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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

526 Beiträge, Schlüsselwörter: Holocaust, Walser, Nolte, Schlusstrichdebatte

Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 13:16
@aero
Abneigung gegen Deutschland? Das ist wohl etwas pauschal. Ich habe in Deutschland gelebt, habe gute wie schlechte Seiten kennengelernt. Das unterscheidet mich von vielen, die andere Länder und ihre Bewohner pauschal verdammen ohne jemals dort gewesen zu sein oder wenn, dann nur im Rudel und auf Urlaub.

Deutschland ist ein grossartiges Land. Das deutsche Volk, kollektiv, hat seit ich lebe erstaunliches vollbracht: ein fast komplett zerstörtes Land wieder aufgebaut, einen Wohlstand geschaffen, um den fast der ganze Rest der Welt es beneiden kann, hat eine soziale Gesellschaft erschaffen, die es kaum sonst wo gibt. All das erkenne ich durchaus an. Und ich sage: darauf sollten Deutsche stolz sein!

Interessanterweise ist es genau das, was Ausländer an Deutschland loben. Nur Deutsche sind selten darauf stolz.

Und ja, auch die Zeit vor meiner Geburt hat natürlich über hunderte Jahre erstaunliches aufzuweisen: Deutschland das Land der Dichter und Denker: natürlich. Beethoven und Brahms, Röntgen und Einstein und so weiter.

Deutschland ist das Land, in dem Eisenbahnen einmal pünktlich fuhren (das soll ja jetzt nicht mehr so toll sein), in dem die besten Autos der Welt gebaut werden, in dem jeder bedenkenlos Wasser aus dem Wasserhahn trinken kann und in dem keiner auf der Strasse sterben muss, weil er hungert oder sich kein Krankenhaus leisten kann.

Darauf kann man stolz sein und sollte stolz sein.

Nur: da gibt es eben auch eine dunkle Seite. Und die verstecken zu wollen, das ist dieses grossen Deutschlands unwürdig!

Als ich zur Schule ging, gab es nur Nazigegner und Widerständler. Keiner hatte einen Nazi als Opa. Keiner hatte Verwandte bei der SS. Jene, die den Arm hoben wenn Adolf kam, das waren keine "Deutschen" oder "Österreicher," das waren "die." Die Nazis. Die, die irgendwie vom Himmel auf Deutschland fielen. Ja, nicht einmal Deutschland gab es offiziell zu der Zeit: Die Medien schrieben immer von "Hitlerdeutschland," damit man dieses böse Land bloss nicht mit Deutschland verwechseln kann.

Und Österreich, ja, die waren ja noch gescheiter: die haben flugs Beethoven eingebürgert und Hitler ausgebürgert. Am Nationalfeiertag wird die Befreiung von den bösen Nazis gefeiert - von sich selbst befreit? Nein, das suggeriert, die Nazis waren immer nur andere.

Ja, so haben wir es auch in der Schule gelernt. Die Nazis überfielen Russland, die Nazis ermordeten die Juden, die Nazis waren ganz üble Ungeheuer, aber - wer waren denn die Nazis eigentlich?

Die habe ich erst später kennengelernt. Die gab es nämlich durchaus noch. Nur, die fallen nicht so auf. Ich habe in einem grossen bayerischen Automobilwerk in den Semesterferien gearbeitet: da hiess es dann auf einmal: "da drüben, das sind die "Jugos." Da muss man aufpassen, die klauen wie die Raben. Und die Türken, die sind noch schlimmer." Und man nickt verständnisvoll.

Im Offizierskasino wurde am 20. April gefeiert. Was, das wurde nicht gesagt, das wusste man eben. Aber man feierte. Im Jahr 1975.

Und Waldheim wurde Bundespräsident. Filbinger wurde Ministerpräsident. Das ist es, worauf ich nicht stolz sein kann: in der Schule lernen wir brav, uns immer an Auschwitz zu erinnern, aber dann hängt im Lehrerzimmer ein Waldheim Portrait? Das ist doch verlogen.

Und heute gibt es eben auch Dinge, die mir nicht gefallen, @aero. Ich sehe in Berlin wieder eine Politik, die mich an die Weimarer Republik erinnert. Und ich sehe, dass wieder Menschen in Deutschland und Österreich auf diese Politik so reagieren, wie sie in den dreissiger Jahren reagiert haben.

Und dann frage ich mich, wozu das alles gewesen ist?

Deutschland kann seine wahre Grösse gerade darin zeigen, den Nazis, alt oder neu, eindeutig und klar zu sagen: Eure Parolen ziehen nicht mehr. Darauf könnte es stolz sein. Und würde sich das Wort Auschwitz auch irgendwann nicht mehr so häufig finden.


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11.04.2016 um 13:22
Rick_Blaine schrieb:Deutschland kann seine wahre Grösse gerade darin zeigen, den Nazis, alt oder neu, eindeutig und klar zu sagen: Eure Parolen ziehen nicht mehr.
Aber faktisch ziehen diese Parolen eben - bei einem Teil der Bevölkerung. Und dieser anteil schwankt, je nachdem, wie die realen Gegebenheiten sind und vor allem danach, wie diese Gegebenheiten wahr genommen werden.


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aero
ehemaliges Mitglied

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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 13:37
@Rick_Blaine

Die positiven ansichten von dir über deutschland in allen ehren, aber ich muß da @egaht schon recht geben, ...
@egaht schrieb:
egaht schrieb:@Rick_Blaine
ich würde dieser instanz aus der kriminalrubrik auch empfehlen hier
bei den politischen vorsichtig zu sein. du kannst hier verbrennen.
hier gehts viel persöhnlicher und emotionaler zu als bei den kriminalfällen
Diskussion: 13-Jährige Katrin Kalil seit dem 18.August 2015 vermisst! (Beitrag von aero)
Auch ich habe das bei dir schon einmal festgestellt das deine ansichten aus der entfernung mmn eher aus erinnerungen bestehen, die ich auch nicht verharmlosen oder in abrede stellen will, aber es sind auch ansichten die nicht mehr up to date sind.
Du denkst noch in einem kopfbild das sich aus deinen erinnerungen speist so wie du es damals erlebt hast.
Waldheim, Filbinger...
Ja, diese fälle gab es hier in deutschland, sie sind nicht vergessen, aber da kräht heute kein hahn mehr nach.

Du verhälst dich noch mit einer emotionalität die zu der damaligen zeit als diese fälle in der BRD publik wurden angebracht war.


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11.04.2016 um 13:47
@aero

Na ja, wenn Du meinst, dass sich nach meiner Zeit Deutschland von Grund auf geändert hat, wäre ja schön. Allerdings muss ich da einen grossen deutschen Dichter zitieren: "allein, mir fehlt der Glaube."

Ich sage ja auch nicht, das Land besteht aus lauter offenen oder verkappten Nazis, das wäre ja bescheuert, aber leider ist es doch so, dass diejenigen, die am lautesten den "Schlusstrich unter die Auschwitz-Diskussion" fordern meist die sind, die eben gerade nicht auf Deutschland stolz sein wollen, weil es ein für alle Mal sich von der Nazi-Ideologie verabschiedet hat.


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aero
ehemaliges Mitglied

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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 14:00
@Rick_Blaine


Es wird in der BRD und den deutsch-israelischen beziehungen niemals einen schlußstrich geben was das thema ns und holocaust angeht. Und wir werden alleine als wir deutschen, auch weiterhin wissen wie wir mit diesem thema umgehen und es aufzuarbeiten haben.

Da wird uns auch weiterhin kein anderes land hineinreden.

Vielmehr bedenken habe ich aber, was den politischen wetlfrieden angeht, wenn ich in vielen bereichen auf die USA schaue.

Diese innere zerissenheiit in der gesellschaft, und der gleichzeitig überbordende patriotismus können mit dem falschen präsidenten vllt. zu einem pulverfaß werden.


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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 14:14
Machen wir das ganze nicht zur Erbsünde, sondern lernen wir daraus. Das gilt für alle Menschen dieser Welt, für alle Völkermorde, für alles, was die Menschen in eine dunkle Richtung geführt hat.


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egaht
ehemaliges Mitglied

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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 15:19
Aldaris schrieb:Machen wir das ganze nicht zur Erbsünde, sondern lernen wir daraus.
@Aldaris
das ist gut formuliert. wir haben ja auch faktisch bewiesen dass wir daraus
gelernt haben. wir haben seit fast 70 jahren eine der stabilsten demokratien
weltweit. rechtsextreme parteien erreichen in der regel weniger wie 1% bei
bundestagstagswahlen.
jeder der was anderes behauptet ist ein notorischer schwarzseher(oder besser
braunseher).
deswegen muss man keinen endgültigen schlussstrich ziehen.
das deutsch-jüdische verhältnis wird bis ans ende der zeit ein besonderes bleiben.
ich schäme mich als deutscher für den holocaust das heisst aber noch lange nicht ,dass ich mich als spätgeborener schuldig fühlen muss.
das sollen die tun, die noch dabei waren. die letzten zeitzeugen sterben
momentan weg. das ist nunmal der gang der zeit dass die alten sterben.
die ns-zeit ist bestens in schrift,bild und film dokumentiert.
da geht kaum etwas verloren.


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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 15:30
@Aldaris

Wer macht das denn hier zur Erbsünde? Erbsünde oder Erbschuld gibt es nicht. Wir reden über eine gemeinsame Verantwortung, die jeder Einzelne von uns trägt wider das Vergessen. Und die Rufe nach Schlussstriche, wie sie nur all zu oft zu hören sind, zielen darauf hinaus, dass dieser dunkle Fleck vergessen werden soll.

Wenn ich mir die Stimmung auf so manchem Pegidaspaziergang ansehe, oder die Stimmung der Jubelbücklinge bei Höcke-Reden oder aber auch hier im Forum so manchen Beitrag durchlese, beschleicht mich ein Gefühl, dass die Aufarbeitung noch gar nicht abgeschlossen ist. Und was besonders deutlich wird ist, über wie wenig Wissen einige verfügen.

Wären alle Deutschen die heute leben mit mehr Wissen ausgestattet, hätte es tatsächlich allumfassend eine Aufarbeitung gegeben, würden nicht so viele diesen Parolen von Volk und Vaterland folgen. Anstatt die Absicht dieser Demagogen zu erkennen, bedienen sie sich der gleichen Nazi-Rhetorik wie ihre Anführer. Es ist u.a. die mangelnde Kenntnis der deutschen Vergangenheit, die schamlos von den Hetzern und Demagogen ausgenutzt wird.

Und wir reden hier explizit über Deutschland. Auch wenn es stimmt, dass nirgends mehr Völkermorde geschehen dürfen. Das wäre einen eigenen Thread wert.

Dieser dunkle Fleck in der Geschichte stört ja offensichtlich manche Mitbürger. Der lässt sich aber nicht ausradieren, auch wenn er noch solange jammert, dass er davon nichts mehr hören will. Kopf in den Sand stecken macht das nicht ungeschehen. Verantwortung abschieben dies aber wieder möglich.

Wer schweigt macht sich mitschuldig, wenn es wieder in eine solche Richtung zu laufen droht. Und zu diesem Schweigen gehört auch, die Vergangenheit ruhen zu lassen. Das ist unverantwortlich. Demokratie ist etwas sehr fragiles, das es zu schützen gilt. Und im Moment, ist Deutschland wieder an dem Punkt angelangt, wo sich das bemerkbar macht. Es wäre naiv zu glauben, dass es keinen zweiten deutschen Faschismus mehr geben könnte.
Dazu fehlt noch so einiges mehr, an Aufarbeitung und Aufklärung.


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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 15:31
Kc schrieb:Geschichte ist nur ein Faktor für die Bildung von Kultur, nicht der alleinige, bestimmende Faktor.
Andersrum wird ein Schuh draus: Kultur ist nur ein Faktor der fortlaufenden Geschichte, neben Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Technologie etc. Geschichte ist nicht Teil der Kulturgeschichte, sondern Kulturgeschichte ist Teil der Geschichte.
Kc schrieb:Wie schon oft aber erwähnt: Es gibt wesentlich mehr in der deutschen Geschichte, als nur die NS-Zeit. Und Kultur ist nicht allein durch Geschichte geprägt.
Wodurch denn sonst bitte? ALLES ist (Teil der) Geschichte. Du kriegst die Geschichte aus der Kultur nicht raus, denn sonst wären nicht einmal Moden möglich; alles wäre zeitlos und starr, unveränderlich. Wir leben aber nicht in einer ominösen post historie.
Das aber ist nicht meine Absicht, ich befürworte nicht Vergessen und Ausblenden, sondern ich befürworte, seine Lehren aus der Vergangenheit zu ziehen, damit diese eben nicht wiederholt wird.
Dann solltest du aber vielleicht Pegida, AfD & Co. etwas kritischer sehen. Warum habe ich bloß >1.000 Links zu rechtsextremen Vorfällen?
Kc schrieb:Ich glaube, dass bei einer fortwährenden Konzentration auf Vorwürfen und Schuld gegenüber den heutigen Deutschen schädlich ist, wenn man eine Wiederholung der Vergangenheit verhindern möchte.
Du meinst, man soll keine schlafenden Hunde wecken? Aber die sind doch schon seit Rostock-Lichtenhagen seit einem Vierteljahrhundert wach. In was für einer Gegenwart lebst du, und was zeigt dir ein Blick in die Zukunft? Es gab ja schon Probleme in SA bei der Koalitionsbildung, wegen AfD mussten jetzt gleich 3 Parteien koalieren, weil es eine andere Möglichkeit unter Ausschluss der AfD schon gar nicht mehr gab. Ich sehe die Demokratie in Gefahr - und damit die Republik. Immer mehr Leute wollen mal wieder eine "Volksgemeinschaft" ohne die unpassenden Elemente, und zu denen gehören keineswegs allein die Flüchtlinge, sondern alle, die "nicht passen".
emz schrieb:Unsere Geschichtslehrer haben ausführlich aus dem selbst Erlebten berichtet. Und das war noch vor 1970, du "Gscheidhaferl" ;)
Ich hatte mein Abi in NRW gemacht, da war das an allen Gymnasien komischerweise so, dass für die Zeit nach 1933 leider keine Zeit mehr war.
lawine schrieb:Wenn ich die Überschrift des threads anschaue - darf ich fragen, wer DIE Deutschen sind?
"Sind die Deutschen ausländerfeindlich?" - Ein Thread, den du auch kennen dürftest.
Wenn du über die guten und die bösen Deutschen sprechen willst, hast du hier mehr als genug Platz dafür.
egaht schrieb:du glaubst also tatsächlich dass in deutschland rechtsextremismus in die
mitte der gesellschaft vordringt.
Das muss ich nicht glauben. Pegida-Veranstaltungen und brennende Wohnheime besichtigen reicht, und lesen
https://www.google.de/search?q=rechtsextremismus+aus+der+Mitte+der+Gesellschaft&ie=utf-8&oe=utf-8&gws_rd=cr&ei=Zp4LV-TvB...
bildet.
egaht schrieb:und seitdem bleiben rechtsextreme parteien bei bundestagswahlen in der regel bei unter 1%.
Die AfD, nach meiner Einschätzung eine rechtsextreme Borderline-Partei, hat in SA ein Viertel aller Wählerstimmen erhalten. Die Grenzen zu Pegida, NPD und den Kameradschaften sind hier fließend, so fließend, das man sie nicht mehr erkennt.
egaht schrieb:ferner findet die aufarbeitung der nazizeit gerade jetzt statt. zwar nur
spätabends oder nachts auf n24 oder phönix, fakt ist aber sie findet statt.
Ja, das sind die bevorzugten Schlafzeiten.


Waldheim, Filbinger...
aero schrieb:Ja, diese fälle gab es hier in deutschland, sie sind nicht vergessen, aber da kräht heute kein hahn mehr nach.
Ja, die heutigen Dam- und Herrschaften heißen Höcke, Festerling. Bachmann, Kubitschek usw.
aero schrieb:Du verhälst dich noch mit einer emotionalität die zu der damaligen zeit als diese fälle in der BRD publik wurden angebracht war.
Das schafft natürlich keine Emotionen, sondern wird nüchtern zur Kenntnis genommen. Hauptsache der Betrieb brummt.
aero schrieb:Vielmehr bedenken habe ich aber, was den politischen wetlfrieden angeht, wenn ich in vielen bereichen auf die USA schaue.
Mach n anderen Thread dafür auf.
egaht schrieb:das ist gut formuliert. wir haben ja auch faktisch bewiesen dass wir daraus gelernt haben.
Wer kann da noch zweifeln !!
egaht schrieb:rechtsextreme parteien erreichen in der regel weniger wie 1% bei bundestagstagswahlen.
Hat die AfD nicht 24% in SA erzielt? Ach so, das sind ja keine Rechtsextremen, sondern nur "Rechtspopulisten". Na, dann kann Herr Höcke ja Kanzler werden. Ich schau mir das dann aus dem Ausland oder von unter den Radieschen an.


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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 15:50
@tudirnix

Ich weiß nicht, an wen sich dieser pathetische Text richtet. Ich vermute an Holocaustleugner, Rechtsextreme und Faschisten. Ich gehe davon aus, dass dieser Thread sich aber vornehmlich an Menschen richtet, die etwas Bildung erfahren haben und diese Ereignisse nicht aus der deutschen Geschichte ausradieren wollen oder komplett leugnen.

Eine historische Verantwortung haben für mich einerseits alle Menschen, die Kenntnis von diesem Ereignis haben (an dem direkt oder indirekt im übrigen nicht nur deutsche Staatsbürger beteiligt waren) und andererseits die Bundesrepublik Deutschland als Nachfolger des NS-Staates. Da sich Ereignisse wie diese oder ähnliche immer wiederholen können, ist es auch immer an allen mündigen Menschen, derartiges zu verhindern. Etwas selbsterklärendes eigentlich.

Das mit der Erbsünde bezog sich auf das, was ich hier bereits lesen durfte. Wenn wir uns allerdings alle darüber einig sind, dass es um alle Menschen geht, die einen deutschen Pass besitzen, dann können wir es so ruhen lassen.


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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 16:10
Schlussstriche können immer nur Opfer oder deren Nachkommen ziehen, nie Täter oder deren Nachkommen !


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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 16:11
Aldaris schrieb:Eine historische Verantwortung haben für mich einerseits alle Menschen, die Kenntnis von diesem Ereignis haben (an dem direkt oder indirekt im übrigen nicht nur deutsche Staatsbürger beteiligt waren) und andererseits die Bundesrepublik Deutschland als Nachfolger des NS-Staates. Da sich Ereignisse wie diese oder ähnliche immer wiederholen können, ist es auch immer an allen mündigen Menschen, derartiges zu verhindern. Etwas selbsterklärendes eigentlich.
Aber genau diese Einstellung finde ich so relativierend. Natürlich hat jeder Mensch weltweit eine Verantwortung das es keinen Völkermord geben solle - aber dieser Hinweis an sich ist doch geschenkt, da dies ein Imperativ sein sollte.

Wichtig ist es doch, das wir Deutschen uns unserer BESONDEREN Verantwortung bewusst sind - und grade durch diese immer währenden Relativierungen, sei es in historische Diskussionen (Hitler war schlimm, aber Stalin und Mao erst etc etc) oder gesellschaftlichen Diskussionen (ich bin ja kein Nazi, aber) wird dieses Bewusstsein immer weniger gezeigt.

Im Gegenteil sehe ich immer mehr Dinge in Deutschland - Fackelmärsche, Anschläge auf Nicht-Deutsche, Kommentare auf Facebook, brennende Flüchtlingsheime, geschändete Synagogen& Moscheen - die mir aufzeigen, das es scheinbar immer noch genug Menschen gibt, die nichts aus der Vergangenheit gelernt haben.


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11.04.2016 um 16:15
Cejar schrieb:Im Gegenteil sehe ich immer mehr Dinge in Deutschland - Fackelmärsche, Anschläge auf Nicht-Deutsche, Kommentare auf Facebook, brennende Flüchtlingsheime, geschändete Synagogen& Moscheen - die mir aufzeigen, das es scheinbar immer noch genug Menschen gibt, die nichts aus der Vergangenheit gelernt haben.
Word !


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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 16:22
Cejar schrieb:Im Gegenteil sehe ich immer mehr Dinge in Deutschland - Fackelmärsche, Anschläge auf Nicht-Deutsche, Kommentare auf Facebook, brennende Flüchtlingsheime, geschändete Synagogen& Moscheen - die mir aufzeigen, das es scheinbar immer noch genug Menschen gibt, die nichts aus der Vergangenheit gelernt haben.
So ist es.

Und selbst das wird schweigend hingenommen oder relativiert. Das ist das erschreckende.


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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 16:22
eckhart schrieb: nie Täter oder deren Nachkommen !
Welche Verantwortung hat ein Nachkomme für die Taten seiner Ahnen und woraus ergibt sie sich?


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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 16:24
kleinundgrün schrieb:Welche Verantwortung hat ein Nachkomme für die Taten seiner Ahnen und woraus ergibt sie sich?
Also ich sehe mich in der Verantwortung, solche Zustände nie wieder zu ermöglichen. Also den Boden gar nicht erst zu bieten, damit sich diese braune Brut breit machen kann.


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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 16:27
Also ich sehe mich in der Verantwurtung, solche Zustände nie wieder zu ermöglichen. Also den Boden gar nicht erst zu bieten, damit sich diese braune Brut breit machen kann.
Diese Verantwortung ergibt sich aber aus dem Umstand, menschlich zu handeln und trifft jeden, unabhängig davon, was sein Vater oder Großvater an Verbrechen begangen hat.


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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 16:28
@kleinundgrün

Mag sein, meine Großeltern waren damals selbst noch Kinder, im 2. WK. Ich sehe es eher als deutsches, bzw. europäisches Erbe.


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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 16:30
Cejar schrieb:Wichtig ist es doch, das wir Deutschen uns unserer BESONDEREN Verantwortung bewusst sind
Was heißt das denn für mich als Mensch, für mich als Individuum? Was unterscheidet mich von jemandem, der in Holland lebt - außer einen anderen Pass zu besitzen? Lade ich ein besondere Verantwortung auf mich, weil ich diesen Pass besitze (oder wie viele Menschen neu erhalte) oder von Geburt an Deutscher bin oder trägt nicht ohnehin jeder eine solche Verantwortung? Wenn ich geografisch in Sachsen ansässig bin, trage ich insbesondere dort die Verantwortung, es nicht zu gewissen Entwicklungen kommen zu lassen, weil ich dort in der Regel am meisten Einfluss ausüben kann. Die Verantwortung trage ich aber überall. Denn Wegsehen, falsche Dinge geschehen lassen, die Augen verschließen mit diesem Wissen ist überall verkehrt. Wenn du das als Relativierung empfindest, dann tue es. Ich sehe es eher als vernünftig an, und ja, es ist ein Imperativ.
Cejar schrieb:Im Gegenteil sehe ich immer mehr Dinge in Deutschland - Fackelmärsche, Anschläge auf Nicht-Deutsche, Kommentare auf Facebook, brennende Flüchtlingsheime, geschändete Synagogen& Moscheen - die mir aufzeigen, das es scheinbar immer noch genug Menschen gibt, die nichts aus der Vergangenheit gelernt haben.
Und dagegen gilt es vorzugehen. Ich behaupte da sicherlich nichts anderes.


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Die Schuld der Deutschen: Haben wir das Recht auf "Schlussstrich"?

11.04.2016 um 16:31
@Realo

Weißt du: Wenn du Bauunternehmer wärst könntest du mit dem von dir produzierten Beton bestimmt Millionär werden.
Wenn nicht sogar noch mehr ^^

Ich verzichte auf weitere Diskussionen mit dir, das hat einfach keinen Sinn.


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