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Selbstmord

669 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Suizid ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Selbstmord

30.04.2020 um 14:32
Zitat von BeerusBeerus schrieb:Demnach müsste jeder Soldat, der sagt er gibt sein Leben für sein Land auch labil sein, immerhin ist er bereit zu sterben.
Du vergleichst Äpfel mit Birnen. Aber wie gesagt, ich seh das nicht wirklich als zielführend, denn offensichtlich bist du nicht bereit, die nötige Hilfe anzunehmen und findest für alles Ausreden. Insofern will ich da grad auch gar nicht weiter Energie reinstecken.


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Selbstmord

30.04.2020 um 14:53
Da sich das Thema nun bereits über mehrere Seiten zieht, ohne daß auch nur ansatzweise auf die guten Ratschläge von anderen eingegangen wird, werden wir hier nun jetzt einen Riegel vorschieben. Das Thema ist zu ernst, um es durch permanente Selbstdarstellung zu karikieren.

@Beerus

Dieser Thread ist keine Bühne für eine One-man-show, und es wird hier jetzt auch nicht so weitergehen wie in deinen anderen Threads. Wenn du dich ernsthaft mit dem Thema auseinandersetzen möchtest, kannst du hier gerne schreiben, dieses Interesse sehe ich bisher aber leider nicht.


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Selbstmord

30.04.2020 um 23:48
Zitat von EyaEya schrieb:Mir ging es darum, selbst wenn man den Test besteht, dass einem eine ehemals vorhandene Therapie rein scheißen könnte.
Ist wie der Psychologen Test bei der Bundeswehr. Die sehen dir sofort an der Nasenspitze an was los ist. Und wenn die auch nur den Verdacht haben zu erzählst ihnen was sie hören wollen, zerlegen die dich so dass dir kein Schuh mehr passt. Ich denke vor einem suizid gefährdenden Polizisten hier aus dem Forum müssen wir keine Angst haben. Zumal ich kein Wort von der Story hier glaube. Sorry mag hart klingen aber ist so.


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Selbstmord

02.05.2020 um 03:39
Wenn jemand so weit geht und sich selbst das Leben nimmt, ist er so verzweifelt, dass das Leben für ihn unerträglich geworden ist. Kann ich gut nachvollziehen. Daher bin ich für das Recht auf Sterbehilfe.


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Selbstmord

11.05.2020 um 16:57
Ich bin da etwas hin und her gerissen.

Seit mir vor vielen Jahren jemand vom Parkhausdach quasi vor die Füße gefallen ist, bin ich da eher unbeugsam in meiner Haltung, die vorher bereits ähnlich, aber etwas milder und wohlwollender der freien Entscheidung des Einzelnen gegenüber war, wann er wie abtreten möchte.

Noch andere zu gefährden oder auch nur diesen Anblick anzutun, macht mich irgendwie wütend und traurig zugleich.

Dann war da noch der Hausmeister im Haus eines Familienangehörigen von mir, der sich in einem warmen Sommer in seiner Souterrainwohnung suizidiert hatte, den dann erst Wochen später jemand fand und barg, was furchtbar für alle war, die daran beteiligt und anwesend waren.
Zwei minderjährige Kinder ließ er zurück, weil er keinen Sinn mehr im Leben sah, man munkelte es hatte mit der Scheidung von seiner Frau zu tun.

Was muss in einem vorgehen, dies seinen Kindern antun zu können?

Prinzipiell denke ich, daß jeder das Recht hat frei von Außendruck und Manipulation zu entscheiden, wenn er gehen möchte, gerade im Hinblick auf schwere Krankheiten und ihre teils qualvollen und schmerzhaften Verläufe.

Doch eher auf verantwortungsvolle Art und Weise, sprich diesen Wunsch sollte man schon offen mit seinen Angehörigen und nächsten Menschen kommunizieren, vorher alles dafür getan haben, daß das Leben noch etwas mehr Wert und Sinn ergibt, als seine Innereien z.B. "mal eben" auf das Pflaster der Fußgängerzone platzen zu lassen, oder sich heimlich irgendwo in der Peripherie zu töten, die Menschen, die einen lieben und schätzen (und da gibt es fast immer jemanden nach meiner Erfahrung) ewig im Ungewissen zu lassen, was einem zugestoßen sein könnte, bevor einen dann jemand findet, wenn überhaupt, vermodert, schrecklich anzusehen und zu riechen usw.

Das ist schon eine Form der Egozentrik, die ich sehr schwer akzeptieren kann.

Beweggründe, die in der Psyche verankert sind, kann ich persönlich nur schwer begreifen, denn es gibt durchaus einen Weg seine Dämonen zu bekämpfen, ohne andere ins Unglück zu stürzen. Er ist bei vielen schweren Verläufen nicht leicht zu erkennen und zu gehen, aber es gibt ihn, da bin ich sicher.

Leben und die Vielfältigkeit in der es sich für einen, auch nach schlimmsten Traumata, immer wieder aufs Neue eröffnen kann, ist für mich persönlich das größte Wunder, das zwar sicher auch die größte Kraft und Ausdauer erfordert, aber es ist deine Chance zu heilen, was auch immer da in Scherben liegt, der Tod jedoch ist Endstation, Lebensmüdigkeit und daraus resultierender Suizid allerdings kein Freifahrtschein, eher eine "Schwarzfahrt", auch wenn es sich hart liest.

Wie bereits gesagt, eigentlich kann ich nur den Ausstieg akzeptieren, wenn jemand körperlich am Ende ist, Schmerzen leidet, ohne Hoffnung auf Besserung, mit der Aussicht auf unsägliche Qualen, bis er dann irgendwann dahinscheiden würde, da versteh ich es irgendwie.

Es gibt so schrecklich viele Menschen auf der Welt, die extrem leiden müssen, und oft darin umkommen, doch das Letzte was sie wählen würden, böte man ihnen zwei mögliche Auswege, sofortige Selbsttötung oder durchhalten, bis es besser wird, wäre der Tod!

Ich hätte das Gefühl, ihnen mein Leben (zu bestreiten) schuldig zu sein.

Hach Mist, ist ein ganz ambivalentes Thema für mich, bin nicht sicher die richtigen Worte gefunden zu haben, aber setz das jetzt einfach mal.


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Selbstmord

11.05.2020 um 17:53
Zitat von Ashes2AshesAshes2Ashes schrieb:Beweggründe, die in der Psyche verankert sind, kann ich persönlich nur schwer begreifen, denn es gibt durchaus einen Weg seine Dämonen zu bekämpfen, ohne andere ins Unglück zu stürzen. Er ist bei vielen schweren Verläufen nicht leicht zu erkennen und zu gehen, aber es gibt ihn, da bin ich sicher.
Ich denke ich verstehe was du meinst, denn es gibt ja diverse Therapiemöglichkeiten und Hilfsangebote, die einen dabei unterstützen können, sein Leben dahingehend zu verändern, dass man es wieder als lebenswert betrachten kann und ich persönlich finde es auch immer zu bevorzugen, den Hilfen erstmal eine Chance zu geben, bevor man sich dazu entscheidet, sein Leben zu beenden. Aber der Punkt ist, die Hilfe kann nur ankommen, wenn man sie auch zulassen kann & will und es mag dann durchaus auch Menschen geben, die sich dafür entscheiden diesen Weg einfach nicht gehen zu wollen, weil sie vielleicht keine Kraft mehr haben, das Gesundheitssystem sie nicht wirklich auffangen kann, usw. und ich persönlich kann da durchaus verstehen, dass man sich irgendwann einfach selbst an die erste Stelle setzt und dann eben auch egoistisch ist. Was es für Angehörige natürlich nicht weniger schlimm macht. Aber ich kann irgendwo einfach auch nachvollziehen, wenn man nicht nur noch für andere Menschen am Leben bleiben möchte.

Finde aber auch, das ist ein sehr sensibles und schwieriges Thema und kann durchaus die Wut verstehen, die "auf der anderen Seite" entstehen kann, wenn ein geliebter Mensch sich das Leben nimmt. Oder eben auch das Unverständnis. Würde es um jemanden gehen, den ich kenne, könnte ich sicherlich auch nicht mehr auf der neutralen Ebene bleiben, so wie in einem Diskussionsforum, in dem man nicht wirklich emotional involviert ist.

Aber denkst du denn, dass es überhaupt möglich wäre, da auf einer Ebene mit Angehörigen zu kommunizieren, die nicht darauf hinauslaufen würde, dass es - verständlicherweise - emotional wird und dann auf einmal Druck von Außen hinzukommt?


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Selbstmord

11.05.2020 um 18:01
@Ashes2Ashes
Ich kann nur von meiner eigenen Sicht mit meiner Erfahrung sprechen:
Bei jeden sind die inneren "Dämonen" anders verankert.
In meiner Zeit in der geschlossenen Psychiatrie erinnere ich mich an eine Person, die mit mir ein Gespräch eröffnet hat worin sie immer davon gesprochen hat, sie will nicht mehr leben.
Eine andere Person war das genaue Gegenteil:
seine "Nahtoderfahrung", er wollte .... naja ich schreibe es lieber nicht, hat ihm auch eine andere Seite gezeigt. Eine Seite, die er in der Zeit seiner schweren Depressionen ihm verwehrt wurde.

Aber eines ist oft gleich: man fühlt sich kraft- und machtlos.


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Selbstmord

11.05.2020 um 19:40
Danke für eure Reaktionen
@ahri
@Niederbayern88
es ist wirklich schwierig eine ehrliche Antwort zu geben, die allen Seiten gerecht wird, eben auch meinem sehr unnachgiebigen Standpunkt hinsichtlich Selbsttötung.
Natürlich weiß und fühle ich, dass es Lebenssituationen geben kann, die einem so grausam und ausweglos erscheinen, dass man wenigstens in diesem einen Punkt der Selbstbestimmung und dem eigenen Wunsch nach Erlösung den Vorzug geben möchte, als der Ohnmacht vorm Leben weiter ausgeliefert zu sein.
Ich kenne einige Menschen und habe teilweise lange Gespräche mit ihnen geführt, die es genauso
Zitat von ahriahri schrieb:Aber der Punkt ist, die Hilfe kann nur ankommen, wenn man sie auch zulassen kann & will und es mag dann durchaus auch Menschen geben, die sich dafür entscheiden diesen Weg einfach nicht gehen zu wollen, weil sie vielleicht keine Kraft mehr haben, das Gesundheitssystem sie nicht wirklich auffangen kann, usw. und ich persönlich kann da durchaus verstehen, dass man sich irgendwann einfach selbst an die erste Stelle setzt und dann eben auch egoistisch ist.

sehen und auch argumentieren.
Die wenigsten davon, waren dauerhaft in einem solchen Zustand, ein Zustand, der letztlich auch alles Reden und Einfluß nehmen wollen ad absurdum führt, wenn man mitfühlen kann, wie tief die Schwärze in ihrem Kopf in ihrer Brust ist, die sie einnimmt, und sich am Ende fast ein zynisches Gefühl bzw. Gedanke des Mitleids bei mir manifestierte, dem ich ehrlich gesagt nur in meinen dunkelsten Stunden wirklich Raum geben kann, mir niemals jedoch in einem solchen Gespräch stattgab:

Es gibt Fälle, da ist der Tod für den Menschen besser, als weiterzukämpfen, denn er fühlt sich so hingezogen zum Tod, weil er so schreckliche Erlebnisse oder so schlimme Schmerzen verarbeiten bzw. ertragen muss, dass es einem täglichen 24/7 Alptraum ähnelt, es so viel seiner ohnehin fast erloschenen Energie frißt, dass an ein lebenswürdiges Dasein fast nicht zu denken ist.

Jedes Mal, wenn dieser Gedanke aufkam, war er schwer zu ertragen, denn ich bin selbst ein sehr lebensbejahender Mensch. Ich schäme mich fast, das gedacht zu haben, denn mein Instinkt sagt mir, gib ihn (den Menschen) nicht auf.

Ich weiß, es ist sicher nicht der Königsweg, ein Leben lang Medikamente, mit heftigen Nebenwirkungen und Therapien zu sich und in Anspruch zu nehmen, aber es ist ein Weg, den Stoffwechsel so zu beeinflussen, dass es weitergehen kann.

Da steckt mein gedanklicher Ansatz drin, ich kenne vielleicht auch einfach (noch) niemanden, der aus diesem Loch nicht halbwegs wieder rausgekommen ist, mit Medikamenten, psychotherapeutischer und anderweitiger sozialer Begleitung.

Gut, ich gebe zu, manche hängen noch halb in diesem Loch und es ist eine stetige Arbeit und Training ihrer Seelenmuskulatur sich am Rand des Lochs festzukrallen und sich Stück um Stück rauszuziehen oder im losen Erdreich der Grubenwand wenigstens mit der Fußspitze festzukanten, einen status quo zu errreichen, der lebbar und erträglich ist, aber niemand war auf Dauer bereit sich einfach endgültig fallen zu lassen! Das gibt mir Hoffnung!
Zitat von ahriahri schrieb:Aber denkst du denn, dass es überhaupt möglich wäre, da auf einer Ebene mit Angehörigen zu kommunizieren, die nicht darauf hinauslaufen würde, dass es - verständlicherweise - emotional wird und dann auf einmal Druck von Außen hinzukommt?
Es ist schwierig, emotional wird es sicher, wenn man involviert ist, aber da bin ich auch der Meinung, kommt es wieder darauf an, welcher gedankliche Umtrieb einen in die Suizidabsicht drängt.

Die Familie, die Freunde, meinetwegen auch der Therapeut durchlaufen diese Entwicklung ja mit demjenigen und müssen dann selbstverständlich auch so ehrlich und fair sein zu erkennen, wann es Zeit ist loszulassen.
Klingt ideal, war noch nicht in dieser heftigen Situation, aber ich würde es versuchen.

Also grundsätzlich, bin ich pro Selbstbestimmung was das angeht, und halte eben auch Begleittherapie zum geplanten Abschied für wichtig, also nicht so in den blauen Dunst, aber wenn nach allem, das man versucht hat, und da nehm ich auch den potenziellen Suizidenten ganz unemotional in die soziale Verantwortung für sich und seine Nächsten, ein gemeinsamen Weg in Richtung Abschied die Lösung ist, dann könnte und wollte ich dies akzeptieren.

Aber bitte, liebe Leute, nicht vor Züge schmeißen, von Autobahnbrücken oder Hochhausdächern, keine Todesfahrten mit dem Auto, und dergleichen...
Sprecht mit jemandem, versucht alles, es nicht mehr tun zu müssen, und sollte es dennoch nichts ändern, dann tut es auf die würdige Art und Weise, dass niemand weiteres physisch und psychisch zu schaden kommt, der euch liebt, der für euch gekämpft hat, der euch finden und bergen muss.

Damit setzt man mit der eigenen Erlösung weiteres Leid in Gang und fort. Wer keine Kraft hat zu leben und zu lieben, sollte dennoch nicht Leid über andere bringen.
Zitat von Niederbayern88Niederbayern88 schrieb:Ich kann nur von meiner eigenen Sicht mit meiner Erfahrung sprechen:
Bei jeden sind die inneren "Dämonen" anders verankert.
In meiner Zeit in der geschlossenen Psychiatrie erinnere ich mich an eine Person, die mit mir ein Gespräch eröffnet hat worin sie immer davon gesprochen hat, sie will nicht mehr leben.
Eine andere Person war das genaue Gegenteil:
seine "Nahtoderfahrung", er wollte .... naja ich schreibe es lieber nicht, hat ihm auch eine andere Seite gezeigt. Eine Seite, die er in der Zeit seiner schweren Depressionen ihm verwehrt wurde.

Aber eines ist oft gleich: man fühlt sich kraft- und machtlos.
Ich glaube dir, dass das ein furchtbares Gefühl ist, glaube du mir, ich kenne es auch aus meinem Leben.
Ganz ehrlich gesagt, ich komme selbst aus einer schwer gestörten Familie, da war von Persönlichkeitsstörungen, über
Major Depression bis hin schizoaffektiven und -drepessiven Erkrankungen wahrlich alles dabei, ein Grund warum ich selbst keine Kinder in die Welt gesetzt habe, denn ich kenne das Leid, durch das Menschen gehen, wenn sie von solchen Krankheiten direkt oder indirekt betroffen sind.

Ich bin in einen sozialen Beruf gegangen, weil sich die Ohnmacht als kindlicher Angehöriger so tief in eine Seele brennt, dass es eigentlich nur zwei Wege gibt, als Erwachsener damit umzugehen, aufgeben und alle Muster übernehmen, oder diesem übermächtigen Gegner mit nacktem Arsch ins Gesicht springen.
Dies ist in meinen Augen der bessere Weg, lerne deinen Feind kennen und bekämpfen, lauf nicht vor ihm in den Tod, der ja nun nicht immer punktuell als Lösung da steht, Selbstmord gibts ja auch auf Raten, in dem man sich seinen Dämonen, egal welcher Art, unbewußt gegenüber verhält und sie einem sukzessive und quälend langsam das Licht auslöschen, weil übernommene Lebensmuster das Leben unwürdig und zur Hölle machen.

Mein Wunsch an alle, kämpft bis zum letzten Atemzug, ergebt euch nicht so schnell!
Für mich erscheint alles besser als aus eigenem Schmerz, Leid über andere zu bringen.


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Selbstmord

11.05.2020 um 23:57
Zitat von ViennaHundtViennaHundt schrieb am 02.05.2020:Wenn jemand so weit geht und sich selbst das Leben nimmt, ist er so verzweifelt, dass das Leben für ihn unerträglich geworden ist. Kann ich gut nachvollziehen. Daher bin ich für das Recht auf Sterbehilfe.
Ist das immer so? Ein sehr guter Freund wurde im vergangenen September von seiner Freundin verlassen. Nach 11 Jahren und 3 Söhnen.

Das Leben machte für ihn keinen Sinn mehr. Er überlegte öfters sein Auto gegen einen Baum zu setzen. Ich erinnerte ihn an seine Söhne und schlug ihm psychologische Hilfe vor.

Seit ca. einen Monat hat er eine Neue und, wie es anfangs so ist, ist das Leben wieder schön.

Oftmals sind es doch nur Momentaufnahmen, in denen das Leben wertlos erscheint. Es braucht manchmal nur Zeit.


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Selbstmord

12.05.2020 um 08:12
Zitat von ViennaHundtViennaHundt schrieb am 02.05.2020:Daher bin ich für das Recht auf Sterbehilfe.
Für Sterbehilfe bin ich auch - aber nicht bei jedem, denn:
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:Oftmals sind es doch nur Momentaufnahmen, in denen das Leben wertlos erscheint. Es braucht manchmal nur Zeit.
Man muss da dringend differenzieren. Jemand, der an Krebs im Endstadium leidet und nur noch unter Schmerzen existiert? Ja zur Sterbehilfe. Jemand, der depressiv ist oder eben grade eine Trennung etc. erlebt hat? Nein zur Sterbehilfe.
Zitat von Ashes2AshesAshes2Ashes schrieb:Mein Wunsch an alle, kämpft bis zum letzten Atemzug, ergebt euch nicht so schnell!
Für mich erscheint alles besser als aus eigenem Schmerz, Leid über andere zu bringen.
Ich glaube, das ist für Menschen mit Suizidgedanken schwer zu glauben - viele denken ja eher, sie würden ihre Zugehörigen von einer Last befreien und alles wäre besser und einfacher, wenn sie nicht mehr da wären. Schwer zu lösen ...


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Selbstmord

12.05.2020 um 15:28
Zitat von LuminitaLuminita schrieb:Ich glaube, das ist für Menschen mit Suizidgedanken schwer zu glauben - viele denken ja eher, sie würden ihre Zugehörigen von einer Last befreien und alles wäre besser und einfacher, wenn sie nicht mehr da wären. Schwer zu lösen ...
Hi :)

Sicher mag es Suizidenten geben, bei denen dieser Gedanke vorherrscht bzw. Teil der inneren Rechtfertigungsspirale ist, habe ich selbst schon gehört, doch ebenso wie es viele Gründe geben kann, die einem den Selbsttötung verlockend erscheinen lassen, muss man sich eben ganz genau mit den Motivationen hinter dieser Aussage beschäftigen und eben dem Krankheitsbild, der Störung oder der schlichten Effekthascherei, die dieser Überlegung und Äußerung beim Betroffenen zugrunde liegen kann

Es ist einfach etwas anderes, ob das jemand sagt, der noch vor einem Monat durch einen schweren Autounfall seine Beine verloren hat und körperlich wie geistig noch gar nicht in der Rehabilitation angelangt ist, ob das jemand mit einer schweren endogen verursachten Depression sagt, die er eventuell bereits über Jahre un- oder falsch behandelt hat/ behandeln lässt, oder z.B. jemand sagt der unter z.B. Borderline und z.B. korrespondierenden Störungen leidet, die mit der Grunderkrankung zu tun haben können, aber nicht müssen.

Viele Suizidenten denken schlicht und ergreifend gar nicht mehr über andere nach, kommen aus ihrer inneren Wahrnehmungsspirale schon lange nicht mehr raus.

Das macht es so heikel, einfach zu sagen:
Allet kloar, Kollege! Tu, wat du nich lassen kannst, ist ja dein "freier" Wille!


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Selbstmord

12.05.2020 um 16:03
Zitat von ahriahri schrieb:Aber der Punkt ist, die Hilfe kann nur ankommen, wenn man sie auch zulassen kann & will und es mag dann durchaus auch Menschen geben, die sich dafür entscheiden diesen Weg einfach nicht gehen zu wollen, weil sie vielleicht keine Kraft mehr haben
Ich war an diesem Punkt, hatte keine Kraft, wollte nicht mehr und ein "Zufall", eine Person hatte mich alles überdenken lassen.
Und was psychischen Erkrankungen angeht, denke ich, dass es immer einen Ausweg gibt.
Manchmal helfen die richtigen (empatischen) Worte und manchmal bedarf es, etwas härtere Worte, allerdings jemand der sich nicht in eine solche Lage hineinversetzen kann, es nicht nachvolziehen kann, der ist nicht gerade hilfreich (schon erlebt, macht nur wütend, weil sie meistens BS von sich geben) und dafür gibt es Therapeuten.
Wenn jemand diesen Weg nicht gehen, hat der jenige sich nicht entschieden, sondern hat aufgegeben!


quote=ahri id=27484155]Aber ich kann irgendwo einfach auch nachvollziehen, wenn man nicht nur noch für andere Menschen am Leben bleiben möchte.[/quote]


Versteh ich irgendwie nicht...
Bei mir z.b. ließ ich nie jemanden zu nah an mich heran (emotional), dass war das Problem.
Ich bin immer für mich alleine geblieben, wenn ich gewisse "impulse" bekamm und ich alleine konnte nicht auf die "Lösung" kommen, weil ich niemandem erzählt habe was in mir vorgeht und das ist selbstzerstörung (daran ist sehr viel zerbrochen).
Und als sich jemand, sich dann einfach in meine Welt "gedrängt" hat, fing ich an zu verstehen.
Und zu wissen, dass nur eine Person mich akzeptiert, trotz meiner "Schäden", gibt mir immense Kraft.
Und nur wegen ihr gehe ich jetzt zu Therapiesitzungen, davor hatte ich keinen Gedanken an Therapie verschwendet.
Aber ich lebe nicht für sie oder für irgend wen anders, sondern weil ICH leben will.
Zitat von ahriahri schrieb:ich persönlich finde es auch immer zu bevorzugen, den Hilfen erstmal eine Chance zu geben, bevor man sich dazu entscheidet, sein Leben zu beenden.
Bin voll und ganz deiner Meinung, doch manchmal muss man einer Person einen Schubs in diese Richtung geben, damit er/sie diese Tür überhaupt wahrnimmt und auch öffnet.
Zitat von Ashes2AshesAshes2Ashes schrieb:Ganz ehrlich gesagt, ich komme selbst aus einer schwer gestörten Familie, da war von Persönlichkeitsstörungen, über
Major Depression bis hin schizoaffektiven und -drepessiven Erkrankungen wahrlich alles dabei, ein Grund warum ich selbst keine Kinder in die Welt gesetzt habe, denn ich kenne das Leid, durch das Menschen gehen, wenn sie von solchen Krankheiten direkt oder indirekt betroffen sind.
Oh ja, da kann ich auch ein Lied von singen, dass wort Familie, ist für mich immer noch fremd...
Deshalb kann ich deine Entscheidung, keine Kinder in die Welt setzen, leider nachvolziehen.
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:Ist das immer so? Ein sehr guter Freund wurde im vergangenen September von seiner Freundin verlassen. Nach 11 Jahren und 3 Söhnen.

Das Leben machte für ihn keinen Sinn mehr. Er überlegte öfters sein Auto gegen einen Baum zu setzen. Ich erinnerte ihn an seine Söhne und schlug ihm psychologische Hilfe vor.

Seit ca. einen Monat hat er eine Neue und, wie es anfangs so ist, ist das Leben wieder schön.
Mein Respekt!
Ich glaube, so was nennt man einen WAHREN FREUND!
Und schönes Beispiel dafür, wie sich die Gedankewelt verändern kann, wenn sich jemand bewusst wird: das Leben, ist immer noch lebenswert und geht weiter, trotz der Sinnlosigkeit die man in dem Moment, für das Leben empfindet, wird es wieder schön sein.
Erst recht wenn man Kinder hat MUSS man kämpfen... war woll das beste Argument was du ihm kla machen musstest.
Zitat von LuminitaLuminita schrieb:Man muss da dringend differenzieren. Jemand, der an Krebs im Endstadium leidet und nur noch unter Schmerzen existiert? Ja zur Sterbehilfe. Jemand, der depressiv ist oder eben grade eine Trennung etc. erlebt hat? Nein zur Sterbehilfe.
Stimmt!
Zitat von LuminitaLuminita schrieb:Ich glaube, das ist für Menschen mit Suizidgedanken schwer zu glauben - viele denken ja eher, sie würden ihre Zugehörigen von einer Last befreien und alles wäre besser und einfacher, wenn sie nicht mehr da wären. Schwer zu lösen ...
Als ich ne Zeit lang im krankehaus war, musste ich leider miterleben wie jemand aus dem vierten Stock gesprungen ist.
Am nächsten Tag hatte ich erfahren, dass er die Diagnose Krebs hatte.
Er hatte noch all seine Sachen gefaltet, aufs Bett gelegt und sein Abschiedsbrief darauf gelegt und ist gesprungen.
Sofort kammen, gefühlte 10 Ärzte und pfläger/pflägerinen heraus gestürmt mit Trage und haben noch alles versucht, naja war übel, weil er noch kurz lebte...
In dem Brief stand drinnen, kurz gesagt, dass er seiner Familie nicht zur last fallen will...
Zur der Zeit qualmte und unterhielt ich mich immer mit jemandem(x), der auch die Diagnose Krebs hatte.
X wartete auf das Ergebnis, ob er gutartige oder bösartig war und X war ihn Kontakt mit dem, der im selben Zimmer war, wie die Person die aus dem fenster sprang.
X war nach ner zeit zimlich melancholisch drauf, wollte oft allein sein und hat immer in ein kleines Büchlein geschrieben.
Als er sein Ergebnis (gutartig) bekamm, hat man richtig gemerkt wie ne last von ihm abfiel.

Alle haben X (ein gestandene Mann) in Ruhe gelassen, ich denke, er musste es für sich allein verarbeiten.
Jeder ist in solchen dingen anders gestrickt, mag es jetzt eine diagnose (früher oder später tödlich, langsam kommende körperliche Behinderung usw.), Gedanken(suizid, Depressionen) sein, manche brauchen "nur" Familie/freunde, manche schaffens alleine und manche brauchen die Sichtweise eines therapeuten für einen Denkanstoß, um es dann verarbeiten, verstehen und einordnen zu können... Deshalb bin ich der Meinung, man sollte IMMER, bei psychischen Problemen, einen Therapeuten aufsuchen.
Anders sieht das bei körperlichen Erkrankungen aus und da gibts ja ne Menge, wo ich durchaus, auch die Entscheidung für "selbsterlösung" nachvolziehen könnte.
Zitat von ahriahri schrieb:das ist ein sehr sensibles und schwieriges Thema
Das ist es!


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Selbstmord

12.05.2020 um 16:14
@MTD7
Deine Beiträge gefallen mir. Sie wirken ehrlich und direkt. Mag nicht jeder, ich kann so etwas gut leiden. Man merkt, dass du einiges erlebt hast und noch durchlebst.
Zitat von MTD7MTD7 schrieb:Ich war an diesem Punkt, hatte keine Kraft, wollte nicht mehr und ein "Zufall", eine Person hatte mich alles überdenken lassen.
Ja, ich erinnere die story grob von anderer Stelle, hast du schon mal irgendwo aufgeschrieben... die Frau auf der Brücke?!?
Ein wahrlich passendes timing, gepaart mit einer Gabe, die in dieser oberflächlichen und schnellen Zeit nicht mehr viele haben: Empathie und Mut die Situation richtig zu erfassen und das Richtige zu tun... ist ja schon mal was, dass sie nicht wie viele andere pokemon viecher gejagt oder unterwegs allmy gesnuffed hat... :trollking:
Zitat von MTD7MTD7 schrieb:Manchmal helfen die richtigen (empatischen) Worte und manchmal bedarf es, etwas härtere Worte, allerdings jemand der sich nicht in eine solche Lage hineinversetzen kann, es nicht nachvolziehen kann, der ist nicht gerade hilfreich (schon erlebt, macht nur wütend, weil sie meistens BS von sich geben) und dafür gibt es Therapeuten.
Wenn jemand diesen Weg nicht gehen, hat der jenige sich nicht entschieden, sondern hat aufgegeben!
Kann man so sagen, oder hat Strategien entwickelt mit seinen Dämonen zu leben ( ist auch manchmal Teil der Störung) wird sich höchstwahrscheinlich aber dann auch nicht erfolgreich suizidieren.

Was wiederum gut ist. ;)


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Selbstmord

12.05.2020 um 16:28
@Ashes2Ashes
Zitat von Ashes2AshesAshes2Ashes schrieb:Jedes Mal, wenn dieser Gedanke aufkam, war er schwer zu ertragen, denn ich bin selbst ein sehr lebensbejahender Mensch. Ich schäme mich fast, das gedacht zu haben, denn mein Instinkt sagt mir, gib ihn (den Menschen) nicht auf.
Ich finde nicht, dass du dich dafür schämen müsstest. Natürlich löst sich dein Gefühl deswegen jetzt nicht in Luft auf, aber ich finde den Gedanken, den du beschrieben hast auch einfach menschlich. Es geht dir ja nicht darum, dass jemand "dann halt einfach bis an sein Lebensende leiden muss", sondern darum dass es der Person wieder besser gehen könnte.
Zitat von Ashes2AshesAshes2Ashes schrieb:Ich weiß, es ist sicher nicht der Königsweg, ein Leben lang Medikamente, mit heftigen Nebenwirkungen und Therapien zu sich und in Anspruch zu nehmen, aber es ist ein Weg, den Stoffwechsel so zu beeinflussen, dass es weitergehen kann.
Das definitiv! Es darf halt nur nicht darauf hinauslaufen, dass die medikamentöse Therapie die Einzige ist, denn dann werden nur Symptome bekämpft während die Ursache unberührt bleibt.
Zitat von Ashes2AshesAshes2Ashes schrieb:Die Familie, die Freunde, meinetwegen auch der Therapeut durchlaufen diese Entwicklung ja mit demjenigen und müssen dann selbstverständlich auch so ehrlich und fair sein zu erkennen, wann es Zeit ist loszulassen.
Klingt ideal, war noch nicht in dieser heftigen Situation, aber ich würde es versuchen.
Einen Versuch könnte es auf jeden Fall wert sein.
Ich denke zwar, dass man vorher gar nicht wirklich sagen kann, wie man reagieren würde, wenn man mit so einer Situation konfrontiert wäre, aber wenn ich mir jetzt vorstelle einer meiner Lieben würde mir eröffnen, dass er sterben wolle, ich glaube nicht, dass ich es akzeptieren könnte. Allein die Vorstellung ist schon der Horror.

Andererseits würde ich auch niemanden dauerhaft leiden sehen wollen, das tut als Angehöriger/Freund/Partner ja auch weh. Gerade wenn ich bedenke, dass es auch zur Chronifizierung kommen kann, was psychische Erkrankungen angeht.

Aber was macht der Mensch mit dem Todeswunsch dann, wenn die Familie konsequent dagegen ist? Dann könnte es im Endeffekt ja auch "nur" ein sich den Angehörigen mitteilen, oder sie informieren sein.
Zitat von Ashes2AshesAshes2Ashes schrieb:Also grundsätzlich, bin ich pro Selbstbestimmung was das angeht, und halte eben auch Begleittherapie zum geplanten Abschied für wichtig, also nicht so in den blauen Dunst, aber wenn nach allem, das man versucht hat, und da nehm ich auch den potenziellen Suizidenten ganz unemotional in die soziale Verantwortung für sich und seine Nächsten, ein gemeinsamen Weg in Richtung Abschied die Lösung ist, dann könnte und wollte ich dies akzeptieren.
Ich fände es in der Hinsicht auch unabdingbar, dass es einen fachärztlich betreuten Prozess gibt. Wie genau der aussehen sollte, damit müssten sich letztendlich Leute vom Fach beschäftigen, aber am Ende müsste mMn schon differenziert werden, eben zwischen den Leuten, denen man doch nochmal einen "Schubs in die richtige Richtung" geben kann und denen, die wirklich einfach nicht mehr können/wollen. So etwas könnte im Rahmen von legaler Sterbehilfe mit auf dem Plan stehen. Auch das Gespräch/die Gespräche mit der Familie sollte/n dann mMn begleitet werden.

@MTD7
Zitat von MTD7MTD7 schrieb:Aber ich lebe nicht für sie oder für irgend wen anders, sondern weil ICH leben will.
Freut mich, dass du für dich so eine positive Veränderung erreichen konntest! Da steckt ne Menge Arbeit hinter.. auch wenn ich noch nicht (und hoffentlich bleibt das auch so :D) an dem Punkt war, an dem ich wirklich konkret an Suizid gedacht habe, für mich ist es auch seit Jahren schon ein Kampf um positive Veränderungen und das ist ein harter und frustrierender Weg.

Ich verstehe auch durchaus, was du meinst wenn du sagst "du lebst für dich, weil du leben willst". Ich glaube nur, dass es eben auch Situationen gibt.. ich geb einfach mal ein Beispiel; ne alleinlebende Mutter, Kinder sind erwachsen und führen ihr eigenes Leben, sonst gibt es da auch niemanden mehr. Sie bekommt einmal im Monat Besuch, aber den Rest der Zeit leidet sie einfach nur und wünscht sich, zu sterben. Natürlich wäre das für die Kinder (wir gehen einfach mal von einem guten Verhältnis aus) schrecklich und sie würden um ihre Mutter trauern, aber in so einer Situation könnte ich eben verstehen, wenn man sagen würde, man will nicht am Leben bleiben, nur damit es anderen nicht schlecht geht, wenn man nicht mehr da ist.
Zitat von MTD7MTD7 schrieb:Bin voll und ganz deiner Meinung, doch manchmal muss man einer Person einen Schubs in diese Richtung geben, damit er/sie diese Tür überhaupt wahrnimmt und auch öffnet.
Da stimme ich dir auch vollkommen zu, es kann durchaus sehr hilfreich sein da positiv einzuwirken.


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Selbstmord

12.05.2020 um 16:45
Zitat von willewdawleshwillewdawlesh schrieb am 02.05.2004:glaubt ihr das selbstmord etwas gutes ist?
ich hatte auch schon gedanken.ich fühle mich nicht gut.gar nicht gut.meine frage ist warum wir leben was es für einen sinn hat das ganze leben zu arbeiten oder weoiss nicht was zu machen um danach wieder alles zu verlieren was man verlieren kann?ich verstehe den sinn nicht.wäre es nicht besser wenn alles vorbei wäre?für mich hatt alles keinen sinn mehr aber ja.....
es ist nur eine meinung eines fetten pessimistischen, usw. ja ich weiss nicht was ich rede....aber es stimmt meiner unwichtigen meinung nach
Hallo willewdawlesh,

ich glaube nicht, sondern ich "weiß", da ich mich als logischer Mensch an Fakten halte.

Bezüglich Suizid sehe ich es so, dass Menschen nicht nur das Recht auf Leben haben,
sondern auch das Recht auf Sterben. Jeder Mensch ist für sich selbst verantwortlich
und sollte auch selbst entscheiden, ob und was dieser tut oder sein lässt.

Klar mischen sich Gesellschaft und Justiz ein. Ist immer so, ohne urteilen zu können.

Meines Erachtens ist es irrelevant, ob ein Mensch mehr oder weniger auf der Welt ist.
Tagtäglich sterben Menschen (Krieg, Hunger, Unfall, Erkrankung, Corona) und die Welt dreht sich weiterhin weiter. Das Problem mit Naivlingen ist, dass ein Ableben akzeptiert wird, sobald es einen für die weniger intelligente Masse akzeptablen Grund gibt. Die Tatsache, dass ein Mensch nun gestorben ist, wird dabei außer Acht gelassen. Ob ein Mensch nun durch Suizid oder durch einen Flugzeugabsturz stirbt, ist mE egal. Vielmehr ist ein Suizid humaner, da der Mensch "selbst" entscheiden kann. Bei einem Flugzeugabsturz kann ein Mensch das wohl nicht entscheiden. Letzteres wird aber von der Masse akzeptiert *rolleyes*

Kurzum: Wenn Mensch B sich dafür entscheidet, dann ist das Sache von Mensch B!

Können Dritte beurteilen, ob es besser/schlechter ist? Nein!

Der Sinn des Lebens ist biologisch gesehen die Arterhaltung. Nicht mehr und nicht weniger.
Wenn man sich die Lebenszeit so schön wie möglich gestaltet, dann ist das toll.
Nur muss man auch akzeptieren, wenn es anderen Menschen nicht so gut geht und die andere Optionen wählen.

Ich kannte ein paar Leute, die Suizid begangen haben. Ich wusste, wie diese Menschen sich fühlen und kannte auch alle Umstände. Insofern ist jetzt auch Ruhe eingekehrt und es war besser so. Nur, Menschen müssen das auch akzeptieren.

Witzig ist immer, dass Dritte, die ja nicht betroffen sind, oft davon reden, dass alles besser wird und alles nicht so schlimm ist. WIrklich? Können das Dritte so lapidar beurteilen?

Ich denke, dass jeder Mensch das frei entscheiden sollte und kann.
Kein Dritter vermag zu beurteilen, ob es gut/schlecht ist und wieder "alles" wird.

Ich würde zwar immer kämpfen, abwarten, schauen, drüber schlafen, mich beraten lassen und dann alles abwägen, aber bin ja nicht in so einer Situation.

Ich kann nur sagen, dass Dritte das Leben nicht leben und auch nicht bevormunden sollten.

Bezüglich Arbeit, SInn des Lebens usw.:
Wer sagt denn, dass Du "arbeiten" musst?
Du kannst das Leben doch passend gestalten. Anderer Job, mehr/weniger Geld usw.
Ausbildung, Schule, was Neues wagen/angehen. Schon änderst Du etwas!

Warum verlieren? Mache Dich nicht abhängig und gestalt alles nach Deinen Regeln, sodass
Du "nichts" verlieren kannst und Dir niemand ans Pein pinkeln kann.

Ich bin SOLO und ich kann nicht verlassen werden.
Ich habe keine Frau, also kann diese nicht entführt werden.
Ich habe keine Freundin, also kann diese mich nicht verletzen.
Ich habe keine Kinder, also können diese nicht entführt werden.

Meine Jobs gestalte ich nach meinen Bedingungen bzw. habe mir das "so" ausgesucht.

Ich gebe mich nur noch mit "Intelligenten" ab, sodass ich mir nicht mehr STammtischparolen anhören und mit der dummen MAsse streiten muss.

Entweder DU lässt Dir ein dickes Fell wachsen und funktionierst einfach oder änderst etwas.

Alles Gute und viel Glück!


Einmal eine philosophische Psychologiefrage:
Was wäre denn, wenn DU jetzt sofort den Jackpot im Lotto oder Wünsche frei hättest?
Was würdest Du tun bzw. was würde sich ändern? Ändert sich Deine EInstellung dann?


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Selbstmord

12.05.2020 um 17:22
Zitat von ahriahri schrieb:Es darf halt nur nicht darauf hinauslaufen, dass die medikamentöse Therapie die Einzige ist, denn dann werden nur Symptome bekämpft während die Ursache unberührt bleibt.
Bleibt nicht viel, als dir da zuzustimmen. Medikamentverordnung alleine ist nicht ausreichend. Und tatsächlich auch gar nicht immer auf Dauer von Nöten.
Zitat von ahriahri schrieb:Ich denke zwar, dass man vorher gar nicht wirklich sagen kann, wie man reagieren würde, wenn man mit so einer Situation konfrontiert wäre, aber wenn ich mir jetzt vorstelle einer meiner Lieben würde mir eröffnen, dass er sterben wolle, ich glaube nicht, dass ich es akzeptieren könnte. Allein die Vorstellung ist schon der Horror.
Auch hier volle Zustimmung. Es wäre ein verflixt schwerer Prozess, aber vor dem Hintergrund, dass es therapeutisch begleitet wird allemal besser, als den Menschen in die Isolation mit seinen Suizidgedanken zu treiben und dies
Zitat von ahriahri schrieb:Gerade wenn ich bedenke, dass es auch zur Chronifizierung kommen kann, was psychische Erkrankungen angeht.

in Kauf zu nehmen.
Zitat von ahriahri schrieb:Aber was macht der Mensch mit dem Todeswunsch dann, wenn die Familie konsequent dagegen ist? Dann könnte es im Endeffekt ja auch "nur" ein sich den Angehörigen mitteilen, oder sie informieren sein.
In den Fällen, in denen der Todeswunsch nicht schwindet, ist es leider das, dem man entgegensehen muss.
Zitat von ahriahri schrieb:Ich fände es in der Hinsicht auch unabdingbar, dass es einen fachärztlich betreuten Prozess gibt. Wie genau der aussehen sollte, damit müssten sich letztendlich Leute vom Fach beschäftigen, aber am Ende müsste mMn schon differenziert werden, eben zwischen den Leuten, denen man doch nochmal einen "Schubs in die richtige Richtung" geben kann und denen, die wirklich einfach nicht mehr können/wollen. So etwas könnte im Rahmen von legaler Sterbehilfe mit auf dem Plan stehen. Auch das Gespräch/die Gespräche mit der Familie sollte/n dann mMn begleitet werden.
Absolut. Ohne fachärztliche bzw. -therapeutische Begleitung ist es unmöglich.
Zitat von WissbegierWissbegier schrieb:Ich würde zwar immer kämpfen, abwarten, schauen, drüber schlafen, mich beraten lassen und dann alles abwägen, aber bin ja nicht in so einer Situation.
Genau, darüber ringen wir ja gerade sachlich und emotional: Um die Akzeptanz der freien Entscheidung, aber auch die Notwendigkeit der Differenzierung. Ich spreche ja auch vor einem persönlichen Erfahrungsbackground darüber, dass halt nicht jeder Todeswunsch ein endgültiger ist, wer oder was wäre ich eine solche Entscheidung einfach schulterzuckend hinzunehmen, wenn ich damit bei jemandem konfrontiert bin? Nach meinem Empfinden wäre weit davon entfernt ein gesunder Mensch zu sein, wenn ich nicht alles versuchen würde, dass die Todessehnsucht weichen kann, bevor ich es akzeptiere.

Gleichgültigkeit ist nicht unbedingt gleichzusetzen mit Liberalität vor den Entscheidungen des Gegenübers. Und ich denke da haben eben auch alle Betroffenen eine soziale Verantwortung vor dem Leben und den Lieben einen Prozess zu durchlaufen, damit man eine Entscheidung auch letztlich mittragen kann.
Zitat von WissbegierWissbegier schrieb:Witzig ist immer, dass Dritte, die ja nicht betroffen sind, oft davon reden, dass alles besser wird und alles nicht so schlimm ist. WIrklich? Können das Dritte so lapidar beurteilen?
Es ist halt immer jemand betroffen. Und sei es der, der die Leiche bergen muss, die Nachricht über das Ableben und die Umstände überbringen, die Menschen die eventuell auch körperlich in Mitleidenschaft gezogen wurden ( Beispiel Hochhausspringer landet auf spielendem Kind, Todesfahrer verursacht schweren Unfall mit weiterem Personenschaden) oder die Angehörigen und Freunde, die denjenigen, dessen Versuch tragisch und mit z.B. schweren verbleibenden Hirnschäden gescheitert ist, im Pflegeheim besuchen.

Der Tod ist nur der Exit für den Suizidenten, der Rest hat Traumaknast!

Die Kollateralschäden eines Suizids müssen genauso abgewogen werden, wie der eigene Todeswunsch in der einen und die Chance auf Heilung in der anderen Hand.

Einfach ist das Leben nicht, aber es ist nach meinem Verständnis dennoch wert gelebt zu werden, oder es zumindest zu versuchen.

Wenn gar nichts mehr geht, und erst dann, muss selbstverständlich auch die Gesellschaft in die Pflicht genommen werden, dies zu akzeptieren.


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Selbstmord

12.05.2020 um 17:29
leider zu spät für Edith:

wenn auch ot, kurze Anmerkung:
bin ehrlich, hatte heute einen sehr stressigen Tag und bin dünnhäutig, heute fällt es mir wirklich schwer empathisch zu sein und die richtigen Worte zu finden.
gefällt mir alles gerade nicht so... was ich schrieb, ist noch nicht rund... erst mal sorry for that...
ich muss nachdenken :(


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Selbstmord

12.05.2020 um 19:33
Zitat von MTD7MTD7 schrieb:Mein Respekt!
Ich glaube, so was nennt man einen WAHREN FREUND!
Danke, aber das hätte wohl jeder so gehandgehabt. Ich hab lang darüber nachgedacht, wie ich nun damit umgehen soll. Polizei informieren und ihn einweisen lassen? Rund um die Uhr ihn "bespaßen"? Letzteres war nicht machbar, da ich selbst gerade einen Job anfing, der mich gut einspannt und dazu noch eine eigene Familie. Beim ersteren wusste ich nicht inwieweit ich ihm da einen Gefallen täte.
Zitat von LuminitaLuminita schrieb:Man muss da dringend differenzieren. Jemand, der an Krebs im Endstadium leidet und nur noch unter Schmerzen existiert? Ja zur Sterbehilfe. Jemand, der depressiv ist oder eben grade eine Trennung etc. erlebt hat? Nein zur Sterbehilfe.
Jup, definitiv.


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Selbstmord

12.05.2020 um 22:06
Zitat von DerThoragDerThorag schrieb:aber das hätte wohl jeder so gehandgehabt.
Sag das mal nicht, ich kenne läute die hätten noch drauf getreten...

Was anderes als ihm kla zu machen, dass es Menschen gibt die ihn vermissen würde, wenn er sich das Leben nehmen würde, hättest du ja auch nicht machen können.
Er musste sich selbst entscheiden, einen Therapeuten aufzusuchen und das hat er ja... Wegen deinen Worten...


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Selbstmord

12.05.2020 um 23:45
@Ashes2Ashes
Zitat von Ashes2AshesAshes2Ashes schrieb:Ja, ich erinnere die story grob von anderer Stelle, hast du schon mal irgendwo aufgeschrieben... die Frau auf der Brücke?!?
Ein wahrlich passendes timing, gepaart mit einer Gabe, die in dieser oberflächlichen und schnellen Zeit nicht mehr viele haben
Interresant...
Das stimmt leider, ihr Verhalten hatte mich schwer beeindruckt, trauriger weise kann es daran liegen, dass sie nicht in Deutschland aufgewachsen ist und deshalb auch empatischer bzw. Aufgeschlossener ist.
Zitat von Ashes2AshesAshes2Ashes schrieb:oder hat Strategien entwickelt mit seinen Dämonen zu leben ( ist auch manchmal Teil der Störung) wird sich höchstwahrscheinlich aber dann auch nicht erfolgreich suizidieren.
Jede Person ist anders gestrickt.
Und solange sie glücklich werden kann...
Zitat von Ashes2AshesAshes2Ashes schrieb:Was wiederum gut ist. ;)
Punkt



@ahri
Zitat von ahriahri schrieb:für mich ist es auch seit Jahren schon ein Kampf um positive Veränderungen und das ist ein harter und frustrierender Weg.
Das ist er... Bin selbsterst noch bei ca. 30 % aber ich weiß, dass er sich lohnt.
Zitat von ahriahri schrieb:ich geb einfach mal ein Beispiel; ne alleinlebende Mutter, Kinder sind erwachsen und führen ihr eigenes Leben, sonst gibt es da auch niemanden mehr. Sie bekommt einmal im Monat Besuch, aber den Rest der Zeit leidet sie einfach nur und wünscht sich, zu sterben. Natürlich wäre das für die Kinder (wir gehen einfach mal von einem guten Verhältnis aus) schrecklich und sie würden um ihre Mutter trauern, aber in so einer Situation könnte ich eben verstehen, wenn man sagen würde, man will nicht am Leben bleiben, nur damit es anderen nicht schlecht geht, wenn man nicht mehr da ist.
Jetzt hab ich verstanden was du mit meintest, jetzt hab ich auch verstanden warum ich es nicht verstanden habe...
Da fällt mir ein Spruch ein, den ich selbst erst sehr spät verinnerlicht habe: nur sprechenden Menschen kann geholfen werden.
Würde die Mutter mit ihren Kindern darüber reden, würde sich die Beziehung Wohlmöglich verbessern bzw. sie würden enger zusammen wachsen
Mehr kann ich dazu nicht sagen, bin zimlich scheiße darin, was familiäres angeht.
Zitat von Ashes2AshesAshes2Ashes schrieb:Die Kollateralschäden eines Suizids müssen genauso abgewogen werden, wie der eigene Todeswunsch
So was ähnliches wurde mir auch gesagt.
Ehrlich gesagt war es mir in der damaligen situation zimlich egal.
Das Ding ist halt, Menschen die in solchen Gedankengängen gefangen sind, haben einen tunnelblick und können nicht wirklich klar denken.
Sie haben nur Ihren Schmerz (jegliche Art) im Kopf, der Ihren Verstand lähmt.
Da kann man aus meiner Erfahrung nicht von selbst raus kommen, wenn man schon zu tief drin ist, in meinem Fall ist es z.b. ne aufachklatche gewesen.
Das kann man aber auch nicht bei jedem machen.

Naja... Sagte schon jemand schweres Thema...
Zitat von Ashes2AshesAshes2Ashes schrieb:Einfach ist das Leben nicht, aber es ist nach meinem Verständnis dennoch wert gelebt zu werden, oder es zumindest zu versuchen
Schön Einstellung!


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