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Warum will niemand mehr einen handwerklichen Beruf erlernen?

341 Beiträge, Schlüsselwörter: Schule, Beruf, Ausbildung, Studium, Handwerk, Arbeitsleben, Handwerklicher Beruf

Warum will niemand mehr einen handwerklichen Beruf erlernen?

23.03.2016 um 11:11
Wenn man hier handwerkliche und Büroberufe vergleicht, dann sollte man auf einer Ebene bleiben.

Also nicht:

Haupt- oder Realschule und dreijährige betriebliche Ausbildung im Handwerk = handwerklicher Beruf

Gymnasium und Studium (meist deutlich mehr als drei Jahre) in einem technischen Fach mit dem Abschluss Dipl. Ing. = Büroberuf.

Vergleichen wir doch einmal zwei dreijährige betriebliche Ausbildungen nach einem Realschulabschluss, die ich, auch wenn manche jetzt schreien mögen, als gleichwertig unterstelle. Den Industriemechaniker und den Industriekaufmann. Ich glaube, unter den beiden Berufsbezeichnungen kann sich jeder etwas vorstellen.

Über die Nachteile von handwerklichen Berufen wie schwere körperliche Arbeit, Verletzungsgefahr, Schmutz, Lärm etc. ist ja schon genug gesagt worden, aber ein Aspekt ist noch nicht erwähnt worden.

Hat ein klassischer handwerklicher Beruf auch noch andere Nachteile?

Handwerkliche Berufe
hatten frühern den Status "Arbeiter", und wurden im Stundenlohn bezahlt. Kontrolliert wurde die Arbeitszeit durch eine Stempeluhr.

Büroberufe
hatten früher den Status "Angestellter" und die erhielten ein Monatsgehalt. In Betrieben ohne Gleitzeit gab es keine Stempeluhr.

Diese Unterschiede mögen heute etwas aufgeweicht sein, aber die Eltern von denjenigen, die heute vor der Berufswahl stehen, werden es noch so erlebt haben.

Ein Angestellter hatte einen Schreibtisch, ein Telefon, später einen Computer. Er war von aussen ständig - natürlich auch für Freunde und Bekannte - erreichbar und erkonnte von sich aus mit ihnen kommunizieren. Bevor es Handys gab, konnten "Arbeiter" das nicht.
In mittelständigen Betrieben haben Angestellte direkteren Kontakt zur Führungsebene. So kann jemand mit der Ausbildung "Industriekaufmann" ohne weitere Zusatzqualifikation zum z.B. zum Einkaufs- oder Verkaufsleiter befördert werden- bis in die 90ziger der übliche Weg zum Abteilungsleiter. Sein Kollege, der "Industriemechaniker" hat diese Chance üblicherweise nicht. Wenn der weiterkommen will, geht das nur über die Meisterschule, Techniker, Ingenieur.

Und dann das gesellschaftliche Ansehen:

"ich arbeite bei "Meier & Co." in der Motorenfertigung" macht doch keinen Eindruck bei Nachbarn , Freunden und Bekannten. Dann schon eher "Ich arbeite bei der "Meier Group" im Marketing" - zumal wenn einen die Nachbarn, Freunde und Bekannten im Anzug mit Krawatte von der Arbeit ... äh aus dem Büro kommen sehen.


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23.03.2016 um 11:22
@roadcaptain
Was für den einen ein Vorteil darstellt, stellt für den anderen ein Nachteil dar.


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23.03.2016 um 11:33
@Geisonik
Geisonik schrieb:Was für den einen ein Vorteil darstellt, stellt für den anderen ein Nachteil dar.
das mag in vielen Fällen so sein, aber ich sehe im Moment nicht den Bezug zum Thema.
Oder meinst du die etwa besseren Chancen, die der "Bürohengst" zu haben glaubt?


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23.03.2016 um 12:26
@roadcaptain
Das ist schon aufs Thema bezogen...
roadcaptain schrieb:Ein Angestellter hatte einen Schreibtisch, ein Telefon, später einen Computer. Er war von aussen ständig - natürlich auch für Freunde und Bekannte - erreichbar und erkonnte von sich aus mit ihnen kommunizieren. Bevor es Handys gab, konnten "Arbeiter" das nicht.
Das muss kein Vorteil des Bürojobs sein.
roadcaptain schrieb:In mittelständigen Betrieben haben Angestellte direkteren Kontakt zur Führungsebene
Gibt Leute die wollen das nicht.
roadcaptain schrieb:So kann jemand mit der Ausbildung "Industriekaufmann" ohne weitere Zusatzqualifikation zum z.B. zum Einkaufs- oder Verkaufsleiter befördert werden- bis in die 90ziger der übliche Weg zum Abteilungsleiter. Sein Kollege, der "Industriemechaniker" hat diese Chance üblicherweise nicht. Wenn der weiterkommen will, geht das nur über die Meisterschule, Techniker, Ingenieur.
In großen Industrieunternehmen ist das sicher so, in kleineren Fachbetrieben nicht unbedingt.
roadcaptain schrieb:Und dann das gesellschaftliche Ansehen:

"ich arbeite bei "Meier & Co." in der Motorenfertigung" macht doch keinen Eindruck bei Nachbarn , Freunden und Bekannten. Dann schon eher "Ich arbeite bei der "Meier Group" im Marketing" - zumal wenn einen die Nachbarn, Freunde und Bekannten im Anzug mit Krawatte von der Arbeit ... äh aus dem Büro kommen sehen.
Ja, wer sich um die Meinung anderer schert dem ergeht es vielleicht so.
Wobei das auch auf den Bekanntenkreis ankommt.
Und Krawatte und Anzug kann man durchaus als unangenehme Pflicht wahrnehmen. Mehr Ansehen habe ich jedenfalls nicht vor Anzugträgern als vor "Blaumannträgern".


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23.03.2016 um 14:28
@Geisonik
roadcaptain schrieb:

Ein Angestellter hatte einen Schreibtisch, ein Telefon, später einen Computer. Er war von aussen ständig - natürlich auch für Freunde und Bekannte - erreichbar und erkonnte von sich aus mit ihnen kommunizieren. Bevor es Handys gab, konnten "Arbeiter" das nicht.

Das muss kein Vorteil des Bürojobs sein.
ich unterstelle mal, dass derjenige grundsätzlich bereit ist, berufstypische Arbeiten zu erledigen. Und dazu gehört bei einem Industriekaufmann auch die inner- und außerbetrieblich Kommunikation. Warum soll es da ein Nachteil sein, wenn einen auch Freunde und Bekannte erreichen kann. Außer man hat solche Freunde, die einen ständig so volllabern, dass man nicht mehr zum Arbeiten kommt.
In mittelständigen Betrieben haben Angestellte direkteren Kontakt zur Führungsebene

Gibt Leute die wollen das nicht.
ja - warum wohl?
So kann jemand mit der Ausbildung "Industriekaufmann" ohne weitere Zusatzqualifikation zum z.B. zum Einkaufs- oder Verkaufsleiter befördert werden- bis in die 90ziger der übliche Weg zum Abteilungsleiter. Sein Kollege, der "Industriemechaniker" hat diese Chance üblicherweise nicht. Wenn der weiterkommen will, geht das nur über die Meisterschule, Techniker, Ingenieur.

In großen Industrieunternehmen ist das sicher so, in kleineren Fachbetrieben nicht unbedingt.
ich habe es gerade anders herum erlebt:
in einem mittelständischen Unternehmen (insgesamt ca. 100 Leute) waren die Leiter der Buchhaltung, des Einkaufs und des Verkaufs Leute mit kaufmännischer Lehre. In der Konstruktion waren 4 Ingenieure und 3 technische Zeichner. Auch der Leiter der Arbeitsvorbereitung war Ingenieur.

In einem Konzern mit ca. 2.000 Mitarbeitern am Standort hatten die älteren Führungskräfte im kaufmännischen Bereich häufig eine kaufmännische Lehre absolviert. Die jüngeren waren meisten Diplomkaufleute.

In der Konstruktion und Produktentwicklung waren fast alle Ingenieur oder Physiker - und die Vorgesetzten sowieso.

Daraus schließe ich, dass eine betriebliche Hierachie für Leute mit kaufmännischer Lehre zumindestens durchlässiger war und es wahrscheinlich auch noch ist, als für Leute mit handwerklicher Lehre.
Geisonik schrieb:Ja, wer sich um die Meinung anderer schert dem ergeht es vielleicht so.
das tun aber die meisten - warum geben sie sonst viel Geld für Äußerlickeiten aus?
Geisonik schrieb:Und Krawatte und Anzug kann man durchaus als unangenehme Pflicht wahrnehmen.
das geht mir auch so bei den wenigen beruflichen Anlässen, zu denen ich im Anzug erscheinen muss.
Andererseits sind mir aber auch reichlich Leute untergekommen, die im Beruf und auf dem Weg ins Büro und zurück einen Anzug tragen, obwohl es von Ihnen eigentlich nicht erwartet wurde. In dem Konzern, in dem ich gearbeitet habe, konnte man als Ingenieur, durchaus mit Jeans und T-Shirt oder kariertem Hemd herumlaufen. Trotzdem trugen dort einige immer einen Anzug - und das waren nicht die in Führungspositionen und auch nicht unbedingt die, die durch gute Leistung auffielen.
Im kaufmännischem Bereich war dort allerdings allgemein ein Anzug angesagt.


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23.03.2016 um 14:43
@roadcaptain
roadcaptain schrieb:Trotzdem trugen dort einige immer einen Anzug - und das waren nicht die in Führungspositionen und auch nicht unbedingt die, die durch gute Leistung auffielen.
Siehste @suffel , ich sags ja, Blender :P:
roadcaptain schrieb:Und dazu gehört bei einem Industriekaufmann auch die inner- und außerbetrieblich Kommunikation. Warum soll es da ein Nachteil sein, wenn einen auch Freunde und Bekannte erreichen kann.
Ich rede ja nicht von denen die den kaufmännischen Beruf erlernt haben, eher von denen die nicht ständig erreichbar sein wollen ;)

Ich sagte ja, was der eine als Vorteil sieht, sieht der andere als Nachteil. So sagt der eine er hat keine Lust im Büro zu sitzen, wo der andere sagt er will nicht bei dem Mistwetter vor die Tür.
roadcaptain schrieb:das tun aber die meisten - warum geben sie sonst viel Geld für Äußerlickeiten aus?
Da fragst du eindeutig den falschen :D


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23.03.2016 um 14:47
@roadcaptain
Auch wenns den Eindruck gemacht hat, ich wollte dich keinesfalls wiederlegen, ich wollte nur darstellen das es eben auch genau die andere Seite gibt.

Ich sehe in keiner Richtung einen wirklichen allgemeinen Vorteil. Das muss eben jeder mit sich selbst ausmachen, was ihm mehr zusagt.

Und das Ansehen, naja. Ein Handwerker muss schon einiges auf dem Kasten haben, je nach Gewerk, da sehe ich ansehensmäßig eben kein Vor- oder Nachteil. Vielleicht beurteilen das diejenigen anders die meinen das ein Kaufmann die Weisheit zum Frühstück Mittag und Abendbrot ist und der Handwerker blos fehlerfrei nen Hammer auf den Nagel schlagen muss, aber sicher niemand der in der Lage ist das große 1x1 aufzusagen ;)


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23.03.2016 um 14:55
@Geisonik

wat. worum gehts ? :D

also ich trage immer ein hemnd auf der arbeit :D


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23.03.2016 um 17:10
Es ist ja nun auch nicht so, dass man für eine Ausbildung im Handwerk bloss flinke Finger, aber dafür nur einen hohlen Kopf braucht. Ich habe mir mal Lehrbücher für Berufsschüler in diversen Bauberufen, von Elektriker bis Maurer, von Sanitärkram bis Zimmermann angesehen. Da würde ich im theoretischen Bereich (Rechnen!) schon ziemlich versagen.
Unser lokales Handwerk kann nur froh über die neuen Mitbürger sein, die ihr Handwerk schon seit Kindesbeinen im Iran, im Irak oder sonstwo gelernt haben - natürlich ohne Lehrvertrag, Berufsschule, Gesellenbrief. Das haben sie nicht, aber jede Menge Motivation und technisches Geschick. Nach Praktika sind die Betriebe meist hell auf begeister. Jetzt muss ich nur noch Ausbildungsverträge unter Dach und Fach bringen.

Ach ja, einen hab' ich noch:

Handwerk hat goldene Hoden, wie die Grüne Witwe weiss.


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23.03.2016 um 17:42
Geisonik schrieb:Und das Ansehen, naja. Ein Handwerker muss schon einiges auf dem Kasten haben, je nach Gewerk, da sehe ich ansehensmäßig eben kein Vor- oder Nachteil.
Ich hatte ja eingangs geschrieben
roadcaptain schrieb:Vergleichen wir doch einmal zwei dreijährige betriebliche Ausbildungen nach einem Realschulabschluss, die ich, auch wenn manche jetzt schreien mögen, als gleichwertig unterstelle. Den Industriemechaniker und den Industriekaufmann.
und dabei mit erheblich mehr Widerspruch von beiden Seiten gerechnet.

Auf jeden Fall handelt es sich bei beiden um typische "Lehrberufe", also Berufe, die man im Rahmen einer betrieblichen Ausbildung erlernt. Und darum scheint es mir dem TE wohl auch zu gehen, wenn er nach Ursachen für das Phänomen fragt, warum niemand mehr einen handwerklichen Beruf erlernen will. Wenn ich es richtig verstehe, geht es ihm also wohl weniger darum, ob jemand Mechaniker (handwerklich) oder Ingenieur (Büro) wird.

Es dürfte kaum jemandem entgangen sein, dass Handwerksbetriebe und Fabriken Probleme haben freie Ausbildungsstellen zu besetzen, während bei Banken und Versicherungen die Nachfrage wesentlich größer als das Angebot an freien Ausbildungsstellen ist und die sich künftige Auszubildende aussuchen können, wobei der Notendurchschnitt keine untergeordnete Rolle spielt.

Objektiv gesehen sind "Büroberufe" offensichtlich deutlich beliebter als Berufe im Handwerk. Lehrberufe, die im Büro ausübt werden, sind mit wenigen Ausnahmen kaufmännische Berufe.

Jetzt habe ich nach einigen Ursachen gesucht, die noch nicht genannt wurden und ist mir vor allem das Ansehen und die bessere Durchgängigkeit in der betrieblichen Hierachie bei kaufmännischen Berufen aufgefallen. Das Einkommen kann es nicht sein, denn ein in dem Konzern, in dem ich gearbeitet habe, verdiente ein Fabrikarbeiter - im 3 Schichtbetrieb - doch deutlich mehr als ein kaufmännischer Sachbearbeiter, der dafür jedoch Privilegien, wie einen Parkplatz im Werk in der Nähe seines Büros genoss. Die Fabrikarbeiter arbeiteten nicht einmal in einem anerkanten Lehrberuf, weil es für deren Tätigkeit keinen gab.

Für die bessere Durchgängigkeit in der betrieblichen Hierachie konte ich einige Beispiele nennen. Was das Ansehen betrifft, so ist es nicht mehr als mein persönlicher Eindruck, den ich in meinem sozialen Umfeld (mein Vater war kaufmännischer Angstellter) gewonnen habe.

@Doors
Doors schrieb:Es ist ja nun auch nicht so, dass man für eine Ausbildung im Handwerk bloss flinke Finger, aber dafür nur einen hohlen Kopf braucht.

Ich wäre der Letzte, der soetwas behaupten würde, weil ich handwerkliche Arbeit kennengelernt habe. Zuerst, bevor ich als Zeitsoldat zur Bundeswehr ging als ungelernter Fabrikarbeiter, wobei ich hier viel gelernt habe wie Schweißen und grundlegendes Arbeiten mit Werkzeugmaschinen. Später nach der Bundeswehr im Studium habe ich, wenn die Zeit es erlaubte als LKW-Fahrer im internationalen Fernverkehr gearbeitet - das brachte am meisten Geld und nicht weil das ein stupider Job war, den jeder machen konnte. Man musste halt im Ausland "klar kommen" das heisst einigermaßen fließend englisch sprechen, wobei ich erst einmal gemerkt habe, wie wenig anwendbare Sprachkenntnisse ich auf dem Gymnasium erworben habe. Dann später, nach dem Studium als Ingenieur war ich immer recht dicht dran, so dass ich mich in der Metallverarbeitung und bei Kfz heute so gut auskenne, dass ich jede handwerkliche Arbeit ausführren kann.


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23.03.2016 um 18:37
warum ich heute nicht mehr handwerk lernen würde: alle anderen handwerker die ich kenne werden gern und oft für nen lächerlichen lohn in zeitarbeit aufgerieben, einschließlich mir, hätte ich liebend gern drauf verzichten.
zumal ich in nem beruf den ich nicht mal gelernt hab momenten teilzeit mehr verdien als mit gelernten lohn via zeitarbeit bei 40++ stunden die woche. wer hat da noch bock ins handwerk zu gehn, mir und einigen anderen hat da auch keine berufserfahrung, gute abschlüsse und fortbildungen geholfen.

logo gibts auch noch gefragtere/begehrtere berufe in der sparte, meiner gehört nicht dazu.


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23.03.2016 um 19:31
@mrhanky
Darf ich fragen welche schlecht bezahlte Sparte dein Beruf war?


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23.03.2016 um 19:44
@AlexR
ich bin schneiderin.


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23.03.2016 um 19:47
@mrhanky
Oh. Ok. Da kenn ich mich gar nicht aus. Aber ich dachte immer Änderungsschneiderei wäre immer noch so gefragt. Also ich brauch die oft da es ja irgendwie in der modernen Welt keine untersetzten Größen mehr gibt in Bezug auf Arbeitskleidung. Da hängt einem die Hose grundsätzlich über die Schuhsohlen


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23.03.2016 um 19:51
AlexR schrieb:Aber ich dachte immer Änderungsschneiderei wäre immer noch so gefragt
um eine änderungsschneiderei zu eröffnen benötigt man keine abgeschlossene ausbildung als schneider/änderungsschneider. jeder hinz und kunz kann damit ne änderungsschneiderei auf machen, und das machen sie auch..der markt ist geflutet.
die leute gehn bei h&m, kik und takko einkaufen, ne hose für 7 euro lässt man nicht für 10 kürzen.

nun gut, mein beruf stirbt aus, allerdings weiß ich das es elektrikern, brauern und malern nicht sehr viel anders geht.


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23.03.2016 um 20:12
@mrhanky
Also bei Elektrikern stimmt das nicht ganz. Wir wollten 48 Lehrlinge ausbilden für Montage 20kv und 110 kv da wir kaum noch Monteure haben und haben trotz Rekord Löhnen 2 bekommen. Ist aber halt nicht Puppenstubenelektrik sondern Mittel und Hochspannung


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23.03.2016 um 20:18
@AlexR
mein vater war elektriker, keine ahnung ob für "puppenstuben", er hat elektrogeräte repairiert.
hat sich damals mitte 30 selbstständig gemacht weil er nur beschissene jobs gekriegt hat, da hat auch kein meisterbrief und zusatzscheine genützt.


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23.03.2016 um 20:24
@mrhanky
Ich war auch 10 Jahre selbständig im Pflasterbau und Gartenbau. Hat sich überhaupt nicht gelohnt. Trotz guter Aufträge war man im Winter als Arbeitgeber komplett im Arsch. Mit Familie ging das nicht mehr. Und da Baggerfahrer gefragt sind grab ich jetzt unseren Elektrikern die Kabel auf. Und das wird richtig gut bezahlt. Man muss sich glaub ich im Handwerk immer auf das orientieren wo Not am Mann ist. Im Tiefbau ist das grad auch richtig dramatisch.


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23.03.2016 um 20:28
@Doors

Also, meine Erfahrung ist eine ganz andere. Mein Ex hat Kfz - Mechatroniker gelernt und das, was die in Englisch und Deutsch gemacht haben, war auf dem Niveau der 5ten Klasse. Für die berufsspezifischen Sachen musste man nur 2 Doppelseiten aus dem Buch lernen etc.


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23.03.2016 um 20:32
@AlexR
naja als schneiderin sind da nicht soviel möglichkeiten gegeben, bagger fahren war kein teil der ausbildung :D

dafür mein "heiß geliebter" kundenkontakt.. naja ichb eschwer mich nicht, besser als am fließband in der klamotten fabrik.

mein freund ist brauer, hat ebenfalls nen meister, besucht regelmäßig weiterbildungen und auch exklusives zeug...von irgend welchem hightech schischi bis zum steinzeit hopfen..lauter so zeug.
er ist zwar selbstständig, wenn er sich allerdings aus gaudi mal bewirbt ist die erste frage "und? lkw führerschein?", die wollen ihn dann bier ausfahren schicken, für ein bruchteil der kohle die er im dritten lehrjahr bekommen hat.
ich kenn ehrlich gesagt kaum ein handwerker in meiner umgebung dems sehr viel anders gegangen wäre.


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