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Wie einem Alkoholiker die Augen öffnen?

387 Beiträge, Schlüsselwörter: Alkohol, Helfen, Alkoholiker, Einsicht

Wie einem Alkoholiker die Augen öffnen?

19.03.2012 um 12:57
Hiho,

das wird ein etwas längerer Text, aber ist ja auch ein wichtiges Thema ^^


mich beschäftigt seit einiger Zeit (~2 Jahre) ein immer größer werdendes Problem. Ich bin Ende 20 und werde in paar Monaten zu Hause ausziehen (Elternhaus is praktischer als Student ^^). Da mein Studium aber bald abgeschlossen ist, werde ich mich in einer anderen Stadt bewerben und dann ist hier niemand mehr, ausser meiner Mutter. Meine Geschwister sind schon lange ausgezogen, ich bin der Jüngste von allen. Mein Vater wurde vor 12 Jahren zu Recht rausgeschmissen aus dem Haus, seitdem zahlt sie die Schulden ab. Meine Mutter unternimmt kaum etwas draussen, sie hat zwar einige Kontakte durch ihre Arbeit aber in der Freizeit macht sie keine Anstalten sich mal mit Bekannten zu treffen. Seit wenigen Jahren merke ich, dass sie immer Abends so ihr Glässchen Wein trinkt, manchmal ein paar mehr. Das war für mich schon ein Signal, aber das hat sich dann geändert. Als ich 2010 ein Praktikum gemacht hatte, war sie schon ein halbes Jahr alleine in dem Haus. Ich war zwar am Wochenende mal da, aber nicht immer. Jedenfalls seit ich da bin und die Trinkerei noch mehr mitbekomme, sehe ich, dass sie umgestiegen ist auf Goldkrone. Ich habe immer mal versucht rauszubekommen wieviel sie in etwa trinkt. Fakt ist, sie trinkt jeden Abend. Da ich mein Zimmer oben habe und viel am PC arbeiten muss, sehen wir uns quasi abends kaum, sodass sie in Ruhe ihr Zeug trinken kann.

Sie versteckt die leeren Flaschen, is ja normal. Ich habe bisher immer nur leere oder angefangene Flaschen gefunden. Ich frag mich wo sie die vollen herzaubert. Naja letztens hab ich einfach ma durchgezählt was gerade an leeren Flaschen vorhanden ist. Vor paar Tagen hat sie 16 leere Goldkrone-Flaschen und vielleicht 2-3 Weinflaschen (die beachte ich schon gar nich mehr) weggebracht, ich hab mir das Datum aufgeschrieben. Ich werde nun mal jeden Tag beobachten und zählen wieviel Flaschen sich ansammeln, bis sie wieder welche wegbringt. Als ich die 16 gezählt habe, wollte ich sie schon gesammelt in der Küche aufstellen, als Zeichen. Ich vermute mal sie weiss, dass ich das mitbekomme, wäre ja recht naiv wenn nicht.

In der Nacht schläft sie auch nicht durch. Dazu kommt, dass sie regelmäßig raucht. Als Nichtraucher, der ich bin, natürlich viel zu viel in meinen Augen. Dazu ist sie leicht übergewichtig und macht eben kein Sport. Sie mag wenig Zeit haben durch ihre Arbeit die auch zuhause noch auf sie wartet, aber der Willen etwas zu unternehmen ist auch nicht da. 1x im Monat kommt ein guter Freund vorbei und bleibt für 3-4 Tage hier, da ist sie auch immer total glücklich und froh, aber dann trinken die trotzdem immer so 2 Flaschen Wein. Da kann ich ja nichtma was gegen sagen, weil ja dann sein Besuch als Vorwand genommen wird.

Das Problem ist nun, man kann mit ihr nicht diskutieren. Wenn man mit ihr normale Gespräche führen würde etc. dann ist sie echt wortgewandt und weiss zu argumentieren. Sie ist nicht auf den Mund gefallen und intelligent. Sie liest viel, hat zu jeder Sache ne eigenen Meinung und ne hohe Allgemeinbildung, also rein Wissenstechnisch steht sie in nix nach. Ich für mein Teil bin auch nicht der geborene Redner, sodass ein Gespräch zwischen ihr und mir über das Alkoholproblem eher sinnlos wäre, da ich so recht nicht weiss wie ich sie gekonnt an die Wand klatsche ^^ (metaphorisch gesehen).

Aber ich frage mich eben, was man machen kann. Ich habe mit meinem Bruder (das älteste Kind) darüber gesprochen, er sieht das irgendwie recht gelassen. Dazu muss ich aber sagen, dass er und auch ich der Meinung sind: "Was passieren soll, dass passiert. Wenn einer stirbt, dann soll es quasi zu dem Zeitpunkt so gewesen sein. Lebensplan etc pp." .. Das beisst sich ein wenig mit meinem Problem über die Alkoholsucht. Denn schliesslich, würde sie durch die Sucht nicht früher sterben als ohne, laut unserer Vorstellung. Aber der gesunde Menschenverstand sagt mir trotzdem: "das ist nicht gut was sie da macht".

Ich weiss nun nicht so recht, wie ich da vorgehen soll. Einerseits bin ich bald weg und sie ist dann alleine, was niemand toll finden kann und die Sache vermutlich unterstützt. Andererseits will ich nicht, dass sie so weiterlebt. Wenn ich ihre gesammelten Flaschen provokant aufm Tisch trapiere ist ihr ja auch nicht geholfen, aber sie sollte merken, was ich damit ausdrücken will. Doch wie kann man jemanden aus dieser Sucht helfen!? Da sie immer alles versteckt, sollte sie ja bereits erkannt haben, dass es "falsch" ist, dass sie etwas macht, was andere nicht toll finden könnten. Mein Onkel ist auch trockener Alkoholiker, dass hab ich vor kurzem erst erfahren als meine Mutter einen Präsentkorb gekauft hat und ich meinte: "der ist doch hübsch" und sie dann: "das können wir nich machen, der is trockener Alkoholiker" .. Da ist sie achtsam genug, aber bei sich selbst zieht sie keine Konsequenzen. Ich traue mich auch nicht, dass mit meiner Tante (ihre Schwester) zu besprechen, da ich nicht weiss wie sie reagiert. Wobei sie die erste Person wäre, bei der ich den Mut aufbringen könnte um zu erfahren, wie sie es bei ihrem Mann (meinem Onkel) geschafft hat.

Habt ihr da vielleicht Ideen, oder ward ihr selbst einmal betroffen und man versuchte euch zu helfen? Wie konnte man euch helfen? Meine Mutter kann sichs auch eigentlich nicht leisten, mal eben in eine Klinik zu fahren um nen Entzug zu machen, das ist finanziell und beruflich nicht drin. Sie hat da auch nebenberuflich Termine die eingehalten werden müssen. Und wenn sie es nicht macht, dann haben ihre Kunden ein Problem ;/


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19.03.2012 um 13:06
Aso,

wenn ich es ma mitbekomme, sind es meist 1/4 Goldiflasche am Abend. Vielleicht auch mehr, ich kann ja nicht immer alles aufschreiben und Statistik führen. Man merkt das auch recht einfach, wenn sie wieder viel getrunken hat, sie wird dann viel offener und redseeliger, wenn man mal über andere Probleme in der Familie redet.

Gerade gesehen, dass sie sich auch über Sachen hermacht die mir geschenkt wurden. Bspw ne Flasche Rum von Weihnachten .. ich bin zwar nicht der Rumtrinker, aber da macht sie quasi auch kein Halt vor. Gut hätte ich die Flasche in meinem Zimmer aufbewahrt und nich da, wo wir Alkohol immer aufbewahrt haben, dann hätte sie die wohl auch net angerührt. Aber das nur am Rande. Ich selbst kaufen keinen Alkohol und bunker den hier im Haus, nichtmal Bier.


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19.03.2012 um 13:09
@Varisha
Das Problem ist, das der Betroffene selbst einsehen muss, das er Hilfe braucht. Und das ist ein schwieriger Weg.
Vielleicht solltest du dich mal mit den Annonymen Alkoholikern beraten, die kümmern sich auch um Angehörige von Betroffenen, und haben sicher damit viel erfahrung. :ask:


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19.03.2012 um 13:35
@Varisha
Deine Mutter muss selber merken, dass sie ein Problem hat. Die Schnapsflaschen alle zusammen auf nen Tisch stellen halte ich aber für eine gute Idee. Dann sieht sie vieleicht erst wieviel sie trinkt. Du könntest auch mal mit deinem Onkel reden, da er ja Erfahrung mit sowas hat, kann er vieleicht mit ihr reden aber wahrscheinlich wird das alles wenig bis gar nix bringen.

Meine Schwiegermutter war 30 Jahre lang Alkoholikerin, mit allem was dazugehört, Saufturen durch Kneipen, Kinder und Ehemann vernachlässigt, wurde von Autos angefahren...war ihr alles egal. Bis sie im Suff im Badezimmer ausgerutscht ist und sich beinahe den Kopf an der Badewanne angehauen hätte. Das war wohl ihr Schlüsselerlebnis um aufzuhören. Seit dem ist sie trocken! Ist ungefähr 10 Jahre her.

Also es liegt immer am Betroffenen selbst. Als aussen Stehender kann man da wenig machen. Leider....


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19.03.2012 um 13:41
@Lady_Amalthea @Addy

wovor ich halt Angst hätte wäre, dass sie sich durch die direkte Konfrontation mit dem Problem uns Kindern gegenüber verschliesst. Ich bin momentan der Einzige, den sie noch regelmäßig um sich hat und wir haben in unserer Familie ein sehr harmonisches Verhältnis zueinander. Es gab kaum Streit oder Konflikte in all den Jahren.

Sicher muss sie es erkennen, die Frage is nur wie macht man das am diplomatischsten :/


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19.03.2012 um 13:43
@Varisha

Stell ihr die Frage, ob sie wirklich aufgrund eines Getränks alles um sie herum aufs Spiel setzen will. Probier das vielleicht mal mit solch einer banalen Frage.


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19.03.2012 um 13:43
@Varisha
Wenn man Problemen aus dem Weg geht... natürlich gibts dann selten Streit.
Wie gesagt, die AA halte ich hier für Sinnvoll, die rufen sicher nicht gleich deine Mutter an ;)
Wichtig ist das das Problem vom Betroffenen erkannt und akzeptiert wird. Natürlich ist das nicht einfach. Aber da muss man durch.
Du kannst nicht helfen, solang niemand sich helfen lassen will.


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19.03.2012 um 13:48
@Addy
"Wenn man Problemen aus dem Weg geht... natürlich gibts dann selten Streit."

Ne so ja nich ^^ .. wir sind allgemein alle sehr erwachsen und machen nicht gleich wegen jeder Kleinigkeit nen Fass auf .. das war schon immer so. Wo sich andere an die Gurgel gehen, lachen wir fast noch drüber.

Bei den AA klopf ich quasi an und schilder den Fall, und die geben mir dann vermutlich ne Broschüre mit die einigermaßen schonend auf das Problem aufmerksam macht? Hmmm


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19.03.2012 um 13:50
@Varisha
Naja. Du kannst ja hingehen und sagen "Ich glaube, ich habe einen Alkoholiker in der Familie, und weiß nicht wie ich damit umgehen soll. Direkt ansprechen möchte ich die Person jetzt nicht unbedingt!"
Die werden dir sicher Hilfe und Tipps geben, einfach ein "Beratungsgespräch"


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19.03.2012 um 13:51
@Addy
das klingt erstmal vernünftig, muss ich ma sehen wie ich das zeitlich unterkriege, bin selber grad voll im Stress


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19.03.2012 um 13:53
@Varisha
Das geht auch ganz modern... per mail ;)
http://www.anonyme-alkoholiker.de/erste_hilfe.html


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19.03.2012 um 13:53
@Addy
ach wenn dann richtig ^^


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TinaMare
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19.03.2012 um 13:55
@Varisha
Goldkrone?
Was ist das für ein Getränk?


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19.03.2012 um 13:56
@TinaMare
son billig-ossi schnaps ^^ nichts zum geniessen


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19.03.2012 um 13:56
@Varisha

Du kannst Ihr zwar sagen, dass Du Ihre Trinkerei mitbekommst und sowohl sie als auch Du wisst- das ist nicht gut für sie - Du kannst Ihr sagen, dass Du Sie liebst und Ihr helfen wirst wenn sie Hilfe möchte (Beistand) aber die Augen öffnen kann leider nur Deine Mutter selbst.


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TinaMare
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Wie einem Alkoholiker die Augen öffnen?

19.03.2012 um 13:56
@Varisha
Schau mal bitte auf die Flasche, wieviel Prozent dieser hat.


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19.03.2012 um 13:56
Ich denke, man kann einem Alkoholiker erst helfen, wenn er selber einsieht, das er ein Problem hat. Natürlich kann man dieses unterstützen in dem man ihm das immer und immer wieder vor Augen hält - allerdings kann dadurch auch die Konsequenz ergeben, das derjenige sich abwendet.

Schwierig - vielleicht wäre es ratsam, sich mal bei einer anonymen Stelle zu melden und sich dort sinnvolle Tips gegen zu lassen, wie man das am besten anfässt.
Die kennen sich mit der Problematik nunmal am besten aus.


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Wie einem Alkoholiker die Augen öffnen?

19.03.2012 um 13:59
@TinaMare
gut, dass du gefragt hast, hab ich doch vorhin glatt die Schranktür offen gelassen, wo die leeren Flaschen drinstehen .. 28% hat der Fusel

@Hellskitty
Den Anfang kann ich ja noch mitgehen, solange ich keinen Job in der neuen Stadt hab (mind. 1,5h Zugfahrt weg) .. Näher an der Heimat, macht beruflich gesehen kein Sinn, hier ist tote Hose. Wenn ich aber erstmal umgezogen bin, ist sie alleine und niemand kann auf sie aufpassen :/


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19.03.2012 um 14:13
@Varisha

Mal abgesehen davon, das ich es lobenswert finde, das du mitgehen willst: Erstmal muss sie soweit sein, das sie freiwillig hinmöchte, eben weil sie eingesehen hat das sie ein Problem hat. Sonst hat das alles keinen Sinn.
Wäre ich in der Situation, würde ich vorab bei Ärzten oder Institutionen nachfragen, wie man die Menschen am besten dazu bringt, sich helfen zu lassen.

Wenn du sie dann soweit hast, ist es sicherlich toll, wenn sie nicht alleine dort hin muss- das ich bestimmt eine grosse Überwindung.


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TinaMare
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Wie einem Alkoholiker die Augen öffnen?

19.03.2012 um 14:15
@Varisha
Pauschal würde ich sagen:
Wenn deine Mama beim Alkoholkonsum bereits so weit fortgeschritten ist, dass sie Hochprozentiges konsumiert, musst du dir in der Tat Sorgen machen!
Besprich dich mit deinen Geschwistern und dann stellt eurer Mutter ein Ultimatum.

Klingt hart, aber aus diesem Sumpf kommt sie ohne angemessene Hilfe alleine nicht mehr heraus.


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