Hallo Mamamsui,
Mamasui schrieb:So könnte man einen Tagesetat ermitteln und feststellen (unter Ausschluss der Möglichkeit auf das heimische Konto zuzugreifen) ob Herr L. nicht Geld generiert haben könnte, um seinen Aufenthalt zu finanzieren. Ich sehe das im Bezug zum Hotelhopping als mögliche Theorie. Er hat ja vermutlich eine finanzielle Durststrecke erlitten als er in der Pension unterkam. Ebenso hat er versucht die Scheren zu verkaufen, dies könnte den Rückschluss zulassen, das er keinen Zugriff auf heimische Gelder hatte.
Habe mir diesbzüglich Gedanken gemacht.
In der Zeitung stand ja geschrieben, dass Herr L. DM 2000,- dabei hatte. Ende der 60ger war das schon eine gute Summe (evtl. vergleichbar mit an die € 4000 dieser Tage) und unter normalen Umständen sicher ein Budget um am Bodensee einen komfortablen Urlaub während seiner "Betriebsferien" zu genießen .
Ich weiß nicht wieviel die Hotels damals gekostet haben, aber sicher kein Vergleich zu heute. Eine Pension die damals wie im Film erwähnt DM 5,- gekostet hat, kostet in Lindau heute auf jeden Fall in der Hochsaison (April bis Oktober) nicht unter Euro 45,- im EZ/Nacht .
Hier habe ich mal ein heutiges Beispiel einer einfacheren Pension auf Lindau-Insel ausgesucht:
http://www.bodenseeurlaub.de/link.php?id=701In den 60gern gab es ja noch keine EC-Karten und eine Geld-Abhebung konnte vermutlich nur bei der eigenen Hausbank am Schalter (in dem Fall sicher in Selbitz) erfolgen.
Es sei denn, er hätte seine Frau gebeten ihm Geld telegraphisch zukommen zu lassen, dafür hätte er sie aber anrufen müssen.
Die Casinos sind bei mir noch nicht ausgeschlossen, nur weil wir es nicht wissen, heißt es nicht, dass die Polizei es nicht wusste. Ich denke die haben in dem Filmfall einiges u.a. aus ermittlungstaktischen Gründen weggelassen und
nicht zuletzt um die Familie des Opfers in der noch sehr prüden 60ger Jahre Zeit nicht noch unnötig zu belasten. Die Polizei wollte vor allem wissen mit WEM und WO Herr L. gesichtet wurde.
Ich vermute, dass er hier und da schon in vielleicht nicht sehr großem Stil gezockt hat und er mal gewonnen und mal verloren hat.
Vermutlich ist er auch länger am Bodensee geblieben als er zuerst geplant hatte, deshalb ging ihm auch ohne Hilfe von Zuhause langsam aber sicher das Geld aus.
Mamasui: Ich kann diesbezüglich nur für mich persönlich sprechen, wenn ein so nahestehender Familienangehöriger unter diesen Umständen verstirbt, würde ich alles tun um zu verhindern, dass die Akten geschlossen werden!
Ich habe schon von einigen Fällen in den USA gelesen, dass Nachkommen oder Verwandte auch später keine Ruhe gegeben haben, wenn ein Angehöriger so ums Leben kam.
Casey Sherman, der Neffe eines Opfers des berüchtigten "Boston Strangler's" , hat seine Tante Mary A. Sullivan vor einigen Jahren nach ca. 40 Jahren unter der Erde exhumieren lassen.
Im Nachhinein wurde festgestellt, dass diese Tante von einem anderen Täter umgebracht wurde. Unter ihren Fingernägeln waren Abwehrspuren. Die analysierte DNA war eine andere DNA als die des angeblichen Boston Strangler's.
Seitdem wird angenommen, dass in dieser Zeit alle Frauenmorde nur ihm in die Schuhe geschoben wurden, obwohl es mehrere Killer gab und er evtl . gar keiner war, sondern "nur" ein Vergewaltiger :
Wikipedia: Albert Henry DeSalvoAuf Englisch, kann man den Bericht über die Familie des Opfer's Mary A. Sullivan lesen, sie wurde 1964 umgebracht:
Wikipedia: Albert DeSalvound (leider auch auf Englisch)
http://www.trutv.com/library/crime/serial_killers/notorious/boston/20.htmlAllerdings würde eine Exhumierung von Herrn L. nach so vielen Jahren vermutlich nix nützen, da er eine Wasserleiche war.
Mamasui: Ich hätte da noch eine Idee, der damalige lt. Beamte wird wohl nicht mehr unter den Lebenden weilen. (....der aus der XY Sendung) Er hat meines Wissens eine Nachfolgerin gehabt, diese ist nun mittlerweile im Ruhestand. Ich hatte schon vor einiger Zeit in diese Richtung recherchiert, wollte aber erst einmal abwarten, ob sich nicht noch Infos über Archive finden lassen.
Wow, Du hast wirklich einen Ahnung!
Die Idee einen freundlichen Brief an die Dame zu schreiben, mit der Bitte, ihre Erinnerungen von diesem Fall evtl. aufzuschreiben um sie der Nachwelt zu erhalten oder aber in einem persönlichen Gespräch mitzuteilen, finde ich sehr gut.
Ich finde das geht nicht zu weit, sondern ist die einzige Möglichkeit um wenigstens noch an ein paar mehr Infos zu kommen.
In diesem Sinne ...........