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Kulinarische Völkerverständigung?

89 Beiträge, Schlüsselwörter: Essen, Völkerverständigung

Kulinarische Völkerverständigung?

16.12.2015 um 00:02
@aero
Als hart arbeitender Mensch kenne ich das Problem. Aber Gesundheit geht vor! Ich habe mich auch immer mit so einem Dreck vollgestopft, aber seit 1998 (da ging es mir echt dreckig), z.B. den Pommes Frites den Kampf angesagt (seit dem nicht eine einzige mehr gegessen!). Nun steht Reis auf meiner Abschussliste (Arsenverseucht)!


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Kulinarische Völkerverständigung?

16.12.2015 um 10:08
@Kc
Kc schrieb:Können kulinarische Umgangsformen und lukullische Köstlichkeiten zur Völkerverständigung beitragen?
Zur Integration von Menschen ausländischer Herkunft in einem Land?
Wie kann dies geschehen?

Oder ist eher das Gegenteil der Fall, erschweren unterschiedliche Essgewohnheiten das Zusammenleben, machen es gar unmöglich?
Interessanter Gedanke. Ich denke die Antwort lautet es kommt ganz darauf an aus welchem Kulturkreis man kommt.

So wird das Vergnügen Essgewohnheiten aus allen anderen Kulturen nur Deines leiben. Ein gläubiger Moslem oder Jude wird die Gegeneinladung zu dir nach Hause zum "Schnitzel und Wildschweinbraten"- Essen nicht annehmen wollen/können.

Entweder assimiliert sich der Neubürger und überwindet die selbst auferlegten Ess-Schranken, oder er bleibt in seiner Kultur, d.h. unter Seinesgleichen behaftet.

Wir zelebrieren jedes Jahr im Sommer mit unseren Nachbarn ein Nachbarschaftsfest. Das ist ein ziemlich bunter Haufen verschiedener Religionen und kulturellem Hintergrund.

Jeder bringt etwas aus seiner kulinarischen Heimat mit und teilt es mit den anderen. Wer kein Schwein oder Alkohol mag/darf, der greift beim Sushi/Limo zu oder isst sein Mitgebrachtes.

Essen kann beides, verbinden und trennen - es kommt wie immer auf den einzelnen Menschen an was er draus macht.


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Kulinarische Völkerverständigung?

17.12.2015 um 11:39
@Kc

Wir kochen gern gemeinsam mit neuen Nachbarn aus anderen Weltgegenden. Da isst dann die Nigerianerin mit dem Afghanen Labskaus um die Wette, wir versuchen Halal-Futjes zu produzieren (normalerweise in Schweineschmalz gebacken), probieren Reis auf Bratkartoffel (Iran) oder so eine Art Höllenfeuer-Gericht aus Somalia, dessen Zutaten man besser nicht anguckt.

Macht Spass, hilft beim Spracherwerb und beim Aufknacken von patriarchalisch geprägten Rollenmustern - und machmal schmeckt's sogar.


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Kulinarische Völkerverständigung?

17.12.2015 um 11:41
Ach ja - fast vergessen: Ich finde das Kochen mit gläubigen Muslimen oder Juden nicht anstrengender als mit gläubigen Veganern oder abergläubischen Allergie-Hypochondern.


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Kulinarische Völkerverständigung?

17.12.2015 um 13:14
@Kc


Ich habe mit gemeinsam Essen nur gute Erfahrungen gemacht, aber bei uns war es auch immer eher gemeinsames Kochen.

In meiner Jugend hatten wir um die Ecke so ein Einfamilienhaus in dem Jugendliche Flüchtlinge aus afrikanischen Bügrerkriegsländern wohnten - mit denen haben wir regelmässig gekocht, wobei wir bei deren Gerichten schon arge Probleme hatten, alleine aufgrund des Schärfegrades.

Später in der Uni lebte ich in einem Wohnheim mit einer Küche pro Stockwerk, und da haben alle Nationen gekocht - und man lernte sich so kennen und immer öfter haben dann die einzelnen Ihre Landesspeisen für andere gekocht, und es war immer geil und man kam sich dadurch näher.

Ich vermisse diese Küche aufm Gang heute noch :)


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Kulinarische Völkerverständigung?

17.12.2015 um 13:59
@Doors
Doors schrieb:Wir kochen gern gemeinsam mit neuen Nachbarn aus anderen Weltgegenden.
Ich denke, wie du es geschrieben hast, darauf kommt es an, auf "wir".
Nicht auf irgendwas vorsetzen und runterschlingen.

Gemeinsam kochen, evtl. einkaufen oder die Zutaten besorgen, schnibbeln, von mir aus das Gekochte anders würzen, auf einander zugehen, dabei quatschen und ja ... den Alltag gemeinsam erleben, zu zeigen und zu sehen, ... das ist was verbindet, ja auch die Tollpatschigkeiten wie manche Kartoffel schälen und die Überraschung wenn man Paprika aufschneidet, dass das Ding innerdrin hohl ist ;-)

Das sehe ich allerdings nicht als "Völkerverständigung", sondern als normaler Alltag ;-)

@Kc
Kc schrieb:Und wenn du beispielsweise in Bayern Weißwurst und Bretzen isst und Weißbier trinkst, bist du schnell integriert.
Hm, hm, ... mal überlegen, in Hessen scheint das nicht so zu sein.
Das habe ich als Neuzugegzogener in einem hessischen Kaff in der Nähe von Frankfurt versucht - ich stand etwa halbe Stunde allein da, dann war mir das Theater zu blöd. Zugegeben, es war ein Dorffest von der CDU.
Vielleicht hätte ich das Dorfbrunnen (und Sprudelwasserindustrie) genauso anhimmeln sollen wie die "Eingeborenen".


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Kulinarische Völkerverständigung?

17.12.2015 um 16:10
@Doors
@cejar
@drachenflieger

Gestern gab`s zufällig syrisches Essen für mich, fand es einen lustigen Zufall :D

Eine Familie, der ein Bekannter und ich Sprachunterricht geben in einem Kurs, hat nach dem Kurs gesagt:,,Hey, kommt mal mit zu uns nach Hause, wir machen euch was zu futtern."

Ich kann die Gerichte zwar nicht aussprechen, war aber echt lecker und kreativ.
Hinterher gab`s noch `ne Shisha und Tee und alles, einige Zeit unterhalten, dann war ich zwar erst um 1 Uhr nachts im Bett, aber gelohnt hat es sich schon.

Und meine These von Völkerverständigung bestätigt.


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Kulinarische Völkerverständigung?

17.12.2015 um 16:34
Ich denke mal es liegt alles an Menschen ob der Wille zur Verständigung vorhanden ist, ist der Wille nicht vorhanden so kannst du alles mögliche auf dem Tisch stellen, bringen wird es nichts.


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Kulinarische Völkerverständigung?

18.12.2015 um 13:44
Hier mal ein schönes Beispiel und passt zum Thema:

Sie waren von Karlsruhe nach Oberfranken gekommen, für eine Kanutour durchs Grüne. Nach einem Ausflug suchte das Paar schließlich nach einem Lokal - und fand einen alten Gasthof. Dort ließen sich die beiden Touristen bedienen, es gab Brot, Marmelade, Eier, Käse und Tee. Dann verlange der Mann nach der Rechnung, doch die bekam er nicht. Denn die vermeintlichen Köche und Kellner waren Flüchtlinge, und das Restaurant in Wahrheit ein Asylbewerberheim.

So erfuhren die Gäste erst nach der Mahlzeit, dass sie in keinem Restaurant gelandet waren: Das ehemalige Wirtshaus im oberfränkischen Zapfendorf ist längst außer Betrieb, seit Monaten leben dort Migranten aus Krisengebieten. Einer davon bediente das Paar trotzdem spontan: "Ich sagte: Kommen Sie herein, machen Sie es sich bequem, fühlen Sie sich wie zu Hause", sagte Kawa Suliman nun über die Szene.

http://www.spiegel.de/panorama/gesellschaft/bayern-paar-haelt-fluechtlingsheim-fuer-lokal-und-wird-bedient-a-1068483.htm...


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Kulinarische Völkerverständigung?

18.12.2015 um 19:02
@Kc

Mit der Gastfreundschaft gerade bei Syrern hatte ich im Ramadan interessante und für mich peinliche Erfahrungen. War ich bei ihnen zu Gast, setzten sie mir Snacks und Getränke vor - und sassen bis Sonnenuntergang bzw. ihrer Handy-Meldung nach Mekka-Ortszeit daneben und assen und tranken nichts, guckten mir interessiert beim Essen und Trinken zu und fragten: "Schmeckts?" . Das war wie in dem Loriot-Sketch mit der Kalbshaxe:

https://www.youtube.com/watch?v=4DaUUukk0aE


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Serpens
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Kulinarische Völkerverständigung?

19.12.2015 um 18:01
Ein ganz klares JA!
Aber ich frage mich eine Sache, dürfte man dann dort auch Schweinsbraten servieren ohne das andere sich davon beleidigt fühlen?
Und gebietet es (Religion hin oder her) nicht der Anstand wenigstens zu probieren?
Selbiges gillt natürlich auch für höllenscharfe Gerichte die einen eventuell das Gefühl geben zu sterben. :D


Ich würde mich wirklich freuen wenn es in meiner Umgebung einen Kochzirkel dieser Art gäbe.


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interrobang
ehemaliges Mitglied

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Kulinarische Völkerverständigung?

19.12.2015 um 18:04
@Serpens
es ist also Anstand wenan seine Religion missachtet? Ahja.

interessantes Verständnis.


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Kulinarische Völkerverständigung?

19.12.2015 um 18:06
Kc schrieb am 15.12.2015:in Deutschland Schnitzel und Wildschweinbraten
Wenn nun meine deutschen Bekannten die Geste der Völkerverständigung verweigern und mir keinen Wildschweinbraten vorsetzen, kann ich dies nun als kriegerischen Akt gegen Österreich interpretieren?


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Serpens
ehemaliges Mitglied

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Kulinarische Völkerverständigung?

19.12.2015 um 18:34
@interrobang

Leg mir nicht so einen Unsinn in den Mund.


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Heijopei
ehemaliges Mitglied

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Kulinarische Völkerverständigung?

19.12.2015 um 19:01
@Kc
Dazu gehört dann aber auch das man akzeptiert das Tiere öffentlich geschächtet werden, das mutet dem gemeinen Weateuropäer barbarisch an .
Gehört aber zur Muslimischen Kultur.

Ich vermute da hört der spass für die meisten auf , die ihr Fleisch nur aus der Tiefkühltheke beziehen.


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Kulinarische Völkerverständigung?

19.12.2015 um 19:15
@Heijopei

Ich find`s ehrlich gesagt lustig, dass die meisten Leute lauter Produkte aus Massentierhaltung und Massenschlachtungen in sich reinschaufeln, aber die Hände über`m Kopf zusammenschlagen, wenn sie mitbekommen, dass die trad., islamische Schlachtungsmethode das so genannte Schächten, also das Ausblutenlassen, sei :D

Passt für mich nicht so recht zusammen.

Das hat etwas von:,,Wow, du rauchst Zigaretten? Aber das ist doch unglaublich schädlich! Ich rauch nur Pfeife, viel gesünder...".


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Heijopei
ehemaliges Mitglied

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Kulinarische Völkerverständigung?

19.12.2015 um 19:52
@Kc
Kc schrieb:Passt für mich nicht so recht zusammen.
Da passt so einiges nicht zusammen, was hat ein verhätscheltes weicheikind dessen höchste herrausforderung es bislang war irgendeinen Highscore auf der Playstation zu brechen mit dem Leben eines Flüchtlingskindes zu tun welches mal eben mit dem Leben davongekommen ist.


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Kulinarische Völkerverständigung?

20.12.2015 um 16:22
Kc schrieb:ch find`s ehrlich gesagt lustig, dass die meisten Leute lauter Produkte aus Massentierhaltung und Massenschlachtungen in sich reinschaufeln, aber die Hände über`m Kopf zusammenschlagen, wenn sie mitbekommen, dass die trad., islamische Schlachtungsmethode das so genannte Schächten, also das Ausblutenlassen, sei :D
Das ist eine rein philosophische Frage ob es für das Schlachttier besser ist das Klacken des Bolzenschußgerätes oder eine Koransure als letztes hört. Das Ziel ist dasselbe.

Völkerverständigung fängt mit Toleranz an, auf beiden seiten.


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Kulinarische Völkerverständigung?

18.01.2016 um 13:18
@Kc
Kc schrieb am 15.12.2015:In diesem Thread geht es um die Frage:

Können kulinarische Umgangsformen und lukullische Köstlichkeiten zur Völkerverständigung beitragen?
Zur Integration von Menschen ausländischer Herkunft in einem Land?
Wie kann dies geschehen?

Oder ist eher das Gegenteil der Fall, erschweren unterschiedliche Essgewohnheiten das Zusammenleben, machen es gar unmöglich?
Ich finde es auf jeden Fall eine gute Sache, da mit einem gemeinsamen Essen - und wohlmöglich sogar vorher gemeinsamen Kochen - Menschen lockerer ins Gespräch kommen.

Hier in der Schweiz finden solche Anlässe eigentlich regelmässig in den verschiedensten Städten und auch in ländlicheren Gebieten statt. Entweder in Form eines bunten Markttreibens, wo dann die verschiedensten Speisen an Ständen angeboten werden zu Musiklängen und Darbietungen aus aller Welt. Oder in Form gemeinsamen Kochen und anschliessend Essen mit Asylanten.



Gut finde ich auch diese Idee hier:
Völkerverständigung
Grazer Migranten laden zum Essen ein

Mittels einer Homepage kann man sich bei Migranten zum Abendessen anmelden. Und die kochen dann typische Nationalgerichte aus ihrer Heimat. Ein Grazer Projekt um Barrieren abzubauen. Von Michael Kloiber
http://www.kleinezeitung.at/s/steiermark/graz/4848987/Volkerverstaendigung_Grazer-Migranten-laden-zum-Essen-ein


Aber in allen Fällen gilt: Offenheit anderen Kulturen gegenüber und auch Offenheit anderen kulinarischen Köstlichkeiten gegenüber

Jemand der nach dem Motto lebt: " was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht" wird wohl seine liebe Mühe mit der Idee haben ;)


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Kulinarische Völkerverständigung?

18.01.2016 um 16:34
elfenpfad schrieb:Jemand der nach dem Motto lebt: " was der Bauer nicht kennt, das isst er nicht" wird wohl seine liebe Mühe mit der Idee haben
Ja sowas ist wirklich traurig. Ich selber bin auch sehr wählerisch was das Essen betrifft, aber probiert habe ich es in der Regel schon vorher ^^
Es kann ja gut sein, dass es einem nicht schmeckt. Sowas ist völlig ok :)
Nur schon im Vorfeld ablehnend zu sein finde ich nicht ok. Und solche Veranstaltungen kenne ich auch von uns hier, nur leider kann ich nicht mehr so viel teilnehmen wie früher. Sowas ist eine gute Basis für Gespräche etc. :)


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