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Problematische männliche Rollenbilder

894 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Gesellschaft, Gewalt, Homophobie ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Problematische männliche Rollenbilder

29.05.2022 um 12:25
Das "dürfen" bei mir - war explizit auch darauf bezogen, dass manche Frauen ja sich erst längerfristig die Option zum (freiwilligen!) Wehrdienst erarbeitert haben - hier in Deutschland. Meist (auf der Welt überall) aber es ja kein Problem ist, wenn Männer im Krieg "verheizt" werden. (Im Angriffsfalle sind das sicher Männer - die Diktatoren - die andere Männer da verheizen ... ohne dasss Frauen in Gefahr wären. Im Verteidungsfalle nützt es aber auch den Frauen.) Da wurde früher das von Frauen auch als gegeben hingenommen.

Man selber will/wollte sich aber nur die freiwillige Option (keine Pflicht - in Deutschland zumindest nicht) offenhalten.

In total konservativen Gesellschaften (eventuell muslimisch stark geprägte Staaten) - könnte ich mir vorstellen, dass auch bei Verteidigung - wenn alle ran müssen - die Männer nicht mal den Frauen ne Waffe überlassen würden. Da wärs dann tatsächlich ein echtes "dürfen" wo die sich das Recht zur Waffe erkämpfen müssen bevor Feinde die irgendwo eindringen alles überrollen, weil die eigenen Männer nicht mehr genug zur Verteidigung.

Dass das keiner gern macht ist klar. Und dass es ohne Krieg besser wäre.


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29.05.2022 um 12:31
Es ist ja nicht so, dass die problematischen männlichen Rollenbilder des Helden und des Bösewichts nicht aktuell wären. Da sind wir ja gerade nicht weiter gekommen. Ich finds ja lächerlich. Als existierte ein Dasein ohne seine Umwelt.


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29.05.2022 um 12:48
Zitat von GerlindGerlind schrieb:Es ist ja nicht so, dass die problematischen männlichen Rollenbilder des Helden und des Bösewichts nicht aktuell wären. Da sind wir ja gerade nicht weiter gekommen. Ich finds ja lächerlich. Als existierte ein Dasein ohne seine Umwelt.
Aber in früheren Filmen war die willige und unterwürfige Gespielin des Helden deutlich öfter vertreten.
Superkitschig.
Das war gerade in der John Wayne Ära schon ein großer Unterschied zu heute.

Ich schau mir gerne alte Western an und mag auch die Rolle eines John Waynes aber die Frauen sind dort meist eher nur nervig.
Keine Klarheit im Handeln, immer nur wischiwaschi und auf ihren Helden wartend.
Aber auch die männlichen Helden waren sehr peinlich was das angeht, ich hätte die alle links liegen lassen.



Was Umwelteinflüsse angeht, spielt es auch ne große Rolle wie sehr man sich überhaupt als Teil der Gesellschaft sieht, denke ich.
Ich habe mich schon so oft im Leben komplett geändert, einfach weil ich Bock drauf hatte...
Ich war mal der ruhigste und faulste Mensch der Welt oder gehörte zumindest in die Top Listen.^^
Das wurde halt nur langweilig.


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29.05.2022 um 12:56
Zitat von YoooYooo schrieb:Aber in früheren Filmen war die willige und unterwürfige Gespielin des Helden deutlich öfter vertreten.
Superkitschig.
Ich bezog mich da nicht auf Filmrollen sondern mediale aktuelle politische Rollen zweier Akteure.
Zitat von YoooYooo schrieb:Aber auch die männlichen Helden waren sehr peinlich was das angeht, ich hätte die alle links liegen lassen.
Mediale Superhelden und Bösewichte sind eh immer etwas kitschig bis lächerlich. Sie hängen ja voneinander ab.


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29.05.2022 um 12:59
Gerlind schrieb (Beitrag gelöscht):Ich finde "Normalität" als Wert eh blöd.
Es ist halt nicht gerade sehr aussagekräftig. Was die Norm ist, ist ja überall unterschiedlich und auch dem Zeitgeist unterworfen.
Zitat von lkdwpilkdwpi schrieb:Man selber will/wollte sich aber nur die freiwillige Option (keine Pflicht - in Deutschland zumindest nicht) offenhalten.
In Deutschland gibt es momentan ohnehin keine Wehrpflicht, für niemanden.
Zitat von GerlindGerlind schrieb:Es ist ja nicht so, dass die problematischen männlichen Rollenbilder des Helden und des Bösewichts nicht aktuell wären. Da sind wir ja gerade nicht weiter gekommen. Ich finds ja lächerlich. Als existierte ein Dasein ohne seine Umwelt.
Sie haben sich aber verändert im Vergleich zu früher. Auch Bösewichte sind vielschichtig und Helden nicht durch und durch gut.


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29.05.2022 um 13:03
Gerlind schrieb (Beitrag gelöscht):Dass man, wenn man einen radikalen existentiellen Bruch nicht erfahren hat, die Möglichkeit einer völlig freien ungebildeten Selbstkonstruktion hätte, bezweifel ich.
Die Möglichkeit dazu hätte man bestimmt, nur nicht die Notwendigkeit dafür. Veränderungen sind meistens mühsam und anstrengend und wer es nicht muss, verändert sich ungern. So ist zumindest meine eigene Erfahrung.

Man muss schon einen gewissen Leidensdruck erfahren, um eine Veränderung zu wollen. Wenn beispielsweise die negativen Erfahrungen bei einem bestimmten Verhalten überwiegen.

Bei mir war das zum Beispiel bei der Pünktlichkeit so oder beim Jähzorn. Ich habe das erst verändert, als ich damit fast nur mehr negative Folgen erlangte.


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29.05.2022 um 13:22
@DalaiLotta
DalaiLotta schrieb (Beitrag gelöscht):Und wenn ich meinen "Lebenskampf", das Regulieren meiner Stärken/Kräfte, bzw. Schwächen und Hoffnungen selber auf die Kette bekomme, erhöht das den Grad meiner Freiheit. Und ich bewahre mir bis ins hohe Alter die Fähigkeit, mit Vertrauen und Neugier "Neuland" zu erobern, Wissen zu "schaffen", zu erarbeiten.

Diese "Prinzipien" würde ich gerne gesellschaftlich mehr stärken, egal, ob als Mann oder Frau,
denn dann ginge es endlich mehr ums "Mensch" sen.
Finde ich gut. Ich war wohl lange Jahre selber ein sehr statischer Mensch, der sich irgendwie immer mit allem arrangiert hatte und das immer weiter von mir selbst entfernt. Allerdings ist statisch auch ein Weg, der abwärts führt.

Und letzten Endes waren es Erfahrungen, die kaum erträglich sind, die mich erst dazu gebracht haben, aktiv mein Leben in die Hand zu nehmen.

Da kann es schon sehr gut sein, sich Hilfe von Profis zu holen.
Die haben ja neben ihrer Professionalität weitere Vorteile:
Ein Therapeut hat ja Abstand zum Klienten / Patienten und neigt daher weniger dazu, einfach nur unkritisch zuzustimmen, als es vielleicht Freunde gutgemeint tun.

In dem Zusammenhang habe ich auch gelernt, anderes in meinem Leben aktiv anzugehen. Ich nehme mir da alle paar Monate einen Punkt vor, den ich an mir ändern möchte. Man darf dabei nur nicht verkrampfen, scheiss auf den Waschbrett Bauch.

Was für mich am Wichtigsten ist: Wie gehe ich mit Dingen um, die schlimm sind und die ich nicht ändern kann: Da hilft es, wenn man versucht, die Perspektive zu wechseln. Sonst droht man zu verbittern und selbst toxisch für Andere, besonders die Liebsten zu werden.

Dabei habe ich vor allem Eines gelernt:
Das Leben findet einen Weg.


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29.05.2022 um 17:23
Es reicht langsam mit den weitschweifigen Abhandlungen, die zum Kern der Diskussion wenig gemein haben bzw. überhaupt nichts beitragen, vollkommen. Zurück zum Thema.


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29.05.2022 um 20:06
Ich habe hier ein paar Artikel, vielleicht helfen die, um mehr in die eigentliche Diskussion zu kommen:
GESCHLECHTERFORSCHUNG
:
Männlichkeit im Wandel
Viele Männer leiden unter einem traditionellen Rollenbild. Um das zu ändern, sollten sie sich mit ihrer Identität auseinandersetzen.
Quelle: https://www.spektrum.de/news/wie-sich-die-maennlichkeit-veraendert/1924129
Was bedingt diese Geschlechterdifferenz? Christian Scambor vom Verein für Männer- und Geschlechterthemen Steiermark sieht einen Zusammenhang mit gesellschaftlichen Normen und Rollenbildern – und damit, wie Jugendliche sozialisiert werden, "welche Werte und Verhaltensweise verstärkt oder abgewertet werden". Bereits im Kindes- und Jugendalter finde man(n) "keine geschlechtsneutrale Welt" vor, sie sei "mit vielen toxischen Bildern ausgestattet", erklärt der Psychologe, der unter anderem in der Gewaltarbeit tätig ist. Vorstellungen wie jene des "gewalttätigen, zornigen Mannes, der rot sieht" seien nicht angeboren, sondern würden "von unserer Kultur" vorgeschlagen und weitergegeben werden.

Positive Vorbilder fehlen
Auch Männerforscher Christoph May kritisiert die vorherrschenden Idole – neben jenen in Film und Literatur auch emotional distanzierte Elternteile. "Wir erleben Väter, die kaum Interesse für die Erziehungsarbeit aufbringen", und Söhne, die nach wie vor dazu erzogen würden, ihre Gefühle zu unterdrücken. "Von positiven, emotional integren Männerfiguren sind wir weit entfernt", beklagt May.
Quelle: https://www.derstandard.de/story/2000083736242/toxische-maennlichkeit-das-gefaehrliche-schweigen-der-maenner
Die vielen unterschiedlichen Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit, die in diesen lokalen Lernorten von Geschlecht inszeniert werden, stehen in enger Verbindung mit den gesellschaftlichen Geschlechterbildern. Das gesellschaftlich dominante Männer-bild forciert den durchsetzungsfähigen, dominanten Mann, der mit anderen Männer in Konkurrenz und Hierarchie verbunden ist. Dieses Männlichkeitsbild steht in Verbindung mit einem leitenden Frauenbild, das wesentlich beziehungsorientiert und pflegend ausgerichtet ist, aber sehr schnell sexualisiert wahrgenommen wird. Ein wichtiger Bestandteil dieser Bilder ist, dass Erwerbsarbeit den Männern und (die häufig unbezahlte) Pflegearbeit den Frauen zugeschrieben wird. Diese Bilder prägen nicht nur das Denken und Fühlen von Personen, sondern sind eingeschrieben in gesellschaftliche Strukturen. So verfestigt beispielsweise eine mangelnde Kinderbetreuung oder eine Halbtagesschule das traditionelle Bild des erwerbstätigen Mannes und der pflegenden Frau. Diese Bilder werden von keiner Person zur Gänze übernommen. Man kann als Einzelperson diese Bilder oder Aspekte dieser Bilder ablehnen, man kann sie modifizieren oder ihnen auch zustimmen. Dennoch bilden sie für alle Menschen dieser Gesellschaft Orientierungspunkte, mit der sie sich auseinandersetzen müssen. Sie geben jene Folien ab, auf denen Frauen und Männer von Frauen und Männern wahrgenommen werden. Diese Muster von Weiblichkeit oder Männlichkeit geben auch Kindern Orientierung auf ihrem Weg des Lernens, ein Mann oder eine Frau zu sein.

Auch wenn heute in den meisten Familien ein einseitig geschlechtsspezifisches Erziehen selten vorkommt, lenken erwachsene Bezugspersonen die (Geschlechts)Entwicklung der Kinder. Es sind vielmehr die Erwartungshaltungen, die das Handeln der Erwachsenen leiten. Diese Erwartungshaltungen nähren sich zumeist aus vorherrschenden Geschlechterbilder, die so weitergegeben werden. Eindrucksvoll dokumentiert haben solches Handeln die „Baby-X-Experimente“. In ihnen wurde Versuchspersonen ein und dasselbe Baby gezeigt. Es wurde jedoch einmal als Mädchen und einmal als Bub bezeichnet. Dann sollten die Versuchspersonen das Baby beschreiben. Im Glauben, ein Mädchen vor sich zu haben, wurde das Baby kleiner, zarter, empfindsamer und ängstlicher beschrieben. Als Bub wurde es gleich viel robuster und aktiver gehalten. Die Gynäkologin Mechthild Neises hat dies auch in ihrer Praxis beobachtet. „Es ist nicht unüblich“, sagt sie, „bereits Babys im Bauch bestimmte Charaktereigenschaften zuzuschreiben. Wenn ich jetzt das Geschlecht des Babys kenne, werden diese Charaktereigenschaften konkretisiert, und zwar meist nach den gängigen Rollenklischees. Auch die Stimmlage, mit der man mit dem Baby im Bauch spricht, orientiert sich daran, ob es ein >sie<, ein >er< oder eben noch ein >es< ist.“ Diese Beobachtungen machen deutlich, dass Erwachsene dazu tendieren, Säuglinge geschlechtsspezifisch wahrzunehmen. Die Wahrnehmung prägt anschließend das Handeln dieser Person mit dem Kind. Es macht beispielsweise einen gewaltigen Unterschied, ob dieses Handeln geprägt ist von der Wahrnehmung, dass das Kind klein und ängstlich oder aber robust und aktiv ist. Elleanor E. Maccoby zeigt einige Beispiele, wie Bezugspersonen auf das wahrgenommene Geschlecht reagieren: Mütter sprechen ausführlicher mit Töchtern; Buben werden stärker zu motorischer Aktivität motiviert; sehr oft erfolgt ein erzieherisches Korrigieren, wenn Kinder mit „falschem“ Spielzeug spielen; Vater-Sohn-Spiele beinhalten drei Mal so häufig ausgelassene und wilde Spiele als Mutter-Tochter-Spiele; Buben werden eher und stärker bestraft; die Mutter in Mutter-Tochter-Konstellationen thematisiert dreimal so oft Gefühle als in Mutter-Sohn Konstellationen: bei Mädchen spricht sie eher Traurigkeit, bei Burschen eher Konflikt, Wut, Rache an; unterschiedliches Verhalten findet auch bei unakzeptablem Verhalten statt: Mädchen werden eher zu Empathie und Perspektivenübernahme aufgefordert, bei Burschen kommt es schneller zu einem Machtwort.
Quelle: https://www.eltern-bildung.at/expert-inn-enstimmen/entwicklung-der-geschlechtsidentitaet-bei-kindern/

für mich wird hier ganz deutlich, dass es eben keinesfalls eine "Männersache" ist, sondern eben - wie ich schon schrieb - eine gesellschaftliche Problematik, bei der wir alle angehalten sind, unser Verhalten zu überprüfen, zu reflektieren, ob und welche Unterschiede wir machen, auf das Geschlecht bezogen.


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29.05.2022 um 20:08
Zitat von DalaiLottaDalaiLotta schrieb:So viel zu deinem "Leseverständnis".
Der Apfel steht in der Schöpfungsgeschichte an ziemlich "zentraler" Stelle. Er ist die "verbotene Frucht".
Hier geht es wohl weniger um ein mangelhaftes Leseverständnis auf meiner Seite, als vielmehr um einen unterschiedlichen Umgang mit Quellen.
Wenn du dich aufs Christentum beziehst, ist die Primärquelle die Bibel. Dort steht nichts von einem Apfel.
(kannst du hier nachlesen
https://www.uibk.ac.at/theol/leseraum/bibel/gen3.html)

Zudem empfinde ich nun gerade die Schöpfungsgeschichte weniger passend zur Diskussion zu toxischer Männlichkeit, da das Männerbild, das in jener Geschichte gezeigt wird, gerade nicht toxische Männlichkeit zeigt.
Natürlich ist die Geschichte eine zutiefst patriarchale Narration, aber nicht alles, was patriarchal ist, ist auch Ausdruck toxischer Männlichkeit, wie ich sie verstehe.

Das hier ist für mich Ausdruck toxischer Männlichkeit
Der zitierte Beitrag von Maria78 wurde gelöscht. Begründung: wollte mal schauen, wohin sich das entwickelt, leider auch nur ins Off-Topic, Wehrpflicht ist hier nicht das Thema und der Vergleich zur akutellen Kriegssituationen ohnehin unpassend
Die Ursachen dafür sind sicherlich vielschichtig und auch das Christentum spielt eine entscheidene Rolle bei der Aufrechterhaltung patriarchaler Strukturen, die toxische Männlichkeit erst ermöglichen.
Die Bibel hält aber, glaube ich, andere Geschichten bereit, die toxische Männlichkeit besser illustrieren.
Zitat von YoooYooo schrieb:Ich schau mir gerne alte Western an und mag auch die Rolle eines John Waynes aber die Frauen sind dort meist eher nur nervig.
Keine Klarheit im Handeln, immer nur wischiwaschi und auf ihren Helden wartend.
Und die Drehbücher zu diesen Filmen sind mit ziemlicher Sicherheit von Männern geschrieben, die damit ihr Frauenbild reproduzierten.


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29.05.2022 um 21:19
Zitat von lkdwpilkdwpi schrieb:Meist (auf der Welt überall) aber es ja kein Problem ist, wenn Männer im Krieg "verheizt" werden. (Im Angriffsfalle sind das sicher Männer - die Diktatoren - die andere Männer da verheizen ... ohne dasss Frauen in Gefahr wären.
Frauen sind in Kriegssituationen (in Kriegen, die übrigens zumeist von toxischen Männern angezettelt wurden-siehe Russland), auch wenn sie nicht als Soldatinnen kämpfen, ebenfalls in Gefahr. Sie werden verschleppt, vergewaltigt, ermordet. Bitte hier nicht so eine schwurbelige Verharmlosung reinbringen, als ob Frauen in Kriegen keiner Gefahr ausgesetzt seien.


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29.05.2022 um 21:56
Zitat von DalaiLottaDalaiLotta schrieb:(Wenn wir das durchdeklinieren dürfte als Pendant zu "männlich toxisch = Angriff" das "weibliche Gift" aus Verteidigung bestehen. Dürfen sie aber ja nicht. Klassisch ist ja die Sache mit dem Apfel für den Teil zuständig. Schlanginnen. Wenn der Faden schon umbenannt wurde, möchte ich das mal erwähnt haben.)
(Ich hoffe, das fällt jetzt nicht wieder unter o.t., obwohl deswegen angefragt wurde und es sich auf den Titel bezieht.)
Zitat von fischersfritzifischersfritzi schrieb:da das Männerbild, das in jener Geschichte gezeigt wird, gerade nicht toxische Männlichkeit zeigt.
Aus dem Sündenfall kam das Bild her, die Frau (das Weib) sei schuldig. Verführer- und betrügerisch, wie Schlangen.
Und, entschuldige, @fischersfritzi den eigenwilligen Umgang mit der Quelle geb ich zu.
Ich hab den auf allen Bildern vom "Sündenfall" gesehen, den Apfel, kann ich zu meiner Entschuldigung anbringen, aber du hast Recht, es ist nur "Frucht".
Da sah die Frau, dass es köstlich wäre, von dem Baum zu essen, dass der Baum eine Augenweide war und dazu verlockte, klug zu werden. Sie nahm von seinen Früchten und aß; sie gab auch ihrem Mann, der bei ihr war, und auch er aß.
Gen 3,7 Da gingen beiden die Augen auf und sie erkannten, dass sie nackt waren.
Quelle: dein link oben.
Zitat von fischersfritzifischersfritzi schrieb:Natürlich ist die Geschichte eine zutiefst patriarchale Narration, aber nicht alles, was patriarchal ist, ist auch Ausdruck toxischer Männlichkeit, wie ich sie verstehe.
Da hast du natürlich auch Recht.
Es war nur ein Hinweis, weil "das betrügerische Weib", (rsp. Nacktheit) das Ergebnis der "Erkenntnis" war. Nicht "Klugheit".

Seit damals haben wir "zu entscheiden", das ist/war lange der Mythos unserer Handlungsfähigkeit.
Wer darf was, wer kann was. (Das ist ja immer noch Thema, siehe die langen links oben.)
Der "Sündenfall" ist zwar nicht inhaltlich von Belang, aber bildet ja den Hintergrund.

Inzwischen sind wir bei "toxischer" Männlichkeit angelangt.
Ich hatte versucht, herauszuarbeiten, was "toxisch" sei, was wirkt, und bin auch bei "Betrug" (von Vertrauen) angelangt.

Von falschen Vorbildern zu "fehlenden Vorbildern" - ja, so kann man es auch subsummieren.
Aber so weit war ich als "Kriegsenkel" eigentlich schon länger; vielleicht erklärt das meine etwas abstraktere Sicht.
Man kann Kindern Vorbilder ja nicht auf Dauer vorenthalten, darüber sinne ich nach.

Und wir sind nun mal auch mit dieser blöden Erkenntnisfähigkeit gesegnet, ob wir wollen oder nicht damit umgehen können.


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29.05.2022 um 22:39
@DalaiLotta
mal was zu Sünde und Geschlecht:
Frauen werden häufig als Verführerinnen und Verantwortliche für das Böse in der Welt gekennzeichnet. Auch christliche Traditionslinien wählten die Erzählung vom „Sündenfall“, um daraus die Lehre von der „Erbsünde“ zu entwickeln. Es zeigt sich jedoch, dass dieses in den Bibeltexten so nicht einmal vorkommt.
Quelle: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/197973/erfindungen-von-suende-und-geschlecht/


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29.05.2022 um 22:46
Oh, Dankeschön @Tussinelda ist mir für heute Abend zu lang, werde ich aber sicher lesen.
Wundert mich jetzt auch nicht wirklich.

(Ich komm ja immer noch nicht drüber weg, dass ich so viele Bilder mit Apfel - und Feigenblatt! gesehen hab, ohne zu merken,
dass das wirklich kein Blatt von einem Apfelbaum ist. Und plötzlich seh ich es "rückwirkend".)
Muss ich auch erst verdauen.


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29.05.2022 um 23:27
Zitat von DalaiLottaDalaiLotta schrieb:(Ich komm ja immer noch nicht drüber weg, dass ich so viele Bilder mit Apfel - und Feigenblatt! gesehen hab, ohne zu merken,
dass das wirklich kein Blatt von einem Apfelbaum ist. Und plötzlich seh ich es "rückwirkend".)
Muss ich auch erst verdauen.
es ist auch sicher einfacher, wenn wir in der Diskussion nicht zu weit zurück gehen, denn ändern lässt sich die Vergangenheit eh nicht. Wir sollten also das Hier und Jetzt nehmen und wie man hier und jetzt Männlichkeit definiert, aber vor allem, wie man erreicht, dass sich Männlichkeit gesünder und ohne toxische Einschläge definieren und gesellschaftlich umsetzen lässt.


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31.05.2022 um 10:48
@DalaiLotta

Die Nummer mit Adam und Eva ist in der Tat recht komplex. Nicht nur, dass nie von einem Apfel die Rede ist, es ist genau genommen nicht mal von einer Schlange die Rede, sondern von einem Tier.

Die Schlange mit ihrer offensichtlich phallischen Symbolik ist ja auch nur add-on. Das wird nur aus dem 'auf dem Boden kriechen' abgeleietet, was ja auch auf Schleichen oder Schnecken oder Plattfische zutreffen würde. Allerdings ist eine Heimbänderschnecke der Versuchung ja auch irgendwie eine schwache Symbolik.

Und ganz nebenbei ist es ja auch schüppenblöde, zu glauben, alle Menschen würden von Adam und Eva abstammen, die 2 Kinder hatten, beides Jungs. Fällt das eigentlich niemandem auf?


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31.05.2022 um 11:24
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Die Nummer mit Adam und Eva ist in der Tat recht komplex. Nicht nur, dass nie von einem Apfel die Rede ist, es ist genau genommen nicht mal von einer Schlange die Rede, sondern von einem Tier.
Da sprach die Frau zu der Schlange: Wir essen von den Früchten der Bäume im Garten;
aber von den Früchten des Baumes mitten im Garten hat Gott gesagt: Esset nicht davon, rühret sie auch nicht an, dass ihr nicht sterbet!
Da sprach die Schlange zur Frau: Ihr werdet keineswegs des Todes sterben,
sondern Gott weiß: an dem Tage, da ihr davon esst, werden eure Augen aufgetan, und ihr werdet sein wie Gott und wissen, was gut und böse ist.
https://www.die-bibel.de/bibeln/online-bibeln/lesen/LU84/GEN.3/1.-Mose-3

Apfel gleich Frucht...
Und die Frau sah, dass von dem Baum gut zu essen wäre und dass er eine Lust für die Augen wäre und verlockend, weil er klug machte. Und sie nahm von der Frucht und aß und gab ihrem Mann, der bei ihr war, auch davon und er aß. Da wurden ihnen beiden die Augen aufgetan und sie wurden gewahr, dass sie nackt waren, und flochten Feigenblätter zusammen und machten sich Schurze.
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb:Fällt das eigentlich niemandem auf?
Man kann es ja auch so interpretieren, dass Eva die Eier hatte den scheiß Apfel zu fressen und nicht auf das Gequatsche hörte, also voranging in Sachen Aufklärung und besseres Leben.


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31.05.2022 um 11:52
@sacredheart da hab ich auch schnell in die "Quelle" geschaut und
Die Schlange war schlauer als alle Tiere des Feldes,
(Quelle: der link von @fischersfritzi ) gefunden, ich lehne entschieden ab, so was als
Zitat von sacredheartsacredheart schrieb: offensichtlich phallische Symbolik
zu betrachten - wir wissen zwar, dass Männer so funktionieren - allein, das taugt ja nicht als "Lösung".

Nene, da war in dem link von @Tussinelda mehr zu holen:
Die speziell abwertende Interpretation der Evagestalt in der hellenistischen Zeit wurde vermutlich auch durch die griechische Sage der Pandora beeinflusst, in der diese aus ihrer Büchse heraus das Übel auf die Menschen losließ.
Quelle: https://www.bpb.de/shop/zeitschriften/apuz/197973/erfindungen-von-suende-und-geschlecht/

Es sind beides Mythen, die eine Erklärung für den "Umgang mit Verstand" (die Fähigkeit, zu "Erkennen"), geben.

Pandora wird geschaffen, um die Menschen dafür zu strafen, von Prometheus "das Feuer" (ebenfalls ein Symbol für "Verstand", bzw. "Handlungsfähigkeit") bekommen zu haben. (link)
(Übrigens auch aus Lehm. Woraus die "Büchse" (offensichtlich kein "Phallussymbol"...) geschaffen wurde, ist nicht überliefert.)
Zitat von MokaEftiMokaEfti schrieb:Man kann es ja auch so interpretieren, dass Eva die Eier hatte den scheiß Apfel zu fressen und nicht auf das Gequatsche hörte, also voranging in Sachen Aufklärung und besseres Leben.
Genau. "Habe den Mut...." deine eigenen Lügen zu enttarnen; das Bild, das du dir von der Welt machst, zu reflektieren.

Und das löst dann auch das Problem mit den "Rollenbildern" - die beiden Hirnhälften arbeiten bis zum 4ten Lebensjahr noch "zusammen", die Brücke (Pons) bildet ihre Strukturen erst danach aus.
Kindergartenkindern eine "Hälfte" der Welt anzubieten ist nicht das Problem.
Die "Aufgabe" sollte darin bestehen, ihnen die "spätere Wahl" zu ermöglichen.
Statt den Eltern weiter ein "schlechtes Gewissen" als Königsweg zu suggerieren.

(Ich könnte jetzt noch ein wenig über "Jesus" als gutes und "Narziss" als schlechtes "männliches Rollenbild" referieren - bin aber unsicher, ob das als "o.t." gesehen wird. Im Kontext von "der Fähigkeit, Liebe und Erkenntnis unter einen Hut zu bringen".
In den Nebenrollen: Maria Magdalena und Echo.)

Es geht um "Eigenschaften" - nicht um Wertung bei der Sache. In meinen Augen.


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31.05.2022 um 11:59
Aber um mal vom AT in die Gegenwart zu gelangen, selbst wenn religiöse Bezüge eine Rolle spielen:

Problematische Rollenbilder zeigen sich ja deutlich am Verhalten gegenüber dem jeweils anderen Geschlecht.

Die Verantwortung an jeder Art übergriffigen Verhaltens sehe ich zu 100% beim Täter, nicht einfach pauschal bei der Hälfte der Menschheit. Dennoch hat ja die Idee, übergriffiges Verhalten könne in Ordnung sein, eine Geschichte, die hat viel mit Rollenbildern zu tun.

Und damit sind wir zurück bei den großen monotheistischen Religionen:

Hier findet sich seltsamerweise oft die Frau in der Pflicht, dass der Mann nicht übergriffig wird.

Immerhin sollte Maria Magdalene gesteinigt werden, nicht die Wemser, die für ihre Dienste angeblich bezahlt hatten.

Dem Mann wird da oft die Rolle des Menschen zugewiesen, der seiner Triebe nicht Herr werden kann. Das scheint auch soweit in Ordnung zu gehen. Du sollst zwar nicht begehren Deines nächsten Weib, da geht es aber nicht um Anstand, sondern um Besitzdenken. Demnach gilt das ja für eine Frau ohne Herrchen nicht. Die ist alleine dafür verantwortlich, dass der Herr, ausgeliefert seinen Trieben, sich im Zaum halten kann. Dafür soll sie sittsam gekleidet sein, nicht breitbeinig sitzen, sich tugendhaft verhalten, den Blick nach unten wenden etc.

Das findet sich ja nicht nur im Christentum, im als fundamentalistisch beschönigten Vulgärislam muss sich die Frau gleich völlig verhüllen. Wenn sie einmal Sex hatte, ist sie kaum noch etwas wert.

Irgendwie sind beide Rollenbilder alles andere als schmeichelhaft:

Der Mann, seinen Trieben erlegen, erscheint doch wenig Impulskontrolle zu haben.
Die Frau, selbigen Trieben ausgeliefert, muss ein umfangreiches Vermeidungsverhalten aufzeigen, um ungeschoren davonzukommen.

Von diesem notdürftig als Religion getarnten Unfug ist leider in gesellschaftlichen Rollen noch viel erhalten.


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31.05.2022 um 12:04
Das hast du sehr schön beschrieben finde ich, volle Zustimmung.
Und "die Lösung" ist ja schon da: Aufklärung.

Sowohl in geistiger, als auch in körperlicher Hinsicht, will mir scheinen.
Kant und Doktor Sommer (hieß der so? Aus der Bravo.)


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