Zählt die Optik mehr als Charakter?
12.10.2026 um 15:45Es handelte sich um ein Bewerbungsgespräch für eine Assistenzprofessur (tenure track) in der Astrophysik.sacredheart schrieb:Meine Vermutung: Es war im Öffentlichen Dienst. Stadtverwaltung?
Derjenige der mir gegenübersaß war Professor für Nuklearphysik, geschätzt 50 Jahre alt, männlich. Wir saßen da in einem Gespräch von gut einer Stunde Dauer, auf welches Gespräche mit anderen Profs., Dekan etc. folgten (das geht normalerweise über 2, 3 Tage).
Normale Kleidung in unserem Bereich ist: Saubere einfache Kleidung, z.B. T-Shirt und Jeans, oder mit einem legeren Hemd kombiniert, dazu eher praktisches Schuhwerk. (So waren auch die anderen Profs. in jener Auswahlrunde und in anderen gekleidet.) Einen Anzug o.ä. würde da niemand erwarten. Ggf. mal etwas individuelles Aussehen, bisschen verschroben: Ja. Sandalen sieht man häufig (ein Kollege von mir ist auch z.B. immer barfuß, ein anderer in "five fingers" Barfußschuhen unterwegs), ich habe aber noch nie bei jemandem massiven Fußgeruch und ein schon deutlich überfälliges Zehennägelschneiden wahrgenommen. Dass Leute da "dreckig" sind, außer dem was ggf. innerhalb eines Arbeitstages passiert, habe ich da auch noch nicht wahrgenommen.
Die Person fiel somit extrem auf, und insbesondere den Anteil "Körpergeruch, Geruch ungewaschener Kleidung" empfinde ich persönlich als respektlos, und die Sache mit offenbar nicht von der Kleidung weggemachten Schuppen, die auch leicht den Bewerber treffen können, als grenzwertig. Wenn der Mann nicht so gestunken hätte, und sich meintwegen bloß die ausgeleierte Strickjacke über Hemd oder T-Shirt gezogen hätte, und die Cordhose statt löcherig geflickt gewesen wäre, hätte ich persönlich das Auftreten auch im Rahmen eines Bewerbungsgesprächs in dem Berufsfeld nicht als auffällig interpretiert.











