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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

354 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Telefon, Arzt, Krankschreibung ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Telefonische Krankschreibung: pro und contra

28.01.2026 um 14:54
@cejar

116117 bietet auch eine Terminvermittlung an für Termine mit sogenanntem Vermittlungscode, der einen zügigen Termin, aber keinen Notfalltermin bedeutet.

Dasselbe bietet auch die Terminvermittlungsstelle der KK an.

Ansonsten verbindet die 116117 mit den Disponenten des Notdienstes der Niedergelassenen Ärzte. Da kann man entweder in eine Notfallpraxis gehen oder man kann einen Hausbesuch anfordern. Allerdings hat der für den Bereich zuständige Niedergelassenen seine Spezialisierung, nicht zwingend die, die man sucht. Sehr oft sind es Allgemeinmedizinern oder auch Vertreterärzte, die in aller Regel sonst im KH arbeiten.

Sprachlich kommen da manchmal Notarzt und Diensthabender des Notdienstes der Niedergelassenen durcheinander in der Bevölkerung, es sind aber grundsätzlich völlig getrennte Systeme.


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

28.01.2026 um 17:33
Zitat von cejarcejar schrieb:Notarzt und Notruf sind nicht das selbe. Wenn Du ein Notarzt rufst dann kommt nach ein paar Stunden ein Arzt vorbei - also beispielsweise nachts oder am Wochenende. Beim Notruf kommt eben ein Krankenwagen.
Der Notarzt war mir vom Srpachgebrauch her bekannt als der, der dem Krankenwagen hinterherfährt:
Krankenwagen kommt mit Sanitätern, der Notarzt kommt separat hinterher, so wie das auch @gastric beschreibt.
(Ggf. regional unterschiedlicher Sprachgebrauch? Den Arzt der nach ein paar Stunden kommt kenne ich als "Notdienst", der Notarzt aber als der, der hinter dem Krankenwagen im Auto nachfährt und an der Unfallstelle (etc.) eintrifft nach einem Notruf an die 112. Wo: Bayern. Der Krankenwagen selbst ist nicht zwingend mit einem Arzt besetzt, der kommt im ländlichen Raum hinterher.)


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

28.01.2026 um 20:33
Zitat von RaspelbeereRaspelbeere schrieb:Der Notarzt war mir vom Srpachgebrauch her bekannt als der, der dem Krankenwagen hinterherfährt:
Ich hätte da eher gedacht, dass er einem Rettungswagen hinterher fährt ... :-)

Grüße aus Rabulistan
Omega Minus


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

28.01.2026 um 20:46
@OmegaMinus

Streng genommen kommt der Rettungstrsnsportwagen RTW mit Rettungssanitätern und ggf Rettungassistenten (wobei der Rettungsassistent die höhere Qualifikation darstellt) und in der Regel der Notarzt mit dem Notarzteinsatzfahrzeug (NEF) separat.

Das mittlerweile seltene Konzept, bei dem der Notarzt im RTW mitfährt, heisst dann Notarztwagen (NAW).

Der ÄNO ist das Einsatzfahrzeug des ärztlichen Notfalldienstes der Niedergelassenen Ärzte, die man mit 116117 rufen kann.


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

28.01.2026 um 22:05
Das mit dem Krankentransport ist ein anderes Thema, finde ich.

Aus diesem gut 2 Minuten dauernden Video, in dem Pro und Contra durch 2 Moderatoren hergehoben werden, geht hervor, dass manche Arbeitgeber die telefonische Krankschreibung auch gerne als "Telefonjoker" bezeichnen würden.
Insgesamt nur ca. 0,9% der Krankschreibungen finden jedoch auf diese Weise statt.
Pro und Contra: Ist die telefonische Krankschreibung sinnvoll? | ndr.de https://share.google/iH2v7VZ4ZJCUPuuBy
Nicht mal 1% der Krankschreibungen, diese Zahl ist doch wohl zu vernachlässigen??


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

28.01.2026 um 22:30
Ich glaube, dass Menschen mit einem echten gesundheitlichen Problem eher froh sind, eine echte Untersuchung zu bekommen und am besten eine vernünftige Diagnose und Linderung ihrer Leiden. Die AU ist dabei zweitrangig. Da nützt ne telefonische Krankschreibung auch nix.

Die Praxen müssen eben auch für all diese telefonischen Krankschreibungen Personal haben, was eben nur das dann erledigt. Ich lese hier im Forum allerdings sehr oft Gejammere darüber, dass man die Praxis telefonisch nicht erreichen kann...vielleicht kümmern die sich gerade um Kranke in der Praxis.
Diejenigen, die die AU erst am 4. Tag einreichen müssen, könnten sich notfalls auch zum Arzt bewegen, wenn es nach 3 Tagen nicht von alleine weggegangen ist. Im eigenen Interesse. Die Blaumacher sind ggf. schon mit den 3 Tagen gut versorgt.

Während Corona hatte die telefonische Krankschreibung ja einen expliziten Hintergrund.


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

28.01.2026 um 22:34
Zitat von InterestedInterested schrieb:Während Corona hatte die telefonische Krankschreibung ja einen expliziten Hintergrund.
Daran hat sich ja auch nichts geändert. Corona ist ja nur eine von verschiedenen ansteckenden Krankheiten, die man sich in Räumen zuziehen kann, in denen man sich mit infizierten Personen aufhält. In der Coronazeit kamen daher manche Praxen auf die Idee, Patienten im Flur, im Treppenhaus oder gar im Hof warten zu lassen. Im Winter eine Zumutung...


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

28.01.2026 um 22:36
Zitat von nairobinairobi schrieb:In der Coronazeit kamen daher manche Praxen auf die Idee, Patienten im Flur, im Treppenhaus oder gar im Hof warten zu lassen. Im Winter eine Zumutung...
Ja, war halt so. Hätte man alle in einen Raum gefercht, hättest du jetzt auch was zu meckern. Da hat es einige andere während Corona sicher härter getroffen.


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

28.01.2026 um 22:42
Zitat von InterestedInterested schrieb:Hätte man alle in einen Raum gefercht, hättest du jetzt auch was zu meckern
Gepfercht wurde man da nicht, wegen des Abstandsgebotes ging das ja nicht.
Wo meckere ich jetzt?
Ich erinnere mich aber gut, wie schwer es mir damals einmal fiel, mit schwerer Erkältung dann noch längere Zeit draußen in der Kälte stehen zu müssen.
Eine ältere Dame hatte auch Mühe, überhaupt länger zu stehen.
Zitat von InterestedInterested schrieb:Da hat es einige andere während Corona sicher härter getroffen.
Post Covid, Long Covid?
Ja, das ist wirklich schlimm und hart. Da kann man froh sein, wenn man das nicht hat und auch keinen Impfschaden.


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

29.01.2026 um 20:46
Zitat von nairobinairobi schrieb:In der Coronazeit kamen daher manche Praxen auf die Idee, Patienten im Flur, im Treppenhaus oder gar im Hof warten zu lassen. Im Winter eine Zumutung...
Mein Hausarzt macht das immer noch so, sobald im Raum steht, dass ein Infekt die Ursache der Erkrankung sein könnte. Ganz egal, ob Erkältung oder Magen-Darm. Dafür hat er eine eigene Infektsprechstunde. Alle, die einen Termin für diese Sprechstunde haben, geben draußen ggf. ihre Krankenkassenkarte ans Personal und müssen dann weiter zu einem Nebeneingang. Dort wartet man dann in einer Schlange so lange, bis man dran ist und rein darf. Früher war es ähnlich, da stand man dann allerdings mit 1,5 m Abstand in seinem Garten rum, die Infektsprechstunde fand damals in einem komplett abgetrennten Raum im Souterrain statt. Heutzutage findet die Untersuchung immerhin in der eigentlichen Praxis statt, wenngleich der Kontakt zu anderen Patienten durch das Vorgehen immerhin minimiert wird.

Wobei die Kälte beim warten nie das größte Problem für mich war. Das lange Herumstehen, teilweise 15-20 Minuten, finde ich da viel schlimmer. Man hat ja ggf. Fieber, Übelkeit, Atemschwierigkeiten, Migräne, sonst was. Es gibt schon einen Grund, warum in einem Wartezimmer normalerweise Stühle stehen.


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

30.01.2026 um 00:38
Zitat von SterntänzerinSterntänzerin schrieb:Das lange Herumstehen, teilweise 15-20 Minuten, finde ich da viel schlimmer. Man hat ja ggf. Fieber, Übelkeit, Atemschwierigkeiten, Migräne, sonst was. Es gibt schon einen Grund, warum in einem Wartezimmer normalerweise Stühle stehen.
Ganz genau so ist es.
Zitat von SterntänzerinSterntänzerin schrieb:Wobei die Kälte beim warten nie das größte Problem für mich war.
Wenn man draußen steht und sich nicht bewegt, wird die Kälte immer größer. Die kriecht quasi von unten hoch. Kommt vielleicht auch noch darauf an, ob Wind geht. Kalter Ostwind z.B.
Wenn man schon angeschlagen ist, tut das einem i.d.R. nicht gut. Die Erkältungszeit ist nun mal in den kalten Monaten besonders ausgeprägt.


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

19.05.2026 um 20:55
Im Zuge der Gesundheitsreform soll das "Alles-oder-Nichts-Prinzip" im Bereich der Arbeitsunfähigkeit aufgeweicht werden. Statt bisher nur 0 Prozent oder 100 Prozent Arbeitsfähigkeit, sind ab 2027 Abstufungen von 25 Prozent, 50 Prozent oder 75 Prozent vorgesehen.
Quelle: https://www.lto.de/recht/hintergruende/h/gesetzentwurf-gesundheitsministerium-krank-teilarbeitsunfaehig?fbclid=Iwb21leAR5i_tleHRuA2FlbQIxMQBzcnRjBmFwcF9pZAwzNTA2ODU1MzE3MjgAAR7FwukMFf0HCGJJKICyA6V4iT2cS3TarzMe_P-Z7iefiGSHWa5EdwuXKn01cw_aem_4qnLQntMtg-Mg8zaj8Flbw

Ab 2027 soll wohl obiges möglich sein.


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

07.06.2026 um 23:46
Ob das wirklich dann auch durchgezogen wird... Es hieß doch schon, dass man da nicht hinterher komme, allein wegen dem bürokratischen Aufwand. Bin ich mal gespannt.


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

08.06.2026 um 00:04
Entweder bin ich zu 100% arbeitsfähig oder eben nicht. Alles andere ist doch Quatsch und produziert einen immensen bürokratischen Aufwand...


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

08.06.2026 um 05:54
Zitat von AniaraAniara schrieb:Entweder bin ich zu 100% arbeitsfähig oder eben nicht. Alles andere ist doch Quatsch
Nein,, man kann auch eingeschränkt arbeitsunfähig sein Der Artikel ist doch sehr informativ und verständlich geschrieben. Das soll ja auch eine freiwillige Sache zwischen AN und AG werden und betrifft nicht den mit der Sommergrippe oder Magen-Darm.


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

08.06.2026 um 09:30
Zitat von AniaraAniara schrieb:Entweder bin ich zu 100% arbeitsfähig oder eben nicht.
Sehe ich mittlerweile anders. Kommt auf den Beruf und die Krankheit drauf an.

Meine Kollegin hatte vor paar Jahren ein Knieverletzung. Von der Diagnose vom
Hausarzt, bis zum Orthopäden, zum MRT und dann zum OP Termin vergingen
Wochen. Danach noch viele Physiotermine. Also offiziell monatelanger Ausfall.

In einem kleineren Handwerksbetrieb stehen keine fünf Leute parat,
die sich die Vertretung einer Vollzeitkraft teilen können.

Also wurde teilweise auf Homeoffice umgeswitched, auf interner Überstundenbasis.
Anders ging es nicht.

In so einem Fall, wäre eine Teilkrankschreibung eine gute Sache.
Das ich einen Handwerker mit einer Orthese nicht stundenweise aufs Gerüst schicken
kann, erklärt sich von selbst.


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

08.06.2026 um 10:44
Zitat von bahomabahoma schrieb:Also wurde teilweise auf Homeoffice umgeswitched, auf interner Überstundenbasis.
Anders ging es nicht.
Es spricht auch überhaupt nichts dagegen, wenn man trotz einer AU arbeitet. dann obliegt es der Einschätzung der Beteiligten, welche Art der Tätigkeit in Frage kommt.


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

08.06.2026 um 11:08
Ich verstehe die Diskussion nicht, in DE entscheidet der Patient am meisten ob er arbeiten kann oder nicht.


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

08.06.2026 um 11:12
Zitat von ApexOneApexOne schrieb:in DE entscheidet der Patient am meisten ob er arbeiten kann oder nicht.
Noch...

Mal sehen welche Arbeitgebervereinigung dann der Hauptsponsor der Ärztekammern werden wird... :troll:


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Telefonische Krankschreibung: pro und contra

08.06.2026 um 11:22
Zitat von PrivateEyePrivateEye schrieb:Mal sehen welche Arbeitgebervereinigung dann der Hauptsponsor der Ärztekammern werden wird...
Tatsächlich ist es schon ein problematisches Konstrukt.
Das Arzt-Patienten-Verhältnis entscheidet über das Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis. Der Arzt hat ein Interesse daran, erstens nicht das Patientenverhältnis zu belasten und zweitens aus Zeit- und Regressgründen im Zweifel zu lange eine AU auszustellen. Der Arzt hat im Grunde kaum ein Interesse daran, Arbeitgeberinteressen zu berücksichtigen, die durch eine falsche AU betroffen sind. Da gibt es nicht viele Ärzte, die aus Prinzip eine Gefälligkeits-AU verweigern.

Ich kenne es aus meinem Umfeld: Nicht wenige "Patienten" erwarten eine AU auf Zuruf. Sicher nicht die meisten, aber es ist keine extreme Ausnahme.

Es ist schon eine recht komfortable Rechtslage, dass man ziemlich lange eine volle Lohnfortzahlung erhält. Das möchte ich gar nicht grundsätzlich kritisieren, aber so eine Ausgangslage schafft die Motivation für Ausnutzung.


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