PrivateEye schrieb:Übrigens mit dem Corona-Lockdown hatten wir schon etwas ähnliches erlebt.
Empfindest du das so?
Mir kam das nicht so vor, denn ich wüsste nicht, dass das die Realität gewesen wäre
Jule schrieb:Es bedeutet, ständig auf der Hut zu sein. Schlafen mit einem Ohr offen. Nie zu wissen, ob hinter der nächsten Tür Hilfe wartet oder jemand, der euch das letzte Stück Essen wegnehmen will.
oder es auch kein Strom, kein Internet und keine Supermärkte gegeben hätte.
(Disclaimer: Klar, die überlasteten Krankenhäuser. Auch bittere Situationen wie Pflegeheimbewohner, die zudem z.T. die Situation nicht verstanden, nicht mehr besuchen zu können, auch Menschen die alleine verstorben sind. Ich kenne da einige wirklich traurige Dinge die passiert sind. Nur Apokalypse?)
Selbst: Ich empfand den Corona-Lockdown teils etwas bisschen lästig (wir sind kurz zuvor umgezogen und hatten keine Chance, Anschluss zu finden, was neben dem sozialen Aspekt auch schlichtweg unpraktisch war), aber nicht bedrohlich. Bisherige Freunde ließen sich anrufen, man hätte sich (wären sie vor Ort gewesen) teils treffen können und man konnte immer die Wohnung verlassen. Man konnte sich satt essen - okay, es fehlten teils in Supermärkten einzelne Lebensmittel, aber man konnte sich grundsätzlich normal ernähren, ohne z.B. auf einmal zu hungern oder MRE zu essen.
Mein Mann und ich wären zur Corona-Anfangszeit fast im Ausland stecken geblieben (konkret: wir lebten in den USA, waren in Deutschland zwecks Verlängerung unserer Arbeitsvisa, und konnten fast nicht mehr in die USA einreisen, d.h., fast nicht mehr in unsere Wohnung zurück und hätten dann auch unsere Arbeitsplätze verloren). Es wäre blöd gewesen. Aber Apokalypse? Hätte ich auch das nicht genannt.
Wirklich "Apokalypse": Mental würde ich mich als ziemlich zäh einschätzen. Vom ruhig-bedächtigen Typ. Vorräte, Selbermachen, Reparieren etc. sind für uns normal. Bin bei Fast-Selbstversorgern aufgewachsen. Solides technisches Wissen vorhanden. Glücklicherweise benötige ich auch keine Medikamente.
Körperlich wäre es definitiv schwierig mit den bei mir vorliegenden Einschränkungen; mit meiner Behinderung kann ich nicht schnell rennen, jemanden zusammenschlagen, geschickt Hindernisse überwinden (über einen Zaun, irgendwo einbrechen und durch ein Fenster rein etc.), mich fix verstecken (ducken, kriechen) containern, etwas von relevantem Gewicht tragen etc. Fahrrad fahren kann ich nicht, und ich vermute, dass ich Probleme hätte, mich auf einem Pferd zu halten. Jemand der fix und geschickt Menschen durchschaut, sich mit anderen zusammenrottet, auch mal Menschen manipulieren kann bin ich als Autistin definitiv nicht (bin aber auch nicht leichtsinnig sondern der vorsichtige Typ).
Wahrscheinlich würden mein Mann und ich schauen, wie man zusammen am besten durchkommt.