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War nicht jeder Mensch schon einmal tot?

88 Beiträge, Schlüsselwörter: Tod, Leben, Zeit
AndersMaisch
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War nicht jeder Mensch schon einmal tot?

16.06.2016 um 00:30
Viele Menschen machen sich darüber Gedanken, was wohl nach ihrem Ableben passiert, weil der Mensch die Fähigkeit besitzt, seinen Tod vorauszudenken.

Aber wenn das Leben einen Anfang und ein Ende hat, warum sollte man sich nur über die Zeit nach dem Ableben interessieren.

Ich frage mich schon seit Langem, was die Zeit vor meiner Geburt eigentlich bedeutet, und es ist doch nur logisch und leicht nachzuvollziehen, dass der Zustand vor der Geburt, dem nach dem Ableben identisch ist.

Der Zustand vor 1000 Jahren vor mir ist der Gleiche wie die 1000 Jahre nach mir.

Wenn man den Zustand vor der Geburt nicht beschreiben, noch andersweitig nachvollziehen kann, können da Ziffern hilfreich sein.

Der Zustand vor meinem Leben könnte man als 0 erachten und das Leben in dem ich mich jetzt befinde als 1. Dann, nachdem ich gestorben bin, wechselt mein Zustand wieder zur 0.

Also ich war 0, bin jetzt 1 und werde 0.

Daraus ergeben sich für mich mehrere Fragen.

Frage1: Welcher Zustand 0 ist länger in der Zeit?

Frage2: Ist es möglich, dass es zu einer Kette von Nullen und Einsen kommen kann, bsw: 010101010101010101010101010101010 usw.?


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War nicht jeder Mensch schon einmal tot?

16.06.2016 um 00:47
AndersMaisch schrieb:Ich frage mich schon seit Langem, was die Zeit vor meiner Geburt eigentlich bedeutet, und es ist doch nur logisch und leicht nachzuvollziehen, dass der Zustand vor der Geburt, dem nach dem Ableben identisch ist.
Genau das gleiche habe ich mir auch schon des öfteren gedacht, dass ich vor dem Leben schon eine Ewigkeit tot war.


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AndersMaisch
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War nicht jeder Mensch schon einmal tot?

16.06.2016 um 00:50
@Narrenschiffer
Kannst du dir auch vorstellen, dass es zu einer Kette von Nullen und Einsen kommen kann?


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War nicht jeder Mensch schon einmal tot?

16.06.2016 um 01:03
AndersMaisch schrieb:Kannst du dir auch vorstellen, dass es zu einer Kette von Nullen und Einsen kommen kann?
Das ist dann die Reinkarnationsidee, die braucht eine Seele, aber auch ständig Körper. Die gibt es in der Ewigkeit aber nicht immer.

Außerdem wird's schwierig: warum bin ich ich und nicht irgendwer/irgedwas anderes, der grade auf die Welt kommt.

Tot - Ich-Bewusstsein (warum auch immer ich die Person bin, die ich bin) - tot ... ist eine praktische Welterklärung.


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War nicht jeder Mensch schon einmal tot?

16.06.2016 um 01:23
Ich stell es mir so vor, dass der "Tod" - man könnte es auch Unendlichleit oder letztlich sogar das All-Eine, Gott, nennen - eigentlich immer ist und auch alles ist, und das Leben ist nur eine Erscheinung davon.


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War nicht jeder Mensch schon einmal tot?

16.06.2016 um 01:23
@AndersMaisch

Zu Frage 1: Vermutlich sind beide Zustände 0 unendlich lang, vorrausgesetzt, man geht davon aus, dass die These mit der Kette (0,1,0,1,0 usw.) falsch ist.

Zu Frage 2: Möglich wäre es auf jeden Fall. Die Frage ist ehe: ist es auch wahrscheinlich? Nun darueber kann man nur spekulieren. Denn selbst wenn es so wäre, dass sich Zustände des Existierens eines Ich-Bewusstseins mit denen ohne Existierens eines Ich-Bewusstseins abwechseln, dann scheint es offensichtlich so zu sein, dass diese in keinerlei Zusammenhang miteinander stehen. Wodurch es praktisch gesehen keine Rolle spielt, ob es so ist, da dann nämlich jedes Ich-Bewusstsein ein eigenes Ego darstellt. Man kann dann also nicht mehr von derselben Identität sprechen.


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War nicht jeder Mensch schon einmal tot?

16.06.2016 um 01:26
@DragonRider
DragonRider schrieb:Zu Frage 1: Vermutlich sind beide Zustände 0 unendlich lang, vorrausgesetzt, man geht davon aus, dass die These mit der Kette (0,1,0,1,0 usw.) falsch ist.
Wieso muss die 1 die Null unterbrechen? Ist es nicht naheliegender, die 0 als einen Zustand zu betrachten, und höchstens bei den 1ern zu differenzieren?


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16.06.2016 um 01:28
@stereotyp
Was meinst du mit dzu?

Ok, hatte die nachträgliche Änderung nicht gesehen ;)


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16.06.2016 um 01:34
stereotyp schrieb:Wieso muss die 1 die Null unterbrechen? Ist es nicht naheliegender, die 0 als einen Zustand zu betrachten, und höchstens bei den 1ern zu differenzieren?
Ich wuerde die 0, also den Tod tatsächlich als soetwas ähnliches wie einen Zustand bezeichnen. Genau genommen ist er wohl aber das exakte Gegenteil davon: Ein Nicht-Zustand: Der Tod ist die Abwesenheit aller Zustände.
Wenn wir das Leben also als Vorhandensein verschiedener Zustände betrachten, kann es nur so sein, dass es den Zustand der Nichtexistenz unterbricht.

Ich wuerde auch nicht ohne weiteres sagen (...)
stereotyp schrieb:, dass der "Tod" - man könnte es auch Unendlichleit oder letztlich sogar das All-Eine, Gott, nennen - eigentlich immer ist und auch alles ist, und das Leben ist nur eine Erscheinung davon.
Zumindest bedarf es fuer mich weiterer Erklärung, wieso der Tod dasselbe sein soll wie das All-Eine oder sogar Gott. Auch mit Unendlichkeit kann man das meines Erachtens nach nicht gleich setzen.


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War nicht jeder Mensch schon einmal tot?

16.06.2016 um 01:44
@DragonRider
DragonRider schrieb:Wenn wir das Leben also als Vorhandensein verschiedener Zustände betrachten, kann es nur so sein, dass es den Zustand der Nichtexistenz unterbricht.
Aber das kann auch nicht sein. Weil ein Zustand der Nichtexistenz gar nicht unterbrochen werden könnte. Eben, weil da nichts ist, was unterbrochen werden könnte. Gibt ein Buch darüber, warum nicht Nichts ist. Ich würde sagen, wenn ich einmal bei einem völligen Zustand der Nichtexistenz, des Nichts bin, ist da Ende der Fahnenstange. Da kommt man nicht mehr raus. Meiner Meinung nach. Deshalb denke ich eher, dass der Tod ein Alles aller Zustände ist.


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16.06.2016 um 01:45
stereotyp schrieb:Ich würde sagen, wenn ich einmal bei einem völligen Zustand der Nichtexistenz, des Nichts bin, ist da Ende der Fahnenstange.
Das jetzt nicht auf mich als Person bezogen, sondern eher im Sinne: Wenn man davon ausgeht, dass es ein Nichts gibt; das Nichts würde die ganze Gleichung verschlucken.


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16.06.2016 um 01:53
@stereotyp
stereotyp schrieb:Weil ein Zustand der Nichtexistenz gar nicht unterbrochen werden könnte. Eben, weil da nichts ist, was unterbrochen werden könnte.
Das ist ein guter Punkt. Wenn ich nicht existiere, dann kann ich auch nicht anfangen, zu existieren, weil es ein Ich nicht gibt.

Und doch scheint es ja irgendwie so zu sein, dass aus einem Zustand der Nichtexistenz heraus ein Bewusstsein in die Welt geworfen wird, nur scheint dies dann nicht den vorherigen Zustand zu unterbrechen (im Sinne von 0,1,0,1 usw.) da 0 gar kein Zustand ist.
stereotyp schrieb:Gibt ein Buch darüber, warum nicht Nichts ist
Welches Buch meinst du?
stereotyp schrieb:Deshalb denke ich eher, dass der Tod ein Alles aller Zustände ist.
Da wuerde mir aber trotzdem noch eine Begruendung fehlen und eine genauere Erklärung, was das bedeuten soll.


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16.06.2016 um 01:57
@DragonRider
https://www.amazon.de/dp/3498028138/?tag=inthread-21
DragonRider schrieb:Da wuerde mir aber trotzdem noch eine Begruendung fehlen und eine genauere Erklärung, was das bedeuten soll.
Begründen kann man in diesen Sphären ja nicht mehr. Das erscheint mir halt am plausibelsten.

Vielleicht als Bild: Der Tod ist das Meer, aber wenn sich Wellen und Gischt bilden, entstehen immer wieder kleine Wassertropfen. Die sind wir. Eine kurze Zeit aus dem Meer geworfen, aber letztlich sind wir das Meer.


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16.06.2016 um 02:08
@stereotyp
stereotyp schrieb:Begründen kann man in diesen Sphären ja nicht mehr. Das erscheint mir halt am plausibelsten.
Das mag ja durchaus sein und ich respektiere auch, wenn Leute zu Dingen eine andere Meinung haben, als ich. Aber du musst ja zumindest fuer dich selber Gruende haben, warum du das am plausibelsten findest, oder?

Gut, man könnte vielleicht sagen, dass sich diese Ueberzeugung auf ein Gefuehl begruendet. Aber ich finde es mehr als truegerisch, sich auf ein Gefuehl zu verlassen, wenn es darum geht, einen Sachverhalt kognitiv zu erfassen.

Und danke fuer den Link ;)


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Mage_of_Blood
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War nicht jeder Mensch schon einmal tot?

16.06.2016 um 02:20
Ich mache mir oft darüber Gedanken. Ich bin jemand, der daran glaubt, dass es nach dem Tod weitergeht (Seele). Aber ich glaube es nicht auf die Art der Kirche.

Auch über Wiedergeburt habe ich mir so Gedanken gemacht. Ich halte beides für möglich, wobei mir ein Leben nach dem Leben in der jenseitigen Welt irgendwie lieber wäre. :)

Bei Wiedergeburt stelle ich es mir so vor, dass man im Tod einschläft und im nächsten Moment in einem neuen Körper aufwacht. Wie wenn man einem Roboter seine Energie nimmt und sie in einen anderen transferiert.

Aber so oder so, irgendwann erfährt es Jeder.


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War nicht jeder Mensch schon einmal tot?

16.06.2016 um 11:00
Wenn man das ganze weniger starr betrachtet und nicht von entweder/oder ausgeht kann man doch sagen, dass Du vor Deiner Geburt ein Teil Deines Vaters warst und ein noch kleiner Teil Deines Großvaters. Wenn Du Dich in die Vergangenheit bewegst wird der Anteil Deiner selbst immer kleiner.

Genauso verhält es sich in der Zukunft. Ein Anteil von Dir wird in Deinen Kindern weiterleben und in Richtung Enkelkinder wird dieser Anteil immer kleiner.


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16.06.2016 um 11:30
@Mage_of_Blood
Mage_of_Blood schrieb:Ich halte beides für möglich, wobei mir ein Leben nach dem Leben in der jenseitigen Welt irgendwie lieber wäre. :)
Ich glaube dass es eine Kombination aus beidem ist. Nachdem wir gestorben sind werden wir noch nicht sofort wiedergeboren sondern erst nach einer gewissen Zeit bzw. manche Menschen überhaupt nicht mehr.


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AndersMaisch
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied


War nicht jeder Mensch schon einmal tot?

16.06.2016 um 11:37
@stereotyp
Du bist also ein Pantheist.
Ich denke ähnlich, weil ich es mir vorstellen kann.


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16.06.2016 um 11:41
Und 0,5 ist der Erfolg der Menschen um 010101... zu beweisen .


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AndersMaisch
Diskussionsleiter
ehemaliges Mitglied


War nicht jeder Mensch schon einmal tot?

16.06.2016 um 11:43
@DragonRider

DragonRider schrieb:
Denn selbst wenn es so wäre, dass sich Zustände des Existierens eines Ich-Bewusstseins mit denen ohne Existierens eines Ich-Bewusstseins abwechseln, dann scheint es offensichtlich so zu sein, dass diese in keinerlei Zusammenhang miteinander stehen. Wodurch es praktisch gesehen keine Rolle spielt, ob es so ist, da dann nämlich jedes Ich-Bewusstsein ein eigenes Ego darstellt. Man kann dann also nicht mehr von derselben Identität sprechen.

Gut, du hast es wirklich genau verstanden, worauf ich hinaus wollte.


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