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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

29.164 Beiträge ▪ Schlüsselwörter: Political Correctness, Politische Korrektheit ▪ Abonnieren: Feed E-Mail

Political correctness, ein gescheitertes Experiment

06.10.2022 um 13:45
Zitat von choruschorus schrieb:Warum hat es sich eigentlich eingebürgert, weibliche Personen in der allgemeinen/höflichen Anrede als >Dame< und in der persönlichen Ansprache als >Frau< zu bezeichnen?
Und warum stehen sie immer zuerst da?


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

06.10.2022 um 14:05
@behind_eyes
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Und warum stehen sie immer zuerst da?
Bei Vorstellungen war es früher üblich den Ehemann zuerst zu nennen: Herr (zusätzlicher Titel, falls vorhanden) Müller und Ehefrau/Gattin.

>Frau und Herr Müller< Hier steht zwar Frau vor dem Herr, aber der Mann wird mit seinem Namen benannt, weil die Frau damals ohnehin den Namen ihres Mannes mitgeheiratet hat. Da steht der Mann sozusagen vor der Frau.
Ich lese aber auch sehr oft bei Verträgen, Anschreiben oder Anreden an ein Ehepaar "Herr und Frau Müller" oder Herr/Frau Müller".

Mir persönlich ist das alles nicht so wichtig, dass da tatsächlich zwingend etwas geändert werden müsste. Diese unterschiedlich angewandte Dame/Herr-Titulierung ist mir heute einfach mal aufgefallen.


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06.10.2022 um 14:54
"Dame" ist ja auch ein englischer Adelstitel. Insofern hätte ich auch nix dagegen, in Zukunft mit "Dame Rachel" angesprochen zu werden. :)


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06.10.2022 um 15:04
Zitat von RachelCreedRachelCreed schrieb:"Dame" ist ja auch ein englischer Adelstitel.
Ich habe gerade gelesen, dass sich das Wort vom lateinischen Domina herleitet, was ursprünglich Hausherrin bedeutet hat (von Domus = Haus). Von da ist es im Französischen zur Dame bzw. Madame geworden, mit derselben oder ähnlichen Bedeutung.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

08.10.2022 um 21:02
Die Bezeichnung "Herr" wurde bis weit ins 20. Jahrhundert und davor nicht in der Bedeutung gebraucht den sie heute hat.
Es gab eine unsichtbare aber genau beachtete Grenze zwischen " Herrschaften" (daher kommt das Wort) und den "gemeinen" Menschen. Das damalige Wort dafür war "Stand". In amtlichen Papieren (und wohl auch in der Anrede) wurde bei letzteren immer die Berufsbezeichnung angegeben ("Es erschien der Steuereinnehmer X...", "der Schmied Y verlangt..."). Auch etwas allgemeinere Bezeichnungen wie "Bürger" waren üblich. Aber niemals wurden diese "einfachen" Menschen als "Herr" bezeichnet. Die war den "höheren Ständen" vorbehalten: Adeligen, höheren Beamten, dem Doktor, dem Pastor.
Im 20. Jahrhundert weicht das allmächlich auf. Zuerst bei Versammlungen. Es konnte ja sein dass jemand aus den höheren Ständen dabei war, deshalb für alle die Anrede "meine Herren". Dann auch allmächlich in der schriftlichen und persönlichen Anrede.
Übrigens sehr lange nur "Herren". Noch bei Beginn meiner Ausbildung Mitte der 70er Jahre wurde ausdrücklich darauf hingewiesen dass neuerdings bei Briefen in der Anrede auch die Damen zu erwähnen denn "Sie müssen damit rechnen dass auch eine Sekretärin, also eine Frau, ihren Brief liest und weiterleitet". Dass der Brief von ihr bearbeitet wird war damals noch keine allgemeine Denke. Was 50 Jahre so ausmachen...
Womit wir bei den Frauen wären. Es war üblich dass sie sich in der Öffentlichkeit durch einen Mann (Vater, Bruder, Ehemann) vertreten ließen. Sie kommen im Schriftverkehr also sehr viel seltener vor, in Geschäftsbriefen gar nicht. Wenn sie etwas älter waren hatten sie mehr Handlungsspielaum und erschienen öfters als "Witwe". Wenn sie berufstätig waren mit ihrer Berufsbezeichnung (Hebamme, Köchin).
Wie bei den Männeren der "Herr", so war auch bei den Frauen die Bezeichnung "Frau" den höheren Ständen vorbehalten. Hier kam es häufig vor und war auch in der Anrede offenbar üblich dass die Berufsbezeichnung des Mannes auch auf die Frau übertragen wurde. Übrigens immer in der männlichen Form (Frau Doktor...).
Dame kommt aus dem Französichen und ersetzte im 18., 19. Jahrhundert allmächlich das bis dahin geläufige Wort "Frauenzimmer". Ursprünglich eine sehr respektvolle Anrede für Frauen der oberen Stände. Etwas später auch eine abschätzige Bezeichnung für Prostituirte. Für Frauen der unteren Stände bis ins 20. Jahrhundert eher selten gebraucht. Im Plural und als Bezeichnung (nicht in der Anrede) waren das "Weiber". Ohne den abwertenden Ton den die Bezeichnung heute hat. Die Bezeichnung gab es auch im Singular, dort meist im Bezug zu einem Mann ("Das Weib von Schuster Y.."). In diesem Zusammenhang, aber nur in diesen war auch für niedere Stände die Bezeichnung "Frau" gebräüchlich ("...die Frau des Schmiedes Meier"), aber nur als Zuordnung, nicht als Anrede.
Kompliziert? Unsere Altvorderen beherrschten diese subtilen Anreden und Bezeichnungen perfekt. War auch nötig. Ein Brief an den "Amtmann Schulze" wäre von diesem zurückgewiesen worden. Das war der "Herr Amtmann Schulze". Im 19. Jahrhundert mit dem Zusatz "wohlgeboren".


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

08.10.2022 um 21:53
Zitat von Lupo54Lupo54 schrieb:vertreten ließen.
das ist aber netter formuliert, als es tatsächlich der Fall war ;)


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

09.10.2022 um 00:48
Zitat von TussineldaTussinelda schrieb:das ist aber netter formuliert, als es tatsächlich der Fall war ;)
Da bin ich bei dir. Zum Glück haben wir das aber mittlerweile hinter uns gelassen. In manchen Religionen/Kulturen besteht da aber leider bis heute ein gewisser Nachholbedarf meiner Meinung nach.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

09.10.2022 um 06:28
Zitat von choruschorus schrieb:Warum hat es sich eigentlich eingebürgert, weibliche Personen in der allgemeinen/höflichen Anrede als >Dame< und in der persönlichen Ansprache als >Frau< zu bezeichnen?
Denn eine männliche Person wird in der Anrede stets als "Herr" betitelt, während eine weibliche Person nur in der unpersönlichen Ansprache als "Dame" tituliert wird und ansonsten mit ihrer Geschlechtsbezeichnung "Frau" angeredet wird.
Hier hatte schon vor vielen Jahren Gerda Rechenberg genau das eingeklagt.

https://www.zeit.de/1984/17/die-der-das/seite-2

Die Bad Harzburger Bibliothekarin Gerda Rechenberg kämpft seit Jahren einen vergeblichen Kampf, selber als Dame Rechenberg angeredet zu werden und die scheinbar unfeinere Frau allgemein durch die Dame zu ersetzen

Zunächst ist das nachvollziehbar, allerdings ist auch der Begriff "Dame" nicht nur positiv besetzt.

Und die Zeit stellt hier den Begriff "Weib" dem Mann gegenüber, woraus folgt, Mann- Weib und Herr - Frau.

[Das scheinbar unsymmetrische Paar Herr/Frau verdankt seine Entstehung keineswegs irgendeiner Lust an der Herabsetzung des weiblichen Geschlechts. Die alten Geschlechtsnamen waren Mann und Weib. Weib war ursprünglich eine Umschreibung, und zwar wohl eine ehrerbietige; es bedeutete "das Verhüllte" oder "das Geschäftige". Mann war gleichzeitig Gattungsname, bedeutete also nicht nur Mann, sondern Mensch schlechthin. Tatsächlich ist auch das Wort Mensch nichts anderes als ein von Mann abgeleitetes Adjektiv, wörtlich also der Männische, und wenn die Feministinnen die Sprache auch in diesem Punkt von allem Sexismus purgieren wollten, müßten sie darauf bestehen, dem Menschen eine Weibsche an die Seite zu stellen./i]


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12.10.2022 um 18:15
@Bundeskanzleri
@Lupo54
Danke für die informativen Antworten auf meine Frage. 🙂


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08.01.2023 um 17:46
Berlin wird politisch korrekter, besser gesagt die Berliner Polizei:
Das geht aus einem polizeiinternen Papier von Ende Dezember 2022 hervor, das FOCUS online vorliegt. Das 29-seitige Dokument der Zentralstelle für Prävention beim Berliner Landeskriminalamt (LKA) trägt den Titel „Empfehlungen für einen diskriminierungssensiblen Sprachgebrauch“.
Motivation:
die Polizisten und Polizistinnen sollten „die Reproduktion rassistischer, antisemitischer, antiziganistischer, frauenfeindlicher, LSBTI-feindlicher oder anderer menschenverachtender Zuschreibungen in Schrift und gesprochenem Wort vermeiden“. Die bewusste Wortwahl im Dienstalltag spiele deshalb „eine wichtige Rolle“.
Zur Sache:
Die Berliner Polizei soll bestimmte Begriffe und Formulierungen künftig nicht mehr verwenden. Dazu zählen unter anderem „Südländer“, „Kopftuchträgerin“ und „Leitkultur“, aber auch „ausländische Mitbürger“, „Dunkelhäutige“ und „Behinderte“. Der Begriff „Holocaust“ soll nach Möglichkeit ebenfalls nicht mehr benutzt werden.
Bemerkenswert ist Folgendes:
Die Beamten und Beamtinnen der Berliner Polizei werden angehalten, „besonders im Umgang mit vorurteilsbehafteten Themen“ eine Sprache zu wählen, „die nicht von der Mehrheitsbevölkerung vorgegeben wird, sondern von den Betroffenen selbst“.
demzufolge haben Betroffene sich folgende Zuschreibungen gewünscht:
Konkret empfohlen wird unter anderem,

den Begriff „Rasse“ nicht mehr zu verwenden. „Statt Rasse sollten Begriffe wie Herkunft oder Ethnizität gewählt werden.“
die Begriffe „Südländer“ und „südländisches Aussehen“ zu vermeiden. Begründung: „Geografisch ist der Begriff unspezifisch und verortet Menschen außerhalb von Deutschland, obwohl sie hier geboren und aufgewachsen sein können.“ Der Begriff „Südländer“ sei insbesondere auch „durch die Nutzung in verfassungsfeindlichen Medien negativ belegt“. Bei Personenbeschreibungen soll die Polizei künftig Formulierungen nutzen wie „dunklerer Hauttyp, Phänotypus: westasiatisch“.
den Begriff „Fremdenfeindlichkeit“ zu meiden. Begründung: Wenn man Opfer von rassistischen Straftaten – etwa deutsche Schwarze – als „fremd“ bezeichne, spreche man ihnen die Zugehörigkeit zu Deutschland ab. „Diese Sachverhalte sollten deshalb als rassistische Straftaten bezeichnet/beschrieben werden.“
Statt „illegale Migranten“ nun „ irregulär eingereiste Personen“
die Formulierung „ausländische Mitbürger“ nicht mehr zu verwenden. Durch das Präfix „mit“ finde eine unnötige Unterscheidung statt, weil Menschen mit Migrationsgeschichte, unabhängig von ihrer Staatsangehörigkeit, nur ein eingeschränkter Bürgerstatus eingeräumt wird. „Besser ist daher die Bezeichnung ausländische Bürgerin bzw. ausländischer Bürger .“
die Worte „Biodeutsche“ und „Biodeutscher“ nicht zu verwenden. „Die Problematik steckt insbesondere in einer möglicherweise gewollten Zuordnung in ‚echte‘ und ‚nicht echte‘ Deutsche.“ Alternativ sei die Formulierung zu verwenden „Deutsche/Deutscher ohne Migrationsgeschichte“.
die Formulierung „Menschen mit Migrationshintergrund“ nicht zu benutzen. Besser sei „ Menschen mit Migrationsgeschichte“. Diese Formulierung drücke „die Wertschätzung der vielfältigen Biografien aus und ist somit neben dem Begriff Menschen aus Einwandererfamilien ein Alternativbegriff“.
die Formulierung „illegale Migranten“ zu vermeiden. „Gängiger ist es inzwischen, im gesellschaftlichen Diskurs von illegaler oder irregulärer Migration zu sprechen; alternative Begriffe könnten daher irreguläre Einreise oder eine irregulär eingereiste Person sein.“
Als problematisch schätzen die polizeilichen Sprachhüter auch den Begriff „Flüchtlinge“ ein. „Menschen werden durch die Bezeichnung auf einen Teil ihrer Biografie reduziert“, heißt es in dem Leitfaden. „Darüber hinaus ist der Begriff aufgrund der Instrumentalisierung politischer Gruppen, aber auch aufgrund von medialen Wortneuschöpfungen, wie ‚Flüchtlingswelle‘, ‚Flüchtlingskrise‘ o. ä. stark negativ besetzt.“ Empfohlen werden Begriffe wie „geflüchtete Menschen“ oder „ schutzsuchende Menschen“.
Auch "Asylbewerber" soll demnach nicht mehr verwendet werden:
Auch die Begriffe „Asylbewerberin/Asylbewerber“ und „Asylantin/Asylant“ sollten nach Möglichkeit nicht verwendet werden. Sie seien – auch durch „die Instrumentalisierung politischer Gruppen“, stark negativ konnotiert und würden häufig dann verwendet, wenn „geflüchtete Menschen als Bedrohung oder Belastung betrachtet werden“. Empfohlen werden die Bezeichnungen „Asylsuchende bzw. asylsuchende Menschen“ oder „Schutzsuchende bzw. schutzsuchende Menschen“ .
Auch zum Gendern positioniert man sich:
Das Berliner LKA empfiehlt eine „alle Geschlechter inkludierende Schreibweise mit Genderdoppelpunkt (z. B. Bürger:innen)“. Bei diversen Personen sei auf das Pronomen zu verzichten und „eine neutrale Ansprache zu wählen (z. B. ‚Guten Tag Max Mustermann‘).“
dazu das Schlusswort:
Elementar sei, „aufmerksam zuzuhören und wahrzunehmen“, wie sich die betreffende Person selbst bezeichne. „Diese Selbstbezeichnung sowie das selbstgewählte Pronomen sind in jedem Fall zu achten und nicht zu hinterfragen“, mahnt das Berliner LKA.
Quelle: https://www.google.com/amp/s/amp.focus.de/panorama/diskriminierende-sprache-berlin-auf-29-seiten-steht-was-die-polizei-kuenftig-nicht-mehr-sagen-soll_id_182297306.html


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08.01.2023 um 18:34
@behind_eyes
nun geht es los, dass nach und nach Institutionen und Behörden imaginäre "Maulkörbe" verpasst bekommen (so sehe ich das zumindest).

Zwar jetzt noch als Empfehlung deklariert, aber man kann sich ja vorstellen, dass Mitarbeiter/Beamte, welche sich nicht danach richten, dann schief angesehen würden. Zumindest bei ihren Chefs.
Also sehe ich das als indirekten Zwang das Ganze und deshalb "Maulkorb", weil bestimmte Begriffe möglichst nicht mehr gesagt werden sollen.

So plausibel wie manche Begründungen auch sein mögen, es bleibt in meinen Augen halt trotzdem eine Bevormundung im Sprachgebrauch aus dem offensichtlichen Bestreben heraus, so schnell wie möglich Ersatzbegriffe durchzusetzen.

Und wenn die derzeit vermeintlichen oder tatsächlich negativ besetzten Begriffe eines Tages ausgetauscht/ausgemerzt worden sind, jedoch dann auch von AfD und anderen feindseligen Gruppierungen wiederholt negativ besetzt werden - weil von ihnen negativ gebraucht ... was dann?
Will man dann wieder neue Wortkreationen erfinden, um die nun wiederum gehassten Begriffe zu ersetzen?
Wie oft würde das dann der PC wegen so weiter gehen?

Und ein anderer Aspekt ist ja auch: was sollen sich die armen Mitarbeiter/Beamten nun alles merken, bei der Vielzahl der ungeliebten Begriffe?

Aus deinem Link:
Statt „illegale Migranten“ nun „ irregulär eingereiste Personen“
umständlicher gehts ja wohl nicht.
Auch die Begriffe „Asylbewerberin/Asylbewerber“ und „Asylantin/Asylant“ sollten nach Möglichkeit nicht verwendet werden. Sie seien – auch durch „die Instrumentalisierung politischer Gruppen“, stark negativ konnotiert und würden häufig dann verwendet, wenn „geflüchtete Menschen als Bedrohung oder Belastung betrachtet werden“. Empfohlen werden die Bezeichnungen „Asylsuchende bzw. asylsuchende Menschen“ oder „Schutzsuchende bzw. schutzsuchende Menschen“
ja wie gesagt, wenn die "Asylsuchenden", „Schutzsuchenden" weiterhin als "Bedrohung oder Belastung betrachtet werden", dann verbrennen sich auch diese Begriffe im Laufe der Zeit bzw. sind dann früher oder später genauso wieder negativ besetzt - wenn sie von bestimmten Leuten/Gruppen spöttisch oder ironisch benutzt werden.

Glauben diese "Regelaufsteller" der neuen Begrifflichkeiten ernsthaft, dass sie so etwas mit anderen Begriffen verhindern könnten?
Oder glauben die Betroffenen die sich andere Bezeichnungen wünschen, dies?


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

08.01.2023 um 18:42
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Und wenn die derzeit vermeintlichen oder tatsächlich negativ besetzten Begriffe eines Tages ausgetauscht/ausgemerzt worden sind, jedoch dann auch von AfD und anderen feindseligen Gruppierungen wiederholt negativ besetzt werden - weil von ihnen negativ gebraucht ... was dann?
Dann ist es so wie jetzt!
Da gibts für mich gar keine Frage!


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08.01.2023 um 18:43
Man sollte meinen die Polizei in Berlin hätte größere Probleme.
z.B. die Korruption u. Unterwanderung


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08.01.2023 um 18:50
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Und wenn die derzeit vermeintlichen oder tatsächlich negativ besetzten Begriffe eines Tages ausgetauscht/ausgemerzt worden sind, jedoch dann auch von AfD und anderen feindseligen Gruppierungen wiederholt negativ besetzt werden - weil von ihnen negativ gebraucht ... was dann?
Zitat von eckharteckhart schrieb:Dann ist es so wie jetzt!
Da gibts für mich gar keine Frage!
aha, immer wieder austauschen, immer wieder neue und mit der Zeit dann auch immer umständlichere Wortkreationen, nur weil AfD und Co bestimmte Begriffe auch benutzt?
Da freue ich mich schon jetzt auf so manche gekünstelte Auswüchse, in Ermangelung noch freier deutscher Begriffe :D
Vielleicht dann irgendwann ins Englische oder andere Sprachen ausweichen?
Und alles nur, weil andere Ideologen bis jetzt gebräuchliche und praktische Begriffe auch gebrauchten? (halt nur in negativer Besetzung)

Muss sich Politik wirklich von solchen Gruppierungen vor sich her treiben lassen? Hab da kein Verständnis dafür, dass man nicht selbstbewusster mit diesen Gruppierungen umgeht.

Würde doch nun vielleicht reichen, wenn man publizieren würde: diese und jene Gruppen missbrauchen bestimmte Begriffe, aber das muss uns nicht tangieren, wir gebrauchen die Begriffe in einem positiven Zusammenhang und gut ist.
Aber wenn Politik und PC das halt alles so braucht, von mir aus.

Mir tun nur wie gesagt die Mitarbeiter leid, welche wer weiß wie viele Begriffe umlernen müssen. Haben ja nicht so schon genug zu tun und Probleme am Hals.

In diesem Sinne:
Zitat von cyberbeepcyberbeep schrieb:Man sollte meinen die Polizei in Berlin hätte größere Probleme.
z.B. die Korruption u. Unterwanderung



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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

08.01.2023 um 18:56
Zitat von OptimistOptimist schrieb:aha, immer wieder austauschen, immer wieder neue und mit der Zeit dann auch immer umständlichere Wortkreationen, nur weil AfD und Co bestimmte Begriffe auch benutzt?
Wenn Du das bitte tun würdest, aber bitte dort wo Götz Kubitschek topic ist und nicht in diesem Thread!


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08.01.2023 um 19:01
@eckhart
Ich denke schon, dass es im Topic ist, wenn ich mich auf die AfD z.B. bezog.
Oder was anderes soll denn hier z.B. mit "verfassungsfeindlichen Medien" gemeint sein? (aus dem Link):
Der Begriff „Südländer“ sei insbesondere auch „durch die Nutzung in verfassungsfeindlichen Medien negativ belegt“.
zumindest hatte ich hier spontan die AfD hinein interpretiert.

Es geht diesen PClern also offensichtlich darum - ich nenne es jetzt also nicht mehr "AfD und Co", sondern nur noch "verfassungsfeindlichen Medien" - dass diese bestimmte Begriffe nicht negativ besetzen können.

Und meine Meinung, wie oft die Begriffe denn dann noch ausgetauscht werden müssten, bleibt bestehen.


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08.01.2023 um 19:02
Na ja, man muss die Polizei schwächen wo man nur kann und dann wundert man sich dass die angegriffen werden.
Ich finde die Ausführung "Leitfaden" schwach, dass muss Gesetz mit Strafen bis zu Entlassungen werden.


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Political correctness, ein gescheitertes Experiment

08.01.2023 um 19:23
Zitat von OptimistOptimist schrieb:Es geht diesen PClern also offensichtlich darum - ich nenne es jetzt also nicht mehr "AfD und Co", sondern nur noch "verfassungsfeindlichen Medien" - dass diese bestimmte Begriffe nicht negativ besetzen können.
Wie du schon angemerkt hast, das Rad wird sich ewig weiterdrehen denn das zur Diskriminierung gewordene "Südländer" wird durch "Westasiate" ersetzt und nichts in der Welt schützt es davor, nicht als diskriminierend verwendet werden zu können.

Solche Leitfaden müssten also regelmäßig erneuert werden.

Gut finde ich das den Betroffenen offenbar zugehört wurde und die Begriffe aktiv von ihnen kommen sollen.

Problematisch finde ich zum Beispiel solche Herleitungen:
die Begriffe „Südländer“ und „südländisches Aussehen“ zu vermeiden. Begründung: „Geografisch ist der Begriff unspezifisch und verortet Menschen außerhalb von Deutschland, obwohl sie hier geboren und aufgewachsen sein können.“
Also "Südländisch" ist geografisch unspezifisch.
Aber "westasiatisch" ist spezifisch genug.
Für mich nicht, von daher gehe ich davon aus das man den Begriff einfach nur von der Bildfläche haben möchte.

Zum Begriff Migrationshintergrund:
die Formulierung „Menschen mit Migrationshintergrund“ nicht zu benutzen. Besser sei „ Menschen mit Migrationsgeschichte“. Diese Formulierung drücke „die Wertschätzung der vielfältigen Biografien aus und ist somit neben dem Begriff Menschen aus Einwandererfamilien ein Alternativbegriff“.
Das ist für mich reines Windowdressing.

Zum Begriff Asylbewerber:
d „Asylantin/Asylant“ sollten nach Möglichkeit nicht verwendet werden. Sie seien – auch durch „die Instrumentalisierung politischer Gruppen“, stark negativ konnotiert und würden häufig dann verwendet, wenn „geflüchtete Menschen als Bedrohung oder Belastung betrachtet werden“. Empfohlen werden die Bezeichnungen „Asylsuchende bzw. asylsuchende Menschen“ oder „Schutzsuchende bzw. schutzsuchende Menschen“ .
Ist für mich unsachlich, weil das suggeriert das jemand auf der Suche nach Asyl zufällig hier fündig wird. Tatsächlich wissen diese Menschen ja was sie suchen (Deutschland) und versuchen hier Asyl zu bekommen.
Sich darauf zu bewerben ist natürlich ebenso unsachlich, realistisch und neutral wäre die Bezeichnung "Asylbedürftiger".

Zum Kopftuch:
Nicht mehr verwendet werden soll das Wort „Kopftuchträgerin“ . Dieses werde häufig als Synonym für Musliminnen verwendet, die aus religiösen Gründen ihren Kopf bedecken. „Grundsätzlich ist die Reduzierung einer Person auf ein äußeres Merkmal diskriminierend, vor allem, wenn der Begriff abfällig verwendet wird“, so das LKA. „Für Personenbeschreibungen gilt, so konkret wie möglich zu beschreiben, also z. B.: Das unbekannt gebliebene Opfer trug einen Hidschab (Hijab).“
Das hingegen finde ich gut, es benennt es als das was es ist, Hijab. Ich würde mir wünschen das aber parallel dazu auch geschult wird, was es bedeutet - Unterdrückung der weiblichen Persönlichkeitsentfaltung. Sonst denkt man noch es ist mit einer Yankees-Mütze gleichzusetzen.


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08.01.2023 um 19:31
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Problematisch finde ich zum Beispiel solche Herleitungen:
Aus deinem Link:
die Begriffe „Südländer“ und „südländisches Aussehen“ zu vermeiden. Begründung: „Geografisch ist der Begriff unspezifisch und verortet Menschen außerhalb von Deutschland, obwohl sie hier geboren und aufgewachsen sein können.“
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Also "Südländisch" ist geografisch unspezifisch.
Aber "westasiatisch" ist spezifisch genug.
ganz genau. Und vor allem kommt noch dazu: Es wurde sich an "außerhalb von Deutschland" gestoßen. Aber "westasiatisch" ist dann nicht außerhalb Deutschlands?
Da kann man nur mit dem Kopf schütteln, einfach mal was herleiten, egal obs Hand und Fuß hat oder nicht.


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08.01.2023 um 21:16
Zitat von behind_eyesbehind_eyes schrieb:Zum Begriff Migrationshintergrund:

die Formulierung „Menschen mit Migrationshintergrund“ nicht zu benutzen. Besser sei „ Menschen mit Migrationsgeschichte“. Diese Formulierung drücke „die Wertschätzung der vielfältigen Biografien aus und ist somit neben dem Begriff Menschen aus Einwandererfamilien ein Alternativbegriff“.

Das ist für mich reines Windowdressing.
Diese Leute verschweigen auch immer wesentliche Teile ihrer Motivation. Sie lehnen den Begriff "Migrationshintergrund" auch deshalb ab, weil er

1) nicht zwischen "weiß" und "BPoC" unterscheidet, sondern "farbenblind" ist (hellhäutige Russlanddeutsche haben ebenso einen Migrationshintergrund wie dunkelhäutige Menschen mit nigerianischen Wurzeln). Für woke Ideologen dreht sich aber alles um die Abgrenzung zwischen weiß und nichtweiß. Deshalb lehnen sie den Begriff Mgh ab. "Weiße" Menschen mit Migrationshintergrund sollen ja nicht von den angestrebten Quoten und Förderprogramme profitieren- das sagen sie dann aber in der Regel nicht offen, sondern verstecken sich hinter Sprachspielereien.

2) nach zwei Generationen verschwindet der Migrationshintergrund. Menschen, deren Großeltern nach Deutschland ausgewandert sind, haben keinen Migrationehintergrund mehr. Dass diese Menschen dann nicht mehr statistisch erfasst werden, ist ihnen ein Dorn im Auge. Das ist für die Wokies viel schlimmer als die vermeintlich negative Wirkung solcher Begriffe.

Also kurz: der Begriff "Migrationshintergrund" soll stigmatisiert werden, verschwinden und dann einer "Weiß"/"PoC"/"Schwarz" Kategorien wie in den USA oder GB ersetzt werden. Aber das offen auszusprechen - davor scheuen sich die vermeintlich politisch Korrekten. Man redet um den heißen Brei und findet die abstrusesten Argumentationen, warum Begriffe böse und immer wieder durch neue ersetzt werden müssen. Erst wird der Begriff durch Migrationsgeschichte ersetzt und dann kommen die nächsten Begriffe bis man bei "weiß","PoC" und Co landet.


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