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Brandunglück von Crans-Montana

94 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Schweiz, Verletzte, Brandunglück ▪ Abonnieren: Feed E-Mail
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Brandunglück von Crans-Montana

03.01.2026 um 15:41
An Silvester kam es im bekannten Wintersportort Crans-Montana in der Schweiz zu einer Brandkatastrophe in der Bar „Le Constellation“, bei der zum jetzigen Zeitpunkt 40 Menschen getötet und über 100 verletzt wurden.

Nach offiziellen Angaben brach das Feuer gegen 01:30 Uhr aus. Die Flammen griffen sehr schnell um sich, sodass viele Menschen in den Innenräumen in gefährliche Situationen gerieten, durch einen vermutlichen Flashover geriet die Situation sehr schnell ausser Kontrolle.
Mit Stand vom Abend des 2. Januar 2026 beläuft sich die Zahl der Opfer auf rund 40 Tote und 119 meist Schwerverletzte.
Quelle: Wikipedia: Brandkatastrophe von Crans-Montana

Momentan gehen die Ermittler davon aus, dass der Brand durch Wunderkerzen bzw. Funken an Champagnerflaschen ausgelöst wurde, die zu nahe an brennbare Decken‐Materialien gehalten wurden. Die genauen Ursachen werden noch offiziell untersucht.


Youtube: Feuer in Crans-Montana: Altes Promo-Video der Bar aufgetaucht
Feuer in Crans-Montana: Altes Promo-Video der Bar aufgetaucht
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Aufnahmen aus der Bar, man sieht Wunderkerzen und ab 0:42 Sekunden einen Brand an der Decke.

Der Betreiber gab an, nach der Übernahme der Bar diese zum Großteil selbst renoviert zu haben.
Der Betreiber der Bar, Jacques Moretti, gab nach der Übernahme im Jahr 2015 an, das Lokal weitgehend in Eigenregie renoviert zu haben. FOCUS-online-Recherchen zeigen nun einen brisanten zeitlichen Zusammenhang auf: Offizielle Bilder auf dem Bewertungsportal Tripadvisor aus dem Jahr 2016 zeigen die Bar bereits mit exakt dieser markanten Deckenstruktur.
Quelle: https://www.focus.de/panorama/crans-montana-zeigt-dieses-foto-den-fatalen-umbau-fehler-in-todes-bar_4c80ce2b-c6f8-432f-b7af-08987a321eae.html

Mittlerweile gibt es schwerwiegende Vorwürfe gegen die Behörden und den Betreiber.

Es gibt zu wenig Kontrollen und wenn es die gibt, dann passiert nichts und die Verantwortung liegt beim Betreiber laut verschiedenen Aussagen.
Ein Barbetreiber, der seit zehn Jahren in Crans-Montana tätig sei, packt gegenüber Focus aus: „Ich wurde in zehn Jahren genau zweimal kontrolliert.“ Nach der Eröffnung sei ein Gemeindevertreter gekommen und habe Umbauten vorgegeben. Eine weitere Kontrolle habe stattgefunden, um diese Änderungen zu prüfen „Das war‘s“, sagte der Gastronom, der anonym bleiben möchte.
Die Gemeindevertreter hätten ihm damals wörtlich gesagt: „Wenn ich dagegen verstoße, gibt es keine Strafen. Aber wenn etwas passiert, muss ich allein die Konsequenzen tragen.“
„Der Brandschutz wird in der Schweiz nicht konsequent umgesetzt“, erklärte er gegenüber 20 Minuten. Es sei „fast schon der Normalfall“, dass vieles schiefgehe, da Behörden oft auf die Eigenverantwortung der Besitzer vertrauen würden, statt zwingende Kontrollen durchzuführen.
Quelle: https://www.fr.de/panorama/silvester-tragoedie-in-der-schweiz-polizei-meldet-dutzende-tote-nach-explosion-in-skiresort-94104813.html

Auch die Fluchtwege stehen zur Diskussion, zu wenige für die Anzahl an Personen
Ein einziger Notausgang reiche nach den Vorschriften nur in einem Raum mit bis zu 50 Personen, sagt Wehrli. Bei mehr als 50 seien zwei Notausgänge vorgeschrieben.
Quelle: https://www.focus.de/panorama/welt/explosion-in-bar-in-schweizer-luxus-skiort-viele-tote-befuerchtet_18665994-3cad-4724-b526-57ea5a4a9634.html

Hier im Thread können wir also alles rund um das Thema diskutieren

Wie seht ihr das alles? Sollte mehr kontrolliert werden oder liegt die Verantwortung beim Betreiber? Wie gut kann man solche Vorfälle in Zukunft vermeiden und was können wir für die daraus lernen?
Wird es in Zukunft Konsequenzen haben und wie könnten diese aussehen?

Noch ist ja alles ganz am Anfang und die weiteren Ermittlungen werden hoffentlich ausreichend Aufklärung bieten können, dür die Opfer und Angehörigen und natürlich auch um in der Zukunft sowas zu vermeiden.


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Brandunglück von Crans-Montana

03.01.2026 um 15:57
Zitat von TeegardenTeegarden schrieb:Wie seht ihr das alles? Sollte mehr kontrolliert werden oder liegt die Verantwortung beim Betreiber? Wie gut kann man solche Vorfälle in Zukunft vermeiden und was können wir für die daraus lernen?
Wird es in Zukunft Konsequenzen haben und wie könnten diese aussehen?
Ja, bei öffentlichen Veranstaltungen muss mehr kontrolliert werden. Die Verantwortung liegt be allen. Keine Clubzulassungen ohne entsprechende Abnahmen, auch was Fluchtwege anbelangt. Keine Feuerwerke welcher Natur auch immer (Tischfeuerwerk, Wunderkerzen und Co.) in geschlossenen Räumen. Aus den vorab genannten Gründen kann sowas vermieden werden. Gesunden Menschenverstand klammer ich aus, infolge von ggf. Alter, Alkohol, Drogen, Naivität, usw.

Nach solchen Tragödien mit so viel Toten und Schwerstverletzten gibt es doch gar keine Alternative für die Zukunft, vor irgendwelchen events ne zusätzliche Abnahme zur Bedingung zu machen. Das natürlich ist kein Garant dafür, was nach so einer Abnahme passiert. Ob jemand trotzdem was mitbringt und nicht trotzdem was passiert.

Sieht man sich aber mal die Aufnahmen zu diesem Unglück an, ist es doch einfach nicht zu fassen, dass diese Schaumstoffnoppen so an die Ecke geklebt wurden und man da mit offenem Feuer hantiert? Man kann ja direkt sehen, wie die gesamte Decke Feuer fängt. Dazu der Kellerraum mit nur einem Fluchtweg über die Treppe. Ich will es nicht mal Fluchtweg nennen. Ich weiß, dass man in Feierlaune solche Dinge einfach gar nicht bedenkt, dass sowas irgendwie gefährlich werden könnte. Wir bekommen es immer wieder bewiesen. Daher auch im Vorfeld strenge Auflagen.

40 Tote, 119 Schwerst- und Schwerverletzte sollten Anlass genug sein.

Bin ehrlich gesagt etwas mehr als überrascht, dass so ein Ding in einem "Nobel" Skiort einen gefeierten Club darstellt, wo die Sicherheit in jeder Hinsicht ganz hinten angestellt worden zu sein scheint. Sowohl die Einrichtung, das Ambiente an sich und die nicht vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen wie Flucht/Rettungswege.

Schade um die ganzen Leben. Mein Mitgefühl den Opfern und Angehörigen.


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03.01.2026 um 16:20
Zitat von InterestedInterested schrieb:Dazu der Kellerraum mit nur einem Fluchtweg über die Treppe. Ich will es nicht mal Fluchtweg nennen. Ich weiß, dass man in Feierlaune solche Dinge einfach gar nicht bedenkt, dass sowas irgendwie gefährlich werden könnte. Wir bekommen es immer wieder bewiesen. Daher auch im Vorfeld strenge Auflagen.
Ja, in Feierlaune informieren sich die wenigsten Menschen vorab nach Fluchtwegen und ob alles sachgemäß überprüft wurde. Meine Feierzeit ist rum, aber über solche Sachen habe ich mir früher keine Gedanken gemacht und einfach darauf vertraut, dass alles in Ordnung ist.
Zitat von InterestedInterested schrieb:Bin ehrlich gesagt etwas mehr als überrascht, dass so ein Ding in einem "Nobel" Skiort einen gefeierten Club darstellt, wo die Sicherheit in jeder Hinsicht ganz hinten angestellt worden zu sein scheint. Sowohl die Einrichtung, das Ambiente an sich und die nicht vorhandenen Sicherheitsvorkehrungen wie Flucht/Rettungswege.
Hat mich auch überrascht. Also nicht nur wegen dem gehobenen Klientel, sondern auch weil es in der Schweiz passierte, einem modernen und fortschrittlichem Land. Klar Unfälle passieren überall, aber bisher sieht es so aus, als ob man da oft einfach weggeguckt hat, wenn was nicht in Ordnung ist. Geht 100 mal gut und dann passiert so eine Tragödie.


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Brandunglück von Crans-Montana

03.01.2026 um 16:37
Zitat von TeegardenTeegarden schrieb:aber über solche Sachen habe ich mir früher keine Gedanken gemacht und einfach darauf vertraut, dass alles in Ordnung ist.
Also, ich auch nicht. Da geht man irgendwie von aus oder man denkt schlicht gar nicht darüber nach. Solche Ereignisse machen aber was mit einem. Ob man will oder nicht. :/

Und wie du sagst, dass das in der Schweiz passiert, hat mich auch etwas überrascht. Aber ist auch vielleicht nur ne falsche Annahme, die ich von der Schweiz habe.

Wie gesagt. Zu diesem Unglück sehe ich alle in der Verantwortung. Die Betreiber, Stadt, Gemeinde, Ämter, die involviert sind, Gäste. Positiv hervorzuheben ist der Zusammenschluss der umliegenden Länder, Verletzte aufzunehmen und zu versorgen. Wäre schön, wenn man das gar nicht müsste.


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03.01.2026 um 16:50
Zitat von TeegardenTeegarden schrieb:Wie seht ihr das alles? Sollte mehr kontrolliert werden oder liegt die Verantwortung beim Betreiber? Wie gut kann man solche Vorfälle in Zukunft vermeiden und was können wir für die daraus lernen?
Wird es in Zukunft Konsequenzen haben und wie könnten diese aussehen?
Ich kann nur auf Deutschland bezogen sagen: Der Brandschutz ist offenbar sehr hoch aufgehängt, extrem anspruchsvoll und führt damit zu stetig wachsendem baulichen Aufwand mit entsprechend ausuferndem Kostenapparat (siehe u. a. BER). Gerade im Bereich Versammlungsstätten. Man mag das für übertrieben und überbürokratisch halten - aber traurige Beispiele zeigen doch immer wieder, dass es gute Gründe gibt.

Wenngleich hier in dem Fall anzumerken ist, dass das Versagen nicht in hoch komplexen Bereichen liegt, sondern in Basics: Brandlasten in kritischen Materialien, Fluchtweg-Katastrophe etc. Entlüftung war wahrscheinlich gar nicht erst ein Thema, weil es so schnell ging. Keine Ahnung.

Wie es in D mit Kontrollen aussieht, da habe ich kein aussagekräftiges Gesamtbild. Aber am Ende ist die Betreiber. bzw. Veranstalterhaftung jederzeit gegeben. Da kann man sich nicht damit rausreden, nicht kontrolliert worden zu sein.

Im Fall Love Parade, der auch zum erweiterten Kontext gehört, könnten beratende Experten möglicherweise zu vielleicht fatalen Umständen beigetragen haben, sofern ich mich richtig erinnere und die Berichte zutreffend waren. Ich denke aber, dass man heute auch komplexe Szenarios grundsätzlich richtig planen kann. Man könnte dann so einen Standard-Spruch bringen wie: "Am Ende sind Menschen und Fehlverhalten immer das schwächste Glied und unberechenbarer Risikofaktor." Aber hier hatte es doch Methode. Wenn es da zum Party-Format gehörte, dass diese Wunderkerzen in einer kritischen Räumlichkeit gefährlich abgebrannt wurden, muss der Betreiber etliche Male nicht mal im Ansatz gespürt haben, dass er da mit Feuer spielt, im wahrsten Sinne. Wenn die Finger jetzt auf ihn zeigen, dann könnte das schon begründet sein.


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Brandunglück von Crans-Montana

03.01.2026 um 16:57
Ich finde es leicht ironisch nach dem unglaubliche Threadthestwr über Böllerei ausgerechnet sogar die kleinste Art von Feuerwerk so eine Katastrophe ausgelöst hat.

Mich wundert es das ausgerechnet in der Schweiz ein Lokal so lasch mit Brandschutz und Fluchtwegen umging.

Der Tod von sovielen Menschen ist schrecklich.
Vorallem für die Überlebenden ein wahres Trauma.

Ich kenn den Geruch von verbrannten Menschenfleisch aus beruflichen Gründen.
Du bekommst den Geruch niewieder aus deinem Gedächtnis.

Ich bin gespannt welche Auswirkungen es auf die Gesetzte zu Wunderkerzen in der Schweiz haben wird.


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03.01.2026 um 17:01
Zitat von NemonNemon schrieb:Ich kann nur auf Deutschland bezogen sagen: Der Brandschutz ist offenbar sehr hoch aufgehängt, extrem anspruchsvoll und führt damit zu stetig wachsendem baulichen Aufwand mit entsprechend ausuferndem Kostenapparat (siehe u. a. BER). Gerade im Bereich Versammlungsstätten. Man mag das für übertrieben und überbürokratisch halten - aber traurige Beispiele zeigen doch immer wieder, dass es gute Gründe gibt.
Ja, so fühlt es sich für mich auch an. Also das der Brandschutz in Deutschland sehr hoch ist. Sogar ich muss einmal jährlich eine online Schulung zu Brandschutz machen, sowie einmal jährlich eine Schulung mit einem Fachmann und wie man mit dem Feuerlöscher umgeht, also wir müssen da tatsächlich den Umgang mit üben, zusätzlich wird einmal jährlich nochmal alles besprochen bezüglich Brandschutz (wo hängen die Feuerlöscher, wo sind die Notausgänge, wo hängt dieses Feuersignalding usw). Und das alles nur als normaler Angestellter. Ist auch gut und richtig so.

Ich bin davon ausgegangen, dass es in anderen Arbeitsbereichen ähnlich aussieht und auch in der Schweiz, da das ja jetzt nicht weiß Gott wo ist.


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Brandunglück von Crans-Montana

03.01.2026 um 17:14
Zitat von TeegardenTeegarden schrieb:Ich bin davon ausgegangen, dass es in anderen Arbeitsbereichen ähnlich aussieht und auch in der Schweiz, da das ja jetzt nicht weiß Gott wo ist.
Ich vermute das Problem ist eher weniger schweiz-spezifisch als ein Thema im Ski- und Hüttentourismus allgemein - diese Wirtschaftszweige haben ein ganz extremes Saisongeschäft, machen ihre Hauptumsätze mit teilweise nur einigen Wochen im Jahr, und haben dann auch eher wenige Festangestellte und teilweise ganze Geschwader an Saisonkräften, auch aus dem Ausland, die dann die extremen Besucherspitzen mit abfangen müssen. Da wird vermutlich dann schonmal an Schulungen gespart, das Arbeitsrecht gedehnt oder gebrochen oder eben auch alles zusammen. Ist mir zumindest in Österreich und Deutschland so schon begegnet, ich vermute in der Schweiz wird das nicht anders sein. Solange alles glatt läuft halten alle dicht (die Saisonkellner die dort in 6 Wochen ein das Gehalt für ein halbes Jahr abholen können, wenn sie dafür eben auch mal 14 Stunden durchziehen beschweren sich in der Regel selten), wenn's nach hinten losgeht dann halt aber leider so richtig.


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Brandunglück von Crans-Montana

03.01.2026 um 17:17
Nachtrag: Klar haben Bauabnahmen auch eine Relevanz. Und ich weiß jetzt auch nicht, wie aus juristischer Sicht es sich mit der Haftung verhält, falls dort oder bei Folgezertifizierungen Versäumnisse stattgefunden haben. Ich meine aber, jeder, der etwas in Betrieb nimmt, hat die eigentliche Verantwortung. Nicht, dass es wegen so etwas dann mal wieder im Sande verläuft, wenn es vor Gericht geht.


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03.01.2026 um 17:25
@Nemon

Wenn es sich so verhalten sollte wie es diverse Berichte schildern, mit abgeschlossenen Notausgängen, brennbarer Deko und anscheinend nachträglich angebrachter Schallisolierung wird das Thema wahrscheinlich am Ende eher bei illegalen/nicht abgenommenen Änderungen liegen, weniger bei der ursprünglichen Sicherheitsprüfung. Ist irgendwo wahrscheinlich auch Auslegungssache, wo das eine anfängt und das andere aufhört, man kann ja auch nicht alles bis auf den Tesafilmstreifen runter durchregulieren. Am Ende ist natürlich primär derjenige verantwortlich, der die Veranstaltung durchgeführt hat.


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Brandunglück von Crans-Montana

03.01.2026 um 17:33
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:Ich vermute das Problem ist eher weniger schweiz-spezifisch als ein Thema im Ski- und Hüttentourismus allgemein - diese Wirtschaftszweige haben ein ganz extremes Saisongeschäft, machen ihre Hauptumsätze mit teilweise nur einigen Wochen im Jahr, und haben dann auch eher wenige Festangestellte und teilweise ganze Geschwader an Saisonkräften, auch aus dem Ausland, die dann die extremen Besucherspitzen mit abfangen müssen.
Es ging mir auch nicht um spezifisch um die Schweiz, sondern um ein fortschrittliches Land. Sowas erwarte ich weniger in einem Land, welches gut da steht, gesetzlich gut reguliert ist. Wenn solche Unglücke in Entwicklungsländern passiert gibt es oftmals überhaupt keine Gesetzeslagen für Brandschutzverordnungen oder Abnahmen.

Wobei deine Aussage bezüglich der recht kurzen Saisonarbeit Sinn macht. Ich kann mir gut vorstellen, dass da Betreiber, Kellner und auch die Behörden die Augen zudrücken. Wie gesagt geht halt 100 mal gut aus und dann hat man so eine schwerwiegende Katastrophe die viele Opfer gefordert hat.


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03.01.2026 um 17:34
Zitat von bgeowehbgeoweh schrieb:weniger bei der ursprünglichen Sicherheitsprüfung.
Ich seh da echt ein Problem drin, nen Club im Keller mit einer Treppe zu betreiben. Andere Notausgänge sollen da gar nicht gewesen sein. Der einzige Weg nach draußen führte über diese Treppe. Durch die Verpuffung und extreme Hitzeentwicklung ist man da auf jeder Ebene gefährdet. Überhaupt zur Treppe zu gelangen, dann das Gedränge in Panik, die Hitze in genau diesem Bereich. Einfach nur ein Inferno.
Wenn die Leichen nicht mal identfiziert werden können, wenn sie bis zur Unkenntlichkeit verbrannt sind, samt Kleidung, Handys, Portemonnaies und dergleichen, dass nur der Zahnstatus eine mögliche Idintifizierung zulässt.

Wie schlimm muss es für all die Angehörigen sein, in diesem Zwischenstadium gefangen zu sein, nicht zu wissen, ob ihre Lieben "nur" schwerstverletzt oder tot sind?

Das kann man durchaus den Behörden ankreiden, für was auch immer dort ihr Okay gegeben zu haben. Wobei ich deine Erlärungen sehr schlüssig finde @bgeoweh, die die Zustände der Saisonarbeit beschreibt. Funktioniert, bis was passiert.


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Brandunglück von Crans-Montana

03.01.2026 um 17:48
Zitat von InterestedInterested schrieb:Ich seh da echt ein Problem drin, nen Club im Keller mit einer Treppe zu betreiben. Andere Notausgänge sollen da gar nicht gewesen sein.
Wenn ich so vor meinem inneren Auge die schlimmen Brandkatastrophen des letzten Jahrzehnts vorbeiziehen lasse scheinen Nachtclubs allgemein ziemliche Todesfallen zu sein, zumindest verglichen mit Industriegebäuden. Vermutlich ist es die Kombination aus einem Gewerbe, in dem immer noch vieles laissez-faire gehandhabt wird, mit vielen ungelernten Kräften (und auch Betreibern), einem Publikum das zumindest in Teilen alkoholisiert, auf Substanzen und enthemmt ist sowie natürlich der Tendenz, noch das letzte an Geld herauszuholen, über eine Überfüllung der Lokalitäten und über "Sparmaßnahmen" am falschen Ende.


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Brandunglück von Crans-Montana

03.01.2026 um 17:53
Zitat von InterestedInterested schrieb:Ich seh da echt ein Problem drin, nen Club im Keller mit einer Treppe zu betreiben. Andere Notausgänge sollen da gar nicht gewesen sein. Der einzige Weg nach draußen führte über diese Treppe. Durch die Verpuffung und extreme Hitzeentwicklung ist man da auf jeder Ebene gefährdet. Überhaupt zur Treppe zu gelangen, dann das Gedränge in Panik, die Hitze in genau diesem Bereich. Einfach nur ein Inferno.
So etwas würde man in Deutschland garantiert nie mehr auch nur ansatzweise genehmigungsfähig umsetzen können. Es scheitern ja schon Modernisierungsprojekte unauffälligerer Gastronomiebetriebe im Altbestand am Brandschutz. Das kann ja in der Schweiz nicht anders sein. Und wie gesagt: Wie auch immer die Klärung der Haftung verläuft - es muss an mehreren Stellen grob fahrlässig abgelaufen sein. Mit Fokus auf den Betreiber, der seine Räume genau kennt und dem das nicht entgehen kann.


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03.01.2026 um 18:00
Was auch absolut erschreckend ist, ist die Tatsache dass trotz offenem Feuer unter der Decke weitergefeiert wurde:
Noch schnell ein paar Videos von der tollen Show statt Fluchtreflex um das eigene Leben zu retten.

https://img-9gag-fun.9cache.com/photo/aNDXOyG_460svvp9.webm


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Brandunglück von Crans-Montana

03.01.2026 um 18:16
Zitat von sevenheartseassevenheartseas schrieb:Ich kenn den Geruch von verbrannten Menschenfleisch aus beruflichen Gründen.
Du bekommst den Geruch niewieder aus deinem Gedächtnis.
Normalerweise solltest da nichts rausschmecken können, da ist soviel Brandlast die noch viel mehr stinkt dass eh alles überlagert wird.
Also bei einem solchen Innenbrand wie da.
Zitat von SuppenhahnSuppenhahn schrieb:Was auch absolut erschreckend ist, ist die Tatsache dass trotz offenem Feuer unter der Decke weitergefeiert wurde:
Noch schnell ein paar Videos von der tollen Show statt Fluchtreflex um das eigene Leben zu retten.
Die werden es zuerst wahrscheinlich kaum realisiert haben was da gerade passiert.
Zitat von TeegardenTeegarden schrieb:Sowas erwarte ich weniger in einem Land, welches gut da steht,
Naja, da sind wir auch wieder bei der Relation.
So ein Brandereigniss ist die Ausnahme in der Ausnahme, zumindest in unseren Breiten.


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Brandunglück von Crans-Montana

03.01.2026 um 18:19
Wunderkerzen sind in Innenräumen erlaubt.
Auf der Rückseite steht z.B. mindestens 1 Meter von jeder brennbaren Quelle fern halten.

Um 1:30 waren viele nicht mehr nüchtern.
Ähnlich wie beim Auto fahren hätte dem Veranstalter klar sein müssen das die Gäste sich nicht mehr ausnahmslos daran halten werden oder können.

Was ich gern wüsste ist ob der Veranstalter wusste das dort brennbare Materialien an der Decke sind.


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Brandunglück von Crans-Montana

03.01.2026 um 18:22
Zitat von BerrylBerryl schrieb:Normalerweise solltest da nichts rausschmecken können, da ist soviel Brandlast die noch viel mehr stinkt dass eh alles überlagert wird.
Glaub mir. Du riechst das. Für immer. Spätestens wenn du die Überreste rausziehst.

Mein erster Einsatz von nem Auto wo drei Menschen drinnen verbrannt waren steckt bis heute in meiner Nase.
Ähnlichkeit wie wenn man Schweinefleisch verkokelt nur noch süßlicher.


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03.01.2026 um 18:27
Zitat von sevenheartseassevenheartseas schrieb:Glaub mir. Du riechst das. Für immer. Spätestens wenn du die Überreste rausziehst.
Ich hab das schon alles gemacht, ne man riecht da nichts spezifisches.
Selbst wenn du die Überreste auf der Trage abtransportierst.
Innenbrände haben schon einen besonderen Geruch, den ich nur schwer beschreiben könnte, aber wirklich was spezifisches riechst da nicht mehr raus.
Ist ja alles eine Pampe die da verbrennt.
Zitat von sevenheartseassevenheartseas schrieb:Mein erster Einsatz von nem Auto wo drei Menschen drinnen verbrannt waren steckt bis heute in meiner Nase.
Ähnlichkeit wie wenn man Schweinefleisch verkokelt nur noch süßlicher.
Auto wäre ja wieder was anderes.
Kleinere und kompakte Brandlast.
Aber ehrlichgesagt hätte ich auch da noch nichts rausgerochen.


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03.01.2026 um 18:27
Zitat von SiegelschildSiegelschild schrieb:Was ich gern wüsste ist ob der Veranstalter wusste das dort brennbare Materialien an der Decke sind.
Der Betreiber gab an die Räumlichkeiten nach der Übernahme 2016 zum Großteil selbständig renoviert zu haben. Ob darunter auch die Decke fällt, ist bisher offiziell nicht bekannt. Aufnahmen aus dem Jahr 2016 zeigen genau die Deckenstruktur. Falls er tatsächlich selbst die Decke renoviert hat, stellt sich natürlich auch die Frage ob er wusste wie brennbar das Material ist.


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