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Vermisst ihr Dinge aus der "guten alten Zeit"?

2.404 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Menschen, Erinnerungen, Früher ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Vermisst ihr Dinge aus der "guten alten Zeit"?

gestern um 14:02
Zitat von martenotmartenot schrieb:Diese Generation (zu der ich auch gehöre) wirkt auf mich ehrlich gesagt besonders zurückgezogen. Ich weiß nicht, ob es nur an den Smartphones liegt, aber ich erlebe bei der großen Mehrheit meiner Altersgenossen einen starken Rückzug aufs eigene Sofa, wo man sich möglichst nicht mehr wegbewegt.
Ich denke, es hat viel damit zu tun, dass man spätestens mit Mitte 50 das Älterwerden doch schon merklich spürt und dadurch mehr oder weniger bewusst in eine Art innerlichen Energiesparmodus wechselt. Man hat zudem schon vieles erlebt und gesehen und das Leben bietet immer seltener neue Reize und Impulse, die einen vom Sofa runterholen. Es gibt natürlich auch Ausnahmen, die noch richtig unternehmungslustig sind, aber die Regel ist es auch nach meiner Beobachtung nicht unbedingt.
Und wie Du richtig geschrieben hast, wird es einem durch die moderne Technik und virtuelle Welt auch sehr leicht gemacht, sich immer mehr in die heimischen vier Wände zurückzuziehen, ohne sich aber dort zu langweilen.
Bei Leuten mit Familie wie @Groucho würde ich die Hauptursache aber auch eher darin sehen, dass die alltägliche To-Do-Liste bereits so viel vom Tag abzwackt, dass da am Ende einfach die Kapazitäten fehlen, um sich nebenbei noch um ein ganzes Adressbuch voll mit Freund- und Bekanntschaften engagiert zu kümmern.


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Vermisst ihr Dinge aus der "guten alten Zeit"?

gestern um 14:08
@martenot
So schade :( Bin auch Stadtbücherei-Fan und nutz(t)e neben Büchern auch immer andere ausleihbare Medien, gerne auch CDs, DVDs (Videos) und (so in manchen Ländern üblich) dort auch ausleihbares Hobbyzubehör.
Zitat von ReinekeReineke schrieb:Ich bin bei nahezu allen Bekannten stets auf dem Laufenden... wer hat ein Haus gekauft, Kind bekommen, eine Weltreise gemacht etc.
Schade, wenn das in einem Umfeld nur noch zum Statusbericht mit Tendenz, fotogen präsent sein zu wollen verkommt (so liest es sich deine Beschreibung nach). Oder wird sich immerhin über das Thema auch unterhalten, auch so dass es nicht nur "nach Geld riecht"?

(Ein Smartphone nutze ich persönlich kaum, und social media nicht. Mein Handy ist ein (altes Prepaid-)Smartphone, weil ich u.a.für die Arbeit die Funktionalität für 2FA, Navigation und bedarfsweise Installation von Apps für Technikprojekte benötige und ein reines Tastentelefon mit nur Anruffunktion dafür nicht ausreicht, ist aber primär als Notfallhandy gedacht und ist of wochenlang ausgeschaltet. Elektronische Kommunikation die nicht zwingend unterwegs stattfinden muss findet vom PC aus statt. In Bus, Bahn und Flugzeug sowie an Bahnhöfen und Flughäfen sieht man mich noch ganz altmodisch aus dem Fenster schauen oder ein Buch (gedruckt, kein e-Reader) lesen. Umfang meiner elektronischen Kommunikation: Nutzung von wenigen Foren wie diesem (auch um etwas mehr die deutsche Sprache nutzen zu können) und einem Nischenhobbyforum, ansonsten Kommunikation via e-Mail mit einem kleinen privaten Umfeld das durch Umzug weiter weg ist - allesamt am PC. Keine "Wink-mit-dem-Zaunpfahl-neidisch-mach"-Fotos oder Statusmeldungen sondern Austausch über Alltag, Hobbies, gemeinsame Interessen.)


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Vermisst ihr Dinge aus der "guten alten Zeit"?

gestern um 14:09
Zitat von epilogepilog schrieb:Ja, ich fürchte auch, dass analoges Lesen komplett abgeschafft werden soll.
Ich denke, es wird nicht absichtlich abgeschafft, aber das Interesse seitens offizieller Einrichtungen scheint zu erlahmen. Auch unsere Stadtregierung scheint sich nur noch wenig für Büchereien erwärmen zu können, sonst würde man es nicht einfach hinnehmen, dass sie immer stärker abgebaut und reduziert (z.B. Öffnungszeiten) werden sollen.
Zitat von ReinekeReineke schrieb:Es gibt natürlich auch Ausnahmen, die noch richtig unternehmungslustig sind, aber die Regel ist es auch nach meiner Beobachtung nicht unbedingt.
Ich denke, ich gehöre zu den Ausnahmen, aber aus meiner Sicht ergibt sich eben das Problem, dass sich immer weniger gleichaltrige Kontaktpersonen finden lassen, die mitmachen wollen. Jedenfalls erlebe ich häufig ein desinteressiertes Abwinken im Sinne von "wird mir zu viel, ich bleibe daheim".

Oder, wenn sich mal was ergibt, werden die Leute schnell müde und wollen nach Hause. Neulich hatte ich mal wieder ein Treffen mit einer kleinen Gruppe in einer Gaststätte, und schon um 20 Uhr hieß es "Lasst uns gehen, wir sind müde". Der Abend endete aus meiner Sicht ziemlich frühzeitig und abrupt.


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Vermisst ihr Dinge aus der "guten alten Zeit"?

gestern um 14:12
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:So schade
Finde ich auch. Mir fällt auf, dass man auch nur noch wenig Verständnis bekommt, wenn man diese Entwicklung kritisiert. Häufig heißt es, das wäre eben der Lauf der Zeit, man müsse das akzeptieren, und Leute wie ich würden "dem Alten" hinterher trauern.

Naja, ich finde halt, dass Bücher eine jahrhundertealte kulturelle Erfindung sind, und bei sowas ist es schon schade, wenn es unterzugehen und bedeutungslos zu werden droht.


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Vermisst ihr Dinge aus der "guten alten Zeit"?

gestern um 18:04
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Schade, wenn das in einem Umfeld nur noch zum Statusbericht mit Tendenz, fotogen präsent sein zu wollen verkommt (so liest es sich deine Beschreibung nach). Oder wird sich immerhin über das Thema auch unterhalten, auch so dass es nicht nur "nach Geld riecht"?
Es wird sich - offen gesagt - so gut wie gar nicht mehr persönlich unterhalten. Man stellt Dinge online zur Schau, reagiert auf die Interaktionen der jeweils Anderen bei WhatsApp (die Tochter von "Freunden" saß diese Woche zum ersten Mal allein auf einem Pferd, sowas spektakuläres muss natürlich direkt in den WhatsApp-Status) bzw. Social Media, schreibt mal kurz hin und her ("Alles gut bei euch?" - "Jo jo, passt schon soweit. Und selbst?") und dann war es das auch wieder für längere Zeit. Vorschläge für persönliche Wiedersehen mache ich bei manchen Leuten schon gar nicht mehr.

Was ich noch vermisse, ist die Bundesliga der 80er & 90er-Jahre. Dieses Aalglatte, Technokratische, Monetäre und Inflationäre, was der Fussball heute an sich hat und wo am Ende doch wieder die Bayern Meister werden, spricht mich persönlich so gut wie gar nicht mehr an. Ich kann da nicht mehr mitfiebern, selbst bei Länderspielen nicht. Mir war auch das WM-Aus gegen Paraguay ziemlich gleichgültig. Verglichen mit der WM 2006 ein himmelweiter Unterschied. Irgendwie schade.


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Vermisst ihr Dinge aus der "guten alten Zeit"?

gestern um 18:11
Zitat von ReinekeReineke schrieb:Bei Leuten mit Familie wie @Groucho würde ich die Hauptursache aber auch eher darin sehen, dass die alltägliche To-Do-Liste bereits so viel vom Tag abzwackt, dass da am Ende einfach die Kapazitäten fehlen, um sich nebenbei noch um ein ganzes Adressbuch voll mit Freund- und Bekanntschaften engagiert zu kümmern.
Das trifft auf jeden Fall auf die ersten Jahre zu.
Hinzu kommt bei mir, dass sich meine guten Freunde über die Republik verteilt haben.
Da kann man sich dann auch nicht jede Woche auf ein Bier treffen.
Und irgendwie habe ich mich dann auch der Kneipenszene entwöhnt.
In meinem Zwanzigern habe ich wirklich jedes Gelage mitgenommen, aber aus dem Alter bin ich raus.

Also für mich kann ich sagen, dass meine deutlich geringere soziale Aktivität zu 100% mit meinem Alter und Lebensweg zu tun haben und 0% mit Smartphones


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Vermisst ihr Dinge aus der "guten alten Zeit"?

gestern um 18:48
Zitat von martenotmartenot schrieb:Naja, ich finde halt, dass Bücher eine jahrhundertealte kulturelle Erfindung sind, und bei sowas ist es schon schade, wenn es unterzugehen und bedeutungslos zu werden droht.
Das, und Bibliotheken können m.E. auch zusätzlich viel anderes bieten.
So z.B. in den USA gesehen:
Zusätzlich zur Ausleihe von Bücher auch die Ausleihe von:
- Zeitungen und Zeitschriften (aktuelle Ausgabe teils nur vor Ort lesbar)
- CDs, DVDs (Filme inkl. aktuelle Spielfilme), Computerspielen
- Gesellschaftsspielen, Spielzeug
- Hobbygerätschaften, Werkzeugen

Zudem:
- Benutzung von Computer, Drucker, Scanner
- an manchen Standorten: Benutzung von 3D-Drucker, Nähmaschine und teureren Werkzeugen vor Ort
- kostenloses Kinder-/Jugendprogramm, v.a. in den Ferien, um Kinder ans Lesen, aber auch an Handarbeiten, Werken, Gärtnern heranzuführen (kurze oft nur einstündige Veranstaltungen)
- an manchen Standorten kleine Extras wie: "Ausleihe" von Pflanzensamen (man bekommt kleine Tütchen mit 2 - 10 Samen; falls die Pflanzen wachsen, bitte das Ausreifen der Samen abwarten und zum Ende des Jahres Samen zurückbringen), Tauschkiste für Bücher, Handarbeitsmaterial, Schreibwaren (durch Mitarbeiter und Bibliotheksnutzer gefüllt, die Sachen sind zum Verschenken)

Die Stadtbibliothek hier habe ich mir noch nicht näher angesehen, da nur Literatur auf Spanisch verfügbar ist und mein Spanisch schlichtweg nicht ausreicht um einen Roman zu lesen (Sachbücher kann ich teils langsam lesen sofern ich mit der Materie vertraut bin, z.B.: ich lese mir zu einem lange betriebenen Interesse/Hobby ein Einsteigerbuch auf Spanisch durch, würde aber innerhalb der Ausleihzeit niemals ein komplettes Buch schaffen; mein Sprachniveau im Spanischen ist B1, mit Vorbereitung auf ein Thema B2). Anfang 2027 wenn ich länger frei habe werde ich mich aber anmelden und mindestens ein Buch ausleihen das innerhalb meiner Spanischkenntnisse bzw. leicht darüber liegen dürfte.
Zitat von ReinekeReineke schrieb:Es wird sich - offen gesagt - so gut wie gar nicht mehr persönlich unterhalten. Man stellt Dinge online zur Schau
Das hatte ich vermutet. Ich find's nicht schlimm wenn jemand meinetwegen erwähnt ein Kind bekommen zu haben, umgezogen zu sein, gebaut etc. - aber wenn das nur so als Semiprofi-Foto daherkommt und keine Interaktion drumherum, kann ich auf den Kontakt auch verzichten (und das meine ich nicht böse) weil man wohl nicht viel gemeinsam hat. (Mit Freunden geht die Interaktion derart: Klar wird der Familienzuwachs erwähnt, aber auch viele andere Themen sind da, und weiteres um Familienzuwachs, Haus, wo man im Urlaub war... dreht sich eher um Interessen die jemand hat, z.B. eine konkrete Frage zu etwas zu dem jemand eine Idee haben könnte. Ohne dass da etwas statussymbolmäßig dargestellt wird.)
Zitat von ReinekeReineke schrieb:, reagiert auf die Interaktionen der jeweils Anderen bei WhatsApp (die Tochter von "Freunden" saß diese Woche zum ersten Mal allein auf einem Pferd, sowas spektakuläres muss natürlich direkt in den WhatsApp-Status) bzw. Social Media, schreibt mal kurz hin und her ("Alles gut bei euch?" - "Jo jo, passt schon soweit. Und selbst?") und dann war es das auch wieder für längere Zeit. Vorschläge für persönliche Wiedersehen mache ich bei manchen Leuten schon gar nicht mehr.
Nachvollziehbar, das vermutete ich. Damit kann ich weder off- noch online etwas anfangen.
WhatsApp inkl. Social Media nutze ich nicht. Bzw.: Wir haben seit einiger Zeit WhatsApp auf einem Alt-Handy installiert, da man hier in Chile dummerweise diverse Unternehmen (!) nur so erreicht. Wenn wieder mal so ein Fall auftritt nicht darauf verzichten zu können genau dieses Unternehmen zu kontaktieren (Handwerkertermin, vermisstes Päckchen aufspüren...), wird das rausgeholt.
Zitat von GrouchoGroucho schrieb:Also für mich kann ich sagen, dass meine deutlich geringere soziale Aktivität zu 100% mit meinem Alter und Lebensweg zu tun haben und 0% mit Smartphones
Meine sind zwar nicht weniger geworden, waren aber immer wenige und wenn dann überwiegend enge Freunde (die zwar auch mal als Bekannte angefangen haben, aber dann teilt es sich meist auf: entweder es reicht für eine Freundschaft, oder die Wege trennen sich, was auch okay ist). Typische Anzahl Freunde: ein bis zwei, dann mein Partner, Anteil der Verwandtschaft mit der sich mich gut verstehe.
Warum früher auch nicht mehr: introvertiert, autistisch, mag Umfelder in denen viele Leute gleichzeitig sind und es tendenziell laut und "feucht-fröhlich" wird nicht. War z.B. bei keiner Studentenparty (und das ist okay, keine Reue).


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