sacredheart schrieb:Im Prinzip müsste man notorische Feierer bei einem Amtsarzt vorstellen lassen, die aber auch nicht gerade auf solche Fälle warten.
Der kann am Ende auch nicht ausschließen, das jemand Kopfschmerzen hat. Er kann höchstens bestimmte Diagnosen ausschließen.
sacredheart schrieb:Auch ein sorgfältiger Arzt kann dem Patienten ja gar nicht nachweisen, dass er keine Kopfschmerzen, keine Bauchschmerzen, keine Rückenschmerzen hat.
Es ist doch auch eine Frage der Verhältnismäßigkeit. Wenn wir die Blaumacher mit medizinischer Evidenz aussortieren wollen, bedeutet das am Ende eine komplexe und aufwendige Diagnostik (und selbst die kommt nicht immer zu einem klaren Ergebnis). Kopfschmerzen? CT, MRT, Laborwerte, psychiatrische Untersuchung (Somatisierungsstörung) ect. pp.
Und selbst bei einer "Erkältung" brauchst schon mal ein breit angelegte Untersuchung auf Dutzende Bakterien und Viren.
Das kostet die Krankenkassen und damit die Allgemeinheit am Ende mehr, deutlich mehr, als eine AU.
PrivateEye schrieb:Stimmt, aber eben dieses Klientel führt dieses Verhalten auch nach einem Arbeitsplatzwechsel fort und erklärt gerne solche Gegenmaßnahmen als Mobbing und Grund für Depressionen etc. , die dann natürlich in eine "berechtigten" AU münden (können)...
Es gibt mit Sicherheit irgendwelche asozialen Menschen, die das System ausnutzen. Nur siehst du das von außen eben nicht und man kann sich am Ende auch sehr schnell täuschen.
Ein Beispiel aus der Realität: ich hatte mal mit einem Gartenbauer zu tun, der nach einer schweren Krebserkrankung so schnell wie möglich zurück in den Job wollte. Er hat mit seiner schweren Erkrankung nicht hausiert und sie auch dem AG nicht mitgeteilt, weil er kein Mitleid wollte. War aber eben leider deutlich häufiger von Infekten betroffen und hatte dazu noch von rheumatischen Schmerzen schubweise.
Seine Kollegen haben sich auch das Maul zerrissen über den "Blaumacher" am Ende kann man aber eigentlich nur den Hut ziehen, dass er alles unternommen hat um wieder zu arbeiten. Klar, er hätte das offen kommunizieren sollen, wäre vermutl. klüger gewesen.
Aber man steckt eben nicht drin. Ich glaube der Teil der wirklich asozialen Systemausnutzer ist verschwindend gering, irgendwas im Promillebereich (der Krankschreibungen).