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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

111 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Leben, 30-jahre ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 07:52
@nevlin

Ja, genau das ist, was ich meinte. Es gibt immer Drück von der Gesellschaft, vermeiden lässt sich das nicht. Egal welche Stellung man hat, es wird immer mehr von einem verlangt. Nur miteinander vergleichen mach ich ungern.
Dennoch: Der Drang zur Rechtfertigung besteht. Früher meinte ich, ich müsste das auch. Mittlerweile ignoriere ich es einfach. Ist ja mein Leben und so lange niemand anderes von irgendwas betroffen ist, was ich verzapft habe, muss ich mich auch nicht rechtfertigen. Genau das ist auch immer meine Antwort. Oder ich frage, was jetzt als Antwort erwartet wird. Damit ist der Fragesteller dann meistens überfordert :D


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 07:59
@Chu
 Nur wenn es die eigene Familie ist, die man ja nicht enttäuschen möchte wird es schwieriger.
Zumal ohne meine Mutter hätte ich meinen Sohn, als ich noch verheiratet war, oft nicht satt bekommen. Mein Ex wollte immer hoch hinaus und viel Geld verdienen mit möglichst wenig Aufwand. Das Ende vom Lied war das er regelmäßig auf die Nase gefallen ist und ich das ausbügeln musste. Finanzen regeln gucken das Strom und Miete bezahlt wurden. Da blieb oft nichts über. Aber das führt jetzt zu weit.
Was ich damit sagen will ist.

Deswegen will ich meine Mutter nicht enttäuschen und das ist wieder ein Druck den man sich dann zusätzlich selbst macht.


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 09:36
@Chomsky
Also mein Leben mit - fast 30 - ist definitiv anders. Ich hab mich aber auch noch nie für gesellschaftliche Normen interessiert. Ich bin nicht verheiratet und habe ich habe keine Kinder - habe auch nicht vor, jemals welche zu bekommen. Meine Hobbys sind auch alles andere als kinderfreundlich und sicherlich nicht typisch für mein Alter, aber hey, das ist ok so, genau SO wollte ich es. Ich finde es ist wichtig, dass jeder Mensch DAS tut, was er möchte und nicht das, was vielleicht "normal" wäre.

Wenn ich sehe, was meine Eltern mit 30 für ein Leben hatten, dann bin ich absolut froh, dass ich diesen Weg nicht gegangen bin!


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 10:07
Zitat von nevlinnevlin schrieb:Naja was mein Leben angeht, hatte ich immer einen Plan. Ich wollte einen guten Job, Kinder, einen guten Mann, ein Häuschen, einen Hund
Naja im Grunde habe ich zwei Ausbildungen, was mir aber nicht viel Gebracht hat bis jetzt.
Heute bin ich geschieden, alleinerziehend, lebe in einer kleinen Wohnung,  habe eine Fernbeziehung und bin momentan ohne Job, hab durch meinen Ex finanzielle Probleme( lange Geschichte) Rheumatikerin seid ich 30 bin. Kurz gesagt mein Leben ist schon immer ein Kampf gewesen.
@nevlin
Wow, das hört sich auch recht ernüchternd an. Ich hoffe, Du hast bei all dem trotzdem noch etwas Lebensqualität und bist auch etwas stolz auf Dich, da Du Dir es nie leicht gemacht hast und immer geradlinig geblieben bist, Dir selbst gegenüber. Das empfinde ich als eine grosse Leistung und Reife in diesem Lebensabschnitt. Wer weiss schon, was die Zukunft bringt, ich denke und hoffe, dass mit dem Aufwachsen und Loslösen der Kinder (des Kindes) sich wieder ein neuer Lebensabschnitt auftut.
Zitat von opelkultopelkult schrieb:Ich wollte nur immer ein eigenes Haus und Kinder im Leben. Mit 26 hatte ich das bereits erreicht. Habe dann noch meinen Techniker gemacht und ein zweites Kind bekommen. War mit 28 dann quasi alles erledigt was ich erreichen wollte (plus schickes Auto und finanzielles Polster da ich viele Jahre in der Schweiz gelebt und gearbeitet habe). Und genau dann begannen das "Problem". Ich hatte kein Ziel mehr vor Augen (außer natürlich Geld zu verdienen und dafür zu sorgen das aus meinem Nachwuchs was Gescheites wird). Jetzt sitzt man da und was macht man ohne Ziel? Das ist die große Frage. Ich wollte eigentlich noch Studieren, das geht aber leider nicht mehr weil ich Geld für die Kinder verdienen muss. Daher habe ich ein neues Projekt gestartet und eine Halle gekauft die ausgebaut und vermietet wird bzw. teilweise schon ist. Endlich mal wieder eine kleine Herausforderung....
@opelkult
Für mich klingt das nach einem fast optimalen Fall. Im Grunde hast Du Ende Zwanzig schon viel von dem angefangen und umgesetzt, was andere "erst" mit 30 einplanen. Das heisst wiederum, dass deine 20er Jahre sicherlich auch wieder anders waren, als die, die sich zu dem Zeitpunkt noch nicht fest gebunden und ihre Babies durchgefüttert haben.
Nun hast Du bereits eine Situation erschaffen, die Dich trotz des noch jungen Alters recht frisch und frei erscheinen lässt. Ich denke, die eine, die richtige Partnerschaft zu haben, oder eben Single zu bleiben, macht einen grossen unterschied in den 30ern zu denen, die sich da mit Problemen herum schlagen müssen. Die, die zusammen alles rocken und gemeinsam ihr Leben gestalten, vs. denen, für die die Partnerschaft eine Last ist und die trotz Partner irgendwie allein da stehen, oder sich unter viel Stress trennen und dann dennoch nicht frei sind.

Die überzeugten Singles müssen meiner Meinung nach mit nicht viel Veränderung zwischen den Dekaden rechen. Man wird nur erfahrener, weiss vielleicht noch mehr Über seine eigenen Vorlieben und Wünsche im Leben bescheid, als noch mit Anfang 20. Die Ü-35 Singles, die ich kenne, sind schon meist etwas sehr auf sich selbst fokussiert. Was nicht unbedingt etwas Schlechtes ist! Es gibt wohl auch Karrieremenschen mit mehreren Kindern, die auch erstmal immer nur an sich denken.

Was mich vor allem verändert hat ist das Mutter-Sein. Der Shift vom egozentrischen Leben hin zu dem Leben, in dem man in grossem Masse Verantwortung für andere trägt. Das war nicht so leicht für mich.
Auf der anderen Seite habe ich es gelernt, damit umzugehen und lerne jetzt noch dazu - jeden Tag. Ich denke, ich habe mich dadurch verbessert, in meiner Persönlichkeitsstruktur. Ich habe mich anderseits dadurch sehr eingeschränkt, in vielen anderen Bereichen und verschiedene Chancen sausen lassen. Letzteres, also das Loslassen von Chancen und Träumen und dem "sich ergeben" in selbstgewählte Abhängigkeit empfinde ich immer noch als schwierig. Ich finde kaum Menschen, die das auch so sehen und verstehen. Die Mehrheit meiner Bekannten und Freunde sehen es eher wie @opelkult
Da kann man nur Glückwunsch sagen!


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 10:31
Alt bist du, wenn an deinem Geburtstag der Bürgermeister zu besuch kommt.

PS Mein Bruder wurde mit 52 das erste mal Vater.


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 10:33
Zitat von gruselichgruselich schrieb:Wow, das hört sich auch recht ernüchternd an. Ich hoffe, Du hast bei all dem trotzdem noch etwas Lebensqualität und bist auch etwas stolz auf Dich, da Du Dir es nie leicht gemacht hast und immer geradlinig geblieben bist, Dir selbst gegenüber.
Ja das ist wirklich ernüchternd wenn man das so liest. Es gibt Tage da fühl ich mich schon wie ein Versager. Aber ich hab viel schon gemeistert und ich kann gut mit Geld umgehen.  Klar dadurch das ich alleinerziehend bin ist es schwierig einen Job zu finden. Zumal mein Sohn als schwierig gilt, wir arbeiten aber daran. 
Momentan überlege ich wo ich noch ansetzen kann um einen Job zu finden den ich langfristig behalten kann. Vielleicht was ganz neues. Mal sehen was die Zeit bringt.

Mein Ex hat vieles in mir auch kaputt gemacht. Weil er eine narzisstische Ader hat. Aber ich bin froh ihn los zu sein :)


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 10:55
@nevlin
Ja, das kann ich zu 100% bestätigen, dass es schwierig ist, Job und Kind unter einen Hut zu bringen. Natürlich kann man sein Kind auch 5 Tage die Woche in die Betreuung geben, aber dann hat man nur noch wenig Zeit zusammen und versäumt auch zu viel, finde ich.
Ich habe mich mittlerweile und durch viel Glück und Beziehungen mit einer 25 Stunden-Woche (manchmal arbeite ich auch mehr und nachts, aber dann von zuhause aus) sehr gut arrangiert. Ich habe Zeit, meine Tochter zu Schwimmkurs, Klavierstunde und Kindergeburtstagen zu karren und wir haben auch einen Nachmittag pro Woche, wo wir frei entscheiden, was wir machen wollen. Das ist mein "Luxusleben".
Obwohl ich nichts über deine Qualifizierung und Wünsche bezueglich Job weiss, möchte ich trotzdem darauf hin weisen, dass es in Zukunft sicherlich mehr Jobs geben wird, die man bequem vom Laptop aus machen kann. Die Digitalisierung der Arbeitswelt macht's möglich. Es gibt da einige Plattformen im Netz dazu, Stichwort "Digital Nomads" oder "Remote Jobs". Ich persönlich habe mich selbstständig gemacht, jedoch ist das in meinem Fall nur mit einem festen, sehr guten Kunden lukrativ.

Ja, mein Partner ist auch sehr selbstverliebt und total unkritisch sich selbst gegenüber. Ich leide schon unter dieser Situation, aber andererseits ist er ein guter Vater geworden, mit den Jahren, der seine Tochter über alles liebt. Manchmal denke ich auch, wir sind wie Hund und Katze, er versteht mich einfach nicht, bzw. will immer was anderes, als ich.
In meinen 20ern hatte ich einige, längere und auch kürzere Beziehungen - ich dachte, ich weiss etwas über die männliche psyche (hahaha) und was ich brauche, um glücklich zu sein. Dann kam dieser Gentleman in mein Leben geschneit und machte mir Komplimente über Komplimente, sagte, dass ich die Richtige für ihn wäre. Meine leisen Zweifel waren dadurch fett übertüncht worden und ich glaubte an ihn, an uns... Mittlerweile habe ich diesen Glauben oftmals nicht mehr, aber stecke doch zu tief drin, bzw. meine Gründe reichen für eine Trennung nicht wirklich aus - gerade wegen des Kindes.

Wie ich bereits schrieb, eine gelungene Beziehung macht den grossen Unterschied in den 30ern aus, um das zu erreichen, was die Gesellschaft so vorsieht und was ja auch Sinn macht, sich niederzulassen und Familie zu haben. Allerdings ist kein Rezept vorhanden, nach dem man gehen kann und mit dem man sicher sein kann, dass man dies auch wirklich erreicht und sich gut dabei fühlt, bzw. nicht doch irgendwann wieder alleine da steht. Weil die Liebe macht blind und man kann nicht jemanden lang genug kennen um zu wissen, wie er/sie sich nach vielen Jahren des Zusammenseins verhalten wird. Oder?


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 11:16
Zitat von Black_CanaryBlack_Canary schrieb:Also mein Leben mit - fast 30 - ist definitiv anders. Ich hab mich aber auch noch nie für gesellschaftliche Normen interessiert. Ich bin nicht verheiratet und habe ich habe keine Kinder - habe auch nicht vor, jemals welche zu bekommen.
habe auch mal mit 30 so gedacht. allerdings als meine biologische uhr so langsam ablief, bekam ich eine große krise und wurde mit fast 40 noch mutter. auch wenn es ein glückliches versehen war, bin ich dankbar. 


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 11:18
@AgathaChristo
Ja, die biologische Uhr. Man denkt immer, die kommt nicht, aber ich bin mir sicher, irgendwann hören wir es alle mal ticken. Beim einen früher,beim anderen später.


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 11:20
Zitat von AgathaChristoAgathaChristo schrieb:habe auch mal mit 30 so gedacht. allerdings als meine biologische uhr so langsam ablief, bekam ich eine große krise und wurde mit fast 40 noch mutter. auch wenn es ein glückliches versehen war, bin ich dankbar.
@AgathaChristo
Es freut mich sehr für Dich! Ich hoffe ehrlich gesagt, dass es bei mir nicht so läuft.


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 11:22
Zitat von ChomskyChomsky schrieb:in wenigen Monaten werde ich wohl oder übel 30 Jahre. (Disclaimer: Achtung, meine Meinung!) Für mich endet mit 30 Jahren endgültig das unbeschwerte Leben. Mit 30 tritt man in die Rush-Hour des Lebens ein.
Ein unbeschwertes Leben hatte ich schon mit Anfang 20 nicht mehr wirklich.

Und die Vorgaben, die du im EP ziehst, die hat nicht die Gesellschaft dir auferlegt, sondern Du dir selbst.


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 11:35
@Kältezeit

Das sehe ich anders. Mit Eintritt ins Erwachsenalter macht man in der Regel noch das, was die Gesellschaft erwartet und was man anerzogen bekommen hat. Erst im Laufe des Lebens erkennt man, was man wirklich will und wie man 'manipuliert' wurde. Das Leben ist ein stetiger Wandel... :-)


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 11:37
Ich hatte als Jugendliche echt klischeehafte Vorstellungen von meinem Leben mit 30: Heirat, evtl. Kinder kriegen,...lag vielleicht auch daran, weil man noch nicht wusste, was es alles für interessante Alternativen gibt.
Ich wollte auch nie und nimmer mit 27 noch in meinem Geburtsort wohnen.. jetzt bin ich 29 und hocke immer noch hier-Fernweh ist allerdings geblieben..
Es ist auch sonst vieles anders gelaufen als gedacht..ein 'normales', beruftätiges Leben habe ich nie führen können, krankheitsbedingt.
Ich dachte irgendwann geht diese 'Macke' schon weg, dann bin ich geheilt und alles ist wieder gut.. falsch gedacht.
Noch jetzt fällt es mir schwer, diesen alternativen Weg zu akzeptieren, dass ich einen anderen Weg gehen muss, als angestrebt.


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 12:31
@gruselich 

Ich bin gelernte Kauffrau im Groß und Außenhandel. Ich würde schon gern von zuhause aus Arbeiten, aber wenn das nicht klappt, muss es eben anders gehen.

Mein Sohn geht jetzt in die 5 Klasse und hier gibt es nur Ganztagsschulen bis 15 Uhr. Die Grundschule ging oft nur bis 13 Uhr und die Betreuung bis 14 Uhr.  Ich habe in einem Baumarkt gearbeitet letztes Jahr, aber da hatte sich alles gegen mich verschworen. 
Auto aufgebrochen, Nummernschild geklaut, mein Sohn oft Krank oder musste aus der Schule geholt werden. Er kam mit der Lehrerin nicht zurecht. Dann zum Schluss die Hand richtig fies gebrochen. 
Naja das macht kein Arbeitgeber mit. Ich wurde dann gekündigt mit der Begründung ich sei zu überfordert mit dem ganzen. Naja im Nachhinein fand ich dann heraus das, in einer anderen Filiale, drei Leute den ganzen Tag das machten was ich in 5 Stunden bewältigen sollte.

Das hat mich richtig fertig gemacht, ich hab mich regelrecht eingeigelt und kaum noch Kontakt zu jemandem gehabt. Nur mein Sohn und mein Freund kamen an mich ran. Ich fühlte mich wie der letzte Versager. 
Naja wer weiß wozu es gut war.


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 14:55
Zitat von nevlinnevlin schrieb:Naja wer weiß wozu es gut war.
@nevlin
Naja, ich bin mir mittlerweile gar nicht mehr sicher, dass alles, was mit uns geschieht im Nachhinein einen positiven Grund gehabt haben muss. Alles hat gute und schlechte Seiten an sich, das ist wohl war. Aber das der größte Scheiss, der einem so passieren kann, auch immer noch zu etwas gut sein sollte, davon bin ich persönlich schon längst abgekommen.
Weil, sonst bleibt man diese Frage wälzend Jahre lang damit beschäftigt und hofft auf Antworten.

"Mit 30 hat man noch Träume" das Lied gibts nicht, "Ich moecht' mal wieder 30 sein" das Lied gibts auch nicht, und trotzdem - ist das vielleicht die beste Zeit unseres Lebens, wo man eigenverantwortlich ist und noch von den gesundheitlichen Problemen des Alters verschont ist?! Wer weiss... Einem anderen Thread zufolge soll über 50 sein ja auch ganz nett sein...


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 15:29
Meine 30er haben recht turbulent begonnen. Bin kurz nach meinem 30. Geburtstag in eine andere Stadt, mit meinem Freund zusammengezogen. Hatte dadurch einen Arbeitsplatzwechsel (nach 14 Jahren im selben Betrieb). Dann ist mein Vater überraschend gestorben und es gab danach noch Zoff in der Familie. So war das 30 werden schon irgendwie ein neuer Lebensabschnitt für mich. Danach war eben vieles anders als vorher.

Jetzt bin ich aber recht zufrieden. Habe eine feste Beziehung, bin mit meiner Arbeitssituation sehr zufrieden und habe genügend Geld um mir ein schönes Leben zu machen. Ich reise gerne. Mache viele Dinge zu denen ich vorher nie so recht den Mut hatte. Ich bin jetzt zufriedener als ich es Mitte 20 war.

In meiner Kindheit dachte ich schon, dass ich mit 30 wohl verheiratet bin und Kinder habe. Jetzt mit Mitte 30 bin ich zwar in einer Beziehung, aber wir planen momentan nicht zu heiraten und bei den Kindern sind wir uns auch noch nicht so sicher.

Die Gesellschaft übt da schon einen gewissen Druck aus. Ich werde ständig gefragt, wann bei uns denn endlich Nachwuchs kommt. Ich finde aber dass das jeder für sich entscheiden muss, ob und wann er das möchte. Es gibt heute doch so viele Möglichkeiten zu leben. Da muss man sich meiner Meinung nicht auf das Schema F festlegen und sich auch nicht schämen, wenn man bis zu einem gewissen Alter nicht Ehepartner, Haus und Kind hat.


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 15:34
An meinem 30. Geburtstag dachte ich, die Welt geht unter - jetzt ist vorbei, fertig, ich bin jetzt uralt. Ich möchte Dir nicht von Erwartungen die erfüllt oder nicht erfüllt wurden erzählen, ich glaube das hat letztlich nichts mit dem Alter zu tun. Aber über diesen fürchterlichen Trauertag Anno 1997 muss ich heute noch schmunzeln. Vielleicht tröstet es Dich ja; aber als ich 40 Jahre alt wurde, hat mich das nicht mal einen Wimpernschlag gekostet. Dieses Jahr werde ich 50 und das einzige was mich etwas stresst ist der Umstand, dass meine Tochter sagt, ich müsse eine Party machen und ich gar keine Lust darauf habe - an meinem Geburtstag (Weihnachten) hat eh niemand Zeit. Aber es stresst mich absolut nicht, ein halbes Jahrhundert alt zu werden.

Und noch etwas; umso älter ich werde, umso mehr geniesse ich es (ok, das älter aussehen müsste nicht sein, aber man gewöhnt sich daran und kann ja etwas daran arbeiten mit Frisur, Kleidung und jung bleiben im Kopf und im Herzen) - ich möchte nicht einen Tag zurück. Es ist absolut perfekt so :-)

Und nein, mein Leben ist absolut nicht so geworden wie ich es mir erhofft habe. Vor 20 Jahren wäre es ein Albtraum gewesen, zu wissen wo ich heute bin (alleinstehend, 2 x geschieden) - aber heute bin ich einfach zufrieden. Ich lass Veränderungen auf mich zukommen und stresse mich überhaupt nicht mehr mit irgendwelchen Erwartungen. Ich schau dafür, dass ich im Jetzt und Heute zufrieden bin - der Rest kommt von alleine. Man wird ruhiger im Alter - ruhiger im Bezug auf Einstellung zum Leben.

Alles wird gut :)


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 21:00
@Chomsky

Zuerst mal freue ich mich sehr für Dich, dass Du bis jetzt das Gefühl der Unbeschwertheit genießen konntest! 😀
Das ist mMn ein Privileg, das in dieser Form wahrscheinlich nicht vielen Menschen zuteil wird, da die Unbeschwertheit, objektiv betrachtet, ja nicht mit einem gewissen Alter, dem Einstieg ins Berufsleben oder der Gründung einer Familie endet. Sie kann auch, wie in meinem Fall, überhaupt nicht vorhanden sein. Es kommt eben letztendlich auf die endo- und exogenen Faktoren an.

Meine Wunschvorstellung vom Leben mit 30 war eine eigene Familie und ein Beruf, der mich ausfüllt. Nichts davon ist eingetroffen - das Leben ist eben leider kein Wunschkonzert. Stattdessen haben mich meine Persönlichkeit, die Erlebnisse und Erfahrungen, die ich machen musste, und die daraus resultierenden Probleme und Ängste in eine ganz andere Richtung gedrängt, die ich mir niemals hätte vorstellen können.
Zitat von OskuraOskura schrieb:Es ist auch sonst vieles anders gelaufen als gedacht..ein 'normales', beruftätiges Leben habe ich nie führen können, krankheitsbedingt.
Ich dachte irgendwann geht diese 'Macke' schon weg, dann bin ich geheilt und alles ist wieder gut.. falsch gedacht.
Noch jetzt fällt es mir schwer, diesen alternativen Weg zu akzeptieren, dass ich einen anderen Weg gehen muss, als angestrebt.
Genauso geht es mir auch. Ich hadere seit der Kindheit sehr mit mir und meinem Leben, nur damals war der Glaube noch vorhanden, es wird irgendwann alles gut. Inzwischen weiss ich, dass das nur eine Utopie war, mein Leben kennt keine Leichtigkeit, sondern war und ist bis heute ein ewiger K(r)ampf. Natürlich hat sich einiges gebessert, ich akzeptiere zB mein Dasein auf der Welt, aber ich weiss dennoch, dass ich nie ein erfüllendes Leben führen werde. Das tut weh.


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 21:38
Zitat von NaPalmkatzlNaPalmkatzl schrieb:Genauso geht es mir auch. Ich hadere seit der Kindheit sehr mit mir und meinem Leben, nur damals war der Glaube noch vorhanden, es wird irgendwann alles gut. Inzwischen weiss ich, dass das nur eine Utopie war, mein Leben kennt keine Leichtigkeit, sondern war und ist bis heute ein ewiger K(r)ampf. Natürlich hat sich einiges gebessert, ich akzeptiere zB mein Dasein auf der Welt, aber ich weiss dennoch, dass ich nie ein erfüllendes Leben führen werde. Das tut weh.
Es stimmt mich traurig und tut mir leid, dass es für dich so aussichtslos erscheint.Ich kenne diese Gedanken zwar auch sehr gut (vor allem in meinen depressiven Phasen), aber dann versuche ich mich irgendwie wieder an etwas Positivem 'hochzuziehen', versuche die guten Seiten an diesem alternativen Lebensweg zu sehen.Und manchmal denke ich mir auch, dass es vielleicht seinen Sinn hat, dass es so ist wie es ist.Auch wenn ich den noch nicht verstehen kann.
Wenn ich etwas durch meine Ängste und mein bisheriges Leben gelernt habe, dann das Kämpfen.So schnell gebe ich nicht auf, ich versuche mir mein Leben trotzdem so angenehm wie möglich zu gestalten.Natürlich nur im Rahmen meiner Möglichkeiten.
Das, was mich oft frustriert sind meine unerfüllten Träume und dass ich noch keinen Weg sehe, der dahin führen könnte.


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Das Leben mit 30 - Hatte die Gesellschaft recht?

18.09.2017 um 23:44
Habe davon nie was mitbekommen, dass man mit 30 Erwartungen erfüllen muss, ist wohl an mir vorbeidonnert. Genau wie das Seriös werden, trotz meines Alters, irgendwann bin ich hier nach Doors die 2 älteste Userin, habe ich irgendwie den Moment verpasst als die Seriosität verteilt wurde.

Nach der Ausbildung, welche ich mit Anfang 20 begann holten mich meine traumatischen Erfahrungen aus der Kindheit wieder ein. So kann es leider kommen. Wer als Kind ein Trauma erlebt hat, hat jahrelang in sich sowas wie ne tickende Zeitbombe, irgendwann bricht es dann aus, da fragt dich keiner nach ob es dir recht ist, es ist einfach so.


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