Edna schrieb:Möglicherweise wurde das im Beitrag auch nur deswegen erwähnt um deutlich zu machen, dass sie durchaus in die Zukunft gedacht hat und Phantasien davon hatte, wie ihre Zukunft laufen könnte. Und nicht, weil es ein für den Fall super wichtiger Punkt war.
Das sehe ich auch so - ich würde die Dissertation auch nicht überbewerten. Die xy-Beiträge finde ich immer recht herausfordernd für die Macher. Einerseits muss ja ein Bild vom Opfer gezeichnet (auf Grundlage der Aussagen der Hinterbliebenen oder Zeugen, das dürfte beizeiten schon bisserl fehlerbehaftet sein) und auch von Seiten der EB einiges an sachdienlicher Information mitgeteilt werden, andererseits kann ein detailierter Ermittlungsstand ja nicht komplett offengelegt werden. Es bleibt zwangsläufig für die Beitragskonsumenten viel Raum für Spekulation. Dennoch dürfte bei der Skizzierung des Opfers einiges an Sorgfalt mit einfließen - nicht in dem Sinne, dass da jetzt akribische Ansätze für Hobbyermittler zu sehen sind, sondern mit der Intention, Corina eben durch das wohl stattgefundene Gespräch mit der Tochter als durchaus in die Zukunft blickend und nicht als deppressiv-suizidal darzustellen. Nicht mehr und nicht weniger.
Interessant ist hierbei eigentlich, dass der Beitrag ja vor dem Knochenfund gedreht wurde und der dann als ergänzendes Element im Studiogespräch erst später dazukam. Ich geh da mal davon aus, dass bereits vor dem Knochenfund eben durch die Darstellung von Corina - siehe Doktorarbeit - die Tendenz der Ermittlungsansätze nicht schwerpunktmäßig beim Suizid lag.
Andererseits heißt über "Dissertation endlich mal fertigmachen" reden aber auch nicht, dass da ein grundsätzlich positiver und zukunftsorientierter Lebensgedanke vorhanden ist. Das können durchaus für einen sehr depressiven Menschen auch letzte Ankerpunkte sein, die einfach nicht mehr realistisch in der Ausführung sind.
Mich beschäftigt der Fall sehr (liegt vielleicht auch an der beruflichen Nähe, ich hab eine hydrologische Diplomarbeit geschrieben und es war ein langes Tamtam mit der Dissertation;-) ), vom Gefühl her mag ich Unfall oder Suizid nicht völlig ausschließen, aber die ganzen Rahmenbedingungen, wie wir sie kennen, sprechen für mich dann doch eher dagegen - das komplett unübliche Handynutzungsverhalten, die "Beziehungshoppler" (um das mal so zu formulieren) und die wohl doch eher unausgegorene Lebenssituation.
Tja, der Knochen... Ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass den ein Täter im Nachhinein absichtlich im absoluten Gestrüpp versteckt, damit er gefunden wird. Das ist so unlogisch. Die Chupze muss man erstmal haben... Und wäre da nicht das Ostereierverstecken gewesen, hätte der Knochen da noch die nächsten hundert Jahre unbemerkt liegen können. Das macht einfach keinen Sinn. Für mich macht logisch nur Sinn, dass die Überreste nicht sooo weit entfernt liegen (bislang nur nicht gefunden wurden, kann ja auch mal dauern, siehe Tanja Gräff) und der Knochen von Wildtieren verschleppt wurde. Das Finden des besonderen Ostereis war einfach reiner Zufall.