@ Mirene
Justiz im Mittelalter:
"Interessant war auch die Justiz im Mittelalter: Damals gab es erheblich weniger Gesetze als heute. Die wenigen Gesetze, die es gab, konnte sich jeder merken (eben weil es so wenige waren) und darum konnte sich auch jeder daran halten.
Auch die Strafen für Gesetzes-Übertretungen waren einfach und leicht handhabbar.
Für geringe Vergehen gab es leichte Strafen, die eigentlich keine wirklichen Strafen, sondern eher „Denkzettel“ waren: Die Menschen wurden an den Pranger gestellt, in einen großen Haufen Vogelfedern geworfen oder in ein Narrengewand gesteckt und darin durchs Dorf bzw. durch die Stadt getrieben. So wurden sie öffentlich lächerlich gemacht, was als Strafe ausreichte.
Für schwerere Vergehen gab es Geldstrafen. Gefängnisstrafen waren selten, hauptsächlich weil es viel zu teuer war, Gefängnisse zu bauen und dort eine große Zahl von Menschen einzusperren, die ja bewacht und verköstigt werden mussten. Wenn jemand in den Schuldturm oder ins Burgverlies gesperrt wurde, dann nur, weil er seine Geldstrafe nicht bezahlen konnte. Er saß dann so lange im „Gefängnis“, bis seine Verwandten die Geldstrafe bezahlten, danach wurde er frei gelassen.
Eine Polizei im heutigen Sinn gab es nicht - und sie war auch nicht nötig. Niemand bekam Strafzettel für falsches Parken seines Pferdewagens oder Ochsenkarrens. Kleine Delikte wie Störung der Nachtruhe wurden intern von der Dorfgemeinschaft geregelt. Wirkliche Verbrecher, z.B. Diebesbanden, die Kaufleute überfielen und ausraubten, wurden von den im Dienst des Landesherren stehenden Rittern gejagt, aufgespürt und ihrer gerechten Strafe zugeführt."
Also alles ok, oder?
Quelle:
http://mittelalter1.chapso.de/ (Archiv-Version vom 23.04.2013)