weitere Rubriken
PhilosophieTräumeOrteEsoterikLiteraturHelpdeskAstronomieGruppenSpieleGamingFilmeMusikClashVerbesserungenAllmysteryWillkommenEnglishGelöscht
Diskussions-Übersichten
BesuchtTeilgenommenAlleNeueGeschlossenLesenswertSchlüsselwörter
Schiebe oft benutzte Tabs in die Navigationsleiste (zurücksetzen).

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

394 Beiträge, Schlüsselwörter: Diskussion, Esoterik, Kommunikation
coelus
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

11.11.2008 um 10:06
Ja, das mit dem Licht und der Farbe, finde ich persönlich wirklich sehr faszinierend und äusserst interessant dazu jimmy und kore, denn eigentlich sind Farben ja nichts weiter als Licht, respektive Farbe ist keine physikalische Eigenschaft des Lichts…

Ohne Licht also keine Farben und Farben sind von an allen „Dingen an sich“ nicht absorbierte unterschiedliche Lichtwellen oder ganz einfach DAS Spektrum Licht, DAS von jedem „Ding“ noch reflektiert wird.

Das Licht ist doch wirklich etwas Faszinierendes, wenn man ferner bedenkt, dass das Licht der Sonne mehr als 148 Millionen Kilometer des Weltraums durchwandert, bis es auf der Erde ankommt und nur etwa acht Minuten dazu braucht. ~^

Auf der Erde angekommen liefert das Licht die Wärme, die das Leben auf der Erde erst überhaupt möglich macht, ebenso erlaubt es uns zu sehen, auch gestaltet es das Leben einfacher und freundlicher. :)

Es IST das Licht, welches uns das saftige Grün einer Frühlingswiese erblicken lässt, das faszinierende Gelb, Orange und die Rottöne eines Sonnenuntergangs und die zarten rosafarbenen Nebel des morgendlichen oder Abendlichen Zwielichts und selbst wenn die Sonne hinter dem Horizont verschwunden ist, kann das Licht, vom Mond reflektiert, unsere Welt in einem magischen Schein aufleuchten lassen.

Unsere Faszination von Farben beginnt ja bereits früh im Kindesalter und vielmals sind es auch u.a. Fotografen, welche sich die Begeisterung von Licht und Farben erhalten, solange sie fotografieren und selbst bei Schwarzweissfotografie, welche nicht viel Wert auf Farbe legt, so bauen die Schwarzweissbilder ihre Bilder auf subtilen Lichtnuancen auf.

Wenn also Licht eine Energieform ist und sich in Form von unterschiedlichen Wellen ausbreitet, so sind sie abhängig von einer Energiequelle.

Ich finde es zudem spannend, sich diese interessanten Aspekte des Lichtes ruhig wieder einmal zu vergegenwärtigen und deren Zusammenhänge in vielen Bereichen unseres alltäglichen Lebens zu ersehen. ;)

In Bezug zur Farbe, so könnten wir getrost sagen –so wie es Jimmy bereits erwähnte-, dass es Farbe eigentlich gar nicht gibt, denn Licht als Energieform besitzt keine Eigenschaft Farbe.

So stimulieren bestimmte Wellenlängen elektromagnetischer Energie in unserem optischen Wahrnehmungssystem bestimmte Farbwahrnehmungen, wobei unser sehbares Spektrum sehr begrenzt ist und viele Wellenlängen des Lichts für unser optisches Wahrnehmungssystem nicht im gewohnten Masse so reproduzierbar, respektive darstellbar ist und deshalb nicht in unsere bewusste Wahrnehmung („Ich“) vorhanden ist.

Obwohl die Farbe sich über die Wellenlängen definieren lässt, ist Farbe keine physikalische Eigenschaft des Lichts, sondern vielmehr die Art und Weise, wie wir die Energie bestimmter Wellenlängen bewusst wahrnehmen, respektive erst unser Gehirn die Farbe entstehen lässt, als Reaktion auf den Lichteinfall spezifischer Wellenlängen des einfallenden Lichts auf die Netzhaut des Auges.

Der Regenbogen ist so schön, weil er das ganze sehbare Spektrum (natürlich betrifft diese Einschränkung lediglich die Spezies Mensch […]) des Lichtes vollständig enthält, natürlich stellt sich hier die Frage, wie es wäre, wenn man das gesamte Spektrum des Lichtes, also nicht nur von einer Wellenlänge um 650 bis 780 nm (Rot) und bis zu 380 nm (Violett), sondern auch die Gamma- und Röntgenstrahlen über Ultraviolett bis in den kürzeren Bereich von Infrarot und der Mikrowellenbereich, Radarwellen, bewusst wahrnehmen, respektive sehen könnten… :D ;)

So übersetzt also das menschliche optische System Lichtenergie unterschiedlicher Wellenlängen in die bewusste Wahrnehmung des „Ich“ von Farben. Die Farben, die wir sehen, stammen –überwiegend- von reflektiertem Licht, das unser Auge aufnimmt, dies obwohl aus technischer Perspektive betrachtet Objekte keine eigentliche Farbe besitzen, da es sich um keine physikalische Eigenschaft des Lichts handelt, doch haben die Objekte physikalische Eigenschaften, die bestimmte Wellenlängen des auftreffenden Lichts absorbieren und andere reflektieren.

Absorbiert ein Gegenstand zum Beispiel alle Wellenlängen des einfallenden Lichts, so nehmen wir ihn als vollständig schwarz wahr -das bewusste kleine „Ich“. Natürlich ist das einzige Objekt, das dies vollständig erfüllt, ein schwarzes Loch. Alle anderen Objekte reflektieren zumindest zu einem geringen Grad Licht, aber unter Umständen nicht genug, als dass wir es als Licht (mittels unserem Auge und unserem optischen System) bewusst wahrnehmen können.

Reflektiert hingegen ein Objekt das gesamte Licht (sehbares Spektrum), so empfinden wir es als reinstes Weiss und auch hier gibt es nicht wirklich ein Objekt, das diese Reinheit besitzt – das Konzept stimmt aber… die meisten Gegenstände absorbieren also einen Teil des Lichts und reflektieren andere in zahlreichen Kombinationen.

Eine so konkret wahrgenommene Farbe besteht in aller Regel aus einem ganzen Spektrum unterschiedlicher Wellenlängen, setzt sich also aus zahlreichen einzelnen Farben zusammen.

Wenn wir nun all diese Zusammenhänge des Lichts und wie daraus mittels unseres optischen Systems, ein sehbares begrenztes Spektrum an Farbe entsteht, auch in unsere Betrachtung mit einbeziehen, so zeigt uns dies ebenso auf, dass eine ganze Menge Licht oder Lichtenergie (Wellenlängen), nicht bewusst wahrgenommen werden, sich also unserem sehbaren Bereich direkt entzieht, was aber noch lange nicht heisst, dass es dafür keine andre Möglichkeit der Wahrnehmung –eben auch gerade das Unbewusstsein „Es“ erweisst sich hier als immenser Speicher für Abermillionen Sinneseindrücke pro Sekunde- geben kann…

… und im selbem Atemzug heisst dies aber auch lange noch nicht gerade, dass jetzt deswegen gerade die Esoterik oder gar die Religionen, den Schlüssel, ja gar die ultimative Inspiration oder sogar das Potential zur tatsächlichen Förderung der menschlichen Wahrnehmung gepachtet hätte, welche nun diese ausserhalb der menschlichen, beschränkten und daher vom kleinen „Ich“ bewusst wahrnehmbaren Bereich des ganzen Spektrum des Lichtes liegend, nun tatsächlich etwas verlässliches darüber aussagen vermag.

Auch ein Esoteriker, Religiöser ist nur ein Menschlein, wie jeder andere auch, der denselben Einschränkungen unterliegt, wie jedes anderes menschliche Lebewesen ebenso. :)

Noch was zur frühen Kindheit und den ersten Lebensjahren der Ära des Unbewussten: Nach neusten Erkenntnissen reifen die zwei grossen Systeme im gehirn unterschiedlich schnell. Bereits im Mutterleib ist das limbische System in der Lage, emotionale Erlebnisreize zu verarbeiten und abzuspeichern – lange bevor kognitives Lernen, Bewusstseinsstrom und autobiografisches Gedächtnis einsetzen.

Will sich ein Erwachsener an diese Zeit der „infantilen Amnesie“ (Freud) erinnern, wird er mit grosser Mühe lediglich Inseln des Bewusstseins ausmachen. Die frühe unbewusste „Prägung“ ist der Schlüssel zur menschlichen Psyche, denn in ihr werden erste spezifische Merkmale einer Persönlichkeit ausgebildet.

„Die Erziehung von Kleinkindern kann demnach so einschneidend sein wie ein hirnchirurgischer Eingriff“, kommentiert Wolf Singer (Max-Planck-Institut für Hirnforschung) die neuen Erkenntnisse und bis zum Alter von 20 Jahren bleibe das Gehirn „formbar und weich“.

Meine werten Herren navigato und mastermind, besten Dank für Eure Beiträge und entschuldigt, dass ich noch nicht Stellung dazu bezogen habe, was aber noch erfolgen kann. :)

Was ich noch navigato sagen möchte ist, dass ich zwar Wiki toll finde und in vielen Dingen durchaus praktisch ist, aber doch darauf hinweise, dass Wiki natürlich noch lange nicht die aktuellsten und in vielen Bereichen überhaupt was zu sagen hat, was Hände und Füsse hätte und gerade in dem von mir erwähnten Kontext, geht die Entwicklung in der Hirnforschung dermassen in einem Tempo vorwärts, dass Wiki da nicht mehr nach kommen kann.

Doch das Max-Planck-Institut für Hirnforschung, befindet sich ja sogar in Deinem Land mein Freund und Gerhard Roth hat z.B. ein gutes Buch herausgegeben, „Fühlen, Denken, Handeln. Wie das Gehirn unser Verhalten steuert“, Suhrkamp. Oder Ran R. Hassin, James S. Uleman, John A. Bargh, “The New Unconscious”, Oxford University Press. Francois Ansermet, Pierre Magistretti, “Die Individualität des Gehirns. Neurobiologie und Psychoanalyse“, Suhrkamp.

Das „Ich“ ist nicht Herr im eigenen Haus, das hat allerdings schon Freud gesagt und hat damit der Menschheit nach Kopernikus und Darwin, die sie aus dem Zentrum ihrer Welt vertrieben und ihr den Glauben an ihre göttliche Herkunft genommen haben, die dritte Kränkung zugefügt.

Die moderne Hirnforschung, sagt der Philosoph Peter Sloterdijk, sei dabei, eine „neue Kränkung“ zu schaffen. Sie verunsichere die Menschen zutiefst, stelle lieb gewordene Sicherheiten und vielfach eingeübte Denkmuster rigoros infrage und verbanne sie womöglich ein für alle Mal auf den Schutthaufen der Geschichte. :)


melden
Anzeige

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

11.11.2008 um 10:35
@kore

.Allein wie herrlich, diesem Sturm entsprießend,
Wölbt sich des bunten Bogens Wechseldauer,
Bald rein gezeichnet, bald in Luft zerfließend,
Umher verbreitend duftig- kühle Schauer!
Der spiegelt ab das menschliche Bestreben.
Ihm sinne nach, und du begreifst genauer:
Am farbigen Abglanz haben wir das Leben.

Goethe/ Faust II
ich meinte es eher so...

Der liebe Goethe, vielleicht der größte aller Esoteriker.... ;)
Hab in dem Zusammenhang gegoogelt und Steiner hat über Goethes esoterisches Weltbild anhand von Faust referiert. Zufalll?

Und dennoch, über die Frage nach dem Erinnerungsvermögen eines Kindes im Mutterleib, darüber sagt mir das nichts.


melden
rockandroll
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

11.11.2008 um 10:39
@coelus
coelus schrieb:Was ich noch navigato sagen möchte ist, dass ich zwar Wiki toll finde und in vielen Dingen durchaus praktisch ist, aber doch darauf hinweise, dass Wiki natürlich noch lange nicht die aktuellsten und in vielen Bereichen überhaupt was zu sagen hat, was Hände und Füsse hätte und gerade in dem von mir erwähnten Kontext, geht die Entwicklung in der Hirnforschung dermassen in einem Tempo vorwärts, dass Wiki da nicht mehr nach kommen kann.
Das hab ich auch so vermutet, deshalb bat ich Dich mir die Quellen Deines Statements zu nennen.
Danke dafür :)

Ich finde den menschlichen "Geist" ob nun bewusst oder unbewusst äusserst faszinierend, und möchte, wie euch schon aufgefallen sein sollte, all seine Teilaspekte "ausleuchten" ;), um wie ich schon schrieb zu sehen was möglich ist, und was nicht.

Um nochmal auf die Eso oder die Reli zurückzukommen...
Ich bin der Meinung, dass diese frühesten - um es mal vorsichtig zu nennen -Forschungen oder Bestrebungen des Menschen seinen eigenen "Geist", eben sein Sein zu fassen, vielerlei Wege für die moderne Forschung geebnet zu haben scheinen. Deshalb interessiert mich auch der Blickwinkel, den die Menschen früherer Epochen in bezug auf Psychologie (wobei es diesen Ausdruck damals noch nicht gab) hatten, und wieso sich ein Weltbild wie das damalige herauskristalisiert hatte.

Um die Kurve zu kriegen...
Ich bin der Meinung - wie ich vor einigen Tagen schon schrieb - , dass Weltbilder, Gedankenkonstruckte, urbane Philosophien, und alles was dem Menschen Sekunde um Sekunde so durch seinen Schädel schiesst, eine nachhaltige Wirkugn auf die Entwicklung des gesamten Systems Erde hat.

Und mein Ziel ist es herauszufinden, oder zu begreifen, welche übergeordneten Welt-Bilder welche Konsequenzen hatten.


melden

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

11.11.2008 um 10:42
sehr intressant @coelus

Will sich ein Erwachsener an diese Zeit der „infantilen Amnesie“ (Freud) erinnern, wird er mit grosser Mühe lediglich Inseln des Bewusstseins ausmachen.

Was genau heisst Inseln des Bewusstseins? Hmm

>>Die moderne Hirnforschung, sagt der Philosoph Peter Sloterdijk, sei dabei, eine „neue Kränkung“ zu schaffen. Sie verunsichere die Menschen zutiefst, stelle lieb gewordene Sicherheiten und vielfach eingeübte Denkmuster rigoros infrage und verbanne sie womöglich ein für alle Mal auf den Schutthaufen der Geschichte.<<

Und was genau ist damit gemeint? Bezieht sich das auf Freuds "ich"?


melden
coelus
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

11.11.2008 um 12:14
@rockandroll

“Ich finde den menschlichen "Geist" ob nun bewusst oder unbewusst äusserst faszinierend, und möchte, wie euch schon aufgefallen sein sollte, all seine Teilaspekte "ausleuchten" , um wie ich schon schrieb zu sehen was möglich ist, und was nicht.“

Dagegen ist doch nichts einzuwenden mein Freund, daher gehört eben auch, dass die Wahrnehmung sich eben nicht nur auf das kleine bewusste „Ich“ sich beschränkt, sondern sich ausdehnt auf das immens grössere Unbewusste „Es“. :)


“ Um nochmal auf die Eso oder die Reli zurückzukommen...
Ich bin der Meinung, dass diese frühesten - um es mal vorsichtig zu nennen -Forschungen oder Bestrebungen des Menschen seinen eigenen "Geist", eben sein Sein zu fassen, vielerlei Wege für die moderne Forschung geebnet zu haben scheinen.“


Wenn wir es genau nehmen navigato, so waren dies nicht die Esos und nicht Relis, sondern die Philosophie, welche hier hervorragende Vorarbeit geleistet und den Grundstein der Wissenschaften gelegt haben.

Westliche Religion und die westliche Esoterik haben dazu nichts nennenswertes an Vorarbeit geliefert, welche konkret direkt auf effektive Zusammenhänge hinweisen können.

Es war ja auch immer die Religion, welche die Philosophie zu ihrer Magd degradieren wollte, was ihr aber nie gelungen ist und auch nie gelingen wird. Was heute in der Essenz in der Esoterik und Religion hierzulande vorliegt, widerspricht sich zum grössten Teil fundamental heutiger vernünftiger Wahrheiten. Diese inneren Widersprüche sind das persönliche Problem religiöser Anhänger oder esoterischen Gruppen, welche sie am besten mit sich selbst im stillen Kämmerlein ausmachen, ohne auf die Offenbahrung als Offenbahrung zurück zu greifen. ;)


“ Deshalb interessiert mich auch der Blickwinkel, den die Menschen früherer Epochen in bezug auf Psychologie (wobei es diesen Ausdruck damals noch nicht gab) hatten, und wieso sich ein Weltbild wie das damalige herauskristalisiert hatte.“

Ja, das ist doch sehr interessant und dazu sind schon viele plausible Beschreibungen angestellt worden. Wenn wir dann noch die Geschichte und Frühgeschichte dazunehmen, so skizziert eine interdisziplinäre Herangehensweise, sehr interessante und plausible Antworten.


“ Und mein Ziel ist es herauszufinden, oder zu begreifen, welche übergeordneten Welt-Bilder welche Konsequenzen hatten.“

Ja, das hast Du Dir ein schönes Ziel gesetzt und wünsche Dir sehr viel Erfolg dabei, mein Freund. :)


@jimmybondy,

“ Was genau heisst Inseln des Bewusstseins? Hmm“

Auf der Reise und der Expedition ins Innere des Planeten Mensch, geht es weiter zum Mittelpunkt des „Es“. In den Höhlen und Nischen der untersten Schichten existiert eine weitere Unterwelt –neben den vorgegebenen genetischen Prädispositionen – die Anlagen für Glück oder Leid, Krankheit und Gesundheit und nur ein Weg führt in diese tiefen Schichten: der über die frühe Kindheit.

Inseln des Bewusstseins wäre hier das bewusst werden, respektive das kleine „Ich“ von abgespeicherten emotionalen Begebenheiten im limbischen System, tief in den Schichten des Unbewussten, welche eben schon im Mutterleib Eindrücke abgespeichert hat.


“ Und was genau ist damit gemeint? Bezieht sich das auf Freuds "ich"?“

Ja sicher oder eben auch die Illusion des „Ich“, als wichtige zentrale „Stelle“ gerne gedacht wird. ;)


melden

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

11.11.2008 um 12:47
Hier haben wir wieder das Prob mit den Definitionen. Ist Esoterik etwas religiöses?
Oder nicht doch eher eben eine Philosophie? Brauchen Esoteriker eine Offenbarung?
Einen Gott? Wie ist und wie war das Verhältnis der Kirchen zu diversen Esoterischen Spielarten?
Nach meinem Verständnis haben zB. Esoteriker etwa in der Medizin Pionierarbeit und da auch Großes geleistet. Hab ich hier ja schon auf Paracelius usw. verwiesen.
Das könnten wir heute dann Vorwissenschaftlich nennen.
Carl Gustav Jung, der war je nach Auslegung für mich ebenfalls ein Esoteriker.

Esoterik scheint grade immer das zu sein, für was man es hält. Mal dies, mal das, und dann auch wieder nicht. Ein sehr verschwommenerSammelbegriff für Dinge, die einander widersprüchlich sind und auch nichts miteinander zu tun haben "müssen".

Mir wäre zumindest an einer Definition gelegen, auf welche wir uns hier in Allmy einigen würden. So das wir auch von den selben Dingen reden, der Rest ergibt sich dann.
Und wenn nach einer solchen Einigung sich herausstellt, das Esoterik nie irgendwas geleistet hat und unnütz ist und war, dann ist dies eben halt so. Oder auch umgedreht.
Aber wir müßten dann wirklich von den selben Dingen reden.


melden
rockandroll
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

11.11.2008 um 13:42
@coelus
coelus schrieb:Dagegen ist doch nichts einzuwenden mein Freund, daher gehört eben auch, dass die Wahrnehmung sich eben nicht nur auf das kleine bewusste „Ich“ sich beschränkt, sondern sich ausdehnt auf das immens grössere Unbewusste „Es“.
So weit so gut. :)
coelus schrieb:Wenn wir es genau nehmen navigato, so waren dies nicht die Esos und nicht Relis, sondern die Philosophie, welche hier hervorragende Vorarbeit geleistet und den Grundstein der Wissenschaften gelegt haben.
Das hab ich auch so erkannt, und bereits in meinem letzten Beitrag an Moredread erwähnt.

Was die Relis bzw. die Eso geleistet hat, war, die Gedanken der Philosophen in mehr oder minder verständliche Bilder zu übersetzten, und diese unter die breite Masse der Nicht-Philos zu streuen. Der Mist, oder der Dünger, der dafür gesorgt hat, dass das Volk wuchs und gedieh. Aus dem dann einige weitere kluge "Geister" hervorgingen, die die Relis und die Eso in Frage stellten, und tiefer als bis dato ins Geschehen (oder die Erforschung dessen was ist) eingriffen.

Wie man sieht, ist das ein Vorgang, der sich seit Jahrtausenden immer wiederholt.
Die Philos haben einen grundlegenden Gedanken, der aber nicht viel von denen von vor 10 000 Jahren abweicht. Das Volk interpretiert allerlei "Unsinn" hinein, und versucht sich diesen Gedanken zunutze zu machen. Ihn so weit es geht zu Vermarkten. Daraus erntstehen Plagiate, und Urheberrechtsstreitigkeiten, und Wissenschaftler oder besser Erfinder versuchen daraus Technologieen zu entwickeln, die der Menschheit dienen.

Alles überhaupt nicht neu.
Alles schon 1000fach da gewesen. :)

Nur anders als bei "Das Bildnis des Dorian Gray" werden wir unmittelbar mit unseren "Sünden" (useren Verfehlungen unserer "Seele" gegenüber, unter denen sie zu leiden hat) konfrontiert. ;)


melden
coelus
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

11.11.2008 um 14:21
jimmy und navigato,

Ja gut Jimmy, da hast Du recht, was die Definition und die Vorstellung daran betrifft. Grundsätzlich ist es ja so, dass Esos und Relis, sich auf die Sinnstiftung sich versteift haben und meiner Ansicht nach, eben gerade dieser elementare Umstand, auch gerade das Haupt- Problem dieser Ideologien (Dogmen) überhaupt darstellt und ihr Hauptaugenmerk bei den SOLL- Blasen verweilt, statt bei dem was IST. ;)

In diesem Kontext fällt mir gerade ein Mann ein, aus dem 6.Jahrhundert v. Chr. Sein Name ist Laotse, dessen persönliches Leben im Dunklen von Legenden liegt. Bei ihm gab es keine Schule und auch keine Jünger, wie etwa bei seinem Landsmann und Zeitgenossen Kungfutse oder wie bei Esos und Relis es der Fall ist.

Selbst sein Name ist ein Kunstprodukt, steht er doch für „Verfasser des Tao-de-Jing, des Buches vom Weg der Sittlichkeit“. Dessen 5000 Worte soll Laotse einem Grenzposten übergeben haben, als er seine Heimat, die chinesische Provinz Tschou, verlässt, um in die Einsamkeit zu gehen. „Sein Streben war, sich selbst zu verbergen und ohne Namen zu bleiben“, erzählt ein chinesischer Geschichteschreiber. Niemand weiss, wo Laotse nach seinem Abschied geblieben und schliesslich gestorben ist.

Im unterschied zum Konfuzianismus (Kungfutse) findet Laotse mit seinem System in China nur wenige Anhänger, und die meisten von ihnen sind zunächst Einsiedler, die sich lieber acht Aufgüsse aus grünem Tee zubereiten, als politisch oder gesellschaftlich aktiv zu werden. In jüngerer zeit allerdings findet der Taoismus immer mehr Anhänger in esoterischen Kreisen des Abendlandes- wobei es oft zu argen Verfälschungen der ursprünglichen Lehre kommt.

Laotses Kernbegriff ist das Tao, der unfassbare Urgrund der Welt. Unfassbar heisst: Mann kann es nicht in Worte fassen, weil es nicht aus anderen Dingen ableitbar und mit nichts anderem vergleichbar ist. „Das ewige Tao hat keinen Namen“, erklärt Laotse, und: „Ich weisss einen Namen nicht, nenne es aber Tao.“ Insofern nun das Tao unbegreiflich ist, ist „Erkennen des Nichterkennens“ das Höchste, was wir an Erkenntnisgewinnen können. Ein Satz, der uns in ähnlicher Form später auch noch bei Sokrates begegnen wird...

Doch er hinterlässt natürlich einen schalen Beigeschmack bei all denen, die ohne Sinn meinen nicht leben zu können. :D

Denn wenn wir wissen, dass wir vom Tao nichts wissen und nie etwas wissen werden- was soll dass das ganze überhaupt?

Laotses Antwort: Wir müssen das Tao erfühlen. Und zwar dadurch, dass wir uns von allem befreien, was uns vom Weg des Tao (IST) ablenkt. Was nicht heissen soll, dass wir uns in radikaler Askese von der Welt abwenden, sondern wir sollen sehr wohl mitten in der Welt stehen und wirken, aber so, dass wir gleichsam „nicht von dieser Welt“ (SOLL-Blasen des kleinen „Ich’s“) sind.

Wir sollen also reden, handeln, Geld verdienen und auch lieben, aber ohne von den Dingen und Menschen Besitz nehmen. Also reinfühlen anstatt Reindenken in die Welt und sie nicht mit allen Mitteln beherrschen wollen, sondern sie sanft auf uns einpendeln lassen. Das klingt nicht unbedingt hart und männlich, sondern eher weich und weiblich. Doch Laotse hat damit keine Probleme: „Denn auch das Wasser ist weich und schwach und doch ist es dem Starken und Harten an Wirkung weit überlegen.“

Erst erzählt uns Laotse, dass da ein Urgrund des Daseins ist, nämlich das Tao. Dann erzählt er uns, dass wir dieses Tao nicht erkennen oder auch nur besprechen, sondern nur erfühlen können. Und damit nimmt er natürlich allen Kritiken den Wind aus den Segeln, denn deren Kritik kann ja nur über Worte erfolgen. Jetzt könnten wir natürlich einwenden, dass wir uns alle Mühe gegeben hätten, das Tao zu erfühlen und am Ende doch wieder nichtsgefühlt hätten. Was wird uns Laotse darauf antworten?

Er wird uns sagen: Das Tao findet man nicht über Mühen, sondern nur über Mühelosigkeit und ihr werdet finden. Und wir werden schamvoll den Kopf senken und uns den Kopf martern, wie man denn um Himmelswillen Mühelosigkeit trainieren kann. So ist eben Laotse. Da gibt es kein Aha-Erlebnisse, sondern geistige Kopfnüsse. An ihm prallt die abendländisch- intellektuelle Anmache ab wie der Ping- Pong- Ball am Schläger eines chinesischen Tischtennisweltmeisters. Und das hat schon irgendwie Klasse… :)

Laotse zeigt uns die Grenzen des Verstandes und er bezaubert uns mit der These, dass sich das Wesen des Daseins weniger über rationale Erkenntnis als über das Einfühlen und die rechte Lebenseinstellung erschliessen lässt.

Schade nur, dass er immer mehr von Esoterikern in Beschlag genommen wird. Denn die halten sich schon für taoistische Meister im Einfühlen und intuitiven Erfassen des Wahren, nur weil es ihnen drastisch an Verstand und Urteilskraft fehlt.

Dabei will Laotse diese beiden Stützpfeiler des Denkens keineswegs auflösen, er plädiert sogar dafür, sie immer wieder zu trainieren. Denn:„Lernen ist wie Rudern gegen den Strom. Hört man damit auf, treibt man zurück.“ :)


“Was die Relis bzw. die Eso geleistet hat, war, die Gedanken der Philosophen in mehr oder minder verständliche Bilder zu übersetzten, und diese unter die breite Masse der Nicht-Philos zu streuen.“

Das kann ich überhaupt nicht so erkennen navigato (es mag sein, dass es vereinzelt ein paar redliche gegeben hat oder noch gibt), eher dass sie eben unliebsame Konsequenzen –welche sich diametral ihrer Sinnstiftung widersprechen- für ihre eigene postulierten SOLL- Blasen umformen und so missbrauchen. Die Religion hat in ihrer jahrtausend alten Geschichte immer dann umgekehrt, wenn sie nicht mehr anders konnte, respektive dazu gezwungen wurde. ~^


melden
rockandroll
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

11.11.2008 um 14:44
@coelus

ja, Laotse ist natürlich das Paradebeispiel eines "frommen Atheisten" - wie ich sie zu nennen pflege -, und seine Gedanken finden sich unter Anderem auch in der Philosophie eines Immanuel Kant, oder eines Arthur Schopenhauer (und vielen mehr, wenn auch nicht ganz so offensichtlich) ABER auch in den Gedanken eines Franz von Assisi, oder eines Augustinus von Hippo.

Natürlich, wie ich bereits mehrfach sagte, nicht in den gleichen Bildern. Denn allesamt gehen von anderen Vorzeichen und Prämissen aus. Aber sie kommen unter dem Strich zum gleichen Ergebnis, und das verblüfft mich doch schon zimlich. :)


melden

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

11.11.2008 um 15:14
@coelus

Wo aber ist dann eigentlich der Unterschied von Esoterik und Religion?
Meinst Du, das Esoterik eine Art Religion wäre?
Laotses Worte würde ich problemlos als "esoterisch" auffassen können.
Der scheint übrigens ein toller Typ gewesen zu sein.

Wie kann ich es mir aber erlauben, quasi wilkürlich Buddhismus, CG Jung, Goethe oder jetzt sogar das Tao da dreist reinzunehmen?

Da wurde mir ja eh schon widersprochen, obwohl ich da als Gegenbeispiel ja Madame B angeführt hatte.

Der Grund ist simpel, wir reden mit dem Wort Esoterik schlicht über Spiritualität!
Und zwar in all Ihren Formen. Diese Aussagen dahinter müßen in meinem empfinden nicht zwangsweise dogmatisch sein, einen Gott brauchen, jemanden was aufzwingen wollen usw.

Als weitere Unterscheidung zur Religion, vermute ich bei der Esoterik jedoch zusätzlich noch eine Komponente. Und zwar den praktischen Nutzen!

Da hätte ich jetzt abermals als Beispiel etwa die traditionelle chinesische Medizin.
Oder auch die einheimische, abermals auf Paracelsus schiel. Der jedoch diese Dinge ohne Frage mit seiner Religion verband und zu einer christlichen Esoterik machte.

Aber hatte er damals überhaupt eine Wahl? - Ich weiss es nicht.


melden
kore
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

12.11.2008 um 09:23
:) Esoterik ist das Ertragen von (geistigen) Widersprüchlichkeiten!


melden
frankfurt1
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

12.11.2008 um 13:55
Jetzt mal ehrlich, Esoterik ist zusammengereimter unhaltbarer Schwachsinn.
Da behaupten irgendwelche Leute irgendwas, ohne irgendwelche Beweise zu haben.


melden

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

12.11.2008 um 14:02
@frankfurt1

Geht es noch unkonkreter? ^^


melden
kreuzberg
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

12.11.2008 um 14:03
Ne es ist ganz altes Wissen was aufeinander aufbaut. Viele Praktiken aus dem "esoterischen" Bereich werden mittlerweile von der Krankenkasse bezahlt.


melden
frankfurt1
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

12.11.2008 um 14:07
@jimmybondy

sag mir doch mal bitte ob die Esoterik jemals irgendwelche Fortschritte in der heutigen Zeit gebracht hat? - Nein

Esoterische Aussagen sind alle ziemlich großer Schwachsinn, soviel kann ich feststellen wenn ich mich hier in Forum umsehe.


melden
frankfurt1
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

12.11.2008 um 14:09
@kreuzberg

zum Beispiel?


melden
kreuzberg
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

12.11.2008 um 14:09
Akupunktur@frankfurt1


melden
frankfurt1
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

12.11.2008 um 14:10
@kreuzberg

dacht ich mir schon, hättest ja gleich noch Yoga erwähnen können, hat aber wenig mit Esoterik zu tun eher mit Neurobiologie und Psychologie.


melden
kreuzberg
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

12.11.2008 um 14:12
Homöopathie@frankfurt1


melden
Anzeige
frankfurt1
ehemaliges Mitglied

Lesezeichen setzen

Eso-Satzbaukasten: Kommunikation vs. Monolog

12.11.2008 um 14:16
@kreuzberg

ja und was ist daran Esoterik?- da gibt man halt irgendwelchen Kranken irgendwas, was dazu auch meistens nicht wirkt.


melden
311 Mitglieder anwesend
Konto erstellen
Allmystery Newsletter
Alle zwei Wochen
die beliebtesten
Diskussionen per E-Mail.

Themenverwandt
Drückerkolonnen266 Beiträge
Anzeigen ausblenden