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Fachkräftemangel in Deutschland?

44 Beiträge, Schlüsselwörter: Arbeit, Beruf, Soziales, Fachkräftemangel

Fachkräftemangel in Deutschland?

05.03.2018 um 04:23
missmary schrieb:Bei Hartz 4 Eltern ist es oft so, dass sie Berufsausbildungen schlecht reden, vermutlich auch, weil sie Angst haben, dass das Kind das schafft, an dem sie gescheitert sind. Oder sie haben sich im Hartz 4 eingefunden und finden einen Beruf wirklich unnötig.
Ich denk das ist eher Vorstellungsmangel, das haben auch alle Unterschichtseltern die ich kenne. Wenn man da sagt man wolle eine Kulturwissenschaft studieren kommt dann gleich sowas wie "woah wir leben hier nicht in der Hollywoodwelt!" oder sie reden es einem mit ganzen Sätzen aus, zweifeln dass man überhaupt das Abi schafft oder sagen einem dass der Berufswunsch eh Träumerei sei und man nie Geld mit verdienen würde. Bei Kindern mit Akadamikereltern ist es durchschnittlich eher so dass die bei dem was sie wollen gefördert werden. Das hat auch einfach mit Glauben zu tun. Sehr einfach gestrickte Eltern können sich sowas wie Studienberufe gar nicht vorstellen oder wissen nicht dass sie überhaupt existieren. Wenn die feststellen (meist tun sie das nicht) dass man zB Talent im Malen und Zeichnen hat dann sagen die man solle doch Maler und Lackierer werden statt Mediengestalter oder Comiczeichner.

Ich denk dass daher auch (nicht nur, aber teilweise) das schlechte Textverständnis herkommt. Wenn die Familie nichts liest, dann tuts meistens auch das Kind nicht und wenn die Eltern eine simplifizierte Sprache sprechen übernehmens die Kinder. Ausgebessert wird das nur durch entsprechende Freundeskreise oder eben dem Lesen, aber oft stimmt beides nicht so ganz. Ich kann z.B. gut deutsch weil viel las und lese und weil ich mit gut auszudrücken lernte weil ich mich ironischerweise als Kleinkind nie ausdrücken konnte, auch gestenmäßig nicht. Aber wenn meine Eltern Briefe schrieben klangs bei meinem Vater als hätte es ein Sechsjähriger geschrieben (Mutter erwähne ich gar nicht erst) und das gibts halt bei vielen - nur bei den Eltern fiel die schlechte Sprache nie auf, weil die Bedinungen vor 30+ Jahren ganz andere waren. Und die meisten machten auch nur die Volksschule oder wie immer das Pendant zur heutigen Hauptschule hieß und haben danach alles irgendwann auch wieder vergessen.

Ich muss dazu sagen dass Schulen zumindest als ich sie besuchte auch nicht gerade viel dafür taten Kinder zum Lesen zu ermutigen. Ein 13 Jähriger wird nach dem Lesen von Woyzeck oder Hauptmann von Köpenick, Effie Briest und wie das ganze Zeug heißt viel stärker vom Lesen abgeschreckt als dass Interesse geweckt werden würde. Kennt man dann von zuhause auch keine Bücher dann bleibt der Eindruck bestehen dass Bücher alle langweilige Opa-Literatur sind und man lehnt diese ab.


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Fachkräftemangel in Deutschland?

05.03.2018 um 11:25
@missmary

Ja ,neben der Handwerksberufen und den Pflege berufen sind auch Gastronomie und Bäcker berufe ebenfalls aufgrund ihrer diversen Arbeitsdefizite mit mängeln an Personal "gestraft". Aber stat tdie Arbeitsbedingungen mal zu verbessern, sodass man genügend Geld bekommt zum Leben, sich NICHT kaputt arbeitet und man Körperlich oder Psychisch vor die hunde geht und man und das man wenigstens ei nSoziales Leben haben darf, was bei viele nSchicht arbeiten heutzutage ein no go gleich kommt, wird stattdessen ein neuer "dummer" gesucht der sich dort reinetablieren kann. Damals waren es die Osteuropäer, heute die Flüchtlinge, hauptsache die Betriebe Sparen sich die einstellung genügend Leute der Aufgaben entsprechend und müssen diesen nicht so viel zahlen wie sie es eigentlich verdient hätten. Wenn sie doch mal " kaputt gehen" wird ein neuer dummer sicherlich gefunden, der das geld dringend benötigt.

Dieser Fachkräftemangel ist eigentlich "künstlich" hergestellt und hätte locker beseitigt wqerden können, aber dies erfordert ja das die oberen stellen in den betrieben mehr zahlen müssten und weniger in die eigene Tasche bekommen, das geht ja mal gar nicht!


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Fachkräftemangel in Deutschland?

05.03.2018 um 13:41
Meiner Erfahrung nach ist der "Fachkräftemangel" für Arbeitnehmer die in Berufen arbeiten wo man nicht so leicht ungelernte beschäftigen kann ein Segen, seit es weniger Fachkräfte gibt weil immer mehr in Rente gehen und immer weniger nachkommen steigen die Löhne und auch befristungen gibt es weniger häufig.

Die Unternehmen haben selbst wenn sie verhältnismäßig gut zahlen massive Probleme noch Nachwuchs zu finden.

Es gibt nicht genügend Lehrlinge weil sich kaum noch einer die Hände schmutzig machen will und jeder von klein auf eingetrichtert bekommt das er unbedingt studieren muss um was zu werden.
Locker 25% bei uns gehen nach der Ausbildung studieren oder machen Meister bzw. Techniker ohne auch nur einen Tag gearbeitet zu haben und das ist es doch eigentlich was den Meister und Techniker vom Bachelor unterscheidet, die Berufserfahrung.

Das liegt allerdings auch daran das die Lehrer an den Berufsschulen und die Ausbilder den jungen Menschen ebenfalls eintrichtern das sie unbedingt studieren müssen oder wenigstens Techniker werden.

Die klassischen Berufe werden nicht wertgeschätzt in Deutschland, das ist wohl das größte Problem und das muss man ändern.

Man sollte sich auch im klaren sein das gerade die Jobs im Büro und in der Verwaltung von der Digitalisierung betroffen sind und man Handwerker, Köche, Pflegekräfte usw. auch weiterhin braucht.

Man muss weg von dem Denken das jemand mehr Wert ist nur weil er was studiert hat, auch wenn es noch so sinnlos ist.
Desweiteren müssen Jobs attraktiver werden, durch Wertschätzung, die Bezahlung und gute Arbeitsbedingungen.

Zum einen sehe ich das Problem in den Sozialen Mißständen, wie die meisten Vorposter aber eben auch in der Akademisierung der Gesellschaft und diese wird ja von der Politik noch befeuert.

Vielleicht etwas überspitzt aber leider gerade in großen Unternehmen häufig Realität.

lustiges bild management-auf-dem-bau


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FlorianStern
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Fachkräftemangel in Deutschland?

06.03.2018 um 09:14
Hallo, also wir haben mittlerweile halt einen massiven Fachkräfte-Wegzug.

Immer weniger Menschen haben hier Lust bei diesen Rekord-Steuern und der bevorstehenden Armits-Rente zu schuften, zumal ja auch die innere Unruhe im Land stetig zunimmt.

Leute die die entsprechende Qualifizierung haben, wandern da natürlich aus. Schweiz, Finnland, Schweden, Norwegen... alles Länder die weiter sind als wir.

In den Medien wird dieser Umstand gerne bisschen unter den Teppich gekehrt... man will ja keine Werbung dafür machen.


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