martenot schrieb:Naja, ich finde halt, dass Bücher eine jahrhundertealte kulturelle Erfindung sind, und bei sowas ist es schon schade, wenn es unterzugehen und bedeutungslos zu werden droht.
Das, und Bibliotheken können m.E. auch zusätzlich viel anderes bieten.
So z.B. in den USA gesehen:
Zusätzlich zur Ausleihe von Bücher auch die Ausleihe von:
- Zeitungen und Zeitschriften (aktuelle Ausgabe teils nur vor Ort lesbar)
- CDs, DVDs (Filme inkl. aktuelle Spielfilme), Computerspielen
- Gesellschaftsspielen, Spielzeug
- Hobbygerätschaften, Werkzeugen
Zudem:
- Benutzung von Computer, Drucker, Scanner
- an manchen Standorten: Benutzung von 3D-Drucker, Nähmaschine und teureren Werkzeugen vor Ort
- kostenloses Kinder-/Jugendprogramm, v.a. in den Ferien, um Kinder ans Lesen, aber auch an Handarbeiten, Werken, Gärtnern heranzuführen (kurze oft nur einstündige Veranstaltungen)
- an manchen Standorten kleine Extras wie: "Ausleihe" von Pflanzensamen (man bekommt kleine Tütchen mit 2 - 10 Samen; falls die Pflanzen wachsen, bitte das Ausreifen der Samen abwarten und zum Ende des Jahres Samen zurückbringen), Tauschkiste für Bücher, Handarbeitsmaterial, Schreibwaren (durch Mitarbeiter und Bibliotheksnutzer gefüllt, die Sachen sind zum Verschenken)
Die Stadtbibliothek hier habe ich mir noch nicht näher angesehen, da nur Literatur auf Spanisch verfügbar ist und mein Spanisch schlichtweg nicht ausreicht um einen Roman zu lesen (Sachbücher kann ich teils langsam lesen sofern ich mit der Materie vertraut bin, z.B.: ich lese mir zu einem lange betriebenen Interesse/Hobby ein Einsteigerbuch auf Spanisch durch, würde aber innerhalb der Ausleihzeit niemals ein komplettes Buch schaffen; mein Sprachniveau im Spanischen ist B1, mit Vorbereitung auf ein Thema B2). Anfang 2027 wenn ich länger frei habe werde ich mich aber anmelden und mindestens ein Buch ausleihen das innerhalb meiner Spanischkenntnisse bzw. leicht darüber liegen dürfte.
Reineke schrieb:Es wird sich - offen gesagt - so gut wie gar nicht mehr persönlich unterhalten. Man stellt Dinge online zur Schau
Das hatte ich vermutet. Ich find's nicht schlimm wenn jemand meinetwegen erwähnt ein Kind bekommen zu haben, umgezogen zu sein, gebaut etc. - aber wenn das nur so als Semiprofi-Foto daherkommt und keine Interaktion drumherum, kann ich auf den Kontakt auch verzichten (und das meine ich nicht böse) weil man wohl nicht viel gemeinsam hat. (Mit Freunden geht die Interaktion derart: Klar wird der Familienzuwachs erwähnt, aber auch viele andere Themen sind da, und weiteres um Familienzuwachs, Haus, wo man im Urlaub war... dreht sich eher um Interessen die jemand hat, z.B. eine konkrete Frage zu etwas zu dem jemand eine Idee haben könnte. Ohne dass da etwas statussymbolmäßig dargestellt wird.)
Reineke schrieb:, reagiert auf die Interaktionen der jeweils Anderen bei WhatsApp (die Tochter von "Freunden" saß diese Woche zum ersten Mal allein auf einem Pferd, sowas spektakuläres muss natürlich direkt in den WhatsApp-Status) bzw. Social Media, schreibt mal kurz hin und her ("Alles gut bei euch?" - "Jo jo, passt schon soweit. Und selbst?") und dann war es das auch wieder für längere Zeit. Vorschläge für persönliche Wiedersehen mache ich bei manchen Leuten schon gar nicht mehr.
Nachvollziehbar, das vermutete ich. Damit kann ich weder off- noch online etwas anfangen.
WhatsApp inkl. Social Media nutze ich nicht. Bzw.: Wir haben seit einiger Zeit WhatsApp auf einem Alt-Handy installiert, da man hier in Chile dummerweise diverse Unternehmen (!) nur so erreicht. Wenn wieder mal so ein Fall auftritt nicht darauf verzichten zu können genau dieses Unternehmen zu kontaktieren (Handwerkertermin, vermisstes Päckchen aufspüren...), wird das rausgeholt.
Groucho schrieb:Also für mich kann ich sagen, dass meine deutlich geringere soziale Aktivität zu 100% mit meinem Alter und Lebensweg zu tun haben und 0% mit Smartphones
Meine sind zwar nicht weniger geworden, waren aber immer wenige und wenn dann überwiegend enge Freunde (die zwar auch mal als Bekannte angefangen haben, aber dann teilt es sich meist auf: entweder es reicht für eine Freundschaft, oder die Wege trennen sich, was auch okay ist). Typische Anzahl Freunde: ein bis zwei, dann mein Partner, Anteil der Verwandtschaft mit der sich mich gut verstehe.
Warum früher auch nicht mehr: introvertiert, autistisch, mag Umfelder in denen viele Leute gleichzeitig sind und es tendenziell laut und "feucht-fröhlich" wird nicht. War z.B. bei keiner Studentenparty (und das ist okay, keine Reue).