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Meine Krankheit - Eure Meinung

41 Beiträge, Schlüsselwörter: Krankheit
liberator
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Meine Krankheit - Eure Meinung

02.05.2004 um 14:40
Eigentlich wollte ich diesen Post bei "Psychische Erkrankungen" bringen, aber weil er so lang ist, eröffne ich einfach einen extra Thread, damit es auch genug mitkriegen.
Also gut, dann werde ich jetzt mal in allen Details über mich erzählen. Aber Achtung, ist ziemlich "strange", wie man so schön sagt.
Aber wie manfred schon sagte, wir sind ja anonym. Es ist besser, anonym für verrückt gehalten zu werden...
Achtung, dieser Post ist etwas lang, wie ihr seht, also nur weiter lesen, wenn es euch wirklich interessiert.

Also, ich leide seit 6 Jahren, um genau zu sein, seit dem 26.6.1998 ca. 21 Uhr an einer chronischen psychischen/psychosomatischen Störung.
Die psychiatrische Diagnose lautet: Psychose aus dem schizophrenen Formenkreis (hebephrener Verlaufstyp).
Aber wie schon gesagt, ich halte nichts von psychiatrischen Diagnosen, denn wieso soll ich Wert auf Diagnosen von Leuten legen, die keine oder fast keine
Heilungserfolge nachweisen können. Es heißt ja: "Wer heilt, hat Recht".
Ok, aber das nur nebenbei, geht ja jetzt um mich.

Wenn ich meine Krankheit beschreibe, würde ich sie erstmal der Einfachheit halber in drei Bereiche unterteilen.

1. Ursache
2. Auslöser
3. Symptomatik

Gehen wirs mal der Reihe nach durch. Das einfachste ist natürlich, die Ursache ausschließlich in der Kindheit zu suchen. Das trifft bei mir auch zu, aber nachdem ich mich in der letzten Zeit viel mit Esoterik, besonders Astrologie, beschäftigt habe, denke ich mittlerweile, dass die wahre "Ursache" in früheren Leben zu suchen ist. Und deswegen schreib ich das Wort Ursache auch in "" , denn wenn man an Karma glaubt, also das Gesetz von Ursache und Wirkung, dann wird die Ursache so vielschichtig sein, dass es schwer ist, sie in Worte zu fassen.
Vielleicht bin ich auch einfach nur in diesem Leben "dran", eine solche Erfahrung zu machen. Ich weiss es nicht.
In jedem Fall weiß ich intuitiv, dass auch meine Kindheitserfahrungen, auf die ich gleich noch näher eingehen werde, schicksalhaft vorbestimmt waren, oder
anders ausgedrückt: dass ich sie mir ausgesucht habe, einfach weil meine Seele sich bewusst dieses Leben ausgesucht hat.
Dasselbe gilt auch für den Ausbruch der Krankheit, wozu ich später noch komme.

Nicht so sicher bin ich mir allerdings für die Zeit danach, also die letzten sechs Jahre, denn nachdem meine Seele es durch die "Somatisierung", also die
Entstehung der körperlichen Symptome erfolgreich geschafft hat, mir ihren Konflikt bzw. ihren Schmerz bewusst zu machen, hätte ich ihr (also mir) eigentlich den Gefallen tun können, ihren "Wink mit dem Zaunpfahl" etwas zu beachten, oder anders ausgedrückt: Meine Krankheit zu akzeptieren und den - am Ende aber unvermeidlichen - Entwicklungsschritt zu bestreiten, der mir durch sie auferlegt wurde.
Anstattdessen habe ich meine Seele - nett wie ich bin - ignoriert (mittlerweile 6 Jahre lang), und, zumindest unbewusst, sogar noch alles dafür getan, meinen Zustand weiter zu verschlimmern oder den Zaunpfahl immer breiter werden zu lassen, um mal bei diesem Bild zu bleiben.
War auch das vorherbestimmt? Oder muss ich mir dafür die Schuld geben? Was vielleicht gar nicht so schlecht wäre, denn es heißt ja auch: Wem du die Schuld gibts, gibst du auch die Macht...

Aber ich war ja bei meinen Eltern: Also meine Eltern hatten eine sehr extreme Beziehung, die geprägt war von Spannung, Streit, Terror. Vater auch Alkoholiker zu der Zeit.
Meine Eltern sind aber auch einfach extrem gegensätzliche Persönlichkeiten (was wohl auch die Faszination an der Beziehung war, wie beide zugeben).
Interessant: Das bestätigt auch die Astrologie. So ist nämlich mein Vater am 21.4.48 geboren (erster Tag des Stiers), meine Mutter am 24.10.48 (erster Tag des Skorpions). Tja, was soll man sagen, liegt sich genau gegenüber! Stier Erdzeichen, Skorpion Wasserzeichen, passt auch. Meine Mutter eher gefühlsbetont, ausdrucksstark, mein Vater intellektuell, abweisend, destruktiv. Eine gute Mischung. Da fliegen die Einrichtungsgegenstände und wenn die eine sich mit dem 3jährigen Sohn im Schlafzimmer einsperrt, wird die Tür vom anderen wieder aufgebohrt.
Aber warum meine Mutter es fast 12 Jahre mit meinem Vater ausgehalten hat, hat sie mal selber erklärt, weil sie nämlich unbewusst leiden wollte! Das fällt
jetzt wohl auf mich zurück...
Tja, ich selber hatte zu meinem Vater praktisch eine "nicht vorhandene" Beziehung (er hat mich ignoriert), während meine Mutter eher versuchte - und immer noch versucht! - mich zu bemuttern.
Aber ich will beiden keine Vorwürfe machen, siehe oben (Wem du die Schuld gibst...)

Soviel mal zum Thema "Ursache", das nächste ist "Auslöser". Hier wird die Geschichte richtig "strange". Also, ich hab ja oben schon geschrieben, der Moment wo sich die Krankheit manifestiert hat (die Seele war ja schon vorher krank), lässt sich genau datieren, nämlich 26.6.98 so zwischen 21 und 21:30 Uhr! Also von einem Moment auf den anderen.
Und das war so: Ich weiss noch, es war gerade Fußball-WM, ich wohnte zu der Zeit bei meiner Mutter (Eltern schon seit ´93 getrennt) und wollte meinen Vater besuchen, der nur 15 Minuten entfernt wohnte, halt um Fussball zu schauen.
Vorher wollte ich aus der Speisekammer noch etwas Süßes mitnehmen. Da nichts anderes da war, entschied ich mich für eine weiße Kochschokolade (die, wie der Name schon sagt, eigentlich zum Kochen gedacht ist, nicht zum normalen Verzehr). Zu diesem Zeitpunkt war mir schon unbewusst klar, dass mir diese weiße Kochschokolade zum "Verhängnis" werden würde!
Als ich dann also so auf dem Sofa lag und Fussball schaute, nahm ich einen Bissen von der weißen Kochschokolade. Daraufhin rumorte mein Magen ganz fürchterlich, man könnte sagen, er zog sich zusammen und seitdem fühle ich mich nicht mehr "normal". Ich war in dem Moment nicht sonderlich überrascht,unbewusst dachte ich wohl: "Ah, endlich hat meine Seele einen Weg gefunden, mir ihren Konflikt bewusst zu machen, durch eine weiße Kochschokolade, sehr interessant". An dieser Stelle interessant zu erwähnen: Ein Psychiater bezeichnete diese "Story" als "Teil Ihrer Schizophrenie".
Tja, vielen Dank auch.

Ok, wie fühle ich mich denn seitdem. Damit sind wir bei der Symptomatik.
Ich zähle die Symptome, so wie ich sie jetzt wahr nehme, erstmal in Stichworten auf.

Körperliche Symptome:

1. Eine permanente, nervliche Anspannung
2. Eine gestörte, bzw. verminderte Gefühlswahrnehmung; d.h. ich nehme körperliche Gefühle wie z.B. Hunger, Durst, Kälte, oder auch Stuhldrang nur noch vermindert, "wie hinter einer Mauer", wahr.
3. Eine ständige Luftentwicklung im Darm (Blähungen).

Psychische Symptome:

1. Ständiges Auftreten und in den Vordergrund drängen negativer Gedanken.
2. Eine ständige, innere Antriebslosigkeit und in Zusammenhang damit:
3. Ein gewisser Drang zur Selbststörung bzw. die Tendenz, meinen inneren Zustand, egal wie unerträglich er ist, zu ignorieren (selbst nach fast 6 Jahren
noch)
4. Subjektive Wahrnehmung meiner inneren Welt als absolutes Chaos und Projektion dessen auf die Wahrnehmung der äußeren Welt.

Hatte das schonmal so geschrieben, musste ich jetzt nur kopieren, praktisch. Naja, hätte es aber auch gerne nochmal neu geschrieben, ich liebe es ja, über
meine Krankheit zu reden...

Tja, an dieser Stelle noch zu erwähnen, in dem Thread "Ja zum Leiden?" habe ich schon ironisch beschrieben, welche Kräfte das sind in mir, die mich gerne
leiden lassen wollen und die eigentlich meine Krankheit "am Leben erhalten" wollen. Hier der Link:

http://www.allmystery.de/system/forum/data/mg4245.shtml

Zu den Symptomen muss ich noch sagen, das hat sich natürlich im Laufe der Jahre verändert. Am Anfang waren die ständigen Blähungen das schlimmste. Ist ja auch logisch - da stand ich ja auch noch mehr in der Öffentlichkeit...
Das ist aber mit der Zeit sowieso eher besser geworden, dafür alles andere ungleich schlimmer! Zu der gestörten Gefühlswahrnehmung z.B.: Mittlerweile kann ich mich z.B. auch eiskalt duschen, ohne dass mich das sonderlich stören würde! Das hätte ich früher nie gemacht, weil ich da eigentlich sehr empfindlich bin.
Ich denke ja, die körperlichen Symptome sind ein Spiegelbild der Seele (deswegen heisst es ja auch psycho-somatisch). Und gerade die Sache mit den Gefühlen ist dafür ein klassisches Beispiel. Denn ich neige auch dazu, meine seelischen Gefühle in mich "hinein zu fressen", was fatal ist, da ich eigentlich sehr viele Emotionen in mir habe, wahrscheinlich mehr als viele andere.

Und ich meine, es ist schon irgendwie krass. Nach außen hin versuche ich unbewusst immer, eine Maske aufrecht zu erhalten - siehe der Thread "Die Maske unserer Persönlichkeit", auch von mir erstellt.

http://www.allmystery.de/system/forum/data/mg4029.shtml

Was mir auch fantastisch gelingt, beispielsweise meine Arbeitskollegen bei der Post, mit denen ich immerhin zwei Jahre zusammen gearbeitet habe, gingen bis zuletzt davon aus, dass ich völlig "normal" bzw. gesund bin. Denn genau diesen Eindruck versuche ich ja auch nach außen hin (erfolgreich) zu erwecken.

Tja in den 6 Jahren jetzt war ich 1 Jahr in der Psychiatrie (im Grunde auch nur, um mir selbst zu schaden, ich wusste von Anfang an, dass die mir dort nicht
helfen können). Zwei mal hab ich "versucht, mich umzubringen", einmal mit Fön in die Badewanne und einmal mit den verschriebenen Medikamenten aus der Psychiatrie. (Aber, wie ich schon im Thread "Selbstmord" geschrieben habe, ein Selbstmord-"Versuch" ist für mich immer nur ein Hilferuf)

Schule hab ich dann später abgebrochen, war vorher auf dem Gym, hab ´99 noch Qualifiz. Hauptschulabschluss extern gemacht. Aber eben auch keine
Berufsausbildung, dazu fühle ich mich bis heute nicht wirklich in der Lage. Hm, naja moment, vielleicht wäre ich doch in der Lage, auch wenns mir sehr schwer fallen würde. Aber vielleicht wärs auch gar nicht so gut, denn anders als z.B. bei Manfred, der mit seiner Krankheit lebt und auch arbeiten geht, sehe ich meine Krankheit als vorübergehenden Zustand, als Entwicklungsschritt, als Aufforderung, etwas an mir zu ändern und vielleicht wäre es auch gar nicht gut, wenn ich das versuchen würde, zu ignorieren, indem ich versuche, ein "normales" Leben zu führen. Obwohl Moment, das versuche ich ja so auch schon - zumindest innerlich. Tja, sollte ich vielleicht mal ändern. Aber wenn ich es gestern nicht getan hab, warum sollte ich es dann heute oder morgen tun? Denn wie schon mal jemand treffend über mich formuliert hat: Wieso etwas ändern, was erwiesenermaßen funktioniert?

Ich meine, seit zweieinhalb Jahren wohne ich wieder bei meiner Mutter. Soll ich meiner Mutter eigentlich dankbar sein, dass sie seitdem für mich kocht, putzt, zusieht, wie ich hier so mehr oder weniger dahinvegetier und dafür als Dank von mir noch jeden Tag beleidigt oder teilweise sogar körperlich angegriffen wird? Ich denke nicht. Aber wenn sie so blöd ist, hat sie es wirklich nicht anders verdient. Schade nur, dass dabei auch mein Leben draufgeht.

Mein Problem ist: Der negative Teil in mir handelt nach folgenden Mottos:

- Was du heute kannst besorgen, das verschiebe ruhig auf morgen
- Was du gestern nicht getan, das fange heute auch nicht an

Ist doch auch irgendwie logisch. Ein Computer wird unter den selben Voraussetzungen auch immer gleich reagieren. Wenn ich morgens - oder eher nachmittags - aufwache, ist meine Ausgangsposition auch immer dieselbe. Also kommt auch immer dasselbe Ergebnis raus - nämlich gar nichts...



Tja ich denke, das sollte es erstmal gewesen sein, habe versucht, mich so kurz wie möglich zu fassen...
Naja, wahrscheinlich ist das bald sowieso alles vorbei, hab ja schon im Thread "Schizophrenie" erzählt, dass ich bald in eine sehr gute psychosomatische Klinik gehe, die dort auf eine ganz besondere Art arbeiten, die mir hoffentlich helfen wird.

Ist jetzt aber auch egal, denn mich interessiert natürlich eure Meinung zu meiner Krankheit! Was haltet ihr davon? Bin sehr gespannt.
Und wie gesagt - ihr braucht mich nicht für verrückt zu halten. Denn wie schon erwähnt, würden wir uns zufällig auf der Straße treffen, würdet ihr euch nicht
10 % von dem vorstellen können, was ich gerade über mich geschrieben habe. Ihr würdet mich wahrscheinlich für völlig normal halten.

Ach ja, wenn ihr Fragen habt, bitte, werde sie gerne beantworten.









Die Wahrheit hat die Kompliziertheit nur deshalb ins Dasein gerufen, um den Augenblick hinaus zu zögern, in dem sie sich in die eigenen Augen schauen muss.


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Meine Krankheit - Eure Meinung

02.05.2004 um 14:52
ok, nimm´s mir nicht übel, aber vllt klärt es eine metapher; wie soll ein buch, auf dem vorne steht: alles in diesem buch ist falsch" die wahrheit sagen können?

denk mal drüber nach, v.a. auch darüber:
"An dieser Stelle interessant zu erwähnen: Ein Psychiater bezeichnete diese "Story" als "Teil Ihrer Schizophrenie".
Tja, vielen Dank auch. "

herr, ich danke dir, dass ich nicht so bin, wie die anderen!
lukas evangelium, neues testament


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balda
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Meine Krankheit - Eure Meinung

02.05.2004 um 15:01
stundenlang haben wir das thema schizophrenie in den psychosozialen behnadlungsverfahren(Ergotherapie) durchgekaut, sehr interessant. ich habe dolle respekt vor menschen mit schizophrenen Störungen, denn ihr seid die, die wirklich NORMAL sind.
(was ist schon normal, aber verkehrte welt)


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katy
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Meine Krankheit - Eure Meinung

02.05.2004 um 15:42
@liberator
krass!
Mir fällt so direkt gar nicht ein, was ich dazu sagen soll...
und du weißt seit dieser weißen kochschokolade, dass mit dir was nicht stimmt oder was???
Genau seit dem augenblick, oder hattest du vorher auch schon den gedanken, dass mit dir was nicht "stimmt"???


kann man sich finden
indem man sich verliert?


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Meine Krankheit - Eure Meinung

02.05.2004 um 18:39
Ich hab eine Frage an balda:

Ihr habt das sicher schon tausendmal jemandem hier erklärt, bin aber relativ neu.

Was meinst du mit der Aussage, dass Schizophrene normaler als wir sind?
Wie geht das genau?

Ich bin wie der Wind, der mich trägt: rau, aber
sanft, flüchtig, doch immer vorhanden. Zusammen
fliegen wir über die Phantasie hinaus.


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liberator
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Meine Krankheit - Eure Meinung

02.05.2004 um 18:49
@katy

Also, ich wusste vorher sicher auch schon, "dass mit mir was nicht stimmt". Aber ich habe immer versucht - und tu das fatalerweise eigentlich immer noch - normal weiter zu leben. Aber meine Seele war wie gesagt schon vorher krank.
Nur wusste ich das halt nicht. Also musste sie es mir zeigen.
Also die Geschichte mit der weißen Kochschokolade ist wirklich nur der Auslöser und nicht die Ursache.

Ich hatte die Krankheit zwar vorher schon "in mir", aber erst durch diese Geschichte ist sie wirklich ausgebrochen.
Ich meine, ich hab z.B. vorher auch schon seit ich denken kann, an den Fingernägeln geknabbert und war immer irgendwie nervös, unausgeglichen, aber das würde ich mal noch nicht als krank bezeichnen.
Verstehst?

Die Wahrheit hat die Kompliziertheit nur deshalb ins Dasein gerufen, um den Augenblick hinaus zu zögern, in dem sie sich in die eigenen Augen schauen muss.


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liberator
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Meine Krankheit - Eure Meinung

02.05.2004 um 18:56
@Palladium

hehe, ich weiss was du meinst ;)
Genau das hab ich mir auch schon mal überlegt. Wahrscheinlich hast du Recht.


Die Wahrheit hat die Kompliziertheit nur deshalb ins Dasein gerufen, um den Augenblick hinaus zu zögern, in dem sie sich in die eigenen Augen schauen muss.


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Sidhe
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Meine Krankheit - Eure Meinung

02.05.2004 um 19:05
@liberator: Habe heute auch einen ausführlicheren Text über meine Erkrankung geschrieben, im Thread über psychische Erkrankungen, falls dich das interessieren sollte.

Greets

Wer im Kopf nur Stroh hat, sollte sich vor dem Funken der Wahrheit in Acht nehmen.


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Meine Krankheit - Eure Meinung

02.05.2004 um 19:17
Als ehemaliger Psychiatriepfleger habe ich mit sog. Schizophrenen Kontakt gehabt. Die Behandlungen zu jener Zeit waren fürchterlich (Elektroschocks u. dergleichen). Später erst, kam ich zu der Überzeugung das jene, die dieses Krankheitsbild leben, vielleicht auf radikalste Art ausdrücken, daß es "kein richtiges Leben im Falschen" (Adorno??) gibt. Alles Gute @liberator!


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katy
ehemaliges Mitglied

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Meine Krankheit - Eure Meinung

02.05.2004 um 19:18
@liberator
wenn du nichts diese sperre in dir gehabt hättest, also nicht wie normal weiter gelebt hättest, was hättest du dann am besten getan?
hättest du dich an einen psychiater gewandt?

kann man sich finden
indem man sich verliert?


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02.05.2004 um 19:37
@liberator

Hut ab vor deinem Mut, dich deiner Krankheit zu stellen!

Alles Gute und viel Erfolg in der Klinik, Gruß *cha*


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buddha
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Meine Krankheit - Eure Meinung

02.05.2004 um 20:09
Können Schizophrene sich selbst krank nennen, aber nicht schizophren?
Kann ein Mensch sich krank nennen, aber nicht schizophren?
Alkoholiker tun das auch, sie seien krank, aber keine Alkoholiker.


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liberator
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Meine Krankheit - Eure Meinung

02.05.2004 um 20:10
@katy

nee, natürlich nicht
Ich hab es mit alternativen Sachen probiert, Geistheilung, Schamanismus, Naturheilverfahren, Homöopathie.
Aber das alleine war bei mir zuwenig...Es lag eher an mir...
Ich muss mich als Person ändern. Ich muss ein anderer Mensch werden. Das kann ich vor allen Dingen nicht, solange ich hier noch bei meiner Mutter wohne.
Hoffe, dass ich das in der Klinik schaffe, da werde ich dazu gezwungen werden, aber das ist für mich nur gut

Die Wahrheit hat die Kompliziertheit nur deshalb ins Dasein gerufen, um den Augenblick hinaus zu zögern, in dem sie sich in die eigenen Augen schauen muss.


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Meine Krankheit - Eure Meinung

03.05.2004 um 10:21
Hmmm, ist schon ziemlich heftig...

für mich, als Dummie auf diesem Gebiet, hören sich die psychischen Symptome irgendwie ein bisschen nach Depressionen an.

Über die Ursachen einer solchen Krankheit lässt sich wohl nur spekulieren. Sicherlich ein zusammentreffen verschiedener Aspekte.

Vielleicht kann dir bei der Ursachenforschung die Hypnose helfen, also praktisch dein Unterbewusstsein.

Deine Antriebslosigkeit liegt wohl an deinem übermächtigen inneren "Schweinehund" der nicht so leicht zu überwinden ist oder sein wird.
Den kenn ich auch nur zu gut. ;)

Wenn ich deinen 1. Post richtig gelesen hab, hast du leider niemanden, dem du dich wirklich anvertrauen kannst, denn du versuchst ja in der Öffentlichkeit immer als "normal" durch zu gehen, was dir auch gelingt. Vielleicht hast du auch in der damaligen Psychischen Behandlung das selbe versucht?

Leider Gottes kann ich dir bei diesem Thema sonst nicht viel weiter helfen. Aber ich hoffe für dich, dass Du in der Klinik jemanden findest, der sich wirklich dir witmed und nicht nur einen weiteren Psychologen, für den du nur ein Patient unter vielen bist. ;) TOI TOI TOI!



Wenn jemals irgendwer genau rausfindet, wozu das Universum da ist und warum es da ist, dann verschwindet es auf der Stelle und wird durch etwas noch Bizarreres und Unbegreiflicheres ersetzt.
Es gibt eine 2te Theorie, nach der das schon passiert ist. Douglas Adams - Das Restaurant am Ende des Universum


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manfred
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Meine Krankheit - Eure Meinung

03.05.2004 um 12:36
@liberator,

du solltest erts mal was gegen deine Antriebsstörungen tun !
Überwinde dich ,mach was. Und ergib dich nicht in dein Schicksal.
Wenn du was tust, vielleicht ein hobby oder so, lenkst du dich ab und musst nicht dauernd über dein Krankheit nachdenken!
Warte mal ab die in der Klinik haben siche auch ne tole Ergotherapie. Vielleicht findest du da ja ne Tätigkeit die dir Spass macht.
Und probiere mal über iene Reha-Massnahme wieder Fuss im Arbveitsleben zu fassen.
Also nur Mut !

MFG Manfred

manfred wirth


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wirrwar
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Meine Krankheit - Eure Meinung

05.05.2004 um 17:25
Hi, ich hab mich hier extra angemeldet, um Dir zu schreiben...
Ich finde es gut, daß Du bereit bist, Dich dieser Krankheit zu stellen, leider hat mein Bruder das nicht getan, diese Geschichte möchte ich Dir hier erzählen.
Vorgeschichte:
Bei meinen Eltern gab es sehr viele Spannungen, mein Vater war intellektueller Choleriker, sehr dominant, meine Mutter hatte ihn bewundert, es gab Spannungen und Streit, aber das war m.E. noch alles relativ in Ordnung.
Der Vater starb, plötzlich an einem Herzinfarkt, da war mein Bruder acht Jahre alt, (ich war sechs)
Schon ein paar Wochen später hatte meine Mutter einen neuen "Freund", damit begann die eigentlich wirklich üble Zeit. Dieser Mann beutete meine Mutter aus, und zwang auch uns Kinder für ihn zu arbeiten, in einer Druckerei.
Natürlich gab es da Widerstand, Streit, Aufstand... Leider ließ mein Bruder seinen Frust an mir aus, sehr oft schlug er mich.
Mit 14 Jahren wurde das so schlimm, daß ich von zuhause fort bin, da gings mir dann besser, in der Großstadt habe ich Freunde gefunden. Zuvor hatte mein Bruder sein Interesse an Sprengstoff entdeckt, und sich mit einer selbstgebastelten Rohrbombe ein paar Finger weg gesprengt, mich mit einem Messer bedroht, so daß ich wirklich Angst um mein Leben hatte.
Zuhause ging die Hölle weiter, bis mein Bruder versuchte, diesen Freund meiner Mutter mit einer Bierflasche zu erschlagen. Erst nach diesem Vorfall hat sich meine Mutter von diesem Kerl getrennt.
Mein Bruder wurde aber immer agressiver, er schlug auch meine Mutter, er hatte Wahnvorstellungen zB. "schwarze Autos fahren ums Haus, das hat etwas mit ihm zu tun, er könnte die Sonne manipulieren, er müsste auf irgendwelche Stimmen hören, etc." Einige Zeit hatte mein Bruder eine eigene Wohnung, in der er sein gesamtes Erbe verlor, sozusagen "rausgeschmissen" mit stundenlangen Taxifahrten, Geld falschen Freunden geschenkt, und anderen aberwitzigen Aktionen. Seine Wohnung war völlig versaut und verdreckt, als er alles Geld rausgeschmissen hatte, zwang er mich, das gemeinsam geerbte Haus meiner Oma zu verkaufen. Dagegen konnte ich mich nicht wehren, da es mir nicht gelungen war, ihn zu entmündigen, der Vormundschaftsrichter meinte, es müsste erst was passieren...
Letztendlich passierte dann auch was. Mein Bruder sprengte eine zweite Rohrbombe in unserer Garage, aber die ist seitlich aufgegangen und hat nur seine Arme verbrannt, ist aber nicht explodiert, sonst wäre das halbe Haus mitsamt meiner Mutter in die Luft geflogen.

Seitdem lebt mein Bruder in einem recht schönen Heim, hat ein eigenes Zimmer eigentlich geht es ihm nicht schlecht. Täglich nimmt er Medikamente, da er sonst unberechenbar und agressiv wird. Zu anderen Heimbewohnern hat er keinen Kontakt. Therapien jeglicher Form lehnt er ab, der Kontakt zu Therapeuten und Betreuern begrenzt sich auf das Nötigste.

Ich habe den Eindruck, mein Bruder hat überhaupt keine Gefühle anderen Menschen gegenüber, er ist eiskalt.

Ich habe keinen Kontakt zu ihm und ich will es auch nicht.
Mein Bruder ist jetzt 48 Jahre und wird sein Leben lang in diesem Heim verbringen.
Aber er will es nicht anders.

Versuche, alles daran zu setzen, daß Du ein anderes Schicksal hast...
Und lasse endlich deine Mutter in Ruhe!

Liebe Grüße, Wirrwar


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habib
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Meine Krankheit - Eure Meinung

06.05.2004 um 08:56
@ Lieber Liberator!

Während ich Deinen Beitrag gelesen habe, habe ich mehrere Male geweint!
In Deinen Beitrag habe ich meine persönliche Geschichte wiedererlebt.

Du und Sidhe seid momentan in einem Heilungsprozess!

Die Entscheidung zu treffen, um alles mit anderen zu teilen, war die erste Schritte der Heilung, weil es beweist, dass man selbst entdekt hat, etwas zu rausschmeisen gibt.

Euch wird eine Rückführung in Form von Famienaufstellung sehr helfen.
Ich schlage vor erst ein Buch von Bert Hellinger zu lesen, ich habe erst das Buch von Dr.Ulsamer " ohne Würzel keinen Flügel" gelesen, das sehr zu empfelen ist.

Nachdem ich das Buch gelesen habe, habe ich meine Familie aufgestellt, was mir sehr geholfen hat.

Ich habe einen langen spirituellen Weg hinter mir, und meine kleine Erleuchtung war von meiner selbstwertlosigkeit blockiert, bis ich mit meinem innerem Kind gearbeitet habe.

Karma, welche Du darüber gesprochen hast, ist ein wesentliche Punkt.
Du und Deine Eltern haben vor Eurere Inkarnationen in astrale Ebene dieses Leben für Euerer Entwicklung ausgesucht.

Die Seele sucht für ihre weitere Inkarnation immer die passende Eltern, Stadt, hautfarbe, armut, Reichtum, Ereignisse.

Die Seele übernimmt immer vieles von Erdische Eltern, weil hier eine Theaterschule ist mit risigen Bühne. Du spielst heute Opfer und gestern warst Du Täter. Heute bist Du ein Mann, Morgen wirst Du eine Frau.

Alles hat einen Sinn.

Die Meditation, Affirmation und Arbeit mit Innerem Kind und Familienaufstellung bringt Heilung.

Ich habe nur von Euch beiden gelesen und entschuldige mich bei den Anderen, wenn ich sie hier nicht nenne.

Euch allen ein gesegneten Tag
Mit vielen lieben Grüßen
Habib


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Sidhe
ehemaliges Mitglied

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Meine Krankheit - Eure Meinung

06.05.2004 um 18:47
@habib:
Du und Sidhe seid momentan in einem Heilungsprozess!

Wie wunderbar wäre es, wenn ich das auch so sehen könnte, aber schon oft wurden meine Hoffnungen diesbezüglich enttäuscht, da fällt es mir immer schwerer, daran zu glauben...
Wünsche mir natürlich, dass du Recht hast!

Alles Liebe auch dir!

Greets,
Sidhe


Wer im Kopf nur Stroh hat, sollte sich vor dem Funken der Wahrheit in Acht nehmen.


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wirrwar
ehemaliges Mitglied

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Meine Krankheit - Eure Meinung

07.05.2004 um 07:03
Bevor Du eine Familienaufstellung nach Hellinger machst ... bitte bitte schau in google rein, "Familienaufstellung" und such dir die kritischen Seiten über die
Familienausstellung nach Hellinger!!!!!

Also ich würde sowas bestimmt nicht machen!!!!

Tut dir sowas nicht an!

Liebe Grüße, Wirrwar


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