martenot schrieb:Das lag unter anderem auch daran, dass die meisten meiner Interessen in Bereichen liegen, in denen man Glück haben muss, um davon leben zu können.
Selbst hatte ich bzgl. meinen Interessen immerhin das Glück, dass sich beim einen Interesse (Astronomie, Physik, Technik, Informatik) immerhin vom Wunschberuf (Astrophysiker in der Forschung) noch, wenn das nicht geklappt hätte bzw. irgendwann Schluss gewesen wäre (für den Fall, keine feste Stelle nach Postdoc-Stellen zu bekommen) auf Softwareentwickung hätte wechseln lassen - passend zu meinem Ausbildungsberuf, und auch da Softwareentwicklung sowieso ein großer Anteil meiner Tätigkeit ist.
(Ich hatte durchaus auch mal an etwas Künstlerisches, das körperlich wenig anspruchsvoll ist, gedacht, das aber aus dem von dir genannten Grund sein gelassen - und mir wäre es sicherlich auch schwer gefallen, mich selbstständig zu machen, oder mit dann doch körperlich für mich zu anspruchsvollen ungelernten Tätigkeiten (Gastronomie, Taxifahren, allgemein Fahrdienste) Geld (dazu) zu verdienen. Auch könnte ich nicht mit finanzieller Hilfe durch die Eltern rechnen, und, der Vollständigkeit halber: würde das auch nicht verlangen. Ebenso fände ich es sehr unangenehm, wenn mein Partner dauerhaft für mich aufkommen müsste, nur weil sich mit meinem Beruf kein die Lebenshaltungskosten deckendes Einkommen erzielen lassen könnte.
Ein besonders hohes Gehalt ist mir nicht wichtig, und ich entschied mich auch schon gegen besser bezahlte Stellen die mir aber bzgl. der Tätigkeit weniger zusagten.
Allerdings: Für den Lebensunterhalt und ein bisschen etwas wegsparen soll es reichen; das ist für mich "davon leben können".
Heißt z.B.: die Wohnung nicht schon aus finanziellen Gründen mit jemandem teilen müssen (ich lebe gerne mit meinem Partner zusammen, möchte aber nicht in einer WG leben), Altersvorsorge, Anschaffungen in einem moderaten bis mittleren Rahmen werfen einen finanziell nicht aus der Bahn. Ich bin nun sicherlich nicht reich, finde aber z.B., mir finanziell keine Sorgen machen zu müssen beim gegebenen Beruf vs. gegebenen Lebensstil. Und davon würde ich auch nicht freiwillig abweichen wollen, wohingehend ich bei Stellen mit gleicher Ausgangsqualifikation aber anderer Tätigkeit und doppeltem oder noch höherem Gehalt* schon "nein danke" sagte.)
*Unternehmensberatungen stellen z.B. promovierte Physiker ein. Ebenso: Management von Industrieunternehmen. Etliche meiner damaligen Kommilitonen, v.a. jene die bis zur abgeschlossenen Promotion weitergemacht haben, sind jetzt in solchen Stellen zu finden.