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Wie war die DDR?

2.308 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: DDR, Gefängnis, Humanismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Wie war die DDR?

27.05.2018 um 19:40
Zitat von OptimistOptimist schrieb:es gab doch nicht nur solche belasteten grundstuecke, sondern auch soundsuviele gute.
So ein Grundstück wie das Plattenwerk in Dresden, was bis in die 2010er eine blühende Landschaft ist?
https://www.mdr.de/zeitreise-regio/staedte/dresden/zeitreise-dresden-platten-werk100.html
https://www.jeder-qm-du.de/news-tipps/termine/detail/bebauung-des-ehem-plattenwerks-johannstadt/


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27.05.2018 um 19:55
Zitat von FFFF schrieb:Hat es Dir aber nicht auch zu Denken gegeben, dass solcher Zusammenhalt dann mit der Maueröffnung oft schlagartig beendet war? Plötzlich waren alle genauso auf sich alleine gestellt und hatten Freundschaften, wie sonst auch überall.
Insofern waren viele Beziehungen anscheinend sehr materialistisch auf gegenseitige Hilfe begründet, und auch auf ein sonst eher mageres Freizeitangebot.
in meinen Augen waren die Feundschaften hauptsächlich im Betrieb von heute auf morgen vorbei, war einer dem anderen dann sein Teufel.
Hatte das zumindest in meinem Betrieb ganz krass erlebt:
Das andere System - Kapitalismus - kam zur Anwendung mit allen vor und Nachteilen und die Angst vor Entlassungen grasierte -> daraufhin wurden aus Freunden Konkurrenten.

Im privaten Bereicht erlebte ich es jedenfalls nicht, dass Freundschaften zerbrachen, bin jetzt noch mit einigen aus DDR-Zeit eng befreundet.
Also kann zumindest deine Vermutung - wegen materialistischen Hilfen und Austausch - nicht in jedem Falle stimmen.
Ich weiss es auch von vielen anderen, welche auch jetzt noch - wo es alles gibt - befreundet sind.
Gerne wird die Geschichte vom besseren Menschen erzählt, der in der Mangelwirtschaft solidarisch für andere ein- und für Bananen anstand, der erfinderisch allerhand Geräte und Autos für ein Tauschgeschäft reparierte oder mit geringsten Mitteln ein Häuschen zusammen klaubte.
natuerlich spielte DAS fuer einige "Freundschaften" auch eine grosse Rolle, aber eben nicht nur und nicht fuer alle Freundschaften.

Und ehrlich gesagt, wenn Menschen mit mir nur befreundet waren oder wären aus solchen Gruenden, das waren dann nie richtige Freunde in meinen Augen.
Die richtigen Freunde gabs aber eben wirklich zur Genuege.
Ich sehe wirklich im Systemwechsel den Wandel bei einigen Leuten, vor allem bei Juengeren, weil das System suggeriert: du bist nur was, wenn du was hast und dich gut verkaufst.
Zudem die Ellenbogenmentalität.
Dieses Denken gabs eben in der DDR - zumindest in meinem Umfeld - viel weniger ausgeprägt.
Erst nach der Wende merkte ich, wie sich diese Einstellungen dann nach und nach wandelten.
Die mediale Beeinflussung ging eben nicht an allen spurlos vorbei - dieses materielle Denken, dass man nur als Mensch was wert ist, wenn man Arbeit hat und was besitzt usw...

Klingt jetzt wie ein Widerspruch zudem, wenn man damals materielle Gueter ausgetauscht hatte.
Das war aber mMn kein solches materielles Denken was ich jetzt meinte, sondern man hatte aus gewisser Not eine Tugend gemacht.
Genauso wie die zum Teil gruseligen Wohnverhältnisse, die man leicht romantisieren kann...
Falls du die Plattenbauten meinst. Die wurden zu unrecht schlecht geredet. Davon gibts jetzt noch sehr viele und die Leute wohnen gern drin, ziehen auch nach wie vor Leute ein - und keine Assis, wie jetzt evtl. mancher denken könnte.
Aber für die Oma im Altbau mit Kohleofen war es nicht lustiger, als für die Oma im Altbau mit Kohleofen im Westen.
Manch einer wuerde sich jetzt wieder nach einem Kohleofen sehen, aber das steht auf einem anderen Blatt.
Davon ab, wohnten auch zu DDR-Zeiten nicht so sehr viele in solchen Altbauten, es gab eben die vielen Plattenbauten...
Die Mutter einer Freundin starb elend an Diabetes... im Westen gab es längst bessere Medikamente und Behandlungen, auch gegen die Schmerzen Sterbender.
gut, das sind nun mal solche Punkte, was grosse Nachteile waren.
Aber auch im Gesundheitswesen war nicht alles schlecht. Die ehemaligen Polikliniken lebten wieder auf als Gemeinschaftspraxen usw...

Du scheinst irgendwie nur das schlechte zu sehen.
Ich bilde mir ein, das Gute und das Schlechte zu sehen.
Aber da bist du sicher auch anderer Meinung und wirst umgedreht das Gleiche von mir sagen, dass ich angeblich nur das Gute und nicht das Schlechte sehe.
Wie gesagt: Es konnte auch alles ok sein und manche konnten sich auch bereichern. Aber es gab andererseits enorme Nachteile, die für viele durch einen (erzwungenen) Zusammenhalt nicht aufgewogen werden konnten.
Wie gesagt, auch fuer Leute die sich nicht bereichern konnten oder das auch gar nicht wollten, sondern eher bescheiden waren, war nicht alles schlecht.
Und so erzwungen wie du nun tust, waren nicht alle Freundschaften aus meiner Sicht.


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27.05.2018 um 20:41
Zitat von OptimistOptimist schrieb:in meinen Augen waren die Feundschaften hauptsächlich im Betrieb von heute auf morgen vorbei, war einer dem anderen dann sein Teufel.
Hatte das zumindest in meinem Betrieb ganz krass erlebt:
Das andere System - Kapitalismus - kam zur Anwendung mit allen vor und Nachteilen und die Angst vor Entlassungen grasierte -> daraufhin wurden aus Freunden Konkurrenten.
Das waren dann auch damals wohl nur Freundschaften aus Zweck.
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Zudem die Ellenbogenmentalität.
Dieses Denken gabs eben in der DDR - zumindest in meinem Umfeld - viel weniger ausgeprägt.
Aber die gab es doch auch. Wolltest du was werden dann musstest du die Ellenbogen ausfahren um zu bestehen. Schlimmer noch, du musstest mit der Stasi arbeiten, sonst wäre schon das Studuim zum Teil nicht möglich geworden. Im Sport sah es ähnlich aus.
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Die mediale Beeinflussung ging eben nicht an allen spurlos vorbei - dieses materielle Denken, dass man nur als Mensch was wert ist, wenn man Arbeit hat und was besitzt usw...
War das in der DDR anders?
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Falls du die Plattenbauten meinst. Die wurden zu unrecht schlecht geredet. Davon gibts jetzt noch sehr viele und die Leute wohnen gern drin, ziehen auch nach wie vor Leute ein - und keine Assis, wie jetzt evtl. mancher denken könnte.
Ich glaube das bezog sich nicht auf die Platte, sondern vorallem auf den Altbau, der zum Ende der DDR flächendeckend kurz vor dem Abriss stand.
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Aber auch im Gesundheitswesen war nicht alles schlecht.
Richtig, auch in der DDR war nicht alles schlecht. Es hatte alles seinen Zweck, aber war nicht unbedingt schlecht.


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27.05.2018 um 20:55
Zitat von bone02943bone02943 schrieb:War das in der DDR anders?
ich hatte es so empfunden, dass es zumindest nicht so krass war wie dann im anderen System. Und ich habe auch von einigen anderen diese Rueckmeldung.
Aber ist wohl halt alles Wahrnehmungssache.
Zitat von bone02943bone02943 schrieb:Es hatte alles seinen Zweck, aber war nicht unbedingt schlecht.
so isses. Eins davon ist der gruene Pfeil - der nicht leuchtende. Finde es immer wieder schade, dass es den nur noch selten gibt bzw. an vielen Stellen wo er auch jetzt noch angebracht wäre, da wenig Verkehr, abmontiert wurde.
Zitat von OptimistOptimist schrieb:in meinen Augen waren die Feundschaften hauptsächlich im Betrieb von heute auf morgen vorbei, war einer dem anderen dann sein Teufel.
Zitat von bone02943bone02943 schrieb:Das waren dann auch damals wohl nur Freundschaften aus Zweck.
sehe ich nicht ganz so. In meinem ehemaligem Betrieb hatten wir ein Verhältnis wie in einer Familie. Aber auch Familien können halt zerbrechen, wenn Geld oder Existenz eine Rolle spielt.


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27.05.2018 um 21:06
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Eins davon ist der gruene Pfeil - der nicht leuchtende.
Aber deswegen ist ja die DDR bzw. der osteuropäische Kommunismus nicht gescheitert^^ Der Dissens zwischen politischer Ausführung dieser Ideologie und wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und am Ende real-politischer Wirklichkeit war einfach zu groß.

Die DDR-Autokratie wäre durchaus überlebensfähig gewesen, wenn sie (wie China) dem Kapitalismus die Tür geöffnet hätte.


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27.05.2018 um 21:11
Der grüne Pfeil ist wirklich was gutes, schade das er nicht flächendeckend Anwendung gefunden hat.


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27.05.2018 um 21:13
Zitat von TangoSierraTangoSierra schrieb:Die DDR-Autokratie wäre durchaus überlebensfähig gewesen, wenn sie (wie China) dem Kapitalismus die Tür geöffnet hätte.
Ich denke das hätte trotzdem nicht funktioniert. Die Sehnsucht nachm Westen, der vor der Tür lag, wäre wohl doch zu groß gewesen.


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27.05.2018 um 22:23
@FF

das ist schon richtig, ändert aber auch nix daran das heute eine Art Ellenbogengesellschaft herrscht in der jeder nur an sich denkt. Das Ganze ist natürlich systembedingt...Kapitalismus eben. Das war eben damals. ebenfalls systembedingt, anders.

Wenn man schon die schwächen aufzählt dann bitte auch immer mit einem Blick in die Gegenwart!
Zitat von OptimistOptimist schrieb: Nachteilen und die Angst vor Entlassungen grasierte -> daraufhin wurden aus Freunden Konkurrenten.
ja eben, so ist es.
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Falls du die Plattenbauten meinst. Die wurden zu unrecht schlecht geredet. Davon gibts jetzt noch sehr viele und die Leute wohnen gern drin, ziehen auch nach wie vor Leute ein - und keine Assis, wie jetzt evtl. mancher denken könnte.
ja kann ich auch nur bestätigen. unsere "Neubaugebiete" hier sind alle fast voll bewohnt... schon seltsam will keiner mehr was mit DDR zu tun haben :D


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28.05.2018 um 01:00
Zitat von knopperknopper schrieb:das ist schon richtig, ändert aber auch nix daran das heute eine Art Ellenbogengesellschaft herrscht in der jeder nur an sich denkt. Das Ganze ist natürlich systembedingt...Kapitalismus eben. Das war eben damals. ebenfalls systembedingt, anders
"damals" hieß die Ellenbogenmentalität nur anders, zB SED_Parteibuch,
Bespitzelung durch die Stasi und ihre Zuträger oder, Einschüchterung und Benachteiligung politisch anders Denkender/religiöser Menschen,


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28.05.2018 um 01:06
Zitat von lawinelawine schrieb:"damals" hieß die Ellenbogenmentalität nur anders, zB SED_Parteibuch,
Bespitzelung durch die Stasi und ihre Zuträger oder, Einschüchterung und Benachteiligung politisch anders Denkender/religiöser Menschen,
ja, aber da gingen die Ellenbogen von den "System-Eliten" aus.
Und heutzutage bekämpft sich die Bevölkerung ganz freiwillig gegenseitig -> alt gegen jung, arm gegen reich, Inländer gegen Ausländer und alles auch umgekehrt.

Ich weiss nun auch nicht, welche Ellenbogen da besser oder schlechter sind.

Dass die Bevölkerung selbst bzw. von sich aus so krass die Ellenbogen ausfährt - im allgemeinen, es gibt auch immer wieder einige wohltuende Ausnahmen von der Regel - das war mMn in der DDR nicht so schlimm bzw. flächendeckend wie heutzutage. Aber natuerlich auch wieder nur meine Wahrnehmung aus meinem Umfeld.


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28.05.2018 um 01:42
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Und heutzutage bekämpft sich die Bevölkerung ganz freiwillig gegenseitig -> alt gegen jung, arm gegen reich, Inländer gegen Ausländer und alles auch umgekehrt.
War in der DDR auch schon so, wurde nur unter den Teppich gekehrt. Nach der Wende kam der ganze Rassismus an die Oberfläche.
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Ich weiss nun auch nicht, welche Ellenbogen da besser oder schlechter sind.
Die heutigen! Man muss nicht in der Partei sein, die FDJ durchlaufen haben oder die Wehrzeit, um was erreichen zu können.


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28.05.2018 um 01:46
@Optimist

Es gibt auch keine Spezielkinderheime mehr, wo Kinder inhaftiert wurden weil die Eltern als Oppositionelle gelten.


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28.05.2018 um 01:48
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Ich weiss nun auch nicht, welche Ellenbogen da besser oder schlechter sind.
Zitat von bone02943bone02943 schrieb:Die heutigen!
Das sehe ich genauso.
Deshalb meinte ich ja auch, in der DDR schien mir das alles nur in abgeschwächter Form gewesen zu sein, die Ellenbogen, wenn man jetzt mal die Ausländerproblematik weglässt.
Diesbezueglich ist es möglich, dass da die Bevölkerung auch schon sehr gespalten war.

Was jedoch alles andere betrifft... also z.B. arm gegen reich, jung gegen alt usw.., das war damals noch nicht so krass, finde ich.


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28.05.2018 um 01:56
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Das sehe ich genauso.
Warum fragst du dann erst.
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Was jedoch alles andere betrifft... also z.B. arm gegen reich, jung gegen alt usw.., das war damals noch nicht so krass, finde ich.
Das liegt aber auch an der Zeit an sich. Alte Menschen werden heut nicht mehr so "daheim" gepflegt wie früher. Und auch in der DDR gab es schon arm und reich, war nur nicht so ausgeprägt, weil fast alle iwie eher arm waren. Reich zu sein bedeutete mit dem Staat zusammen zuarbeiten. Ohne Stasi war man auch nicht reich, wenige Außnahmen mal außen vor.
Reich hatte einen anderen Standpunkt als heute.


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28.05.2018 um 02:02
@bone02943
Zitat von bone02943bone02943 schrieb:Warum fragst du dann erst.
das war nur eine rethorische Frage.

Hab dann im Nachhinein auch noch gesehen, dass ich deine Antwort evtl. missverstanden hatte - du hattest wahrscheinlich genau das Gegenteil gemeint wie ich es sehe, aber macht ja nichts.
Zitat von bone02943bone02943 schrieb:Und auch in der DDR gab es schon arm und reich, war nur nicht so ausgeprägt,
genau das hatte ich gemeint, es war alles nicht so ausgeprägt und so krass.
Nicht mal der Unterschied zwischen der normalen Bevölkerung und Wandlitz war so krass, wie heutzutage die Politiker vom Verdienst her im Vergleich zu "Normalos", finde ich.
Zitat von bone02943bone02943 schrieb:Reich zu sein bedeutete mit dem Staat zusammen zuarbeiten.
ich hatte ehrlich gesagt nie den Anspruch reich zu sein, aber kann natuerlich nicht von mir auf andere schliessen.

Hierzu mal noch eine Anmerkung:
Zitat von bone02943bone02943 schrieb:Man muss nicht in der Partei sein, die FDJ durchlaufen haben oder die Wehrzeit, um was erreichen zu können.
Also ich hatte ganz normal einen Beruf lernen, sogar studieren können, ohne in der Partei sein zu muessen. Gut, in der FDJ musste ich wohl auch sein, da kam ich nicht drum rum, aber da hatten wir damals keinen Stress gross damit bzw. keine Verpflichtungen. Ganz selten im Jahr mal FDJ-Hemd anziehen, das wars dann.


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Wie war die DDR?

28.05.2018 um 02:08
Zitat von OptimistOptimist schrieb:genau das hatte ich gemeint, es war alles nicht so ausgeprägt und so krass.
Nicht mal der Unterschied zwischen der normalen Bevölkerung und Wandlitz war so krass, wie heutzutage die Politiker vom Verdienst her im Vergleich zu "Normalos", finde ich.
Aber ist das besser?
Ich denke wir leben heute auf einem sehr hohem Niveau. Also ich würde da nicht tauschen wollen, so "arm" zu sein, nur weil es die Regierungsspitze auch war(im Gegensatz zum Rest). Wobei die in Wandlitz ja alles hatten. Für diese Leute dort war die Mauer halt "offen". Brauch ich echt nicht wieder.
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Also ich hatte ganz normal einen Beruf lernen können, sogar studieren können, ohn dass ich Partei brauchte. Gut, in der FDJ musste ich wohl auch sein, da kam ich nicht drum rum, aber da hatten wir damals keinen Stress gross damit bzw. keine Verpflichtungen. Ganz selten im Jahr mal FDJ-Hemd anziehen, das wars dann.
Tja und was wäre ohne FDJ gewesen? Es gibt genug Dokus, vorallem von Leuten mit kirchlichen Eltern, die das verboten haben und diese Kinder waren dann immer Außenseiter. Staatlich verordnete Außenseiter. Zum Glück geht es den Kindern heute besser. ;)


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28.05.2018 um 02:12
@bone02943
ja klar, wenn die Eltern die FDJ verboten hatten, dann waren die Kinder zwangsläufig Aussenseiter.
Die Frage wäre nun, ob sie damit ihren Kindern einen Gefallen getan hatten?
Auch wieder eine rethorische Frage, aber ich urteile nicht darueber, sowas muss halt jeder selbst wissen und fuer sich entscheiden, wie er mit solch einem System umgeht.


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28.05.2018 um 02:13
@Optimist

Ich will die DDR nicht verteufeln, denn meine ganze Familie ist so groß geworden, ich hatte halt nur die paar Jahre, aber davon kaum was mitbekommen.
Dennoch wird wohl vieles romantisiert. Das Leben war eben nicht wirklich schön, auch wenn nicht alles schlecht war. Die heutige Zeit is da um Welten besser, warscheinlich aber auch die um 1980 in der BRD. Selbst von dort ist bis heute ein riesen Schritt in die Moderne gegangen.


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28.05.2018 um 02:13
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Die Frage wäre nun, ob sie damit ihren Kindern einen Gefallen getan hatten?
Auch wieder eine rethorische Frage, aber ich urteile nicht darueber, sowas muss halt jeder selbst wissen und fuer sich entscheiden, wie er mit solch einem System umgeht.
Nur konnten das die Kinder nicht. ;)


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28.05.2018 um 02:20
@bone02943
romantisieren braucht man sicher nichts.
Aber zu sagen, dass das Leben fuer Alle nicht wirklich schön war, das finde ich dann auch etwas uebertrieben bzw. zu pauschal.
Ich kann jetzt nur von mir ausgehen und ein paar Menschen mit denen ich Umgang hatte, nebst meiner Freunde und Familie - da gabs genug Leute, die das Leben trotz aller Widrigkeiten genossen hatten, mich eingeschlossen.

Klar ist heutzutage vieles besser, aber in meinen Augen eben auch einiges schlechter - z.B. der Stress den heutzutage sehr viele haben - bekomme ich jedenfalls immer so mit.
Das was es damals an Angeboten zu wenig gab und somit z.T. Langeweile, ist heutzutage ein Uebermass vorhanden und man kann sich manchmal gar nicht entscheiden wo man zugreifen soll. Dadurch hat man eben auch weniger Zeit - man ist regelrecht "ausgebucht".

Mag vielleicht manchen Menschen auch so gefallen, wenn sie ständig etwas zu tun haben, ich möchte auch mal Pausen um die Seele baumeln lassen zu können.


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