsbereitschaft des Täters.

Gerade bei der Tötung des Opfers muss er vermutlich über einen längeren Zeitraum keine Tötungshemmung gehabt haben. Und auch in den Minuten und Stunden danach nicht zur Besinnung gekommen sein.

Weil man hätte innerhalb eines gewissen Zeitfensters nach der Tat noch zur Polizei gehen können und hätte eine Tat im Affekt angeben können. Dann wäre man nicht ungeschoren davongekommen, hätte aber vielleicht noch besser die Kurve gekriegt als jetzt…

Ich habe mal nach den Chefärzten der Klinik zum Zeitpunkt der Tat gegoogelt. Sie sind inzwischen im Rentenalter und wenn einer wegen der Tat verurteilt wird, wandert er als alter Mann noch in den Knast anstatt seinen Lebensabend mit guter Pension zu genießen.

Wäre dann aber trotzdem verdient, denn er hat einen jungen Mann und seiner Familie die Zukunft genommen.
Zitat von Garfield66Garfield66 schrieb:natürlich,und wer kennt sich in solchen Techniken der schnellen Ruhigstellung aus?
Auch Kampfsportler wissen das…
Zitat von LottikarottiLottikarotti schrieb:Es war alles Zufall, und ja, wenn die reguläre Arbeitszeit überschritten ist kann ein Kollege ablösen und der Mitarbeiter kann nach Hause gehen ohne jemanden fragen zu müssen, weil die Arbeit ja erledigt wird.
Die Realität im deutschen Klinikalltag ist eine andere. Personalmangel, massive Überstunden, dringende Behandlungen und Zeitdruck. Das ist überhaupt nicht vergleichbar mit den Zuständen in Bürojobs oder IG Metall-regulierten Industriebetrieben…
Zitat von vorsichtfallevorsichtfalle schrieb:Wobei der Schlag ja nicht mit dem Vorsatz geschehen sein muss, das Opfer anschließend zu erwürgen. Damit will ich nicht den Täter verteidigen, aber es kann auch eben nur ein Zufallstreffer gewesen sein, statt gezielter Schlag.
Es ist vermutlich ein affektiver Gewaltausbruch gewesen weil die Unterredung eskaliert ist. Allerdings hat der Täter nach dem Schlag nicht innegehalten und den gewaltsamen Übergriff bedauert, den Rettungsdienst gerufen und versucht, die Situation zu retten. Sondern er hat das Opfer erwürgt und somit minutenlang weiter direkte Gewalt mit Tötungsvorsatz ausgeübt.

Das ist schon bemerkenswert, denn man hätte nach dem Schlag auch „zur Besinnung kommen können“ und erkennen können, dass die Sache gerade aus dem Ruder läuft.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

um 10:24
Die Realität im Klinikalltag ist mir bekannt. Er hatte die kleine Tochter, umso dankbarer wird er gewesen zu sein an dem Tag abgelöst zu werden und fragt nicht weiter nach.... Zu viele kleine Zufälle, zu viel Affekt, zu viel im öffentlichen Raum, das kann man nicht planen.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

um 10:38
Zitat von LottikarottiLottikarotti schrieb:Zu viele kleine Zufälle, zu viel Affekt, zu viel im öffentlichen Raum, das kann man nicht planen.
Ja, ich denke das ist allgemeiner Konsens. Hätte jemand geplant Dr. Benz zu beseitigen, hätte man das anders gemacht und nicht mit so vielen Unwägbarkeiten und einem so hohen Entdeckungsrisiko.

Das spricht aber zugleich für die hohe Gewaltbereitschaft des Täters, dass er trotz dieser Umstände zu keinem Zeitpunkt von der Tatbegehung zurückgeschreckt ist.

Der initiale Schlag kann im Affekt passiert sein weil die Unterhaltung eskalierte. Da hätte der Täter die Sache noch retten können und wäre mit einem blauen Auge davon gekommen. Er hat aber entschieden, Dr. Benz zu töten und ihn hat weder der öffentliche Ort noch die vermutlich längere Zeit des Erwürgens umdenken lassen.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

um 10:42
Bei der Behauptung, er hätte sich damals melden können und wäre besser aus der Sache rausgekommen, möchte ich stark widersprechen. Der Täter hat Karriere gemacht, jahrelang viel Geld verdient, auf Kongressen und in der Zeitung gegrinst. Vermutlich hat er sich dabei ganz toll gefühlt, hat sich gedacht, ich habe Tausende Menschen gerettet. Dann halt Tausende minus einen, was macht das für einen Unterschied? Er hat sich vermutlich als richtiger toller Mensch gefühlt. Jetzt entgehen ihm die letzten Jahre im Ruhestand. Ob für so jemanden Ruhestand überhaupt schön ist, ist noch mal eine andere Frage. Aber damals hätte er ALLES verloren. Nun verliert er im Karriere-Sinn gar nichts mehr, keinen Posten, den er eh nicht mehr innehat, keine fachliche Reputation. Für ihn ist das Schweigen komplett aufgegangen. Eine Strafe würde in ihren Auswirkungen geradezu lächerlich sein im Vergleich zu damals.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

um 10:44
Zitat von VolvicVolvic schrieb:Der initiale Schlag kann im Affekt passiert sein weil die Unterhaltung eskalierte. Da hätte der Täter die Sache noch retten können und wäre mit einem blauen Auge davon gekommen. Er hat aber entschieden, Dr. Benz zu töten und ihn hat weder der öffentliche Ort noch die vermutlich längere Zeit des Erwürgens umdenken lassen.
Das wäre dann kein Totschlag mehr sondern Mord zur Vertuschung einer anderen Tat.
Gerade wenn der Täter Arzt gewesen ist, gelten verschärfte Regeln. Er hätte ihn medizinisch versorgen müssen.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

um 10:48
Zitat von sdksdk schrieb:Bei der Behauptung, er hätte sich damals melden können und wäre besser aus der Sache rausgekommen, möchte ich stark widersprechen. Der Täter hat Karriere gemacht, jahrelang viel Geld verdient, auf Kongressen und in der Zeitung gegrinst. Vermutlich hat er sich dabei ganz toll gefühlt, hat sich gedacht, ich habe Tausende Menschen gerettet. Dann halt Tausende minus einen, was macht das für einen Unterschied? Er hat sich vermutlich als richtiger toller Mensch gefühlt. Jetzt entgehen ihm die letzten Jahre im Ruhestand. Ob für so jemanden Ruhestand überhaupt schön ist, ist noch mal eine andere Frage. Aber damals hätte er ALLES verloren. Nun verliert er im Karriere-Sinn gar nichts mehr, keinen Posten, den er eh nicht mehr innehat, keine fachliche Reputation. Für ihn ist das Schweigen komplett aufgegangen. Eine Strafe würde in ihren Auswirkungen geradezu lächerlich sein im Vergleich zu damals.
Das konnte er damals aber alles nicht absehen…

In der Zeit kurz nach der Tat musste er doch stark damit rechnen, dass man ihm auf die Schliche kommt und die Reputation dann komplett weg ist.

Da wäre es vielleicht besser gewesen, sich zu stellen und als Opfer eines Querulanten und Quertreibers, der einem den beruflichen Erfolg und hoch gesteckte Ziele sabotieren will, darzustellen.

Okay, der Täter ist mit seiner Schweigetaktik bisher „besser“ gefahren. Aber davon konnte er anfangs nicht ausgehen.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

um 10:58
Sehe ich anders. Ein Geständnis wäre das sichere Karriereende gewesen. Schweigen zumindest die Chance, dass die Karriere weitergeht. Ein paar Jahre Haft Unterschied ändern da wohl nichts, denn für einen Karrieremenschen ist das Ende der Karriere der worst case. Es gab also nur 2 Möglichkeiten: worst case oder zumindest Chance, dass der worst case nicht eintritt. Da ist die Entscheidung doch recht offensichtlich.


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Mordfall Bernhard Benz (2000)

um 12:43
Genauso ist es, Verlust der Approbation kommt einem Berufsverbot gleich. Da bekommt man nirgendwo mehr einen Fuß auf den Boden.


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