nairobi schrieb:Ich könnte mir vorstellen, dass das auch nicht immer so toll ist. Man ist doch viel von zu Hause weg. Familie, Vereinsleben, das könnte darunter leiden.
Das ist mir auch selbst aufgefallen, als ich beruflich so viel auf Reisen war - obwohl ich nun gar nicht mal so extravertiert bin, nicht bei vielen Gruppen dabei, keine großen Feiern (mag ich auch nicht), üblicherweise ein, vielleicht auch mal zwei vor Ort wohnende Freunde, und sich "Familienleben" alleinig auf meinen Partner bezieht.
Aber schon mit nur einem regelmäßigen, freiwilligen, privaten Termin pro Monat (z.B. in einem Verein sein, in meinem Fall war es Mitgliedschaft in einer Vereinssternwarte - bin grundsätzlich nicht der "gesellige Vereinstyp", aber es gibt nunmal auch Vereine die eher technisch orientiert sind und sich v.a. an Menschen richten, die Geräte mitnutzen wollen; Mitgliedschaft im Verein bot mir Zugang zu optischen Teleskopen, Radioteleskop, Elektronikwerkstatt etc.), Freund(e) vor Ort einmal im Monat treffen wollen, wird es schon eng wenn man z.B. jeden Monat eine Woche, in manchen Monaten auch mehrere weg ist inklusive des Wochenendes.
Machbar, klar (ich hab's ja auch gemacht, und ich mag meinen Beruf), kann aber auch mal "nicht immer so toll" sein, wie du auch schreibst, gerade wenn evl. noch etwas dazu kommt, z.B. mehr Familie vor Ort zu der man auch mehr Kontakt möchte, oder ggf. noch andere Termine "gemanagt" gehören, vielleicht etwas Gesundheitliches bei dem man durchaus noch arbeiten kann.
Allgemein würden mich Berufe stören, bei denen man dauerhaft in einem Wohnheim (oder auch wechselnden Hotelzimmern; jedenfalls: nicht selbst eingerichtet) wohnt, selten für Freizeit und Schlafen nach Hause kommt, sprich, sich Essen, die Einrichtung seines Zimmers (dazu zähle ich auch ergonomische Möbel: welche Matratze, welche Stühle, ein Stehschreibtisch auch für die private Computernutzung... ist mir schon wichtig) nicht aussuchen kann und auch kaum Hobbies die über ein Buch, einfache Zeichensachen oder eine Gymnasikmatte hinausgehen mitnehmen kann.
Es gibt auch berufliche Tätigkeiten, die zu meiner beruflichen Qualifikation passen und so sind, z.B. als sogenannter "Support Astronomer" an einem Großteleskop. Hier arbeiten auch viele im Umfeld des Bergbaus/Abbaus, durchaus nicht nur schwere körperliche Berufe, aber eben die ganze Woche außer ein bis zwei Tage Wochenende Unterbringung in einem Wohnheim.
nairobi schrieb:Interessant ist das bestimmt. Manchmal vielleicht auch eklig. Ich war mal in einem Hotel, das von Chinesen geführt wurde. Einfach grauenvoll.
Beruflich durch die vielen Reisen hatte ich etliche Hotels gesehen, in ganz unterschiedlichen Ländern, ganz unterschiedliche Qualitätsstufen von der einfachen Pension in Litauen (simpel, sauber, hatte etwas von Jugendherberge), Minizimmer mit einfachster Einrichtung in schäbig wirkendem aber sich dennoch als nutzbar erweisendem Hotel in New York, bis hin zu edlen Golfresorts in der Nebensaison (keine Sorge, nicht von Steuergeldern bezahlt
:) und ich habe mich da beschämt fremd gefühlt). Auch mal wegen Umzug zwei Wochen in einem US-Motel gewohnt.
Deutliche Hygienemängel wie Schimmel, Schädlingsbefall, nicht geputzt habe ich glücklicherweise nicht erlebt, auch nie mir die Bettwanzen oder Schaben nach Hause eingeschleppt... am unangenehmsten fand ich nicht abstellbare Klimaanlagen (nachts laut von kalter Luft angeblasen werden
:(), gefolgt von schlechtem Frühstück (ich verlange keinen Luxus a la "schick frühstücken gehen", aber doch eine "haushaltsübliche" Qualität, ein einfaches ordentliches Frühstück - und nicht z.B. nur gummiges Brot, ein Pulvergetränk und eckige Eier die so aussehen, weil sie nach dem Pellen vakuumiert und eingefroren wurden).