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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

1.260 Beiträge, Schlüsselwörter: Schule, Reform, Digitalisierung

Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

17.08.2019 um 18:06
Tussinelda schrieb:Und das sage ich, die das jetzige system, wie ich es kennenlernen durfte (selbst und durchs Kind) scheisse findet.
Da schließe ich mich der Frage meines Vorredners an.
Ich habe ja auch zwei schulpflichtige Kinder und bin mit dem System ganz zufrieden.
Ich hatte eher Probleme mit einzelnen inkompetenten Lehrern.


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Brauchen wir überhaupt noch Schulen?

17.08.2019 um 18:25
groucho schrieb:Wenn ich dir jetzt tatsächlich erklären muss, dass "finde ich besser" kein Beleg für 'ist besser' ist, dann ist diese Diskussion genau so sinnlos, wie ich die ganze Zeit schon vermutet habe.

Du führst hier das große Wort, so als wäre alles, was du sagst Fakt.
Bislang hast du noch nichts davon belegen können
Wenn ich dir jetzt erst erklären muss, dass bei der frage nach 'wie effektiv ist eine lernmethode' die meinung der lernenden bezüglich 'da habe ich es verstanden' ein extrem relevanter indikator ist, muss ich davon ausgehen, dass du dich absichtlich dumm stellst.

Ich habe belegt, dass ausbilder, professoren und schüler mit der vorbereitung der schule für studium und beruf sogar mehrheitlich unzufrieden sind (oder wenigstens an der grenze zu 50/50).

Ich habe beleg,t, dass wir mehr geld in das schulsystem pumpen und trotzdem abbrecherquoten gestiegen sind und auch ansonsten nicht viel dabei rumgekommen ist.

Ich habe belegt, dass sich 1/4 der schüler in der schule nicht sicher fühlt.

Ich habe belegt, dass 1/3 der schüler yt lernvideos für verständlicher halten, als den schulunterricht.

Du kannst dich einfach hinstellen und behaupten, dass das nicht stimme, damit machst du dich aber unehrlich, nicht ich. Im gegensatz dazu belegst du überhaupt nix.
Es bleibt: Wenn 1/3 der schüler finden, dass ein einfaches YT video sachverhalte besser erklärt als ihr lehrer, dann ist das ziemlich alarmierend.

Warum sollten die das falsch bewerten? Die schreiben doch eine klausur, wo sie sehen, ob das video sie gut vorbereitet hat oder nicht. Scheinbar finden sie das aber weiterhin.
groucho schrieb:Vielleicht solltest du dann mal zu definieren, was genau du unter "Schule funktioniert nicht" verstehst.
Das alles ist nämlich kein Beleg dafür, dass Schule nicht funktioniert. (Wenn etwas nicht funktioniert, ist das herkömmliche Verständnis, dass es gar nicht funktioniert und nicht nur schlecht oder verbesserungswürdig).
Und wenn man deine "Belege" ernst nehmen würde, dann müssten wir zur Schule und der Pädagogik der 50er Jahre zurück, da gab es diese Klagen alle nicht.
Oder doch?

Natürlich kann niemand von dir erwarten, dass du ein System als besser belegst, was es gar nicht gibt, aber das Hauptproblem ist, dass deine Belege ein gewisse Unzufriedenheit belegen, aber nicht als Beleg gelten können, dass das was du als Grund dafür ausmachst, auch wirklich der Grund ist.
UNter Schule funktioniert nicht verstehe ich, dass sie einen nicht auf das Leben danach vorbereitet, im gegenteil sogar einige negative effekte hat bzw. die positiven effekte auch besser anders geartet vermittelt werden könnten.

Ich habe belegt, dass ausbilder, professoren und schüler mit der vorbereitung der schule für studium und beruf sogar mehrheitlich unzufrieden sind (oder wenigstens an der grenze zu 50/50).
Ich habe beleg,t, dass wir mehr geld in das schulsystem pumpen und trotzdem abbrecherquoten gestiegen sind und auch ansonsten nicht viel dabei rumgekommen ist.
Ich habe belegt, dass sich 1/4 der schüler in der schule nicht sicher fühlt.
Ich habe belegt, dass 1/3 der schüler yt lernvideos für verständlicher halten, als den schulunterricht.

Und nein, warum sollte man zur Schule der 50er zurück? Die 50er sind vorbei. Wir sind nur leider noch in der Schule der 50er mit einigen wenigen Feinjustierungen. Wir müssen aber hin zum Lernen der Jetztzeit.
groucho schrieb:Nein, natürlich nicht ausschließlich, aber du wirst doch nicht bestreiten wollen, dass der Erfolg eines Unterrichts wesentlich mit der Qualität des Lehrers zu tun hat?
Ein system, was zumindest zur Hälfte Angehende Sturierende/Azubis, Professoren und Ausbilder nicht zufrieden stellt, bereitet nicht auf später vor.
Da aber 'auf später vorbereitet' das Kernanliegen des Systems ist, ist es ein schlechtes system.
Da bringt die ausrede 'es gibt schlechte lehrer' sehr wenig. Die Lehrer werden ja von unserem Bildungssystem ausgebildet und in der Schule von jemandem für Lehrtauglich befunden.

Du willst mir doch jetzt nicht sagen, dass 1/3 der Lehrer schlechte lehrer sind, oder? Wenn dem so wäre, müsste man die schule auf der Stelle abschaffen.


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17.08.2019 um 18:26
groucho schrieb:Doch, schon einige Male, du behauptest nur hinterher immer es habe noch keiner sagen können.
Kein einziges mal. Ich begründe danach nämlich immer, warum diese antwort nicht wahr ist (bzw. meistens fußt es auf missverständnissen) und dann kommt da nix mehr außer die wiederholung desselbens atzes ein paar seiten später.

Kannst ja aber mal ganz tolle gegenargumente gegen das JZ, so wie ich es tussinelda erklärt habe, anbringen. So richtig mit erst lesen, was da gemacht werden soll und dann schreiben.


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17.08.2019 um 18:40
Tussinelda schrieb:Du vermischst zu viel. Ist das System Schule schlecht, sind die Lehrer schlecht? Ist Schule per se schlecht oder nur die Rahmenbedingungen? Muss der Lehrplan angepasst werden an die heutige Zeit? Der Unterricht verändert werden, zusätzliche Fächer (beispielsweise Medienkompetenz)?
Vermischen tu ich gar nix.
Das System ist schlecht, nicht die Lehrer. Das sage ich von anfang an.
Selbst wenn du den besten lehrer Deutschland Klonen würdest und in jedem einzelnen Fach einsetzt, wäre schule zwar besser, aber immer noch nicht zukunftstauglich und immer noch ineffizient.
Das ist auch dann wahr, wenn du einen Lehrplan hast, der wenigstens ein paar Kinder auf die wichtigsten möglichen Berufe vorbereitet. Auch wenn du irgendwelche Fächer mit reinbringt, die jetzt nicht drin sind.

All das sind notlösungen die kurzfristig den unterricht verbessern, aber langfristig scheitern werden, weil wir nicht mehr in einer welt leben, wo ein zentrales basisprogramm einen vernünftig auf 'später' vorbereitet und im gegenteil in einer immer individualisitischeren gesellschaft ein so zentrales system vielen kindern bei ihrem Aufwachsen entweder schaden zufügt oder sie wenigstens nicht vernünftig unterstützen kann, aber ihnen zeit und energie raubt.
Einfach nur, Schule ist doof, sagen auch die Schüler reicht mir da nicht. Ich möchte auch nicht, dass jedes Kind generell psychiatrisch evaluiert wird. Ich möchte auch nicht die psychiatrische Therapie einer Einrichtung überlassen, die quasi selbstständig entscheidet, was mein Kind braucht oder auch nicht. Schule ist nicht das Leben und sollte es auch nicht sein. Bei Deinem "Konzept" ist es aber so, dass irgendwelche Einrichtungen vollkommen für die Entwicklung der Kinder verantwortlich ist, die Eltern sind raus, das normale Leben ist auch raus, keine Struktur, keine einheitliche Grundbildung....
Das wollen wohl die meisten eltern nicht. Leider, denn das wäre ziemlich gut. Tendenziell haben nämlich die eltern oft was damit zu tun, wenn kinder verhaltensauffällig sind. Was dann passiert, ist, dass die verhaltensauffälligen kinder auf die schule abgeschoben werden, die eltern aber keinen finger rühren werden wenn die schule mit ihnen redet und der zustand dann im jugendalter eskaliert.

VOLLKOMMEN wäre das JZ sicher nicht für die Entwicklung verantwortlich, aber zu einem größten teil als jetzt im Kindesalter, dafür weniger streng im Jugendalter. Was verlieren wir denn dadurch, wenn die Kinder im JZ Frühstücken und zu mittag essen und so wenigstens daran gewöhnt werden, zwei gesunde malzeiten zu essen, schon im kindesalter?
Was verlieren wir dadurch, wenn ein verhaltensauffälliges kind was ansonsten langfristig zu einer kriminellen oder wenigstens schwierigen karriere heranwächst schon in der Grundschule Therapiert wird und ihmd ie möglichkeit gegeben wird, mit seinen Impulsen umzugehen? Nur weil sich dann Eltern in ihrer Eitelkeit vor den kopf gestoßen fühlen, obwohl sie selbst nunmal dem kind nichts besseres hätten bieten können?
Ich gehe davon aus, dass du keine schlechte mutter bist und es bei dir nicht nötig wäre, dein kind aus dem unterricht zu nehmen und es eher zu therapieren. Ich gehe auch davon aus, dass, sollte dein kind in diesem zustand sein, du es gut finden würdest wenn du eine zentrale anlaufstelle hättest wo menschen, die dein kind kennen, in zusammenarbeit mit dir (es ist ja nicht so, als würdest du da nicht drüber informiert werden und so) dafür sorgen, dass es deinem Kind besser geht. Ich sehe nicht, warum man das nicht so machen sollte.

Struktur ist doch gegeben, gerade im Kindesalter. Die sollen da ja ganztags hin und natürlich gibt es gewisse tagesstrukturen.
Genau die einheitliche 'Grundbildung' wie man es nennt, ist ja das Problem. Denn die gibt es gar nicht. Es gibt standardisierte Informationen, die man den Kindern beibringen will und die sie dann wiederholen müssen, und wenn sie das können, sagt man dass das gut ist. Ohne dass das den kindern wirklich was nutzen würde intellektuell (es ist vorraussetzung für berufe, ok, aber nicht, weil man das wirklich braucht).
Man kann heute kein 'allgemeinwissen' mehr festlegen, weil, wie gesagt, selbst das absolute grundwissen in den wichtigsten fächern schon so groß ist, dass selbst sehr gebildete menschen nichtmal 1% davon kennen.
.vor allem aber kann man gar nicht feststellen, was ein Kind kann oder nicht, wenn es nur macht, was es will. Mir ist der Ansatz zu illusorisch und nicht unbedingt im Sinne der Kinder. Und das sage ich, die das jetzige system, wie ich es kennenlernen durfte (selbst und durchs Kind) scheisse findet.
Das kannst du heute auch nicht. Du gibst dem eine note. Was der grundsätzlich kann, weißt du damit nich. Du weißt nur, wie gut er sich auf eine klausur vorbereitet hat, die meist nich wirklich wissen in dem fach abfragt.
Ein extrem talentierter schüler kann in mathe 4en und 5en die ganze schullaufbahn haben, nur, weil er nicht gut mit tests klarkommt, oder in das mädchen neben ihm verliebt ist und im unterricht nicht aufpasst oder anderweitige probleme hat.
Lässt keinenr ückschluss darüber zu, wie gut er grundsätzlich wäre wenn sich jemand mal ein oder zwei monate zeit nehmen würde, sich mit dem kind zu beschäftigen und er einen impuls dazu hätte, ernsthaft zu lernen (wegen irgendwas).
Dafür bekommt ein absolut unbegabter schüler 2en, obwohl er selbst einfachste zusammenhänge in mathe nicht begreift, aber dafür das Schema F gelernt hat, was eben im test abgefragt wird.

Im Studium und im Beruf sind die noten wichtig um reinzukommen, aber danach haben sie eigentlich kaum zusammenhang damit, wie gut du in dem fach bist. Einer der nur 1en hat hat warscheinlich einen gewissen drive zur leistung, ok, aber das war es auch schon.

Währenddessen kann ich die entwicklung eines kindes oder jugendlichen eigentlich viel besser beurteilen, wenn ich mich mit ihm außerhalb des unterrichtes oder innerhalb von etwas, was ihm freude bereitet, auseinandersetze. Dann sehe ich durchaus eher, ob da ein vernünftiger Mensch heranwächst oder ob es da probleme mit leistung/einstellung/Psyche gibt. Jedenfalls besser als daran, ob er weiß, dass cosinus die ableitung von sinus ist oder umgekehrt, nur weil er sich das gemerkt hat.


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17.08.2019 um 18:41
@Grottenolm
@groucho

Die frage ist doch eher, warum ihr mit dem system zufrieden seit? Warum findet ihr das gut, was bringt das eurem kind?


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17.08.2019 um 19:21
@Shionoro
Hast du schon mal überlegt, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt? Manche kommen besser mit Frontalunterricht klar, andere lernen besser visuell.
Dazu kommt, dass in der Regel niemand mit 13 Jahren weiß, was er mal werden wird. Die Interessen schwanken einfach massiv zwischen 13 und 16. Meine Güte, aus mir wäre nix geworden, wenn ich meine Berufswünsche von damals, wenn überhaupt, zielgerichtet mit Kursen vorbereitet hätte.

Diese freie Zeit ohne Schule ist einfach mies. Nie im Leben hätte ich mit 16, hart pubertierend, eingesehen, wieso die "chillige Zeit" vorbei sein sollte und ich früh aufstehen sollte, um zu arbeiten. Es soll sogar Schüler geben, die ihren Interessen in ihrer Freizeit nachgehen, neben der Schule. Wieso muss das Vollzeit sein?
Das schaffen nur diejenigen nicht, die aufs Gymnasium mit allen Mitteln geprügelt wurden und enormen Lernaufwand betreiben müssen, um überhaupt mit dem Lerntempo und der Stoffmenge mithalten zu können, sodass Hobbies auf der Strecke bleiben. Oder eben jeder, der Opfer von G8 wurde.

Überhaupt sollte man das Schulniveau in ganz Deutschland massiv anheben, denn Universitäten sollten nicht verschult werden, damit sie die Defizite der Schule auffangen können. Wenn ich nur zurückdenke und sehe, wie viele wirklich dumme Mitschüler das Abi gekriegt haben und dann mich anschaue, die gerade ihr Abi per Fernstudium nachholt und das mit Heften auf Uniniveau, krieg ich Schreikrämpfe. Aber das ist wieder eine andere Baustelle.
Mein Stufenleiter sagte mir mal, dass man den "unnützen Mist" lernt, um das Lernen zu lernen. Ich stimme ihm zu. Wir haben wirklich genug arbeitslose "Ey Aldaaa"-Leute auf der Straße in jeder Altersklasse, die den ganzen Tag abhängen und hartzen. Da reicht mir ein Blick aus dem Fenster. Und man stelle sich jetzt mal vor, diesen Leuten zu sagen, due Rumhängzeit ist vorbei und sie sollen jetzt lernen. :D


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17.08.2019 um 19:22
@Shionoro
Nachtrag: Ich stimme dir allerdings zu, dass das jetzige Schulsystem für die Tonne ist. Aber dein Lösungsansatz funktioniert nicht außerhalb der Theorie.


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17.08.2019 um 19:36
löm schrieb:Hast du schon mal überlegt, dass es unterschiedliche Lerntypen gibt? Manche kommen besser mit Frontalunterricht klar, andere lernen besser visuell.
Zunächst mal wird das mit den unterschiedlichen lerntypen immer als schutzbehauptung aufgestellt.
Der Effekt davon ist nicht so riesig groß, aber andererseits scheint es ja gar kein rpoblem zu sein, leute trotzdem in unterrichtsformen zu zwingen, die ihnen nichts bringen.
Da müsstem an sich schon entscheiden.

https://ethz.ch/content/dam/ethz/special-interest/dual/educeth-dam/documents/forschung-und-literatur/didaktik-newsticker...
Sind Sie ein auditiver Typ oder lernen Sie besser auf die visuelle Art?
Glaubt man den unzähligen Angeboten im Internet und Büchern zum
Thema, ist längst erwiesen: Menschen lernen besser, wenn das
dargebotene Material auf ihren Lerntyp abgestimmt ist. Für diese so
genannte "Verzahnungs"-Hypothese (meshing hypothesis ) fehlen
allerdings wissenschaftlich erhärtete Belege.
Das mit den Lerntypen ist eher pseudowissenschaftliches Blabla, was aber erstaunlich viele Leute glauben. Richtig ist, dass leute lernen müssen, sich selbst zu organisieren und dabei vorlieben entwicken.

Ich z.b. war im studium nie in vorlesungen. Warum? Weil mir das nix gebracht hat, ich saß da müde rum und hab auf dem handy gespielt. Stattdessen hab ich das script gelernt, wo dasselbe drin stand. Hat auch gereicht. Das heißt aber nicht, dass ich keien informationen aufnehmen kann, wenn mir einer was erzählt. In meinem zweiten studium gibt es keine scripte sondern nu seminare, da bekomm ich dasslebe mit wie jeder andere auch. Nur mti dem manko, dass man physisch da sein muss und mitschreiben sollte.

In der Schule zwingst du eltztendlich allen kindern eine sache auf, sowohl was lernform, als auch was inhalt betrifft.
löm schrieb:Dazu kommt, dass in der Regel niemand mit 13 Jahren weiß, was er mal werden wird. Die Interessen schwanken einfach massiv zwischen 13 und 16. Meine Güte, aus mir wäre nix geworden, wenn ich meine Berufswünsche von damals, wenn überhaupt, zielgerichtet mit Kursen vorbereitet hätte.
Du solslt dich im JZ aber ja auch nicht mit 13 jahren entscheiden, was du werden willst. Sondern eher so mit 17, wo heute halt viele auch schon ihr abi gemacht haben oder in einem jahr machen werden.
Das JZ verbietet dir aber eben auch nicht, mit 13 deine interessen auszuprobieren anstatt mit spezialwissen gefüttert zu werden, was man so nie wieder benötigen wird oder aber ohnehin nochmal neu lernen muss.

Wie kommst du darauf, dass aus dir nix geworden wäre, wenn du fokussiert die inhalte lernst, die du für das, was du machen willst, brauchst? Was wäre das denn damals gewesen?
löm schrieb:Diese freie Zeit ohne Schule ist einfach mies. Nie im Leben hätte ich mit 16, hart pubertierend, eingesehen, wieso die "chillige Zeit" vorbei sein sollte und ich früh aufstehen sollte, um zu arbeiten. Es soll sogar Schüler geben, die ihren Interessen in ihrer Freizeit nachgehen, neben der Schule. Wieso muss das Vollzeit sein?
Das schaffen nur diejenigen nicht, die aufs Gymnasium mit allen Mitteln geprügelt wurden und enormen Lernaufwand betreiben müssen, um überhaupt mit dem Lerntempo und der Stoffmenge mithalten zu können, sodass Hobbies auf der Strecke bleiben. Oder eben jeder, der Opfer von G8 wurde.
Du verwechselst da was. Du kannst deinen interessen in deiner Freien zeit ja ebenfalls nachgehen. Im JZ sollst du aber kurse machen, die eben nicht nur 'naja ich zock halt gerne' sind, sondern wo du schon ernsthaft was machen sollst.
Wenn du in deiner Freizeit z.b. gerne animezeichnungen machst, ist das eine Sache. Wenn du im JZ einen ernsthaften zeichenkurs belegst, dann sollst du da schon auch ernsthafte grundlagen lernen vom zeichnen und nicht nur 'malen was dir gefällt'.

Dafür musst du eben da aber auch hingehen. Tendenziell sieht man ein, früh aufzustehen, wenn man weiß, wofür man das macht und sich selbst als person ernst nimmt. Was glaubst du, warum so viele studenten nicht im vorlesungen gehen oder in kurse? Weil da keiner mehr ist, der sie zwingt. Die haben offenbar nicht in der schule gelernt, von sich aus da einfach hinzugehen.
Die werden trotzdem pünktlich zur arbeit gehen, weil sie das müssen. Ob die das nun in der schule auch so gemacht haben oder nicht.

Nur kannst du viel besser unterscheiden, was ernst ist und was sinnlos, wenn es von dir selbst aus kommt. In der schule wirst du halt behandelt wie ein extrem unmündiger mensch, selbst in der oberstufe. Da läuft der lehrer dir hinterher bis zum geht nicht mehr, will irgendwelche sinnlosen hausaufgaben von dir einfordern, dann meckert der rum wenn du zu spät kommst und weil du keinen bock auf die ganze scheiße hast machst du es dann halt. Während du echte leistung vermeidest und auch diese fleißarbeit vermeidest, wo es geht.

Warum soll so einer besser auf ein studium vorbereitet sien, als einer, der wenigstens gelernt hat bei seinen eigenen interessen ernsthafte leistung zu vollbringen, die über 'ich geh da halt hin und geh dann wieder nach hause' hinaus geht?

Es ist doch heute der zustand, dass alle auf das gymnasium geprügelt werden und das gymnasium damit reagiert hat, mit dem schulstoff runterzugehen. Das kann man jetzt auch nicht mehr ändern. Rumkommen tut dabei nix.
löm schrieb:Überhaupt sollte man das Schulniveau in ganz Deutschland massiv anheben, denn Universitäten sollten nicht verschult werden, damit sie die Defizite der Schule auffangen können. Wenn ich nur zurückdenke und sehe, wie viele wirklich dumme Mitschüler das Abi gekriegt haben und dann mich anschaue, die gerade ihr Abi per Fernstudium nachholt und das mit Heften auf Uniniveau, krieg ich Schreikrämpfe. Aber das ist wieder eine andere Baustelle.
Mein Stufenleiter sagte mir mal, dass man den "unnützen Mist" lernt, um das Lernen zu lernen. Ich stimme ihm zu. Wir haben wirklich genug arbeitslose "Ey Aldaaa"-Leute auf der Straße in jeder Altersklasse, die den ganzen Tag abhängen und hartzen. Da reicht mir ein Blick aus dem Fenster. Und man stelle sich jetzt mal vor, diesen Leuten zu sagen, due Rumhängzeit ist vorbei und sie sollen jetzt lernen. :D
Undzwar wie? Denn dein Studenleiter hat nicht recht, auch wenn viele lehrer das gern sagen. Denn man lernt das lernen nicht in der schule. Das lernt man eher auf der Uni später, oder von sich aus. In der schule lernt man höchstens, dinge zu wiederholen und wie man standardisierte tests besteht. Oder was der lehrer von dir hören will für eine gute mündliche note.

Was machst du denn mit den 'ey aldaa' leuten? Das müsstest du mir erklären. Wenn du das niveau erhöhst, muss du haupt und förderschulen wieder aufmachen und packst die halt da hin und die kriegen keine arbeit, dafür hast du einige gymnasiasten die ein bisschen mehr wissen, wenn sie auf die uni kommen (aber auch nicht so viel, dass es ihnen groß was nutzen würde).

Da würden sich die unis einerseits ärgern (weniger studenten= weniger geld), andererseits freuen, dass sie sich halt vorkurse und so sparen können. Wirklich was geändert am problem hast du aber nicht. Du hast einfach nur die shculformen so umverteilt, dass dumme leute zwar dumm bleiben, aber auch einen schlechteren abschluss bekommen.
löm schrieb:Nachtrag: Ich stimme dir allerdings zu, dass das jetzige Schulsystem für die Tonne ist. Aber dein Lösungsansatz funktioniert nicht außerhalb der Theorie.
Warum nicht? Warum soll 'das niveau anheben' z.b. besser funktionieren, wo du ja dich gar nicht mit den leuten, die du heute schlecht und dumm findest, ernsthaft auseinandersetzt? Die schiebst du halt nach unten ab.

In meinem system kann aus denen aber auch was werden.


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17.08.2019 um 19:43
@groucho
@Grottenolm
das würde hier den Rahmen sprengen :D sind eben Anekdoten, die mich davon überzeugen, dass Schule so wie sie jetzt ist, nicht ideal ist. Soziale Kompetenz = 0 zum Beispiel. Das Standing der Schule ist wichtiger, als sich mit Problemen an der Schule zu beschäftigen. Bevormundung der Eltern (von den Schülern ganz zu schweigen), Meinungsfindung, -bildung fehlt. Eigene Gedanken haben, eigene Wege finden, wird null gefördert und/oder gewürdigt. Zu wenig Lehrer, zu viel Unterricht (mein beliebtes Beispiel 5. Klasse hatte mein Kind 42 Schulstunden (aufgeteilt auf 5 Tage), war G8 geschuldet.etc etc.


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17.08.2019 um 19:46
@Tussinelda

JA! GENAU!

Zu viel unterricht, zu wenig raum zu freier entfaltung, standing und außenwirkung ist wichtiger als das eigentliche angehen von problemen und auch das mit der sozialen kompetenz was da angeblich gelerht wird stimmt so nicht.

Das sind alles wichtige punkte die ich ganz genauso sehe.
Nur glaube ich wie gesagt nicht, dass das System Schule an sich das in der heutigen Zeit leisten kann, egal wie gut dwir die reformieren. Die kann besser werden, aber sie wird mit vergehender zeit (und mit ändernder gesellschaft) trotzdem irgendwann immer wieder ineffektiv sein.


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17.08.2019 um 20:40
@Shionoro
Du hast gar nichts belegt, was deine These stützt. Sie outet sich immer mehr als gefährlicher Unsinn, der in ewig langen Texten dargelegt wird, aber keine Substanz hat. Dass man das Schulsystem verbessern kann, bestreitet niemand, aber Deine Variante ist gefährlich


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17.08.2019 um 20:41
@abberline

Moment, was willst du jetzt belegt haben?

Ich habe belegt, dass ausbilder, professoren und schüler mit der vorbereitung der schule für studium und beruf sogar mehrheitlich unzufrieden sind (oder wenigstens an der grenze zu 50/50).
Ich habe beleg,t, dass wir mehr geld in das schulsystem pumpen und trotzdem abbrecherquoten gestiegen sind und auch ansonsten nicht viel dabei rumgekommen ist.
Ich habe belegt, dass sich 1/4 der schüler in der schule nicht sicher fühlt.
Ich habe belegt, dass 1/3 der schüler yt lernvideos für verständlicher halten, als den schulunterricht.

Das hab ich alles belegt, und in anbetracht dieser tatsachen, findest du, schule sei effektiv, und ich darf nich sagen, dass sie es nicht ist?

WAs kann man denn am schulsystem verbessernß das wird hier immer behauptet, aber wirklich was außer 'mehr lehrer und so' fällt hier keinem was ein. Wie kommt dass, das ein system doch voll gut ist und man einfach nur ein bisschen was verbessern muss, es aber immer schlechter funktioniert, obwohl man mehr geld reinpumpt?

Dem müsstest du dich dann schon stellen.


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17.08.2019 um 20:43
Shionoro schrieb:Doch. Ich habe belegt, dass ausbilder, professoren und schüler mit der vorbereitung der schule für studium und beruf sogar mehrheitlich unzufrieden sind (oder wenigstens an der grenze zu 50/50).
Da gebe ich dir Recht, teilweise. Während des Referendariats und des Studiums dachte ich oft, das brauche ich nie. Aber ich habe alles gebraucht. Das weiß ich aber erst jetzt, nach fast 30 Jahren Unterricht.
Shionoro schrieb:Ich z.b. war im studium nie in vorlesungen. Warum? Weil mir das nix gebracht hat, ich saß da müde rum und hab auf dem handy gespielt.
Zu meiner Zeit gab es Gott sei Dank keine
Handys und dafür Anwesenheitspflicht (Unterschrift).

Nur aus Neugierde: Aus welchem Bundesland bist du?


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17.08.2019 um 20:46
@Shionoro
Kleinere Klassen, Prüfungen, ob Lehrer nicht nur Experten in ihrem Stoff sind, sondern auch mit Kindern und Jugendlichen umgehen können, auch meinetwegen mehr praktischen Unterricht, mal raus aus der Schule... das hab ich schon dargelegt. Aber nicht so einen hanebüchenen Unsinn, der den Kindern nur schaden würde.


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17.08.2019 um 20:49
Katebeckett schrieb:Da gebe ich dir Recht, teilweise. Während des Referendariats und des Studiums dachte ich oft, das brauche ich nie. Aber ich habe alles gebraucht. Das weiß ich aber erst jetzt, nach fast 30 Jahren Unterricht.
Da sind wir ja auch schon auf einem anderen level. Da unterrichten dich ja wenigstens (bzw. betreuen dich) leute, die da ernsthaft in dem fach arbeiten (wobei, also ich kann guten gewissens sagen dass du das, was du als mathelehrer lernst in mathe definitiv so auch auf dem gymnasium zu wenigstens 80% nich brauchen wirst).
Katebeckett schrieb:Zu meiner Zeit gab es Gott sei Dank keine
Handys und dafür Anwesenheitspflicht (Unterschrift).

Nur aus Neugierde: Aus welchem Bundesland bist du?
NRW. Klar, ich weiß, hier haben schulen einen besonders schlechten ruf. Aber ich war auf einer mit gutem ruf und relativ einfachen kindern (keine straftäter, keine drogengeschcihten, wenige die einfach nicht zum unterricht kamen und sowas, kaum mobbing)

Es geht mir hier wirklich um das sytem. mir ist vollkommen klar, dass es schulen gibt, die noch aussehen wie in einem schwedischen kinderfilm. Da sind dann gut erzogene kinder mit motivierten jungen lehrern und für die eltern sieht das von außen alles ganz toll aus. Selbst für die leute da drin sieht das schön aus.
Als ich auf der schule war dachte ich auch noch, dass schule seinen sinn hat und hab all die unsinnigen behauptungen die lehrer da so getätigt haben geglaubt.
Dass ich darüber anders denke kommt erst seit ich wesentlich mehr über bildungssysteme, dieses diffuse 'spter' und auch eben über schulen weiß, durch mehrere studien, langzeitige nachhilfestunden und natürlich dem abstand.
abberline schrieb:Kleinere Klassen, Prüfungen, ob Lehrer nicht nur Experten in ihrem Stoff sind, sondern auch mit Kindern und Jugendlichen umgehen können, auch meinetwegen mehr praktischen Unterricht, mal raus aus der Schule... das hab ich schon dargelegt. Aber nicht so einen hanebüchenen Unsinn, der den Kindern nur schaden würde.
Also forderungen, die so seit gut 50 Jahren kursieren. Das wird es sicher bringen.
Dann gehste halt mit schwer erziehbaren kindern mal nach draußen als eine lehrperson. Bestimmt werden sie dann reformiert und ganz brav.
Wie genau überprüft man im übrigen menschenkenntnis? Denn heutzutage macht man halt lehrproben, wo jemand drüberguckt, ob man so einen unterricht vernünftig durchführt.

Das was du forderst sind die ältesten forderungen der welt die immer schon einfach sehr abstrakte inhaltslose forderungen waren.


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17.08.2019 um 20:51
Da fehlt echt nurnoch die elitenförderung, dann wäre das bullshit bingo komplett.


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17.08.2019 um 20:54
Gerade aufgefallen:
Shionoro schrieb:Ich z.b. war im studium nie in vorlesungen. Warum? Weil mir das nix gebracht hat, ich saß da müde rum und hab auf dem handy gespielt.
Wenn man müde in eine Vorlesung geht und auf dem Handy daddelt, kann einem die beste Vorlesung leider nichts bringen.
Vielleicht ist das bei Schülern ähnlich?


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17.08.2019 um 20:57
groucho schrieb:Wenn man müde in eine Vorlesung geht
Wenn mittlerweile viele "Erste Stunden" schon um 7:30 Uhr oder noch früher anfangen anstatt wie zu meiner Zeit 8 Uhr dann braucht man sich nicht wundern wenn die Schüler gerade in den ersten Stunden nur bedingt aufnahmefähig sind.


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17.08.2019 um 21:06
groucho schrieb:Wenn man müde in eine Vorlesung geht und auf dem Handy daddelt, kann einem die beste Vorlesung leider nichts bringen.
Vielleicht ist das bei Schülern ähnlich?
Andersum wird ein Schuh draus. Wenn man bemerkt, dass eine vorlesung einem gar nix bringt, auch wenn man zuhört, weil man sowieso abdriftet und weiß, dass man sich das ganze besser vernünftig durchlesen kann, sollte man nicht hingehen.
Die uni kapiert das. Die schule nicht.


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17.08.2019 um 21:06
Nerok schrieb:Wenn mittlerweile viele "Erste Stunden" schon um 7:30 Uhr oder noch früher anfangen anstatt wie zu meiner Zeit 8 Uhr dann braucht man sich nicht wundern wenn die Schüler gerade in den ersten Stunden nur bedingt aufnahmefähig sind.
Letztendlich ist es aber auch nicht nur eine zeitfrage. Überhaupt so viele stunden am tag zu verschiedenen themen zu machen ist vollkommen unsinnig.
Da kann man lieber vernünftige blockseminare machen.


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