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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

209 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Corona, Krise, Persönlichkeit ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

19.05.2021 um 21:01
Ich habe während Corona gemerkt, wie wenig mich die Einschränkungen eigentlich in meinem Alltagsleben so betreffen. Aber ich bin in gewisser Weise auch priveligiert: Kinder sind schon lange aus dem Haus, zum Arbeiten hatte ich ohnehin keine Lust mehr, stattdessen meinen Rentenantrag fertig gemacht, dann habe ich ein Riesen-Haus und ein Grundstück im Hektar-Bereich, wo es immer etwas zu tun gibt. Viele Kontakte in die "weite Welt" hatte ich auch schon vorher via Internet oder Telefon, allein am Deich stört mich auch niemand und das bisschen Maske beim Einkauf stört mich nicht.

Auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: Von mir aus könnte das mit Corona ewig so weiter gehen.


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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

19.05.2021 um 21:03
Zitat von DoorsDoors schrieb:Von mir aus könnte das mit Corona ewig so weiter gehen.
Ist das nicht auch irgendwie zynisch? Wenn Corona weitergeht, wird es auch immer wieder schwer Kranke und Tote geben. Kann man sich das wirklich wünschen?


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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

19.05.2021 um 21:21
Zitat von Lotte49Lotte49 schrieb:Na ja, man hätte sie solidarisch finanziell unterstützen können - so wie die Piloten der Lufthansa z.B. auch.
Soll denn jeder finanziert werden, der am Arbeitsleben teilgenommen hat? Vor allem jeder, der mehr mit Menschen zu tun hat und somit einer höheren Ansteckungsgefahr ausgesetzt ist? Wie wäre so etwas umsetzbar? Ich verstehe natürlich, worauf du hinaus willst.


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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

19.05.2021 um 21:53
@Peter0167
Mein ganzer Freundeskreis sowie natürlich auch ich befürworten seit Beginn der Covid-Epidemie eine Niedriginzidenzstrategie.
Für mich war es katastrophal zu sehen, wie phänomenal es die Politik in Deutschland verbockt hat (europaweit, aber, das ist wieder ein anderes Thema).
Nie hätte ich gedacht, dass Entscheidungsträger in Deutschland so borniert, empathielos (meine Damen und Herren, entspannen Sie sich, aktuell sind noch x Intensivbetten frei), wissenschafts- und erkenntnisresistent (wengistens aus den Fehlern früherer Monate hätte man lernen können) sein können. :shot:
Man fühlt sich wie in "Täglich grüßt das Murmeltier":
Kaum gehen jetzt die Zahlen jetzt wieder ein bisschen runter, stellen sich die nächsten Politiker wieder vor die Kameras, ignorieren RKI-Empfehlungen und überbieten sich in Öffnungen (aktuell Laschet und Gebauer).
Dieses Gebaren, außerdem die sog. "Querdenker" mit ihrer ignoranten, verfassungsfeindlichen Aggressivität halten mich im Moment dauerschlechtgelaunt, und ein Ende ist nicht abzusehen. Ach ja, nicht zu vergessen die Rolle der Medien, die auf Titelseiten in Jubelgesängen kommentieren, was man alles wieder darf (als wäre das Virus eine Geisteshaltung, die man durch magisches Denken los werden könnte). Das ist alles so unfassbar dumm, eine intellektuelle Beleidung sondersgleichen. Zeitweise fühle ich mich ins Mittelalter zurückversetzt.


Persönlich hatte ich durch Corona überhaupt keine Einschränkungen, allerdings hatte ich beruflich ständig mit Fällen zu tun, kenne viele Erkrankte und leider auch einige Tote persönlich. :(

Ich wünsche mir, dass die Impfungen möglichst schnell vorangehen (auch da kollosales Versagen, naja, ist man ja schon gewohnt), dennoch betrachte ich Deutschland hier als nach wie vor privilegiert.

Denke, es wird jetzt alles davon abhängen, wie gut wir B1617. 2 eindämmen können.
Das werden noch einmal spannende Monate, hoffentlich mit besserem Ausgang.


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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

19.05.2021 um 22:52
Zitat von AliceTAliceT schrieb:Für mich war es katastrophal zu sehen, wie phänomenal es die Politik in Deutschland verbockt hat
Ah ja, hatte mich schon gefragt, wie lange es noch dauern wird, bis Deutschlands beliebtester Sündenbock hier ins Spiel gebracht wird.

Wenn Menschen etwas Schlechtes widerfährt, kommt ja häufig nach dem ersten Jammern die direkte Frage nach der Schuld. Offenbar hilft das bei der Bewältigung und der Verarbeitung einer Krise, und ist somit der "Normalzustand". Ob an die Beantwortung der Schuldfrage, insofern man überhaupt von Schuld sprechen kann, rational herangegangen wird, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier.

Ich denke, man sollte nicht außer acht lassen, dass wir hier von einer Naturkatastrophe überrollt wurden, an der hoffentlich niemand eine direkte Schuld trägt. Und nicht nur wir Deutschen wurden überrollt, sondern die ganze Welt. Das ist schon mal Fakt, und sollte unbedingt beachtet werden.

Hinzu kommt, wir alle haben so etwas noch nie zuvor miterlebt, keiner von uns, auch kein Politiker, kein sogenannter Experte und auch kein Schreiberling der Medien. Das ist absolutes Neuland. Soviel erst mal vorweg.

Klar stehen Politiker auf dem Papier zunächst mal für fast alles in der Verantwortung, darum würde ich ja auch für nichts in der Welt mit denen tauschen wollen. Das ist ein knallharter und in der Regel sehr undankbarer Job, der geprägt ist von Undankbarkeit bis hin zu unfassbaren Anfeindungen aus allen nur denkbaren Richtungen, also fast so schlimm wie Moderator bei Allmy. :)

Weiterhin sehe ich keine Kollektivschuld "DER" Politik, man kann hier nur auf persönliches Fehlverhalten hin untersuchen, und ich denke das wird auch getan, aber wir stehen da erst am Anfang der Aufarbeitung.

Merkwürdigerweise stand Deutschland zu Beginn der Krise doch noch vergleichsweise gut da. Ich kann mich gut an Fallzahlen erinnern, die lange Zeit unter 10% von denen aus Italien Spanien und co. lagen. Hatten wir das einer gut aufgestellten Regierung und den klug eingeleiteten Maßnahmen zu verdanken? Ich denke nein. Damit hatte die Regierung genausowenig zu tun. Die Dinge laufen nun mal wie sie laufen, nicht alles lässt sich so kontrollieren, wie wir es gerne hätten.

Gegen so etwas ist man bis zu einem gewissen Grad machtlos, mit all den zugehörigen Konsequenzen. Die Entscheidungen, die getroffen wurden, werden ganz sicher noch aufgearbeitet werden, und ich bin schon sehr auf die Ergebnisse gespannt, aber ich denke zum jetzigen Zeitpunkt steht es keinem zu, die Lanze über wen auch immer zu brechen, auch wenn der Drang danach verständlich ist. Zumindest sehe ich das so.


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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

19.05.2021 um 23:09
Zitat von Peter0167Peter0167 schrieb:Merkwürdigerweise stand Deutschland zu Beginn der Krise doch noch vergleichsweise gut da. Ich kann mich gut an Fallzahlen erinnern, die lange Zeit unter 10% von denen aus Italien Spanien und co. lagen. Hatten wir das einer gut aufgestellten Regierung und den klug eingeleiteten Maßnahmen zu verdanken? Ich denke nein. Damit hatte die Regierung genausowenig zu tun. Die Dinge laufen nun mal wie sie laufen, nicht alles lässt sich so kontrollieren, wie wir es gerne hätten.
Ich fand das gar nicht merkwürdig, im Gegenteil, nur logisch.
Naja, kannst du dich denn noch an die Diskussion hier ganz zu Anfang der Pandemie erinnern?
Da hat Deutschland tatsächlich eine ziemlich strenge Eindämmungsstrategie gefahren. Das Webasto-Cluster z. B. - keine Ahnung, wann sich der Wind sozusagen gedreht hat.
Denke, im Laufe des ersten strengen Lockdowns haben sich wohl die Politikberater durchgesetzt, die Politkern glaubhaft erklärt haben, dass es nicht erstrebenswert ist (was es tatsächlich natürlich ist), einen Dauerlockdown zu fahren.
Dass die Strategie dafür aber nicht ist, in steigende Inzidenzen weiter reinzulockern, der Idee zu erliegen, man könne isoliert Risikogruppen schützen, die Rolle der Schulen systematisch kleinzureden, das ist einfach komplett ausgeblendet worden.

Was soll man dazu noch sagen ...
Zitat von Peter0167Peter0167 schrieb:Wenn Menschen etwas Schlechtes widerfährt, kommt ja häufig nach dem ersten Jammern die direkte Frage nach der Schuld. Offenbar hilft das bei der Bewältigung und der Verarbeitung einer Krise, und ist somit der "Normalzustand". Ob an die Beantwortung der Schuldfrage, insofern man überhaupt von Schuld sprechen kann, rational herangegangen wird, steht auf einem ganz anderen Blatt Papier.

Ich denke, man sollte nicht außer acht lassen, dass wir hier von einer Naturkatastrophe überrollt wurden, an der hoffentlich niemand eine direkte Schuld trägt. Und nicht nur wir Deutschen wurden überrollt, sondern die ganze Welt. Das ist schon mal Fakt, und sollte unbedingt beachtet werden.

Hinzu kommt, wir alle haben so etwas noch nie zuvor miterlebt, keiner von uns, auch kein Politiker, kein sogenannter Experte und auch kein Schreiberling der Medien. Das ist absolutes Neuland. Soviel erst mal vorweg.
Zu kritisieren, wie damit umgegangen wurde, ist für mich kein "Jammern".
Die Toten bringt niemand mehr zurück.


Auch finde ich es schwierig, zu sagen, es hätte niemand vorhersehen können - Fakt ist, dass man doch seit Jahren eigentlich auf eine Pandemie gewartet hat (sie war rein statistisch gesehen schon längst fällig). Biologie und Medizin sind doch außerdem keine so abgehobenen Disziplinen, als dass auch nicht Laien sie im Grundsatz gut verstehen könnte.

Klar konnte niemand sagen, ob jetzt Grippe oder sonstwas, aber die Szenarien waren ja sooooo völlig überraschend auch nicht.
Was man schon vorwerfen kann, ist, dass man nicht einfach viel stärker auf die Leute gehört hat, die sich wirklich damit auskennen - die bezüglich der ersten Welle richtig lagen, in ihrer Einschätzung.
Völlig schleierhaft ist mir auch immer noch, weshalb der politische Konsens sich darauf geeinigt hat, eine sog. "Überlastung des Gesundheitssystems" zu vermeiden.

Naja ...
ich persönlich habe jedenfalls einiges Vertrauen verloren, fühle mich zudem irgendwie beschädigt, geradezu "benutzt", im Sinne des stetigen Funktionierens in einem System dessen Eindämmungsstrategien bezüglich eines grassierenden, hochgefährlichen Virus für mich persönlich erschreckend leichtfertig waren und sind

(deine Frage war ja auch die nach dem persönlichen Empfinden)


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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

19.05.2021 um 23:19
Zitat von AliceTAliceT schrieb:deine Frage war ja auch die nach dem persönlichen Empfinden
Richtig, und da ich diese Entwicklung bereits ganz am Anfang vorhergesehen habe, schrieb ich auch ganz am Anfang bereits Folgendes:
Zitat von Peter0167Peter0167 schrieb:Mir geht es hier aber nicht um Zahlen, und ob Strategien nun richtig oder falsch waren, oder wer die Schuld an was auch immer hat ... nein, hier will ich einen Ort schaffen, an dem es persönlich wird.
Ich würde dies gern auf die bereits bestehenden Corona-Threads auslagern, habe aber auch Verständnis dafür, wenn man seinen Frust irgendwo loswerden will. Gehört ja irgendwie zur Bewältigung dazu ... in diesem Sinne: Alles gut. :D


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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

19.05.2021 um 23:31
Zitat von Peter0167Peter0167 schrieb:Ich würde dies gern auf die bereits bestehenden Corona-Threads auslagern, habe aber auch Verständnis dafür, wenn man seinen Frust irgendwo loswerden will. Gehört ja irgendwie zur Bewältigung dazu ... in diesem Sinne: Alles gut. :D
Weiß nicht, ob es Frust allein trifft ...

um es mal so zu sagen: Durch C. habe ich verstanden, wie unglaublich unbedeutend die "Probleme" sind, die mich sonst so beschäftigt haben. Habe mich zum ersten Mal bewusst als verwöhntes Wohlstandskind wahrgenommen, das nie in seinem Leben ernsthafte Probleme hatte.
Ist das was Gutes? Weiß nicht.
Für mich ist das schwer, dieses Erfahrung von Leid und Tod. Dabei denke ich mir, dass es mich persönlich gar nicht so schlimm getroffen hat (dass es viel schlimmere Erfahrungen gibt) ... trotzdem, jeder einzelne Tag meines Lebens wäre anders, wenn C. nicht wäre.


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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

19.05.2021 um 23:46
Zitat von AliceTAliceT schrieb:Durch C. habe ich verstanden, wie unglaublich unbedeutend die "Probleme" sind, die mich sonst so beschäftigt haben.
Das geht mir ebenso. Ich habe ja schon mal angedeutet, dass ich nicht arbeite um zu leben, vielmehr lebe ich um zu arbeiten. Ich liebe meine Arbeit, und ich freue mich morgens mindestens so sehr auf den bevorstehenden Arbeitstag, wie abends auf den Feierabend ... ich weiß, das klingt verrückt, und isses wohl auch. :D

Früher dachte ich immer, wenn ich die Firma auch nur für 2 Tage dicht machen müsste, wegen Krankheit oder was auch immer, dann wäre quasi alles verloren. Nun war ich von Mitte Dezember bis Anfang März von der Zwangsschließung betroffen, habe in der Zeit keine Coronahilfen bezogen, und es gibt mich immer noch. :)

Das hat mich wirklich überrascht. Okay, ich durfte nach wie vor Kunden empfangen, aber nur nach Terminabsprache und allen möglichen Auflagen. War aber alles machbar, und es hat mir gezeigt, dass viele meiner Ängste im Grunde unbegründet waren, es geht letztlich immer weiter...
Zitat von AliceTAliceT schrieb:Ist das was Gutes?
Ich denke schon. Man wünscht ja niemanden eine Krise an den Hals, aber wenn man sie dann halbwegs schadlos überstanden hat, geht man auf gewisse Weise gestärkt daraus hervor, und das ist es auch, was mir Hoffnung für die Zukunft gibt.


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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

20.05.2021 um 00:46
Zitat von AliceTAliceT schrieb:Denke, im Laufe des ersten strengen Lockdowns haben sich wohl die Politikberater durchgesetzt, die Politkern glaubhaft erklärt haben, dass es nicht erstrebenswert ist (was es tatsächlich natürlich ist), einen Dauerlockdown zu fahren.
Und höchstwahrscheinlich auch rechtswidrig bzw. verfassungswidrig, denn ich bezweifle als juristischer Laie, dass ein strenger Dauerlockdown nur rein aus Präventionszwecken zu rechtfertigen gewesen wäre.
Ein strenger Dauerlockdown wäre von unserer Rechtsprechung sehr wahrscheinlich als unverhältnismäßig eingestuft worden.

Das Ganze hin und her; Mal wieder lockern und die Gürtel erst wieder enger schnallen, falls die Zahlen steigen und wenn die Zahlen es erlauben und wieder gesunken sind wieder lockern, - all das mag aus medizinischer Sicht kontraproduktiv, ja sogar dämlich und fahrlässig erscheinen, aber aus juristischer Sicht sicherlich sinnvoller, weil gerichtsfester.


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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

20.05.2021 um 01:20
Zitat von rhapsody3004rhapsody3004 schrieb:Das Ganze hin und her; Mal wieder lockern und die Gürtel erst wieder enger schnallen, falls die Zahlen steigen und wenn die Zahlen es erlauben und wieder gesunken sind wieder lockern, - all das mag aus medizinischer Sicht kontraproduktiv, ja sogar dämlich und fahrlässig erscheinen, aber aus juristischer Sicht sicherlich sinnvoller, weil gerichtsfester.
Die Gerichte haben in der Vergangenheit die Maßnahmen zu Lockdowns durchaus mitgetragen und geurteilt, dass Gesetzgeber und Behörden einen Beurteilungsspielraum bei Präventionsmaßnahmen zur Bekämpfung eines bisher unbekannten Virus haben, in den die Justiz nicht eingreifen darf. Da hat die Gewaltenteilung funktioniert. Natürlich war die Entscheidung des Sächsischen Oberverwaltungsgericht, eine Demonstration von Querdenkern in Dresden nicht zu verbieten, keine Glanzleistung und nur peinlich. Da hatten sich die Richter schlicht bei der Berechnung der Demonstrationsfläche verrechnet. Peinlich, wirklich peinlich.

Aber natürlich sind irgendwann bei Verboten auch mal Grenzen. Aus rein medizinisch-wissenschaftlicher Sicht ist zwar eine Inzidenz von 0 ideal. Diese rein medizinische Sicht kann aber nicht alleine der Maßstab für politisches Handeln sein. Irgendwo sind die Grundrechte eines jeden, vor allem die Berufsausübungsfreiheit von Gewerbetreibenden, denen man das Geschäft nicht für ewig zumachen kann, sowie die allgemeine Handlungsfreiheit der Bürger, ja auch mal wieder dran. Deren Rechte kann man nicht um der Erreichung einer Inzidenz von 0 willen auf nicht absehbare Zeit weiter beschränken.

Sobald es die pandemische Lage zulässt, sind daher Lockerungen ein rechtliches Muss. Streiten kann man allenfalls darüber, wann die pandemische Lage es zuläßt. Und das heißt nicht, abzuwarten und auf absoluteste Nummer Sicher zu gehen, bis sich auch der Allerletzte oder die Allerletzte garantiert nicht mehr anstecken kann. Das gilt übrigens für jede Infektionskrankheit, egal ob Masern, Mumps, Grippe oder eben Corona. Eine absolute Sicherheit vor Viren gibt es nicht, und die kann und muss auch kein Gesetzgeber und keine Behörde garantieren.


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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

20.05.2021 um 02:01
Zitat von DoorsDoors schrieb:Auf die Gefahr hin, mich unbeliebt zu machen: Von mir aus könnte das mit Corona ewig so weiter gehen.
Ich musste lachen.
Aber ich bin grundsätzlich jemand, der aus allem das beste macht, auch wenn es schwierig wird.
Wir ( die Kollegen in München haben die Ruhe auf den Straßen genossen, es war in der Innenstadt rund ums Hofbräuhaus wie auf Postkarten aus den 20 er Jahren.)
Es war im Geschäft entspannt und ruhig, wir fanden es herrlich .
Eigentlich haben wir gesehen wie Handel in der Zukunft funktioniert, alles online per Drohne ...online - Umsstz plus 50 % bei uns.
Privat in der Kurzarbeit den Keller sondiert, im Flohmarktladen verkauft, gemalt u viel gesportelt , ich wohn halt auch im Wald. Mit den Kids Schnitzeljagd gemacht .
Shoppen als Freizeitbeschäftigung war nie meines.
Und alle Leute gemieden, die mir querdenkerisch um die Ecke kamen.
Aber wenn man nicht resilient ist, ist das schwerer .
Was hat man in D auch in den letzten Jahrzehnten erlebt um Frustrationstoleranz aufzubauen wenn sie nicht schon da war?


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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

20.05.2021 um 06:19
Zitat von AndanteAndante schrieb:Die Gerichte haben in der Vergangenheit die Maßnahmen zu Lockdowns durchaus mitgetragen und geurteilt, dass Gesetzgeber und Behörden einen Beurteilungsspielraum bei Präventionsmaßnahmen zur Bekämpfung eines bisher unbekannten Virus haben, in den die Justiz nicht eingreifen darf. Da hat die Gewaltenteilung funktioniert. Natürlich war die Entscheidung des Sächsischen Oberverwaltungsgericht, eine Demonstration von Querdenkern in Dresden nicht zu verbieten, keine Glanzleistung und nur peinlich. Da hatten sich die Richter schlicht bei der Berechnung der Demonstrationsfläche verrechnet. Peinlich, wirklich peinlich.
Das ist tatsächlich an mir vorbei gegangen, aber nachvollziehbar, da für alle vollkommenes Neuland.

Allerdings glaube ich weiterhin, dass dieser legitime Ermessensspielraum keine absolute Narrenfreiheit für unsere politischen Entscheidungsträger bedeutet hat, sondern jede Maßnahme Spielraum hin oder her mit dem Verhältnismäßigkeitsprinzip im Einklang zu stehen hat und das stufenweise vorzugehen ist, was bedeutet, dass zu erst das mildeste Mittel, was geeignet ist, zur Anwendung kommen muss und erst wenn dieses keine Wirkung zeigt und die Zahlen weiterhin steigen, von härteren Mitteln und somit auch härteren Grundrechtseingriffen Gebrauch zu machen ist.

Und gerade wenn ich das berücksichtige, kann ich mir unmöglich vorstellen, dass jede harte Maßnahme, jeder harte Grundrechtseingriff "nur" rein aus Präventionszwecken sofort zu rechtfertigen gewesen wäre, sondern sicherlich erst dann, wenn ein bestimmter Fall auch tatsächlich erst eintreten ist.
Zitat von AndanteAndante schrieb:Sobald es die pandemische Lage zulässt, sind daher Lockerungen ein rechtliches Muss
Jo. Darum ja auch oft das Hin und her. Lockerungen, wenn ein gewisser Wert erreicht ist. Und den Gürtel erst wieder enger schnallen, härtere Maßnahmen verhängen, wenn die Zahlen wieder nach oben gehen und einen kritischen, besorgniserregenden Wert auch im Hinblick auf unser Gesundheitsystem erreicht haben.
Eine harte Linie einfach nur aus Präventionszwecken weiterzufahren, ist aus medizinischer Sicht dann zwar weiterhin sinnvoll, aber juristisch äußerst fragwürdig und mit Sicherheit nicht gerichtsfest, weil unverhältnismäßig.
Immerhin geht es um etliche Grundrechte, die betroffen sind und die alle schützenswert sind. Mediziner sehen nur den Schutze Leib und Lebens. Unsere politischen Entscheidungsträger, wenn sie halbwegs rechtssicher handeln wollen, müssen aber weit mehr beachten und gegeneinander abwägen. Deshalb können sie auch nicht immer so handeln, wie es sich Virologen und Co vorstellen.

Also bitte nicht zu hart über unsere politischen Entscheidungsträger und ihr ständiges Hin und Her urteilen.


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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

20.05.2021 um 07:33
Zitat von rhapsody3004rhapsody3004 schrieb: Das Ganze hin und her; Mal wieder lockern und die Gürtel erst wieder enger schnallen, falls die Zahlen steigen und wenn die Zahlen es erlauben und wieder gesunken sind wieder lockern, - all das mag aus medizinischer Sicht kontraproduktiv, ja sogar dämlich und fahrlässig erscheinen, aber aus juristischer Sicht sicherlich sinnvoller, weil gerichtsfester.
Das Problem waren schon auch "die Menschen". Bei uns (BW) waren ja ziemlich strenge Regeln und wir hier im verschlafenen Schwarzwald hatten zuerst Glück - die Inzidenzen stiegen überall, bei uns sah es ganz gut aus. Damit stieg aber der Unmut, viele Leute sahen uns so als Insel in Deutschland und waren erbost, dass sie das nun mittragen sollten - was dazu führte (als es noch ging), dass eine Gruppe Senioren einen Bus charterten und in die benachbarte Schweiz abdampften (mit riesig hoher Inzidenz im Vergleich zu unserer), aber mit offenen Läden, lockererer Mundschutzregel und netten offenen Cafés. Das war ein "Superspreaderevent" - was auch immer geschah, der gesamte Bus kam positiv zurück. Gleiches galt dann für eine freie Kirchengemeinde, die es auf 150 Infizierte brachten ...

Anders herum ging es auch - als der Europapark letztes Jahr wieder öffnete, hatten wir mit die höchste Inzidenz in der Umgebung - was viele Leute nicht davon abhielt, hin zu fahren und unsere potentiellen Viren einmal im Park zu verteilen.

Mr Mary hatte in der Gastro viel Mühe, die Nachverfolgung hinzukriegen, da es einen nicht unbeträchtlichen Anteil Leute gab, die erst mal diskutierten und dann fiktive Daten hinterließen.


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20.05.2021 um 11:06
Zitat von rhapsody3004rhapsody3004 schrieb:Das ist tatsächlich an mir vorbei gegangen, aber nachvollziehbar, da für alle vollkommenes Neuland.
Ja, komplettes Neuland ist das beim Coronavirus. Aber vom Prinzip her ist das Prozedere nicht anders als sonst auch: Gesetzgeber und Exekutive stellen bestimmte Regeln auf, um irgendwas zu erreichem, was sie für geboten bzw. sinnvoll halten. Bürger, die ihre (Grund-)Rechte dadurch beeinträchtigt sehen, ziehen vor Gericht, um das Handeln des Gesetzgebers und der Behörden auf Rechtmäßigkeit, dh auf Übereinstimmung mit anderen Rechten bzw. mit der Verfassung überprüfen zu lassen.

Das ist ja auch zB passiert, als festgelegt wurde, dass während der Krise nur Läden mit einer bestimmten Verkaufsfläche öffnen dürfen. Prompt sah sich ein Ladenbesitzer, der diese Verkaufsfläche nicht hatte, in seinem Grundrecht auf Berufsausübungsfreiheit verletzt und zog vor Gericht, weil er auch öffnen wollte. Und so ist das eben mit vielen Maßnahmen von Legislative und Exekutive. Wir können froh sein dass wir in Deutschland unabhängige Gerichte haben, die uns Bürger vor eventuellem rechtswidrigem Handeln von Behörden und Gesetzgeber schützen. Unsere polnischen und ungarischen Nachbarn hätten so etwas auch (wieder) gerne.

Gerichte dürfen allerdings wegen der Gewaltenteilung in Handlungs- und Beurteilungsspielraum von Legislative und Exekutive natürlich nur eingreifen, wenn sie der Meinung sind, dass Gesetzesverletzungen vorliegen. Sie dürfen der Politik keine nach ihrer Meinung „bessere“ oder „zweckmäßigere“ Politik vorschreiben. Gerichte sind ebrn kein Ersatzgesetzgeber, und Richter sind nicht vom Volk gewählt.

Das ist schon ein bewährtes und austariertes System, wenngleich das System es momentan mit einem neuen und längst noch nicht komplett erforschten Virus samt entsprechenden Impfstoffen zu tun hat. Natürlich stellen sich da im Einzelfall schwierige Fragen, auf die Antworten auch von der Wissenschaft kommen müssrn.


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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

20.05.2021 um 11:40
Mich persöhnlich hat Corona nicht getroffen. Ich war vorher viel zu Hause also hat mir das nichts ausgemacht. Bekannte gibt es zwar aber da trifft sich niemand. War vorher nicht anders . Das einzige was nervt ist dass man vieles online bestellen muss weil man nur über umwege ins Geschäft darf.

Einen Bekannten allerdings hat Corona ziemlich hart getroffen. Er ist eig.ein junger anständiger Kerl und verdient super. Ihm ging es sehr gut bis dahin. Aber seit Corona ist er total depressiv geworden.Die Isolation setzt ihm total zu . Er hat Selbstmord Gedanken und hat mit krummen Geschäften angefangen . Das wundert mich schon etwas .


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20.05.2021 um 11:58
Zitat von AliceTAliceT schrieb:Biologie und Medizin sind doch außerdem keine so abgehobenen Disziplinen, als dass auch nicht Laien sie im Grundsatz gut verstehen könnte.
Doch. Genau das ist der Punkt.
Sehr viele Menschen verstehen es einfach nicht. Sie begreifen es nicht und bilden sich dann auf Basis ihres falschen Verstehens realitätsferne Thesen.
Viele Menschen sind mit wissenschaftlicher Arbeitsweise noch nie in Kontakt gekommen. Die betrachten einen wissenschaftlichen Diskurs als kopfloses hin und her.
Das sind für viele komplexe Themen - genau das wurde m.E. in der Kommunikation unterschätzt. Man hat viele Menschen einfach verloren, weil sie es nicht verstanden und weil sie nicht bereit waren, es halt dem Experten zu glauben.

Und daraus entwickelte sich eben auch diese Politik. Natürlich werden Politiker versuchen, eine Politik zu betreiben, die auf Beifall stößt.

Unter diesen Voraussetzungen - 80 Mio. Virologen - lief es zwar nicht blendend, aber auch nicht katastrophal. Halt so Mittelmaß.


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20.05.2021 um 13:44
Zitat von kleinundgrünkleinundgrün schrieb:Das sind für viele komplexe Themen - genau das wurde m.E. in der Kommunikation unterschätzt. Man hat viele Menschen einfach verloren, weil sie es nicht verstanden und weil sie nicht bereit waren, es halt dem Experten zu glauben.
Hinzu kommt ja, dass auch die Experten immer neu dazulernen mussten. Manches galt, nachdem man zwischenzeitlich neuere Erkenntnisse über das Virus hatte, dann eben nicht mehr. Manches, was bisher nicht beherrschbar schien, wurde beherrschbar.

Beispielsweise Astra Zeneca. Der Leiter eines Impfzentrums erklärte neulich öffentlich, warum bei AZ inzwischen keine tödlichen Sinusvenenthrombosen als Nebenwirkung mehr vorkommen. Sie kommen deshalb nicht mehr vor, weil man inzwischen um dieses Risiko weiß. Jedes Krankenhaus ist jetzt gerüstet, wenn jemand mit den Anzeichen einer solchen Thrombose kommt, und man kann einen tödlichen Ausgang medizinisch ziemlich leicht abwenden.

Beispiel Wirksamkeit von Kreuzimpfungen zwischen mRNA- und Vektorimpfungen. Da ist die Forschung noch in den Kinderschuhen, und so lange man dazu noch wenig weiß, steckt die Politik natürlich indem Dilemma, dass sie so recht nicht weiß von welchem Impfstoff sie, der besseren Wirksamkeit wegen, wieviel bestellen und an wen wann verimpfen soll.

Eine andere Frage ist die Glaubwürdigkeit der Politik, also tatsächlich die Kommunikationsfrage. Vielleicht wäre es seitens der Politik manchmal besser gewesen, zu sagen, dass sie es auch nicht genau weiß und nur nach dem Motto „Versuch und Irrtum“ vorgehen kann anstatt immer so zu tun, als hätte sie den Stein der Weisen gefunden. Manchmal wäre es auch besser, mal den Mund zu halten, bis man es genauer weiß anstatt ständig mit neuen unbedachten Vorschlägen aus dem Busch zu kommen.

ZB hätte Minister Spahn sich die Äußerung sparen können, dass die Zweitimpfung mit Astra Zeneca schon nach 4 Wochen erfolgen kann, wenn nach einhelliger Expertenmeinung der weitaus bessere Impfschutz erst nach 12 Wochen erreicht wird.


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20.05.2021 um 13:58
Zitat von AndanteAndante schrieb:Hinzu kommt ja, dass auch die Experten immer neu dazulernen mussten.
Genau. Das ist aber normal. Das ist immer so.
Weiß man das nicht, verliert man das Vertrauen in die Experten - weil sie scheinbar mal so und mal so sagen. Für den Laien nciht nachvollziehbar.
Zitat von AndanteAndante schrieb:Beispielsweise Astra Zeneca.
Ein Beispiel besonders schlechter Kommunikation. Ein Mittel, das objektiv zu jedem Zeitpunkt das Risiko verringert hat, bekam einen Makel in der Wahrnehmung.
Dabei haben wir gesehen, dass es in anderen ändern durchaus besser kommuniziert wurde. Da ist vermutlich einfach ein falscher Maßstab angelegt wurden. Sicher aus "ehrenwerten" Gründen, um maximale Transparenz zu schaffen - aber die Menschen haben es zu weiten Teilen einfach nicht verstanden.
Es kam an: AZ ist gefährlich.

Und das Schlimmste: Es ist noch immer in den Köpfen. Kaum ein Ü60 will sich damit impfen lassen, von Jüngeren gar nicht zu reden. Die Leute lassen sich teilweise nicht impfen, statt mit AZ. Und das obwohl - wie du richtig sagst - die Risiken aufgrund der Kenntnis der möglichen Folgen nochmals geringer sind. Von "extrem unwahrscheinlich" zu "besonders extrem unwahrscheinlich".
Zitat von AndanteAndante schrieb:ZB hätte Minister Spahn sich die Äußerung sparen können
Spahn hätte sich so einiges sparen können. Idealerweise seine Bewerbung auf das Ministeramt. Aber gut, es ist wie es ist.


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Selbstreflexion in der Krise - Corona als Spiegel der Persönlichkeit

21.05.2021 um 20:47
Ich weiß, es ist egoistisch, aber als ich heute beruflich unterwegs war, durch den ganzen Stadtverkehr, massen an Fußgängern und Fahrradfahrer dachte ich mir nur: Ich will Corona wieder ham!😩🥺

Soviel zu: Corona als Spiegel der Persönlichkeit😏


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