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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

1.343 Beiträge, Schlüsselwörter: Urteil, Obst, Halle (westfalen

Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

23.10.2013 um 21:14
@Udvarias

Offensichtlich wurden viele mögliche Spuren nicht ausgewertet, vermutlich lag kein Auftrag
dafür vor... - eine einigermassen schlüssige Indizienkette ist für mich nicht sichtbar!

In dubio pro reo – “Im Zweifel für den Angeklagten” – beschreibt den strafprozessualen Grundsatz, dass ein Angeklagter nicht verurteilt werden darf sondern freizusprechen ist, wenn dem Gericht Zweifel an seiner Schuld verbleiben.

Der Grundsatz “in dubio pro reo” ist im deutschen Strafprozessrecht nicht ausdrücklich normiert und wird daher regelmäßig aus Art. 103 Abs. 2 GG, Art. 6 Abs. 2 EMRK sowie aus § 261 StPO hergeleitet, wobei Einigkeit darüber besteht, dass der in dubio-Grundsatz (wegen seiner Herleitung aus Art. 103 Abs. 2 GG) ein verfassungsrechtlich abgesichertes Verfahrensgrundrecht bildet.
(aus Wikipedia zitiert)

Also darf es eben keine Zweifel geben......

Ich denke auch die schriftliche Urteilsbegründung wird keine Zweifel zulassen.....

Die Zeit der Suche durch GüO (die m.E. sehr gut von einem Zeugen/Polizisten bestätigt wurde und logisch nachvollziehbar ist) wird mal eben um eine Stunde später angegeben.....

Der Transport erfolgte in einem Fahrzeug, vermutlich dem eigenen oder geliehenen, mit Plane, also sind keine Spuren vorhanden...(die Aussage des Gutachters wird eben mal ignoriert). Ach so, das geliehene Fahrzeug ist von uns nicht ermittelbar....

Die erst später zufällig gefundenen Angelschnüre, keine Ahnung ob die am Tattag schon da waren... - aber haben bestimmt nichts damit zu tun......

Die auf der Strasse liegende Person auf Plane kann nur ein dummer Jungenstreich gewesen sein.....

Weitere Spuren (wie Anhaftungen an der Leggins und in der Hose) werden nicht ausreichend untersucht (dafür gab es wohl keinen Auftrag).... - also werden diese gar nicht erst erwähnt....

"Gott sei Dank", ein Motiv haben wir nun ja auch nach der Aussage eines völlig glaubwürdigen Zeugen einer 4-wöchigen Liaison!!! Es war masslose Eifersucht (auch hier irrt sich der Gutachter, der GüO als in sich ruhenden und mit seinem Leben zufriedenen Zeitgenossen, der nicht zur Eifersucht neigt, beschreibt).....

Frau O. muss am Abgreiftag ermordet worden sein, später hätte GüO ja auch keine Möglichkeit mehr gehabt (also irrt auch hier der Gutachter, der 7 - 10 Tage als Möglichkeit angab).....

Niemand der Zeugen bestätigte irgendwelche Streitereien zwischen dem Paar, aber seit 2011 hing der Haussegen schief, wir wissen das..... - hat eben keiner gemerkt, auch die Kinder nicht.....

Frau O. suchte eine andere Wohnung, weil diese zu teuer wurde - doch sicher nur für sich (siehe Streit seit 2011)......

Die Waffe war bis zu diesem Tag unter dem Ehebett und nur die Familie hatte Zugang dazu, also kann nur GüO es gewesen sein, für die anderen finden wir kein Motiv, bei ihm haben wir es "Eifersucht"! (Wo ist eigentlich vermerkt welche Spuren im Futteral, an dem Futteral und vor allem unter dem Bett gefunden wurden)??? Die Waffe muss zwingend dort gelegen haben, sie ist nicht abgewischt, aber Spuren vom Bett, Fusseln aus dem Schlafzimmer usw., usw. sind eben nicht da, Punkt.....

und im Übrigen, GüO hat den Besitz der illegalen Waffe geleugnet! Aussage des Staatsanwaltes, "alles was er sagt glauben wir ihm nicht, er lügt" .....

"in dubio pro reo" mal eben ausgehebelt.......


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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

23.10.2013 um 21:45
@conita1946
Sehr gut zusammen gefasst "Im Zweifel für den Angeklagten" Wie kann man sich das eigentlich so glaubhaft zusammen dichten, hier ein bisschen dazu und da ein bisschen weg! Und da könnte man die Liste noch erweitern.

Hat eigentlich jemand eine Idee, was es mit der gespielten Leiche auf der Decke auf sich haben könnte? Was könnte man denn damit bezweckt haben?


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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

24.10.2013 um 08:06
Heute im Haller Kreisblatt:

"Fall Nelli Graf: Staatsanwaltschaft prüft...
Im Mordfall Nelli Graf prüft die Staatsanwaltschaft Bielefeld derzeit, inwiefern
bei den zehn Personen, die bislang noch keine Speichelprobe zu DNA-Vergleichs-
zwecken abgegeben haben, gegebenenfalls noch weitere Maßnahmen ergriffen
werden. Wie Staatsanwalt Christoph Mackel auf HK-Anfrage erklärte, stehe eine
Entscheidung aber noch aus, da die erforderlichen Punkte für ein solches Vor-
gehen genau abgewogen werden müssten."

Hm; StA Mackel prüft ob es rechtens ist?! Das ist doch der, der einen Mann
verurteilt hat ohne irgendwelche rechtlichen Gesichtspunkte; einfach weil
"der Mann erzählt wenig - und was er erzählt, glauben wir ihm nicht".
Das nenne ich mal eine faire und gesetzkonforme Vorgehensweise dieses
Staatsanwalts :( :(
Wobei mir schon klar ist, dass bei den Verweigerern der DNA-Abgabe die
Unschuldsvermutung zu gelten hat; dann aber bitte auch bei einem Ange-
klagten, dessen Schuld nicht bewiesen werden konnte...


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Udvarias
ehemaliges Mitglied

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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

24.10.2013 um 08:14
@conita1946
Von Deinen Posts, die mit einer unglaublichen Präzision das Ziel treffen, bin ich immer wieder total begeistert!

Selbst wenn manches zynisch klingt: Diese Wut, die nach dem Prozess bleibt, diese Machtlosigkeit, lassen keine andere Reaktion zu.

Und ich setze dem ganzen noch eines oben drauf (auch zynisch und ironisch):

Seitens des Haller Kreisblattes wurden 2.500 EUR Belohnung ausgesetzt für den, der zur Ergreifung des Täters den entscheidenden Hinweis gibt. Wer bekommt denn jetzt das Geld? Die Ehefrau, die mit dem Motiv Eifersucht die Affäre bei der Polizei anzeigte?


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PaulVitti
ehemaliges Mitglied

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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

24.10.2013 um 08:46
Udvarias schrieb:Von Deinen Posts, die mit einer unglaublichen Präzision das Ziel treffen, bin ich immer wieder total begeistert!
Unterschreib!
Udvarias schrieb:Seitens des Haller Kreisblattes wurden 2.500 EUR Belohnung ausgesetzt
Ein interessanter Betrag, das hatte ich bisher noch gar nicht wahrgenommen.

Wurde eigentlich beim Prozess aufgeführt, um welche Art Goldmünzen es sich gehandelt haben soll, die dem Opfer als vermuteten Diebstahl unterstellt wurden? Ihren Wert meine ich.


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Udvarias
ehemaliges Mitglied

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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

24.10.2013 um 08:57
@PaulVitti
An dem Verhandlungstag, als der ehemalige Arbeitgeber gehört wurde und diesen Diebstahl anführte war ich anwesend, es wurde nicht weiter darauf eingegangen. Es wurde auch nicht angeführt, ob diese Münzen bei einer Hausdurchsuchung gefunden wurden.

*Zynismus on* Aber durch die Belohnung wäre ein Teil der Diebstahlsumme wieder gedeckt. *Zynismus off*


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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

24.10.2013 um 10:28
@conita1946
Vielen, oder besser manchen, dürfte bei der Verlesung des Urteils ähnliche Gedanken durch den Kopf gegangen sein.

Ergänzen kann man noch, daß die Kammer ja Herrn Obst bezichtigt am fraglichen Morgen seiner Frau einen Schlag versetzt zu haben, um sie ins Auto zu bekommen. Müßten sich bei diesem Manöver nicht irgendwelche Spuren an der Kleidung von Frau Obst finden, oder hat er da schon einen Ganzkörperanzug getragen? Weil dort wie auch am Tatort wurden ja scheinbar keine verwertbaren Spuren gefunden.


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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

24.10.2013 um 10:38
fortylicks schrieb:Im Mordfall Nelli Graf prüft die Staatsanwaltschaft Bielefeld derzeit, inwiefern
bei den zehn Personen, die bislang noch keine Speichelprobe zu DNA-Vergleichs-
zwecken abgegeben haben, gegebenenfalls noch weitere Maßnahmen ergriffen
werden.
(Haller Kreisblatt)

Hmm....
Ende Juli werden die Akten zugeklappt und die Ermittler kehren in ihre Dienststellen zurück. Es ist alles ausermittelt. Drei Monate später dann diese öffentliche Verlautbarung.


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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

24.10.2013 um 11:35
Mir kommt es schon irgendwie komisch vor, sie verhaften Herrn Obst, schließen beinahe gleichzeitig die Akten zum Fall Graf, dann wird Herr Obst verurteilt und man öffnet mehr oder weniger die Akten von Frau Graf wieder. Der Fall war meiner Meinung nach auch nie ausermittelt, genau wie der Fall Obst, nur dass man dafür mal eben einen Schuldigen präsentiert. Ich frage mich schon, ob es nicht doch Zusammenhänge gibt, man könnte denken, dass man evtl. doch Zweifel am Urteil von Herrn Obst hegt und die Serientätertheorie immernoch im Hinterkopf hat.


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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

24.10.2013 um 11:48
@obskur
Die Serientäterthese und Versprecher von Herrn Mackel kurz nach dem Fund des Leichnams von Frau Obst habe ich auch noch im Kopf. Vielleicht war es jetzt aber schlicht und einfach so, daß die StA, wo sie ja die Akten der Ermittler nach dem Auflösen der SoKo bekommen hat, in diesen Dinge gefunden hat, die sie zu diesem Schritt bewogen hat.


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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

24.10.2013 um 15:32
@Thorhardt
Ich kenne mich da nicht so aus, ist das so, dass der Staatsanwalt die Akten vor Schließung nochmals durchgeht? Mich wundert eben sehr, dass sie offiziell geschlossen wurden und jetzt im Nachhinein doch noch weitere Ermittlungen anstehen, also als sie längst zu waren.

Es gibt mir das Gefühl, dass eher was neues dazu gekommen ist, sei es aus dem Graf Fall oder gar aus dem von Frau Obst. Der Fall Obst wird sicher von der Verteidiger Seite her nicht ruhen, berechtigte Hoffnung könnte also bestehen, dass im Nachhinein neue Anhaltspunkte dazu kommen, die wieder beide Fälle betreffen könnten.


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Udvarias
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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

24.10.2013 um 15:52
@obskur
@Thorhardt

Eine heikle Sache, dieses Urteil und das ungute Gefühl, das übrig geblieben ist.

Wenn ich mich richtig erinnere, hatte man die Soko Stein und Ahorn aufgelöst und zunächst die Ermittlungen eingestellt im Juli 2013. Es hieß aber, dass man jederzeit wieder eine Soko bilden könne und Ermittlungen aufnehme, wenn sich neue Erkenntnise ergäben. Absolut unverständlich finde ich, dass die DNA-Proben der letzten zehn Männer noch nicht vorlagen, als man die Akte Nelli Graf vorab im Schrank verschwinden ließ.

Zum Urteil im Falle GO denke ich, dass der Richter seine schriftliche Urteilsbegründung noch liefern muss, was ja bis Ende November terminiert wurde. Dafür wird er bestimmt noch einmal Einblick in die Akten haben müssen. So fände ich es logisch. Man kann unmöglich alles im Kopf behalten, was dort tagtäglich verhandelt wird, denn er hat ja in der Zwischenzeit und auch zur selben Zeit weitere Fälle gehabt. Protokolliert wird bei Gericht heutzutage nur noch auf besonderen Antrag, so habe ich es beobachtet. Die Dame am PC hat viel Zeit zum Kaugummikauen und muss jeden Zeugen mit Adresse und Zeit der Vernehmung protokollieren, dann ist für sie erst einmal lange Pause. Ich weiß nicht, ob irgendwelche Tonaufnahmen gemacht werden, das möchte ich allerdings beinahme bezweifeln.

Besonders schwierig finde ich es, wenn wie bei dem Faser-Gutachter, der etliche Beweisstücke aus dem Haushalt der Familie Obst auf Spuren untersuchte, nicht nur die, die hier so angeführt wurden, auch noch Regenjacken, Autositzbezüge usw. kein schriftliches Gutachten vorliegt. Dies Spuren kann man unmöglich drei Tage später noch exakt parat haben. Da vergisst man dann evtl. auch, dass im Auto der Herren Obst so gut wie nichts zu finden war, jedenfalls keine Spuren, die auf die Tat hindeuten. Tja, oder diese scharzgraue Polyesterfaser, die sich an Leggings und Hose des Opfers fand, massiv fand, und damit auf einen Gegenstand hindeutete, der in kumulierter Form diese Faser abgab, wie z. B. eine Decke, den fand man nicht im Haushalt. Selbst Fleecewesten und Pullover, die später noch zur Begutachtung gegeben wurden, waren nicht der Spurenverursacher.

Oder ein JVA-Häftling, der eigentlich aussagen sollte, dass er das Geständnis des Herrn Obst gehört hatte, sprang im letzten Moment ab und machte keine Aussage, um sich nicht selbst zu belasten, wie er einräumte ...

Ja, was denkt man da? Und was denken die Schöffen? Schade, dass man nicht erfährt, in welchem Verhältnis für dieses Urteil gestimmt wurde. Es musste eine 4:1 Abstimmung werden, so stand es seinerzeit in der Zeitung, um wirksam zu sein.


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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

24.10.2013 um 16:01
Wenn man jetzt weiß, dass die Richter sich im Vorfeld mit den Schöffen zusammen setzen, was auch immer der jeweilige Richter dann zu besprechen hat, dann nenne ich das nicht mehr unvoreingenommen. Ich würde befürworten, dass die Schöffen zu keinem, die an einem Prozess teilnehmen, Kontakt haben. Evtl. wichtige Informationen, die die Schöffen wissen müssen, können gern von 3. Personen gemacht werden. Ich war bisher auch immer der Annahme, dass es so abläuft.


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Udvarias
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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

24.10.2013 um 16:43
@obskur
Das habe ich auch immer geglaubt. Aus dem Grund war ich so verwundert, dass der Jungrichter in der Dokumentation ganz offen über seine Angst vor dem Urteil dieser Laien (er sagte das recht abwertetend) sprach. Erschrocken hat mich dann, wie er sich mit den beiden Damen ins Hinterzimmer setzte und über den einen oder anderen Fall sprach. Das wurde natürlich nicht im Detail gezeigt, aber er sprach dazu ja die entscheidenden Worte, dass es ihm schon wichtig sei, dort SEIN Urteil zu finden.

Wie es in Bielefeld in diesem Fall abgelaufen ist, weiß ich nicht, aber warum soll es in Bielefeld soviel anders sein als in Berlin?


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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

24.10.2013 um 18:02
@obskur
obskur schrieb:Ich kenne mich da nicht so aus, ist das so, dass der Staatsanwalt die Akten vor Schließung nochmals durchgeht?
7.000 Spurenakten sind nach 20 Monaten Ermittlungen zusammengetragen worden, in denen alle befragten Zeugen erfasst sind. Je ein Exemplar geht nun an die Staatsanwaltschaft, eines bleibt bei der Polizei.
Quelle: http://www.nw-news.de/owl/kreis_guetersloh/halle/halle/8936053_Mordfaelle_Nelli_Graf_und_Gabriele_Obst_Sonderkommissione...


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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

25.10.2013 um 00:55
Der Richter, der das Urteil im Fall Obst gefällt und verlesen hat wird nun wohl damit beschäftigt sein es möglichst revisionsssicher zu formulieren.

Dass das in diesem speziellen Fall viel Arbeit macht und nicht leicht sein wird kann ich gut verstehen.

Ich kann mir eigentlich nicht vorstellen, dass er es schaffen wird das Urteil revisionssicher zu formulieren.

Denn ausser der Waffenlüge bleibt eigentlich nicht viel was definitiv für die Schuld von Herrn Obst spricht. Und wenn im Urteil Fakten durch unbewiesene Spekulationen ersetzt werden wird das sicher ein Grund sein, das Urteil anzufechten.

Bei Lanz wurde heute der Fall Arnold besprochen, auch ein tragischer Justizirrtum der erst durch das engagierte Eingreifen eines Anwaltes, der auf eigene Kosten Ermittlungen aufnahm aufgeklärt werden konnte.


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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

25.10.2013 um 02:00
@meermin
Solche tragischen Fehlurteile, wie das über den Chemie-Lehrer Arnold, passieren wohl, wenn Richter und andere sich im entscheidenden Moment von ihren Bauchgefühlen leiten lassen, anstatt den vorliegenden Fakten gerecht zu werden und im Zweifelsfall für den Angeklagten zu entscheiden. Alleine die gleich zu Beginn von Behördenseite öffentlich über Herrn Obst getätigte Aussage: "Er hat nicht viel gesagt und was er sagte, glauben wir ihm nicht" hätte mich an des Richters Stelle dazu veranlasst, den Fall entsprechend vorsichtig und gegebenenfalls entsprechend relativierend im Sinne des Angeklagten zu betrachten und das in der Verhandlung dann auch mehr zu betonen.


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Udvarias
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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

25.10.2013 um 07:47
@Septimo
Genau das, der Fall ist "dubios". Gebe Dir mit mindestens 100 % recht, dass der Richter sehr genau hinhören musste. Schon solche Aussagen wie die des leitenden Ermittlers: "Die meisten der eingegangenen Hinweise waren Mist." prägen eine solche Verhandlung entsprechend.

Hier kommt einiges zusammen. Ich hoffe, dass Herr Kammel mit seinem Revisionsantrag Erfolg hat.

Ob Herr Obst nun schuldig ist oder nicht, das lasse ich mal ganz neutral offen: Jeder hat ein Recht auf ein angemessenes und gerechtes Urteil.

Vor allem die Familie des Opfers, die in diesem Falle gleichzeitig die Familie des Verurteilten ist, ein solcher Fall bedarf meiner Meinung nach besonderer Sorgfalt in Ermittlungen und Urteilsfindung.


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Udvarias
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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

25.10.2013 um 09:26
@fortylicks
Du hattest vor einigen Wochen die Leseprobe eingestellt:

http://www.piper.de/buecher/leseprobe/der-richter-und-sein-opfer-isbn-978-3-492-96184-4/extract

Der Tipp war super!
Gestern fand ich dieses Buch in der Stadtbibliothek und habe es ausgeliehen. Ich freue mich sehr auf's Lesen!


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Urteil im Tötungsdelikt Gabriele Obst

25.10.2013 um 09:39
@Septimo
Ich glaube noch nicht mal, dass es so sehr nach dem Bauchgefühl des Richters ging, vielmehr an dem Druck ein Täter zu finden, um die Region zu beruhigen und einen Serientäter auszuschließen.

@Udvarias
Wenn du es gelesen hast, kannst du gerne mal schreiben, ob es lesenswert ist, dann hol ich es mir auch.


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