emz schrieb:Da bin ich eigentlich fast durchgängig anderer Meinung.
Glaube ich nicht. ;-)
Ich habe ja nur festgestellt, dass bei sehr vielen True-Crime-Dokus Polizisten oder Staatsanwälte auftreten und über den Fall sprechen. Dann habe ich mir überlegt, aus welchen Gründen sie das tun (dürfen - ohne Genehmigung des Dienstherrns geht jedenfalls in Deutschland nichts). Und das Naheliegenste war, dass es durchaus ein Interesse der Polizei gibt, darzustellen, wie sie arbeitet und Tätern auf die Spur kommt. Man will ja keine Geheimpolizei sein. Dann tragen diese Interviews auch zur Versachlichung bei. Gerade wenn ein Verurteilter auf die Tränendrüse drückt.
In der ZDF-Doku zum Fall Mundo z.B., ist ein Polizist der Hauptprotagonist, wie in vielen Fällen dieser 30 min.-Serie im ZDF. Da sind es häufig pensionierte Beamte, da leiden dann aktuelle Fälle nicht darunter.
Aber das ist natürlich kein "Muss". So legitim, wie es sein kann, sich zu äußern, so legitim ist es, sich nicht zu äußern. Das wird dann halt so entschieden. Und nur, weil man schon drei Interviews gegeben hat, muss man kein Viertes geben. Da kann man ja auch darauf verweisen. Oder die Ermittlungen laufen noch. Oder man hat schlechte Erfahrungen gemacht.
Harbort wurde wohl vom SWR bezahlt, nicht von der Familie Schemmer (wie ich anfangs vermutet hatte). Die Koblenzer Polizei dachte sich wohl: Jemanden, der einen "Fall neu aufrollen will" sollte man besser kein Interview geben, weil es dann keine Retrospektive ist und man nicht weiß, was raus kommt. Das ist völlig in Ordnung.
Also: Wo ist da Dissens?