Mutter und Tochter planten ihre Flucht einen Monat lang, verwischten ihre Spuren und löschten Standortdaten – das geht aus den Ermittlungen der israelischen Polizei hervor. • Eine mit den Einzelheiten vertraute Quelle sagte gegenüber N12: Die Schulden seien nicht hoch, das Motiv sei weiterhin unbekannt. • Während der Reise rief Mali beim Konsulat in Wien an – doch der Anruf wurde nicht entgegengenommen.

Die Erkenntnisse aus den Ermittlungen der israelischen Polizei, die in der Nacht von Freitag auf Samstag nach dem Auffinden von Mali und Liel Yahalomi durchgeführt wurden, ergaben, dass Mutter und Tochter ihre Flucht etwa einen Monat lang geplant hatten – offenbar bereits seit dem vergangenen Juli. Im Rahmen ihrer Vorbereitungen verwischten die beiden ihre Spuren und beschafften sich zusätzliche Mobiltelefone mit nicht identifizierten Nummern. Außerdem löschten sie von ihren Geräten Apps, die eine digitale Nachverfolgung und Standortbestimmung ermöglichen.

Die Ermittlungen ergaben zudem, dass die beiden Bankschulden haben. Eine mit den Einzelheiten vertraute Quelle stellte gegenüber N12 jedoch klar, dass es sich dabei nicht um einen hohen Betrag handele und das Gesamtbild noch nicht vollständig geklärt sei. Das Motiv, das Mutter und Tochter zu diesem drastischen Schritt und zum vollständigen Kontaktabbruch mit den übrigen Familienmitgliedern veranlasste, ist weiterhin unbekannt.

Während ihrer Flucht wurde festgestellt, dass Mali vor einigen Tagen einmal versucht hatte, das Konsulat in Wien anzurufen. Der Anruf wurde jedoch nicht entgegengenommen, und der Grund für den Kontaktversuch ist unklar. Später bestiegen die beiden einen Lufthansa-Flug von Frankfurt am Main nach Buenos Aires, der Hauptstadt Argentiniens. Die Polizei geht davon aus, dass sie geplant hatten, von Argentinien aus in ein weiteres Land in Südamerika weiterzureisen.

Währenddessen leiteten Ermittler der Nachrichtendienstabteilung der Polizei die Operation aus einem rund um die Uhr besetzten Lagezentrum und koordinierten sich dabei mit Vertretern der Abteilung in Europa und Südamerika. Sobald festgestellt worden war, dass die beiden das Flugzeug bestiegen hatten, reiste ein Polizeivertreter, der sich zu diesem Zeitpunkt in Mexiko aufhielt, zum Flughafen in Argentinien. Dort wartete er auf ihre Landung und informierte die örtliche Polizei.

Die Einsatzkräfte verfolgten die Bewegungen von Mutter und Tochter anschließend lückenlos, bis die Entscheidung getroffen wurde, sie in einem Bus anzuhalten.

Die Fahndungsmaßnahmen erfolgten in enger und umfassender Zusammenarbeit mit Europol, ausländischen Polizei- und Sicherheitsbehörden sowie internationalen Luftfahrt- und Grenzbehörden. Während der mehrtägigen Suche wurden Hunderte gezielte Ermittlungsmaßnahmen durchgeführt, technische Standortermittlungen vorgenommen und komplexe Datenabgleiche durchgeführt. Diese führten schließlich dazu, den genauen Aufenthaltsort von Mutter und Tochter festzustellen.

Nach ihrem Auffinden in Argentinien erklärte ein Polizeivertreter, die Ermittler seien bereits zuvor davon ausgegangen, dass Mutter und Tochter Israel aus freiem Willen verlassen hätten und weder bedroht noch unter Druck gesetzt würden. Dennoch sei es aus operativer Sicht notwendig gewesen, ihnen persönlich gegenüberzutreten, um dies zweifelsfrei zu bestätigen.

Nach Angaben der Polizei wurden die weltweiten Fahndungsmaßnahmen unter der direkten Leitung des israelischen Polizeipräsidenten, Generalkommissar Danny Levy, geführt. Mit den Ermittlungen waren die Beamten der Einheit zur Bekämpfung von Wirtschaftskriminalität bei Lahav 433 gemeinsam mit der Nachrichtendienstabteilung der israelischen Polizei betraut.
Quelle: https://www.mako.co.il/news-world/2026_q3/Article-d97321ba65200a1026.htm