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Ist der Pflegerberuf wirklich so schlimm?

110 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Ausbildung, pflegefachfrau ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Ist der Pflegerberuf wirklich so schlimm?

23.01.2021 um 20:39
@Siboah
Ja natürlich ich werde Montag mal fragen ob das klar geht . Es wäre schön zu wissen was ungefähr auf einem zukommt .

@BackToLife
Es ist vermutlich nicht zu vergleichen aber in meinem alten Job als Leitung musste ich lernen manches an mir abprallen zu lassen . Der Hass der einen entgegen schlägt wenn man jemanden kündigt ist heftig. Zumindest bin ich nicht ganz unerfahren in bestimmten Dingen aber jemanden sterben zu sehen ist vermutlich ne ganz andere Hausnummer . Bis jetzt habe ich nur meine Großmutter gesehen und das heftig .
Andere Jobs sind können auch hart sein aber ich glaube man fühlt sich in der Pflege besser dabei weil man was gutes tut oder ? Zumindest hätte ich dann einen Job der nicht so sinnlos ist wie im Einzelhandel .


@Lumpenlieschen
Ja eine generalistische. Beworben habe ich mich in einem Altenheim .Werde aber auch während der Ausbildung woanders eingesetzt.


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Ist der Pflegerberuf wirklich so schlimm?

23.01.2021 um 21:34
Achso was ich vergessen habe zu fragen ( auch meine Chefin in spe) : müsst ihr euch impfen lassen gegen Corona? Ist das eig Pflicht oder kommt es auf den Betrieb an ?


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Ist der Pflegerberuf wirklich so schlimm?

23.01.2021 um 21:41
@Yen
Bei uns ist die Impfung freiwillig und ich habe meine erste Impfdosis schon bekommen und gut vertragen. Es wird zwar jedem empfohlen, sich zu impfen, aber wir müssen nicht, wenn wir nicht wollen


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23.01.2021 um 21:51
@DesmondAlucard
Dabei für die Info . Bin noch unentschlossen deswegen .


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Ist der Pflegerberuf wirklich so schlimm?

24.01.2021 um 01:47
Ich habe dieses Jahr meine Ausbildung zur Pflegefachkraft begonnen und komme aus einem richtig beschissenen Beruf: Hotelfachfrau.
Nach bereits einem Jahr Erfahrung in der Pflege (BfD) in einem Seniorenheim, hab ich festgestellt, dass das genau mein Ding ist und mein bisheriger beruflicher Werdegang ein Griff in's Klo war. Umso mehr weiß ich die Arbeit in der Pflege zu schätzen.

Anfänglich hab ich genau das selbe zu hören bekommen, wie du
Zitat von YenYen schrieb:Wieee du wirst Pfleger? Überleg dir das nochmal ist ein Scheiß Beruf !
Das wirst du eh nicht schaffen die meisten hören nach ein paar Jahren wegen Burn Out auf!
Das machen doch nur Leute die sonst nichts anderes finden!
Willst du wirklich den ganzen Tag Ärsche abwischen??
Ja, Pflege ist eine Belastung, für mich die meiste Zeit aber positiv besetzt. Nervige Aspekte gibt es in jedem Beruf, von lästigen Tätigkeiten bis hinzu toxischen Vorgesetzten/Mitarberitern. Und ja, man wischt auch Ärsche ab, aber das ist nicht mal das beschissenste in dem Beruf. Die Interaktionen mit Ärzten und Angehörigen sind weitaus lästiger, was ich da täglich durch Kollegen mitbekomme, gerade zu Corona, ist schon heftig. Auch Theoretisch ist die Ausbildung super spannend. Anatomie, Medizin, Psychologie, etc - ziemlich interessante Themenfelder, die selbst im Alltag bereichern.

Es muss einem halt auch gewissermaßen liegen. Wer einen heiden Spaß hat, Dinge zu werben/verkaufen, der wird in der Pflege nicht glücklich. Man muss mit Menschen können, man muss Dinge sehen können (lernen), bei denen alle anderen lieber weg gucken. Und irgendwie muss man's auch geil finden. Ich hätte nie gedacht, dass mich eklige Wunden mal so faszinieren. Es fängt allerdings niemand an und stößt nicht sofort an seine ersten Grenzen. Ich hätte während meiner ersten Erfahrungen in so vielen Situationen am liebsten losgespeit... aber man ist ja erwachsen, reißt sich zusammen und dann passiert es: der Gewöhnungseffekt tritt ein.:)
Kot, Urin, Erbrochenes, Blut, etc.. find ich nicht weniger bah, als vorher, es macht mir nur weniger aus. :D Man lässt das nach und nach nicht mehr so arg an sich ran, aber völlig ekelressistent wird man, denke ich, nie.

Genug davon. Das tollste am Beruf sind die Menschen. So kitschig, so wahr. Ich hab überwiegend super Arbeitskollegen, die krassesten Menschen, die ich kenne. Selbst die, die ich nicht mag, liegen mir (irgendwie) am Herzen. Innerhalb kürzester Zeit sieht und erlebt man vieles, das einen zusammenschweißt. In meinem Heim sind durch Corona so viele Menschen verstorben, das steckt noch jedem in den Knochen. Doch es verbindet auch. Und die Bewohner sind die tollsten. Es macht Spaß, sie jeden Tag in ihrem Zuhause besuchen und pflegen zu dürfen. Ich nehme jedes mal etwas mit, wenn sie mir einen Teil aus ihrem Leben, ihrer Vergangenheit, offenbaren. Manche lässt man gerne gehen, wenn es soweit ist, andere bleiben noch 'ne Weile in den Gedanken hängen.

Bin in der ganzen Zeit an meinen Erfahrungen gewachsen und freue mich, das erste mal in meinem Berufsleben, auf die Zukunft.

Jo... Fazit: Pflege ist badass! :Y:


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Ist der Pflegerberuf wirklich so schlimm?

24.01.2021 um 03:46
Zitat von DesmondAlucardDesmondAlucard schrieb:Es stimmt, dass du meistens nicht viel Zeit für den einzelnen hast, aber das hängt auch von deiner Einstellung ab. Wenn ich merke, dass einer meiner Bewohner heute mal jemanden zum zuhören braucht oder einfach nur etwas Nähe möchte, dann nehme ich mir die Zeit auch einfach.
Verzeih mir die Frage, aber kannst du mir den Trick erklären ?
Ich würde mir auch gerne Zeit "nehmen" , aber leider sind meine std und min. nicht dehnbar.
Wenn ich den einen längwe versorge bekommt der andere zu spät sein Insulin etc.
Ich wäre echt dankbar für mehr Zeit, aber woher nehmen ?
Zitat von DesmondAlucardDesmondAlucard schrieb:Ich gehöre leider zu den Menschen, die auch immer "Ja" sagen, weil ich meine Kollegen nicht hängen lassen will.
Unsere Dozenten haben ganz am Anfang der Ausbildung gefragt ob man auch "Nein " sagen kann, und meinten zu den "ja" sagern das dies der falsche Beruf für sie ist, da ausnutzen vorprogrammiert ist.


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24.01.2021 um 05:52
@BenSensei
Einen konkreten Trick habe ich nicht, aber auch bei den Insulinern machen fünf Minuten jetzt keinen weltbewegenden Unterschied.
Mein Tag hat leider auch nicht mehr Stunden und Minuten als deiner. Aber soweit sich nun nicht gerade Notfall an Notfall reiht, nehme ich mir die paar Minuten wirklich. Das heisst nun nicht, dass ich ne halbe Stunde oder so bei jemandem sitze, obwohl ich noch bei fünf anderen die Grundpflege machen muss. Aber fünf oder auch zehn Minuten hab ich zwischendurch immer mal. Im Zweifelsfall sage ich auch den Bewohnern, dass ich das oder das noch schnell erledigen muss (z.B. Insulin) und dann in ein paar Minuten wiederkomme. Dafür hatten bisher auch alle Verständnis


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24.01.2021 um 13:19
Ich würde das Thema Mobbing etwas vertiefen wollen . Soll anscheinend besonders in der Pflege allgegenwärtig sein .Ist man dem als Azubi besonders ausgeliefert ? Wie geht ihr mit schwierigen Kollegen da um und habt ihr Tipps wie man das ganze vlt abdämpfen kann ?


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24.01.2021 um 14:01
Zitat von sarevoksarevok schrieb:ja so kenne ich das von meiner Schwester auch

mein voller Respekt an dich :) ich hoffe du hast dich gut erholt

erinnert mich an einen guten freund von mir was du beschreibst
Danke, aber für mich ist der Beruf definitiv beendet.
Erholt... Naja, nicht wirklich.
Abgesehen davon das mein Rücken während der Zeit dort schlechter geworden ist habe ich seit einigen Jahren Fibromyalgie, was quasi heißt das ich jeden Tag mit Schwindel, diversen Schmerzen die sich wie Messerstiche anfühlen usw. herum laufe und normales arbeiten eigentlich nur schwer funktioniert.
Aber ich mache eben das beste draus ;-)


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24.01.2021 um 14:05
Zitat von YenYen schrieb:Ich würde das Thema Mobbing etwas vertiefen wollen . Soll anscheinend besonders in der Pflege allgegenwärtig sein .Ist man dem als Azubi besonders ausgeliefert ? Wie geht ihr mit schwierigen Kollegen da um und habt ihr Tipps wie man das ganze vlt abdämpfen kann ?
Mobbing, hm.. Wenn man nach der Definition geht (Teil des Lehrplans) ist das in der Ausbildung aus Zeitgründen nicht machbar.
Aber ja, es ist leider häufig der Fall das die Leute eher gegeneinander statt miteinander arbeiten und das Arbeiten so noch erschwert wird.
Allerdings hatte ich einen wirklichen guten Praxisanleiter nach dem tatsächlichen "Mobbing" im ersten Praxiseinsatz und eine Klasse Dozentin, die das alles erkannt und sehr entschlossen interveniert hat.
Mit der Zeit kennt man seine Pappenheimer und bekommt Haare auf den Zähnen. Man sollte sich auf jeden Fall nicht zu viel gefallen lassen.


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24.01.2021 um 14:12
@Yen Sowas wie Mobbing würde ich in der Pflege, versuchen im Keim zu ersticken, obwohl mir bis jetzt zum Glück nichts dergleichen passiert ist. Direkt Kante zeigen und ich kenne Mobbing sehr gut. Und wenn nur so kleine Dinge, da hab ich einen sarkastischen Spruch gebracht und es war Ruhe. Aber auch Patienten können, wirklich nervig sein und unmögliche Kommentare ablassen, wo man denkt, ich bin kein Sklave. Da bekommen die was passendes dazu gesagt. Also das muss man sich nicht bieten lassen. Und ich meine nicht Demenzerkrankte.


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24.01.2021 um 14:29
Gut, ich arbeite nun nicht in der Pflege, kann es damit auch nicht bestätigen oder dementieren. Aber ich frage mich gerade, warum ausgerechnet in Pflegeeinrichtungen Mobbing allgegenwärtig sein soll?
Was genau verstehst Du unter Mobbing? Was befürchtest Du konkret?

Ein pauschales Rezept, wie Du mit schwierigen Kollegen umgehst, wird es nicht geben. Es sind ja die Einzelfälle viel zu unterschiedlich....

Ein Problem im Pflegeberuf ist vielleicht, dass es meist an Personal fehlt. Das verursacht schon mal Stress unter der Kollegschaft. Dann sind die Arbeitszeiten schwierig, mit Schichten, Wochenend- und Feiertagsdiensten.
Es ist ein klassischer Frauenberuf. In unserer Gesellschaft ist es so, dass Frauen (oft in Teilzeit) eben auch noch in der Hauptsache die eigene Familie, die Kinder, den Haushalt an der Backe haben und die Männer (oft im Vollzeitjob) i.d.R. privat nicht so belastet sind. Die Verantwortung für Haushalt und Kinder bremst die Flexibilität. Es gibt dann Streitereien um Schichtpläne, Ärger bei kurzfristigen Änderungen (wegen z.B. angeblich oder tatsächlich krank gewordener Kinder), usw.
Das mögen natürlich Auslöser für schlechtes Betriebsklima sein.


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24.01.2021 um 15:01
Ich bin Krankenschwester und habe 8 Jahre in der Pflege gearbeitet. Ich habe so ziemlich alles gesehen. Von der stationären Arbeit, über die Arbeit im OP, auf der Rettungsstelle, Orthopädie, Kinderchirurgie, Chirurgie, Kardiologie, Psychatrie, häusliche Pflege, Hospiz, Innere Medizin, Geriatrie, Gerontopsychatrie, Onkologie u.v.m.

Der Pflegeberuf ist meiner Meinung nach einer der schönsten Berufe die es gibt, man lernt sein Leben zu schätzen und gleichzeitig erfüllt es einen so sehr am Ende eines Dienstes nach Hause zu gehen und zu wissen was man geleistet hat. Man läuft viele Km am Tag über die Station, arbeitet körperlich schwer v.a. wenn man aufgrund Personalausfalls 10 Leute am Morgen bei der Körperpflege helfen muss. 5 davon die im Bett liegen und die man allein auf die andere Seite drehen muss. Man sieht positive Verläufe bei denen ein Schlaganfallpatient, der nur noch im Bett lag einen nach Monaten aufeinmal entgegen gelaufen kommt. Man hat Ängste und herausfordernde Situationen, muss um 6 Uhr morgens in den kalten Keller des Krankenhauses sich umziehen. An manchen Tagen möchte man nicht arbeiten gehen, weil man Respekt vor so komplizierten Patienten hat. An manchen Tagen vergehen die Dienste wie im Flug (man ist im Flow ;) und bleibt gern sogar mit Leichtigkeit gern noch eine Stunde länger, um sich die Lebensgeschichte eines Patienten anzuhören.

Man wird an manchen Tagen bespuckt, beschimpft, angeschrien, verurteilt, unter Druck gesetzt (zB in der Psychatrie) man wird an manchen Tagen geliebt, gelobt, bewundert, gewertschätzt. Man lernt so viel über das Leben und über die eigene Gesundheit. Es ist ein extremer Job, aber ich möchte die Erfahrungen gegen nichts in der Welt eintauschen. Man muss den Job lieben und Verständnis für all die Schicksale haben - ein Menschenfreund sein.


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24.01.2021 um 15:10
Zitat von fullmoon9fullmoon9 schrieb:Man muss den Job lieben und Verständnis für all die Schicksale haben - ein Menschenfreund sein.
<3


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24.01.2021 um 15:11
@Yen
Nicht an den typischen Lästerrunden beteiligen und einen gewissen persönlichen Abstand zu Kollegen halten ist da meine Devise. Das Azubis jetzt häufiger Mobbingopfer wären, habe ich nicht beobachtet, die stehen eher unter Welpenschutz.


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24.01.2021 um 15:54
Ich bin Gesundheits- und Krankenpflegerin und nicht der Ansicht, dass Pflege ein "schlimmer" Job ist.

Wie bei jedem anderen Beruf ist halt nicht wirklich jeder Mensch für diese Arbeit geeignet. Dafür bin ich nicht dazu geeignet, den ganzen Tag im Büro zu sitzen und Formulare, Anträge, etc. zu bearbeiten. Trotzdem finde ich nicht, dass Pflege ein "schlimmer" Beruf ist, denn wie man seine Arbeit empfindet, ist absolut individuell.

Dass das Ansehen einer Pflegekraft z. T. auch bei der Bundesregierung extrem schwankt (vom Balkon applaudieren aber dann haltlose Unterstellungen, Pflegekräfte würden sich zu wenig impfen lassen wollen), macht's natürlich nicht einfacher. Beschämend auch die damalige Aussage von Frau Merkel (?), die "Schlecker-Frauen" könnten doch in die Pflege gehen. Denn - sinngemäß - A... abwischen könne ja schließlich jeder. Leider ist diese Ansicht auch bei vielen in der Bevölkerung so verbreitet.

Das ist beschämend, denn ich kann Dir versichern, Pflege ist viel, viel mehr und das wirst Du in Deiner Ausbildung erfahren. Jetzt noch viel mehr, da die 3 Ausbildungen (Kinderkrankenpflege, Gesundheits- und Krankenpflege und Altenpflege) zusammengefasst wurden. Und nein, man lernt nicht 3 Jahre lang nur Hintern abwischen.

Ich möchte Dir ein wenig Mut machen, dass Du Dich auf 3 spannende Jahre freuen kannst. Möglicherweise stellst Du auch fest, dass 3 Jahre Ausbildungszeit nicht reichen, um für alle Erkrankungen und Situationen des Pflegebedürftigen "gewappnet" zu sein. Die Ausbildungszeit empfand ich als sehr schön und interessant - durch die wechselnden Einsätze sieht man sehr viel und hat trotzdem nach 3 Jahren noch Fachgebiete, von denen man wenig Ahnung hat. Das Einsatzgebiet einer Pflegefachkraft ist einfach riesig und breit gefächert: Ambulante Pflege, OP, Altenheim, Behinderteneinrichtungen, Ambulante Intensivpflege mit Heimbeatmung, Notaufnahme, Psychiatrie, Pädiatrie, Zahnklinik, Rehabereich, Sanitätshäuser, MDK... Und wem die 3 Jahre Ausbildung nicht reichen, der kann 'ne Fachweiterbildung machen oder gleich (weiter-)studieren.

Lass Dir nix einreden, wie deine Ausbildung und Deine Arbeit laufen wird. Das kann keiner wissen und ob im Pflegeberuf mehr oder weniger gemobbt wird als anderswo? Ich weiß es nicht. Ich habe zwar selbst Mobbingerfahrungen dort machen "dürfen", würde aber nicht behaupten, dass das ein "pflegetypisches" Problem ist. Mobbing kann es in jedem Job und in jeder Gruppe geben. Mobbing in der Ausbildung habe ich tatsächlich nicht erlebt - durch den häufigen Stationswechsel und Schülerstatus gab's da wenig Berührpunkte, da der Zeitraum, den man auf den jeweiligen Stationen verbringt, ja von vornherein begrenzt ist. Allerdings wurden wir auch in der Zeit auf Station von der Schule gut begleitet, so dass schon kleinere Probleme sich nicht aufschaukeln konnten.

Es gibt im Moment noch KEINE Impflicht - macht auch keinen Sinn, da es noch nicht genügend Impfstoff gibt. Ob sich daran in den nächsten Monaten etwas ändert, wird sich zeigen. Der Arbeitgeber hat eine Fürsorgepflicht für Dich - als Auszubildende sowieso. Kann gut möglich sein, dass man Dir dann nahelegt (nicht zwingt!), dich impfen zu lassen. Hängt stark vom Arbeitgeber ab. In der Ausbildung wurde uns z. B. damals nahegelegt, uns vom Betriebsarzt gegen Grippe impfen zu lassen. Wer das nicht wollte, hat's halt gelassen.

Ja, Pflege kann belastend sein. Genau wie jeder andere Job auf. Aber ich glaube man liest's heraus: Ich könnte mir keinen schöneren und abwechlsungsreicheren Beruf vorstellen, bei dem ich jeden Tag merke und spüre, dass es sinnvoll ist, was ich tue. Und auch bei mir stand Pflege tatsächlich nie ganz oben auf meiner "Traumberufe-Skala" sondern war tatsächlich eher "Option F", weil Option A, B, C, D und E gescheitert sind.


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25.01.2021 um 03:50
@DesmondAlucard

Ja gut okay, so kenne ich das auch. Das ist mitunter anderem der Grund für 240 Überstunden 😅
Grade hab ich 12 Tage durch und jetzt frei 🥳
Ich dachte du hast da evtl. irgendeinen spezial kniff mit dem du Zeit reinholst, aber so ist das halt.


Zum Thema Ausbildung und Mobbing, klar gibt es das. Schüler werden gerne mal ausgenutzt und als volle Kraft geplant. Die 10% Regelung wird ignoriert.
Die schlimmsten Betriebe kennen die nicht mal.
Oder im Ambulanten Dienst gibts so Späße wie den azubi immer arbeiten lassen und sagen sonst lernst du nichts. Und wenn dich einer auf dem Kieker hat, kann das schnell Ausmaße annehmen die sehr unschön sind und eine Beendigung bzw. Wechsel des Dienstes zur folge haben.
Hab ich alles schon gesehen.
Aber es gibt solche und solche Betriebe. Bei mir um die Ecke ist ein Pflegedienst von dem die Schüler berichten das z.b. die 10% Regelung peinlichst genau eingehalten wird und es sogar oft mehr anleitung ist.
Da gibt es Team Sitzungen in denen auch auf Befindlichkeiten eingegangen wird, es gibt eine externe Sozialarbeiterin die vorbeikommt und der man sich anvertrauen kann sollte es irgendwo belastendes geben was man besprechen möchte.
Das wird aber mehr im Bezug zu Verstorbenen Patienten genutzt. Also vom Pflegepersonal.
Diese sozialarbeiterin ist aber primär für die Patienten/Bewohner dort.
Das ist ein Betrieb bei dem es normal zugeht.
Bei den "besseren" bekommst du z.b. eine kostenlose Ferienhaus Nutzung obendrauf und einmal die Woche kommt ein Masseur vorbei.


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25.01.2021 um 13:30
@BenSensei

Dass das mit dem 10%-Regelung in der Praxis nur bedingt funktioniert, ist vermutlich häufig so. Einerseits wird - gerade auf die UK-Schüler - gerne ein wenig "geschimpft". Die können und dürfen halt noch net viel. Aber wehe, man meldet sich mal einen (!) Tag krank - dann wird gerne "rumgeheult", wie man - v. a. die Körperpflege und die "Glockenabarbeitung" - ohne den Schüler wuppen soll. Bei uns hieß es damals sogar, UK-Schüler werden gar nicht gezählt/gerechnet bei der Dienstplangestaltung. Von 10 % hab' ich nie was gehört.

Aber als Mobbing würde ich es tatsächlich nicht bezeichnen, dass man als Schüler der Erste ist, dessen Pause ausfällt, weil auf Glocke gehen (bei uns) nunmal immer "Schüleraufgabe" war. Natürlich gibt es z. T. himmelschreiende Ungerechtigkeiten aber man bekommt im Normalfall immer mehr ein dickeres Fell und weiß: Irgendwann ist die Ausbildungszeit vorüber. Und unschöne/unfaire Situationen oder Gegebenheiten hat man vermutlich in jeder Ausbildung. Man merkt ja eigentlich recht schnell, wie der "Hase läuft" - was die Stationen von einem erwarten. Und mit genügend Selbstbewusstsein kann man ja als UK-Schüler ruhig mal die Examinierten beeindrucken, wenn man beim Klingeln in der Pause einfach mal konsequent weiterfrühstückt. ;) Vielleicht war das auch nur bei uns so...

Für mich ist tatsächlich ein Unterschied zwischen "Ausgenutztwerden als Schüler" und "Mobbing".

Bei uns war's tatsächlich so, dass die Examinierten nicht einmal wussten, wie Du heißt - man wurde halt "Schüler" gerufen. Wenn man 4 oder 5 Wochen auf Station mit seinen Mitschülern herumspringt - braucht's da echt einen Namen?! *Ironie off* Aber es ging halt ALLEN Schülern so. Mobbing wäre für mich, wenn ich gezielt schlechter/anders behandelt worden wäre als meine Mitschüler. Aber so war's nie in der Ausbildung.

Ich hatte auch einfach das Glück, dass die Zusammenarbeit zwischen Schule und Klinik sehr gut funktionierte und es da auch engen Austausch gab - dadurch, dass beides im gleichen KH ist, war das natürlich auch einfacher. Ein kleines Krankenhaus, mit nur 1 Klasse pro Kurs - für mich war's perfekt.


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25.01.2021 um 13:53
Edit-Zeit leider abgelaufen.

@Yen

Ich verstehe es ehrlich gesagt nicht so ganz: Wenn Du ehrenamtlich arbeitest oder Praktikum machst, interessiert das die Arbeitsagentur exakt Null, wie viele Stunden du arbeitest.

Diese "so-und-so-viel-Stunden am Tag arbeitsfähig-Einschätzung" dient nur als Richtlinie, ob und in welchem Umfang dich das Arbeitsamt finanziell mit einer Maßnahme (gibt ja verschiedene) unterstützen kann und darf.

Ab wann beginnt Deine Ausbildung?

Und bitte, bitte: Lass' Dir nix einreden, wie Deine Ausbildung verlaufen wird. Du hast genauso eine Probezeit wie in jeder anderen Ausbildung auch, in der du kündigen kannst. Lass' Dich nicht von Erzählungen verunsichern, wie wieviel angeblich gemobbt wird in der Pflege. Mach' Deine eigenen Erfahrungen.


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Ist der Pflegerberuf wirklich so schlimm?

25.01.2021 um 18:36
Zitat von BjörnarBjörnar schrieb:Lass' Dich nicht von Erzählungen verunsichern, wie wieviel angeblich gemobbt wird in der Pflege.
Mir erschließt sich nicht, wieso Mobbing ausgerechnet in der Pflege so vertreten sein soll. Mobbing findet überall, in jeder Branche, statt. Sicher, Menschen, die andere pflegen, sind nicht automatisch soziale, wohlgesonnene Persönlichkeiten, aber meine bisherigen Erfahrungen zeigen, dass sich die Waage an toxischen Kollegen gerade hält. Davon sind nicht mehr dabei, als in den Betrieben, in denen ich zuvor tätig gewesen bin.


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