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Die letzten Rätsel der Menschheit

2.782 Beiträge, Schlüsselwörter: Wissenschaft, Menschheit, Rätsel, Phänomene
Keysibuna
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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 21:38
@KlausBärbel

Als der Tempel in den 1760er Jahren als eines der ersten Gebäude Pompejis ausgegraben wurde, war die Öffentlichkeit überrascht angesichts des Fundes eines orientalischen Kultes in Italien.
Dadurch wurde eine Ägypten-Faszination in Europa ausgelöst, die man selbst noch in Edward Bulwer-Lyttons 1837 veröffentlichen Roman über den Untergang Pompejis erkennen konnte, da dieser dem Isiskult und seinem Priester einen großen Platz in der Geschichte einräumte.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 21:42
@Keysibuna

Der Isis-Tempel – auch Iseum genannt – wurde gegen Ende des 2. Jahrhunderts v. Chr. an exponierter Stelle, in direkter Nachbarschaft zum Theater, als eine der ersten Anlagen dieser Art in Italien errichtet. Obwohl der Kult aus der ägyptischen Mythologie stammte, war die Ausstattung römisch – ein weiteres Zeugnis einer sehr frühen Anlehnung an Rom. Nach Umbauten erhielt der kleine Tempel mehrere Nebenräume.

Man stellte nicht nur ein Kultbild der Isis, sondern auch des Serapis, des Harpokrates und des Anubis auf. Entlang der Portikusrückwände fanden sich Statuen und Hermen von Isis, Venus, Bacchus und des Schauspielers Norbanus Sorex. Über einen Zugang im Südosten des Tempels gelangte man unter die Erde, wo Nilwasser für Reinigungshandlungen aufbewahrt wurde.


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Keysibuna
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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 21:44
@KlausBärbel

Östlich des Isis-Tempels befand sich ein weiterer kleiner Tempel fremdländischer Götter. Zunächst glaubte man, einen Tempel für Zeus Melichios gefunden zu haben.
Nach einem Statuenfund in der cella muss man jedoch davon ausgehen, dass es sich um einen Tempel für Äskulap und Salus handelt.

Der Tempel wurde im frühen ersten Jahrhundert errichtet, möglicherweise zur Zeit der Koloniegründung und auf Initiative der Neusiedler. Da es offenbar problematisch war, einen Platz für den Bau zu finden, wurde es zwischen ältere Häuser gezwängt.

Zahlreiche Altäre und Kultbilder zeigen, dass der Kult sehr beliebt war.
Ihre bescheidene Ausführung zeigt jedoch auch, dass der Äskulap-Kult wohl eher bei den ärmeren Schichten der Stadt verbreitet war.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 21:46
@Keysibuna

Anders als bei den Isis- und Aeskulap-Salus-Tempeln gab es beim Venus-Tempel einen großen Protektor. Seinen Bau setzt man um 80 v. Chr., zur Zeit der Gründung der römischen Kolonie, an. Errichtet wurde der große Tempel in der Altstadt, zwischen Basilika und Hafen-Tor und im Süden an der Steilwand ausgerichtet.

Vom ersten Bau ist heute nicht mehr viel erhalten, da der Tempel in der Kaiserzeit stark umgebaut und beim Erdbeben schwer beschädigt wurde. Beim Untergang der Stadt wurde er immer noch renoviert, deshalb fehlt die Marmorverkleidung.


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Keysibuna
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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 21:48
@KlausBärbel

Die Errichtung eines Venus-Tempels zur Zeit der Koloniegründung ist bezeichnend, war die Venus doch die persönliche Schutzgöttin des Eroberers Sulla, was sich nicht nur in der Errichtung des Tempels, sondern auch im neuen Namen der Kolonie, Colonia Cornelia Veneria Pompeianorum, widerspiegelte.
Venus wurde somit zur neuen Schutzpatronin der Stadt.

Allerdings ging die Verehrung auch auf eine frühere Verehrung der Venus Fisica, der Schutzgöttin der Verträge zurück.
Damit ist das unübliche Kultbild der Venus in langer Tunika, mit Mantel, Diadem und Szepter zu erklären.


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16.11.2010 um 21:50
@Keysibuna

Etwas nördlich des Forums wurde an der prestigeträchtigen Kreuzung der zum Forum führenden Via di Mercurio und der Via della Fortuna, etwa zur selben Zeit wie die dem Kaiserkult dienenden Bauwerke des Forums, der Fortuna-Tempel errichtet.

Gestiftet wurde dieser Tempel der Fortuna Augusta von Marcus Tullius. Er wurde im Stil alter italienischer Tempel auf einem hohen Podest errichtet. Somit dominierte der Bau die umliegenden Gebäude.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 21:51
@KlausBärbel

Vor allem Sklaven und Freigelassene praktizierten den Fortuna-Kult.

Auch Merkur wurde hier – wie schon im Macellum – verehrt.
Oberstes Anliegen des Tempels war es wohl, die unteren Schichten an den Kaiserkult zu führen, sie so einzubinden und damit die concordia (Einigkeit) zu stärken.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 21:52
@Keysibuna

Vor allem an Kreuzungen fand man bei den Ausgrabungen viele kleinere Altäre. Oftmals waren sie nur flüchtig aufgemauerte Steinsockel oder Kultnischen, manchmal sogar nur als Wandmalerei an Häuserfassaden angebracht.

Diese kleinen Altäre fungierten als kleinere religiöse Zentren der Nachbarschaft. Hier wurde vor allem der Kult der lares compitales gepflegt.


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Keysibuna
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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 21:55
@KlausBärbel

Die Verteilung über die Stadt weist größere Lücken auf, was mehrere Gründe hatte.

Zum einen wurden bei früheren Ausgrabungen solche Altäre nicht oder nur unzureichend dokumentiert.

Zum anderen sind viele der nur aufgemalten Fresken heute verloren. Auf erhaltenen Resten sieht man Opfer- und Prozessionsszenen.

Bis heute sind diese Altäre nur unzureichend dokumentiert worden.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 21:58
@Keysibuna

Ein interessanter Aspekt dieser Altäre ist, dass offenbar der von den Honoratioren auffällig gepflegte Kaiserkult bei der einfachen Bevölkerung doch hinter den älteren Kulten zurückstand.

Zu den öffentlich zugänglichen Altären kamen Altäre in den Privathäusern, wo vor allem die Laren und Penaten verehrt wurde.


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Keysibuna
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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 22:00
@KlausBärbel

Lange Zeit gab es eine Diskussion um die Entstehung der ältesten Thermenanlage der Stadt.

Manche Forscher wollten sie schon im 5. oder gar 6. Jahrhundert v. Chr. ansetzen, womit sie mit den Thermen Olympias um die Stelle der ältesten öffentlichen Badeanlage gewetteifert hätte.
Jedoch ist nur die Anlage eines frühen Sitzwannenbades gesichert.
Dieses kann, da es außerhalb der früheren Stadtmauer errichtet worden ist, wohl auch erst im 3. Jahrhundert v. Chr. gebaut worden sein.
Erst mehrere Generationen später wurde hier eine große Badeanlage errichtet.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 22:02
@Keysibuna

Die Anlage lag günstig an der Kreuzung der Via dell'Abbondanza und der Via Stabiana. Zentral gab es eine große Palästra. An der Südostseite befanden sich die Bäder. Vom Eingang an der Via Stabiana kam man in einen Umkleideraum. Im nächsten großen Raum, dem Apodyterion, der ein stuckiertes, großes Tonnengewölbe besaß, gab es Nischen, wo man die Kleidung aufbewahrte.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 22:04
@KlausBärbel

Von hier aus betrat man das Tepidarium (das warme Bad).
Daran schloss sich das Caldarium (das heiße Bad) an oder man konnte ins Laconicum (das Schwitzbad) gehen.

Die Räume waren ungewöhnlich groß, selbst im Tepidarium gab es eine Wanne für Ganzkörperbäder.

Zur Abkühlung nutzte man wohl das Becken im Caldarium, da es zu dieser Zeit noch kein Kaltwasserbad gab.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 22:06
@Keysibuna

In den ersten Jahren der Kolonie wurde das Bad mit öffentlichen Geldern renoviert und umgebaut. Unter anderem wurde ein destrictarium gebaut, ein Schwitzbad, wo man sich von Öl und Sand reinigen konnte. Bei weiteren Umbauten in der frühen Kaiserzeit wurde das Laconicum in ein Frigidarium (Kaltwasserbad) umgewandelt.

Ebenso wurde die Palästra verkleinert und an der Westseite ein großes Schwimmbecken (natatio) gebaut.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 22:08
@KlausBärbel

Die Ausstattung des Bades war wohl prächtig, auch wenn die Reparaturen nach dem Erdbeben von 62 n. Chr. auch hier noch nicht abgeschlossen waren.
Während der Umbauten wurden auch im Norden und im Süden weitere Eingänge errichtet.

Im Nordosten befand sich das Frauenbad.
Es war etwas kleiner und besaß nur ein Tepidarium und ein Caldarium.
Trotzdem mussten Frauen den doppelten Eintrittspreis bezahlen.^^


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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 22:10
@Keysibuna

Das Laconicum wird von einem Konusgewölbe eingewölbt, einer Frühform der Kuppel. Die auf Anfang des 1. Jahrhunderts v. Chr. datierte Kuppelschale stellt das älteste bekannte Beispiel für die Verwendung von Beton im später monumentalem römischen Kuppelbau dar, hier noch mit bescheidenem Durchmesser von 6,52 m.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 22:12
@KlausBärbel

Die Forumsthermen befanden sich direkt nördlich über dem Forum.

Inschriften, die über die öffentliche Finanzierung berichten, werden um das Jahr 70 v. Chr. datiert.
Unterhalten wurden die Thermen wohl dadurch, dass die Thermen an den Außenwänden im Norden, Westen und Süden von Geschäften umgeben waren und dass die zweite Etage wohl als Wohnraum vermietet wurde.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 22:14
@Keysibuna

Zunächst gab es nur einen Männertrakt, der Frauentrakt wurde erst später und in kleiner Form ergänzt. Außerdem ist die zu den Thermen gehörige Palästra, die der Körperertüchtigung dienen sollte, nur sehr klein. Daraus wird geschlossen, dass diese Thermen zunächst vor allem von älteren Männern benutzt wurden, die auf dem Forum ihren Geschäften nachgingen.

Die Forumsthermen waren die einzigen, die nach dem Erdbeben von 62 n. Chr. schnell wieder repariert wurden und fast genauso aussahen wie vorher und 79 n. Chr. in Betrieb waren.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 22:15
@KlausBärbel

Unmittelbar außerhalb der Stadt am Hafentor im Westen wurde in der frühen Kaiserzeit eine weitere Therme errichtet.
Sie war nach dem damals modernsten Wissen erbaut worden und hatten einige technische Raffinessen zu bieten.
Besonders interessant waren große Fenster, die den Blick auf das Meer erlaubten.


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Die letzten Rätsel der Menschheit

16.11.2010 um 22:18
@Keysibuna

Heute sind diese Thermen (auch Suburbane Thermen genannt) vor allem wegen ihrer erotischen Fresken bekannt. Jedoch ist die lange vertretende Ansicht, deshalb hier eine Forenprostitution vermuten zu können, nicht vertretbar. Vielmehr sind diese im Umkleideraum angebrachten Malereien als Hilfsmittel zum Wiederfinden der eigenen Kleidungsstücke gedacht gewesen und orientierten sich an zeitgenössischer Literatur wie Ovids Ars amatoria.


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