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Wie war die DDR?

2.308 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: DDR, Gefängnis, Humanismus ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Wie war die DDR?

26.05.2018 um 14:41
http://www.spiegel.de/politik/deutschland/helmut-kohl-seine-luege-von-den-bluehenden-landschaften-a-1209558-amp.html
...
Das zeigt nach SPIEGEL-Informationen die Abschrift eines Gesprächs, das Kohl mit Beratern am 22. Oktober 1999 führte. Es geht darin um eben dieses berühmte Wahlkampfversprechen von 1990. Kohl hatte im Juli dieses Jahres erklärt: "Durch eine gemeinsame Anstrengung wird es uns gelingen, Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt, Brandenburg, Sachsen und Thüringen schon bald wieder in blühende Landschaften zu verwandeln, in denen es sich zu leben und zu arbeiten lohnt."

Und ein Jahr später legte er nach: Er sei "mehr denn je davon überzeugt, dass wir in den nächsten drei bis vier Jahren in den neuen Bundesländern blühende Landschaften gestalten werden".

Tatsächlich erlebte der Osten Deutschlands jedoch die schwerste Wirtschaftskrise seit 1945. Rückblickend erklärte Kohl, sein Wahlkampfversprechen sei ein "Fehler" gewesen. Er habe "natürlich" gewusst, dass die DDR-Wirtschaft "marode" sei. Original-Ton Kohl: "Wir haben die miese Lage bewusst nicht - das war nicht zufällig, wir haben darüber diskutiert - wir haben bewusst, wie wir glaubten, psychologisch richtigerweise, die Negativzahlen nicht hochgespielt."

Er nannte auch einen Grund dafür, die Unwahrheit gesagt zu haben: Er habe das Selbstwertgefühl der Ostdeutschen nicht schädigen wollen, erklärte er seinen Vertrauten.
Ja, so war die DDR. Runtergewirtschaftet, marode Infrastruktur, kaum konkurrenzfähige Wirtschaft.


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Wie war die DDR?

26.05.2018 um 19:19
...und verpestete Luft und vergiftete Böden.


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26.05.2018 um 20:17
Kann mich noch erinnern im Intershop gab es ein Stück Schokolade statt Wechselgeld
Kapitalismus pur

https://de.wikipedia.org/wiki/Intershop_%28Handel%29


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26.05.2018 um 21:05
Zitat von FichtenmopedFichtenmoped schrieb:so war die DDR. Runtergewirtschaftet, marode Infrastruktur, kaum konkurrenzfähige Wirtschaft.
realexistierender Sozialismus halt.

aber soll Menschen geben, die unbedingt ein neues Sozialismusexperiment starten wollen.

Wenn ich Deutschland +Sozialismus denke, dann kommt da nix Gutes bei raus.
eiinmal hatten wir Nation-Sozialismus (kackbraun, mit Millionen Toten) und einmal realexistierenden Sozialismus.

Leute, ICH brauch kein weiteres Experiment Richtung Sozialismus.


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26.05.2018 um 21:33
Zitat von lawinelawine schrieb:Wenn ich Deutschland +Sozialismus denke, dann kommt da nix Gutes bei raus.
eiinmal hatten wir Nation-Sozialismus (kackbraun, mit Millionen Toten) und einmal realexistierenden Sozialismus.
Der war auch braun.
Zitat von lawinelawine schrieb:Leute, ICH brauch kein weiteres Experiment Richtung Sozialismus.
Das andere Extrem ist wohl auch nicht besser. Soziales sollte man nicht vernachlässigen, denn dann würden von Heut auf Morgen Millionen Menschen, auch ganze Familien, auf der Straße sitzen.


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26.05.2018 um 21:42
@lawine

ja und jetzt ist es real existierender Kapitalismus + Lobbyismus was weiter ausufert...auch nicht unbedingt toll.
Denn wenns nach so manchen Arbeitgeber geht will man ja mit sozial gar nix am Hut haben.


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27.05.2018 um 01:11
"Schlimmer gehts nimmer. " Krippelkiefern

Früher wurde dir auf der Straße zugehört und du konntest deshalb im Knast landen. Heute kannst du so laut schreien wie nur möglich, es hört die sowieso keiner zu.

Ausnahme in der Firma:
Früher hörte da keiner zu, es war egal.
Heute fliegst du raus, wenn du Kritik anbringst.

So hat sich das Ganze gewandelt.

Außerdem kann bei obenstehender Frage keiner mitreden, der nicht mindestens ein komplettes Jahr in der DDR gelebt hat.


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27.05.2018 um 18:08
@stuelpner
Zitat von stuelpnerstuelpner schrieb:Außerdem kann bei obenstehender Frage keiner mitreden, der nicht mindestens ein komplettes Jahr in der DDR gelebt hat.
wie wahr.
Und selbst bei Leuten welche in der DDR gelebt hatten kommt es zusätzlich noch sehr darauf an, in welcher Gegend und in welchen Jahren.
Kurz vor der Wende und z.B. in Dresden ist es etwas anderes als wenn jemand in Thueringen und als Erwachsener lange Zeit dort lebte usw.. -> auch Ex-DDR-Leute haben also manchmal recht unterschiedliche Blickwinkel, Erlebnisse und Wahrnehmungen.

Auch was z.B marode Betriebe betrifft.
Sicher waren viele marode und ineffizient. Jedoch nicht alle, viele wurden dann - mMn - auch gerne mal schlecht geredet um billig an Grundstuecke zu kommen - die symbolische Mark.
Ja wer hätte nicht gerne solch ein Grundstueck gekauft...


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27.05.2018 um 18:12
@Optimist
ja genau, man kann aber natürlich alles andere ganz wunderbar beurteilen, ohne je dort gelebt zu haben oder auch nur eine Sekunde das Leben einiger Menschen gelebt zu haben, geschweige denn, überhaupt zu kennen. Nur bei der DDR, da geht das nicht.


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Wie war die DDR?

27.05.2018 um 18:18
@Tussinelda
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:man kann aber natürlich alles andere ganz wunderbar beurteilen, ohne je dort gelebt zu haben oder auch nur eine Sekunde das Leben einiger Menschen gelebt zu haben, geschweige denn, überhaupt zu kennen.
ich habe nie behauptet dass man das könnte.
Dennoch kann man sich bezueglich mancher Themen den einen oder anderen Gedanken machen was wohl schief läuft, vor allem wenn es sehr offensichtlich ist wie beim Thema Bamf z.B. - ich vermute ja jetzt, dass du auf das Thema Fluechtlinge und Asylthread angespielt hattest.
Falls nicht, ist mein Argument dennoch nicht falscher.


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27.05.2018 um 18:26
@Optimist
auch wenn Du nicht behauptest, dass man es kann, so machst Du es doch ständig, wie wir alle, denn a) muss man nicht alles erlebt haben, um es beurteilen zu können, es gibt ja auch entsprechende Nachweise, Belege etc und wenn es diese nicht gäbe, dann b) meint man eben trotzdem zu wissen, wie etwas ist oder nicht ist. Was die DDR betrifft ist ja allerdings alles sehr gut dokumentiert und recherchiert...und wenn man schon - wie Du - denkt, dass es so manches nicht gab in der DDR, weil man es selbst nicht mitbekommen hat, dann sollte man doch mal drüber nachdenken, ob es denn tatsächlich richtig ist zu behaupten, man wisse nur, wie es war, wenn man dort gelebt hat. Für Letzteres bist Du ja dann nicht unbedingt ein Beispiel. Es ist eben erstens subjektiv und hat zweitens auch viel damit zu tun, was man sehen will und wie man das Ganze dann einordnet.


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27.05.2018 um 18:33
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Es ist eben erstens subjektiv und hat zweitens auch viel damit zu tun, was man sehen will und wie man das Ganze dann einordnet.
vollkommen richtig.
davon wuerde ich jedoch auch diejenigen nicht ausnehmen, welche recherchen gemacht hatten - zumal, wenn dies u.a. vieleicht auch leute waren, welche im westen gelebt hatten.
alles "nur" Menschen, welche ihre Einstellungen, Prägungen, Ideologien, ihren Glauben usw. haben - also alles Leute, welche wie alle anderen nicht 100 Prozent objektiv sein können - meine Meinung.


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Wie war die DDR?

27.05.2018 um 18:38
@Optimist
ja ich weiß, Belege, Dokumentationen, Nachweise, Beweise egal welcher Art zählen für Dich nur sehr begrenzt. Außer natürlich der Anekdoten-Beleg


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Wie war die DDR?

27.05.2018 um 18:48
Zitat von stuelpnerstuelpner schrieb:Außerdem kann bei obenstehender Frage keiner mitreden, der nicht mindestens ein komplettes Jahr in der DDR gelebt hat.
Ich habe mit mehreren Menschen aus der DDR jeweils mehrere Jahre täglich zusammen gearbeitet und bin mit ihnen immer noch befreundet und hatte schon seit Maueröffnung Freunde aus der DDR. Wir haben viel über "Damals Und Heute" geredet, und inzwischen denke ich dass ich genauso mitreden kann wie über jede andere Vergangenheit in Westdeutschland - die ja auch nicht immer gleich abgelaufen ist.
Ein Jahr in einer Umgebung befähigt einen noch nicht, mitzureden, wie es ist, dort aufgewachsen zu sein. Das ist eine Frage des Einfühlungsvermögens und wie intensiv die Kontakte sind.


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27.05.2018 um 18:49
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:ja ich weiß, Belege, Dokumentationen, Nachweise, Beweise egal welcher Art zählen für Dich nur sehr begrenzt.
wie objektiv das alles sein kann, darueber will ich nicht urteilen.
Ich sehe es eben so, wie du hier geschrieben hast, auch auf andere Menschen bezogen, also nicht nur auf dich, mich, sondern auch auf Leute welche recherchieren:
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:Es ist eben erstens subjektiv und hat zweitens auch viel damit zu tun, was man sehen will und wie man das Ganze dann einordnet
wenn du der meinung sein solltest, bei recherchen wird und könne in jedem falle immer objektiv geurteilt werden, nun denn - wie du meinst.
Ich sehe es nicht so, sage jedoch nicht, dass nun an den Recherchen gar nichts dran ist.
Manches sehe ich jedoch eingefärbt, unter oder uebertrieben, aber das ist natuerlich auch wieder nur meine Meinung.


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Wie war die DDR?

27.05.2018 um 19:08
@Optimist
Jeder Erfahrungsbericht ist eingefärbt von subjektiven Eindrücken und individuellem Erleben. Die einen wurden gefördert und konnten als Arbeiterkinder problemlos jeden gewünschten Beruf ergreifen, die anderen wurden als "Bausoldaten" in den Uran-Abbau geschickt, ein Paar, das einen Ausreiseantrag gestellt hatte, kam in den Knast und das Kind wurde ohne ihr Wissen von SED-Funktionären adoptiert. Sie haben es erst nach der Maueröffnung wiedergefunden... da war es 18 und war sein Leben lang belogen worden, dass die Eltern es absichtlich zurückgelassen hätten.
Ein anderer Freund wäre sicher verhaftet worden, seine erste Freundin war schon von der STASI angeworben und auf ihn angesetzt worden. Da kam die Maueröffnung zuvor, sonst hätte eine Frau aus Westberlin ihn "rausgeheiratet".
Andere haben ganz normal gearbeitet und ihr Ding gemacht, wurden nie behelligt und haben sich für nichts außer ihr Leben interessiert.
Manfred Krug erfuhr durch seine STASI-Akte, dass sein bester Freund Manfred Fischer ihn sogar noch nach seiner Ausreise bespitzelt hatte.
Andere wurden nie im Westen heimisch.

Wie war also die DDR und wer ist da glaubwürdig? Die, die in Bautzen gesessen haben oder die, die niemals materielle Not hatten und keine politische Verfolgung erlebten und darum noch heute den gesicherten Verhältnissen nachtrauern?


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Wie war die DDR?

27.05.2018 um 19:11
@FF
sehr gute Analyse - genauso sehe ich das auch alles.
Habe auch nicht alles was du geschildert hast selbst erlebt, jedoch aus Berichten von anderen - welche in der DDR lebten - so geschildert bekommen.
Hatte selbst 2 Klassenkameraden, welche nach Ungarn und dann abhauen wollten. Die wurden erwischt, kamen in den Knast und kamen dann regelrecht "runderneuert" zu uns zurueck.

Ein Verwandter von mir hatte den Mund zu weit aufgerissen und konnte deswegen nicht studieren.
Ich selbst habe meine Stasiakten einsehen können, wo eine mir nahestehende Person belangloses Zeug ueber mich zum Besten gab usw...

Hab aber auch viel gutes und vor allem zwischenmenschlichen Zusammenhalt erlebt.
Fuer einige Menschen war halt wirklich nicht alles so schlecht dass man es nicht hätte aushalten können.


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Wie war die DDR?

27.05.2018 um 19:26
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Ja wer hätte nicht gerne solch ein Grundstueck gekauft...
Wer hätte gern ein Grundstück an einem Phenolsee? Oder die schönen Teerteiche von Lauta?
Oder ein Grundstück in bester Innenstadtlage, wo das ehemalige Beton- und Plattenwerk der Bezirkshauptstadt stand. Zusätzlich mit x Tonnen Altmetall zur Verwertung. Ja, solche Grundstücke waren sehr begehrt...

(Braunkohle-)Kraftwerke mit Technik der 1900er und zum Schluss niedrigeren Umweltstandards wie beim Bau gab es auch in den Städten.


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Wie war die DDR?

27.05.2018 um 19:29
Zitat von FichtenmopedFichtenmoped schrieb:Wer hätte gern ein Grundstück an einem Phenolsee? Oder die schönen Teerteiche von Lauta?
es gab doch nicht nur solche belasteten grundstuecke, sondern auch soundsuviele gute.
Das ist also wieder eine Pauschalierung die ich nicht so toll finde.


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Wie war die DDR?

27.05.2018 um 19:37
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Hab aber auch viel gutes und vor allem zwischenmenschlichen Zusammenhalt erlebt.
Fuer einige Menschen war halt wirklich nicht alles so schlecht dass man es nicht hätte aushalten können.
Hat es Dir aber nicht auch zu Denken gegeben, dass solcher Zusammenhalt dann mit der Maueröffnung oft schlagartig beendet war? Plötzlich waren alle genauso auf sich alleine gestellt und hatten Freundschaften, wie sonst auch überall.
Insofern waren viele Beziehungen anscheinend sehr materialistisch auf gegenseitige Hilfe begründet, und auch auf ein sonst eher mageres Freizeitangebot.
Oder: Was sind Freundschaften wert, die nach 20 Jahren an einem Kabelanschluss scheitern?

Gerne wird die Geschichte vom besseren Menschen erzählt, der in der Mangelwirtschaft solidarisch für andere ein- und für Bananen anstand, der erfinderisch allerhand Geräte und Autos für ein Tauschgeschäft reparierte oder mit geringsten Mitteln ein Häuschen zusammen klaubte. Dass sich auch welche dabei ordentlich bereicherten und andere, die nichts zu tauschen und kein Geld für Bananen hatten (ja, es gab auch echte Armut!), in die Röhre guckten, das wird gern vergessen. Genauso wie die zum Teil gruseligen Wohnverhältnisse, die man leicht romantisieren kann... immerhin waren die Wohnungen billig. Aber für die Oma im Altbau mit Kohleofen war es nicht lustiger, als für die Oma im Altbau mit Kohleofen im Westen. Obendrein war die Kohle mieser. Und wenn die Rente auch viel schmaler und die Gesundheitsversorgung nicht sooo toll ist, wenn man keine Verbindungen hat, hilft einem eine billige Miete nicht.
Die Mutter einer Freundin starb elend an Diabetes... im Westen gab es längst bessere Medikamente und Behandlungen, auch gegen die Schmerzen Sterbender.

Und wie weit reichte die Freundschaft, wenn die STASI ins Spiel kam und jemand ins Gefängnis ging?

Wie gesagt: Es konnte auch alles ok sein und manche konnten sich auch bereichern. Aber es gab andererseits enorme Nachteile, die für viele durch einen (erzwungenen) Zusammenhalt nicht aufgewogen werden konnten.


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