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Was wollte Hegel bzw. was hat Hegel erreicht / erklärt ?

71 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Welt, Philosophie, Metaphysik ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Was wollte Hegel bzw. was hat Hegel erreicht / erklärt ?

23.08.2026 um 14:41
Zitat von paxitopaxito schrieb:Nach Hegel löst sich im dialektischen Prozess Kants Subjekt/ Objekt Dichotomie letztlich auf, Erscheinung-für-uns und Ding-an-sich fallen in eins im absoluten Wissen.
Hab Kant nie wirklich groß gelesen, oder Hegel. Ich hatte immer meine eigenen Ideen und bin auf die ganzen Namen nur gestoßen, wenn ich diese dann genauer hinterfragt habe.

Aber Dualität ist es für mich nicht, und die Trennung von in Subjekt und Objekt von Kant ganz sicher auch nicht. Halte ich auch einfach für falsch. Oder nicht real, es ist eine Vorstellung, im besten Fall ein Modell.

Und keine Ahnung, wo Du zwischen absoluten und nicht absoluten Wissen unterscheiden willst. Und auch wie dann genau.


Zitat von paxitopaxito schrieb:Aber dafür muss man Hegels Konzept des Geistes und seine Teleologie schlucken. (Edit: was ich nicht mache)
Kenne ich auch nicht so wirklich, die Frage ist, ob das mit "Gott" nur eine Interpretation ist, und er nicht eventuell etwas anderes meinte. Gibt heute einige Ansätze, die Bewusstsein (oder eben "Geist") ganz nach vorne stellen, oder nach unten, eben als die erste Ursache alles Seins sehen. Ist nicht nur meine Idee.



Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Durch bloßes Denken lässt sich kein Erkenntnisfortschritt erreichen, weil nichts Neues hinzukommen kann, wofür wir Erfahrung brauchen.
Halte ich für falsch und widerlegt, dafür musst man nur in die Mathematik schauen. Auch die eigene Erfahrung widerspricht dem, also meine zumindest, ich habe nur durch bloßes Denken aber reichlich an Erkenntnissen gewonnen, klarer Fortschritt.

Und eventuell kannst Du ja "Denken" auch als Erfahrung sehen, oder erfährst Du beim Denken nicht das was Du denkst?


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Was wollte Hegel bzw. was hat Hegel erreicht / erklärt ?

23.08.2026 um 16:53
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Und keine Ahnung, wo Du zwischen absoluten und nicht absoluten Wissen unterscheiden willst. Und auch wie dann genau.
Ich paraphrasiere da Hegel, nicht meinen Standpunkt. Da Wahrheit im dialektischen Prozess liegt und dieser Prozess auf ein historisches Ziel hinsteuert, ist das Ende von diesem Prozess das absolute Wissen.
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Kenne ich auch nicht so wirklich, die Frage ist, ob das mit "Gott" nur eine Interpretation ist
Ich hab nix von Gott geschrieben, das wäre auch schlicht falsch.
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:er nicht eventuell etwas anderes meinte. Gibt heute einige Ansätze, die Bewusstsein (oder eben "Geist") ganz nach vorne stellen
Der hegelsche Geist ist nicht Bewusstsein wie du es hier meinst. Geist heißt bei Hegel eine sich selbst entwickelnde, entfaltende kollektive Struktur von Selbstbewusstsein, realisiert durch Geschichte, Kultur, Institution. Geist bedeutet weder „Gott“ noch individuelles Subjekt, ist nicht Substanz, sondern Prozess (Kernmoment von Hegel, das prozesshafte kommt immer wieder)und ist intersubjektiv.


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23.08.2026 um 17:33
Zitat von paxitopaxito schrieb:Wenn man versteht was du da eigentlich sagst, ist es tatsächlich lustig.
Schön, dass es dich amüsiert... ich denke Kant hat einen Felsen in die Brandung gesetzt, der von allen nach ihm nur weiter abgespült
worden ist... was du da schreibst hat meines Erachtens keine hohe metaphysische Relevanz... natürlich nur im Vergleich zu Platon, Aristoteles, Kant...
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Halte ich für falsch und widerlegt, dafür musst man nur in die Mathematik schauen. Auch die eigene Erfahrung widerspricht dem, also meine zumindest, ich habe nur durch bloßes Denken aber reichlich an Erkenntnissen gewonnen, klarer Fortschritt.
Inwiefern Mathematik und Philosophie sich unterscheiden legt Kant in der KrV dar. Mathematik ist sowieso so ein eigenes Ding.
Aber inwiefern soll man a priori etwas über die Welt erkennen was objektive Gültigkeit hat ?
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Und eventuell kannst Du ja "Denken" auch als Erfahrung sehen, oder erfährst Du beim Denken nicht das was Du denkst?
Doch aber du bekommst keinen neuen Input durch dein Denken... das einzig interessante hier wäre ein "Einfall"...
Aber auch hier müsste man den Einfall ja dann erstmal durch Erfahrung wieder überprüfen um Wissen vom Objekt zu erlangen...


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23.08.2026 um 17:52
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Schön, dass es dich amüsiert... ich denke Kant hat einen Felsen in die Brandung gesetzt, der von allen nach ihm nur weiter abgespült
worden ist... was du da schreibst hat meines Erachtens keine hohe metaphysische Relevanz... natürlich nur im Vergleich zu Platon, Aristoteles, Kant...
Wir waren nicht bei metaphysischer Relevanz, sondern bei Zeitgeist und „alle Menschen denken wie Kant“. Was schlicht Unsinn ist, das gilt nicht mal für dich selbst.
Davor waren wir bei „Es gab keinen Paradigmen Wechsel“ in der Philosophie - was ebenfalls nachweislich falsch ist.
Jetzt eben die Metaphysik, gut gerne - offensichtlich weist du auch nix über die Geschichte der Metaphysik im 20 Jhd. Was dich nicht davon abhält zu glauben es gebe nur Platon, Aristoteles und Kant.
Bereits Hegel streichst du, weil du ihn nicht verstehst - obwohl dessen Metaphysik einen enormen Einfluss auf die Weltgeschichte hatte, real und greifbar.
Egal Metaphysik 20 Jhd. - Startpunkt ist hier der Wiener Kreis (Carnap, Ayer usw.) die die ganze Metaphysik als kognitiv sinnlose Pseudoprobleme beschrieben haben. Auf der anderen Seite der Gigant Heidegger der Metaphysik als abendländische Seinsvergessenheit zu überwinden suchte.
Zwei völlig unterschiedliche Schulen, ein Ziel: das Ende der Metaphysik.
Und wieder kommt der Linguistic Turn der der Metaphysik neuen Raum eröffnet. Quines Angriff auf die analytisch-synthetische Unterscheidung (2 Dogmas, noch eine starke Leseempfehlung für dich damit du mal im 20 Jhd. ankommst) untergräbt den Positivismus und öffnet den Raum für Leute wie Krippke oder Lewis, für eine neue moderne Metaphysik, technisch hochgerüstet.
Modallogik, Essentialismus, Many Worlds. Am Ende fällt genau da auch deine OP Vorstellung rein @nocheinPoet , nur mal der Info halber.

Du hast aber weder Ahnung von der fundamentalen Metaphysikkritik von Carnap, noch von der Seinsphilosophie von Heidegger. Mit beiden kannst du deine ganzen metaphysischen Überlegungen in die Tonne drücken.
Noch weniger kannst du dann die Überwindung der Überwindung der Metaphysik durch den linguistic turn verstehen.
Macht nix, es steht dir jederzeit frei dich damit zu beschäftigen. Und dafür musst du nicht erstmal Kant inhaliert und Hegel verstanden haben. @kaktuss

Oder du arbeitest dich weiter an Problemen ab, die schon lange „gelöst“ sind.
, wie dem Ding an sich. Zu deiner Information: das ist kein gängiges Konzept mehr.


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23.08.2026 um 18:00
Zitat von paxitopaxito schrieb:Oder du arbeitest dich weiter an Problemen ab, die schon lange „gelöst“ sind.
, wie dem Ding an sich. Zu deiner Information: das ist kein gängiges Konzept mehr.
Wären die Probleme an denen ich mich abarbeite gelöst, dann wüsste ich zwangsläufig davon.
Das mit dem Ding an sich das hab ich doch auch verworfen... ich sagte doch immer wieder der transzendentale Idealismus haut nicht hin.

Du hast Recht, ich habe mich mit den Philosophen nach Kant wenig beschäftigt, aber genau nur darum, weil sie die Probleme die Kant mir
aufgezeigt hat eben nicht lösen... und was soll ich dann meine Zeit vergeuden.


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23.08.2026 um 18:20
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Wären die Probleme an denen ich mich abarbeite gelöst, dann wüsste ich zwangsläufig davon.
Nein offensichtlich nicht. Du kennst Carnap nicht, der Kant seziert hat. Nach Carnap gibt es nur zwei Arten von Sätzen, analytisch a priori und synthetisch a posteriori.
Damit zieht er Kant das Fundament weg, keine synthetischen a priori Urteile heißt keine Begründung der Kategorien als Bedingung der Erfahrung, keine transzendentale Deduktion.
Beispiel Raum, Carnap zeigt das Kant hier drei Begriffe des Raums vermischt, den formalen (mathematisch, beliebige Geometrie), den phänomenalen (Gegenstand der Wahrnehmung) und empirischen (Physik).
Kants Kategorie Raum als Bedingung der Erfahrung trägt nur, wenn man das verwechselt. Und Einstein hat gezeigt, dass das nicht gleich ist (nicht euklidische Geometrie, ART).
Aber Carnap ist kein Kant Zerstörer. Er baut ein de-transzendalisierte Konstitutionstheorie Version von Kant. Nur wird das transzendentale Subjekt durch Russels Typenlogik ersetzt. Die Frage „Wie ist Erkenntnis möglich?“ wird zu einer Frage der Syntax.
Kurz: Carnap enthauptet Kant, behält aber das Skelett.

Und das ist nur einer. Nur einer der vielen Philosophen die zu radikalen Umbrüchen in der Anschauung beigetragen haben. Heidegger kannst da genauso aus dem Hut ziehen und viele andere.

Aber wie gesagt, mit Quine hat sich dann auch Carnap erledigt, da der die ganze Unterscheidung in synthetisch und analytisch auseinander nimmt und zeigt, dass diese Unterscheidung nicht funktioniert.


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23.08.2026 um 18:29
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Doch aber du bekommst keinen neuen Input durch dein Denken ..., das einzig interessante hier wäre ein "Einfall"...

Aber auch hier müsste man den Einfall ja dann erstmal durch Erfahrung wieder überprüfen um Wissen vom Objekt zu erlangen ...
...
...
...
...
...
Okay?

Zur Sache, ich halte das für Unfug, wo glaubst Du kommen die imaginären Zahlen her? Die Quaternionen?

Und uns unterscheidet hier auch grundsätzlich etwas, ich trenne nicht so wie Du, ein Ich, ein Subjekt, ein Objekt, teile die Welt in reale Teile auf.

Wenn Du alles nur als eines betrachtest, was ja nicht falsch ist, dann gibt es kein Außen, dann kann da nichts rein kommen.

Aber ich muss Deine Bild der Welt ja nicht wirklich nachvollziehen können.


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23.08.2026 um 18:41
Zitat von paxitopaxito schrieb:Nach Carnap gibt es nur zwei Arten von Sätzen, analytisch a priori und synthetisch a posteriori.
Damit zieht er Kant das Fundament weg, keine synthetischen a priori Urteile heißt keine Begründung der Kategorien als Bedingung der Erfahrung, keine transzendentale Deduktion.
Beispiel Raum, Carnap zeigt das Kant hier drei Begriffe des Raums vermischt, den formalen (mathematisch, beliebige Geometrie), den phänomenalen (Gegenstand der Wahrnehmung) und empirischen (Physik).
Kants Kategorie Raum als Bedingung der Erfahrung trägt nur, wenn man das verwechselt. Und Einstein hat gezeigt, dass das nicht gleich ist (nicht euklidische Geometrie, ART).
Also das macht für mich alles sehr viel Sinn... aber es ist kein wirklicher Umsturz von Kants Theorie, nur vom rationalistischen Teil, dem Transzendentalen Idealismus... aber das ist lange nicht alles was Kant aufzeigt, da bleibt noch einiges fundamentales stehen...
Zitat von paxitopaxito schrieb:Aber wie gesagt, mit Quine hat sich dann auch Carnap erledigt, da der die ganze Unterscheidung in synthetisch und analytisch auseinander nimmt und zeigt, dass diese Unterscheidung nicht funktioniert.
Ich denke ja dass Quine hier gescheitert ist und das Kants Trennung immer noch mehr Sinn macht als Quines Theorie...
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:ich trenne nicht so wie Du, ein Ich, ein Subjekt, ein Objekt
Oh man... ich muss doch zwischen der Welt außer mir und den Gedanken oder Bewusstseinsinhalten in mir unterscheiden...


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23.08.2026 um 18:52
@kaktuss

Du kannst natürlich wo im Leben unterscheiden, mach ich auch, klar, der Nagel bin in dem Sinne nicht ich und es tut mir nicht weh, wenn ich mit dem Hammer darauf schlage.

Das ist aber nicht Philosophie, hier gehe ich eben ganz anders an die Dinge rann.

Die Trennung zwischen einem Subjekt und Objekt ist eine Vorstellung, fiktiv, ein Modell, nicht Realität.

Nicht mal mein "Ich" ist in dem Sinne real. Wenn ich also die großen Fragen stelle, dann setze ich mich damit auseinander.


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23.08.2026 um 18:52
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Also das macht für mich alles sehr viel Sinn... aber es ist kein wirklicher Umsturz von Kants Theorie
Das Ende der synthetischen Urteile a priori? Das ist das Ende von Kants Metaphysik.
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:aber das ist lange nicht alles was Kant aufzeigt, da bleibt noch einiges fundamentales stehen
Wie überall wäre es auch schräg wenn nix überbleiben würde. Natürlich bleibt da was, auch von Aristoteles bleibt noch was nach Tausenden Jahren. Und Carnap ist voll in der Tradition von Kant, der ist im Grunde Neokantianer.
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Ich denke ja dass Quine hier gescheitert ist
Welche Theorie? Quine zeigt einfach auf, dass die Unterscheidung nicht aufgeht, sie ist zirkulär. Jeder Versuch, “Analytizität” zu erklären, greift auf Begriffe wie Synonymie, Bedeutung, notwendige Wahrheit zurück – die selbst genauso unklar sind wie das, was erklärt werden soll. Man dreht sich im Kreis: Synonymie erklärt man über Analytizität, Analytizität über Synonymie.
Damit ist diese Unterscheidung mE Geschichte. Du darfst sie aber gerne beibehalten und weiter alles nach Kant ignorieren, weil du ja wüsstest, wenn es da was Wichtiges gäbe.
Aber die retten sogar das Ding an sich. Irgendwie. Glaub ich.
Etwa das Frühwerk von Heidegger: „Kant und das Problem der Metaphysik“. Du wüsstest ja sicher wenn da was relevantes drinstünde. Woher auch immer.
@kaktuss ich kann das hier nur anreißen, auch Carnap, Quine, Hegel. Dabei sind das alles keine Namen die für mich besonders relevant wären, da ich philosophisch an ner ganz anderen Stelle stehe.
Aber wenn du dich schon mit Kant beschäftigst, dann ist doch die erste Frage was andere kluge Leute zu Kant geschrieben haben und wie er heute verstanden wird. Wirklich modern wären die Interpretationen von Langton und Allison, aber davon hab ich nur bedingt Ahnung (weil es mich im Grunde nicht interessiert).


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Was wollte Hegel bzw. was hat Hegel erreicht / erklärt ?

23.08.2026 um 19:05
Zitat von paxitopaxito schrieb:Aber die retten sogar das Ding an sich. Irgendwie. Glaub ich.
Der Satz sollte ans Ende… Edit verkackt. Bitte um Verzeihung.


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23.08.2026 um 19:18
Zitat von paxitopaxito schrieb:Das Ende der synthetischen Urteile a priori? Das ist das Ende von Kants Metaphysik.
Da gebe ich dir halb Recht... es ist letztlich nur das ende seiner Ontologie... sagen wir mal der transzendentale Idealismus ist der ontologische Teil der Kantischen Metaphysik... also alles was mit der Kopernikanischen Wende einhergeht... das ist durch die Verneinung von synthetischen urteilen a priori gänzlich verworfen...

Was aber erkenntnistheoretisch bleibt ist das Problem von synthetischen Urteilen a priori ganz allgemein...
das verhärtet sich ja sogar dadurch dass es selbst die von Kant aufgezeigten gar nicht gibt...
Wie kommen wir durch bloßes Denken weiter in der Erkenntnis, ohne Erfahrung ?
Oder wie können wir unser Denken über die Erfahrung erheben und dort unser Wissen erweitern ?

Was auch erkenntnistheoretisch bleibt ist die transzendentale Dialektik...
Also die Verwerfung aller Gottesbeweise, Seelenbeweise und die Aufzeigung der Antinomien in die sich die Vernunft verstrickt...

Zudem bleibt der Kantische Ideenbegriff...
Gott ist nur eine Idee der Vernunft...
Ein Gedanke dem der Inhalt fehlt...
Gedanken ohne Inhalt sind leer...


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Was wollte Hegel bzw. was hat Hegel erreicht / erklärt ?

23.08.2026 um 19:28
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Wie kommen wir durch bloßes Denken weiter in der Erkenntnis, ohne Erfahrung ?
Oder wie können wir unser Denken über die Erfahrung erheben und dort unser Wissen erweitern ?
Fragst mich das jetzt persönlich? Meine Position sollte klar sein, die Frage ist sinnlos, wenn man auf die Sprache schaut.
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:das ist durch die Verneinung von synthetischen urteilen a priori gänzlich verworfen...
Es gibt auch Neokantianer die das behalten und stattdessen „nur“ metaphysischen Ballast rausnehmen. Ich hab nur beispielhaft Carnap aufgezeigt, weil ich seine Art mag.
Im Grunde hast du schon mit Fichte/Hegel die ersten die mit Kant brechen und flugs das Ding an sich sein lassen.
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Was auch erkenntnistheoretisch bleibt ist die transzendentale Dialektik...
Also die Verwerfung aller Gottesbeweise, Seelenbeweise und die Aufzeigung der Antinomien in die sich die Vernunft verstrickt...
Zudem bleibt der Kantische Ideenbegriff...
Gott ist nur eine Idee der Vernunft...
Ein Gedanke dem der Inhalt fehlt...
Gedanken ohne Inhalt sind leer...
Ich habe auch nur grob aufgezeigt wie die Grundlagen der kantischen Metaphysik im 20 Jhd auseinander genommen wurden. Du glaubst nicht ernsthaft das von dem von dir genannten etwas nicht ebenfalls im philosophischen Säurebad gelandet wäre? Ich kann dir das nicht alles Punkt für Punkt vorkauen. Du musst wissen was du willst, dich mit der Philosophie von annodunzemal rumschlagen, löblich aber irrlichternd, oder in den philosophischen Diskurs einsteigen wo er eben ist.


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23.08.2026 um 19:43
Zitat von paxitopaxito schrieb:Du glaubst nicht ernsthaft das von dem von dir genannten etwas nicht ebenfalls im philosophischen Säurebad gelandet wäre?
doch irgendwie schon... wenn einer größer wäre als Kant, dann hätte ich das doch mitbekommen und denjenigen liebend gern gelesen...
Zitat von paxitopaxito schrieb:die Frage ist sinnlos, wenn man auf die Sprache schaut.
meines Erachtens sind die Fragen grundlegend und überhaupt nicht sinnlos...
Zitat von paxitopaxito schrieb:Im Grunde hast du schon mit Fichte/Hegel die ersten die mit Kant brechen und flugs das Ding an sich sein lassen.
die Trennung von Ding an sich und Erscheinung ist auch meiner Meinung nach falsch...


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Was wollte Hegel bzw. was hat Hegel erreicht / erklärt ?

23.08.2026 um 20:57
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:doch irgendwie schon... wenn einer größer wäre als Kant, dann hätte ich das doch mitbekommen und denjenigen liebend gern gelesen...
Du hast überhaupt keine der philosophischen Größen des 20 Jhds mitbekommen. Nicht mal Heidegger, Carnap. Und scheinbar auch nix aus dem 19. Jhd.
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:meines Erachtens sind die Fragen grundlegend und überhaupt nicht sinnlos...
Bevor man eine Frage beantworten kann, muss man schauen was die Frage überhaupt bedeutet. In dem Fall klären was mit „Erfahrung“ und was mit „Denken“ gemeint ist und warum das in Spannung zueinander steht.
Meines Erachtens macht ein Gerede von Denken vor oder ohne Erfahrung über keinen Sinn, es ist ein Taschenspielertrick. Selbst die Unterscheidung Erfahrung hier Denken dort ergibt immer weniger Sinn je genauer man darauf schaut.
Es sind Modelle der neuzeitlichen Philosophie (die hier in der Frage gemeint sind) die mit der Realität wenig zu tun haben.


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23.08.2026 um 21:53
Zitat von paxitopaxito schrieb:Du hast überhaupt keine der philosophischen Größen des 20 Jhds mitbekommen. Nicht mal Heidegger, Carnap. Und scheinbar auch nix aus dem 19. Jhd.
Ich kenne sie natürlich, aber sie haben mich irgendwie nicht angesprochen... ich habe sie bis heute immer für Kleingeister der Philosophie gehalten.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Bevor man eine Frage beantworten kann, muss man schauen was die Frage überhaupt bedeutet. In dem Fall klären was mit „Erfahrung“ und was mit „Denken“ gemeint ist und warum das in Spannung zueinander steht.
Meines Erachtens macht ein Gerede von Denken vor oder ohne Erfahrung über keinen Sinn, es ist ein Taschenspielertrick. Selbst die Unterscheidung Erfahrung hier Denken dort ergibt immer weniger Sinn je genauer man darauf schaut.
Machst du es dir nicht komplizierter als es ist ? Hört sich für mich ziemlich kleinkariert an was du da machst.
Die Frage : "Was kann der Mensch wissen" ist die auch sinnlos für dich ?
Das sind doch erkenntnistheoretische Grundfragen und es macht meines Erachtens garkein Sinn die zu zerbröseln.
Da sehe ich eher den Taschenspielertrick... in der sinnfreien Zerbröselung solcher Fragen um sie scheinbar zu überwinden.
Zitat von paxitopaxito schrieb:Es sind Modelle der neuzeitlichen Philosophie
Und die Frühe Neuzeit hatte mehr drauf als die die danach kamen meine ich... sowie Platon und Aristoteles immer noch die Größten sind.


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23.08.2026 um 22:59
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:ich habe sie bis heute immer für Kleingeister der Philosophie gehalten.
Ich hab Kant und Heidegger gelesen. Kant hab ich verstanden. Man kann H. viel nachsagen aber Kleingeist war er sicher nicht.
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Machst du es dir nicht komplizierter als es ist ?
Nein. Welchen Sinn hat es sich über Denken vor aller Erfahrung zu echauffieren, wenn es sowas schlicht nicht gibt? Wenn die ganze analytisch / synthetische Unterscheidung zirkulär ist, weil man ohne Erfahrung nicht verstehen kann was „analytisch“ überhaupt heißen soll.
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:in der sinnfreien Zerbröselung solcher Fragen um sie scheinbar zu überwinden.
Zu erkennen das eine Frage so falsch gestellt ist, ist kein scheinbares Überwinden. Es mag ja nicht sonderlich befriedigend sein wenn man darauf hingewiesen wird, aber das ändert nix.
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Die Frage : "Was kann der Mensch wissen" ist die auch sinnlos für dich ?
Nein sicher nicht. Aber auch hier würde ich fragen: was meinst du mit „wissen“? Nur dann könnte ich dir das beantworten.
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Und die Frühe Neuzeit hatte mehr drauf als die die danach kamen meine ich... sowie Platon und Aristoteles immer noch die Größten sind.
Du kannst das bewerten wie du willst. Ich bin der letzte der dir Kant, Platon oder Aristoteles madig machen will. Du hast aber Fragen die offen bleiben, da gibt es sinnvolle Antworten drauf (Carnap z.B.). Und du begehst einen schweren Denkfehler bei der Annahme das heutige vernünftige, aufgeklärte Menschen so denken müssten wie Kant (siehe Dialektik der Aufklärung).
Mehr als dich darauf hinweisen kann ich nicht. Kann dir noch hundert weitere Leseempfehlungen aussprechen, aber ich kann’s nicht für dich lesen. Und wenn du bei Kant stehen bleiben willst ist das am Ende auch okay. Wer liest heute noch Kant im Original?


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24.08.2026 um 00:19
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Heute sieht keiner mehr den Nutzen der Philosophie
Das verstehe ich in keiner Weise.
Du philosophierst doch selbst über diese Philosophen.
Philosophie ist doch eine hervorragende Alternative, z.B. für Leute, die nicht unbedingt einen festen Glauben haben wollen oder aus sehr viel anderen Gründen.
Das philosophieren mag sogar ein Grundpfeiler des menschlichen Denkens sein, je nachdem, ab wann man Denken als philosophieren bezeichnen möchte.
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Metaphysik ist unvernünftig weil wir nicht in das eigentliche Gebiet der Metaphysik vordringen können, das Übernatürliche.
Mit sowas hab' ich nix am Hut, glaube aber, dass ein großer Teil damit was anfangen kann, in den Gesellschaften, und auch in dem Forum, –auch in sofern, dass ich davon überzeugt bin, dass einige da wirklich Erfahrungen haben, ernsthafte, wo es, auch wenn man wie ich keine Ahnung davon hat, es sich wahrscheinlich empfiehlt, diesen jenen mit Respekt zu begegnen. Nicht das ich an so Dinge glauben wöllte, wenn ich es mir noch aussuchen könnte, sondern einfach 'vorsichtshalber', man weis ja nie, sozusagen.
Zitat von kaktusskaktuss schrieb:Doch aber du bekommst keinen neuen Input durch dein Denken... das einzig interessante hier wäre ein "Einfall"...
Aber auch hier müsste man den Einfall ja dann erstmal durch Erfahrung wieder überprüfen um Wissen vom Objekt zu erlangen...
Du kannst doch im Nachhinein eine Situation überdenken, neue Verbindungen von Zusammenhängen (erstmal nur) vermuten,
-Annahme tätigen und überprüfen-, und sofern die Erinnerung gut ist, anhand von anderen Reaktionen, wahrscheinliche Rückschlüsse ziehen, also, ob die neu gedachte Vermutung einer besseren, anderen, höheren oder sonst wie Wahrheit 'für dich' entspricht.
Der neue Imput wären in dem Fall, neue Zusammenhänge oder Perspektiven zu erkennen.
Die müssen nicht mal auf die erlebte Situation stimmen um nützlich zu sein, sie können aber in jedem Fall eine Bereicherung sein in darauf folgenden Situationen; einfach als nützlicher
-neugeformter- Baustein im Puzzle des Rätsels über das unweigerliche dahinsterbenden der eigenen Persönlichkeit im verwesenden Körper.

Ein Beispiel: Eine Schlussfolgerung beim Nachdenken nach einer Unterhaltung mit XY könnte sein, dass man in zukünftige Unterhaltungen mit mehr Vorsicht hinein geht, weil der Gesprächspartner einem unverständlich erschien, man ihn in seiner Ehrlichkeit daher anzuzweifeln gewillt ist, obwohl es garnicht unehrlich, sondern einfach nur unverständlich war.
Die Schlussfolgerung war also falsch für das spezielle zurückliegende Gespräch, ist aber empfehlenswert als möglicher Baustein für weitere Gespräche getestet zu werden.
Der Zweifel regt ja auch teilweise komplexe Schlussfolgerungen an.


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24.08.2026 um 11:58
Zitat von paxitopaxito schrieb:Ich hab Kant und Heidegger gelesen. Kant hab ich verstanden. Man kann H. viel nachsagen aber Kleingeist war er sicher nicht.
Kant hat doch viel mehr bewegt und viel mehr Einfluss in alles mögliche... Heidegger mag schwer verständlich sein aber da steckt niemals so viel hinter...
Zitat von paxitopaxito schrieb:Nein. Welchen Sinn hat es sich über Denken vor aller Erfahrung zu echauffieren, wenn es sowas schlicht nicht gibt? Wenn die ganze analytisch / synthetische Unterscheidung zirkulär ist, weil man ohne Erfahrung nicht verstehen kann was „analytisch“ überhaupt heißen soll.
Für mich ist die Unterscheidung von analytischen und synthetischen Urteilen a priori und a posteriori ein Geniestreich Kants... mir leuchtet das ungemein
ein und ich finde sie sehr gut getroffen... wenn dann Denker wie Quine versuchen da irgendwas aufzuheben dann faseln sie nur meiner Meinung nach...
Klar ich kann den Aufsatz von Quine mal lesen, aber überzeugen wird er mich sicherlich nicht... Kant konnte mit dieser Trennung wunderbar klar machen warum wir nicht ins Übernatürliche vordringen können und warum wir durch bloßes Denken nicht weiter kommen können... Quines Infragestellung dieser Trennung bringt doch keinen weiter...


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24.08.2026 um 12:04
Zitat von nocheinPoetnocheinPoet schrieb:Die Trennung zwischen einem Subjekt und Objekt ist eine Vorstellung, fiktiv, ein Modell, nicht Realität.
Dann schwirrt der Weihnachtsmann wohl auch da draußen irgendwo umher, weil er ja in meinen Gedanken ist... oder ?


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