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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

405 Beiträge, Schlüsselwörter: Vergewaltigung, Prozess, Opfer.

Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 10:57
sunshinelight schrieb:Wie meinst du das?
Dass eine hohe Strafdrohung für eine Verbrechensprävention wenig relevant ist.
sunshinelight schrieb:Jemand, der die Strafen auch vor der Erstattung der Anzeigen vor Augen hat, wird sich wohl die Konsequenzen durch den Kopf gehen lassen.
Eher nicht. Das ist ja der Punkt, den ich meine.

Die möglichen Folgen für eine falsche Anzeige sind beachtlich. Die gehen von strafrechtlichen Sanktionen, über zivilrechtliche Ersatzansprüche bis hin zu sozialen Folgen. Schon jetzt würde kaum jemand in eine echten Abwägung von Kosten und Nutzen eine bewusst falsche Anzeige stellen.

Viele rutschen da rein, weil sie gegenüber Freunden oder verwandten lügen (aus den unterschiedlichsten Motiven) und diese sie dann zu einer Anzeige drängen oder selbst die Anzeige stellen. Oft sehen sie dann keinen Weg zurück und "spielen" so lange mit, bis es zusammen bricht.
Dann gibt es diejenigen, die einfach davon aus gehen, dass es klappt. Da spielt es auch keine Rolle, wie hoch denn nun die Strafdrohung ist.

Ich weiß, dass es nahe liegend scheint, dass Täter hinsichtlich der Entscheidungsfindung zur Tatbegehung zuvor eine Kosten-Nutzen-Rechnung anstellen und Profit und Strafen gegeneinander abwägen.
Nur ist das in der Realität nicht so. Die meisten Raubüberfälle lohnen sich nicht, wenn man auch nur kurz darüber nachdenken würde. Ein paar hundert oder tausend Euro für Jahre im Gefängnis.

Die Entscheidungsfindung beruht auf Verzweiflung und/oder auf Verdrängung.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 11:11
kleinundgrün schrieb: Eher nicht. Das ist ja der Punkt, den ich meine.
Das ist mir klar. :D
War da nur anderer Ansicht.

Ich meine, der Punkt mit den Verwandten, die einen zur Anzeige drängen, kann schon ein Moment der Wahrheit sein. Oder davor.
Denn eine Frau geht doch nicht davon aus, dass die Verwandten dann in etwa reagieren wie:

Sie: Ich wurde vergewaltigt.
Verwandte: Das ist schön, Maus. Hauptsache, du hattest Spaß.

Wenn die nur ein bisschen nachdenken würden, würden sie wohl auch da schon eine Bremse ziehen.

Solange mitspielen hat keinen Sinn, denn wo ist die Wut über die Frau größer? Wenn sie vor der Anzeige noch zugibt, gelogen zu haben, oder wenn das große Tam Tam bereits in Aktion ist und sich herausstellt, dass sie gelogen hat?

Man hat da noch mehr zum Abwägen:

Das Ansehen in der Familie.
Die Konsequenzen.


Scheinbar reicht das nicht.

Dem würde ich gerne nachhelfen und das nicht aus Sicht der Frau, sondern aus Sicht von dem, der unschuldig vor dem Richter steht und seinem Leben dabei zugucken muss, wie es in die Brüche geht.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 11:23
sunshinelight schrieb:Wenn die nur ein bisschen nachdenken würden, würden sie wohl auch da schon eine Bremse ziehen.
Du versuchst nach wie vor, das auf einer rein rationalen Ebene zu sehen. Nur finden Entscheidungen in der Realität so nicht statt.
sunshinelight schrieb:Scheinbar reicht das nicht.
Es ist nicht, dass es nicht reicht. Es findet nur keine rationale Abwägung statt, wie Du sie fortwährend postulierst.
Du greifst am falschen Ende an.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 11:29
@kleinundgrün
Hm, dann müsste man das anders angehen.

Trotzdem denke ich, dass man auch in seiner größten Wut irgendwann mal rational denkt, denn von der Behauptung zur Anzeige ist es ja noch ein kleines Stück.

Vor dem Präsidium zu stehen und dann kommt doch eigentlich die innerliche Frage, ob man das jetzt tatsächlich durchziehen soll. So mit nichts in der Hand.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 11:36
FF schrieb:Wenn es sowieso schon so läuft, ist es ja gar nicht nötig
nein du kannst mir scheinbar nicht folgen.
Es ist ja eben nicht so, dass die Frau sozial geächtet wird. mein Lösungsvorschlag wäre, dass es so sein sollte.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 11:45
sunshinelight schrieb:Hm, dann müsste man das anders angehen.
Die frage ist halt, welches Risiko durch Falschanzeigen generiert wird. Das Leben ist riskant und Risiken lassen sich nur zu einem gewissen grad reduzieren. Bzw. die Bekämpfung von Risiko A kann zu einem Wachstum von Risiko B führen.
sunshinelight schrieb:Trotzdem denke ich, dass man auch in seiner größten Wut irgendwann mal rational denkt, denn von der Behauptung zur Anzeige ist es ja noch ein kleines Stück.
Die Anzeige hat für den Anzeigenden aber noch keine rechten Konsequenzen. Und stell Dir vor, bei der Anzeigeaufnahme würden die Leute dort übermäßigen Druck auf die Anzeigenden ausüben - wie wäre das für Leute, denen wirklich das besagte widerfahren ist.

Man muss eben abwägen zwischen den Konsequenzen bei echten Fällen und denen bei falschen. Man muss den Leuten eine Brücke für einen Rückzug lassen und man muss die jeweilige Situation beachten.
Durchfall schrieb:nein du kannst mir scheinbar nicht folgen.
Wenn es nur scheinbar ist, ist ja alles in Butter.
Durchfall schrieb:mein Lösungsvorschlag wäre, dass es so sein sollte.
Zum Glück haben wir mittelalterliche Sanktionsmethoden weitgehend abgelegt. Diesen Schritt zurück müssen wir nun wirklich nicht gehen. Vor allem nicht aus einer fragwürdigen Motivation heraus. Denn effektiv waren diese Methoden nicht.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 11:48
kleinundgrün schrieb:Zum Glück haben wir mittelalterliche Sanktionsmethoden weitgehend abgelegt.
aber beim Beschuldigten darf es so sein, dass der Ruf und die karriere zerstört wird?


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 11:49
@Durchfall
Das vermeintliche Opfer möchte auch wieder sozial am Leben teilnehmen, ansonsten sie dem Staat finanziell zur Last fallen würde.
Das war doch eine auf gegenseitigkeit Beziehungskiste, also warum sollte man sie desshalb zeitlebens ächten.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 11:52
@AgathaChristo
Als Abschreckung.
Außerdem vergessen das die leute nach ein paar Jahren wieder und dann ist das vorbei.
Da es beim Beschuldigten ja auch so ist egal ob er es war oder nicht, scheint es ja kein Problem zu sein.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 11:52
Durchfall schrieb:aber beim Beschuldigten darf es so sein, dass der Ruf und die karriere zerstört wird?
Nein. Und als ich das letzte Mal nachgesehen habe, hat das der Staat auch nicht gemacht. Ganz im Gegenteil, gerade bei solchen Themen wird versucht, das möglichst sensibel zu behandeln.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 11:53
@kleinundgrün
Ich rede ja davon, dass die Gesellschaft so sein sollte.
Der Staat kann auch nicht verhindern, dass der Beschuldigte einen zerstörten Ruf hat.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 11:58
Durchfall schrieb:Ich rede ja davon, dass die Gesellschaft so sein sollte.
Ist es denn nicht so? Haftet einer falschen Verdächtigung nicht ein vergleichbarer gesellschaftlicher Makel an, wie anderen Vergehen?
Durchfall schrieb:Der Staat kann auch nicht verhindern, dass der Beschuldigte einen zerstörten Ruf hat.
Man kann das bei den Ermittlungen schon berücksichtigen. Aber faktisch hat das soziale Konsequenzen, die je nach Situation nicht mehr reversibel sind.
Aber es lässt sich kaum beeinflussen, wie jemand über einen anderen denkt. Insofern würde eine übermäßige Sanktionierung das auch nicht wieder "gut machen".

Wenn ich Dir im Zorn ein Auge aus schlage, dann wirst du damit auch Dein restliches Leben verbringen müssen und keine Strafe wird diesen Zustand ändern. Nicht mal, wenn wir alttestamentarische Strafen anwenden würden.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 12:04
kleinundgrün schrieb: Die Anzeige hat für den Anzeigenden aber noch keine rechten Konsequenzen. Und stell Dir vor, bei der Anzeigeaufnahme würden die Leute dort übermäßigen Druck auf die Anzeigenden ausüben - wie wäre das für Leute, denen wirklich das besagte widerfahren ist
Stimmt. Und deswegen kann man eine Anzeige auch wieder zurückziehen. Eine Brücke ist also da.

Und wieder gewonnene Zeit, in der man wieder rational denken kann.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 12:14
sunshinelight schrieb:Stimmt. Und deswegen kann man eine Anzeige auch wieder zurückziehen.
So meinte ich das nicht (und muss zugeben, es missverständlich formuliert zu haben).
Ich meinte, dass eine Anzeige schnell gestellt ist und der Anzeigende zu dem Zeitpunkt noch gar nicht abschätzen kann, was alles für Konsequenzen drohen, für ihn und für den Angezeigten.

Solche Dinge sind oft genug Selbstläufer. Am Anfang ein kleines Steinchen, das ohne weiteres Zutun zu einer Lawine wird. Weil man einfach in eine Maschinerie kommt, die man als Laie vorher nicht absehen konnte.
ich will hier keine Leute, die andere falsch beschuldigen, in Schutz nehmen. Ich will dar legen, wie die Entscheidungsprozesse sind und warum Maßnahmen, die zunächst offensichtlich erscheinen, gar nichts bringen können.

Du kannst mir nun glauben oder es selbst recherchieren, dass Entscheidungen nicht ausschließlich rational getroffen werden. Und je nach Art der Entscheidung überwiegen gerne auch emotionale bzw. irrationale Aspekte. Und letzter kann man nicht damit bekämpfen, indem man die rationale Waagschale noch mehr beschwert.

Du musst zunächst wissen, wie eine solche Entscheidung zustande kommt, welches die Motivationen sind und wie weitgehend eine rationale Bewertung üblicherweise vorgenommen wird. Erst dann kannst Du sinnvolle und wirksame Methoden entwickeln.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 12:20
@kleinundgrün
Man kann aber seine Entscheidungen nochmal revidieren. Und Zeit genug dafür gibt es.

Die Erstattung einer Anzeige ist nicht rational, gut möglich.

Aber rational wäre die Entscheidung, die Anzeige zurückzunehmen, da man in dieser Zeit noch mal über alles nachdenken konnte.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 12:34
@Durchfall
Du meinst, die Frau käme jetzt ungeschoren davon? Schon ein paar Artikel zu dem Fall gelesen und was schon während des Prozesses in seriösen Zeitungen geschrieben wurde?
Oder nur die BILD-Artikel, für die die BILD hinteher einiges an Unterlassungsklagen und Schandesersatzklagen bekam?

Dass Kachelmann nicht vollständig rehabilitiert ist, hängt damit zusammen, dass sein Verhalten den Frauen gegenüber auch ohne den Prozess einen handfesten Skandal ergeben hätte, und er seitdem alle Beteiligten mit Klagen überzieht, was als "Nachtreten" empfunden wird. Da ist für die Öffentlichkeit aus dem netten Wetterfrosch, der doch als Opfer alle Sympathien auf seiner Seite hätte, ein bissiger, im Privatleben jahrelang tief verlogener Mensch geworden, der scheinbar selbst einiges zu einer Eskalation beigetragen hat. (Nicht meine Meinung!)

Die Frau ist doch sowieso für die meisten untendurch, nachdem sie den Wetterfrosch von der Leiter geschubst, ganz eindeutig gelogen und zumindest den Skandal vorbereitet hatte (der Brief mit den Flugtickets).
Niemand hält sie für ganz unschuldig und ich nehme an, dass ihre Karriere, falls sie eine hatte, auch ein abruptes Ende nahm.

Der Rest ist Dein persönliches Rachebedürfnis, das es nicht zulässt, dass jemand möglicherweise aus einem Fehler lernt und wieder neu anfängt.
Lieber wird der Druck aufrecht erhalten, der demjenigen gar keine Möglichkeit lässt, sich zu verändern... nein, er muss ja weiterhin als abschreckendes Beispiel zur Verfügung stehen.
Bis man die nächste Sau durch´s Dorf treiben kann.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 12:56
sunshinelight schrieb:Aber rational wäre die Entscheidung, die Anzeige zurückzunehmen, da man in dieser Zeit noch mal über alles nachdenken konnte.
Klar wäre es das. Und WENN die Leute rein rational handeln würden, kann man über so etwas auch reden.
Aber auch nach einer Anzeige bleibt die Ratio gerne auf der Strecke. Der Anzeigende erkannt dann die Konsequenzen: Verlust der Glaubwürdigkeit bei seiner sozialen Umgebung und eine Strafdrohung. Das kann eben auch motivieren, weiter zu machen.

Das einzige, das hier funktioniert, ist dem Anzeigenden möglichst früh die Konsequenzen klar zu machen, ohne dabei echten Opfern den Weg zu einer Anzeige zu vermiesen.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 13:01
kleinundgrün schrieb: Aber auch nach einer Anzeige bleibt die Ratio gerne auf der Strecke. Der Anzeigende erkannt dann die Konsequenzen: Verlust der Glaubwürdigkeit bei seiner sozialen Umgebung und eine Strafdrohung. Das kann eben auch motivieren, weiter zu machen.
Wieso, weil die Alternative besser aussieht?
So mit den ganzen Strafen? Die Glaubwürdigkeit ist ja auch da völlig hinüber. Wenn sie meinen, dass das besser ist, haben die ja mal so gar nichts im Kopf. :troll:


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 13:02
sunshinelight schrieb:Wieso, weil die Alternative besser aussieht?
Weil sie damit rechnen, durch zu kommen.


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Jörg Kachelmann verklagt vermeintliches Opfer

05.10.2016 um 13:07
@kleinundgrün
Weil sie nichts im Kopf haben.
Jeder weiß doch, dass genau ermittelt wird, der Angeklagte befragt wird und so weiter.

Und wenn die Klägerin keine Beweise hat (was heißt wenn, sie hat ja keine), ist einem doch völlig klar, wie das Ganze ausgeht.

Ganz zu schweigen von den Protokollen und die Tatsache, wie sehr die Klägerin immer mehr davon abweicht.


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