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Hikikomori

72 Beiträge, Schlüsselwörter: Krankheit, Hikikomori

Hikikomori

03.04.2010 um 23:26
@Cathryn

Die gehen aber meistens an den Bankschalter oder lassen solche Tätigkeiten ihre Angehörigen machen. Aber mitunter ein Problem da sie auf eine Filiale in der Nähe und auf die Öffnungszeiten angewiesen sind.
Ein weiteres Problem ist gerade die in Dörfern lebenden älteren Menschen haben nicht mehr die Möglichkeit, Besorgungen im Dorf zu erledigen da die kleineren Geschäfte durch die großen geschluckt werden und das nächstgelegene Geschäft im Nachbarort ist.
Gerade ältere Frauen haben oft nicht den Führerschein und es gibt keine gute Anbindungen mit den Öffentlichen.


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libertarian
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Hikikomori

03.04.2010 um 23:27
nicht wirklich, denn Kontakt zu meiner Familie habe ich nach wie vor.
Betroffene des H-Phänomens vermeiden selbst dies, meine Angst liegt in den neuen Kontakten. Zuhause und im I-Net oder auch bei Videospielen erfahre ich Sicherheit.
Im Gegensatz dazu fühle ich mich unter vielen Menschen oft verloren, aber eigentlich würde ich gerne Kontakte aufbauen.


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Hikikomori

03.04.2010 um 23:32
Also eine Art Soziophobie?

Wikipedia: Soziale_Phobie


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libertarian
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Hikikomori

03.04.2010 um 23:35
Wow das trifft den nagel auf den Kopf danke @Cathryn


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libertarian
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Hikikomori

03.04.2010 um 23:46
Hier noch etwas ähnliches für Interessierte, steht ebenfalls im Kontext zu den von Japan ausgehenden Jugend-Phänomenen:

Wikipedia: Otaku


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Hikikomori

04.04.2010 um 05:19
Psychische Beinträchtigungen wie zb. die Sozial-Phobie gibt es viele.
Diagnose-technisch gesehen ist es allerdings ziemlich schwierig, da jeder Betroffene verschiedene Symptome haben kann.

So würden zb. viele Sozial-phobische gerne Kontakt aufbauen - andere wollen erst gar keinen Kontakt haben und sind sehr gern allein.

Oft ist soetwas eine Begleit-Diagnose, da viele Psychische Störungen solche Symptome aufweisen.

Betroffene haben dann oft ihre eigenen Bewältigungsstrategien, wie sie ihr Leben einigermaßen selbstständig bewältigen können. Z.b. gibt es Banken, in denen Mann auch Nachts in aller ruhe und alleine Geld abheben, überweisen etc. kann.

Lg
Yeiru


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Waldfreund
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Hikikomori

04.04.2010 um 12:08
@ginko
Ich denke das ganze wird auch noch zunehmen. Meine nahesten Freunde leben 20 KM entfernt. Da kann man sich nicht mehr so einfach treffen, da die Spritpreise ziemlich hoch sind. Irgendwo mal etwas essen gehen oder was Unternehmen ist nur noch selten drin.

Da die Leute immer weniger Geld zur Verfügung haben, wird sich das Problem verschärfen. Gott sei Dank gibt es E-Mail und die Telefonflate, so kann man die Kontakte noch aufrechthalten.


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Hikikomori

04.04.2010 um 17:04
ich habe davon mal was gehört.
diese krankheit hat doch etwas mit einer sozialen phobie zu tun oder?


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libertarian
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Hikikomori

04.04.2010 um 21:44
@feingeist

jup sie verstecken sich aus Angst vor ihren Mitmenschen.
Vor allem deswegen dar in Japan Ijime (Mobbing) weite Verbreitung findet.
Diese ist bedingt durch das unterdrücken der Individualität, nun fühlen sich die Täter schwach und lassen dies an den schwächeren aus.
Ebenfalls von Bedeutung ist Amae die außergewöhnliche Mutter-kindbeziehug Japans.
Einfach mal in google eingeben falls du Interesse daran hast.


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Hikikomori

01.04.2019 um 07:54
@Kc

Früher litt ich auch einmal leicht unter diesem Phänomen! Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass dies nur ein Abschnitt des Lebens ist und dieser wieder vorbei geht. Damals nach meiner Oberstufenzeit schämte ich mich für meinen Körper und hatte Angst vor Menschen, ich war auch extrem introvertiert in meiner Oberstufenzeit! Ich versteckte mich in der Wohnung und getraute mich nicht nach draussen! Heute habe ich mich ins Gegenteil verwandelt und habe absolut keine Berührungsängste mehr! Ich bin extrem extrovertiert geworden. Dies ist vorallem auch durch das Zocken geschehen, was mein Selbstbewusstsein extrem gestärkt hat, da ich dort immer Erfolg hatte und eine der stärksten Elder Scrolls-Spielerinnen der Welt deworden bin! Heute betrachte ich das Leben eher als Spiel und würde am Liebsten zocken mit der Realität, und sehe das Leben positiv! Aber ich ärgere mich, dass ich keinen Erfolg habe in der Realität so wie im Game!


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Hikikomori

01.04.2019 um 11:36
Da der Thread jetzt sowieso einmal ausgegraben wurde gleich ein aktueller Artikel zum Thema:
http://www.spiegel.de/gesundheit/psychologie/japan-hikikomori-mehr-als-600-000-menschen-ueber-40-sind-sozial-isoliert-a-...
Anscheinend sind es ja längst nicht mehr nur Jugendliche die von diesem Phänomen betroffen sind.


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Hikikomori

01.04.2019 um 13:17
Je mehr die Möglichkeit zu mehr oder weniger sinnvollen zwischenmenschlichen Kommunikation zunimmt, desto mehr Menschen scheinen sich aus ihr ausklinken zu wollen und sich in sich selbst zurück ziehen zu wollen.

Andererseits hilft einem die Kommunikationsinfrastruktur ja auch, dieses selbstgewählte Einsiedlerdasein zu leben. Man muss nicht mehr auf die Strasse, um einzukaufen. Pizza-Service anrufen und sich die Pizza unter der Zimmertür durchschieben lassen. Achtung: Belag nicht zu dick wählen!


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Hikikomori

01.04.2019 um 14:00
Doors schrieb:Andererseits hilft einem die Kommunikationsinfrastruktur ja auch, dieses selbstgewählte Einsiedlerdasein zu leben. Man muss nicht mehr auf die Strasse, um einzukaufen. Pizza-Service anrufen und sich die Pizza unter der Zimmertür durchschieben lassen. Achtung: Belag nicht zu dick wählen!
Und wenn man jetzt noch einen Job hat, der komplett von zu Hause ausgeführt werden kann... eben Telearbeit... dann gibt es noch nicht einmal mehr die Sozialisierung über den Arbeitsplatz... echt gefährliche Sache...


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Hikikomori

01.04.2019 um 14:03
@moric

Ich habe viele Jahre überwiegend von zu Hause aus gearbeitet, was aber keinesfalls in die soziale Isolation führte. Andererseits hatte ich Jobs "unter echten Menschen", da war ich abends so tot, dass ich nicht mehr aus dem Haus wollte bzw. konnte.

Ich denke, das hängt von jedem Einzelnen ab. Wer ohnehin als eigenrötlerischer Einsiedler lebt bzw. leben will, der sucht sich dann eben auch einen eher "soziophoben" Job. Und wer von sich aus extrovertiert (oder sonstwie vertiert) ist und kontaktfreudig, dem gelingt das auch bei Heimarbeit.


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Hikikomori

01.04.2019 um 14:57
Doors schrieb:Ich denke, das hängt von jedem Einzelnen ab. Wer ohnehin als eigenrötlerischer Einsiedler lebt bzw. leben will, der sucht sich dann eben auch einen eher "soziophoben" Job. Und wer von sich aus extrovertiert (oder sonstwie vertiert) ist und kontaktfreudig, dem gelingt das auch bei Heimarbeit.
Stimmt schon... die Heimtükigkeit von Isolation kann ja schon auch sein, dass ein zuvor sich nach außen hin orientierender Mensch durch traumatische Erlebnisse zurück zieht und nicht mehr hervorkommt.

Depressionen können bspw. dahin führen...


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Hikikomori

01.04.2019 um 15:09
moric schrieb:Depressionen können bspw. dahin führen...
Eher umgekehrt.
In einer Gesellschaft ohne gemeinsame Werte, wo alles beliebig ist und jeder eine Insel, Menschen die nicht Mainstream sind ausgegrenzt werden, kein Wunder.
Nicht jeder Mensch kann Robter sein.


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Hikikomori

01.04.2019 um 15:18
Hyperborea schrieb:In einer Gesellschaft ohne gemeinsame Werte, wo alles beliebig ist und jeder eine Insel, Menschen die nicht Mainstream sind ausgegrenzt werden, kein Wunder.
Die Geschichte zeigt uns, dass gerade in Gesellschaften mit "gemeinsamen Werten", meist solchen, die von den Herrschenden verordnet wurden, eben nichts mehr "beliebig", d. h. in das Belieben des Einzelnen gestellt ist, und niemand mehr eine "Insel", sondern zwangsweise Bestandteil eines kollektiven "Festlandes" ist, jeder anders denkende, fühlende, handelnde Mensch ausgegrenzt wird - bis hin zur physischen Vernichtung.

Und was eigentlich soll dieser oft und gern zitierte "Mainstream" sein? Der liefe ja einer Beliebigkeit zuwider.


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Hikikomori

01.04.2019 um 16:35
@Doors

Selbst Demokratien kommen nicht ohne ein Mindestmass an Konsens aus.
Was ist es, was macht es aus, dass ich mich zu einer Gruppe, Volk, Gemeinschaft dazuzählen kann?
Wenn der allgemeine Wertekanon allerdings nur noch von Leistung, Egoismus, Narzissmus definiert wird, mag es ja für die vielen Angepassten noch gehen und für einige das Spielbecken an sich sein. Aber das ist alles tief Pathologisch und führt in der Konsequenz zu allgemeiner Auflösung gesellschaftlicher Strukturen.

Wer aber nichts anderes kennt, wundert sich auch nicht.

Vereinzelung und Isolation ist, egal wie man es betrachtet, immer ein Zeichen, dass etwas mit der Gesamtgesellschaft nicht funktioniert.
Es ist aber leichter, dem einzelnen die Schuld zu geben.


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Hikikomori

01.04.2019 um 17:07
@Hyperborea

Was mich mich selbst zu einer "Gruppe" zählen lässt? Gemeinsame Interessen, gemeinsame Aufgaben.
Zum "Volk" gehöre ich nun mal, ob ich will oder nicht, durch meine Staatsangehörigkeit.

Ob der allgemeine Wertekanon tatsächlich auf anderen Bereichen als "Leistung" oder "Egoismus" basierte? Wann soll denn das gewesen sein? Der Mensch ist nun mal ein sowohl egoistisches wie auch soziales und auf "Leistung" basierendes Wesen. Sonst sässen wir vermutlich noch immer auf dem Baum.

Gab es je einheitliche gesellschaftliche Strukturen? Und waren die dann immer gut? Für alle? Wie sahen die aus? Wer schaffte sie? Wer profitierte von ihnen und wer hatte unter ihnen zu leiden? Da wären konkrete Beispiele schon hilfreicher als das Backen von Allgemeinplätzchen.

Gab es früher keine Vereinzelung und Isolation? Isoliert man sich selbst oder wird man isoliert?

Noch leichter, als dem Einzelnen die Schuld zu geben, ist es allerdings, "der gesellschaft" die Schuld an persönlichen Missbefindlichkeiten zu geben. "Die Gesellschaft" ist so schön abstrakt und anonym - aber leider sind wir ein Teil von ihr, ob wir nun wollen oder nicht, und damit dummerweise auch dafür verantwortlich.


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Hikikomori

01.04.2019 um 18:00
Doors schrieb:Sonst sässen wir vermutlich noch immer auf dem Baum.
Das wäre angesichts der Entwicklung des Menschen, wo wir heute stehen eine Alternative. *Lach*

Hikikomori entziehen sich bewusst dem Druck, dem sie nicht standhalten können.
Ich habe mal Google strapaziert und es gibt das Phänomen auch in der westlichen Kultur.
Da liegt es tatsächlich daran, dass Betroffene unter affektiven Störungen leiden, sprich Depressionen und Angststörungen.
Besonders Soziale Phobien sind eine Ursache.
Du siehst, ich betrachte nicht nur die Gesellschaft als alleiniges Übel.
Aber Veranlagung trifft auf Gegebenheiten.

Leistung gut, aber wir pervertieren immer mehr diesen Gedanken.
Vor allem weil der Leistungsgedanke schon lange nicht mehr dem Menschen dient. (nicht der Mehrheit)
Gesellschaftlicher Fortschritt geht auch eine Nummer kleiner.
Dann kann man auch die Abgehängten wieder mit ins Boot holen.

Lieber Hikikomori als Harakiri ! ;)


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