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Wie einem Alkoholiker die Augen öffnen?

387 Beiträge, Schlüsselwörter: Alkohol, Helfen, Alkoholiker, Einsicht

Wie einem Alkoholiker die Augen öffnen?

31.07.2018 um 16:51
Thaddeus schrieb:Der erste Schritt wäre, sich einen Überblick über den Menschen zu verschaffen, den man glücklicher/freier machen möchte.
Schon, aber ich finde, der 1. Schritt müsste von der betreffenden Person selbst kommen.
Zumindest müsste sie das auch wollen.
Thaddeus schrieb:Aber das Ziel ist dasselbe: die gute Lösung muß emotional attraktiver werden als die schlechte Lösung.
Absolut.

Ein Patentrezept gibt es nicht.
Doch Freunde, Bekannte oder wer auch immer können manchmal den letzten Anstoß geben, das Leben umzukrempeln.

Mir hat eine 4-monatige Therapie geholfen, vom Suff (Delirium) weg zu kommen, obwohl mir schon vorher klar war, nie wieder was anzurühren.

War vor 9 Jahren.


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Wie einem Alkoholiker die Augen öffnen?

31.07.2018 um 17:03
Meine Hochachtung für's Durchhalten.
Schon, aber ich finde, der 1. Schritt müsste von der betreffenden Person selbst kommen.
Zumindest müsste sie das auch wollen.
Das wäre einfacher. Stimmt. Nötig ist es nicht. Such mal in Deiner Erfahrung nach Beispielen, wo jemand etwas Gutes am Anfang nicht gewollt hat. Menschen beginnen, etwas zu wollen, wenn es attraktiv erscheint. Menschen sind großartig, wenn es um Fehleinschätzngen geht. Das machen die gern ( :

Wir alle haben wenn-dann Regeln im Kopf und glauben alles mögliche Zeugs. Das steuert unsere Entscheidungen. Längst nicht alles davon ist stichhaltig und das meiste ist veränderbar. Diese Veränderung darf auch von außen kommen.

Stell Dir eine Welt vor, in der jeder, der verliebt ist, vom anderen verlangt, den ersten Schritt zu tun. Nach hundert Jahren wars das.

Ich denke, es ist nichts Verkehrtes darin, eine gute Sache schmackhaft und attraktiv zu machen. Und dran zu bleiben.


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31.07.2018 um 18:14
MUArchivist schrieb:Todesfälle verweisen, die das Leben aus der Bahn schiessen lassen
Du hast die Möglichkeiten wirklich gut beschrieben.

Bei plötzlichen Schicksalsschlägen (Todesfälle, Trennung, Krankheit, Elementarereignis…)
fühlen sich viele überrumpelt und flüchten – wie Du es treffend formulierst – in eine Sucht.

Für mich wäre das Schlimmste, dass meine Kinder sterben. Aus diesem Loch käme ich nie mehr heraus. Ich würde aber niemals beginnen, Alkohol zu trinken oder Drogen nehmen. Warum ich mir da so sicher bin? Ganz einfach: weil ich weiß, dass ich mich dadurch nicht besser fühle – nicht einmal im dem Moment wo ich besoffen bin.
Zugegeben, ich könnte das Leben nie wieder genießen. Ich kann nur nicht beurteilen, ob ich bis ins hohe Alter dahinvegetieren oder mein Leben vorzeitig beenden würde.
Das ist das einzige Szenario, für das ich keinen Ausweg sehe.

Bei allen anderen Situationen könnte ich mich selbst wieder rausziehen.

In meiner Familie (damit meine ich nur Partner und Kinder) ist deshalb niemand suchtgefährdet, weil über alles gesprochen wird – auch über die persönlichsten Dinge.

Wenn meinem Partner oder mich irgendetwas belastet, wird noch am selben Abend darüber gesprochen (sobald die Kids nicht mithören können). Jeder weiß, dass er sich 100% auf den Anderen verlassen kann und dass niemand von diesem Gespräch erfahren wird.

Wenn man in einer Partnerschaft einer Sucht verfällt, stimmt etwas gewaltig in der Beziehung nicht. Sobald es irgendetwas gibt, was man nicht mit dem Partner besprechen will, ist für mich die Beziehung beendet.

Auch für einen Single ist es enorm wichtig, eine Vertrauensperson zu haben. Wenn man diese nicht hat, bleibt nichts anderes übrig, als in eine Beratungsstelle/Therapie zu gehen.

Genau das ist der Knackpunkt: viele schaffen es nicht, sich Hilfe zu suchen. Das zu überwinden ist schwierig - ein Teufelskreis!

Selbstverständlich ist es für die Angehörigen extrem belastend, wenn man 24 Stunden pro Tag und das 7 Tage die Woche einen Alkoholiker (oder einer anderen Sucht verfallenen) daheim hat.
Wenn diese Person aber auf keine Hilfsangebote eingeht und sich immer weigert, gegen die Sucht anzukämpfen, muss man es aufgeben.
Auch das klingt hart, ist aber richtig.
Thaddeus schrieb:Ich hätte Menschen gebraucht, die mich so nehmen, wie ich sein will.
Da stimme ich Dir voll und ganz zu!


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31.07.2018 um 19:01
@sanna1 -
Dusagst es jeder mensch ist wie er ist und das Schönste kompliment idt jeden so zu nehmen Wie er ist.
Meiner Meinung nach ist das der richtige Weg - aber eben nicht für jeden anderen Menschen. Ich habe einfach die Erfahrung gemacht, dass nan die Menschen am Besten kennenlernt, wenn man sie in ihrer Persönlichkeit nicht einschränkt.
Hier würde ich gerne auch @Thaddeus und @borabora mit in's Boot nehmen ... Ich habe euren Austausch interessiert verfolgt, wollte mich aber nicht sofort einbringen.
Generell stimme ich euch beiden zu: der erste Schritt muss vom Betroffenen selbst kommen - entweder mit der Entscheidung etwas an den gewohnten Strukturen zu ändern, oder um bei der Änderung um Hilfe zu bitten.
Nachfolgend entscheide ich jedoch selbst, wie ich auf en Menchen zu- oder eingehe. In manchen Fällen ist eine positive Bestätigung hilfreicher, als ein ständiges Nachfragen. Ich selbst bin die Art von Mensch, die mit einem "Und, wie kommst Du voran?" wenig anfangen kann und sich eher genervt fühlt.
Wenn ein Projekt erledigt ist, melde ich mich mit Erfolgsnachrichten zurück - bei einer Veränderung im Erscheinungsbild oder in einer Verhaltensart bevorzuge ich, wenn andere es selbst feststellen. Das ist für mich selbst immer noch daas Beste feedback, dass sich tatsächlich etwas verändert hat.
Aber so bin ich halt ... jeder ist da anders.
Genau so sehe ich auch das Zugehen auf einen Alkoholiker oder die Hilfe bei der Entwöhnung: jeder Mensch tickt anders und was den einen anspornt, hindert den anderen.


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31.07.2018 um 19:17
@FerneZukunft - Vielen Dank für Deine Rückmeldung!
Du hast die Möglichkeiten wirklich gut beschrieben.
Bei plötzlichen Schicksalsschlägen (Todesfälle, Trennung, Krankheit, Elementarereignis…) fühlen sich viele überrumpelt und flüchten – wie Du es treffend formulierst – in eine Sucht.
Und das sind leider nur die Erlebnisse aus meiner direkten Umgebung. Jeder Mensch hat einen Punkt an dem man ihn oder sie "aushebeln" kann. Die meisten haben einfach das Glück, dass sie ein solches Erlebnis nie haben, oder dass der Rückhalt (Familie, Religion, Gesellschaft, Freunde) genau dann stark genug ist, um die Personn aufzufangen.
Für mich wäre das Schlimmste, dass meine Kinder sterben. Aus diesem Loch käme ich nie mehr heraus. Ich würde aber niemals beginnen, Alkohol zu trinken oder Drogen nehmen. Warum ich mir da so sicher bin? Ganz einfach: weil ich weiß, dass ich mich dadurch nicht besser fühle – nicht einmal im dem Moment wo ich besoffen bin.
Zugegeben, ich könnte das Leben nie wieder genießen. Ich kann nur nicht beurteilen, ob ich bis ins hohe Alter dahinvegetieren oder mein Leben vorzeitig beenden würde.
Das ist das einzige Szenario, für das ich keinen Ausweg sehe.
Vielen Dank für Deine offenen Worte. Ich kann nachvollziehen, dass der Tod eines Kindes eine ganz andere Ebene als die beschriebenen Szenarios sind . jeder Schmerz sitzt anders.
Wie Du, würde ich mich ebenfalls nicht zum Alkohol oder in Drogen flüchten, da ich weiss was daraus wird - nämlich nichts. Ich hab's gesehen und erlebt und weiss, dass das "böse Erwachen" immer schlimmer ist als der letzte "klare" Tag.
Meine Hoffnung ist, dass ich mein Leben in eine andere Richtung lenken kann, ausser einem frühzeitigen Ausstieg (ist schlecht für's Kharma). Aber wenn ich eines gelernt habe, dann ist es, dass dieses Leben unberechenbar ist - und eine feststehende Entscheidung nicht immer endgültig ist.
Nicht alle Menschen haben die emotionale Stärke die Du an den Tag legst - und denen muss man irgendwie helfen, wenn man die Chance bekommt (und kann).
Bei allen anderen Situationen könnte ich mich selbst wieder rausziehen.
In meiner Familie (damit meine ich nur Partner und Kinder) ist deshalb niemand suchtgefährdet, weil über alles gesprochen wird – auch über die persönlichsten Dinge.
Wenn meinem Partner oder mich irgendetwas belastet, wird noch am selben Abend darüber gesprochen (sobald die Kids nicht mithören können). Jeder weiß, dass er sich 100% auf den Anderen verlassen kann und dass niemand von diesem Gespräch erfahren wird.]/quote]
Genau so sollte es sein! Ich versuche dies auch mit meiner besseren Hälfte so zu leben - auch wenn es manchmal schwer ist, sich einer anderen Person so bedingungslos anzuvertrauen. Auf der anderen Seite sollte man aber den Partner auch genau nach diesem Gesichtspunkt wählen: absolutes Vertrauen.
Bei Kindern und jungen Erwachsenen bin ich ebenfalls vorsichtig ... man kann nicht immer von sich selbst ausgehen. Auf der einen Seite wünsche ich mir, dass meine Mum mich nach dem Tod meines Vaters mich in ihre Qualen eingeweiht hätte.
Auf der anderen Seite verstehe ich, dass sie versucht hat mir eine sorgenfreie Jugend zu ermöglichen. Wenn man die Erfahrungen nich hat, kann man nur eine emotionale Entscheidung treffen. Ich mache ihr keine Vorwürfe, ich würde es nur einfach anders machen.
Wenn man in einer Partnerschaft einer Sucht verfällt, stimmt etwas gewaltig in der Beziehung nicht. Sobald es irgendetwas gibt, was man nicht mit dem Partner besprechen will, ist für mich die Beziehung beendet.
Auch für einen Single ist es enorm wichtig, eine Vertrauensperson zu haben. Wenn man diese nicht hat, bleibt nichts anderes übrig, als in eine Beratungsstelle/Therapie zu gehen.
Genau das ist der Knackpunkt: viele schaffen es nicht, sich Hilfe zu suchen. Das zu überwinden ist schwierig - ein Teufelskreis!
Jein. Mein Vater war ein sehr stolzer Mann, der an die Prinzipien und Ideale seines "alten" Heimatlandes geglaubt hat. Komplett, tiefgehend und ideologisch - fast schon religiös.
Der Mauerfall hat ihn seines Lebenszieles, seiner Karriere und seiner Position in der Gesellschaft beraubt - aus einer hohen Position herausgeworfen, fand er sich als Wäscher in einer grossen Textilreinigung wieder.
Über so einen extreme Situation kann man mit dem Partner reden - oder man kann so stolz sein, dass man einfach nicht will, dass die anderen wissen wie schlecht es einem geht. In seinen Augen hätte er seine "Position" in der Familie verloren. Ist natürlich Blödsinn, aber er hat einfach nicht darüber gesprochen.
Ich kann mich erinnern, dass meine Mum versucht hat, das Thema immer wieder anzubringen - und in's Leere gelaufen ist.
Selbstverständlich ist es für die Angehörigen extrem belastend, wenn man 24 Stunden pro Tag und das 7 Tage die Woche einen Alkoholiker (oder einer anderen Sucht verfallenen) daheim hat.
Wenn diese Person aber auf keine Hilfsangebote eingeht und sich immer weigert, gegen die Sucht anzukämpfen, muss man es aufgeben.
Auch das klingt hart, ist aber richtig.
Wenn man alle Optionen wie die Suchthilfe oder einen stationären Aufenthalt genutzt hat (falls möglich), stimme ich Dir völlig zu. Solange ein Süchtiger noch ein unterstützendes Netzwerk hat, wird er/sie in der geschilderten Situatuin nichts ändern.
Wie lange man selbst das Ganze durchhält, muss man immer für sich selbst entscheiden. Nicht jeder ist dafür gemacht ...


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31.07.2018 um 19:18
@borabora
Ist deine Schwester wirklich unzufrieden oder meinst du nur, sie sei unzufrieden weil du es an ihrer Stelle wärst ?

Mein Schwesterherz hat auch Schrankmaße.
Und die fühlt sich pudelwohl so wie sie ist.
Und sie ist schön, so wie sie ist.
Warum sollte man ihr das nicht sagen und sie bestätigen in dem was sie ist?


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31.07.2018 um 20:57
@MUArchivist

Also ich habe nie behauptet, der erste Schritt müsse vom Leidenden kommen. Wenn man geschickt vorgeht und charakterstark genug ist, kann man immer einerseits die gute Lösung attraktiver und leichter machen und andererseits subtil den Leidensdruck erhöhen, bis derjenige von allein auf die Idee kommt, es könnte ja auch anders gehen.

Menschen sind beeinflußbar und veränderbar. Man muß nur wissen, was man tut und in 13 Jahren Schule lernt man darüber genau null. Aber nur weil Schulen zu 80% die Zeit und Jugend totschlagen, kann man Kommunikation trotzdem lernen. Und Flexibilität trainieren.

Nur so:
Youtube: The Death Crawl scene from Facing the Giants
"I can go to the 50 if nobody's on my back"


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31.07.2018 um 22:13
So schwer finde ich es gar nicht vom Alkohol wegzukommen, ich hatte auch Zeiten da hab ich am Wochenende locker ne Kiste weggeballert und das über mehrere Monate, kann mir dann aber von heute auf morgen sagen jetzt mach ich ein halbes Jahr Alkohol Frei und mache Sport. Das Problem ist weniger die Sucht als den inneren Schweinehund zu überwinden und nein zu sagen. Also alles nur eine Disziplin Sache.


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31.07.2018 um 22:21
Es ist ja auch ganz leicht, wenn man nicht abhängig ist. Gewohnheitssaufen zählt nicht.


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31.07.2018 um 22:22
@Thaddeus . Dann hatte ich mehr in Deinen Kommentar falsch interpretiert. Sorry.

Ich kann Deine Kritik am Schulsystem nur anteilig nachvollziehen, da ich in meinem Abitur verschiedene Fächer frei wählen konnte, die Du als fehlend bemängelst. Innerhalb von 2 Jahren musste ich entweder Psychologie, Philosophie, Allgemeine Geisteswissenschaften oder Religion belegen - ich habe es geschafft meinen Plan so zu legen, dass ich mindestens 3 Halbjahre in jedem Fach mitnehmen konnte und immer andere Gruppen kennengelernt habe. So trocken Philo auch klang, es war erstaunlich welchen Feinschliff man für Diskussionen oder Argumentationen bekommen hat.

Welcje Fäcjer würdest Du DIr denn als Lebensvorbereitung wünschen?


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01.08.2018 um 15:03
MUArchivist schrieb:Wie Du, würde ich mich ebenfalls nicht zum Alkohol oder in Drogen flüchten, da ich weiss was daraus wird - nämlich nichts. Ich hab's gesehen und erlebt und weiss, dass das "böse Erwachen" immer schlimmer ist als der letzte "klare" Tag.
Ist okay.

Aber ich finde, man sollte niemals nie sagen.
Ich dachte früher auch immer, teilweise mit einem Nasenrümpfen, das! würd ich nie machen.

Es gab oder gibt Situationen, die das rationale Handeln ausblenden, wo man den normalen Weg verlässt u. dann greift man zu Diesem oder Jenem.

Erklärungsversuche.

Wichtig ist, das man wieder auf dem richtigen Weg kommt u. das so fix wie möglich.
Thaddeus schrieb:Also ich habe nie behauptet, der erste Schritt müsse vom Leidenden kommen. Wenn man geschickt vorgeht und charakterstark genug ist, kann man immer einerseits die gute Lösung attraktiver und leichter machen und andererseits subtil den Leidensdruck erhöhen, bis derjenige von allein auf die Idee kommt, es könnte ja auch anders gehen.
Wenn es funktioniert, tolle Sache.
Doch ist in der Regel eher selten?

Der Betreffende selbst muss den Willen und ein Ziel haben, klappt dann meist auch ohne ständige Hilfe.


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01.08.2018 um 15:07
@Micinima

Es mag korpulente Menschen geben, die sich wohl fühlen, auf meine Schwester allerdings trifft es nicht zu.
Ich weiß, ist viel Frust essen u. sie lässt sich gehen u. wird immer dicker.
Micinima schrieb:Warum sollte man ihr das nicht sagen und sie bestätigen in dem was sie ist?
Weil es nicht stimmt u. ich glaub, die Lebensqualität ist auch eingeschränkt.


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01.08.2018 um 15:14
@borabora

Klar funktioniert das nur selten. Die meisten Menschen sind absolute Anfänger auf dem Gebiet und verwechseln Erfahrung mit Können.

Man kann tausende Stunden Schach spielen und ein lausiger Schachspieler bleiben. Das Gleiche gilt für das Verstehen und Beeinflussen von Menschen. Können kommt durch Lernen und Training.
borabora schrieb:Der Betreffende selbst muss den Willen und ein Ziel haben, klappt dann meist auch ohne ständige Hilfe
Der Wille wird erzeugt. Das Ziel wird gefunden und dem betroffenen erfolgreich verkauft. Hilfe ist immer das Verändern von Gefühlen, die der Betroffene zu bestimmten Aspekten seines Lebens hat.

Hast Du schon mal begonnen, etwas haben zu wollen, nachdem es Dir jemand so richtig toll beschrieben hat? Menschen verändern ihre Sichtweisen, wenn sie entsprechend beeinflußt werden.

Im Negativen passiert das dauernd. Mann zeigt Schwäche. Frau nörgelt, Mann macht dicht und flüchtet sich in die Arbeit, Frau fühlt sich unverstanden, Mann fühlt sich unverstanden und die Partnerschaft fühlt sich furchtbar an. Die haben sich mal geliebt. Was ist passiert? Sie haben einander beeinflußt. Das geht auch positiv. Das geht auch gezielt. Das geht auch bewußt.

Wer sich dick wohlfühlt, hat noch nie erlebt, was es heißt, leicht und stark zu sein. Wie gut es sich anfühlt, wie unglaublich gut, wenn die Schwerkraft auf der Treppe plötzlich nachläßt. Wenn man sich unbeschwert bewegen kann. Das passiert dann, wenn man leicht und stark ist.


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01.08.2018 um 16:37
@borabora - Vielen Dank für Deine Antwort / Reaktion.
Aber ich finde, man sollte niemals nie sagen.
Ich dachte früher auch immer, teilweise mit einem Nasenrümpfen, das! würd ich nie machen.

Es gab oder gibt Situationen, die das rationale Handeln ausblenden, wo man den normalen Weg verlässt u. dann greift man zu Diesem oder Jenem.

Erklärungsversuche.
Ich verstehe nur zu gut - und weiss aus eigener Erfahrung - das es Situationen gibt, in denen alles verloren scheint ... in denen man nicht ohne eine "Ablenkung" auskommt.
Was ich in einer solchen Akutsituation machen würde, kann ich Dir nicht sagen - aber eines weiss ich mit 100%iger Sicherheit: Alkohol oder harte Drogen werden keine Rolle spielen.
In meinem engsten Umfeld habe ich ein halbes Dutzend Leute die dem Alkohol verfallen waren und kann daher so selbstsicher klingen.

Einen Menschen werde ich nie als schwach ansehen oder abwerten, weil er/sie sich aus der Realität flüchtet oder aus Langeweile trinkt - mein einziges Gefühl ist Mitleid. Bei dieser Einstellung anzukommen hat allerdings eine ganze Weile gedauert ;)
Wichtig ist, das man wieder auf dem richtigen Weg kommt u. das so fix wie möglich.
Besser hätte ich es nicht sagen können ;)


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01.08.2018 um 16:49
MUArchivist schrieb:In meinem engsten Umfeld habe ich ein halbes Dutzend Leute die dem Alkohol verfallen waren und kann daher so selbstsicher klingen.
Meine Schwägerin ist daran gestorben (2 mal vergewaltigt worden).
Ich hatte also ein abschreckendes Beispiel u. dennoch ist es so gekommen.

Da ich selbst mal betroffen war, habe ich teilweise Verständnis.
Ist keine Schande, hinzufallen, man muss den Dreh finden, wieder aufzustehen, was aber wohl auch nicht immer geht, je nach Schicksal.


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01.08.2018 um 18:17
@borabora - Mein Beileid. Einen Familienangehörigen durch Alkoholismus zu verlieren ist schlimm genug ... wenn die Person dann auch noch so traumatisiert ist, kann man kaum noch Argumente gegen die Flucht finden.

Ich habe selbst erlebt, wie meine Familie durch den Tod eines Alkoholikers fast zerstört wurde, daher steht die Entscheidung für mich fest. Wenn ich einmal im Jah was trinke, ist das schon ungfewöhnlich ...

Es geht nicht darum, ob (oder wie oft) man hinfällt - es geht darum, dass das aufstehen und weiterlaufen verdammt schwer ist. Ich freue mich wirklich, dass Du es geschafft hast! schön, dass Du so offen darüber reden kannst und damit anderen hilfst! <3


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01.08.2018 um 19:06
@MUArchivist

Danke...
leider konnten wir ihr nicht helfen u. sie nicht dazu bewegen, sich anderweitig Hilfe zu suchen.

Es ist natürlich für die Angehörigen auch sehr schwer, mit der Suchterkrankung umzugehen und auch eine
Belastung.

Wenn man an einem Punkt angekommen ist, weitermachen oder aufhören u. man das auch will, dann ist es eigentlich recht einfach, aufzuhören u. auch trocken zu bleiben ;)

Nochmals danke an Dich u. wer mag, kann mich gerne zum Thema anschreiben.


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01.08.2018 um 21:26
@borabora Nicht dafür ... Deine Situation ist schon chaotisch genug - da muss man einfach auch mal an den Menschen denken, der so offen vom eigenen Chaos erzählt.

Eine Freundin ist ebenfalls mehrfach vergewaltigt worden und droht daran immer wieder zu zerbrechen ... die Gedanken, Szenen und die Idee nichts wert zu sein kommen immer wieder auf. Wenn wir helfen konnten und es ihr besser geht, hat sie wieder das Gefühl, dass sie uns belastet. Ein ewiger Kreislauf den sie nur mit Medikamenten durchbrechen kann. Glücklicher Weise hat sie einen Partner der ihr Fels in der Brandung ist ... er ist so ziemlich der Einzige Mensch, dem sie sich komplett öffnet. An Menschen die so komplett traumatisiert sind, kommt man einfach nicht ran ohne professionelle Hilfe. Oder einen rettenden Ritter in glänzender Rüstung :)

Ja, meine Mum hat auch von einem auf den anderen Tag aufgehört zu trinken. Die Nachricht kam an, sie hat sich entschieden ... und das war's. Kein Alkohol mehr ... und sie vermisst es auch nicht.
Auf der anderen Seite habe ich einen Bekannten, der nicht mal ein Mon Cheri essen kann, ohne soort wieder "auf Pegel" zu sein, weil er aus "Vernunft" nicht mehr trinkt, aber den Alkohol nicht wirklich hinter sich gelassen hat.

Nochmal: keine Ursache. Mach unbedingt weiter so und lass' Dich nicht unterkriegen ;)


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01.08.2018 um 23:38
@MUArchivist

Sehr nett.. ich bin es nicht gewohnt, das davon jemand Notiz nimmt, im familiären Kreis... na ja.

Aber wie sollten sie oder Andere wissen, wie dies oder jenes sich anfühlt u. ist.

Selbst andere Betroffene erleben es teilweise verschieden. Ich mache daher viel mit mir aus.

Auf jeden Fall sollten sich Betroffene Rat u. Hilfe suchen, für sich das entsprechende Angebot heraus picken.
MUArchivist schrieb: meine Mum hat auch von einem auf den anderen Tag aufgehört zu trinken. Die Nachricht kam an, sie hat sich entschieden ... und das war's. Kein Alkohol mehr ... und sie vermisst es auch nicht.
Das freut mich :)
Beim Sektempfang einer Feier wird schon doof geguckt, wenn ich ablehne, aber ist mir total egal.
MUArchivist schrieb: Mach unbedingt weiter so und lass' Dich nicht unterkriegen
Auf jeden Fall ;) Obwohl man schon mal in die Knie gehen muss aufgrund von Folgen, wobei ich nicht den gesundheitlichen Aspekt meine.


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02.08.2018 um 00:14
@borabora - Selbst andere Betroffene erleben es teilweise verschieden. Ich mache daher viel mit mir aus.

Auf jeden Fall sollten sich Betroffene Rat u. Hilfe suchen, für sich das entsprechende Angebot heraus picken.
Genau das habe ich jahrelang auch gemacht ... auf der einen Seite habe ich mich geschämt darüber zu reden, weil es ja irgendwie eine Familiensache ist ... und dann auch noch die Mutter ...
Aber nachdem sie aufgehört hatte, habe ich festgestellt, dass es eben auch Selbsthilfegruppen für Angehörige gibt. Für mich war's dann halt zu spät, aber ... einen Versuch ist es vielleicht Mal wert. Manchmal ist es auch einfach leichter, einem Fremden zu erzählen was man so durchgemacht hat oder noch durchmacht. Du wirst ggf. erstaunt sein, wie ähnlich sich viele Lebensgeschichten sind.
Ich habe selbst tatsächlich nur Berichte von anderen gelesen und war schon ziemlich überrascht - aber ich bin von Natur aus nicht so der "Ich erzähle euch mal meine Geschichte"-Mensch, wenn ich mich echten Leuten gegenüber sehe. Hinter der scheinbaren Privatsphäre eines Bildschirms geht das viel einfacher. Meistens ...
Das freut mich :)
Mich auch :) Ich bin immernoch total stolz auf meine Mum - und freue mich für alle anderen, die den Absptung ebenfalls geschafft haben!
Beim Sektempfang einer Feier wird schon doof geguckt, wenn ich ablehne, aber ist mir total egal.
Ich trinke generell kaum - höchstens einmal im Jahr - Sylvester 2017/18 weil das Jahr soooo mies war, dass wir es in einem kleinen Glas Whisky ersäufen mussten, oder 2015 auf einer Veranstaltung in den USA (gleiche Unmenge an Alkohol).
Daher komme ich recht oft in die "Verlegenheit" Alkohol abzulehnen. Die Diskussionen die darauf folgen führe ich hingebungsvoll ... Ich sage zwar nie "Meine Mutter war Alkoholikerin und mein Vater hat sich zu Tode gesoffen.", aber ich versuche das Thema aufzugreifen und zu hinterfragen, warum das Trinken von Alkohol eine gesellscchaftliche Norm ist. Wenn ich Kaffee ablehne, hinterfragt das ja auch niemand. Eine Zigarette wurde mir bei einer offiziellen Veranstalung auch noch nie als Begrüssung angeboten (obwohl das Mal was wäre ...).
Nach dem Motto "Kleinvieh macht auch Mist" steige ich auf das Thema gern mit ein .- und wenn es nur einen einzigen dazu bringt über das Thema nachzudenken .... das reicht mir schon.
Auf jeden Fall ;) Obwohl man schon mal in die Knie gehen muss aufgrund von Folgen, wobei ich nicht den gesundheitlichen Aspekt meine.
Scherzkeks ;)


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